{"id":30645,"date":"2013-03-10T10:12:36","date_gmt":"2013-03-10T08:12:36","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=30645"},"modified":"2013-03-10T10:12:36","modified_gmt":"2013-03-10T08:12:36","slug":"ix-r-55-10-zufluss-von-pachtzahlungen-in-geldeswert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-55-10-zufluss-von-pachtzahlungen-in-geldeswert\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;55\/10 &#8211; Zufluss von Pachtzahlungen in Geldeswert"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.8.2012, IX R 55\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Zufluss von Pachtzahlungen in Geldeswert<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist ein geschlossener Immobilienfonds, der in den Streitjahren (2004 bis 2006) ein in seinem Eigentum stehendes Hotelgrundst&uuml;ck an die L-AG verpachtete. Den Pachtvertrag vom 20.&nbsp;August 1992 modifizierten die Parteien mit Nachtrag vom 6.&nbsp;April 2004 dahingehend, dass die P&auml;chterin infolge der laut Ziff.&nbsp;1 gesenkten Pacht nach Ziff.&nbsp;2 nunmehr &quot;verpflichtet (wurde), an die Gesellschafter &#8230; der Verp&auml;chterin entsprechend deren Beteiligung am Zeichnungskapital &#8230; j&auml;hrlich Hotelgutscheine &#8230; in H&ouml;he von 2,75&nbsp;% des Beteiligungskapitals entsprechend nominell EUR&nbsp;698.000 auszuh&auml;ndigen und zwar erstmalig im Juli 2004 f&uuml;r das Jahr 2003 &#8230;&quot;. Nach den getroffenen Vereinbarungen kann der Hotelgutschein &quot;&#8230; von seinem Inhaber in allen Hotels der L-AG zur Zahlung von Logis und Gastronomieums&auml;tzen sowie Parkgeb&uuml;hren hoteleigener Parkh&auml;user oder Au&szlig;enparkpl&auml;tze genutzt werden. Nebenums&auml;tze bei Partnerunternehmen des Hotels wie z.B. Telefon, Wellness, Beauty, Golf etc. k&ouml;nnen (damit) nicht abgegolten werden. Eine Barauszahlung &#8230; oder (die Auszahlung) von Restbetr&auml;gen zum Umsatzbetrag ist ausgeschlossen.&quot;. Der Hotelgutschein ist &quot;frei &uuml;bertragbar&quot; und ab Ausgabe drei Jahre g&uuml;ltig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den Verpflichtungen zu Pachtzahlung und Ausgabe der Hotelgutscheine kam die P&auml;chterin in den Streitjahren vertragsgem&auml;&szlig; nach. Die Hotelgutscheine waren durchnummeriert und listenm&auml;&szlig;ig erfasst; sie konnten &uuml;ber ein Meldesystem innerhalb der zur L-AG geh&ouml;renden Hotels bei Einl&ouml;sung den Gesellschaftern der Kl&auml;gerin individuell zugeordnet werden. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen ihrer Erkl&auml;rungen zur gesonderten und einheitlichen Feststellung der Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r die Streitjahre erh&ouml;hte die Kl&auml;gerin die Pachteinnahmen bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung um die Werte der tats&auml;chlich im jeweiligen Jahr&nbsp;&nbsp;&nbsp;eingel&ouml;sten&nbsp;&nbsp;&nbsp;Hotelgutscheine und rechnete sie den betreffenden Gesellschaftern als Sondereinnahmen zu. Wurden die Gutscheine an Dritte unter Wert verkauft, so kam ggf. der vom jeweiligen Gesellschafter mitgeteilte (geringere) Verkaufspreis zum Ansatz. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte in den angefochtenen &#8211;im weiteren Verfahren aus anderen Gr&uuml;nden ge&auml;nderten&#8211; Feststellungsbescheiden f&uuml;r die Streitjahre dagegen die Nominalwerte der in diesem Jahr&nbsp;&nbsp;&nbsp;ausgegebenen&nbsp;&nbsp;&nbsp;Gutscheine an und erh&ouml;hte die Eink&uuml;nfte der Kl&auml;gerin aus Vermietung und Verpachtung um 638.585&nbsp;EUR (2004), 509.972&nbsp;EUR (2005) und 258.200&nbsp;EUR (2006). Die &#8211;unabh&auml;ngig von der tats&auml;chlichen Verwertung fiktiv angesetzten&#8211; Einnahmen aus den Hotelgutscheinen verteilte das FA nach der jeweiligen Beteiligungsquote auf alle Gesellschafter.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hiergegen gerichteten Einspr&uuml;che und Klagen blieben erfolglos. In seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2011, 430 ver&ouml;ffentlichten Urteil vertritt das Finanzgericht (FG) die Auffassung, dass die auf den Hotelgutscheinen angegebenen Eurobetr&auml;ge der Kl&auml;gerin bereits im Jahr der Ausgabe zugeflossen seien. Den &uuml;bertragbaren &quot;Wertschecks&quot; k&auml;me &#8211;&auml;hnlich einem &quot;echten&quot; Scheck&#8211; die Funktion eines Zahlungsmittels im bargeldlosen Zahlungsverkehr zu, &uuml;ber das die Gesellschafter ab Aush&auml;ndigung wirtschaftlich frei verf&uuml;gen k&ouml;nnten. Ferner habe die P&auml;chterin bereits mit der Ausgabe der Gutscheine ihre (Pacht-)Zahlungsverpflichtungen gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin vertragsgem&auml;&szlig; erbracht. Ob die Gesellschafter die Gutscheine tats&auml;chlich verwerteten, sei als Frage der Einkommensverwendung steuerrechtlich unerheblich. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung materiellen Rechts (&sect;&sect;&nbsp;8, 11, 21 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;). Den Hotelgutscheinen komme keine unmittelbare Zahlungsfunktion zu, weil die Inhaber gerade nicht wirtschaftlich frei &uuml;ber den ausgewiesenen Betrag verf&uuml;gen k&ouml;nnten. Vielmehr w&uuml;rden die Gutscheine lediglich zur Inanspruchnahme von Hoteldienstleistungen der L-AG berechtigen. Ein Zufluss von Einnahmen sei erst mit Aus&uuml;bung des einger&auml;umten Rechts &#8211;durch Leistungsbezug oder Verkauf&#8211; anzunehmen. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/><\/br>das angefochtene Urteil des FG aufzuheben und die Feststellungsbescheide f&uuml;r die Jahre 2004 bis 2006 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 13.&nbsp;November 2008 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung um 638.585&nbsp;EUR (2004), um 509.972&nbsp;EUR (2005) und um 261.830&nbsp;EUR (2006) vermindert werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, <br \/><\/br>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Ausgabe der Hotelgutscheine erlange der Gesellschafter nicht nur ein mittelbares &#8211;ggf. von weiteren Bedingungen abh&auml;ngiges&#8211; Nutzungsrecht, sondern ein unmittelbares und uneingeschr&auml;nktes Verwertungsrecht in H&ouml;he des ausgewiesenen Umsatzbetrags und damit &quot;Geldersatz&quot;. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Stattgabe der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Zu Unrecht hat das FG den Zufluss der (Pacht-)Einnahmen aus den Hotelgutscheinen bereits bei deren Ausgabe angenommen und allen Gesellschaftern anteilig zugerechnet. Vielmehr f&uuml;hrt erst die Verwertung der Gutscheine zum Zufluss bei der Kl&auml;gerin und zu Sondereinnahmen der betreffenden Gesellschafter.