{"id":30568,"date":"2013-03-10T10:20:25","date_gmt":"2013-03-10T08:20:25","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=30568"},"modified":"2013-03-10T10:20:25","modified_gmt":"2013-03-10T08:20:25","slug":"vii-r-33-09-keine-energiesteuerbefreiung-bzw-mineraloelsteuerbefreiung-fuer-fluege-von-unternehmen-die-keine-luftfahrtunternehmen-sind-beruecksichtigung-eines-verfahrensfehlerhaft-zustande-gekommenen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-33-09-keine-energiesteuerbefreiung-bzw-mineraloelsteuerbefreiung-fuer-fluege-von-unternehmen-die-keine-luftfahrtunternehmen-sind-beruecksichtigung-eines-verfahrensfehlerhaft-zustande-gekommenen\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;33\/09 &#8211; Keine Energiesteuerbefreiung bzw. Mineral&ouml;lsteuerbefreiung f&uuml;r Fl&uuml;ge von Unternehmen, die keine Luftfahrtunternehmen sind &#8211; Ber&uuml;cksichtigung eines verfahrensfehlerhaft zustande gekommenen EuGH-Urteils"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 6.11.2012, VII R 33\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Energiesteuerbefreiung bzw. Mineral&ouml;lsteuerbefreiung f&uuml;r Fl&uuml;ge von Unternehmen, die keine Luftfahrtunternehmen sind &#8211; Ber&uuml;cksichtigung eines verfahrensfehlerhaft zustande gekommenen EuGH-Urteils<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) betreibt ein &#8230;unternehmen. F&uuml;r gesch&auml;ftliche Fl&uuml;ge setzt sie ein Flugzeug ein. Mit diesem werden Gesellschafter, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer und Mitarbeiter aus gesch&auml;ftlichen Anl&auml;ssen bef&ouml;rdert. F&uuml;r die Kalenderjahre 2005 und 2006 hat die Kl&auml;gerin Antr&auml;ge auf Erstattung der Mineral&ouml;lsteuer bzw. Energiesteuer gestellt, die der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) jedoch abgelehnt hat. Die nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage hatte Erfolg. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) urteilte, der Kl&auml;gerin stehe ein Entlastungsanspruch unmittelbar aus Art.&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b der Richtlinie 2003\/96\/EG des Rates vom 27.&nbsp;Oktober 2003 zur Restrukturierung der gemeinschaftlichen Rahmenvorschriften zur Besteuerung von Energieerzeugnissen und elektrischem Strom &#8211;RL 2003\/96\/EG&#8211; (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union Nr.&nbsp;L 283\/51) zu. Folglich sei das HZA verpflichtet, der Kl&auml;gerin die beantragte Mineral&ouml;lsteuerentlastung f&uuml;r das Kalenderjahr 2005 in H&ouml;he von &#8230; EUR und f&uuml;r Januar bis Juli 2006 in H&ouml;he von &#8230; EUR sowie die beantragte Energiesteuerentlastung f&uuml;r August bis Dezember 2006 in H&ouml;he von &#8230; EUR zu gew&auml;hren. Der deutsche Gesetzgeber habe das Unionsrecht nur unzul&auml;nglich umgesetzt. Zu Unrecht stelle das nationale Recht auf die Regelungen des Luftverkehrsgesetzes (LuftVG) ab. Der Begriff der &quot;Luftfahrt&quot; sei weit und umfassend auszulegen, so dass die Steuerbeg&uuml;nstigung nicht auf Luftfahrtunternehmen beschr&auml;nkt werden k&ouml;nne. Da der Gesetzgeber das Unionsrecht nicht ordnungsgem&auml;&szlig; umgesetzt habe, sei auch der Entlastungsanspruch f&uuml;r das Kalenderjahr 2005 noch nicht verj&auml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt das HZA die unzutreffende Anwendung von Unionsrecht. Die Luftverkehrsbranche sei in internationale Abkommen eingebunden, deren Beachtung aus wettbewerbsrechtlichen Gr&uuml;nden unabdingbar sei. Nur bei Luftfahrtunternehmen bestehe eine unmittelbare Wettbewerbslage. F&uuml;r eine Nutzung von Energieerzeugnissen zu kommerziellen Zwecken i.S. des Art.&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b RL 2003\/96\/EG reiche es nicht aus, ein Flugzeug zur Bef&ouml;rderung von Gesellschaftern, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrern oder eigenen Mitarbeitern einzusetzen. Im &Uuml;brigen sei der Entlastungsanspruch f&uuml;r das Kalenderjahr 2005 mit Ablauf des 31.&nbsp;Dezember 2006 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Abgabenordnung durch Verj&auml;hrungseintritt erloschen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das HZA beantragt die Aufhebung des FG-Urteils und die Abweisung der Klage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen. Sie schlie&szlig;t sich im Wesentlichen der Rechtsauffassung des FG an. Der Gemeinschaftsgesetzgeber habe die Wettbewerbssituation von Luft- und Wasserfahrzeugen gleich eingesch&auml;tzt. Das zur Steuerbefreiung von Schiffsbetriebsstoffen ergangene Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) sei auf den Streitfall &uuml;bertragbar. Auch Werksfl&uuml;ge verfolgten einen kommerziellen Zweck. Entgegen der Annahme des HZA sei der Entlastungsanspruch f&uuml;r das Kalenderjahr 2005 nicht verj&auml;hrt. