{"id":30517,"date":"2013-03-10T10:38:45","date_gmt":"2013-03-10T08:38:45","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=30517"},"modified":"2013-03-10T10:38:45","modified_gmt":"2013-03-10T08:38:45","slug":"vi-r-51-11-1-regelung-auf-grundlage-der-bruttolistenneupreise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-51-11-1-regelung-auf-grundlage-der-bruttolistenneupreise\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;51\/11 &#8211; 1 %-Regelung auf Grundlage der Bruttolistenneupreise"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.12.2012, VI R 51\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">1 %-Regelung auf Grundlage der Bruttolistenneupreise<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Die 1 %-Regelung begegnet insbesondere im Hinblick auf die dem Steuerpflichtigen zur Wahl gestellte M&ouml;glichkeit, den vom Arbeitgeber zugewandten Nutzungsvorteil auch nach der so genannten Fahrtenbuchmethode zu ermitteln und zu bewerten, keinen verfassungsrechtlichen Bedenken. <\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob die Bewertung der privaten Nutzung eines vom Arbeitgeber dem Arbeitnehmer &uuml;berlassenen Dienstwagens nach der 1&nbsp;%-Regelung noch insoweit verfassungsgem&auml;&szlig; ist, als der Nutzungswert nach dem inl&auml;ndischen Bruttolistenpreis bei der Erstzulassung bemessen wird. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger), zusammen zur Einkommensteuer veranlagte Eheleute, erzielten im Streitjahr (2009) neben anderen Eink&uuml;nften jeweils auch Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit. Der Kl&auml;ger war als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Firma M-GmbH t&auml;tig. Er hatte einen von seinem Arbeitgeber &uuml;berlassenen Dienstwagen zur Verf&uuml;gung, den er auch f&uuml;r Privatfahrten und Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte nutzen durfte. Der Arbeitgeber hatte den erstmals am 27.&nbsp;August 2004 zugelassenen Dienstwagen vom Typ BMW&nbsp;730&nbsp;D als Gebrauchtfahrzeug mit einer Fahrleistung von 58&nbsp;000&nbsp;km ab 5.&nbsp;M&auml;rz 2008 f&uuml;r drei Jahre mit einer monatlichen Leasingrate von 722,57&nbsp;EUR geleast. Zu Beginn des Leasing-Zeitraums betrug der Gebrauchtwagenwert des Dienstwagens 31.990&nbsp;EUR; im Zeitpunkt der Erstzulassung betrug dessen Bruttolisten-Neupreis 81.400&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte die private Nutzung des Dienstwagens, f&uuml;r den der Kl&auml;ger kein Fahrtenbuch gef&uuml;hrt hatte, mit der 1&nbsp;%-Regelung auf Basis des Bruttolistenneupreises an (&sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211; i.V.m. &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG); auf dieser Grundlage wurde im hier streitigen Einkommensteuerbescheid dem Kl&auml;ger ein geldwerter zu versteuernder Vorteil in H&ouml;he von 814&nbsp;EUR monatlich zugerechnet und bei dessen Lohneink&uuml;nften angesetzt. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen machten die Kl&auml;ger mit Einspruch im Ergebnis erfolglos geltend, dass bei der Berechnung des beim Kl&auml;ger anzusetzenden geldwerten Vorteils nicht der Listenneupreis, sondern der Gebrauchtwagenwert zu Grunde zu legen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat die dagegen erhobene Klage aus den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 396 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden abgewiesen und die Revision zugelassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger r&uuml;gen mit der Revision die Verletzung materiellen Verfassungsrechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie beantragen,<br \/><\/br>das angefochtene Urteil des Nieders&auml;chsischen FG vom 14.&nbsp;September 2011 aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2009 vom 29.&nbsp;Juli 2010 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 4.