{"id":3339,"date":"2012-08-30T00:00:00","date_gmt":"2012-08-29T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=3339"},"modified":"2012-11-03T10:33:13","modified_gmt":"2012-11-03T08:33:13","slug":"iv-r-54-10-beginn-der-sachlichen-gewerbesteuerpflicht-bei-mitunternehmerschaften-keine-gewerbesteuerrechtliche-gleichbehandlung-von-kapitalgesellschaften-und-mitunternehmerschaften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-54-10-beginn-der-sachlichen-gewerbesteuerpflicht-bei-mitunternehmerschaften-keine-gewerbesteuerrechtliche-gleichbehandlung-von-kapitalgesellschaften-und-mitunternehmerschaften\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;54\/10 &#8211; Beginn der sachlichen Gewerbesteuerpflicht bei Mitunternehmerschaften &#8211; Keine gewerbesteuerrechtliche Gleichbehandlung von Kapitalgesellschaften und Mitunternehmerschaften"},"content":{"rendered":"<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.8.2012, IV R 54\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Beginn der sachlichen Gewerbesteuerpflicht bei Mitunternehmerschaften &#8211; Keine gewerbesteuerrechtliche Gleichbehandlung von Kapitalgesellschaften und Mitunternehmerschaften<\/p>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Leits\u00e4tze<\/p>\n<div>\n<p>Die sachliche <a title=\"Beginn der Gewerbesteuerpflicht\" href=\"http:\/\/www.gewerbesteuerpflicht.de\/\" target=\"_blank\">Gewerbesteuerpflicht<\/a> der unter \u00a7 2 Abs. 1 GewStG fallenden Gewerbebetriebe beginnt erst, wenn alle tatbestandlichen Voraussetzungen eines Gewerbebetriebes erf\u00fcllt sind (st\u00e4ndige Rechtsprechung). Dies gilt f\u00fcr Personengesellschaften unabh\u00e4ngig von der Rechtsform ihrer Gesellschafter. Die Einf\u00fcgung des \u00a7 7 Satz 2 GewStG hat zu keiner \u00c4nderung dieser rechtlichen Beurteilung gef\u00fchrt.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Die Kl\u00e4gerin und Revisionsbeklagte (Kl\u00e4gerin) ist eine GmbH &amp; Co. KG, die am 16.\u00a0Juni 2003 (Streitjahr) errichtet und am 8.\u00a0August desselben Jahres im Handelsregister eingetragen wurde. Komplement\u00e4rin ist die GmbH\u00a0I, alleinige Kommanditistin die GmbH\u00a0II als Treuh\u00e4nderin f\u00fcr eine (weitere) GmbH &amp; Co. KG. Unternehmensgegenstand der Kl\u00e4gerin ist die Aus\u00fcbung des Tischlerhandwerks, insbesondere die Herstellung, die Be- und Verarbeitung sowie die Konfektionierung von M\u00f6belelementen aller Art, der Handel und der Verkauf von M\u00f6belelementen, M\u00f6belzubeh\u00f6r und Ger\u00e4ten sowie die Ausf\u00fchrung aller damit im Zusammenhang stehender Dienstleistungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Am 12.\u00a0September des Streitjahres (2003) meldete sich die Kl\u00e4gerin beim Finanzamt H (FA\u00a0H) an und gab als Beginn der gewerblichen T\u00e4tigkeit den 1.\u00a0Januar 2004 an. Am 1.\u00a0Oktober des Streitjahres stellte sie einen Vertriebsleiter ein. Am 15.\u00a0Oktober schloss sie einen Mietvertrag f\u00fcr ein Objekt ab, das von der Vermieterin vor Inbetriebnahme noch durch Bauma\u00dfnahmen herzurichten war. Am selben Tag gab sie ihre gewerberechtliche Anmeldung ab, in der sie den Beginn ihrer T\u00e4tigkeit auf den 1.\u00a0September des Streitjahres datierte. Am 20.\u00a0Oktober des Streitjahres stellte die Kl\u00e4gerin den Betriebsleiter ein. Mit Wirkung vom 2.\u00a0Januar 2004 mietete sie ein K\u00fcchenplanungsprogramm an. Ihren Werksladen er\u00f6ffnete sie in den angemieteten R\u00e4umlichkeiten im Februar 2004. In der Folge erzielte sie Ums\u00e4tze, insbesondere mit Einbauk\u00fcchen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Absetzungen f\u00fcr Abnutzung nahm die Kl\u00e4gerin auf die im Streitjahr angeschafften Wirtschaftsg\u00fcter nicht vor, da der Nutzungsbeginn der wesentlichen Wirtschaftsg\u00fcter mit der Er\u00f6ffnung des Werksverkaufs zusammenfalle. In ihrer Gewerbesteuererkl\u00e4rung f\u00fcr das Streitjahr machte die Kl\u00e4gerin einen Gewerbeverlust in H\u00f6he von 107.687\u00a0EUR geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit Gewerbesteuermessbescheid 2003 vom 23.\u00a0November 2005 setzte das FA\u00a0H den Gewerbesteuermessbetrag f\u00fcr 2003 auf 0\u00a0EUR fest. Die Feststellung eines vortragsf\u00e4higen Gewerbeverlustes in H\u00f6he von 107.687\u00a0EUR lehnte es ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nach einer Betriebspr\u00fcfung \u00fcbernahm der Beklagte und Revisionskl\u00e4ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Besteuerung der Kl\u00e4gerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA wies den Einspruch gegen den Gewerbesteuermessbescheid als unzul\u00e4ssig und den Einspruch gegen die Ablehnung der Feststellung eines vortragsf\u00e4higen Gewerbeverlustes auf den 31.