{"id":30592,"date":"2013-03-10T10:12:31","date_gmt":"2013-03-10T08:12:31","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=30592"},"modified":"2020-09-14T10:07:56","modified_gmt":"2020-09-14T08:07:56","slug":"iii-b-68-12-verfassungsmaessigkeit-des-ausschlusses-verwitweter-alleinerziehender-aus-dem-anwendungsbereich-des-ehegattensplittings-rechtliches-gehoer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-68-12-verfassungsmaessigkeit-des-ausschlusses-verwitweter-alleinerziehender-aus-dem-anwendungsbereich-des-ehegattensplittings-rechtliches-gehoer\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;68\/12 &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des Ausschlusses verwitweter Alleinerziehender aus dem Anwendungsbereich des Ehegattensplittings &#8211; Rechtliches Geh&ouml;r"},"content":{"rendered":"<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 17.10.2012, III B 68\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Verfassungsm\u00e4\u00dfigkeit des Ausschlusses verwitweter Alleinerziehender aus dem Anwendungsbereich des <a href=\"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/splittingtabelle.htm\">Ehegattensplittings<\/a> &#8211; Rechtliches Geh\u00f6r<\/p>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Die seit dem Jahr 2006 verwitwete Antragstellerin und Beschwerdef\u00fchrerin (Antragstellerin) ist die Mutter zweier 1993 und 1998 geborener Kinder. Sie erzielte im Streitjahr 2008 Eink\u00fcnfte aus selbst\u00e4ndiger Arbeit in H\u00f6he von rund \u2026\u00a0EUR. Des Weiteren flossen ihr Versorgungsbez\u00fcge in H\u00f6he von rund \u2026\u00a0EUR zu. Ihre Kinder erhielten im Streitjahr Renten und Versorgungsbez\u00fcge (nach ihren Angaben in H\u00f6he von j\u00e4hrlich \u2026\u00a0EUR und \u2026\u00a0EUR). Kinderbetreuungskosten machte die Antragstellerin nicht geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Antragsgegner und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) veranlagte die Antragstellerin einzeln und setzte die Einkommensteuer zuletzt mit Bescheid vom 4.\u00a0M\u00e4rz 2010 auf \u2026\u00a0EUR fest. Die Ber\u00fccksichtigung des Existenzminimums der Kinder erfolgte durch eine G\u00fcnstigerpr\u00fcfung zwischen den Freibetr\u00e4gen nach \u00a7\u00a032 Abs.\u00a06 des Einkommensteuergesetzes in der f\u00fcr das Streitjahr ma\u00dfgeblichen Fassung (EStG) und dem Kindergeld. Ferner ber\u00fccksichtigte das FA den Entlastungsbetrag f\u00fcr Alleinerziehende in H\u00f6he von 1.308\u00a0EUR. Die Einkommensteuer wurde nach der Grundtabelle ermittelt. Die sich nach Anrechnung der Einkommensteuervorauszahlungen aus der Einkommensteuerfestsetzung ergebende Einkommensteuernachzahlung von insgesamt 148\u00a0EUR wurde von der Antragstellerin geleistet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das dagegen gef\u00fchrte Einspruchsverfahren, in dem die Antragstellerin eine Besteuerung unter Anwendung des Splittingverfahrens begehrte, blieb ohne Erfolg. In dem beim Finanzgericht (FG) noch anh\u00e4ngigen Hauptsacheverfahren macht die Antragstellerin geltend, dass sie aus verfassungsrechtlichen Gr\u00fcnden wie bei der Gew\u00e4hrung des Splittingtarifs zu besteuern sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Den im Laufe des finanzgerichtlichen Verfahrens gestellten Antrag auf Aufhebung der Vollziehung lehnten das FA und nachfolgend das FG ab. Mit der vom FG zugelassenen Beschwerde verfolgt die Antragstellerin ihr Begehren auf Aufhebung der Vollziehung weiter.