{"id":31470,"date":"2013-03-12T17:12:00","date_gmt":"2013-03-12T15:12:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=31470"},"modified":"2013-03-12T17:12:00","modified_gmt":"2013-03-12T15:12:00","slug":"bfh-beschluss-vom-3-5-1984-vii-b-84_83-bstbl-1984-ii-s-562","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-beschluss-vom-3-5-1984-vii-b-84_83-bstbl-1984-ii-s-562\/","title":{"rendered":"BFH-Beschlu\u00df vom 3.5.1984 (VII B 84\/83) BStBl. 1984 II S. 562"},"content":{"rendered":"<p><b>BFH-Beschlu\u00df vom 3.5.1984 (VII B 84\/83) BStBl. 1984 II S. 562<\/p>\n<p>Das FG braucht keinen Beschlu\u00df dar\u00fcber zu fassen, da\u00df es einer von ihm nicht zugelassenen und daher nicht statthaften Beschwerde (wegen Aussetzung der Vollziehung) nicht abhelfe.<\/p>\n<p><\/b><\/p>\n<p>FGO \u00a7 69 Abs. 3, \u00a7 130 Abs. 1; BFH-EntlG Art. 1 Nr. 3.<\/p>\n<p><b><\/p>\n<p align=\"center\">Sachverhalt<\/p>\n<p><\/b><\/p>\n<p>Der Antragsteller und Beschwerdef\u00fchrer (Beschwerdef\u00fchrer) beantragte beim Finanzgericht (FG), die Vollziehung des gegen ihn als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer einer GmbH &#038; Co. KG ergangenen Haftungsbescheids des Antragsgegners und Beschwerdegegners (Finanzamt &#8211; FA -) wegen nichtabgef\u00fchrter Lohnsteuer und Lohnkirchensteuer auszusetzen. Das FG lehnte den Antrag ab. In der Rechtsmittelbelehrung f\u00fchrte es unter Hinweis auf Art. 1 Nr. 3 des Gesetzes zur Entlastung des Bundesfinanzhofs (BFH-EntlG) aus, der Beschlu\u00df sei unanfechtbar.<\/p>\n<p>Der Beschwerdef\u00fchrer erhob gegen den Beschlu\u00df Nichtzulassungsbeschwerde.<\/p>\n<p>Das FG legte die Beschwerde dem Bundesfinanzhof (BFH) mit dem Bemerken vor, da es gegen die Nichtzulassung der Beschwerde keine Beschwerde gebe, bestehe f\u00fcr das FG keine M\u00f6glichkeit, einen Nichtabhilfebeschlu\u00df zu erlassen.<\/p>\n<p><b><\/p>\n<p align=\"center\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<p><\/b><\/p>\n<p>Die Beschwerde ist unzul\u00e4ssig.<\/p>\n<p>Nach Art. 1 Nr. 3 BFH-EntlG kann ein Beschlu\u00df des FG nach \u00a7 69 Abs. 3 und 4 der Finanzgerichtsordnung (FGO) nur angefochten werden, wenn das FG die Beschwerde in dem Beschlu\u00df zugelassen hat. Die Nichtzulassung der Beschwerde ist unanfechtbar, da gegen sie ein Rechtsmittel nicht gegeben ist (Beschl\u00fcsse des BFH vom 22. Januar 1976 V B 91\/75, BFHE 117, 531, BStBl II 1976, 241; vom 20. Juni 1978 VII B 45\/77, BFHE 125, 150, BStBl II 1978, 434, und vom 10. Juli 1980 IV B 77\/79, BFHE 131, 184, 187, BStBl II 1980, 697).<\/p>\n<p>Das FG hat zwar, wie aus dessen Vorlageschreiben an den BFH zu entnehmen ist, zumindest keinen f\u00f6rmlichen Beschlu\u00df \u00fcber die Nichtabhilfe der Beschwerde erlassen. Der erkennende Senat wird dadurch aber nicht an der Entscheidung \u00fcber die Beschwerde gehindert.<\/p>\n<p>Zwar ist dem FG in F\u00e4llen, in denen seine Entscheidung durch Beschwerde angefochten worden ist, grunds\u00e4tzlich die Abhilfe vorbehalten, bevor der BFH zur Entscheidung befugt ist (\u00a7\u00a7 115 Abs. 5 Satz 1, 130 Abs. 1 FGO). F\u00fcr die Entscheidung im Streitfall ist jedoch unsch\u00e4dlich, da\u00df das FG \u00fcber die Nichtabhilfe nicht durch f\u00f6rmlichen Beschlu\u00df entschieden hat. Es ist auch ohne Bedeutung, ob das FG dar\u00fcber \u00fcberhaupt eine Entscheidung getroffen hat. Denn gegen die Nichtzulassung der Beschwerde ist ein Rechtsmittel nicht gegeben. Daher war das FG unter keinem denkbaren Gesichtspunkt befugt, der Nichtzulassungsbeschwerde abzuhelfen und die Beschwerde nachtr\u00e4glich zuzulassen (vgl. BFHE 125, 150, BStBl II 1978, 434; BFHE 131, 184, 187, BStBl II 1980, 697). Die Beschwerde nach Art. 1 Nr. 3 BFH-EntlG konnte nur &#8222;in dem Beschlu\u00df&#8220; des FG, durch den die Aussetzung der Vollziehung abgelehnt worden ist, zugelassen werden. H\u00e4tte das FG die Beschwerde gleichwohl nachtr\u00e4glich zugelassen, so w\u00e4re die Zulassung wegen offensichtlichen Gesetzesversto\u00dfes unverbindlich (vgl. BFHE 125, 150, BStBl II 1978, 434).<\/p>\n<p>Da aus den vorgenannten Gr\u00fcnden keine Abhilfe m\u00f6glich ist, widerspr\u00e4che es dem Sinn und Zweck des dem FG zuerkannten Abhilfevorbehalts, die Entscheidung des BFH \u00fcber die Beschwerde gleichwohl von einer Entscheidung des FG \u00fcber die Nichtabhilfe abh\u00e4ngig zu machen. Die Herbeif\u00fchrung lediglich einer f\u00f6rmlichen Entscheidung des FG mit dem allein m\u00f6glichen Inhalt, da\u00df der Beschwerde nicht abgeholfen werde, rechtfertigt es nicht, die Entscheidung \u00fcber die Beschwerde hinauszuz\u00f6gern und das FG erneut mit der Angelegenheit zu befassen.<\/p>\n<p>Mit seiner Entscheidung weicht der erkennende Senat nicht von den Entscheidungen des BFH vom 25. September 1967 IV B 33\/66 (BFHE 90, 103, BStBl III 1967, 788) und vom 6. Juni 1971 I B 45\/78 (nicht ver\u00f6ffentlicht) ab. In diesen F\u00e4llen waren die Beschwerden statthaft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFH-Beschlu\u00df vom 3.5.1984 (VII B 84\/83) BStBl. 1984 II S. 562 Das FG braucht keinen Beschlu\u00df dar\u00fcber zu fassen, da\u00df es einer von ihm nicht zugelassenen und daher nicht statthaften Beschwerde (wegen Aussetzung der Vollziehung) nicht abhelfe. FGO \u00a7 69 Abs. 3, \u00a7 130 Abs. 1; BFH-EntlG Art. 1 Nr. 3. 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