\u00a0Dezember 2003 als unbegr\u00fcndet zur\u00fcck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit der dagegen erhobenen Klage machte die Kl\u00e4gerin geltend, entgegen der Auffassung des FA habe sie sich auch schon im Streitjahr am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr beteiligt. Jedenfalls sei zu ber\u00fccksichtigen, dass bei ihr entstehende Ver\u00e4u\u00dferungsgewinne nach Einf\u00fcgung des \u00a7\u00a07 Satz\u00a02 des Gewerbesteuergesetzes in der f\u00fcr das Streitjahr geltenden Fassung (GewStG) der Gewerbebesteuerung unterl\u00e4gen. Insoweit werde sie wie eine Kapitalgesellschaft behandelt, ohne dass sachliche Gr\u00fcnde daf\u00fcr erkennbar seien, dass sie die Anlaufkosten abweichend von der Rechtslage bei Kapitalgesellschaften nicht abziehen d\u00fcrfe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage statt. Zwar h\u00e4tte die Klage ausgehend von der \u00fcberkommenen Rechtsprechung keine Aussicht auf Erfolg gehabt, weil die Kl\u00e4gerin im Streitjahr noch nicht am allgemeinen wirtschaftlichen Gesch\u00e4ftsverkehr teilgenommen habe. Durch die Einf\u00fcgung des \u00a7\u00a07 Satz\u00a02 GewStG sei der Gesetzgeber jedoch von der bis dahin geltenden Rechtslage abgewichen. Das Gericht sehe keinen Anlass, warum Personengesellschaften, die der Regelung des \u00a7\u00a07 Satz\u00a02 GewStG unterfielen, abweichend von der Regelung f\u00fcr Kapitalgesellschaften ihre im Rahmen der Vorbereitungshandlungen anfallenden Aufwendungen nicht auch gewerbesteuerlich als Betriebsausgaben ber\u00fccksichtigen k\u00f6nnten. Es sei nicht folgerichtig, Personengesellschaften mit Beteiligungsverh\u00e4ltnissen wie bei der Kl\u00e4gerin zwar im Rahmen der Liquidation, jedoch nicht beim Betriebsausgabenabzug in der Phase der Betriebsaufnahme wie Kapitalgesellschaften zu behandeln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2011, 725 ver\u00f6ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Dagegen richtet sich die Revision des FA. Das Gebot der Folgerichtigkeit werde vom Bundesverfassungsgericht (BVerfG) aus dem allgemeinen Gleichheitssatz des Art.\u00a03 Abs.\u00a01 des Grundgesetzes (GG) abgeleitet. Danach habe der Gesetzgeber eine durch die Auswahl des Steuergegenstandes einmal getroffene Belastungsentscheidung folgerichtig im Sinne der Belastungsgleichheit umzusetzen. Davon sei die Auswahl des Steuergegenstandes zu unterscheiden, bei der dem Gesetzgeber ein weit reichender Ermessensspielraum zur Verf\u00fcgung stehe. Bei der Frage, ob Betriebsausgaben abziehbar seien, die aus Vorbereitungshandlungen resultierten, gehe es erkennbar um die gesetzgeberische Ausgestaltung des Steuergegenstandes &#8222;stehender Gewerbebetrieb&#8220; i.S. des \u00a7\u00a02 GewStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FG leite aus der in \u00a7\u00a07 Satz\u00a02 GewStG festgeschriebenen punktuellen Gleichbehandlung von Mitunternehmerschaften mit Kapitalgesellschaften hinsichtlich des Zeitpunkts der Beendigung der gewerblichen T\u00e4tigkeit das gesetzliche Prinzip der grunds\u00e4tzlichen Gleichbehandlung im Hinblick auf die Dauer der sachlichen Steuerpflicht ab. Die Regelung habe jedoch lediglich den Zweck, missbr\u00e4uchliche Gestaltungen in Form von steuerneutralen Einlagen von Einzelwirtschaftsg\u00fctern in eine Personengesellschaft und anschlie\u00dfender steuerfreier Ver\u00e4u\u00dferung der Beteiligung durch eine Kapitalgesellschaft zu verhindern (BTDrucks 14\/6882, S.\u00a041). An der Grundkonzeption des GewStG, bei der Ermittlung des Gewerbeertrags von Personengesellschaften nur den durch die gewerbliche T\u00e4tigkeit erzielten Gewinn heranzuziehen, habe sich dadurch nichts \u00e4ndern sollen. Im Hinblick auf den &#8211;auch mittelbar \u00fcber \u00a7\u00a02 Abs.\u00a04 GewStG aus dem Gesetz ableitbaren&#8211; nach wie vor bestehenden Grundsatz der Beendigung der sachlichen Steuerpflicht mit der Aufgabe der werbenden T\u00e4tigkeit m\u00fcsse in \u00a7\u00a07 Satz\u00a02 GewStG eine Ausnahmeregelung gesehen werden, die auf die Einhaltung des Gebots der Folgerichtigkeit \u00fcberpr\u00fcft werden m\u00fcsse (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 22.\u00a0Juli 2010 IV\u00a0R\u00a029\/07, BFHE 230, 215, BStBl II 2011, 511, unter II.B.2.a der Gr\u00fcnde).