{"id":30633,"date":"2013-03-10T10:11:57","date_gmt":"2013-03-10T08:11:57","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=30633"},"modified":"2013-03-10T10:11:57","modified_gmt":"2013-03-10T08:11:57","slug":"xi-r-40-11-keine-wiedereinsetzung-in-den-vorigen-stand-bei-unterlassener-anwaltlicher-pruefung-der-rechtsmittelbegruendungsfrist-fristbeginn-an-einem-sonntag-sonnabend-oder-allgemeinen-feiertag-zwisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-40-11-keine-wiedereinsetzung-in-den-vorigen-stand-bei-unterlassener-anwaltlicher-pruefung-der-rechtsmittelbegruendungsfrist-fristbeginn-an-einem-sonntag-sonnabend-oder-allgemeinen-feiertag-zwisch\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;40\/11 &#8211; Keine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand bei unterlassener anwaltlicher Pr&uuml;fung der Rechtsmittelbegr&uuml;ndungsfrist &#8211; Fristbeginn an einem Sonntag, Sonnabend oder allgemeinen Feiertag &#8211; Zwischenurteil &uuml;ber Zul&auml;ssigkeit der Revision"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 13.9.2012, XI R 40\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand bei unterlassener anwaltlicher Pr&uuml;fung der Rechtsmittelbegr&uuml;ndungsfrist &#8211; Fristbeginn an einem Sonntag, Sonnabend oder allgemeinen Feiertag &#8211; Zwischenurteil &uuml;ber Zul&auml;ssigkeit der Revision<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Das Finanzgericht (FG) wies die Klage des Kl&auml;gers und Revisionskl&auml;gers (Kl&auml;ger) wegen Kindergeld ab, ohne die Revision zuzulassen. Das Urteil des FG ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 670 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Nichtzulassungsbeschwerde des Kl&auml;gers hatte Erfolg. Der vormals zust&auml;ndige III. Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) lie&szlig; mit Beschluss vom 15.&nbsp;Dezember 2011 III&nbsp;B&nbsp;142\/10 die Revision zu. Der Beschluss wurde mit Schreiben des BFH vom 27.&nbsp;Dezember 2011 abgesandt und den Prozessbevollm&auml;chtigten des Kl&auml;gers am 31.&nbsp;Dezember 2011 zugestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Telefaxschreiben vom 2.&nbsp;Februar 2012 ging beim BFH am selben Tag die Revisionsbegr&uuml;ndung ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senatsvorsitzende des nunmehr zust&auml;ndigen XI.&nbsp;Senats des BFH machte den Kl&auml;ger mit Schreiben vom 13.&nbsp;Februar 2012 darauf aufmerksam, dass die Frist zur Begr&uuml;ndung der Revision nach &sect;&nbsp;120 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) am 31.&nbsp;Januar 2012 abgelaufen war und wies auf die M&ouml;glichkeit der Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;56 FGO hin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hierauf beantragte der Kl&auml;ger mit Schreiben vom 16.&nbsp;Februar 2012, ihm f&uuml;r die am 31.&nbsp;Januar 2012 abgelaufene Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gew&auml;hren und &uuml;ber den Wiedereinsetzungsantrag durch Zwischenurteil zu entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung des Wiedereinsetzungsantrags beruft sich der Kl&auml;ger auf ein B&uuml;roversehen seiner Prozessbevollm&auml;chtigten. Die f&uuml;r die Notierung und &Uuml;berwachung der Fristen zust&auml;ndige, dazu regelm&auml;&szlig;ig belehrte sowie wiederholt ohne Beanstandung kontrollierte, ihre langj&auml;hrige T&auml;tigkeit zuverl&auml;ssig und gewissenhaft aus&uuml;bende B&uuml;rovorsteherin, habe bei der Entgegennahme der am 2.&nbsp;Januar 2012 dem Kanzleibriefkasten entnommenen Post &uuml;bersehen, dass das Schreiben des BFH vom 27.&nbsp;Dezember 2011 mit dem Beschluss vom 15.&nbsp;Dezember 2011 bereits am 31.