{"id":32407,"date":"2013-03-15T18:12:25","date_gmt":"2013-03-15T16:12:25","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=32407"},"modified":"2013-03-15T18:12:25","modified_gmt":"2013-03-15T16:12:25","slug":"bfh-urteil-vom-17-10-1985-vii-r-131_82-bstbl-1986-ii-s-24","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-urteil-vom-17-10-1985-vii-r-131_82-bstbl-1986-ii-s-24\/","title":{"rendered":"BFH-Urteil vom 17.10.1985 (VII R 131\/82) BStBl. 1986 II S. 24"},"content":{"rendered":"<p><b>BFH-Urteil vom 17.10.1985 (VII R 131\/82) BStBl. 1986 II S. 24<\/p>\n<p>Nichtvermarktungspr\u00e4mien (hier: Pr\u00e4mien f\u00fcr die Umstellung von Milchkuhbest\u00e4nden) sind keine Erzeugerpr\u00e4mien i.S. von \u00a7 29 Abs. 1 Satz 1 MOG. F\u00fcr Streitigkeiten \u00fcber Nichtvermarktungspr\u00e4mien ist der Finanzrechtsweg nicht er\u00f6ffnet. Zust\u00e4ndig sind die Verwaltungsgerichte.<\/p>\n<p><\/b><\/p>\n<p>FGO \u00a7 33 Abs. 1 Nr. 4, \u00a7 34 Abs. 3 Satz 2; MOG \u00a7 29 Abs. 1 Satz 1, \u00a7 6 Abs. 1 Nrn. 5 und 16.<\/p>\n<p>Vorinstanz: FG Hamburg<\/p>\n<p><b><\/p>\n<p align=\"center\">Sachverhalt<\/p>\n<p><\/b><\/p>\n<p align=\"center\">I.<\/p>\n<p>Gestritten wird \u00fcber Rechtm\u00e4\u00dfigkeit des von der Beklagten gegen die Kl\u00e4gerin erlassenen Bescheides vom 29. Juni 1979, durch den die der Kl\u00e4gerin auf deren Antrag nach den einschl\u00e4gigen Vorschriften des Gemeinschaftsrechts gew\u00e4hrte Pr\u00e4mie f\u00fcr die Umstellung von Milchkuhbest\u00e4nden auf Best\u00e4nde zur Fleischerzeugung mit der Begr\u00fcndung zur\u00fcckgefordert wurde, die Kl\u00e4gerin habe w\u00e4hrend der vierj\u00e4hrigen Bindungsfrist nicht die mindestens gleiche Anzahl Gro\u00dfvieheinheiten gehalten wie im Bezugszeitpunkt.<\/p>\n<p>Das Finanzgericht (FG) wies die nach erfolglosem Vorverfahren erhobene Klage durch sein in Entscheidungen der Finanzgerichte 1983, 244 ver\u00f6ffentlichtes Urteil vom 23. Juli 1982 IV 45\/82 N aus sachlich-rechtlichen Gr\u00fcnden ab. Es bejahte die Zul\u00e4ssigkeit des Finanzrechtswegs, den es nach \u00a7 33 Abs. 1 Nr. 4 der Finanzgerichtsordnung (FGO) i. V. m. \u00a7 29 Abs. 1 Satz 1 des Gesetzes zur Durchf\u00fchrung der gemeinsamen Marktorganisationen vom 31. August 1972 &#8211; MOG &#8211; (BGBl I 1972, 1617, Bundeszollblatt &#8211; BZBI &#8211; 1972, 1048) f\u00fcr gegeben hielt, und f\u00fchrte insoweit aus, bei der der Kl\u00e4gerin gew\u00e4hrten Pr\u00e4mie handele es sich um eine Erzeugerpr\u00e4mie, wie sich auch aus der Erm\u00e4chtigungsgrundlage (\u00a7 6 Abs. 1 Nr. 5 MOG) der innerstaatlichen Regelung zur Durchf\u00fchrung des ma\u00dfgebenden Gemeinschaftsrechts ergebe. \u00a7 29 Abs. 1 MOG stelle auf den Erzeuger, nicht auf die Erzeugung von landwirtschaftlichen Produkten ab. Eine Erzeugerpr\u00e4mie sei demgem\u00e4\u00df auch die f\u00fcr die Vernichtung landwirtschaftlicher Produktionsfaktoren gew\u00e4hrte &#8222;Schlachtpr\u00e4mie f\u00fcr K\u00fche&#8220;. F\u00fcr die Zul\u00e4ssigkeit des Finanzrechtswegs spreche auch, da\u00df die Finanzgerichte auch f\u00fcr Streitigkeiten \u00fcber Pr\u00e4mien zust\u00e4ndig seien, die landwirtschaftlichen Erzeugern zur F\u00f6rderung der Produktion gew\u00e4hrt w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Gegen dieses Urteil richtet sich die Revision der Kl\u00e4gerin.