{"id":31415,"date":"2013-03-12T17:28:31","date_gmt":"2013-03-12T15:28:31","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=31415"},"modified":"2013-03-12T17:28:31","modified_gmt":"2013-03-12T15:28:31","slug":"bfh-beschluss-vom-8-3-1984-i-r-50_81-bstbl-1984-ii-s-445","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-beschluss-vom-8-3-1984-i-r-50_81-bstbl-1984-ii-s-445\/","title":{"rendered":"BFH-Beschlu\u00df vom 8.3.1984 (I R 50\/81) BStBl. 1984 II S. 445"},"content":{"rendered":"<p><b>BFH-Beschlu\u00df vom 8.3.1984 (I R 50\/81) BStBl. 1984 II S. 445<\/p>\n<p>Die von einem Rechtsanwalt nur mit einem Haken unterzeichnete Revisionsbegr\u00fcndung gen\u00fcgt nicht dem Erfordernis der &#8222;schriftlichen&#8220; Begr\u00fcndung der Revision.<\/p>\n<p><\/b><\/p>\n<p>FGO \u00a7 120 Abs. 1.<\/p>\n<p>Vorinstanz: FG des Saarlandes<\/p>\n<p><b><\/p>\n<p align=\"center\">Sachverhalt<\/p>\n<p><\/b><\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin und Revisionskl\u00e4gerin (Kl\u00e4gerin) hat gegen das ihr zugestellte Urteil des Finanzgerichts (FG) durch den von ihr bevollm\u00e4chtigten Rechtsanwalt Revision einlegen lassen. Die Revisionsbegr\u00fcndungsschrift vom 27. M\u00e4rz 1981 tr\u00e4gt am Ende der schrifts\u00e4tzlichen Ausf\u00fchrungen im Zusammenhang mit dem Wort &#8222;Rechtsanwalt&#8220; ein hakenf\u00f6rmiges Zeichen. Dieses mit Kugelschreiber ausgef\u00fchrte Zeichen besteht aus einer Linie, die etwa 2 cm \u00fcber dem Anfangsbuchstaben R des Wortes &#8222;Rechtsanwalt&#8220; beginnt, senkrecht nach unten f\u00fchrt, beim Buchstaben R sich in leichtem Bogen nach rechts wendet, sodann waagerecht das Wort &#8222;Rechtsanwalt&#8220; durchschneidet und am Ende dieses Wortes etwa 2 cm schr\u00e4g nach rechts unten verl\u00e4uft. Am unteren Ende dieser Linie ist ein 1 cm breiter und nach rechts gerichteter Haken angebracht.<\/p>\n<p><b><\/p>\n<p align=\"center\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<p><\/b><\/p>\n<p>Die Revision ist unzul\u00e4ssig. Die Revisionsbegr\u00fcndungsschrift entspricht nicht der gesetzlichen Form.<\/p>\n<p>Nach \u00a7 120 Abs. 1 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) ist die Revision innerhalb eines Monats nach Zustellung des Urteils des FG schriftlich einzulegen und binnen eines weiteren Monats zu begr\u00fcnden. Die Schriftform gilt auch f\u00fcr die Revisionsbegr\u00fcndung (Beschlu\u00df des Bundesfinanzhofs &#8211; BFH &#8211; vom 5. November 1973 GrS 2\/72, BFHE 111, 278, BStBl II 1974, 242). Aus dem Erfordernis der Schriftform folgt, da\u00df der betreffende Schriftsatz von demjenigen, der die Verantwortung f\u00fcr dessen Inhalt tr\u00e4gt, eigenh\u00e4ndig unterschrieben worden sein mu\u00df. Nur so l\u00e4\u00dft sich erkennen, da\u00df dieser Schriftsatz mit Wissen und Wollen des f\u00fcr ihn Verantwortlichen dem Gericht zugegangen ist (BFH-Urteil vom 7. August 1974 II R 169\/70, BFHE 113, 490, BStBl II 1975, 194). Die Unterschrift unter einem bestimmenden Schriftsatz &#8211; hierzu geh\u00f6rt die Revisionsbegr\u00fcndungsschrift &#8211; soll au\u00dferdem dem Nachweis dienen, da\u00df die schrifts\u00e4tzlichen Ausf\u00fchrungen von einer Person vorgetragen worden sind, die nach der ma\u00dfgeblichen Proze\u00dfordnung bef\u00e4higt und befugt ist, Proze\u00dfhandlungen vorzunehmen (Urteil des Bundesarbeitsgerichts &#8211; BAG &#8211; vom 29. Juli 1981 4 AZR 632\/79, Der Betrieb &#8211; DB &#8211; 1981, 2183). F\u00fcr das Verfahren vor dem BFH besteht nach Art. 1 Nr. 1 des Gesetzes zur Entlastung des Bundesfinanzhofs (BFH-EntlG) Vertretungszwang.