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Es k\u00f6nne auch nicht jede gesetzliche Neuregelung als (ggf. kleiner) Systemwechsel innerhalb einer bestehenden Besteuerungsordnung angesehen werden, der aus verfassungsrechtlichen Gr\u00fcnden eine konsequente Fortf\u00fchrung verlange. Einen solchen Systemwechsel habe das BVerfG im Urteil vom 9.\u00a0Dezember 2008\u00a0\u00a02\u00a0BvL\u00a01\/07, 2\u00a0BvL\u00a02\/07, 2\u00a0BvL\u00a01\/08, 2\u00a0BvL\u00a02\/08 (BVerfGE 122, 210, BFH\/NV 2009, 338) nur unter der Voraussetzung angenommen, dass wirklich ein neues Regelwerk geschaffen werde. Ein derartiger Systemwechsel liege aufgrund des Charakters als punktuelle Missbrauchsbek\u00e4mpfungsvorschrift bei \u00a7\u00a07 Satz\u00a02 GewStG gerade nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Selbst wenn man dem nicht folge, k\u00f6nne die Durchbrechung des Prinzips der Folgerichtigkeit gerechtfertigt sein, wenn ein sachlicher Grund vorliege. Das FG habe nicht dargelegt, warum die Bek\u00e4mpfung steuerlichen Missbrauchs bei einer hier angenommenen Ungleichbehandlung dieser Anforderung nicht gen\u00fcge. Aus dem BFH-Urteil in BFHE 230, 215, BStBl II 2011, 511 gehe eindeutig hervor, dass die Verhinderung von Steuerumgehungen ein f\u00fcr die Ungleichbehandlung ausreichender sachlicher Grund sei. Zum anderen stehe dem Gesetzgeber nach dem BVerfG-Urteil in BVerfGE 122, 210, BFH\/NV 2009, 338 ebenso wie bei der Bestimmung des Steuergegenstandes auch bei der Konkretisierung einer Verteilungsentscheidung ein weiter Entscheidungsspielraum zu, der nur durch die &#8222;verfassungsrechtlich zur\u00fcckhaltend zu kontrollierenden Anforderungen des Willk\u00fcrverbots&#8220; beschr\u00e4nkt werde. F\u00fcr das Willk\u00fcrverbot komme es aber &#8222;nicht auf einen Mangel an dogmatisch \u00fcberzeugenden oder systematisch richtigen Gr\u00fcnden an, sondern auf den offenkundigen Mangel an jeglicher Sachlichkeit des Grundes&#8220;. Es liege deshalb gerade keine Willk\u00fcrentscheidung und damit auch kein Versto\u00df gegen das Gebot der Folgerichtigkeit vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, unter Aufhebung des angefochtenen Urteils die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4gerin beantragt, die Revision als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Im Streitfall w\u00fcrden etwaige Ver\u00e4u\u00dferungsgewinne, also Gewinne, die nicht im laufenden Gewerbebetrieb entst\u00fcnden, dennoch zur Gewerbesteuer herangezogen, weil diese aufgrund der Beteiligungsverh\u00e4ltnisse ausschlie\u00dflich auf nicht nat\u00fcrliche Personen entfielen. F\u00fcr die unterschiedliche gewerbesteuerliche Behandlung von Anlaufkosten bei Kapitalgesellschaften einerseits und Personenhandelsgesellschaften andererseits allein aufgrund der Rechtsform best\u00fcnde keine Rechtfertigung. Missbr\u00e4uchliche Gestaltungen l\u00e4gen im Streitfall nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten haben auf die Durchf\u00fchrung einer m\u00fcndlichen Verhandlung verzichtet (\u00a7\u00a0121 i.V.m. \u00a7\u00a090 Abs.\u00a02 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist begr\u00fcndet. Das angefochtene Urteil war aufzuheben und die Klage abzuweisen (\u00a7\u00a0126 Abs.\u00a03 Satz\u00a01 Nr.\u00a01 FGO). Betriebsausgaben, die vor Aufnahme der werbenden T\u00e4tigkeit einer Mitunternehmerschaft entstanden sind, sind auch dann nicht bei der Ermittlung des Gewerbeertrags zu ber\u00fccksichtigen, wenn die unmittelbar beteiligten Mitunternehmer nicht nat\u00fcrliche Personen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>19<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Nach \u00a7\u00a02 Abs.\u00a01 GewStG unterliegt der Gewerbesteuer (nur) der stehende Gewerbebetrieb.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>20<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Nach st\u00e4ndiger Rechtsprechung beginnt deshalb die sachliche Gewerbesteuerpflicht der unter \u00a7\u00a02 Abs.\u00a01 GewStG fallenden Gewerbebetriebe erst, wenn alle tatbestandlichen Voraussetzungen eines Gewerbebetriebes erf\u00fcllt sind (\u00a7\u00a02 Abs.\u00a01 GewStG i.V.m. \u00a7\u00a015 Abs.\u00a02 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;) und der Gewerbebetrieb in Gang gesetzt worden ist (u.a. BFH-Urteile vom 14.\u00a0April 2011 IV\u00a0R\u00a052\/09, BFHE 233, 257, BStBl II 2011, 929, unter II.2.a der Gr\u00fcnde; vom 5.\u00a0M\u00e4rz 1998 IV\u00a0R\u00a023\/97, BFHE 186, 142, BStBl II 1998, 745, unter l.a der Gr\u00fcnde). W\u00e4hrend die Einkommensteuer als Personensteuer s\u00e4mtliche betrieblichen Vorg\u00e4nge beginnend mit der ersten Vorbereitungshandlung zur Er\u00f6ffnung eines Betriebes erfasst (vgl. BFH-Urteile vom 10.