{"id":30573,"date":"2013-03-10T10:21:12","date_gmt":"2013-03-10T08:21:12","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=30573"},"modified":"2013-03-10T10:21:12","modified_gmt":"2013-03-10T08:21:12","slug":"iv-b-64-12-betrieb-gewerblicher-art-einer-koerperschaft-des-oeffentlichen-rechts-kein-beteiligter-des-verfahrens-zur-gesonderten-und-einheitlichen-feststellung-der-besteuerungsgrundlagen-einer-persone","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-b-64-12-betrieb-gewerblicher-art-einer-koerperschaft-des-oeffentlichen-rechts-kein-beteiligter-des-verfahrens-zur-gesonderten-und-einheitlichen-feststellung-der-besteuerungsgrundlagen-einer-persone\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;B&nbsp;64\/12 &#8211; Betrieb gewerblicher Art einer K&ouml;rperschaft des &ouml;ffentlichen Rechts kein Beteiligter des Verfahrens zur gesonderten und einheitlichen Feststellung der Besteuerungsgrundlagen einer Personengesellschaft"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.11.2012, IV B 64\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Betrieb gewerblicher Art einer K&ouml;rperschaft des &ouml;ffentlichen Rechts kein Beteiligter des Verfahrens zur gesonderten und einheitlichen Feststellung der Besteuerungsgrundlagen einer Personengesellschaft<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) ist eine GmbH &#038; Co. KG (X-KG). Auf sie wurde u.a. die A-GmbH verschmolzen. An der A-GmbH war die Stadt B (Beigeladene) mit 60&nbsp;% beteiligt. Sie hatte diese Beteiligung als Betriebsverm&ouml;gen ihres Betriebs gewerblicher Art (BgA) &quot;B&auml;der&quot; bilanziert. Infolge der Verschmelzung ist die Beigeladene an der X-KG als Kommanditistin mit einem Anteil von rund 24,52&nbsp;% beteiligt. In dem (ge&auml;nderten) Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen der X-KG f&uuml;r das Streitjahr 2006 f&uuml;hrte der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) als Kommanditistin insoweit auf &quot;Stadt B Eigenbetr. BgA Bet. X&quot; unter der f&uuml;r den (neuen) BgA &quot;Beteiligung X&quot; vergebenen Steuernummer. Mit ihrer Klage begehrte die X-KG u.a. die &Auml;nderung dieses Feststellungsbescheids dahin, dass der auf die Beigeladene entfallende Gewinnanteil aus der Beteiligung an der X-KG nicht mehr dem BgA der Beigeladenen &quot;Beteiligung X&quot;, sondern dem (unter einer anderen Steuernummer gef&uuml;hrten) BgA &quot;B&auml;der&quot; zugeordnet werde. Das Finanzgericht (FG) wies die Klage ab. Es entschied, das FA habe zu Recht nicht den BgA &quot;B&auml;der&quot; der Beigeladenen als Feststellungsbeteiligten der X-KG angesehen, sondern die Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb, die sich f&uuml;r die Beigeladene aus ihrer Beteiligung an der X-KG ergaben, einem eigenen BgA der Beigeladenen, dem BgA &quot;Beteiligung X&quot; als feststellungsbeteiligtem Kommanditisten zugeordnet. Der Begriff &quot;BgA&quot; sei im weiten Sinn zu verstehen. Danach sei BgA auch die Beteiligung einer juristischen Person des &ouml;ffentlichen Rechts an einer Mitunternehmerschaft. Dies gelte unabh&auml;ngig davon, ob der BgA nur aus der Beteiligung an der Mitunternehmerschaft bestehe oder ob die Beteiligung lediglich verm&ouml;gensm&auml;&szlig;ig einem im &Uuml;brigen bestehenden BgA zuzuordnen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer hiergegen gerichteten Beschwerde begehrt die Kl&auml;gerin die Zulassung der Revision. F&uuml;r grunds&auml;tzlich bedeutsam h&auml;lt sie sinngem&auml;&szlig; die Frage, ob die Beteiligung an einer KG zwingend einen eigenst&auml;ndigen BgA bildet oder ob diese Beteiligung, wenn sie umwandlungsbedingt aus einer GmbH-Beteiligung hervorgegangen ist, die dem gewillk&uuml;rten Betriebsverm&ouml;gen eines bereits bestehenden BgA zugeordnet war, weiterhin dem Betriebsverm&ouml;gen dieses BgA zugeordnet bleiben kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde hat keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist nicht wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine Rechtsfrage hat grunds&auml;tzliche Bedeutung, wenn ihre Beantwortung durch den Bundesfinanzhof (BFH) aus Gr&uuml;nden der Rechtssicherheit, der Rechtseinheitlichkeit oder der Rechtsentwicklung im allgemeinen Interesse liegt. Dabei muss es sich um eine aus rechtssystematischen Gr&uuml;nden bedeutsame Frage handeln, die kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und in dem zu erwartenden Revisionsverfahren kl&auml;rungsf&auml;hig ist (z.B. BFH&#8212;Beschluss vom 20.