{"id":30571,"date":"2013-03-10T10:21:16","date_gmt":"2013-03-10T08:21:16","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=30571"},"modified":"2013-03-10T10:21:16","modified_gmt":"2013-03-10T08:21:16","slug":"iii-r-24-11-erstattungsanspruch-des-sozialleistungstraegers-beim-bezug-von-leistungen-nach-dem-sgb-ii-durch-den-kindergeldberechtigten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-24-11-erstattungsanspruch-des-sozialleistungstraegers-beim-bezug-von-leistungen-nach-dem-sgb-ii-durch-den-kindergeldberechtigten\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;24\/11 &#8211; Erstattungsanspruch des Sozialleistungstr&auml;gers beim Bezug von Leistungen nach dem SGB II durch den Kindergeldberechtigten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.11.2012, III R 24\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Erstattungsanspruch des Sozialleistungstr&auml;gers beim Bezug von Leistungen nach dem SGB II durch den Kindergeldberechtigten<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Hat ein Sozialleistungstr&auml;ger wegen der Leistungen nach dem SGB II, die er dem Kind eines Kindergeldberechtigten gew&auml;hrt hat, keinen Anspruch auf Erstattung von Kindergeld, weil das Kind in einem eigenen Haushalt lebt und das Kindergeld an das Kind weder abgezweigt noch weitergeleitet worden ist, so besteht dennoch ein Erstattungsanspruch, wenn der kindergeldberechtigte Elternteil ebenfalls Sozialleistungen nach dem SGB II bezieht. <\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) bezog vom Jobcenter, dem Beigeladenen und Revisionskl&auml;ger (Beigeladener), im streitigen Zeitraum (August 2008 bis Januar 2009) Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts und zur Bestreitung der Kosten f&uuml;r Unterkunft und Heizung nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB&nbsp;II). Die Leistungen beliefen sich auf monatlich 1.414,69&nbsp;EUR (August 2008) und 1.425,69&nbsp;EUR (ab September 2008). Zur Bedarfsgemeinschaft geh&ouml;rten auch die Ehefrau des Kl&auml;gers sowie die gemeinsame Tochter. Der im Juli 1989 geborene Sohn (S) des Kl&auml;gers lebte im streitigen Zeitraum in einer eigenen Wohnung. Auch S erhielt Leistungen zum Lebensunterhalt nach dem SGB&nbsp;II. Bei der Berechnung der H&ouml;he der Leistungen nach dem SGB&nbsp;II f&uuml;r den Kl&auml;ger ber&uuml;cksichtigte der Beigeladene im Streitzeitraum das Kindergeld f&uuml;r die Tochter als Einkommen des Kl&auml;gers, nicht aber den Anspruch auf Kindergeld f&uuml;r S.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beklagte und Revisionskl&auml;gerin (Familienkasse) setzte gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger Kindergeld f&uuml;r S durch Bescheid vom 26.&nbsp;Januar 2009 ab August 2008 fest. Da der Beigeladene einen Erstattungsanspruch geltend gemacht hatte, stellte sie dar&uuml;ber hinaus in dem Bescheid fest, dass der Anspruch des Kl&auml;gers auf Kindergeld f&uuml;r S f&uuml;r die Zeit von August 2008 bis Januar 2009 in H&ouml;he von 934&nbsp;EUR erf&uuml;llt sei. Ab Februar 2009 zahlte die Familienkasse das Kindergeld f&uuml;r S an den Kl&auml;ger aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen den Abrechnungsbescheid wandte sich der Kl&auml;ger mit seinem Einspruch. Die Familienkasse wies den Rechtsbehelf als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im anschlie&szlig;enden Klageverfahren hob das Finanzgericht (FG), das den Beigeladenen am Verfahren beteiligt hatte, den Abrechnungsbescheid sowie die dazu ergangene Einspruchsentscheidung auf (Entscheidungen der Finanzgerichte 2011, 1174). Es war der Ansicht, dass in den