\u00a0Dezember 1992 XI\u00a0R\u00a045\/88, BFHE 170, 487, BStBl II 1993, 538; vom 7.\u00a0April 1992 VIII\u00a0R\u00a034\/91, BFH\/NV 1992, 797), ist Gegenstand der Gewerbesteuer nur der auf den laufenden Betrieb entfallende, durch eigene gewerbliche Leistungen entstandene Gewinn (BFH-Urteil in BFHE 186, 142, BStBl II 1998, 745, unter l.a der Gr\u00fcnde, m.w.N.). Dies ergibt sich aus dem Wesen der Gewerbesteuer als einer auf den t\u00e4tigen Gewerbebetrieb bezogenen Sachsteuer (u.a. BFH-Urteil vom 17.\u00a0M\u00e4rz 2010 IV\u00a0R\u00a041\/07, BFHE 228, 381, BStBl II 2010, 977, unter II.1. der Gr\u00fcnde, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>21<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Ma\u00dfgebend f\u00fcr den Beginn des Gewerbebetriebes i.S. des \u00a7\u00a02 Abs.\u00a01 GewStG ist der Beginn der werbenden T\u00e4tigkeit (st\u00e4ndige Rechtsprechung, Beschluss des Gro\u00dfen Senats des BFH vom 25.\u00a0Juni 1984 GrS\u00a04\/82, BFHE 141, 405, BStBl II 1984, 751; BFH-Urteile vom 26.\u00a0M\u00e4rz 1985 VIII\u00a0R\u00a0260\/81, BFHE 143, 368, BStBl II 1985, 433; vom 11.\u00a0M\u00e4rz 1982 IV\u00a0R\u00a025\/79, BFHE 136, 204, BStBl II 1982, 707; vom 24.\u00a0April 1980 IV\u00a0R\u00a068\/77, BFHE 131, 70, BStBl II 1980, 658). Entscheidend ist, wann die Voraussetzungen f\u00fcr die erforderliche Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr tats\u00e4chlich erf\u00fcllt sind, so dass das Unternehmen sich daran mit eigenen gewerblichen Leistungen beteiligen kann (BFH-Urteil in BFHE 186, 142, BStBl II 1998, 745, unter l.a der Gr\u00fcnde, m.w.N.). Zu den blo\u00dfen, gewerbesteuerrechtlich noch unbeachtlichen Vorbereitungshandlungen werden z.B. die Anmietung eines Gesch\u00e4ftslokals, die Errichtung eines Fabrikgeb\u00e4udes oder eines Hotels, mit dessen Betrieb erst nach dessen Fertigstellung begonnen wird, und \u00c4hnliches gez\u00e4hlt (vgl. BFH-Urteile in BFHE 143, 368, BStBl II 1985, 433; vom 5.\u00a0November 1957 I\u00a0325\/56\u00a0U, BFHE 65, 559, BStBl III 1957, 448; vom 22.\u00a0November 1994 VIII\u00a0R\u00a044\/92, BFHE 176, 138, BStBl II 1995, 900).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>22<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Der Zeitpunkt des Beginns bzw. der Einstellung der werbenden T\u00e4tigkeit ist unter Ber\u00fccksichtigung der Verkehrsauffassung nach den jeweiligen Umst\u00e4nden des Einzelfalls zu ermitteln und kann f\u00fcr die verschiedenen Betriebsarten unterschiedlich zu bestimmen sein (BFH-Urteile in BFHE 233, 257, BStBl II 2011, 929, unter II.2.a der Gr\u00fcnde; in BFHE 186, 142, BStBl II 1998, 745, unter l.a der Gr\u00fcnde, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>23<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>d) Diese Rechtsgrunds\u00e4tze gelten gleicherma\u00dfen f\u00fcr Einzelgewerbetreibende wie f\u00fcr Personengesellschaften, und zwar unabh\u00e4ngig von der Rechtsform ihrer Gesellschafter (BFH-Urteil in BFHE 186, 142, BStBl II 1998, 745, unter l.b der Gr\u00fcnde).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>24<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Danach war vorliegend ein vortragsf\u00e4higer Gewerbeverlust nicht festzustellen. Die Kl\u00e4gerin hat im Streitjahr noch nicht am allgemeinen wirtschaftlichen Gesch\u00e4ftsverkehr teilgenommen, wie sich aus den Feststellungen des FG ergibt, gegen die die Kl\u00e4gerin R\u00fcgen nicht vorgebracht hat und die deshalb das Revisionsgericht binden (\u00a7\u00a0118 Abs.\u00a02 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>25<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Entgegen der Ansicht des FG f\u00fchrt die Einf\u00fcgung des \u00a7\u00a07 Satz\u00a02 GewStG zu keiner \u00c4nderung dieser rechtlichen Beurteilung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>26<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Nach \u00a7\u00a07 Satz\u00a02 GewStG geh\u00f6ren Ver\u00e4u\u00dferungs- oder Aufgabegewinne bei Mitunternehmerschaften zum Gewerbeertrag, soweit sie auf eine nicht nat\u00fcrliche Person als unmittelbar beteiligten Mitunternehmer entfallen. Das FG hat daraus abgeleitet, dass korrespondierend auch vorbereitende Betriebsausgaben bei der Ermittlung des Gewerbeertrags ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssten. Dem kann sich der erkennende Senat jedoch nicht anschlie\u00dfen. Die f\u00fcr Kapitalgesellschaften geltenden Grunds\u00e4tze k\u00f6nnen &#8211;anders als das FG meint&#8211; nicht auf Mitunternehmerschaften \u00fcbertragen werden, auch wenn daran nur Kapitalgesellschaften als Mitunternehmer beteiligt sind. Das