<\/p>\n<p><b><\/p>\n<p align=\"center\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<p><\/b><\/p>\n<p align=\"center\">II.<\/p>\n<p>Die Revision f\u00fchrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils, Feststellung der Unzul\u00e4ssigkeit des Finanzrechtswegs und, entsprechend dem Hilfsantrag der Kl\u00e4gerin, zur Verweisung der Sache an das Gericht des ersten Rechtszuges der Gerichtsbarkeit, zu der der Rechtsweg er\u00f6ffnet ist (\u00a7 34 Abs. 3 Satz 1 FGO), im Streitfalle das VG H.<\/p>\n<p>Das FG hat zu Unrecht den Finanzrechtsweg f\u00fcr gegeben erachtet und eine Sachentscheidung getroffen. Der Finanzrechtsweg ist nicht gegeben, weil keiner der in \u00a7 33 Abs. 1 Nrn. 1 bis 3 FGO bezeichneten F\u00e4lle vorliegt und f\u00fcr \u00f6ffentlich-rechtliche Streitigkeiten der vorliegenden Art der Finanzrechtsweg auch nicht durch Gesetz er\u00f6ffnet ist (vgl. \u00a7 33 Abs. 1 Nr. 4 FGO). Die Voraussetzungen der allein in Betracht kommenden Zuweisungsvorschrift &#8211; \u00a7 29 Abs. 1 Satz 1 MOG &#8211; sind nicht gegeben. Diese Vorschrift er\u00f6ffnet den Finanzrechtsweg in \u00f6ffentlich-rechtlichen Streitigkeiten u.a. \u00fcber &#8222;Erzeugerpr\u00e4mien&#8220;. Die der Kl\u00e4gerin gew\u00e4hrte Pr\u00e4mie, \u00fcber deren R\u00fcckforderung gestritten wird &#8211; eine Pr\u00e4mie zur Umstellung von Milchkuhbest\u00e4nden auf Best\u00e4nde zur Fleischerzeugung, von der Beklagten gew\u00e4hrt gem\u00e4\u00df Art. 1 bis 4 der Verordnung (EWG) Nr. 1353\/73 (VO Nr. 1353\/73) des Rates vom 15. Mai 1973 zur Einf\u00fchrung einer Pr\u00e4mienregelung f\u00fcr die Umstellung von Milchkuhbest\u00e4nden auf Best\u00e4nde zur Fleischerzeugung und Pr\u00e4mien zur F\u00f6rderung der speziell auf die Fleischerzeugung ausgerichteten Rinderaufzucht (Amtsblatt der Europ\u00e4ischen Gemeinschaften &#8211; ABlEG &#8211; L 141\/18 vom 28. Mai 1973) -, ist keine Erzeugerpr\u00e4mie, sondern eine Nichtvermarktungspr\u00e4mie; f\u00fcr Streitigkeiten \u00fcber eine derartige Pr\u00e4mie ist mangels anderweitiger Rechtswegzuweisung der Rechtsweg zu den Gerichten der allgemeinen Verwaltungsgerichtsbarkeit gegeben.