F&auml;llen, in denen das Kind eines Hilfeempf&auml;ngers in einem eigenen Haushalt lebe, das Kindergeld nur dann als dessen Einkommen anzurechnen sei, wenn es an dieses abgezweigt worden oder ihm zumindest tats&auml;chlich zugeflossen sei. S habe in einem eigenen Haushalt gelebt und einen eigenen Anspruch auf Sozialleistungen gehabt; auch sei das Kindergeld nicht an S ausgezahlt oder abgezweigt worden. Der Beigeladene habe daher den Kindergeldanspruch des Kl&auml;gers nicht als Einkommen ber&uuml;cksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen das Urteil des FG wenden sich sowohl die Familienkasse als auch der Beigeladene jeweils mit ihrer Revision.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse tr&auml;gt zur Begr&uuml;ndung ihrer Revision vor, das FG gehe zwar zutreffend davon aus, dass abgezweigtes oder weitergeleitetes Kindergeld als Einkommen des im eigenen Haushalt lebenden Kindes anzusehen sei. Allerdings sei der Umkehrschluss unzutreffend, dass das Kindergeld in den &uuml;brigen F&auml;llen nicht als Einkommen von Eltern anzusehen sei, die selbst Leistungen nach dem SGB&nbsp;II bez&ouml;gen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beigeladene tr&auml;gt zur Begr&uuml;ndung der von ihm eingelegten Revision im Wesentlichen vor, die f&uuml;r einen Erstattungsanspruch erforderliche Gleichartigkeit von Kindergeld und Leistungen nach dem SGB&nbsp;II sei hier gegeben, weil das Kindergeld f&uuml;r S, wenn es an den Kl&auml;ger ausgezahlt worden w&auml;re, als dessen Einkommen anzusehen gewesen w&auml;re. Lediglich f&uuml;r die im Haushalt des Kl&auml;gers lebende Tochter sei das Kindergeld angerechnet worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse und der Beigeladene beantragen, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, die Revisionen als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein Erstattungsanspruch bestehe nicht. Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) habe im Beschluss vom 14.&nbsp;Juli 2011&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;932\/10 (Neue Juristische Wochenschrift &#8211;NJW&#8211; 2011, 3215) klargestellt, dass das Kindergeld in voller H&ouml;he f&uuml;r das Kind einzusetzen sei. Dies gelte auch dann, wenn es in einem eigenen Haushalt lebe. Aus diesem Grund sei das Kindergeld nicht als sein &#8212;des Kl&auml;gers&#8211; Einkommen anzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revisionen der Familienkasse und des Beigeladenen sind begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hren zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Abweisung der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat einen Erstattungsanspruch des Beigeladenen zu Unrecht verneint. Der angefochtene Abrechnungsbescheid ist rechtm&auml;&szlig;ig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG hat zutreffend entschieden, dass der Kindergeldanspruch des Kl&auml;gers nicht nach &sect;&nbsp;74 Abs.&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes in der f&uuml;r den Streitzeitraum ma&szlig;geblichen Fassung (EStG) i.V.m. &sect;&nbsp;104 des Zehnten Buches Sozialgesetzbuch (SGB&nbsp;X) wegen eines Erstattungsanspruchs des Beigeladenen im Hinblick auf die gegen&uuml;ber S erbrachten Sozialleistungen erloschen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Hat ein nachrangig verpflichteter Leistungstr&auml;ger Sozialleistungen erbracht, ohne dass die &#8211;hier nicht einschl&auml;gigen&#8211; Voraussetzungen des &sect;&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 SGB&nbsp;X vorliegen, ist nach &sect;&nbsp;104 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 