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Sie beantragt sinngem\u00e4\u00df, unter Aufhebung des Beschlusses des FG die Vollziehung des Einkommensteuerbescheids vom 4.\u00a0M\u00e4rz 2010 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 22.\u00a0Dezember 2011 in H\u00f6he von 8.700\u00a0EUR aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt sinngem\u00e4\u00df, die Beschwerde als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde der Antragstellerin ist unbegr\u00fcndet und daher durch Beschluss zur\u00fcckzuweisen (\u00a7\u00a0132 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Der Beschluss des FG ist nicht wegen einer Verletzung des rechtlichen Geh\u00f6rs (Art.\u00a0103 Abs.\u00a01 des Grundgesetzes &#8211;GG&#8211;) mit der Folge einer Zur\u00fcckverweisung des Verfahrens an das FG aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Art.\u00a0103 Abs.\u00a01 GG verbietet dem Gericht, seine Entscheidung auf einen bis dahin nicht er\u00f6rterten rechtlichen oder tats\u00e4chlichen Gesichtspunkt zu st\u00fctzen und damit dem Rechtsstreit eine Wendung zu geben, mit der auch ein kundiger Prozessbeteiligter nach dem bisherigen Prozessverlauf nicht rechnen musste (vgl. z.B. Beschl\u00fcsse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 29.\u00a0April 2004 V\u00a0B\u00a043\/03, BFH\/NV 2004, 1303; vom 11.\u00a0Februar 2003 V\u00a0B\u00a0157\/02, BFH\/NV 2003, 929). Dem FG obliegt jedoch keine allgemeine Hinweispflicht in dem Sinne, dass es seine m\u00f6gliche Beurteilung irgendwie andeuten m\u00fcsse (z.B. BFH-Beschl\u00fcsse vom 26.\u00a0Juni 2003 IV\u00a0B\u00a0195\/01, BFH\/NV 2003, 1437; vom 6.\u00a0August 2004 II\u00a0B\u00a069\/03, BFH\/NV 2004, 1666).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Insoweit hat die Antragstellerin nicht vorgetragen, dass sie keine Gelegenheit gehabt h\u00e4tte, zu einzelnen rechtlichen oder tats\u00e4chlichen Gesichtspunkten Stellung zu nehmen. Auch der Umstand, dass das FG ohne Durchf\u00fchrung einer m\u00fcndlichen Verhandlung \u00fcber den Antrag auf Aufhebung der Vollziehung entschieden hat, stellt keine Verletzung des rechtlichen Geh\u00f6rs dar. Denn f\u00fcr Beschlussverfahren ist die Durchf\u00fchrung einer m\u00fcndlichen Verhandlung nach \u00a7\u00a090 Abs.\u00a01 Satz\u00a02 FGO nicht zwingend vorgesehen, weshalb das FG mit R\u00fccksicht auf den summarischen Charakter des Verfahrens hierauf verzichten konnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Im \u00dcbrigen w\u00fcrde selbst dann, wenn man unterstellt, dass die Entscheidung des FG eine \u00dcberraschungsentscheidung war, dieser Verfahrensfehler keine isolierte Aufhebung des FG-Beschlusses und Zur\u00fcckverweisung der Sache an das FG erfordern. Denn der &#8211;unterstellte&#8211; Verfahrensfehler wurde dadurch geheilt, dass die Antragstellerin im Beschwerdeverfahren Gelegenheit hatte, auch zu vom FG nicht beachteten rechtlichen Gesichtspunkten ausf\u00fchrlich Stellung zu nehmen (s. Birkenfeld in H\u00fcbschmann\/ Hepp\/Spitaler, \u00a7\u00a069 FGO Rz\u00a0826\u00a0f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Eine Aufhebung der Vollziehung des Einkommensteuerbescheids 2008 wegen des die Einkommensteuernachzahlung von insgesamt 148\u00a0EUR \u00fcberschreitenden Betrags ist bereits gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a069 Abs.\u00a03 Satz\u00a04 i.V.m. Abs.\u00a02 Satz\u00a08 FGO ausgeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Nach \u00a7\u00a069 Abs.\u00a03 i.V.m. Abs.