&nbsp;Oktober 2010 dahingehend abzu&auml;ndern, dass der geldwerte Vorteil f&uuml;r die &Uuml;berlassung des dienstlichen PKW auf Grundlage eines Wertes von 31.990&nbsp;EUR angesetzt und die Einkommensteuer entsprechend herabgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/><\/br>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Bundesministerium der Finanzen hat den Beitritt zum Verfahren (&sect;&nbsp;122 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) erkl&auml;rt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO). Das FG hat zutreffend entschieden, dass der Vorteil des Kl&auml;gers aus der &Uuml;berlassung des Dienstwagens zu auch privaten Zwecken im Streitfall nach &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG zu bewerten ist. Gegen die 1&nbsp;%-Regelung mit Ansatz des Bruttoneuwagenlistenpreises als Bemessungsgrundlage bestehen keine verfassungsrechtlichen Bedenken. Eine Vorlage an das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) nach Art.&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes kommt daher nicht in Betracht. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es entspricht mittlerweile st&auml;ndiger Senatsrechtsprechung, dass die &Uuml;berlassung eines Dienstwagens durch den Arbeitgeber an den Arbeitnehmer f&uuml;r dessen Privatnutzung zu einer Bereicherung des Arbeitnehmers und damit zu Lohnzufluss f&uuml;hrt (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 6.&nbsp;Oktober 2011 VI&nbsp;R&nbsp;56\/10, BFHE 235, 383, BStBl II 2012, 362). Steht der Vorteil dem Grunde nach fest, ist dieser nach &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 S&auml;tze&nbsp;2 bis 5 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG entweder mit der 1&nbsp;%-Regelung oder mit der Fahrtenbuchmethode zu bewerten. Wird ein Fahrtenbuch, wie im Streitfall, nicht gef&uuml;hrt, ist der Vorteil mit der 1&nbsp;%-Regelung zu bewerten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach der 1&nbsp;%-Regelung (&sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG) ist dieser Nutzungsvorteil f&uuml;r jeden Kalendermonat mit 1&nbsp;% des inl&auml;ndischen Listenpreises im Zeitpunkt der Erstzulassung zuz&uuml;glich der Kosten f&uuml;r Sonderausstattungen einschlie&szlig;lich der Umsatzsteuer anzusetzen. Die 1&nbsp;%-Regelung ist insoweit eine grunds&auml;tzlich zwingende, stark typisierende und pauschalierende Bewertungsregelung (st&auml;ndige Rechtsprechung, BFH-Urteile vom 13.&nbsp;Februar 2003 X&nbsp;R&nbsp;23\/01, BFHE 201, 499, BStBl II 2003, 472; vom 7.&nbsp;November 2006 VI&nbsp;R&nbsp;19\/05, BFHE 215, 256, BStBl II 2007, 116; jeweils m.w.N.). Deshalb bleiben individuelle Besonderheiten hinsichtlich der Art und der Nutzung des Dienstwagens grunds&auml;tzlich ebenso unber&uuml;cksichtigt wie nachtr&auml;gliche &Auml;nderungen des Fahrzeugwertes. Dementsprechend erh&ouml;ht etwa der nachtr&auml;gliche Einbau von Zusatzausstattungen nicht die Bemessungsgrundlage der 1&nbsp;%-Regelung (BFH-Urteil vom 13.&nbsp;Oktober 2010 VI&nbsp;R&nbsp;12\/09, BFHE 231, 540, BStBl II 2011, 361). Weiter bleibt im Rahmen der Anwendung der 1&nbsp;%-Regelung der inl&auml;ndische Listenpreis auch dann Bemessungsgrundlage, wenn der Arbeitgeber das Fahrzeug gebraucht angeschafft hatte (vgl. BFH-Urteil vom 1.&nbsp;M&auml;rz 2001 IV&nbsp;R&nbsp;27\/00, BFHE 195, 200, BStBl II 2001, 403; BFH-Beschluss vom 18.&nbsp;Dezember 2007 XI&nbsp;B&nbsp;178\/06, BFH\/NV 2008, 562, m.w.N.) oder wenn schon ein Gro&szlig;teil der Anschaffungskosten des Fahrzeugs als Betriebsausgaben (AfA) geltend gemacht worden war (BFH-Urteil vom 24.&nbsp;Februar 2000 III&nbsp;R&nbsp;59\/98, BFHE 191, 286, BStBl II 2000, 273). <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Ergebnis entspricht der Ansatz des Listenpreises statt der tats&auml;chlichen Anschaffungskosten gerade dem Erfordernis, die Zuwendung des Arbeitgebers nach dem Nutzungsvorteil zu bemessen, der dem steuerpflichtigen Arbeitnehmer dadurch zukommt (so schon BFH-Urteil vom 25.