{"id":30603,"date":"2013-03-10T10:12:30","date_gmt":"2013-03-10T08:12:30","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=30603"},"modified":"2013-03-10T10:12:30","modified_gmt":"2013-03-10T08:12:30","slug":"viii-b-42-12-gewinnfeststellungsbescheid-als-teilbarer-verwaltungsakt-keine-klageaenderung-nach-fristablauf-sachaufklaerungspflicht-des-fg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-42-12-gewinnfeststellungsbescheid-als-teilbarer-verwaltungsakt-keine-klageaenderung-nach-fristablauf-sachaufklaerungspflicht-des-fg\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;B&nbsp;42\/12 &#8211; Gewinnfeststellungsbescheid als teilbarer Verwaltungsakt &#8211; Keine Klage&auml;nderung nach Fristablauf &#8211; Sachaufkl&auml;rungspflicht des FG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 16.10.2012, VIII B 42\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Gewinnfeststellungsbescheid als teilbarer Verwaltungsakt &#8211; Keine Klage&auml;nderung nach Fristablauf &#8211; Sachaufkl&auml;rungspflicht des FG<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Die vom Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) geltend gemachten Revisionszulassungsgr&uuml;nde liegen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die R&uuml;ge, das angefochtene finanzgerichtliche Urteil beruhe auf einem Verfahrensmangel, weil das Finanzgericht (FG) die Klage insoweit als unzul&auml;ssig abgewiesen habe, als diese sich nicht nur gegen die Feststellung eines Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns in H&ouml;he von 180.000&nbsp;DM richten solle, ist unbegr&uuml;ndet. Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 8.&nbsp;Juni 2000 IV&nbsp;R&nbsp;65\/99, BFHE 192, 207, BStBl II 2001, 89; vom 10.&nbsp;Februar 1988 VIII&nbsp;R&nbsp;352\/82, BFHE 152, 414, BStBl II 1988, 544, und VIII&nbsp;R&nbsp;334\/82, BFH\/NV 1988, 791; vom 4.&nbsp;November 2003 VIII&nbsp;R&nbsp;38\/01, BFH\/NV 2004, 1372; BFH-Beschluss vom 21.&nbsp;August 2002 VIII&nbsp;B&nbsp;116\/01, BFH\/NV 2002, 1609) ist ein Gewinnfeststellungsbescheid ein teilbarer Verwaltungsakt. Insbesondere das Bestehen einer Mitunternehmerschaft sowie die H&ouml;he des laufenden Gewinns, eines Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns oder eines Sondergewinns sind selbst&auml;ndig anfechtbare Besteuerungsgrundlagen (Senatsurteil in BFHE 152, 414, BStBl II 1988, 544, unter I.2. der Gr&uuml;nde; BFH-Urteil vom 21.&nbsp;Januar 1999 IV&nbsp;R&nbsp;40\/98, BFHE 188, 523, BStBl II 1999, 563, unter&nbsp;1. der Gr&uuml;nde); sie erwachsen eigenst&auml;ndig in Bestandskraft und k&ouml;nnen f&uuml;r die in dem n&auml;mlichen Bescheid getroffenen und rechtlichen nachgelagerten Feststellungen Bindungswirkung entfalten (Steinhauff in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;48 FGO Rz&nbsp;48, m.w.N.). Zutreffend ist das FG deshalb davon ausgegangen, dass eine Erweiterung der Klage nach Ablauf der Klagefrist unzul&auml;ssig war, soweit nunmehr der Kl&auml;ger den gesamten Feststellungsbescheid angefochten hatte und nicht nur den Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn von 180.000&nbsp;DM.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall hatte der anwaltlich vertretene Kl&auml;ger ausweislich der Klageschrift lediglich beantragt, den Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen 1996 dahingehend zu &auml;ndern, dass bei Ermittlung der Eink&uuml;nfte der Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn von 180.000&nbsp;DM au&szlig;er Ansatz bleibt. Diesen Antrag hat der Kl&auml;gervertreter gestellt, obwohl dem Kl&auml;ger und den Beigeladenen daneben noch laufende Einnahmen aus der Nutzungs&uuml;berlassung des Gebrauchsmusters zugerechnet wurden. Dass der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt) neben einem Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn auch laufende Eink&uuml;nfte angesetzt hatte, war dem Feststellungsbescheid 1996 ohne Weiteres zu entnehmen. Zudem ist der damalige Kl&auml;gervertreter unstreitig auch in dem dem Klageverfahren vorhergehenden Verfahren der Aussetzung der Vollziehung (FG M&uuml;nster 14&nbsp;V&nbsp;3525\/07&nbsp;F; Schriftsatz vom 12.