&nbsp;Juni 2012 IV&nbsp;B&nbsp;122\/11, BFH\/NV 2012, 1577). An der Kl&auml;rungsf&auml;higkeit fehlt es, wenn die Rechtsfrage f&uuml;r die Entscheidung des Streitfalls nicht rechtserheblich ist. Der mit der Zulassung angestrebte Zweck kann nicht verwirklicht werden, wenn der BFH im k&uuml;nftigen Revisionsverfahren aus formell- oder materiell-rechtlichen Gr&uuml;nden an einer Entscheidung &uuml;ber die Rechtsfrage gehindert ist (z.B. Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;115 Rz&nbsp;30, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) So liegt der Fall hier. Denn die von der Kl&auml;gerin sinngem&auml;&szlig; f&uuml;r grunds&auml;tzlich bedeutsam gehaltene Frage kann im Streitfall nicht gekl&auml;rt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegenstand des Klageverfahrens vor dem FG war der ge&auml;nderte Bescheid f&uuml;r 2006 &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r die Kl&auml;gerin, eine GmbH &#038; Co. KG, an der die Beigeladene als Kommanditistin beteiligt ist. Die von der Kl&auml;gerin aufgeworfene Rechtsfrage ist aber &#8211;worauf bereits das FA in seiner Beschwerdeerwiderung hingewiesen hat&#8211; nicht in diesem Feststellungsverfahren, sondern erst im nachfolgenden K&ouml;rperschaftsteuerfestsetzungsverfahren der Beigeladenen zu kl&auml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;180 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a der Abgabenordnung (AO) sind die von einer Personengesellschaft erzielten einkommen- und k&ouml;rperschaftsteuerpflichtigen Eink&uuml;nfte und deren Verteilung auf die Mitunternehmer gesondert und einheitlich festzustellen. Ein solcher Feststellungsbescheid richtet sich gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;179 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AO gegen den Steuerpflichtigen, dem der Gegenstand der Feststellung bei der Besteuerung zuzurechnen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Steuerpflichtiger ist nach &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;1 AO, wer eine Steuer schuldet, f&uuml;r eine Steuer haftet, eine Steuer f&uuml;r Rechnung eines Dritten einzubehalten und abzuf&uuml;hren hat, wer eine Steuererkl&auml;rung abzugeben, Sicherheit zu leisten, B&uuml;cher und Aufzeichnungen zu f&uuml;hren oder andere ihm durch die Steuergesetze auferlegte Verpflichtungen zu erf&uuml;llen hat. Das ist bei BgA i.S. des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;6 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes jedoch nicht der BgA, sondern die ihn tragende juristische Person des &ouml;ffentlichen Rechts (grundlegend BFH-Urteil vom 13.&nbsp;M&auml;rz 1974 I&nbsp;R&nbsp;7\/71, BFHE 112, 61, BStBl II 1974, 391; seither st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteil vom 12.&nbsp;Januar 2011 I&nbsp;R&nbsp;112\/09, BFH\/NV 2011, 1194). Dementsprechend ist auch bei Beteiligung einer K&ouml;rperschaft des &ouml;ffentlichen Rechts an einer Personengesellschaft diese K&ouml;rperschaft selbst und nicht einer ihrer BgA Beteiligter des Verfahrens zur gesonderten und einheitlichen Feststellung der Besteuerungsgrundlagen der Personengesellschaft. Au&szlig;erhalb des K&ouml;rperschaftsteuerrechts ist der BgA &#8211;als organisatorisch im Rahmen der K&ouml;rperschaft des &ouml;ffentlichen Rechts mehr oder minder selbst&auml;ndige Einrichtung&#8211; lediglich unselbst&auml;ndiger Teil der juristischen Person des &ouml;ffentlichen Rechts (BFH-Urteil in BFHE 112, 61, BStBl II 1974, 391). Im Feststellungsverfahren einer Personengesellschaft, an dem eine K&ouml;rperschaft des &ouml;ffentlichen Rechts als Mitunternehmer beteiligt ist, werden daher die auf die K&ouml;rperschaft entfallenden Eink&uuml;nfte dieser selbst und nicht einem ihrer BgA zugerechnet. Die Frage, f&uuml;r welchen ihrer (ggf. mehreren) BgA die K&ouml;rperschaft wegen dieser Eink&uuml;nfte steuerpflichtig ist &#8211;und damit auch die Frage, ob die Beteiligung einer K&ouml;rperschaft des &ouml;ffentlichen Rechts an einer Mitunternehmerschaft zwingend einen eigenst&auml;ndigen BgA bildet&#8211;, ist hingegen erst im nachfolgenden Besteuerungsverfahren der K&ouml;rperschaft zu entscheiden. Die einzelnen BgA einer K&ouml;rperschaft des &ouml;ffentlichen Rechts sind nur f&uuml;r Zwecke der K&ouml;rperschaftsteuer grunds&auml;tzlich f&uuml;r sich zu betrachten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.11.2012, IV B 64\/12 Betrieb gewerblicher Art einer K&ouml;rperschaft des &ouml;ffentlichen Rechts kein Beteiligter des Verfahrens zur gesonderten und einheitlichen Feststellung der Besteuerungsgrundlagen einer Personengesellschaft Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) ist eine GmbH &#038; Co. KG (X-KG). Auf sie wurde u.a. die A-GmbH verschmolzen. 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