&nbsp;Mai 1992 VI&nbsp;R&nbsp;146\/88, BFHE 168, 194, BStBl II 1992, 700).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die typisierende Erfassung des Nutzungsvorteils durch die 1&nbsp;%-Regelung war im Hinblick auf ihre verfassungsrechtliche Zul&auml;ssigkeit schon mehrfach Gegenstand von Entscheidungen des BFH; die Regelung wurde dabei im Ergebnis jeweils als verfassungsrechtlich unbedenklich beurteilt (Urteile in BFHE 191, 286, BStBl II 2000, 273; in BFHE 195, 200, BStBl II 2001, 403; in BFHE 201, 499, BStBl II 2003, 472; vom 19.&nbsp;M&auml;rz 2009 IV&nbsp;R&nbsp;59\/06, BFH\/NV 2009, 1617; Beschluss vom 16.&nbsp;September 2004 VI&nbsp;B&nbsp;5\/04, BFH\/NV 2005, 336; jeweils m.w.N.). Denn nach der insoweit &uuml;bereinstimmenden Rechtsprechung der Senate des BFH nutzt der Gesetzgeber mit der 1&nbsp;%-Regelung den ihm insbesondere im Steuerrecht f&uuml;r Typisierungen zur Verf&uuml;gung stehenden Gestaltungsspielraum, wenn er auf diese Weise die betriebliche und private Kfz-Nutzung typisierend und pauschalierend erfasst. Die BFH-Rechtsprechung st&uuml;tzt sich insoweit auf die Rechtsprechung des BVerfG zum Geltungsgrund und zu den Gestaltungsgrenzen der Typisierung und Pauschalierung im Steuerrecht durch den Gesetzgeber (BVerfG-Beschluss vom 10.&nbsp;April 1997&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;77\/92, BVerfGE 96, 1, 6; BVerfG-Urteil vom 7.&nbsp;Dezember 1999&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;301\/98, BVerfGE 101, 297, BStBl II 2000, 162, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Bewertung des Vorteils mittels der 1&nbsp;%-Regelung ist mit dem Ansatz eines Nutzungsvorteils in H&ouml;he von 1&nbsp;% des Bruttolistenpreises je Monat zwar eine nur grob typisierende Regelung. Allerdings normiert die Regelung keine zwingende und unwiderlegbare Typisierung, sondern tritt nur alternativ zur Fahrtenbuchmethode hinzu; diese Fahrtenbuchmethode bewertet den vom Arbeitgeber zugewandten Nutzungsvorteil indessen nach Ma&szlig;gabe der konkret entstandenen Kosten (&sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;4 EStG). Insbesondere im Hinblick auf dieses Wahlrecht (&quot;Escape-Klausel&quot;) beurteilt die bisherige Rechtsprechung des BFH die Typisierungsregelung in &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG als verfassungsrechtlich unbedenklich (BFH-Urteil in BFHE 191, 286, BStBl II 2000, 273, m.w.N.). <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der erkennende Senat folgt dieser Rechtsprechung. Denn wenn der Steuerpflichtige statt der Anwendung einer typisierenden Regelung auch den Nachweis des tats&auml;chlichen Sachverhalts und eine daran ankn&uuml;pfende Besteuerung w&auml;hlen kann, ist er durch eine ihm lediglich zus&auml;tzlich zur Wahl gestellte Typisierung in einer verfassungsrechtlich erheblichen Position auch dann nicht betroffen, wenn sie im Vergleich zur anderen Besteuerungsform im konkreten Fall nachteilig wirkt. Angesichts dessen k&ouml;nnen sich die Kl&auml;ger nicht mit Erfolg darauf berufen, dass der Kraftfahrzeughandel beim Neuwagenverkauf mittlerweile regelm&auml;&szlig;ig Rabatte einr&auml;ume, also der Bruttolistenneupreis nicht einmal mehr typisierend den Verkaufspreis f&uuml;r Neufahrzeuge darstelle. Denn der Gesetzgeber unterliegt entgegen der Auffassung der Kl&auml;ger gegenw&auml;rtig diesbez&uuml;glich keinem Anpassungszwang. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Kl&auml;ger verkennen insoweit die Funktion, die der Gesetzgeber der Bemessungsgrundlage der 1&nbsp;%-Regelung, dem Bruttolistenneupreis, einr&auml;umt. Die Anwendung der 1&nbsp;%-Regelung i.V.m. &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG bezweckt, den beim Arbeitnehmer entstandenen Vorteil der Nutzungs&uuml;berlassung eines betriebsbereiten Kraftfahrzeugs zu bewerten. Dieser Vorteil umfasst mithin nicht nur das Zurverf&uuml;gungstellen des Fahrzeugs selbst, sondern auch die &Uuml;bernahme s&auml;mtlicher damit verbundener Kosten wie Steuern, Versicherungspr&auml;mien, Reparatur&#8211; und Wartungskosten sowie insbesondere der Treibstoffkosten; das alles sind Aufwendungen, die sich weder im Bruttolistenneupreis noch in den tats&auml;chlichen Neuanschaffungskosten mit einem festen Prozentsatz unmittelbar abbilden. Die vom Gesetzgeber zu Grunde gelegte Bemessungsgrundlage des Bruttolistenneupreises bezweckt also nicht, die tats&auml;chlichen Neuanschaffungskosten des Fahrzeugs und erst recht nicht dessen gegenw&auml;rtigen Wert im Zeitpunkt der &Uuml;berlassung m&ouml;glichst realit&auml;tsgerecht abzubilden. Der Bruttolistenneupreis erweist sich vielmehr als generalisierende Bemessungsgrundlage, die aus typisierten Neuanschaffungskosten den Nutzungsvorteil insgesamt zu gewinnen sucht, der indessen ungleich mehr umfasst als die &Uuml;berlassung des genutzten Fahrzeugs selbst. Denn der tats&auml;chliche geldwerte Vorteil entspricht dem Betrag, der von einem Arbeitnehmer f&uuml;r eine vergleichbare Nutzung aufgewandt werden m&uuml;sste und den er durch die &Uuml;berlassung des Fahrzeugs durch den Arbeitgeber erspart (so schon Senatsurteile vom 10.&nbsp;Februar 1961 VI&nbsp;89\/60&nbsp;U, BFHE 72, 376, BStBl III 1961, 139; vom 21.&nbsp;Juni 1963 VI&nbsp;306\/61&nbsp;U, BFHE 77, 191, BStBl III 1963, 387). <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Angesichts dieser alternativen und nur grob typisierenden Bemessungsgrundlage ist nicht erkennbar, dass der Gesetzgeber dem Zweck, den Nutzungsvorteil insgesamt zu erfassen, verfassungskonform nur dadurch entspricht, dass er als Bemessungsgrundlage die tats&auml;chlichen Neuanschaffungskosten statt des Bruttolistenneupreises w&auml;hlt. Die Einsch&auml;tzung der Kl&auml;ger, dass der tats&auml;chliche Kaufpreis aus der Buchf&uuml;hrung jedenfalls genauso leicht zu ermitteln sei wie die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers, &auml;ndert daran nichts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Schlie&szlig;lich k&ouml;nnen sich die Kl&auml;ger f&uuml;r ihre Auffassung auch nicht mit Erfolg auf die Rechtsprechung des erkennenden Senats berufen, nach der die unverbindliche Preisempfehlung keine geeignete Grundlage zur Bemessung des lohnsteuerrechtlichen Vorteils eines Mitarbeiterrabatts im Rahmen von Jahreswagenk&auml;ufen darstellt (Senatsurteil vom 17.&nbsp;Juni 2009 VI&nbsp;R&nbsp;18\/07, BFHE 225, 388, BStBl II 2010, 67). Denn in diesen F&auml;llen war der aus dem Mitarbeiterrabatt zuflie&szlig;ende Vorteil nicht auf Grundlage einer grob typisierenden Regelung, sondern nach Ma&szlig;gabe des tats&auml;chlich verwirklichten Sachverhalts konkret zu ermitteln und zu besteuern. Diese M&ouml;glichkeit hat der Arbeitnehmer, wie dargelegt, auch im Rahmen der Nutzungs&uuml;berlassung eines Dienstwagens, wenn er den Vorteil nach der Fahrtenbuchmethode ermittelt. In diesem Fall gehen dann in die Bemessungsgrundlage neben s&auml;mtlichen &uuml;brigen Kraftfahrzeugkosten auch die konkreten Anschaffungskosten statt eines typisierenden Bruttolistenneupreises ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.12.2012, VI R 51\/11 1 %-Regelung auf Grundlage der Bruttolistenneupreise Leits&auml;tze Die 1 %-Regelung begegnet insbesondere im Hinblick auf die dem Steuerpflichtigen zur Wahl gestellte M&ouml;glichkeit, den vom Arbeitgeber zugewandten Nutzungsvorteil auch nach der so genannten Fahrtenbuchmethode zu ermitteln und zu bewerten, keinen verfassungsrechtlichen Bedenken. Tatbestand 1&nbsp; I. 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