{"id":30556,"date":"2013-03-10T10:21:15","date_gmt":"2013-03-10T08:21:15","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=30556"},"modified":"2013-03-10T10:21:15","modified_gmt":"2013-03-10T08:21:15","slug":"x-b-48-11-verfassungsmaessigkeit-des-grundfreibetrags-und-der-kinderfreibetraege-fuer-den-veranlagungszeitraum-2006-verfassungsmaessigkeit-von-par-22-nr-1-satz-3-buchst-a-doppelbuchst-aa-estg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-48-11-verfassungsmaessigkeit-des-grundfreibetrags-und-der-kinderfreibetraege-fuer-den-veranlagungszeitraum-2006-verfassungsmaessigkeit-von-par-22-nr-1-satz-3-buchst-a-doppelbuchst-aa-estg\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;48\/11 &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des Grundfreibetrags und der Kinderfreibetr&auml;ge f&uuml;r den Veranlagungszeitraum 2006 &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit von &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. aa EStG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.11.2012, X B 48\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des Grundfreibetrags und der Kinderfreibetr&auml;ge f&uuml;r den Veranlagungszeitraum 2006 &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit von &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. aa EStG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) wurden im Streitjahr 2006 gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;26, 26b des Einkommensteuergesetzes (EStG) zur Einkommensteuer veranlagt. Sie begehren die verfassungskonforme Auslegung des &sect;&nbsp;32a EStG in der Gestalt, dass eine Besteuerung erst nach &Uuml;berschreiten des zivilrechtlichen Pf&auml;ndungsfreibetrags erfolge. Daneben wenden sie sich auch weiterhin sinngem&auml;&szlig; gegen die Erh&ouml;hung des Ertragsanteils einer Erwerbsminderungsrente aufgrund der Neuregelungen durch das Alterseink&uuml;nftegesetz vom 5.&nbsp;Juli 2004 (BStBl I 2004, 554).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger erzielte im Streitjahr Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;19 EStG, die Kl&auml;gerin seit 1997 eine zwischenzeitlich unbefristet gew&auml;hrte Erwerbsminderungsrente. Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ging bei der Veranlagung des Streitjahres von einem zu versteuernden Einkommen von 36.945&nbsp;EUR aus und setzte die Einkommensteuer unter Ber&uuml;cksichtigung des Splittingtarifs mit 4.876&nbsp;EUR fest. Dabei ber&uuml;cksichtigte er bei der Jahresrente einen nicht steuerbaren Anteil von 50&nbsp;% gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a Doppelbuchst.&nbsp;aa S&auml;tze&nbsp;3, 4 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhoben die Kl&auml;ger Klage und f&uuml;hrten zur Begr&uuml;ndung u.a. aus, das zu versteuernde Einkommen m&uuml;sse in H&ouml;he des Netto-Pf&auml;ndungsfreibetrags steuerfrei bleiben, da es nicht plausibel sei, dass der Grundfreibetrag geringer sei als dieser Freibetrag. Au&szlig;erdem sei der Grundfreibetrag jedes Jahr an die &quot;Geldbeutelinflation f&uuml;r Geringverdiener&quot; nach Prof. Dr.&nbsp;Hans Wolfgang Brachinger aus Fribourg\/Schweiz anzupassen. Daneben waren die Kl&auml;ger der Ansicht, dass die Erh&ouml;hung des Besteuerungsanteils der Erwerbsminderungsrente der Kl&auml;gerin eine sittenwidrige Erh&ouml;hung der Steuerbelastung darstelle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage durch Urteil vom 17.&nbsp;M&auml;rz 2011 ab. Durch den Grundfreibetrag des &sect;&nbsp;32a EStG werde das Existenzminimum des Steuerpflichtigen und seiner Familie nach den Anforderungen des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) ausreichend gesch&uuml;tzt. Verfassungsgem&auml;&szlig; sei auch die Neuordnung der Besteuerung der Altersrenten ab dem Jahr 2005, so dass die Erh&ouml;hung der Besteuerung der Erwerbsminderungsrente von 2&nbsp;% auf 50&nbsp;% wenn auch als erheblich, so doch als verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig, da nicht willk&uuml;rlich, anzusehen sei. Diese Erh&ouml;hung sei Folge der Systemumstellung der Besteuerung von Alterseink&uuml;nften