<\/p>\n<p>Dies hat das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) in seinem vom FG angef\u00fchrten, am 12. Juni 1980 verk\u00fcndeten Urteil 3 C 121.79 (Buchholz, Sammel- und Nachschlagewerk der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts, 451.511, MOG \u00a7 6 Nr. 1) entschieden f\u00fcr Streitigkeiten \u00fcber die Nichtvermarktungspr\u00e4mie nach der Verordnung (EWG) Nr. 1975\/69 (VO Nr. 1975\/69) des Rates vom 6. Oktober 1969 zur Einf\u00fchrung einer Pr\u00e4mienregelung f\u00fcr die Schlachtung von K\u00fchen und die Nichtvermarktung von Milch und Milcherzeugnissen (ABlEG L 252\/1 vom 8. Oktober 1969). Der Senat teilt die Auffassung des BVerwG, da\u00df eine Pr\u00e4mie, die bezweckt, die Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte zu beschr\u00e4nken, nicht aber deren Erzeugung zu f\u00f6rdern, keine Erzeugerpr\u00e4mie ist. Dies gilt auch f\u00fcr Umstellungspr\u00e4mien nach Art. 1 bis 4 der VO Nr. 1353\/73, die &#8211; wie die insoweit gleichartigen Pr\u00e4mien nach Abschn. II der VO Nr. 1975\/69 &#8211; im Interesse eines Abbaues der hohen \u00dcbersch\u00fcsse an Milch und Milcherzeugnissen &#8211; nur &#8211; Erzeugern gew\u00e4hrt werden, die sich zum vollst\u00e4ndigen Verzicht auf die Abgabe von Milch und Milcherzeugnissen w\u00e4hrend einer bestimmten Zeit verpflichten (vgl. Art. 3 Abs. 1 Buchst. a der VO Nr. 1353\/73 sowie ihren vierten und sechsten Erw\u00e4gungsgrund).<\/p>\n<p>Der Bewertung dieser Pr\u00e4mien als Nichtvermarktungspr\u00e4mien &#8211; nicht Erzeugerpr\u00e4mien &#8211; steht nicht entgegen, da\u00df die Pr\u00e4miengew\u00e4hrung zus\u00e4tzlich die Verpflichtung des Erzeugers voraussetzt, w\u00e4hrend der Bindungsfrist in seinem Betrieb mindestens so viele Gro\u00dfvieheinheiten zu halten wie im Bezugszeitpunkt (Art. 3 Abs. 1 Buchst. b der VO Nr. 1353\/73). Zwar kann davon ausgegangen werden, da\u00df die Pr\u00e4mien &#8222;zur Umstellung &#8230; auf Best\u00e4nde zur Fleischerzeugung&#8220; die Empf\u00e4nger auch &#8211; mittelbar &#8211; dazu anreizen sollen, ihre Erzeugung in den Dienst der Rinderzucht zum Zwecke der Fleischerzeugung zu stellen und ihre Betriebskapazit\u00e4t tats\u00e4chlich zu nutzen (vgl. &#8211; zur VO Nr. 1975\/69 &#8211; Urteile des Gerichtshofs der Europ\u00e4ischen Gemeinschaften vom 1. M\u00e4rz 1977 Rs. 84\/76, EuGHE 1977, 361, 371, und vom 13. Februar 1980 Rs. 77\/79, EuGHE 1980, 247, 260). Gleichwohl dient die Verpflichtung, Gro\u00dfvieheinheiten in der vorgeschriebenen Weise zu halten, wie der vierte Erw\u00e4gungsgrund der VO Nr. 1353\/73 deutlich macht, unmittelbar nur dazu, die Zweckbestimmung der Pr\u00e4mien &#8211; Nichtvermarktung von Milch und Milcherzeugnissen durch Erzeuger, die durch tats\u00e4chliche Rinderhaltung nachweisen, da\u00df sie sonst die Produkte abgeben k\u00f6nnen &#8211; sinnvoll abzusichern (ebenso BVerwG-Urteil, a. a. O., zu Art. 8 der VO Nr. 1975\/69); zu einer Erzeugerpr\u00e4mie f\u00fcr die Rindfleischproduktion wird die Umstellungspr\u00e4mie dadurch nicht.