folgt aus Inhalt und Zweck des \u00a7\u00a07 Satz\u00a02 GewStG sowie der systematischen Stellung dieser Regelung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>27<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) \u00a7\u00a07 Satz\u00a02 GewStG regelt (nur) die Voraussetzungen, unter denen Ver\u00e4u\u00dferungs- und Aufgabegewinne bei Mitunternehmerschaften in den Gewerbeertrag einzubeziehen sind. Die in \u00a7\u00a02 GewStG geregelte sachliche Gewerbesteuerpflicht wird dabei &#8211;wie allgemein f\u00fcr die Ermittlung des Gewerbeertrags&#8211; vorausgesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>28<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) \u00a7\u00a07 Satz\u00a02 GewStG betrifft seinem eindeutigen Wortlaut nach nur Ver\u00e4u\u00dferungs- und Aufgabegewinne. Eine dar\u00fcber hinausgehende Regelung enth\u00e4lt die Vorschrift nicht, weder f\u00fcr vorweggenommene Betriebsausgaben (oder Gewinne) noch f\u00fcr den Beginn (oder das Ende) der sachlichen Gewerbesteuerpflicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>29<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Der beschr\u00e4nkte Regelungsbereich entspricht dem Zweck der Vorschrift. Nach der Gesetzesbegr\u00fcndung soll die Regelung verhindern, dass Kapitalgesellschaften einzelne Wirtschaftsg\u00fcter, deren Ver\u00e4u\u00dferung bei ihnen der Gewerbesteuer unterliegt, nach \u00a7\u00a06 Abs.\u00a05 Satz\u00a03 EStG steuerneutral auf eine Personengesellschaft \u00fcbertragen und anschlie\u00dfend die Beteiligung an der Personengesellschaft steuerfrei ver\u00e4u\u00dfern (BTDrucks 14\/6882, S.\u00a041; zur Entstehung der Regelung s. im Einzelnen BFH-Urteil in BFHE 230, 215, BStBl II 2011, 511, unter II.B.1.b bis e der Gr\u00fcnde). Eine \u00fcber den Wortlaut hinausgehende, ausdehnende Auslegung der Vorschrift l\u00e4sst sich mit diesem Zweck nicht vereinbaren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>30<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>cc) Gegen die Einbeziehung vorweggenommener Betriebsausgaben in die Ermittlung des Gewerbeertrags bei Mitunternehmerschaften aufgrund der Sonderregelung des \u00a7\u00a07 Satz\u00a02 GewStG spricht auch die systematische Stellung dieser Vorschrift.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>31<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>(1) Ausschlaggebend f\u00fcr die Frage, ab (bzw. bis zu) welchem Zeitpunkt Betriebsausgaben bei der Ermittlung des Gewerbeertrags zu ber\u00fccksichtigen sind, ist der Beginn (bzw. das Ende) der sachlichen Gewerbesteuerpflicht. Diese Frage betrifft die Abgrenzung des Steuergegenstandes der Gewerbesteuer und richtet sich nach \u00a7\u00a02 Abs.\u00a01 GewStG (s. oben unter II.1.a). \u00a7\u00a07 GewStG regelt dagegen die Ermittlung des Gewerbeertrags, setzt also voraus, dass ein (werbender) Gewerbebetrieb i.S. des \u00a7\u00a02 GewStG besteht. Das gilt auch dann, wenn die Personengesellschaft (Mitunternehmerschaft) nicht origin\u00e4r gewerblich t\u00e4tig, sondern gewerblich gepr\u00e4gt ist (vgl. BFH-Urteil vom 20.\u00a0November 2003 IV\u00a0R\u00a05\/02, BFHE 204, 471, BStBl II 2004, 464, unter II. der Gr\u00fcnde).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>32<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>(2) \u00a7\u00a07 Satz\u00a02 GewStG hat dem entsprechend hinsichtlich des Beginns (und des Endes) der sachlichen Gewerbesteuerpflicht zu keiner \u00c4nderung gef\u00fchrt. Das ergibt sich bereits aus der Regelung selbst. Denn \u00a7\u00a07 Satz\u00a02 Halbsatz\u00a02 GewStG l\u00e4sst sich entnehmen, dass die in \u00a7\u00a07 Satz\u00a02 Halbsatz\u00a01 GewStG genannten Ver\u00e4u\u00dferungs- und Aufgabegewinne (weiterhin) nicht zum Gewerbeertrag geh\u00f6ren, soweit sie auf nat\u00fcrliche Personen als unmittelbar beteiligte Mitunternehmer entfallen. Der Zeitpunkt des Beginns (und des Endes) der sachlichen Gewerbesteuerpflicht kann jedoch f\u00fcr eine Mitunternehmerschaft nur einheitlich beurteilt werden, auch wenn zu den unmittelbar beteiligten Mitunternehmern sowohl nat\u00fcrliche als auch nicht nat\u00fcrliche Personen geh\u00f6ren. Der Beginn der sachlichen Gewerbesteuerpflicht einer Mitunternehmerschaft kann deshalb nicht davon abh\u00e4ngen, ob die unmittelbar beteiligten Mitunternehmer nat\u00fcrliche Personen sind oder nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>33<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>(3) Dem l\u00e4sst sich nicht entgegenhalten, dass vorweggenommene Betriebsausgaben &#8211;wie das FG meint&#8211; unter dem Gesichtspunkt der Folgerichtigkeit