\u00a02 Satz\u00a02 FGO soll die Vollziehung eines angefochtenen Verwaltungsakts aufgehoben werden, wenn ernstliche Zweifel an dessen Rechtm\u00e4\u00dfigkeit bestehen oder wenn die Vollziehung f\u00fcr den Betroffenen eine unbillige, nicht durch \u00fcberwiegende \u00f6ffentliche Interessen gebotene H\u00e4rte zur Folge h\u00e4tte. Bei Steuerbescheiden ist die Aufhebung der Vollziehung auf die festgesetzte Steuer, vermindert um die anzurechnenden Steuerabzugsbetr\u00e4ge, um die anzurechnende K\u00f6rperschaftsteuer und um die festgesetzten Vorauszahlungen, beschr\u00e4nkt; dies gilt nicht, wenn die Aufhebung zur Abwendung wesentlicher Nachteile n\u00f6tig erscheint (\u00a7\u00a069 Abs.\u00a03 Satz\u00a04 i.V.m. Abs.\u00a02 Satz\u00a08 FGO). Der Begriff der wesentlichen Nachteile i.S. von \u00a7\u00a069 Abs.\u00a02 Satz\u00a08 FGO ist im Sinne der Rechtsprechung zu \u00a7\u00a0114 FGO zu verstehen (z.B. BFH-Beschluss vom 23.\u00a0April 2012 III\u00a0B\u00a0187\/11, BFH\/NV 2012, 1328, m.w.N.). Diese Beschr\u00e4nkung ist mit dem GG vereinbar und nicht im Wege der verfassungskonformen Auslegung zu korrigieren (BFH-Beschluss vom 22.\u00a0Dezember 2003 IX\u00a0B\u00a0177\/02, BFHE 204, 39, BStBl II 2004, 367, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall wurde die festgesetzte Einkommensteuer bis auf einen Betrag von 148\u00a0EUR bereits durch die von der Antragstellerin geleisteten Vorauszahlungen abgedeckt, so dass insoweit eine Aufhebung der Vollziehung grunds\u00e4tzlich ausscheidet. Es sind auch keine ausnahmsweise zu einer Aufhebung der Vollziehung f\u00fchrenden wesentlichen Nachteile erkennbar, die der Antragstellerin drohen k\u00f6nnten, wenn die Vollziehung des Einkommensteuerbescheids 2008 nicht aufgehoben wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Insbesondere wird die wirtschaftliche oder pers\u00f6nliche Existenz der Antragstellerin durch die Vollziehung der angefochtenen Steuerbescheide nicht unmittelbar und ausschlie\u00dflich bedroht (s. BFH-Beschl\u00fcsse vom 22.\u00a0November 2001 V\u00a0B\u00a0100\/01, BFH\/NV 2002, 519, und vom 11.\u00a0Juni 2001 I\u00a0B\u00a030\/01, BFH\/NV 2001, 1223, zu \u00a7\u00a0114 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Eine Aufhebung der Vollziehung ist auch nicht geboten, um eine erhebliche Verletzung von Grundrechten zu vermeiden, die durch eine Entscheidung in der Hauptsache nicht mehr beseitigt werden k\u00f6nnte (s. BFH-Beschluss vom 26.\u00a0Januar 2010 VI\u00a0B\u00a0115\/09, BFH\/NV 2010, 935, m.w.N.). Denn selbst schwerwiegende Zweifel an der Verfassungsm\u00e4\u00dfigkeit der angewendeten Rechtsvorschrift allein rechtfertigen eine Aufhebung der Vollziehung wegen wesentlicher Nachteile nicht. Die Erfolgsaussichten in der Hauptsache f\u00fchren nur dann zur Bejahung wesentlicher Nachteile, wenn die Rechtslage klar und eindeutig f\u00fcr die begehrte Regelung spricht und eine abweichende Beurteilung in einem etwa durchzuf\u00fchrenden Hauptverfahren zweifelsfrei auszuschlie\u00dfen ist. Eine Aufhebung der Vollziehung kann geboten sein, wenn das zust\u00e4ndige Gericht von der Verfassungswidrigkeit einer streitentscheidenden Vorschrift \u00fcberzeugt ist und diese deshalb gem\u00e4\u00df Art.\u00a0100 Abs.\u00a01 GG dem Bundesverfassungsgericht (BVerfG) zur Pr\u00fcfung vorgelegt hat (BFH-Beschl\u00fcsse in BFHE 204, 39, BStBl II 2004, 367, und in BFH\/NV 2010, 935). Ein solcher Vorlagebeschluss ist durch den Senat nicht erlassen worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Ebenso kommt eine Aufhebung der Vollziehung hinsichtlich der von der Antragstellerin geleisteten Abschlusszahlung in H\u00f6he von 148\u00a0EUR nicht in Betracht, da der Senat keine ernstlichen Zweifel an der Verfassungsm\u00e4\u00dfigkeit des Ausschlusses von Alleinerziehenden aus dem Anwendungsbereich des Splittingverfahrens nach \u00a7\u00a032a Abs.