&nbsp;November 2007) vom Bestehen einer Mitunternehmerschaft ausgegangen. Dass sich das Klagebegehren nicht nur gegen die Feststellung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns, sondern gegen den gesamten Feststellungsbescheid richten sollte, hat der Kl&auml;ger erstmals mit Schriftsatz vom 27.&nbsp;Dezember 2011 vorgetragen. Die Klagefrist war zu diesem Zeitpunkt seit Langem abgelaufen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat sieht auch keine M&ouml;glichkeit, dem Begehren des Kl&auml;gers im Wege rechtsschutzgew&auml;hrender Auslegung zum Erfolg zu verhelfen. Dem steht die Eindeutigkeit des mit der Klageschrift gestellten Antrags entgegen. Denn es ist ein Gebot der Rechtssicherheit, Rechtskundige wie Angeh&ouml;rige der steuerberatenden Berufe oder Rechtsanw&auml;lte mit ihren Prozesserkl&auml;rungen beim Wort zu nehmen (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. Senatsbeschl&uuml;sse vom 10.&nbsp;April 2002 VIII&nbsp;B&nbsp;122\/01, BFH\/NV 2002, 1309, m.w.N.; vom 21.&nbsp;Juli 2005 VIII&nbsp;B&nbsp;77\/05, BFH\/NV 2005, 1861).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Unbegr&uuml;ndet ist auch die R&uuml;ge, das FG habe die ihm obliegende Hinweispflicht verletzt. Der Senat nimmt insoweit auf die st&auml;ndige Rechtsprechung des BFH Bezug, nach der &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) das FG nicht verpflichtet, die Beteiligten zu einer Substantiierung ihres Sachvortrags zu veranlassen, wenn die rechtliche Bedeutung der vorzutragenden Tatsachen f&uuml;r den Ausgang des Klageverfahrens auf der Hand liegt (vgl. u.a. BFH-Beschluss vom 4.&nbsp;August 1999 VIII&nbsp;B&nbsp;51\/98, BFH\/NV 2000, 204). Ebenso wenig ist es gehalten, die ma&szlig;gebenden rechtlichen Gesichtspunkte mit den Verfahrensbeteiligten vorher umfassend zu er&ouml;rtern oder ihnen die einzelnen f&uuml;r die Entscheidung erheblichen Gesichtspunkte im Voraus anzudeuten (z.B. BFH-Urteil vom 28.&nbsp;Februar 1989 VIII&nbsp;R&nbsp;303\/84, BFHE 157, 51, BStBl II 1989, 711; BFH-Beschluss vom 12.&nbsp;Juli 2002 VII&nbsp;B&nbsp;257\/01, BFH\/NV 2002, 1498, jeweils m.w.N.). Das gilt insbesondere dann, wenn ein Beteiligter &#8211;wie hier der Kl&auml;ger&#8211; steuerlich beraten und im Prozess entsprechend vertreten war (vgl. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2000, 204).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Es ist auch nicht ersichtlich, dass die Vorentscheidung von den in der Beschwerdeschrift genannten Entscheidungen des BFH abweicht. Es ist nicht erkennbar, dass das FG einen von den genannten BFH-Entscheidungen abweichenden Rechtssatz aufgestellt h&auml;tte (vgl. zu den Anforderungen an die Darlegung der Divergenz Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsgerichtsordnung, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;115 Rz&nbsp;54, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Im &Uuml;brigen wendet sich die Beschwerde im Ergebnis gegen die materielle Richtigkeit der Vorentscheidung. Die Zulassung der Revision kann darauf nicht gest&uuml;tzt werden, denn das prozessuale Rechtsinstitut der Nichtzulassungsbeschwerde dient nicht dazu, allgemein die Richtigkeit finanzgerichtlicher Urteile zu gew&auml;hrleisten (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 28.&nbsp;April 2003 VIII&nbsp;B&nbsp;260\/02, BFH\/NV 2003, 1336; vom 23.&nbsp;Juni 2003 IX&nbsp;B&nbsp;119\/02, BFH\/NV 2003, 1289; vom 15.&nbsp;Januar 2008 VIII&nbsp;B&nbsp;222\/06, BFH\/NV 2008, 753).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 16.10.2012, VIII B 42\/12 Gewinnfeststellungsbescheid als teilbarer Verwaltungsakt &#8211; Keine Klage&auml;nderung nach Fristablauf &#8211; Sachaufkl&auml;rungspflicht des FG Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Die vom Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) geltend gemachten Revisionszulassungsgr&uuml;nde liegen nicht vor. 2&nbsp; 1. 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