<\/p>\n<p>Auch der Umstand, da\u00df sie einem &#8222;Erzeuger&#8220; gew\u00e4hrt wird, verleiht f\u00fcr sich allein ihr noch nicht den Charakter einer Erzeugerpr\u00e4mie i. S. von \u00a7 29 Abs. 1 Satz 1 MOG. Der Senat ist wie das BVerwG (a. a. O.) der Ansicht, da\u00df die Frage, ob es sich bei einer bestimmten Pr\u00e4mie um eine Erzeugerpr\u00e4mie handelt, nach der Natur der Verg\u00fcnstigung, wie sie sich aus ihrer Zweckbestimmung ergibt, zu beantworten ist. Ihr Zweck ist nicht nur personenbezogen, sondern, wie der der im MOG (\u00a7 6 Abs. 1 Nr. 5, \u00a7 29 Abs. 1 Satz 1) neben den Erzeugerpr\u00e4mien aufgef\u00fchrten K\u00e4uferpr\u00e4mien, auch sachbezogen. Ebenso wie K\u00e4uferpr\u00e4mien dem K\u00e4ufer nicht f\u00fcr einen beliebigen Kauf, sondern nur f\u00fcr den Erwerb bestimmter Waren, deren Vermarktung gef\u00f6rdert werden soll (z. B. Kauf von Tabakbl\u00e4ttern von einem Erzeuger in der Gemeinschaft), gew\u00e4hrt werden, sollen Erzeugerpr\u00e4mien &#8222;Erzeugern&#8220; nicht um ihrer selbst willen, sondern zur F\u00f6rderung eines bestimmten Erzeugungszwecks zugute kommen. Dieser kann zwar auch, je nach der Zweckbestimmung der Pr\u00e4mie, in einer Bearbeitung liegen (vgl. das in der Begr\u00fcndung zu \u00a7 6 Abs. 1 Nr. 5 MOG &#8211; BT-Drucks. VI\/2553 S. 23 = BZBI 1972, 1065 &#8211; angef\u00fchrte Beispiel der Pr\u00e4mien f\u00fcr Erzeuger, die die von ihnen erzeugten Tabakbl\u00e4tter der ersten Bearbeitung und Aufbereitung unterziehen), nicht aber in Ma\u00dfnahmen, die &#8211; wie die Nichtabgabe (Nichtvermarktung) von Milch und Milcherzeugnissen oder wie die Schlachtung von Milchk\u00fchen (vgl. Abschn. I der VO Nr. 1975\/69) &#8211; das Gegenteil einer Erzeugung bewirken.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr, da\u00df die streitige Nichtvermarktungspr\u00e4mie (Umstellungspr\u00e4mie) keine Erzeugerpr\u00e4mie i. S. von \u00a7 29 Abs. 1 Satz 1 MOG ist, spricht im \u00fcbrigen auch, da\u00df in \u00f6ffentlich-rechtlichen Streitigkeiten, f\u00fcr die diese Vorschrift den Finanzrechtsweg er\u00f6ffnet, entweder eine Beh\u00f6rde der Bundesfinanzverwaltung zust\u00e4ndig ist (vgl. wegen der Zust\u00e4ndigkeit zur Durchf\u00fchrung der Pr\u00e4mienregelung f\u00fcr Tabakbl\u00e4tter \u00a7 2 der Verordnung \u00fcber die Gew\u00e4hrung einer Pr\u00e4mie f\u00fcr Tabakbl\u00e4tter vom 24. Juli 1973, BGBl I 1973, 901) oder aber eine Marktordnungsstelle (\u00a7 3 Abs. 1 MOG). F\u00fcr die Durchf\u00fchrung der hier in Betracht kommenden Pr\u00e4mienregelung ist dagegen die nach Landesrecht zust\u00e4ndige Stelle verantwortlich (vgl. \u00a7 2 der Verordnung \u00fcber die Gew\u00e4hrung einer Pr\u00e4mie f\u00fcr die Nichtvermarktung von Milch und Milcherzeugnissen und die Umstellung von Milchkuhbest\u00e4nden zur Fleischerzeugung vom 22. Juni 1977, BGBl I 1977, 1006), im Streitfall die Beklagte, die weder Finanzbeh\u00f6rde noch Marktordnungsstelle ist.