{"id":30518,"date":"2013-03-10T10:29:21","date_gmt":"2013-03-10T08:29:21","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=30518"},"modified":"2013-03-10T10:29:21","modified_gmt":"2013-03-10T08:29:21","slug":"vi-r-101-10-kindergeld-behinderungsbedingter-mehrbedarf-eines-volljaehrigen-behinderten-kindes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-101-10-kindergeld-behinderungsbedingter-mehrbedarf-eines-volljaehrigen-behinderten-kindes\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;101\/10 &#8211; Kindergeld: Behinderungsbedingter Mehrbedarf eines vollj&auml;hrigen behinderten Kindes"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.12.2012, VI R 101\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Kindergeld: Behinderungsbedingter Mehrbedarf eines vollj&auml;hrigen behinderten Kindes<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Das Entstehen des behinderungsbedingten Mehrbedarfs eines vollj&auml;hrigen behinderten Kindes ist dem Grunde und der H&ouml;he nach substantiiert darzulegen und glaubhaft zu machen. Steht ein behinderungsbedingter Mehrbedarf dem Grunde nach zur &Uuml;berzeugung des Gerichts fest, ist er bei fehlendem Nachweis der H&ouml;he nach zu sch&auml;tzen (Best&auml;tigung der BFH-Urteile vom 9. Februar 2012 III R 53\/10, BFHE 236, 417; vom 24. August 2004 VIII R 50\/03, BFHE 207, 250, BStBl II 2010, 1052; VIII R 90\/03, BFH\/NV 2005, 332).<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Werden mit einer Behinderung im Zusammenhang stehende Kosten im Wege der Eingliederungshilfe gem&auml;&szlig; &sect;&sect; 53 ff. SGB XII durch einen Sozialleistungstr&auml;ger &uuml;bernommen, ist die gew&auml;hrte Eingliederungshilfe einerseits als Leistung eines Dritten bei den zur Verf&uuml;gung stehenden eigenen finanziellen Mitteln und andererseits als im Einzelnen nachgewiesener behinderungsbedingter Mehrbedarf zu ber&uuml;cksichtigen (Best&auml;tigung des BFH-Urteils in BFHE 236, 417). <\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob f&uuml;r ein vollj&auml;hriges behindertes Kind ein Anspruch auf Kindergeld besteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Sohn des Kl&auml;gers und Revisionskl&auml;gers (Kl&auml;ger) leidet an einer dauerhaften psychischen Erkrankung, aufgrund derer der Grad seiner Minderung der Erwerbsf&auml;higkeit 100 betr&auml;gt. Er ist in einer Werkstatt f&uuml;r behinderte Menschen (WfbM) teilstation&auml;r aufgenommen worden und lebt in einer betreuten Wohnm&ouml;glichkeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Er erh&auml;lt finanzielle Leistungen der Eingliederungshilfe f&uuml;r behinderte Menschen nach &sect;&sect;&nbsp;53&nbsp;ff. des Zw&ouml;lften Buchs Sozialgesetzbuch (SGB XII). Diese werden f&uuml;r das Leben in einer betreuten Wohnm&ouml;glichkeit sowie f&uuml;r die teilstation&auml;re Betreuung in der WfbM einschlie&szlig;lich ambulanter Betreuung zur Unterst&uuml;tzung ihres Besuchs geleistet. Der Sohn des Kl&auml;gers erhielt anl&auml;sslich seiner T&auml;tigkeit in der WfbM monatlich 30&nbsp;EUR. Zus&auml;tzlich wird an ihn nach &sect;&sect;&nbsp;41&nbsp;ff. SGB&nbsp;XII Grundsicherung geleistet. Ab September 2005 wurde der Kl&auml;ger zu einem Kostenbeitrag an den Tr&auml;ger der Sozialhilfe herangezogen (&sect;&nbsp;94 Abs.&nbsp;2 SGB&nbsp;XII).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beklagte und Revisionsbeklagte (Familienkasse) gew&auml;hrte dem Kl&auml;ger zun&auml;chst Kindergeld, hob die Festsetzung des Kindergeldes jedoch zuerst ab Januar 2006 und sodann f&uuml;r den Zeitraum Januar bis Dezember 2005 auf, da der Sohn des Kl&auml;gers seinen Lebensunterhalt selbst bestreiten k&ouml;nne. Gleichzeitig forderte die Familienkasse von dem Kl&auml;ger das bereits ausgezahlte Kindergeld f&uuml;r den Zeitraum Januar bis Dezember 2005 zur&uuml;ck. Die hiergegen eingelegten Einspr&uuml;che hatten keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die jeweils dagegen erhobenen und zu einem gemeinsamen Verfahren verbundenen Klagen ab. Der Sohn des Kl&auml;gers sei aufgrund der Gew&auml;hrung von Eingliederungshilfe und Grundsicherungsleistungen in der Lage gewesen, sich selbst zu unterhalten. Denn die ihm dadurch zur Verf&uuml;gung stehenden Mittel &uuml;berschritten seinen existenziellen Lebensbedarf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Er beantragt,<br \/><\/br>das Urteil des FG vom 21.