&nbsp;Dezember 2011, einem Silvester-Samstag, durch Einwurf f&ouml;rmlich zugestellt worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem Schreiben vom 16.&nbsp;Februar 2012 war zur Glaubhaftmachung des anwaltlich versicherten Sachvortrags eine eidesstattliche Versicherung der Rechtsanwaltsfachangestellten vom 15.&nbsp;Februar 2012 sowie je eine anwaltlich beglaubigte Ablichtung des betreffenden Fristenkalender-Ausschnitts und der zugestellten Ausfertigung des BFH-Beschlusses vom 15.&nbsp;Dezember 2011 III&nbsp;B&nbsp;142\/10 mit Posteingangsstempel vom 2.&nbsp;Januar 2012 und handschriftlicher Fristnotiz &quot;02.02.12&quot; beigef&uuml;gt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Rechtsanwaltsfachangestellte erkl&auml;rte in der eidesstattlichen Versicherung vom 15.&nbsp;Februar 2012, dass am Vormittag des 2.&nbsp;Januar 2012 der Briefkasten von einer Auszubildenden geleert und die Post mit dem Schreiben des BFH vom 27.&nbsp;Dezember 2011 ihr &uuml;bergeben worden sei. Vermutlich habe sich auf dem Briefumschlag ein entsprechender Vermerk &uuml;ber die bereits am 31.&nbsp;Dezember 2012 erfolgte Zustellung befunden, der jedoch von ihr &uuml;bersehen worden sei. Der Briefumschlag sei daher dem Schreiben vom 27.&nbsp;Dezember 2011 nicht angeheftet, sondern von ihr entsorgt worden. Sie habe auf dem Schreiben vom 27.&nbsp;Dezember 2011 ihren Posteingangsstempel mit Datum 2.&nbsp;Januar 2012 angebracht und sei davon ausgegangen, dass die Zustellung an diesem Tag erfolgt sei, sodass sie das Ende der einmonatigen Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist auf den 2.&nbsp;Februar 2012 notiert habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unzul&auml;ssig und durch Beschluss zu verwerfen (&sect;&nbsp;124 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Kl&auml;ger hat die Revision nicht rechtzeitig begr&uuml;ndet. Hat der BFH &#8211;wie vorliegend&#8211; der Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision stattgegeben, ist die Revision innerhalb von einem Monat nach Zustellung des Zulassungsbeschlusses zu begr&uuml;nden (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;7 Satz&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;1, &sect;&nbsp;120 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall ist diese Frist f&uuml;r den am Silvester-Samstag, dem 31.&nbsp;Dezember 2011 zugestellten Beschluss nach &sect;&nbsp;54 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;222 Abs.&nbsp;1 der Zivilprozessordnung (ZPO) sowie &sect;&nbsp;187 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;188 Abs.&nbsp;2 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs am Dienstag, dem 31.&nbsp;Januar 2012 abgelaufen. Der erst am 2.&nbsp;Februar 2012 beim BFH eingegangene Schriftsatz war mithin versp&auml;tet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob der Fristbeginn auf einen Sonntag, allgemeinen Feiertag oder Samstag f&auml;llt, ist unerheblich, denn das Gesetz sieht in &sect;&nbsp;54 Abs.&nbsp;2 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;222 Abs.&nbsp;2 ZPO diesen Umstand lediglich f&uuml;r das Ende der Frist als bedeutsam an (vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 21.&nbsp;September 2009 I&nbsp;B&nbsp;48-49\/09, BFH\/NV 2010, 439; vom 29.&nbsp;April 2010 II&nbsp;R&nbsp;56\/09, BFH\/NV 2010, 1833; vom 30.&nbsp;November 2010 IV&nbsp;B&nbsp;39\/10, BFH\/NV 2011, 613).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Dem Kl&auml;ger ist keine Wiedereinsetzung in die vers&auml;umte Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist zu gew&auml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Wiedereinsetzung kommt in Betracht, wenn jemand ohne Verschulden an der Einhaltung der gesetzlichen Frist gehindert war (&sect;&nbsp;56 Abs.