<\/p>\n<p>Die Auffassung, da\u00df Nichtvermarktungspr\u00e4mien nicht zu den Erzeugerpr\u00e4mien geh\u00f6ren, wird offenbar von der Bundesregierung geteilt (vgl. BVerwG-Urteil, a. a. O.). Dies ergibt sich aus ihrem Vorschlag, \u00a7 6 Abs. 1 MOG, die Erm\u00e4chtigung zum Erla\u00df von Rechtsverordnungen \u00fcber das Verfahren im Falle besonderer Verg\u00fcnstigungen, durch ausdr\u00fcckliche Anf\u00fchrung der Nichtvermarktungspr\u00e4mien, neben den Erzeuger- und K\u00e4uferpr\u00e4mien und ohne entsprechende Erweiterung der Rechtswegzuweisung in \u00a7 29 Abs. 1 Satz 1 MOG, zu erg\u00e4nzen (Art. 1 Nr. 4 Buchst. a des Entwurfs eines Gesetzes zur \u00c4nderung des MOG, BT-Drucks. 8\/1694), und zwar zur Durchf\u00fchrung der gemeinschaftsrechtlichen Bestimmungen \u00fcber die Pr\u00e4mienregelung f\u00fcr die Nichtvermarktung von Milch (BT-Drucks. 8\/1694 S. 9). Dieser Vorschlag ist zwar nicht verwirklicht worden, doch zeigt er, da\u00df nach der Vorstellung der Bundesregierung Streitigkeiten \u00fcber Nichtvermarktungspr\u00e4mien, die nach geltendem Recht unter die sonstigen Verg\u00fcnstigungen zu Marktordnungszwecken fallen (\u00a7 6 Abs. 1 Nr. 16 MOG), von der Rechtswegzuweisung nach \u00a7 29 Abs. 1 Satz 1 MOG nicht erfa\u00dft werden.<\/p>\n<p>F\u00fcr seine gegenteilige Meinung kann das FG auch nichts aus der Erm\u00e4chtigungsgrundlage der zur Durchf\u00fchrung der streitigen Pr\u00e4mienregelung erlassenen Verordnung vom 22. Juni 1977 herleiten. Es kann dahingestellt bleiben, welche Bedeutung es h\u00e4tte, wenn der Verordnungsgeber &#8211; Bundesminister f\u00fcr Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft und Forsten &#8211; die fraglichen Pr\u00e4mien als Erzeugerpr\u00e4mien ans\u00e4he. Jedenfalls ist der vom FG gezogene Schlu\u00df, der Verordnungsgeber gehe von einer solchen Wertung aus, weil die Verordnung &#8211; auch &#8211; auf \u00a7 6 Abs. 1 Nr. 5 MOG gest\u00fctzt ist, nicht zwingend. Denn die Verordnung beruht nicht nur auf dieser Vorschrift, sondern auch auf \u00a7 6 Abs. 1 Nr. 16 MOG und weiteren Erm\u00e4chtigungen nach diesem Gesetz. Im \u00fcbrigen ist die Verordnung nach ihrem \u00a7 1 zur Durchf\u00fchrung der Pr\u00e4mienregelung nicht nur f\u00fcr die Nichtvermarktung von Milch und Milcherzeugnissen, sondern auch &#8222;f\u00fcr die Umstellung von Milchkuhbest\u00e4nden zur Fleischerzeugung&#8220; ergangen. Der zuletzt bezeichnete Zweck k\u00f6nnte auch die F\u00f6rderung der speziell auf die Fleischerzeugung ausgerichteten Rinderzucht (Art. 6 der VO Nr. 1353\/73) umfassen. In diesem Falle h\u00e4tte die Anf\u00fchrung von \u00a7 6 Abs. 1 Nr. 5 MOG als Erm\u00e4chtigungsgrundlage der Verordnung Bedeutung, wenn &#8211; was nicht entschieden zu werden braucht &#8211; Pr\u00e4mien f\u00fcr diesen Zweck den Erzeugerpr\u00e4mien zuzurechnen w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich verm\u00f6gen auch die vom FG angef\u00fchrten Zweckm\u00e4\u00dfigkeitsgesichtspunkte nicht zu begr\u00fcnden, da\u00df der Finanzrechtsweg in Streitigkeiten \u00fcber Nichtvermarktungspr\u00e4mien der hier in Betracht kommenden Art gegeben sei. Zwar bezweckt die