\u00a05 EStG hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Pr\u00fcfungsma\u00dfstab f\u00fcr den Vergleich der steuerlichen Behandlung von alleinstehenden Eltern mit Kindern und Ehepaaren mit &#8211;oder ggf. auch ohne&#8211; Kindern ist in erster Linie Art.\u00a03 Abs.\u00a01 GG, insbesondere das aus dem Gleichheitssatz zu entnehmende Gebot der Steuergerechtigkeit, an das der Gesetzgeber gebunden ist; dabei sind die Wertentscheidung des GG zugunsten von Ehe und Familie sowie das Sozialstaatsprinzip zu beachten (vgl. BVerfG-Beschluss vom 17.\u00a0Oktober 1984\u00a0\u00a01\u00a0BvR\u00a0441\/82, BVerfGE 68, 143, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>19<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Hieraus ergeben sich nach der Rechtsprechung des BVerfG (Beschluss vom 16.\u00a0M\u00e4rz 2005\u00a0\u00a02\u00a0BvL\u00a07\/00, BVerfGE 112, 268, BGBl I 2005, 1622, m.w.N.) insbesondere folgende Pr\u00fcfungsma\u00dfst\u00e4be: Der allgemeine Gleichheitssatz (Art.\u00a03 Abs.\u00a01 GG) gebietet, wesentlich Gleiches gleich und wesentlich Ungleiches ungleich zu behandeln. Art.\u00a06 Abs.\u00a01 GG enth\u00e4lt einen besonderen Gleichheitssatz, der untersagt, Eltern oder alleinerziehende Elternteile gegen\u00fcber Kinderlosen schlechter zu stellen. Im Bereich des Einkommensteuerrechts wird die Gestaltungsfreiheit des Gesetzgebers durch das Gebot der Besteuerung nach der finanziellen Leistungsf\u00e4higkeit begrenzt. Insoweit darf der Staat auf die Mittel, die f\u00fcr den Unterhalt von Kindern unerl\u00e4sslich sind, bei der Besteuerung nicht in gleicher Weise zugreifen wie auf Mittel, die der B\u00fcrger zur Befriedigung beliebiger anderer Bed\u00fcrfnisse einsetzen kann. Der Gesetzgeber ist jedoch berechtigt, bei der steuerlichen Erfassung der Unterhaltsaufwendungen generalisierende, typisierende und pauschalierende Regelungen zu treffen, soweit er diese realit\u00e4tsgerecht am typischen Fall orientiert, ohne wegen der damit unvermeidlich verbundenen H\u00e4rten gegen den allgemeinen Gleichheitssatz zu versto\u00dfen. Zudem gebietet es das GG, das Existenzminimum des Steuerpflichtigen und seiner unterhaltsberechtigten Familie steuerlich zu verschonen. Der existenznotwendige Bedarf bildet so die Untergrenze f\u00fcr den Zugriff durch die Einkommensteuer und ist in angemessener und realit\u00e4tsgerechter H\u00f6he von der Einkommensteuer freizustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>20<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Soweit die Antragstellerin eine Ungleichbehandlung daraus ableitet, dass Aufwendungen f\u00fcr ihre Kinder &#8211;sei es im Bereich des s\u00e4chlichen Existenzminimums, sei es im Bereich des Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarfs&#8211; bei verwitweten Alleinerziehenden in geringerem Umfang steuerlich ber\u00fccksichtigt w\u00fcrden als bei verheirateten, zusammen zur Einkommensteuer veranlagten Steuerpflichtigen mit Kindern, kann der Senat dem nicht folgen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>21<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die steuerliche Ber\u00fccksichtigung der geminderten Leistungsf\u00e4higkeit von Familien mit Kindern findet nach der Systematik des EStG nicht \u00fcber die Anwendung des Grund- oder Splittingtarifs, sondern gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a031 Satz\u00a01 EStG durch die Freibetr\u00e4ge nach \u00a7\u00a032 Abs.