korrespondierend zu den nach \u00a7\u00a07 Satz\u00a02 GewStG steuerpflichtigen Ver\u00e4u\u00dferungs- und Aufgabegewinnen in die Ermittlung des Gewerbeertrags einzubeziehen seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>34<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>(a) Die bei nicht nat\u00fcrlichen Personen als unmittelbar beteiligten Mitunternehmern anfallenden Ver\u00e4u\u00dferungs- und Aufgabegewinne entsprechen &#8211;anders als das FG angenommen hat&#8211; in aller Regel nicht etwaigen, bei der Ermittlung des Gewerbeertrags nicht zu ber\u00fccksichtigenden vorweggenommenen Betriebsausgaben. Zum einen ist bereits ungewiss, ob sich stille Reserven &#8211;soweit sie \u00dcberhaupt im Einzelfall auf vorweggenommenen Betriebsausgaben beruhen&#8211; (erst) in sp\u00e4teren Ver\u00e4u\u00dferungs- oder Aufgabegewinnen realisieren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>35<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>(b) Zum anderen sind auch Ver\u00e4u\u00dferungs- und Aufgabegewinne von nicht nat\u00fcrlichen Personen als unmittelbar beteiligten Mitunternehmern nur dann gewerbesteuerpflichtig, wenn sie in einem &#8222;werbenden&#8220; Gewerbebetrieb, also w\u00e4hrend des Bestehens der sachlichen Gewerbesteuerpflicht anfallen. So verh\u00e4lt es sich nicht, wenn (nur) die sachliche Gewerbesteuerpflicht infolge eines Strukturwandels ohne Aufdeckung der stillen Reserven endet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>36<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Entgegen der Ansicht des FG k\u00f6nnen die f\u00fcr Kapitalgesellschaften geltenden Regelungen auf Mitunternehmerschaften, an denen Kapitalgesellschaften als Mitunternehmer beteiligt sind, nicht \u00fcbertragen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>37<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Die T\u00e4tigkeit der Kapitalgesellschaften gilt &#8211;anders als die der Personengesellschaften und Einzelunternehmen&#8211; nach der ausdr\u00fccklichen Regelung in \u00a7\u00a02 Abs.\u00a02 Satz\u00a01 GewStG stets und in vollem Umfang als Gewerbebetrieb. Die Gewerbesteuerpflicht kn\u00fcpft danach allein an die Rechtsform an. Deshalb geh\u00f6ren bei Kapitalgesellschaften auch Gewinne aus der Ver\u00e4u\u00dferung und der Aufgabe eines Betriebes oder eines Teilbetriebes zum Gewerbeertrag (u.a. BFH-Urteile in BFHE 230, 215, BStBl II 2011, 511, unter II.B.1.a der Gr\u00fcnde, m.w.N.; vom 5.\u00a0September 2001 I\u00a0R\u00a027\/01, BFHE 196, 293, BStBl II 2002, 155, unter II.2. der Gr\u00fcnde, m.w.N.). Diese Regelung l\u00e4sst sich auch dann nicht auf Personengesellschaften (Mitunternehmerschaften) \u00fcbertragen, wenn daran ausschlie\u00dflich Kapitalgesellschaften beteiligt sind (vgl. Beschluss des Gro\u00dfen Senats des BFH in BFHE 141, 405, BStBl II 1984, 751, unter C.I.3. der Gr\u00fcnde, zu \u00a7\u00a01 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 des K\u00f6rperschaftsteuergesetzes).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>38<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Die Ermittlung des Gewerbeertrags von Mitunternehmerschaften weicht wegen des f\u00fcr diese Gesellschaften ertragsteuerlich ma\u00dfgeblichen Transparenzprinzips grunds\u00e4tzlich &#8211;nicht nur in der Frage, ob vorweggenommene Betriebsausgaben oder Ver\u00e4u\u00dferungs- und Aufgabegewinne einzubeziehen sind&#8211; von der Ermittlung des Gewerbeertrags bei Kapitalgesellschaften ab. So umfasst bei Personengesellschaften (Mitunternehmerschaften) der Gewinn aus Gewerbebetrieb und damit auch der Gewerbeertrag nach \u00a7\u00a07 GewStG nicht nur die Gesamthandsbilanz, sondern auch Sonder- und Erg\u00e4nzungsbilanzen (u.a. BFH-Urteil vom 3.\u00a0April 2008 IV\u00a0R\u00a054\/04, BFHE 220, 495, BStBl II 2008, 742, unter II.2.a\u00a0aa der Gr\u00fcnde, m.w.N.; Beschluss des Gro\u00dfen Senats des BFH vom 3.\u00a0Mai 1993 GrS\u00a03\/92, BFHE 171, 246, BStBl II 1993, 616, unter C.III.6.b\u00a0bb der Gr\u00fcnde). Das angefochtene Urteil greift daher zu kurz, soweit es (allein) aus der Besteuerung der Ver\u00e4u\u00dferungs- und Aufgabegewinne eine gewerbesteuerliche Gleichbehandlung der Mitunternehmerschaften, an denen Kapitalgesellschaften als Mitunternehmer beteiligt sind, mit Kapitalgesellschaften ableitet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>39<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>d) Die unterschiedliche gewerbesteuerliche Behandlung der Kapitalgesellschaften einerseits und der Mitunternehmerschaften mit nicht nat\u00fcrlichen Personen als unmittelbar beteiligten Mitunternehmern andererseits verst\u00f6\u00dft &#8211;anders als das FG meint&#8211; auch nicht gegen das verfassungsrechtliche Prinzip der Folgerichtigkeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>40<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Der allgemeine Gleichheitssatz des Art.