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gegenleistungen f&uuml;r die zeitliche &Uuml;berlassung des Gebrauchs oder der Nutzung von unbeweglichem Verm&ouml;gen oder aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Pachtzinsforderungen sind Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung nach &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1, 4 EStG (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 14.&nbsp;Oktober 2003 IX&nbsp;R&nbsp;60\/02, BFHE 203, 382, BStBl II 2004, 14, unter II.1.). Diese sind nach &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG innerhalb des Kalenderjahrs bezogen, in dem sie dem Steuerpflichtigen zugeflossen sind, er also im Rahmen einer der Einkunftsarten wirtschaftlich &uuml;ber die nach &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG in Geld oder Geldeswert bestehenden G&uuml;ter verf&uuml;gen kann oder verf&uuml;gt hat (st&auml;ndige BFH-Rechtsprechung, z.B. Urteile vom 3.&nbsp;Februar 2011 VI&nbsp;R&nbsp;66\/09, BFHE 232, 497, BFH\/NV 2011, 1057, unter II.1.a, und vom 20.&nbsp;M&auml;rz 2001 IX&nbsp;R&nbsp;97\/97, BFHE 195, 221, BStBl II 2001, 482, unter II.1.a). <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zwischen Einnahmen in Geld und solchen in Geldeswert unterscheidet der BFH anhand des Rechtsgrunds des Zuflusses. Kann der Steuerpflichtige letztlich (nur) eine Sachleistung beanspruchen, handelt es sich um eine Einnahme in Geldeswert. Kann er dagegen &#8211;zumindest wahlweise&#8211; (auch) die Auszahlung in Geld verlangen, so liegt eine Einnahme in Geld vor. Bei Gutscheinen, die den Steuerpflichtigen lediglich zum Bezug einer von ihm selbst auszuw&auml;hlenden Sach- oder Dienstleistung berechtigen und die bei einem Dritten einzul&ouml;sen oder auf den Kaufpreis anzurechnen sind, liegt ein Sachbezug vor. Unerheblich ist insoweit, dass solche Gutscheine im t&auml;glichen Leben ggf. wie Bargeld verwendbar sein m&ouml;gen. Denn trotz einer gewissen Handelbarkeit oder Tauschf&auml;higkeit besteht ein solcher Gutschein nicht in Geld im Sinne der Negativabgrenzung in &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG und bleibt daher Sachbezug (vgl. BFH-Urteile vom 11.&nbsp;November 2010 VI&nbsp;R&nbsp;21\/09, BFHE 232, 50, BStBl II 2011, 383 &#8211;Geschenkgutscheine&#8211;; vom 11.&nbsp;November 2010 VI&nbsp;R&nbsp;27\/09, BFHE 232, 56, BStBl II 2011, 386 &#8211;Tankkarten&#8211;, und VI&nbsp;R&nbsp;41\/10, BFHE 232, 62, BStBl II 2011, 389 &#8211;Tankgutscheine&#8211;, jeweils unter II.1.c).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) W&auml;hrend Geldbetr&auml;ge dem Empf&auml;nger regelm&auml;&szlig;ig schon dadurch zuflie&szlig;en, dass sie ihm bar ausgezahlt oder seinem Bankkonto gutgeschrieben werden (vgl. BFH-Urteil vom 28.&nbsp;September 2011 VIII&nbsp;R&nbsp;10\/08, BFHE 235, 361, BStBl II 2012, 315; zum Zufluss von Scheckzahlungen im Zeitpunkt der &Uuml;bergabe des &#8211;gedeckten&#8211; Schecks s. BFH-Urteil in BFHE 195, 221, BStBl II 2001, 482, m.w.N.), f&uuml;hrt das blo&szlig;e&nbsp;&nbsp;&nbsp;Innehaben&nbsp;&nbsp;&nbsp;anderer Anspr&uuml;che oder Rechte auf geldwerte Vorteile nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH (noch) nicht zum Zufluss von Einnahmen (vgl. Urteil vom 28.