\u00a06 EStG oder das Kindergeld nach \u00a7\u00a7\u00a062\u00a0ff. EStG und hinsichtlich des Sonderbedarfs f\u00fcr ausw\u00e4rtig untergebrachte, in Ausbildung befindliche Kinder durch den Freibetrag nach \u00a7\u00a033a Abs.\u00a02 EStG statt. Hierdurch werden sowohl das s\u00e4chliche Existenzminimum als auch die Bedarfe f\u00fcr Betreuung und Erziehung oder Ausbildung abgedeckt. Dar\u00fcber hinaus kommt im Streitjahr eine Ber\u00fccksichtigung erwerbsbedingter Kinderbetreuungskosten nach \u00a7\u00a04f EStG und \u00a7\u00a09 Abs.\u00a05 Satz\u00a01 EStG (zur Verfassungsm\u00e4\u00dfigkeit dieser Vorschriften vgl. Senatsurteil vom 9.\u00a0Februar 2012 III\u00a0R\u00a067\/09, BFHE 237, 39, BStBl II 2012, 567) und privater Kinderbetreuungskosten nach \u00a7\u00a010 Abs.\u00a01 Nr.\u00a05 und Nr.\u00a08 EStG in Betracht, soweit diese nicht bereits durch den Freibetrag f\u00fcr den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf (\u00a7\u00a032 Abs.\u00a06 EStG) abgedeckt sind. Diese steuerliche Entlastung wird unabh\u00e4ngig davon gew\u00e4hrt, ob die Eltern des Kindes verheiratet sind oder ob ein Elternteil wegen Versterbens des anderen Elternteils das Kind allein erzieht (s. hierzu insbesondere \u00a7\u00a032 Abs.\u00a06 Satz\u00a03 EStG). Das BVerfG hat gegen das gesetzliche Konzept, das s\u00e4chliche Existenzminimum und den Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf \u00fcber die Gew\u00e4hrung von Kindergeld oder Kinderfreibetr\u00e4gen zu ber\u00fccksichtigen, keine verfassungsrechtlichen Bedenken erkennen lassen (Beschluss vom 10.\u00a0November 1998\u00a0\u00a02\u00a0BvR\u00a0980\/91, BVerfGE 99, 216, BStBl II 1999, 182, unter C.I.). Entsprechend hat es das BVerfG auch abgelehnt, die Wirkung der unterschiedlichen Tarifvorschriften f\u00fcr zusammenveranlagte und einzeln veranlagte Eltern als Kompensationsm\u00f6glichkeit f\u00fcr eine unzureichende steuerliche Erfassung kindbedingter Aufwendungen heranzuziehen (BVerfG-Beschluss in BVerfGE 99, 216, BStBl II 1999, 182, unter B.II.3.). Zudem hat das BVerfG betont, dass weder aus Art.\u00a03 Abs.\u00a01 GG noch aus Art.\u00a06 Abs.\u00a01 GG eine Verpflichtung des Gesetzgebers folgt, Unterhaltsleistungen f\u00fcr Kinder in der vollen H\u00f6he des b\u00fcrgerlich-rechtlichen Unterhaltsanspruchs, der sich regelm\u00e4\u00dfig nach der Lebensstellung der Eltern bestimmt, zu ber\u00fccksichtigen (Beschluss vom 29.\u00a0Mai 1990\u00a0\u00a01\u00a0BvL\u00a04\/86, BVerfGE 82, 60, BStBl II 1990, 653, unter C.III.3.d). Hieraus hat der BFH gefolgert, dass mit dieser Aussage zugleich die Entscheidung getroffen wurde, dass ein Familiensplitting im Sinne der grunds\u00e4tzlichen Ber\u00fccksichtigung der Unterhaltslasten in tats\u00e4chlicher H\u00f6he verfassungsrechtlich nicht geboten ist (BFH-Urteil vom 22.\u00a0Juli 1997 VI\u00a0R\u00a0114\/96, BFHE 183, 549, BStBl II 1997, 697). Daran ist festzuhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>22<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Dass die im Streitjahr geltenden Regelungen das Existenzminimum des Kindes oder den Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf nicht in realit\u00e4tsgerechter Weise erfasst h\u00e4tten, hat die Antragstellerin weder substantiiert dargelegt noch glaubhaft gemacht. Dar\u00fcber hinaus hat sie auch keine ihr entstandenen Kinderbetreuungskosten geltend gemacht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>23<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Entsprechendes