&nbsp;1 FGO). Dies setzt in formeller Hinsicht voraus, dass innerhalb einer Frist von einem Monat (&sect;&nbsp;56 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 FGO) nach Wegfall des Hindernisses die vers&auml;umte Rechtshandlung nachgeholt und diejenigen Tatsachen vorgetragen und im Verfahren &uuml;ber den Antrag glaubhaft gemacht werden, aus denen sich die schuldlose Verhinderung ergeben soll. Die Tatsachen, die eine Wiedereinsetzung rechtfertigen k&ouml;nnen, sind innerhalb dieser Frist vollst&auml;ndig, substantiiert und in sich schl&uuml;ssig darzulegen (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. u.a. BFH-Beschl&uuml;sse vom 24.&nbsp;Juli 2002 VII&nbsp;B&nbsp;150\/02, BFH\/NV 2002, 1489; vom 25.&nbsp;Juni 2003 XI&nbsp;B&nbsp;186\/02, BFH\/NV 2003, 1589; vom 24.&nbsp;Januar 2005 III&nbsp;R&nbsp;43\/03, BFH\/NV 2005, 1312; vom 24.&nbsp;Juni 2008 X&nbsp;R&nbsp;38\/07, BFH\/NV 2008, 1517; vom 15.&nbsp;Dezember 2011 II&nbsp;R&nbsp;16\/11, BFH\/NV 2012, 593, unter II.1.). Jedes Verschulden &#8211;mithin auch einfache Fahrl&auml;ssigkeit&#8211; schlie&szlig;t die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand aus (vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 17.&nbsp;Februar 2010 I&nbsp;R&nbsp;38\/09, BFH\/NV 2010, 1283; in BFH\/NV 2011, 613, jeweils m.w.N.). Der Beteiligte muss sich gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;85 Abs.&nbsp;2 ZPO ein Verschulden seines Prozessbevollm&auml;chtigten zurechnen lassen (vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse in BFH\/NV 2011, 613; in BFH\/NV 2012, 593, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das Vers&auml;umen der Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist ist im Streitfall nicht entschuldbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Zwar ist substantiiert und glaubhaft vorgetragen, dass die sorgf&auml;ltig ausgew&auml;hlte und geschulte sowie bisher fehlerfrei arbeitende B&uuml;rovorsteherin bei der Entgegennahme der am 2.&nbsp;Januar 2012 dem Kanzleibriefkasten entnommenen Post &uuml;bersehen hat, dass das Schreiben des BFH vom 27.&nbsp;Dezember 2011 mit dem Beschluss vom 15.&nbsp;Dezember 2011 bereits am Silvester-Samstag, dem 31.&nbsp;Dezember 2011 zugestellt worden war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das rechtfertigt indes eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand nicht. Denn es liegt ein Verschulden des Prozessbevollm&auml;chtigten des Kl&auml;gers vor, der die Sache bearbeitet hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu dessen Aufgaben geh&ouml;rte es, bei der Bearbeitung der Sache eigenst&auml;ndig den Ablauf der Rechtsmittelbegr&uuml;ndungsfrist zu pr&uuml;fen. Dabei darf ein Prozessbevollm&auml;chtigter sich nicht auf den Eingangsstempel seiner Kanzlei verlassen, sondern hat zu pr&uuml;fen, ob das dort angegebene Datum mit dem von dem Postbediensteten auf dem Zustellungsumschlag eingetragenen Zustellungsdatum &uuml;bereinstimmt (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 16.&nbsp;Januar 2009 VII&nbsp;R&nbsp;31\/08, BFH\/NV 2009, 951; in BFH\/NV 2011, 613, jeweils m.w.N.). Dieser Umschlag h&auml;tte sich in der ihm vorgelegten Handakte befinden m&uuml;ssen (vgl. dazu BFH-Beschluss in BFH\/NV 2009, 951). Bei der Zustellung gegen Postzustellungsurkunde ist der Umschlag mit dem Zustellungsvermerk aufzubewahren und dem Prozessbevollm&auml;chtigten im Zusammenhang mit der rechtzeitigen Wiedervorlage der Sache zur Pr&uuml;fung der Frist mit vorzulegen (vgl. dazu BFH-Beschl&uuml;sse vom 23.&nbsp;September 1987 V&nbsp;B&nbsp;71\/87, BFH\/NV 1988, 250; vom 4.&nbsp;Juli 2008 IV&nbsp;R&nbsp;78\/05, BFH\/NV 2008, 1860; vom 15.&nbsp;Juli 2009 II&nbsp;R&nbsp;9\/08, BFH\/NV 2009, 1817).