{"id":30569,"date":"2013-03-10T10:13:34","date_gmt":"2013-03-10T08:13:34","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=30569"},"modified":"2013-03-10T10:13:34","modified_gmt":"2013-03-10T08:13:34","slug":"vi-b-82-12-abziehbarkeit-von-aufwendungen-fuer-die-heimunterbringung-eines-elternteils-als-aussergewoehnliche-belastung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-b-82-12-abziehbarkeit-von-aufwendungen-fuer-die-heimunterbringung-eines-elternteils-als-aussergewoehnliche-belastung\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;B&nbsp;82\/12 &#8211; Abziehbarkeit von Aufwendungen f&uuml;r die Heimunterbringung eines Elternteils als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.11.2012, VI B 82\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Abziehbarkeit von Aufwendungen f&uuml;r die Heimunterbringung eines Elternteils als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Die Revision war nicht wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Eine Rechtssache ist von grunds&auml;tzlicher Bedeutung, wenn die in der Beschwerdeschrift aufgeworfene Rechtsfrage im allgemeinen Interesse kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und in einem k&uuml;nftigen Revisionsverfahren kl&auml;rbar ist (Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 24.&nbsp;Juli 2008 VI&nbsp;B&nbsp;7\/08, BFH\/NV 2008, 1838; vom 12.&nbsp;Oktober 2007 VI&nbsp;B&nbsp;161\/06, BFH\/NV 2008, 45; vom 10.&nbsp;Oktober 2007 VI&nbsp;B&nbsp;33\/07, BFH\/NV 2008, 44). Eine Rechtsfrage ist nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig, wenn sie durch die Rechtsprechung des BFH bereits hinreichend gekl&auml;rt ist und keine neuen Gesichtspunkte erkennbar sind, die eine erneute Pr&uuml;fung und Entscheidung dieser Frage erforderlich machen (Gr&auml;ber\/ Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;115 Rz&nbsp;28).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die im Streitfall aufgeworfene Rechtsfrage ist durch die Rechtsprechung des BFH bereits hinreichend gekl&auml;rt. Aufwendungen f&uuml;r den Unterhalt einer dem Steuerpflichtigen oder seinem Ehegatten gegen&uuml;ber unterhaltsberechtigten Person k&ouml;nnen nach &sect;&nbsp;33a Abs.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) in der im Streitjahr geltenden Fassung bis zu 7.680&nbsp;EUR vom Gesamtbetrag der Eink&uuml;nfte abgezogen werden. &sect;&nbsp;33a Abs.&nbsp;1 EStG erfasst &uuml;bliche, typische Aufwendungen zur Bestreitung des Lebensunterhalts (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteile vom 22.&nbsp;Juli 1988 III&nbsp;R&nbsp;253\/83, BFHE 154, 111, BStBl II 1988, 830; vom 22.&nbsp;September 2004 III&nbsp;R&nbsp;25\/03, BFH\/NV 2005, 523; vom 30.&nbsp;Juni 2011 VI&nbsp;R&nbsp;14\/10, BFHE 234, 191). Dazu geh&ouml;ren insbesondere Aufwendungen f&uuml;r Ern&auml;hrung, Kleidung, Wohnung, Hausrat sowie notwendige Versicherungen. Nicht unter &sect;&nbsp;33a EStG fallen hingegen untypische Unterhaltsleistungen, mit denen ein besonderer und au&szlig;ergew&ouml;hnlicher Bedarf abgedeckt wird, z.B. die &Uuml;bernahme von Krankheits- und Pflegekosten. Insoweit ist der von &sect;&nbsp;33a Abs.&nbsp;1 EStG umfasste Bereich enger als der den gesamten Lebensbedarf und damit auch Krankheitskosten umfassende (vgl. &sect;&nbsp;1610 Abs.&nbsp;2 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs) Unterhaltsbegriff des B&uuml;rgerlichen Rechts. Aufwendungen f&uuml;r die krankheitsbedingte Unterbringung von Angeh&ouml;rigen in einem Altenpflegeheim fallen deshalb unter &sect;&nbsp;33 EStG, w&auml;hrend Aufwendungen f&uuml;r deren altersbedingte Heimunterbringung nur nach &sect;&nbsp;33a Abs.&nbsp;1 EStG ber&uuml;cksichtigt werden k&ouml;nnen (z.B. BFH-Urteil in BFHE 234, 191).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Frage der steuerlichen Ber&uuml;cksichtigung von Unterhaltsleistungen von Steuerpflichtigen an ihre Eltern ist auch nicht deshalb von grunds&auml;tzlicher Bedeutung, weil der gesetzlich geschuldete Unterhalt, den ein Steuerpflichtiger an seine Eltern leisten muss, anders behandelt wird als der Unterhalt an den in Trennung lebenden Ehegatten und an Kinder. In einem k&uuml;nftigen Revisionsverfahren kl&auml;rbar w&auml;re lediglich die steuerliche Behandlung der hier streitigen untypischen Unterhaltsaufwendungen, die aufgrund der Pflegebed&uuml;rftigkeit eines Angeh&ouml;rigen entstanden sind. Insoweit liegt die von den Kl&auml;gern und Beschwerdef&uuml;hrern ger&uuml;gte Ungleichbehandlung jedoch nicht vor. Da es sich bei der Abgrenzung von typischen und untypischen Unterhaltsaufwendungen um einen allgemeinen Grundsatz handelt, sind untypische Unterhaltsaufwendungen wie infolge Pflegebed&uuml;rftigkeit entstandene Aufwendungen auch dann nach &sect;&nbsp;33 EStG zu ber&uuml;cksichtigen, wenn es sich bei dem Unterhaltsberechtigten, der nicht in der Lage ist, die Aufwendungen selbst zu tragen, um ein Kind des Steuerpflichtigen handelt (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 19.&nbsp;Juni 2008 III&nbsp;R&nbsp;57\/05, BFHE 222, 338, BStBl II 2009, 365). Auch im Rahmen des sog. Realsplittings ist zwischen typischen und untypischen Unterhaltsaufwendungen zu differenzieren. Nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG zu ber&uuml;cksichtigen sind lediglich typische Aufwendungen zur Bestreitung der Lebensf&uuml;hrung, z.B. f&uuml;r Ern&auml;hrung, Wohnung, Kleidung (BFH-Beschluss vom 17.&nbsp;Mai 2006 XI&nbsp;B&nbsp;128\/05, BFH\/NV 2006, 2053).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.11.2012, VI B 82\/12 Abziehbarkeit von Aufwendungen f&uuml;r die Heimunterbringung eines Elternteils als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Die Revision war nicht wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) zuzulassen. 2&nbsp; 1. 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