<\/p>\n<p>Eine eigenh\u00e4ndige Unterschrift liegt vor, wenn das Schriftst\u00fcck mit dem vollen Namen unterzeichnet worden ist. Die Abk\u00fcrzung des Namens &#8211; sogenannte Paraphe &#8211; anstelle der Unterschrift gen\u00fcgt nicht (BFH-Beschlu\u00df vom 14. Januar 1972 III R 88\/70, BFHE 104, 497, BStBl II 1972, 427; Beschlu\u00df des Bundesgerichtshofs &#8211; BGH &#8211; vom 13. Juli 1967 I a ZB 1\/67, Neue Juristische Wochenschrift &#8211; NJW &#8211; 1967, 2310). Die Unterzeichnung nur mit einer Paraphe l\u00e4\u00dft nicht erkennen, da\u00df es sich um eine endg\u00fcltige Erkl\u00e4rung des Unterzeichners und nicht etwa nur um einen Entwurf handelt. Es wird zwar nicht die Lesbarkeit der Unterschrift verlangt. Es mu\u00df aber ein die Identit\u00e4t des Unterschreibenden ausreichend kennzeichnender individueller Schriftzug sein, der einmalig ist, entsprechende charakteristische Merkmale aufweist und sich als Unterschrift eines Namens darstellt. Es m\u00fcssen mindestens einzelne Buchstaben zu erkennen sein, weil es sonst an dem Merkmal einer Schrift \u00fcberhaupt fehlt (BGH-Beschl\u00fcsse vom 21. M\u00e4rz 1974 VII ZB 2\/74, Betriebs-Berater &#8211; BB &#8211; 1974, 717, H\u00f6chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211; HFR &#8211; 1974, 354, und vom 27. Oktober 1983 VII ZB 9\/83, Versicherungsrecht &#8211; VersR &#8211; 1984, 142).<\/p>\n<p>Im Streitfall gen\u00fcgt die durch das Wort &#8222;Rechtsanwalt&#8220; gezogene hakenf\u00f6rmige Linie nicht diesen Anforderungen. Dieses Zeichen l\u00e4\u00dft nicht einmal erkennen, ob es sich wenigstens um den Anfangsbuchstaben des Namens des Rechtsanwalts handelt. Es hat au\u00dferdem mit der Unterschrift unter der Revisionsschrift vom 26. Februar 1981, die sich durch gute Lesbarkeit auszeichnet und sich zweifelsfrei als die eigenh\u00e4ndige Unterschrift des Rechtsanwalts identifizieren l\u00e4\u00dft, keine \u00c4hnlichkeit. M\u00f6gen auch noch weitere &#8211; nicht bestimmende &#8211; Schrifts\u00e4tze mit dem gleichen oder einem \u00e4hnlichen hakenf\u00f6rmigen Zeichen als Unterschrift versehen sein, ergeben sich Zweifel, ob die auf diese Weise unterzeichneten Schreiben einschlie\u00dflich der Revisionsbegr\u00fcndungsschrift von dem f\u00fcr die Revisionsinstanz bevollm\u00e4chtigten Rechtsanwalt herr\u00fchren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFH-Beschlu\u00df vom 8.3.1984 (I R 50\/81) BStBl. 1984 II S. 445 Die von einem Rechtsanwalt nur mit einem Haken unterzeichnete Revisionsbegr\u00fcndung gen\u00fcgt nicht dem Erfordernis der &#8222;schriftlichen&#8220; Begr\u00fcndung der Revision. FGO \u00a7 120 Abs. 1. 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