\u00a03 Abs.\u00a01 GG gebietet, wesentlich Gleiches gleich und wesentlich Ungleiches ungleich zu behandeln. Aus ihm ergeben sich je nach Regelungsgegenstand und Differenzierungsmerkmalen unterschiedliche Grenzen f\u00fcr den Gesetzgeber, die vom blo\u00dfen Willk\u00fcrverbot bis zu einer strengen Bindung an Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeitserfordernisse reichen. Im Bereich des Steuerrechts hat der Gesetzgeber einen weit reichenden Entscheidungsspielraum sowohl bei der Auswahl des Steuergegenstandes als auch bei der Bestimmung des Steuersatzes. Die mit der Wahl des Steuergegenstandes einmal getroffene Belastungsentscheidung hat der Gesetzgeber allerdings unter dem Gebot m\u00f6glichst gleichm\u00e4\u00dfiger Belastung aller Steuerpflichtiger bei der Ausgestaltung des steuerrechtlichen Ausgangstatbestandes folgerichtig umzusetzen. Ausnahmen von einer solchen folgerichtigen Umsetzung bed\u00fcrfen eines besonderen sachlichen Grundes (st\u00e4ndige Rechtsprechung des BVerfG, z.B. BVerfG-Beschluss vom 15.\u00a0Januar 2008\u00a0\u00a01\u00a0BvL\u00a02\/04, BVerfGE 120, 1, zu C.I.2., mit zahlreichen Nachweisen; BFH-Urteil in BFHE 230, 215, BStBl II 2011, 511, unter II.B.2.a der Gr\u00fcnde).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>41<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Nach st\u00e4ndiger, vom BVerfG nicht beanstandeter Rechtsprechung des BFH liegt in der an die Rechtsform ankn\u00fcpfenden unterschiedlichen gewerbesteuerrechtlichen Behandlung von Kapitalgesellschaften einerseits und Mitunternehmerschaften andererseits keine ungerechtfertigte Ungleichbehandlung (u.a. BVerfG-Beschluss vom 24.\u00a0M\u00e4rz 2010\u00a0\u00a01\u00a0BvR\u00a02130\/09, BFH\/NV 2010, 1231, unter III.2.b der Gr\u00fcnde; BFH-Urteile in BFHE 204, 471, BStBl II 2004, 464, unter I.2.d der Gr\u00fcnde; in BFHE 196, 293, BStBl II 2002, 155, unter II.2. der Gr\u00fcnde, jeweils m.w.N.). Grund daf\u00fcr ist, dass Kapitalgesellschaften gegen\u00fcber nat\u00fcrlichen Personen und Personengesellschaften in wesentlichen Punkten Besonderheiten aufweisen, die es als sachlich gerechtfertigt erscheinen lassen, sie ohne R\u00fccksicht auf ihre T\u00e4tigkeit als Gewerbebetrieb zu behandeln (u.a. BFH-Urteil in BFHE 204, 471, BStBl II 2004, 464, unter I.2.d der Gr\u00fcnde). Sie sind mit einem bestimmten Mindestkapital ausgestattet (\u00a7\u00a07 des Aktiengesetzes &#8211;AktG&#8211;, \u00a7\u00a05 Abs.\u00a01 des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschr\u00e4nkter Haftung &#8211;GmbHG&#8211;) und als juristische Personen in ihrem Bestand von Art und Zahl ihrer Mitglieder unabh\u00e4ngig (\u00a7\u00a01 AktG, \u00a7\u00a013 Abs.\u00a01 GmbHG). Damit erweisen sie sich als Gebilde mit eigener wirtschaftlicher Kraft und der damit verbundenen Bestimmung zu wirtschaftlicher Bet\u00e4tigung (BFH-Urteil in BFHE 204, 471, BStBl II 2004, 464, unter I.2.d der Gr\u00fcnde).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>42<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>cc) Allerdings f\u00fchrt \u00a7\u00a07 Satz\u00a02 GewStG dazu, dass Ver\u00e4u\u00dferungs- und Aufgabegewinne bei Mitunternehmerschaften, soweit sie nicht auf unmittelbar beteiligte nat\u00fcrliche Personen als Mitunternehmer entfallen, in den Gewerbeertrag einbezogen und damit wie entsprechende Gewinne bei Kapitalgesellschaften behandelt werden, w\u00e4hrend es hinsichtlich vorweggenommener Betriebsausgaben an einer entsprechenden, zu einer Gleichbehandlung f\u00fchrenden Regelung fehlt (s. oben unter II.3.). Eine Gleichbehandlung ist jedoch nicht von Verfassungs wegen geboten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>43<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>(1) Wie dargelegt, handelt es sich bei \u00a7\u00a07 Satz\u00a02 GewStG um eine Vorschrift, die verhindern soll, dass Kapitalgesellschaften Einzelwirtschaftsg\u00fcter, die bei ihrer Ver\u00e4u\u00dferung mit Gewinn der Gewerbesteuer unterliegen, nach \u00a7\u00a06 Abs.\u00a05 Satz\u00a03 EStG steuerneutral auf eine Personengesellschaft \u00fcbertragen und anschlie\u00dfend die Beteiligung an der Personengesellschaft gewerbesteuerfrei ver\u00e4u\u00dfern k\u00f6nnen (BTDrucks 14\/6882, S.