Rechtswegzuweisung, Rechtsstreitigkeiten m\u00f6glichst durch die Gerichte entscheiden zu lassen, die durch besondere Sachkunde und Sachn\u00e4he dazu berufen sind (Urteil des Senats vom 27. M\u00e4rz 1979 VII R 106\/75, BFHE 127, 314, 319, BStBl II 1979, 442, 444), doch liegt die Bestimmung des Rechtswegs allein in der Entscheidung des Gesetzgebers. Ist in \u00f6ffentlich-rechtlichen Streitigkeiten der Finanzrechtsweg &#8211; wie hier &#8211; nicht er\u00f6ffnet, so ist f\u00fcr sie, wenn sie nichtverfassungsrechtlicher Art sind und keine anderweitige Rechtswegzuweisung erfolgt ist, der Rechtsweg zu den allgemeinen Verwaltungsgerichten gegeben (\u00a7 40 Abs. 1 Satz 1 der Verwaltungsgerichtsordnung &#8211; VwGO -).<\/p>\n<p>Dem Hilfsantrag der Kl\u00e4gerin auf Verweisung der Sache an das Verwaltungsgericht war zu entsprechen. Er ist rechtzeitig gestellt worden. Nach \u00a7 34 Abs. 3 Satz 2 FGO kann die klagende Partei den Verweisungsantrag nur bis zum Schlu\u00df der m\u00fcndlichen Verhandlung stellen, auf die das Urteil ergeht. Diesem Zeitpunkt entspricht, wenn &#8211; wie hier &#8211; auf m\u00fcndliche Verhandlung verzichtet worden ist, der Zeitpunkt, bis zu dem Schrifts\u00e4tze eingereicht werden k\u00f6nnen (Tipke\/Kruse, Abgabenordnung-Finanzgerichtsordnung, 11. Aufl., \u00a7 34 FGO Tz. 3), oder der Zeitpunkt der Urteilsf\u00e4llung (v. Wallis in H\u00fcbschmann\/Hepp\/Spitaler, Kommentar zur Abgabenordnung und Finanzgerichtsordnung, 8. Aufl., \u00a7 34 FGO Anm. 8). Es ist mithin nicht erforderlich, da\u00df der Antrag schon &#8211; sp\u00e4testens &#8211; bei Erkl\u00e4rung des Einverst\u00e4ndnisses mit einer Entscheidung ohne m\u00fcndliche Verhandlung gestellt wird (so aber &#8211; mit einer Begr\u00fcndung, die es nur rechtfertigt, den Kl\u00e4ger mit dem Verweisungsantrag von der Urteilsf\u00e4llung an auszuschlie\u00dfen &#8211; v. Wallis, a. a. O., Anm. 11). \u00d6rtlich zust\u00e4ndiges Verwaltungsgericht des ersten Rechtszuges ist im Streitfalle das VG H (\u00a7\u00a7 45, 52 Nr. 3 VwGO).<\/p>\n<p>Eine Entscheidung \u00fcber die Kosten des Klageverfahrens vor dem FG war nicht zu treffen (vgl. \u00a7 136 Abs. 4 FGO). Eine &#8211; m\u00f6gliche &#8211; Entscheidung \u00fcber die Kosten des Revisionsverfahrens h\u00e4lt der Senat nicht f\u00fcr angebracht (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs vom 6. Oktober 1982 II R 90\/79, BFHE 137, 192, 194 f., BStBl II 1983, 180, 182).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFH-Urteil vom 17.10.1985 (VII R 131\/82) BStBl. 1986 II S. 24 Nichtvermarktungspr\u00e4mien (hier: Pr\u00e4mien f\u00fcr die Umstellung von Milchkuhbest\u00e4nden) sind keine Erzeugerpr\u00e4mien i.S. von \u00a7 29 Abs. 1 Satz 1 MOG. F\u00fcr Streitigkeiten \u00fcber Nichtvermarktungspr\u00e4mien ist der Finanzrechtsweg nicht er\u00f6ffnet. Zust\u00e4ndig sind die Verwaltungsgerichte. 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