gilt, soweit die Antragstellerin die Besteuerung mit R\u00fccksicht auf ihre Mehrfachbelastung als Alleinerziehende durch die alleinige Erwerbst\u00e4tigkeit sowie die Haushaltsf\u00fchrung und die Kinderbetreuung ohne Unterst\u00fctzung eines anderen Elternteils &#8222;in dem Ma\u00dfe&#8220; begehrt, &#8222;als wenn der Splittingtarif zur Anwendung gelangen w\u00fcrde&#8220;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>24<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das BVerfG hat insoweit keine Bedenken gegen die gesetzgeberische Entscheidung erkennen lassen, diese besondere Belastungssituation durch die in \u00a7\u00a024b EStG geregelte Gew\u00e4hrung eines Entlastungsbetrags f\u00fcr Alleinerziehende zu ber\u00fccksichtigen (Nichtannahmebeschluss vom 22.\u00a0Mai 2009\u00a0\u00a02\u00a0BvR\u00a0310\/07, H\u00f6chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2009, 1027). Es hat dabei offen gelassen, ob \u00a7\u00a024b EStG einer tats\u00e4chlichen Mehrbelastung Rechnung tr\u00e4gt oder allein der sozialen F\u00f6rderung dient. Soweit tats\u00e4chlich eine die wirtschaftliche Leistungsf\u00e4higkeit mindernde Mehrbelastung besteht, hat das BVerfG einen Einsch\u00e4tzungsspielraum best\u00e4tigt, der dem Gesetzgeber bei der Festlegung der H\u00f6he dieses Entlastungsbetrags zusteht. Dass dieser Entlastungsbetrag im Streitjahr im Hinblick auf Belastungen, welche die Leistungsf\u00e4higkeit Alleinerziehender mindern, nicht realit\u00e4tsgerecht bemessen war, hat die Kl\u00e4gerin weder hinreichend substantiiert dargelegt noch glaubhaft gemacht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>25<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Soweit der Entlastungsbetrag f\u00fcr Alleinerziehende hingegen eine soziale F\u00f6rderma\u00dfnahme darstellt, weil die die Leistungsf\u00e4higkeit mindernden Faktoren bereits durch andere einkommensteuerliche Vorschriften vollst\u00e4ndig erfasst sind, scheidet eine Ungleichbehandlung der Antragstellerin gegen\u00fcber zusammenveranlagten Eltern bereits deshalb aus, weil letzteren ein entsprechender Entlastungsbetrag nicht gew\u00e4hrt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>26<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>d) Schlie\u00dflich ergeben sich verfassungsrechtliche Bedenken auch nicht daraus, dass der Antragstellerin als verwitwete Alleinerziehende die M\u00f6glichkeit der Zusammenveranlagung und damit der Splittingtarif nicht auf Dauer er\u00f6ffnet wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>27<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Das BVerfG und ihm folgend der BFH in st\u00e4ndiger Rechtsprechung haben die Vereinbarkeit des Splittingverfahrens mit dem Prinzip der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsf\u00e4higkeit best\u00e4tigt (BVerfG-Urteil vom 3.\u00a0November 1982\u00a0\u00a01\u00a0BvR\u00a0363\/80, BVerfGE 61, 319, BStBl II 1982, 717; BFH-Urteil vom 27.\u00a0Juni 1996 IV\u00a0R\u00a04\/84, BFHE 181, 31; Senatsbeschl\u00fcsse vom 20.\u00a0September 2002 III\u00a0B\u00a040\/02, BFH\/NV 2003, 157; vom 17.\u00a0August 2004 III\u00a0B\u00a0121\/03, BFH\/NV 2005, 46; vom 28.\u00a0Januar 2005 III\u00a0B\u00a097\/04, BFH\/NV 2005, 1050, und vom 5.