&nbsp;Oktober 2008 IX&nbsp;R&nbsp;96\/07, BFHE 223, 190, BStBl II 2009, 45, unter II.2.a). Dieser liegt grunds&auml;tzlich erst in der&nbsp;&nbsp;&nbsp;Erf&uuml;llung&nbsp;&nbsp;&nbsp;eines solchen Anspruchs, also wenn das wirtschaftliche Eigentum an einem versprochenen Gegenstand verschafft oder die geschuldete Leistung tats&auml;chlich erbracht wird (vgl. BFH-Beschluss vom 27.&nbsp;Juli 2011 VI&nbsp;B&nbsp;160\/10, BFH\/NV 2011, 1869, unter 1.a&nbsp;aa, und BFH-Urteil vom 20.&nbsp;November 2008 VI&nbsp;R&nbsp;25\/05, BFHE 223, 419, BStBl II 2009, 382, unter II.3.a, m.w.N. &#8211;jeweils zu Aktienoptionen&#8211;). Im Einzelfall hat das FG aufgrund einer Tatsachenw&uuml;rdigung zu entscheiden, ob die versprochene Leistung auf das Verschaffen der Nutzung selbst oder lediglich der Nutzungsm&ouml;glichkeit gerichtet ist (zur Abgrenzung vgl. BFH-Urteile vom 16.&nbsp;Dezember 1992 I&nbsp;R&nbsp;32\/92, BFHE 170, 354, BStBl II 1993, 399, unter II.B.3.a &#8211;Wohnungsberechtigungspunkte&#8211;, und vom 12.&nbsp;April 2007 VI&nbsp;R&nbsp;89\/04, BFHE 217, 555, BStBl II 2007, 719, unter II.2.b &#8211;Jahresnetzkarte&#8211;). <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das Urteil des FG entspricht diesen Grunds&auml;tzen nicht. Es ist deshalb aufzuheben. Zwar geht das FG bez&uuml;glich der Hotelgutscheine zutreffend von (Pacht-)Einnahmen der Kl&auml;gerin in Geldeswert aus und h&auml;lt es insoweit f&uuml;r unbeachtlich, dass die P&auml;chterin die Gutscheine im abgek&uuml;rzten Leistungsweg &#8211;wie vereinbart&#8211; direkt an die &#8211;der Kl&auml;gerin insoweit zuzurechnenden&#8211; Gesellschafter ausgegeben hat. Zu Unrecht nimmt das FG allerdings an, dass diese Einnahmen der Kl&auml;gerin bereits mit Aush&auml;ndigung der Wertschecks an die Gesellschafter zugeflossen sind. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Entgegen der Auffassung des FG sind die ausgegebenen Hotelgutscheine keine bargeldlosen, scheck&auml;hnlichen (Pacht-)Zahlungsmittel. Sie gen&uuml;gen schon nicht den formalen Anforderungen des Scheckgesetzes &#8211;ScheckG&#8211; (vgl. die Mindestangaben laut Art.&nbsp;1, 2 ScheckG) und sind insbesondere nicht auf die Zahlung einer bestimmten Geldsumme, sondern lediglich auf einen Preisnachlass bei Inanspruchnahme bestimmter&nbsp;&nbsp;&nbsp;Hoteldienstleistungen&nbsp;&nbsp;&nbsp;der P&auml;chterin gerichtet. Anders als Barzahlungs- oder auch Verrechnungsschecks decken sie als &quot;verbrieftes Nutzungsrecht&quot; nur ein eng umgrenztes Leistungsspektrum ab, eine (wahlweise) Barauszahlung ist nicht m&ouml;glich. Diese in Geldeswert bestehende Pachtzahlung flie&szlig;t der Kl&auml;gerin erst mit Einr&auml;umung der konkreten Nutzungsm&ouml;glichkeit f&uuml;r den einzelnen Gesellschafter als Entgelt nach &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG oder &#8211;im Fall des Verkaufs der Gutscheine&#8211; dem Gesellschafter als Ver&auml;u&szlig;erungspreis i.S. des &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG zu und ist nach &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG bei Inanspruchnahme mit dem Nominalwert, im Verkaufsfall dagegen mit dem tats&auml;chlich erzielten Ver&auml;u&szlig;erungspreis, zu bewerten. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Entgegen der Auffassung des FG ergibt sich im Streitfall aus den Leistungsbeziehungen auch kein sog. &quot;Drei-Personen-Verh&auml;ltnis&quot;, aus dem &#8211;durch die Ausgabe der Gutscheine&#8211; ein Anspruch gegen einen Dritten und damit m&ouml;glicherweise ein fr&uuml;herer Zuflusszeitpunkt folgen k&ouml;nnte. Die Vereinbarung &uuml;ber die Ausgabe der Hotelgutscheine wurde zwischen P&auml;chterin und Kl&auml;gerin im Rahmen eines &quot;Nachtrags zum Pachtvertrag&quot; getroffen. Sie ist nicht Ausfluss aus dem&nbsp;&nbsp;&nbsp;Gesellschaftsverh&auml;ltnis&nbsp;&nbsp;&nbsp;zwischen Gutscheinsempf&auml;ngern und Kl&auml;gerin, sondern sowohl formal als auch &#8211;mit Blick auf den Entgeltcharakter&#8211; inhaltlich mit dem&nbsp;&nbsp;&nbsp;Pachtverh&auml;ltnis&nbsp;&nbsp;&nbsp;selbst unmittelbar verkn&uuml;pft, mit dem sie &#8211;unabh&auml;ngig von m&ouml;glichen Gesellschafterwechseln&#8211; steht und f&auml;llt. Dass die Gutscheine &#8211;wie das FG zutreffend annimmt&#8211; im abgek&uuml;rzten Leistungsweg direkt an die Gesellschafter der Kl&auml;gerin auszugeben waren, &auml;ndert daran nichts; aufgrund ihrer Stellung als Gesellschafter sind sie der Kl&auml;gerin insoweit zuzurechnen. Anders als in F&auml;llen, in denen der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer einen bei einem Dritten einzul&ouml;senden Gutschein aush&auml;ndigt, sind damit im Streitfall am ma&szlig;geblichen Deckungsverh&auml;ltnis dieselben Parteien beteiligt wie am Valutaverh&auml;ltnis. Denn die L-AG ist als P&auml;chterin nicht nur zur Ausgabe der Gutscheine verpflichtet, sondern &#8211;&uuml;ber die ihr zuzurechnenden Hotels&#8211; auch zu deren Einl&ouml;sung. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Aufgrund des firmeninternen Meldesystems der P&auml;chterin ist die zutreffende Besteuerung &#8211;insbesondere hinsichtlich Zeitpunkt, H&ouml;he und Empf&auml;nger der jeweiligen Leistung&#8211; sichergestellt &#8211; und zwar auch bei anderweitiger Verwertung der Gutscheine. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Sache ist spruchreif. Nach den insoweit hinreichenden, nicht angegriffenen und deshalb gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO bindenden Feststellungen des FG kann der Senat in der Sache selbst entscheiden (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO). Danach ist der Klage stattzugeben. Die Eink&uuml;nfte der Kl&auml;gerin aus Vermietung und Verpachtung sind wie beantragt um die der H&ouml;he nach nicht streitigen Betr&auml;ge zu mindern. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die genaue Berechnung der festzustellenden Besteuerungsgrundlagen sowie die Zurechnung bei den einzelnen Gesellschaftern wird dem FA &uuml;bertragen (&sect;&nbsp;121 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.8.2012, IX R 55\/10 Zufluss von Pachtzahlungen in Geldeswert Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist ein geschlossener Immobilienfonds, der in den Streitjahren (2004 bis 2006) ein in seinem Eigentum stehendes Hotelgrundst&uuml;ck an die L-AG verpachtete. 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