&nbsp;Januar 2009&nbsp;&nbsp;7&nbsp;K&nbsp;30\/07 sowie den Bescheid der Familienkasse vom 30.&nbsp;Januar 2007 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 1.&nbsp;M&auml;rz 2007 und den Bescheid der Familienkasse vom 6.&nbsp;Juli 2006 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 25.&nbsp;Januar 2007 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse beantragt,<br \/><\/br>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des Kl&auml;gers ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat rechtsfehlerfrei einen Anspruch des Kl&auml;gers auf Kindergeld f&uuml;r seinen behinderten Sohn verneint.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;63 Abs.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;1 und 2 i.V.m. &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 des Einkommensteuergesetzes (EStG) besteht f&uuml;r ein vollj&auml;hriges Kind ein Anspruch auf Kindergeld, wenn es wegen k&ouml;rperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung au&szlig;erstande ist, sich selbst zu unterhalten und die Behinderung vor Vollendung des 27.&nbsp;Lebensjahres eingetreten ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ob ein behindertes Kind au&szlig;erstande ist, sich selbst zu unterhalten, ist anhand eines Vergleichs zweier Bezugsgr&ouml;&szlig;en zu pr&uuml;fen, n&auml;mlich der dem Kind zur Verf&uuml;gung stehenden eigenen finanziellen Mittel einerseits und seinem existenziellen Lebensbedarf andererseits (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 24.&nbsp;August 2004 VIII&nbsp;R&nbsp;83\/02, BFHE 207, 244, BStBl II 2007, 248; vom 26.&nbsp;November 2003 VIII&nbsp;R&nbsp;32\/02, BFHE 204, 454, BStBl II 2004, 588, m.w.N.). Bei gleichbleibenden monatlichen Einnahmen und einem monatlich gleichbleibenden behinderungsbedingten Mehraufwand kann es dahinstehen, ob insoweit auf den Kalendermonat oder das Kalenderjahr abzustellen ist. Denn in diesen F&auml;llen f&uuml;hrt der Vergleich zu demselben Ergebnis (BFH-Urteil in BFHE 207, 244, BStBl II 2007, 248).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Zu den dem behinderten Kind zur Verf&uuml;gung stehenden eigenen finanziellen Mitteln geh&ouml;ren nicht nur dessen Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge als verf&uuml;gbares Einkommen, sondern auch Leistungen Dritter, wie etwa solche im Zusammenhang mit der Unterbringung in einer WfbM oder die in der WfbM gew&auml;hrte Verpflegung; auf die Herkunft der Mittel und ihre Zweckbestimmung kommt es in diesem Zusammenhang nicht an (vgl. BFH-Urteil vom 9.&nbsp;Februar 2012 III&nbsp;R&nbsp;53\/10, BFHE 236, 417). Soweit allerdings ein Sozialleistungstr&auml;ger f&uuml;r seine Leistungen bei den Eltern R&uuml;ckgriff nimmt, d&uuml;rfen solche Leistungen nicht als Bez&uuml;ge des Kindes angesehen werden (BFH-Urteile vom 17.&nbsp;November 2004 VIII&nbsp;R&nbsp;22\/04, BFH\/NV 2005, 541; in BFHE 204, 454, BStBl II 2004, 588).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der existenzielle Lebensbedarf des behinderten Kindes ergibt sich typischerweise aus dem allgemeinen Lebensbedarf (Grundbedarf), der sich an dem ma&szlig;geblichen Jahresgrenzbetrag nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG orientiert, sowie aus dem individuellen behinderungsbedingten Mehrbedarf (BFH-Urteile vom 22.&nbsp;Oktober 2009 III&nbsp;R&nbsp;50\/07, BFHE 228, 17, BStBl II 2011, 38; vom 9.&nbsp;Februar 2009 III&nbsp;R&nbsp;37\/07, BFHE 224, 290, BStBl II 2009, 928; vom 19.&nbsp;November 2008 III&nbsp;R&nbsp;105\/07, BFHE 223, 365, BStBl II 2010, 1057).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der behinderungsbedingte Mehrbedarf umfasst Aufwendungen, die gesunde Kinder nicht haben. Dazu geh&ouml;ren alle mit einer Behinderung zusammenh&auml;ngenden au&szlig;ergew&ouml;hnlichen wirtschaftlichen Belastungen, etwa Aufwendungen f&uuml;r zus&auml;tzliche W&auml;sche, Unterst&uuml;tzungs- und Hilfeleistungen sowie typische Erschwernisaufwendungen (BFH-Urteil in BFHE 236, 417). Das Entstehen derartiger Aufwendungen ist dem Grunde und der H&ouml;he nach substantiiert darzulegen und glaubhaft zu machen (BFH-Urteile vom 24.