SGB&nbsp;X der Leistungstr&auml;ger erstattungspflichtig, gegen den der Berechtigte vorrangig einen Anspruch hat oder hatte, soweit der Leistungstr&auml;ger nicht bereits selbst geleistet hat, bevor er von der Leistung des anderen Leistungstr&auml;gers Kenntnis erlangt hat. Nachrangig verpflichtet ist ein Leistungstr&auml;ger, soweit er bei rechtzeitiger Erf&uuml;llung der Leistungsverpflichtung eines anderen Leistungstr&auml;gers selbst nicht zur Leistung verpflichtet gewesen w&auml;re (&sect;&nbsp;104 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 SGB&nbsp;X).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Eine Erstattung nach &sect;&nbsp;104 Abs.&nbsp;1 SGB&nbsp;X setzt voraus, dass die von verschiedenen Tr&auml;gern erbrachten Leistungen gleichartig sind, d.h. dass sie f&uuml;r die gleichen Zeitr&auml;ume bestimmt sind und sich in der Leistungsart und Zweckbestimmung entsprechen. Au&szlig;erdem muss zwischen ihnen ein Verh&auml;ltnis von vorrangiger und nachrangiger Verpflichtung zur Leistung bestehen (Senatsurteile vom 17.&nbsp;April 2008 III&nbsp;R&nbsp;33\/05, BFHE 221, 47, BStBl II 2009, 919; vom 17.&nbsp;Juli 2008 III&nbsp;R&nbsp;87\/06, BFH\/NV 2008, 1833; vom 19.&nbsp;Juni 2008 III&nbsp;R&nbsp;89\/07, BFH\/NV 2008, 1995; vom 19.&nbsp;April 2012 III&nbsp;R&nbsp;85\/09, BFHE 237, 145, BFH\/NV 2012, 1369; vom 26.&nbsp;Juli 2012 III&nbsp;R&nbsp;28\/10, BFH\/NV 2012, 1874).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Lebt das durch Sozialleistungen nach dem SGB&nbsp;II unterst&uuml;tzte Kind, f&uuml;r das ein Elternteil Kindergeld begehrt, im eigenen Haushalt, so fehlt es hinsichtlich der an das Kind gezahlten Leistungen und dem Kindergeld am Verh&auml;ltnis von Gleichartigkeit und Nachrangigkeit, sofern das Kindergeld nicht an das Kind abgezweigt oder an das Kind weitergeleitet wird (Senatsurteile in BFHE 221, 47, BStBl II 2009, 919, sowie in BFH\/NV 2012, 1874). In einem solchen Fall ist das Kindergeld sozialrechtlich dem Einkommen des Kindergeldberechtigten zuzurechnen (Senatsurteil in BFH\/NV 2012, 1874). Auch &sect;&nbsp;104 Abs.&nbsp;2 SGB&nbsp;X erlaubt es nicht, die an den im eigenen Haushalt lebenden Angeh&ouml;rigen &#8211;im Streitfall an S&#8211; erbrachten Sozialleistungen dem Kindergeldberechtigten zuzurechnen. Denn der Erstattungsanspruch nach &sect;&nbsp;104 Abs.&nbsp;2 SGB&nbsp;X ist kein von den Voraussetzungen des &sect;&nbsp;104 Abs.&nbsp;1 SGB&nbsp;X unabh&auml;ngiger Anspruch eigener Art, sondern erweitert diesen nur (Senatsurteile in BFHE 221, 47, BStBl II 2009, 919; in BFH\/NV 2008, 1833; vom 7.&nbsp;April 2011 III&nbsp;R&nbsp;88\/09, BFH\/NV 2011, 1326, sowie in BFH\/NV 2012, 1874).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Im Streitfall wurde das Kindergeld nicht an S abgezweigt oder an ihn weitergeleitet, so dass es sozialrechtlich dem Einkommen des Kl&auml;gers zuzurechnen gewesen w&auml;re, wenn es an ihn ausgezahlt worden w&auml;re. Im Hinblick auf die an S erbrachten Leistungen nach dem SGB&nbsp;II gilt der Kindergeldanspruch des Kl&auml;gers somit nicht nach &sect;&nbsp;107 SGB&nbsp;X als erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG hat jedoch zu Unrecht nicht gepr&uuml;ft, ob hinsichtlich der vom Kl&auml;ger bezogenen Sozialleistungen und seines Anspruchs auf Kindergeld f&uuml;r S die Voraussetzungen der Gleichartigkeit und des Verh&auml;ltnisses von Vor- und Nachrangigkeit erf&uuml;llt sind. Dies ist zu bejahen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das nach den &sect;&sect;&nbsp;62&nbsp;ff. EStG zu gew&auml;hrende Kindergeld ist, soweit es der Familienf&ouml;rderung dient, ebenso dazu bestimmt, die allgemeinen Lebenshaltungskosten zu bestreiten, wie dies bei den vom Sozialleistungstr&auml;ger erbrachten oder zu erbringenden Leistungen zum Lebensunterhalt der Fall ist (Urteil des Bundesfinanzhofs vom 14.