\u00a041; s. oben unter II.3.b\u00a0bb). Diese Regelung ist verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden (im Einzelnen s. BFH-Urteil in BFHE 230, 215, BStBl II 2011, 511, unter II.B.2. der Gr\u00fcnde). Soweit der Gesetzgeber damit die Besteuerung der Ver\u00e4u\u00dferungs- und Aufgabegewinne der betroffenen Personengesellschaften an diejenige der Kapitalgesellschaften angleicht, bewegt er sich innerhalb des Rahmens bereits vorhandener Gestaltungen bei der Erfassung der gewerbesteuerlichen Bemessungsgrundlage (vgl. BVerfG-Beschluss in BVerfGE 120, 1, zu C.II.3.c\u00a0aa, zur Abf\u00e4rberegelung in \u00a7\u00a015 Abs.\u00a03 Nr.\u00a01 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>44<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>(2) Es entspricht &#8211;anders als das FG meint&#8211; nicht dem Gebot der Folgerichtigkeit, nach Einf\u00fcgung des \u00a7\u00a07 Satz\u00a02 GewStG Mitunternehmerschaften, soweit daran (nur) Kapitalgesellschaften als Mitunternehmer beteiligt sind, gewerbesteuerlich auch hinsichtlich der vorweggenommenen Betriebsausgaben den Kapitalgesellschaften gleichzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>45<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Diese Auffassung verkennt zum einen den Charakter des \u00a7\u00a07 Satz\u00a02 GewStG als &#8211;punktuelle&#8211; Vorschrift zur Missbrauchsverhinderung; insoweit hat das FA zu Recht darauf hingewiesen, dass in einer solchen Ausnahmevorschrift kein grunds\u00e4tzlicher Systemwechsel gesehen werden kann (vgl. zur Frage des Systemwechsels BVerfG-Urteil in BVerfGE 122, 210, BFH\/NV 2009, 338, unter C.II.5. der Gr\u00fcnde).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>46<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Zum anderen l\u00e4sst die vom FG zu Grunde gelegte Auslegung die aus der Ankn\u00fcpfung an die Art der Mitunternehmer als nat\u00fcrliche oder juristische Person folgende weiter reichende Ungleichbehandlung der Mitunternehmerschaften bei der Abgrenzung der subjektiven Gewerbesteuerpflicht unber\u00fccksichtigt. Ebenso wenig ber\u00fccksichtigt hat das FG die besonderen Abgrenzungsprobleme, die sich ergeben w\u00fcrden, wenn neben nat\u00fcrlichen Personen andere Personen als Mitunternehmer unmittelbar beteiligt sind, oder wenn es zu einem Wechsel zwischen derartigen Mitunternehmern k\u00e4me. Das FG verkennt damit die Befugnis des Gesetzgebers, grunds\u00e4tzlich generalisierende, typisierende und pauschalierende Regelungen zu treffen, ohne allein schon wegen der damit unvermeidlich verbundenen H\u00e4rten, die sich aus der jeder gesetzlichen Regelung immanenten Notwendigkeit zur Verallgemeinerung ergeben, gegen den allgemeinen Gleichheitssatz zu versto\u00dfen (vgl. BVerfG-Urteil in BVerfGE 122, 210, BFH\/NV 2009, 338, unter C.I.2.b\u00a0bb der Gr\u00fcnde).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>47<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>4. Das angefochtene Urteil ist danach aufzuheben und die Klage abzuweisen. Das FA hat zu Recht die Feststellung eines vortragsf\u00e4higen Gewerbeverlustes auf den 31.\u00a0Dezember 2003 abgelehnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.8.2012, IV R 54\/10 Beginn der sachlichen Gewerbesteuerpflicht bei Mitunternehmerschaften &#8211; Keine gewerbesteuerrechtliche Gleichbehandlung von Kapitalgesellschaften und Mitunternehmerschaften Leits\u00e4tze Die sachliche Gewerbesteuerpflicht der unter \u00a7 2 Abs. 1 GewStG fallenden Gewerbebetriebe beginnt erst, wenn alle tatbestandlichen Voraussetzungen eines Gewerbebetriebes erf\u00fcllt sind (st\u00e4ndige Rechtsprechung). Dies gilt f\u00fcr Personengesellschaften unabh\u00e4ngig von der Rechtsform ihrer &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-54-10-beginn-der-sachlichen-gewerbesteuerpflicht-bei-mitunternehmerschaften-keine-gewerbesteuerrechtliche-gleichbehandlung-von-kapitalgesellschaften-und-mitunternehmerschaften\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IV&nbsp;R&nbsp;54\/10 &#8211; Beginn der sachlichen Gewerbesteuerpflicht bei Mitunternehmerschaften &#8211; Keine gewerbesteuerrechtliche Gleichbehandlung von Kapitalgesellschaften und Mitunternehmerschaften<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-3339","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3339","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3339"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3339\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3339"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3339"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3339"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}