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es kann hier dahinstehen, ob der bearbeitende Rechtsanwalt eine solche eigenst&auml;ndige Pr&uuml;fungspflicht bereits h&auml;tte erf&uuml;llen m&uuml;ssen, als er sein Schreiben vom 5.&nbsp;Januar 2012 fertigte und ihm die Handakte hierbei vorgelegen haben muss (vgl. dazu BFH-Beschluss in BFH\/NV 2009, 951, m.w.N.). H&auml;tte er &#8211;gleich zu welchem Zeitpunkt&#8211; eigenst&auml;ndig den Ablauf der Rechtsmittelbegr&uuml;ndungsfrist gepr&uuml;ft, h&auml;tte ihm auffallen m&uuml;ssen, dass &#8211;wie eidesstattlich von seiner B&uuml;rovorsteherin versichert&#8211; der Umschlag mit dem Zustellungsvermerk nicht angeheftet, sondern entsorgt worden war. Er h&auml;tte durch Nachfrage bei der Gesch&auml;ftsstelle des III. bzw. des inzwischen zust&auml;ndig gewordenen XI. Senats des BFH den Zeitpunkt der Zustellung des Zulassungsbeschlusses vom 15.&nbsp;Dezember 2011 III&nbsp;B&nbsp;142\/10 in Erfahrung bringen m&uuml;ssen. Nicht ausreichend ist jedenfalls die Berechnung der Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist anhand des Eingangsstempels der Kanzlei (vgl. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2009, 1817, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat muss deshalb davon ausgehen, dass f&uuml;r das Fristvers&auml;umnis allein urs&auml;chlich war, dass der Prozessbevollm&auml;chtigte des Kl&auml;gers die Richtigkeit des durch den Eingangsstempel der Kanzlei beurkundeten Zustellungsdatums entgegen seiner Verpflichtung &uuml;berhaupt nicht gepr&uuml;ft hat, und er auf den versp&auml;teten Eingang der Revisionsbegr&uuml;ndung erst durch den Hinweis des BFH mit Schreiben des Senatsvorsitzenden vom 13.&nbsp;Februar 2012 aufmerksam geworden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Dem Antrag des Kl&auml;gers, durch Zwischenurteil &uuml;ber die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wegen Vers&auml;umung der Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist zu entscheiden, konnte nicht entsprochen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ist die Revision unzul&auml;ssig, weil sich &#8211;wie hier&#8211; im Fall der Vers&auml;umung der Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist der Wiedereinsetzungsantrag als erfolglos erweist, ist die Revision gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;1 FGO durch Beschluss zu verwerfen (vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 24.&nbsp;Januar 2008 XI&nbsp;R&nbsp;63\/06, BFH\/NV 2008, 606; vom 4.&nbsp;M&auml;rz 2011 III&nbsp;R&nbsp;44\/09, BFH\/NV 2011, 997; Lange in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler &#8211;HHSp&#8211;, &sect;&nbsp;97 FGO Rz&nbsp;11, m.w.N.). Ein Zwischenurteil, wonach die Revision unzul&auml;ssig ist, darf nicht ergehen (vgl. Bergkemper in HHSp, &sect;&nbsp;126 Rz&nbsp;19, m.w.N.; Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;126 Rz&nbsp;4, m.w.N.). Hingegen kann durch Zwischenurteil gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;97, 121 FGO dar&uuml;ber entschieden werden, dass &#8211;anders als hier&#8211; die Revision zul&auml;ssig ist (vgl. BFH-Urteile vom 16.&nbsp;Dezember 1971 I&nbsp;R&nbsp;212\/71, BFHE 104, 493, BStBl II 1972, 425, unter&nbsp;1.; vom 10.&nbsp;Juni 1999 V&nbsp;R&nbsp;33\/97, BFHE 189, 573, BStBl II 2000, 235, unter II.1.; vom 18.&nbsp;Mai 2006 III&nbsp;R&nbsp;47\/05, BFH\/NV 2006, 2082).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 13.9.2012, XI R 40\/11 Keine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand bei unterlassener anwaltlicher Pr&uuml;fung der Rechtsmittelbegr&uuml;ndungsfrist &#8211; Fristbeginn an einem Sonntag, Sonnabend oder allgemeinen Feiertag &#8211; Zwischenurteil &uuml;ber Zul&auml;ssigkeit der Revision Tatbestand 1&nbsp; I. 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