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des HZA ist begr&uuml;ndet und f&uuml;hrt unter Abweisung der Klage zur Aufhebung des Urteils des FG. Der Kl&auml;gerin steht kein Anspruch auf Entlastung von der Mineral&ouml;lsteuer bzw. Energiesteuer zu, denn sie betreibt kein Luftfahrtunternehmen, dessen Gegenstand die gewerbsm&auml;&szlig;ige Bef&ouml;rderung von Personen oder Sachen ist; auch erbringt sie keine Luftfahrt-Dienstleistungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a des Mineral&ouml;lsteuergesetzes i.V.m. &sect;&nbsp;50 Abs.&nbsp;1 der Mineral&ouml;lsteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung wird eine steuerliche Beg&uuml;nstigung nur f&uuml;r Luftfahrtbetriebsstoffe gew&auml;hrt, die von Luftfahrtunternehmen f&uuml;r die gewerbsm&auml;&szlig;ige Bef&ouml;rderung von Personen oder Sachen oder f&uuml;r die entgeltliche Erbringung von Dienstleistungen eingesetzt werden. Nach &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 des Energiesteuergesetzes d&uuml;rfen Luftfahrtbetriebsstoffe steuerfrei in Luftfahrzeugen f&uuml;r die Luftfahrt mit Ausnahme der privaten nichtgewerblichen Luftfahrt verwendet werden. Als private nichtgewerbliche Luftfahrt in diesem Sinne gilt nach &sect;&nbsp;60 Abs.&nbsp;4 Nr.&nbsp;1 und 2 der Energiesteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung die Nutzung eines Luftfahrzeugs durch seinen Eigent&uuml;mer oder den durch Miete oder aus sonstigen Gr&uuml;nden Nutzungsberechtigten u.a. zu anderen Zwecken als zur gewerbsm&auml;&szlig;igen Bef&ouml;rderung von Personen oder Sachen durch Luftfahrtunternehmen und zur Erbringung von Dienstleistungen. Die Kl&auml;gerin besitzt keine luftverkehrsrechtliche Genehmigungen nach &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 LuftVG. Sie ist daher kein Luftfahrtunternehmen, das der EuGH hinsichtlich der Bef&ouml;rderung von Personen oder Sachen als beg&uuml;nstigt angesehen hat. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ein Anspruch der Kl&auml;gerin auf die beantragte Mineral&ouml;l- bzw. Energiesteuerverg&uuml;tung ergibt sich auch nicht aus der unmittelbaren Anwendung von Unionsrecht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Art.&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b RL 2003\/96\/EG (Energiesteuerrichtlinie) sind die Mitgliedstaaten verpflichtet, unter den Voraussetzungen, die sie zur Sicherstellung der korrekten und einfachen Anwendung der Steuerbeg&uuml;nstigung und zur Verhinderung von Steuerhinterziehung und -vermeidung oder Missbrauch festlegen, Lieferungen von Energieerzeugnissen zur Verwendung als Kraftstoff f&uuml;r die Luftfahrt mit Ausnahme der privaten nichtgewerblichen Luftfahrt von der Steuer zu befreien. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dem Urteil des EuGH vom 21.&nbsp;Dezember 2011 C-250\/10 (Zeitschrift f&uuml;r Z&ouml;lle und Verbrauchsteuern 2012, 98) beh&auml;lt diese Bestimmung die in ihr vorgesehene Steuerbefreiung zwar nicht allein Luftfahrtunternehmen vor, jedoch kann die Steuerbeg&uuml;nstigung in anderen F&auml;llen als bei der Bef&ouml;rderung von Sachen oder Personen durch Luftfahrtunternehmen nur dann gew&auml;hrt werden, wenn ein Luftfahrzeug unmittelbar der entgeltlichen Erbringung von Luftfahrt-Dienstleistungen dient. Die Kl&auml;gerin erbringt keine solchen Dienstleistungen. Diese Erkenntnis zu ber&uuml;cksichtigen, w&auml;re der erkennende Senat selbst dann nicht gehindert, wenn das vorgenannte Urteil, wie die Kl&auml;gerin geltend macht, im Hinblick darauf, dass der EuGH gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;5 seiner Satzung ohne Schlussantr&auml;ge des Generalanwalts entschieden hat, verfahrensfehlerhaft zustande gekommen sein sollte (vgl. dazu auch Urteile des Senats vom 27.&nbsp;Juli 2012 VII&nbsp;R&nbsp;28\/09 und VII&nbsp;R&nbsp;29\/09, zur Ver&ouml;ffentlichung in BFH\/NV bestimmt).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 6.11.2012, VII R 33\/09 Keine Energiesteuerbefreiung bzw. 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