&nbsp;August 2004 VIII&nbsp;R&nbsp;50\/03, BFHE 207, 250, BStBl II 2010, 1052; VIII&nbsp;R&nbsp;90\/03, BFH\/NV 2005, 332). Steht ein behinderungsbedingter Mehrbedarf dem Grunde nach zur &Uuml;berzeugung des Gerichts fest, ist er bei fehlendem Nachweis der H&ouml;he nach gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;162 der Abgabenordnung zu sch&auml;tzen (BFH-Urteile in BFHE 236, 417; in BFHE 207, 250, BStBl II 2010, 1052; in BFH\/NV 2005, 332).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Werden mit einer Behinderung im Zusammenhang stehende Kosten im Wege der Eingliederungshilfe gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;53&nbsp;ff. SGB&nbsp;XII durch einen Sozialleistungstr&auml;ger &uuml;bernommen, ist die gew&auml;hrte Eingliederungshilfe einerseits als Leistung eines Dritten bei den zur Verf&uuml;gung stehenden eigenen finanziellen Mitteln und andererseits als im Einzelnen nachgewiesener behinderungsbedingter Mehrbedarf zu ber&uuml;cksichtigen (BFH-Urteil in BFHE 236, 417). Da diese vom Sozialleistungstr&auml;ger &uuml;bernommenen Kosten hierdurch bereits in tats&auml;chlicher H&ouml;he als behinderungsbedingter Mehrbedarf erfasst sind, scheidet ihre nochmalige Ber&uuml;cksichtigung durch die in &sect;&nbsp;33b Abs.&nbsp;3 EStG festgelegten Behinderten-Pauschbetr&auml;ge aus (vgl. BFH-Urteile in BFHE 236, 417; in BFHE 207, 250, BStBl II 2010, 1052; in BFH\/NV 2005, 332).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG hat im Ergebnis zu Recht entschieden, dass der Sohn des Kl&auml;gers in der Lage war, sich selbst zu unterhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Als dem Kind zur Verf&uuml;gung stehende finanzielle Mittel hat es die Grundsicherungsleistungen sowie die Eingliederungshilfe angesetzt, soweit der Kl&auml;ger nicht zu einem Kostenbeitrag an den Tr&auml;ger der Sozialhilfe herangezogen wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat den allgemeinen Lebensbedarf rechtsfehlerfrei mit dem jeweiligen Jahresgrenzbetrag gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG bemessen. In revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise ist es &uuml;berdies davon ausgegangen, dass neben den Zuzahlungen zu Arzneimitteln ein &uuml;ber den Betrag der geleisteten Eingliederungshilfen hinausgehender behinderungsbedingter Mehrbedarf bereits dem Grunde nach nicht substantiiert dargelegt und glaubhaft gemacht wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Soweit der Kl&auml;ger r&uuml;gt, es sei kein behinderungsbedingter Mehrbedarf f&uuml;r Besuchsfahrten seines Sohnes zur Familie ber&uuml;cksichtigt worden, verkennt er, dass im Zusammenhang mit Kontakten zur Familie entstehende Aufwendungen zu dem Grundbedarf z&auml;hlen (vgl. BFH-Urteile in BFHE 224, 290, BStBl II 2009, 928; vom 15.&nbsp;Oktober 1999 VI&nbsp;R&nbsp;40\/98, BFHE 189, 449, BStBl II 2000, 75).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Ansatz eines weiteren behinderungsbedingten Mehrbedarfs folgt auch nicht aus den BFH-Urteilen in BFHE 207, 250, BStBl II 2010, 1052; in BFH\/NV 2005, 332; in BFHE 236, 417, wonach ein f&uuml;r die Zeit der h&auml;uslichen Pflege dem Grunde nach feststehender Mehrbedarf ggf. der H&ouml;he nach gesch&auml;tzt ber&uuml;cksichtigt werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Denn nach den mit zul&auml;ssigen und begr&uuml;ndeten Revisionsr&uuml;gen nicht angegriffenen und den Senat daher gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO bindenden Feststellungen des FG erhielt der nicht im elterlichen Haushalt lebende Sohn des Kl&auml;gers finanzielle Leistungen der Eingliederungshilfe sowohl f&uuml;r das Leben in einer betreuten Wohnm&ouml;glichkeit als auch f&uuml;r eine ambulante Betreuung zur Unterst&uuml;tzung des Besuchs der WfbM. Ein dar&uuml;ber hinausgehender behinderungsbedingter Mehrbedarf f&uuml;r