auf das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung. Die regelm&auml;&szlig;ig kurze Befristung von Erwerbsminderungsrenten rechtfertige kein von der Gesetzeslage abweichendes Ergebnis. Die Erwerbsminderungsrente sei auch keine Sozialleistung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Beschwerde begehren die Kl&auml;ger die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung und zur Fortbildung des Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA h&auml;lt die Beschwerde f&uuml;r unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde der Kl&auml;ger hat keinen Erfolg. Sie ist teilweise unbegr&uuml;ndet, teilweise ist es den Kl&auml;gern schon nicht gelungen, die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) wie auch die Erforderlichkeit einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Fortbildung des Rechts (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;1 FGO) entsprechend den Anforderungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO darzulegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Dies gilt zun&auml;chst f&uuml;r die Gr&uuml;nde, mit denen die Kl&auml;ger die Zulassung der Revision in Bezug auf die Verfassungswidrigkeit des Grundfreibetrags nach &sect;&nbsp;32a EStG begehren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Macht ein Beschwerdef&uuml;hrer die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO geltend, so hat er zun&auml;chst eine bestimmte f&uuml;r die Entscheidung des Streitfalls erhebliche abstrakte Rechtsfrage herauszustellen. Daf&uuml;r ist erforderlich, dass er die entscheidungserhebliche Rechtsfrage hinreichend konkretisiert; nicht ausreichend ist eine Fragestellung, deren Beantwortung von den Umst&auml;nden des Einzelfalls abh&auml;ngt (Lange in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;116 FGO Rz&nbsp;171). Des Weiteren muss in der Beschwerdebegr&uuml;ndung schl&uuml;ssig und substantiiert unter Auseinandersetzung mit den zur aufgeworfenen Rechtsfrage in Rechtsprechung und Schrifttum vertretenen Auffassungen dargetan werden, weshalb die f&uuml;r bedeutsam gehaltene Rechtsfrage im Allgemeininteresse kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und im Streitfall kl&auml;rbar ist. Dazu muss dargelegt werden, in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchem Grunde die Beantwortung der Frage zweifelhaft und streitig ist (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 22.&nbsp;M&auml;rz 2011 X&nbsp;B&nbsp;151\/10, BFH\/NV 2011, 1165; Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;116 Rz&nbsp;32, 35, m.w.N.). Insbesondere muss sich der Beschwerdef&uuml;hrer auch mit der bereits vorhandenen Rechtsprechung auseinandersetzen und substantiiert darlegen, weshalb nach seiner Ansicht diese Rechtsprechung keine Kl&auml;rung herbeigef&uuml;hrt habe (vgl. nur BFH-Beschluss vom 17.&nbsp;M&auml;rz 2010 X&nbsp;B&nbsp;10\/10, BFH\/NV 2012, 953, m.w.N.). Soweit die Nichtzulassungsbeschwerde auf den Vorwurf der Verfassungswidrigkeit gest&uuml;tzt wird, muss sie sich deshalb mit der einschl&auml;gigen Rechtsprechung des BVerfG auseinandersetzen (BFH-Beschluss vom 8.&nbsp;Januar 2009 X&nbsp;B&nbsp;256\/07, BFH\/NV 2009, 548.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Daran fehlt es.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im &Uuml;brigen w&auml;re die Beschwerde aber auch in der Sache unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach der Rechtsprechung des BVerfG (Beschluss vom 25.&nbsp;September 1992&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;5\/91, 8\/91, 14\/91, BVerfGE 87, 153, BStBl II 1993, 413) ist dem Steuerpflichtigen das Existenzminimum zu belassen. Die H&ouml;he dieses Existenzminimums, welches unter Ber&uuml;cksichtigung von Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes (GG) f&uuml;r eine Familie zu beachten ist, orientiert sich dabei am Mindestbedarf, wie ihn das Sozialrecht in Form der Sozialhilfeleistungen konkretisiert (so auch BFH-Urteil vom 18.&nbsp;November 2009 X&nbsp;R&nbsp;34\/07, BFHE 227, 99, BStBl II 2010, 414).