&nbsp;Mai 2002 VIII&nbsp;R&nbsp;88\/01, BFH\/NV 2002, 1156; Senatsurteile in BFH\/NV 2008, 1833, sowie in BFHE 221, 47, BStBl II 2009, 919, jeweils zur Sozialhilfe nach dem Bundessozialhilfegesetz; Senatsurteil in BFH\/NV 2012, 1874, auch zu Leistungen nach dem SGB&nbsp;II).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auch sind die Leistungen nach dem SGB&nbsp;II, die an den Kl&auml;ger f&uuml;r seine Bedarfsgemeinschaft ausgezahlt wurden, nachrangig gegen&uuml;ber dem Kindergeld. Dieses w&auml;re bei einer vorherigen Auszahlung bei der Ermittlung der H&ouml;he der Leistungen nach dem SGB&nbsp;II zu ber&uuml;cksichtigen gewesen (Senatsurteil in BFH\/NV 2012, 1874). Die vom Kl&auml;ger f&uuml;r die Bedarfsgemeinschaft bezogenen Leistungen waren unstreitig nicht im Hinblick auf seinen Anspruch auf Kindergeld f&uuml;r S gemindert. Diesen ungek&uuml;rzten Leistungen ist der Kindergeldanspruch f&uuml;r S gegen&uuml;berzustellen. Kindergeld, das nicht im Wege der Abzweigung oder der Weiterleitung an das Kind gelangt ist, f&uuml;hrt &#8211;wie bereits ausgef&uuml;hrt&#8211; sozialrechtlich zu Einkommen des Kindergeldberechtigten. Da es bei Anwendung des &sect;&nbsp;104 SGB&nbsp;X allein auf die sozialrechtliche Zuweisung des Kindergeldes ankommt, ist es unerheblich, dass aufgrund der ab 1.&nbsp;Januar 2008 in Kraft getretenen &Auml;nderung des &sect;&nbsp;1612b des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuches das Kindergeld zivilrechtlich dem Einkommen des Kindes zugewiesen wird (s. Beschluss des BVerfG in NJW 2011, 3215).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Im Hinblick auf die vom Kl&auml;ger bezogenen Leistungen nach dem SGB&nbsp;II gilt der Kindergeldanspruch gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;74 Abs.&nbsp;2 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;107 Abs.&nbsp;1 SGB&nbsp;X als erf&uuml;llt. Der Abrechnungsbescheid vom 26.&nbsp;Januar 2009, in dem diese Erf&uuml;llungsfiktion f&uuml;r den Zeitraum August 2008 bis Januar 2009 in H&ouml;he von 934&nbsp;EUR festgestellt wird, ist rechtm&auml;&szlig;ig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.11.2012, III R 24\/11 Erstattungsanspruch des Sozialleistungstr&auml;gers beim Bezug von Leistungen nach dem SGB II durch den Kindergeldberechtigten Leits&auml;tze Hat ein Sozialleistungstr&auml;ger wegen der Leistungen nach dem SGB II, die er dem Kind eines Kindergeldberechtigten gew&auml;hrt hat, keinen Anspruch auf Erstattung von Kindergeld, weil das Kind in einem eigenen Haushalt lebt und &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-24-11-erstattungsanspruch-des-sozialleistungstraegers-beim-bezug-von-leistungen-nach-dem-sgb-ii-durch-den-kindergeldberechtigten\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;R&nbsp;24\/11 &#8211; Erstattungsanspruch des Sozialleistungstr&auml;gers beim Bezug von Leistungen nach dem SGB II durch den Kindergeldberechtigten<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-30571","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30571","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=30571"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30571\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=30571"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=30571"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=30571"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}