eine h&auml;usliche Versorgung, Betreuung und Unterst&uuml;tzung &#8211;etwa durch seine Eltern&#8211; steht daher dem Grunde nach nicht fest. Auch hat der Kl&auml;ger einen solchen weder substantiiert dargetan noch glaubhaft gemacht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit der Kl&auml;ger erstmals im Revisionsverfahren Aufwendungen f&uuml;r weitere Betreuungs- und Unterst&uuml;tzungsleistungen geltend macht, handelt es sich um neues tats&auml;chliches Vorbringen. Dies kann, selbst wenn es erheblich w&auml;re, im Revisionsverfahren nicht mehr ber&uuml;cksichtigt werden, weil der Kl&auml;ger dessen Nichtber&uuml;cksichtigung in der Vorinstanz nicht mit durchgreifenden Verfahrensr&uuml;gen geltend gemacht hat (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Das FG hat infolgedessen in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise f&uuml;r jeden einzelnen Monat eines zwei vollst&auml;ndige Kalenderjahre umfassenden Streitzeitraums einen &Uuml;berhang der dem Sohn des Kl&auml;gers zur Verf&uuml;gung stehenden finanziellen Mittel festgestellt. Mithin kann dahinstehen, ob insoweit eine Monats- oder eine Jahresbetrachtung ma&szlig;geblich ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Auch bedarf es hier keiner Entscheidung, ob das FG ohne Rechtsfehler einen Sachbezugswert f&uuml;r das in der WfbM gew&auml;hrte Mittagessen angesetzt hat. Denn der hierf&uuml;r ggf. zu ber&uuml;cksichtigende Sachbezugswert w&uuml;rde den ohnehin festgestellten Mittel&uuml;berhang noch erh&ouml;hen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ohne Erfolg r&uuml;gt der Kl&auml;ger, das FG habe f&uuml;r die von der WfbM gezahlten Betr&auml;ge in H&ouml;he von monatlich 30&nbsp;EUR keinen Arbeitnehmer-Pauschbetrag nach &sect;&nbsp;9a Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a EStG abgezogen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat insoweit entschieden, die von der WfbM gezahlten Betr&auml;ge seien kein Arbeitslohn und damit als Bez&uuml;ge des Kindes zu erfassen, wof&uuml;r eine Kostenpauschale zu ber&uuml;cksichtigen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mangels Entscheidungserheblichkeit konnte der Senat dahinstehen lassen, ob die von der WfbM an den Sohn des Kl&auml;gers ausgezahlten Betr&auml;ge Arbeitslohn sind. Da der vom FG festgestellte Mittel&uuml;berhang jeweils monatlich &uuml;ber 30&nbsp;EUR lag, erg&auml;be sich selbst bei Abzug eines Arbeitnehmer-Pauschbetrags noch immer kein &Uuml;berhang des existenziellen Lebensbedarfs des behinderten Kindes &uuml;ber die ihm zur Verf&uuml;gung stehenden finanziellen Mittel. Denn entgegen der Auffassung des Kl&auml;gers d&uuml;rfte ein Arbeitnehmer-Pauschbetrag nach &sect;&nbsp;9a Satz&nbsp;2 EStG nur bis zur H&ouml;he der Einnahmen &#8211;hier also lediglich bis zur H&ouml;he von monatlich 30&nbsp;EUR&#8211; abgezogen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.12.2012, VI R 101\/10 Kindergeld: Behinderungsbedingter Mehrbedarf eines vollj&auml;hrigen behinderten Kindes Leits&auml;tze 1. Das Entstehen des behinderungsbedingten Mehrbedarfs eines vollj&auml;hrigen behinderten Kindes ist dem Grunde und der H&ouml;he nach substantiiert darzulegen und glaubhaft zu machen. Steht ein behinderungsbedingter Mehrbedarf dem Grunde nach zur &Uuml;berzeugung des Gerichts fest, ist er bei fehlendem Nachweis &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-101-10-kindergeld-behinderungsbedingter-mehrbedarf-eines-volljaehrigen-behinderten-kindes\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;101\/10 &#8211; Kindergeld: Behinderungsbedingter Mehrbedarf eines vollj&auml;hrigen behinderten Kindes<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-30518","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30518","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=30518"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30518\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=30518"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=30518"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=30518"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}