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Damit hat das BVerfG gerade nicht auf die Pf&auml;ndungsfreigrenzen des &sect;&nbsp;850c der Zivilprozessordnung abgestellt. Die Kl&auml;ger verkennen bei ihrem Vergleich zwischen den Grundfreibetr&auml;gen und den Pf&auml;ndungsfreigrenzen, dass die Rechtswirkungen der jeweiligen Grenz&uuml;berschreitungen sich wesentlich unterscheiden. W&auml;hrend ein &Uuml;berschreiten der Pf&auml;ndungsfreigrenzen einen grunds&auml;tzlich unbeschr&auml;nkten Zugriff des Gl&auml;ubigers auf die &uuml;berschie&szlig;enden Betr&auml;ge erm&ouml;glicht, bewirkt ein &Uuml;berschreiten des jeweiligen Grundfreibetrags lediglich einen Zugriff in H&ouml;he des &#8211;zun&auml;chst niedrigen&#8211; Durchschnittssteuersatzes. Die Ma&szlig;st&auml;be sind daher grunds&auml;tzlich nicht vergleichbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es kann dahinstehen, wie es zu beurteilen ist, wenn aufgrund besonderer Umst&auml;nde des Einzelfalls ein Konflikt zwischen der H&ouml;he der Steuerschuld &#8211;nicht der Besteuerungsgrundlage&#8211; und den Pf&auml;ndungsm&ouml;glichkeiten entstehen sollte, der durch Anwendung einfachgesetzlichen Rechts nicht aufzul&ouml;sen ist. Die Kl&auml;ger haben einen solchen Konflikt zwar angedeutet, aber nicht n&auml;her mit Zahlen belegt, insbesondere die einfachgesetzliche Rechtslage und ihre Auswirkungen nicht durchleuchtet. Allein der Umstand, dass eine festgesetzte Steuerforderung in die Pf&auml;ndungsfreigrenzen eingriffe, wenn sie vollstreckt w&uuml;rde, gen&uuml;gt f&uuml;r einen verfassungsrechtlich zu beanstandenden Konflikt jedenfalls nicht, weil er ma&szlig;gebend durch ein Auseinanderfallen von Veranlagungszeitraum und Festsetzungszeitpunkt entstehen kann und der ggf. zu gew&auml;hrende Vollstreckungsschutz die Pf&auml;ndungsfreigrenzen sichert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das Existenzminimum ist auch f&uuml;r das Streitjahr 2006 in ausreichender H&ouml;he durch den Grundfreibetrag und die Kinderfreibetr&auml;ge ber&uuml;cksichtigt worden. Der Gesetzgeber hat f&uuml;r die Berechnung des Grundfreibetrags wie auch der Kinderfreibetr&auml;ge f&uuml;r das Streitjahr den F&uuml;nften Existenzminimumsbericht vom 5.&nbsp;Februar 2004 (BTDrucks&nbsp;15\/2462) zugrunde gelegt, der nach dem Beschluss des Deutschen Bundestages vom 2.&nbsp;Juni 1995 (BTDrucks&nbsp;13\/1558 vom 31.&nbsp;Mai 1995 und Plenarprotokoll 13\/42 vom 2.&nbsp;Juni 1995) nur alle zwei Jahre vorzulegen ist. Somit ber&uuml;cksichtigt dieser F&uuml;nfte Existenzminimumsbericht in prognostischer Art und Weise &#8211;auch wenn er dies nicht ausdr&uuml;cklich benennt&#8211; neben der H&ouml;he des Grundfreibetrags und der Kinderfreibetr&auml;ge zum 1.&nbsp;Januar 2005 auch diejenigen zum 1.&nbsp;Januar 2006. Der H&ouml;he nach sind sie als verfassungsgem&auml;&szlig; einzustufen &#8211; wie schon die zum 1.&nbsp;Januar 2005 berechneten Freibetr&auml;ge (vgl. BFH-Urteil in BFHE 227, 99, BStBl II 2010, 414). Dies ergibt sich auch daraus, dass die Freibetr&auml;ge noch zum 1.&nbsp;Januar 2008 ausreichten (vgl. Sechster Existenzminimumsbericht vom 2.&nbsp;November 2006, BTDrucks&nbsp;16\/3265). Eine Erh&ouml;hung dieser Freibetr&auml;ge ist auch nicht aufgrund der Entscheidung des BVerfG vom 9.&nbsp;Februar 2010&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;4\/09 (BVerfGE 125, 175) geboten gewesen, da eine Neuregelung der Regelleistungen wie des Sozialgeldes vom BVerfG erst zum 1.&nbsp;Januar 2011 verlangt worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Aufgrund des prognostisch angelegten Existenzminimumsberichts kann der Gesetzgeber nicht auf die aktuellen Preisentwicklungen im jeweiligen Streitjahr reagieren, so dass der Grundfreibetrag einen erh&ouml;hten Mehrbedarf durch aktuelle Entwicklungen nicht abbilden kann. Soweit deshalb Bedenken in der Literatur bestehen, betreffen diese nicht das Streitjahr 2006, sondern sp&auml;tere Jahre ab 2007, so dass der Senat auch insoweit keinen Anpassungsbedarf sieht (so schon Urteil in BFHE 227, 99, BStBl II 2010, 414, m.w.N.). Dies gilt ebenso f&uuml;r eine inflationsbedingte Anpassung &#8211; auch aufgrund des Indexes der wahrgenommenen Inflation in Deutschland (vgl. Brachinger, Der Euro als Teuro? Die wahrgenommene Inflation in Deutschland, in: Wirtschaft und Statistik 2005, 999, 1004&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Aus denselben Gr&uuml;nden kommt die Zulassung der Revision zur Fortbildung des Rechts nicht in Frage (vgl. Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect;&nbsp;116 Rz&nbsp;38).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision ist auch nicht zuzulassen, soweit die Erh&ouml;hung des Ertragsanteils bei der Erwerbsminderungsrente der Kl&auml;gerin beanstandet wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Grunds&auml;tzliche Bedeutung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO fehlt einer Rechtssache auch dann, wenn die aufgeworfene Rechtsfrage h&ouml;chstrichterlich bereits gekl&auml;rt ist (vgl. BFH-Beschluss vom 13.&nbsp;April 2011 X&nbsp;B&nbsp;69\/10, BFH\/NV 2011, 1330). Dies ist im vorliegenden Fall aufgrund der Entscheidungen des Senats vom 13.&nbsp;April 2011 X&nbsp;R&nbsp;19\/09 (BFH\/NV 2011, 1489), X&nbsp;R&nbsp;33\/09 (BFH\/NV 2011, 1496) und X&nbsp;R&nbsp;54\/09 (BFHE 233, 487, BStBl II 2011, 910) der Fall. Hiernach sind Leibrenten der nachgelagerten Besteuerung zu unterwerfen, die in &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a Doppelbuchst.&nbsp;aa EStG geregelt ist. Eine Unterscheidung zwischen Erwerbsminderungsrenten &#8211;sowohl in Form der abgek&uuml;rzten als auch in Form der nicht abgek&uuml;rzten&#8211; und anderen Sozialversicherungsrenten erfolgt nicht. Diese Regelung, die auch im Streitjahr 2006 zum Tragen kommt, ist nach diesen Entscheidungen grunds&auml;tzlich verfassungskonform. Dem Leistungsf&auml;higkeitsprinzip wird durch die Neuregelung insoweit Rechnung getragen, als ein Unterschied hinsichtlich der Zahlungsf&auml;higkeit des Rentenbeziehers im Vergleich zu Eink&uuml;nften aus aktiver Erwerbst&auml;tigkeit nicht erkennbar ist (vgl. Senatsurteil in BFH\/NV 2011, 1489). Ausdr&uuml;cklich hat das BVerfG auch eine Verletztenrente dahingehend gew&uuml;rdigt, dass diese der Sicherung des Lebensunterhalts diene (BVerfG-Beschluss vom 16.&nbsp;M&auml;rz 2011&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;591\/08, 593\/08, Neue Zeitschrift f&uuml;r Sozialrecht 2011, 895). Ein Versto&szlig; gegen das Eigentumsrecht aus Art.&nbsp;14 GG liegt auch in Bezug auf den Erh&ouml;hungsanteil der Erwerbsminderungsrente der Kl&auml;gerin nach &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a Doppelbuchst.&nbsp;aa Satz&nbsp;3 EStG im Vergleich zum Ertragsanteil nach &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;2 der Einkommensteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung nicht vor. Wie schon der BFH im Urteil in BFHE 233, 487, BStBl II 2011, 910 dargestellt hat, ist das Verbot der &Uuml;berma&szlig;besteuerung trotz der zugegeben sehr hohen Differenz im Einzelfall nicht betroffen. Au&szlig;erdem konnte der Gesetzgeber auch bei Erwerbsminderungsrenten die Besteuerung dieser Renteneink&uuml;nfte vom System der Ertragsanteilsbesteuerung auf das System der nachgelagerten Besteuerung umstellen, ohne den rechtsstaatlichen Grundsatz des Vertrauensschutzes zu verletzen (Senatsurteil in BFHE 233, 487, BStBl II 2011, 910, m.w.N.). Der Senat h&auml;lt an seiner Rechtsprechung fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Revision ist aus den gleichen Gr&uuml;nden (siehe oben unter 1.c) nicht zur Fortbildung des Rechts zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.11.2012, X B 48\/11 Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des Grundfreibetrags und der Kinderfreibetr&auml;ge f&uuml;r den Veranlagungszeitraum 2006 &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit von &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. aa EStG Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) wurden im Streitjahr 2006 gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;26, 26b des Einkommensteuergesetzes (EStG) zur Einkommensteuer veranlagt. 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