{"id":30549,"date":"2013-03-10T10:29:25","date_gmt":"2013-03-10T08:29:25","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=30549"},"modified":"2013-03-10T10:29:25","modified_gmt":"2013-03-10T08:29:25","slug":"vi-r-3-12-mindestangaben-eines-ordnungsgemaessen-fahrtenbuchs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-3-12-mindestangaben-eines-ordnungsgemaessen-fahrtenbuchs\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;3\/12 &#8211; Mindestangaben eines ordnungsgem&auml;&szlig;en Fahrtenbuchs"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.11.2012, VI R 3\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Mindestangaben eines ordnungsgem&auml;&szlig;en Fahrtenbuchs<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist die Ordnungsm&auml;&szlig;igkeit eines Fahrtenbuchs.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) war im Streitjahr (2008) als Versicherungskaufmann nichtselbst&auml;ndig t&auml;tig. Sein Arbeitgeber &uuml;berlie&szlig; ihm einen PKW, den der Kl&auml;ger auch f&uuml;r private Zwecke nutzte. Der Arbeitgeber setzte im Rahmen des Lohnsteuerabzugs den Sachbezug aus der Dienstwagen&uuml;berlassung auf Grund der 1%-Regelung nach &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) an. Der Kl&auml;ger und die zusammen mit ihm veranlagte Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte begehrten im Rahmen ihrer Zusammenveranlagung zur Einkommensteuer, den Sachbezug abweichend von der 1%-Regelung nach &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;4 EStG anhand der tats&auml;chlich entstandenen Fahrzeugkosten nach Ma&szlig;gabe des vom Kl&auml;ger gef&uuml;hrten Fahrtenbuchs anzusetzen und der Besteuerung zu Grunde zu legen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach den Feststellungen des Finanzgerichts (FG) bestand das Fahrtenbuch aus handschriftlich gef&uuml;hrten Grundaufzeichnungen sowie aus zus&auml;tzlich erstellten erg&auml;nzenden Erl&auml;uterungen. Die handschriftlichen Grundaufzeichnungen enthielten fortlaufend die Fahrten nach Datum, Uhrzeit, Kilometerst&auml;nden und gefahrenen Kilometern; hinsichtlich der Angaben zu Reiseroute und Ziel war bei beruflich veranlassten Fahrten jeweils nur &quot;Au&szlig;endienst&quot; vermerkt. Die besuchten Personen, Firmen oder Beh&ouml;rden waren im Fahrtenbuch nicht angegeben; dazu enthielt das Fahrtenbuch lediglich den handschriftlichen Vermerk &quot;siehe Anlage&quot;. Die zus&auml;tzlich erstellten erg&auml;nzenden Erl&auml;uterungen in Form eines Ausdrucks des vom Arbeitgeber elektronisch gef&uuml;hrten Terminkalenders nannten Datum, Uhrzeit, Name und Adresse der jeweils aufgesuchten Kunden. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) folgte diesem Begehren im hier streitigen Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2008 nicht. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger wandten sich dagegen mit der Klage und brachten zur Begr&uuml;ndung vor, dass der Kl&auml;ger als Versicherungskaufmann ausschlie&szlig;lich im Au&szlig;endienst gearbeitet und t&auml;glich mehrere Kunden besucht habe. Der Kl&auml;ger lege regelm&auml;&szlig;ig aus beruflichen Gr&uuml;nden gro&szlig;e Strecken mit mehreren unterschiedlichen Reisezielen zur&uuml;ck; in diesen F&auml;llen gen&uuml;ge es, lediglich anzugeben, welche Kunden an welchem Ort besucht worden seien. Die Fahrten seien t&auml;glich und fortlaufend im Fahrtenbuch erfasst. Auf Grund der vielen Termine sei dem Fahrtenbuch eine davon getrennte, vom Arbeitgeber erstellte und vom Kl&auml;ger auch nicht ab&auml;nderbare Aufstellung der besuchten Kunden beigef&uuml;gt worden. Diese h&auml;tte der Kl&auml;ger auch nicht &auml;ndern k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage war erfolgreich. Das FG beurteilte das Fahrtenbuch als ordnungsgem&auml;&szlig; und &auml;nderte den streitigen Einkommensteuerbescheid dahingehend, dass der Sachbezug aus der &Uuml;berlassung des Dienstwagens auf Grund der Fahrtenbuchaufzeichnungen nach dem dort notierten Verh&auml;ltnis der privaten Fahrten zu den &uuml;brigen Fahrten ermittelt und angesetzt wurde. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA wendet sich dagegen mit seiner Revision und r&uuml;gt die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/><\/br>das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/><\/br>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) unter Aufhebung der Vorentscheidung zur Abweisung der Klage.&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der geldwerte Vorteil f&uuml;r die private Nutzung eines vom Arbeitgeber auch f&uuml;r diese Zwecke &uuml;berlassenen Dienstwagens ist der H&ouml;he nach mit der 1%-Regelung zu bewerten, sofern nicht das Verh&auml;ltnis der privaten Fahrten zu den &uuml;brigen Fahrten durch ein ordnungsgem&auml;&szlig;es Fahrtenbuch nachgewiesen wird (&sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 S&auml;tze&nbsp;2 bis 4 i.V.m. &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG). <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wie der erkennende Senat in seinem Urteil vom 1.&nbsp;M&auml;rz 2012 VI&nbsp;R&nbsp;33\/10 (BFHE 236, 497, BStBl II 2012, 505, m.w.N.) entschieden hat, muss ein ordnungsgem&auml;&szlig;es Fahrtenbuch zeitnah und in geschlossener Form gef&uuml;hrt werden, um so nachtr&auml;gliche Einf&uuml;gungen oder &Auml;nderungen auszuschlie&szlig;en oder als solche erkennbar zu machen. Neben Datum und Fahrtzielen sind grunds&auml;tzlich auch die jeweils aufgesuchten Kunden oder Gesch&auml;ftspartner oder die konkreten Gegenst&auml;nde der dienstlichen Verrichtung aufzuf&uuml;hren, und zwar grunds&auml;tzlich jede einzelne berufliche Verwendung f&uuml;r sich und mit dem bei Abschluss der Fahrt erreichten Gesamtkilometerstand des Fahrzeugs. Bei einer einheitlichen beruflichen Reise k&ouml;nnen diese Abschnitte zwar miteinander zu einer zusammenfassenden Eintragung verbunden und der am Ende der gesamten Reise erreichte Gesamtkilometerstand aufgezeichnet werden. Aber auch im Rahmen dieser Erleichterung sind die einzelnen Kunden oder Gesch&auml;ftspartner im Fahrtenbuch in der zeitlichen Reihenfolge aufzuf&uuml;hren, in der sie aufgesucht worden sind. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Entscheidung des FG entspricht nicht diesen Rechtsgrunds&auml;tzen. Denn im Fahrtenbuch sind die Fahrten nicht entsprechend der vorgenannten Grunds&auml;tze vollst&auml;ndig wiedergegeben. Insbesondere enth&auml;lt das Fahrtenbuch selbst keine Angaben zu den Ausgangs- und Endpunkten der jeweiligen Fahrten und nennt auch nicht die jeweils aufgesuchten Kunden und Gesch&auml;ftspartner. Diese Angaben geh&ouml;ren indessen zu den unverzichtbaren Angaben, die im Fahrtenbuch selbst zu machen sind. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dazu gen&uuml;gt nicht, wenn nur allgemein und pauschal die betreffenden Fahrten im Fahrtenbuch als &quot;Dienstfahrten&quot; bezeichnet werden. Die erforderlichen Mindestangaben k&ouml;nnen auch nicht durch anderweitige nicht im Fahrtenbuch selbst enthaltene Auflistungen ersetzt werden (vgl. Schneider, Neue Wirtschafts-Briefe 2012, 1892). Der Senat hatte bereits in seinem Urteil in BFHE 236, 497, BStBl II 2012, 505 entschieden, dass unzureichende Angaben im Fahrtenbuch nicht auf Grund eigener Tagebuchaufzeichnungen des Arbeitnehmers selbst erg&auml;nzt werden k&ouml;nnen. Denn die f&uuml;r ein Fahrtenbuch essenziellen Angaben sind dort selbst zu machen und nicht an anderer Stelle in einer weiteren und gegebenenfalls auch nachtr&auml;glich vom Arbeitnehmer erstellten Auflistung. Entsprechendes gilt f&uuml;r vom Arbeitgeber erstellte Listen und Ausdrucke des Terminkalenders. Deshalb liegt auch dann kein ordnungsgem&auml;&szlig;es Fahrtenbuch vor, wenn der Kl&auml;ger im Streitfall die unzureichenden Angaben im Fahrtenbuch selbst durch vom Arbeitgeber stammende Listen und Ausdrucke des Terminkalenders erg&auml;nzt und vervollst&auml;ndigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.11.2012, VI R 3\/12 Mindestangaben eines ordnungsgem&auml;&szlig;en Fahrtenbuchs Tatbestand 1&nbsp; I. Streitig ist die Ordnungsm&auml;&szlig;igkeit eines Fahrtenbuchs. 2&nbsp; Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) war im Streitjahr (2008) als Versicherungskaufmann nichtselbst&auml;ndig t&auml;tig. Sein Arbeitgeber &uuml;berlie&szlig; ihm einen PKW, den der Kl&auml;ger auch f&uuml;r private Zwecke nutzte. 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