\u00a0August 2011 III\u00a0B\u00a0158\/10, BFH\/NV 2011, 1870). Das BVerfG hat dies insbesondere damit gerechtfertigt, dass das Splitting an die wirtschaftliche Realit\u00e4t der intakten Durchschnittsehe ankn\u00fcpft, in der ein Transfer steuerlicher Leistungsf\u00e4higkeit zwischen den Partnern stattfindet. Typischerweise findet ein solcher Transfer steuerlicher Leistungsf\u00e4higkeit gerade in den von der Antragstellerin als Vergleichsgruppe herangezogenen F\u00e4llen der Ehegatten mit einem Alleinverdiener statt, unabh\u00e4ngig davon, ob der keine Eink\u00fcnfte erzielende Ehegatte Kinder zu betreuen hat oder nicht. Zwar mag es zutreffen, dass gerade bei h\u00f6heren Eink\u00fcnften mitunter auch g\u00fcterrechtliche Vereinbarungen getroffen werden, die den Transfer steuerlicher Leistungsf\u00e4higkeit beschr\u00e4nken. Abgesehen davon, dass sich bei einem sehr hohen Einkommen der durch die Anwendung des Splittingtarifs bewirkte Progressionsvorteil relativ erheblich vermindert, tritt indes auch im Fall der vereinbarten G\u00fctertrennung die zwischen den Ehegatten bestehende &#8222;Gemeinschaft des Erwerbs und Verbrauchs&#8220; (vgl. BVerfG-Urteil in BVerfGE 61, 319, BStBl II 1982, 717, unter C.I.4.a) nicht vollst\u00e4ndig in den Hintergrund, was es aus Sicht des Senats rechtfertigt, diesen Fall in das Splittingverfahren einzubeziehen, nicht hingegen den Fall einer alleinstehenden Person.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>28<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Auch unter Ber\u00fccksichtigung des Schutzbereichs des Art.\u00a06 Abs.\u00a01 GG hat das BVerfG keine Ansatzpunkte f\u00fcr eine Ausdehnung des Splittingvorteils auf die Gruppe der Alleinerziehenden gefunden (BVerfG-Urteil in BVerfGE 61, 319, BStBl II 1982, 717). Es hat insoweit darauf abgestellt, dass die Gr\u00fcnde, die den Splittingtarif f\u00fcr Eheleute rechtfertigen, auf Alleinerziehende mit Kindern nicht \u00fcbertragbar sind. Zwischen Alleinerziehenden und ihren Kindern besteht weder wirtschaftlich noch familienrechtlich eine Gemeinschaft des Erwerbs, die zu einer anteiligen Teilhabe am Familieneinkommen f\u00fchrt, sondern ein Unterhaltsverh\u00e4ltnis. Auch kommt f\u00fcr Alleinstehende mit Kindern ein durch Art.\u00a06 Abs.\u00a01 GG zu sch\u00fctzendes Recht, \u00fcber die Aufgabenverteilung in der Ehe partnerschaftlich zu entscheiden, von vornherein nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>29<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>cc) Im \u00dcbrigen hat es das BVerfG dem Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers \u00fcberlassen, in welchem Regelungsbereich er einer verminderten Leistungsf\u00e4higkeit von Alleinerziehenden, die insbesondere durch zwangsl\u00e4ufige Betreuungsaufwendungen ausgel\u00f6st werden kann, Rechnung tr\u00e4gt, und dabei die verschiedenen Varianten des Splittings nur als eine unter mehreren m\u00f6glichen Formen einer steuerrechtlichen Regelung in den Raum gestellt (BVerfG-Urteil in BVerfGE 61, 319, BStBl II 1982, 717). Hat jedoch der Gesetzgeber &#8211;wie dargestellt&#8211; eine Leistungsf\u00e4higkeitsminderung bei Alleinerziehenden in anderer Form in ausreichender Weise ber\u00fccksichtigt, folgt daraus, dass sich aus verfassungsrechtlichen Erw\u00e4gungen kein Zwang ergibt, den aus anderen Gr\u00fcnden gew\u00e4hrten Splittingvorteil auf Alleinerziehende auszudehnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 17.10.2012, III B 68\/12 Verfassungsm\u00e4\u00dfigkeit des Ausschlusses verwitweter Alleinerziehender aus dem Anwendungsbereich des Ehegattensplittings &#8211; Rechtliches Geh\u00f6r Tatbestand 1 I. Die seit dem Jahr 2006 verwitwete Antragstellerin und Beschwerdef\u00fchrerin (Antragstellerin) ist die Mutter zweier 1993 und 1998 geborener Kinder. 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