{"id":3342,"date":"2012-08-01T00:00:00","date_gmt":"2012-07-31T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=3342"},"modified":"2012-11-12T15:39:59","modified_gmt":"2012-11-12T13:39:59","slug":"ix-r-14-11-abziehbarkeit-von-aufwendungen-fuer-die-renovierung-der-neuen-wohnung-bei-beruflich-veranlasstem-umzug-anforderungen-an-die-einlage-eines-wirtschaftsguts-in-das-gewillkuerte-betriebsvermoeg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-14-11-abziehbarkeit-von-aufwendungen-fuer-die-renovierung-der-neuen-wohnung-bei-beruflich-veranlasstem-umzug-anforderungen-an-die-einlage-eines-wirtschaftsguts-in-das-gewillkuerte-betriebsvermoeg\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;14\/11 &#8211; Abziehbarkeit von Aufwendungen f&uuml;r die Renovierung der neuen Wohnung bei beruflich veranlasstem Umzug &#8211; Anforderungen an die Einlage eines Wirtschaftsguts in das gewillk&uuml;rte Betriebsverm&ouml;gen"},"content":{"rendered":"<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Urteil vom 1.8.2012, IX R 14\/11<\/p>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Der Kl\u00e4ger und Revisionskl\u00e4ger (Kl\u00e4ger) war im Jahr 1994 zu 40\u00a0% am Stammkapital der im November 1990 gegr\u00fcndeten X-GmbH beteiligt. Gleichzeitig war er bis zum 5.\u00a0Juli 1994 Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer dieser GmbH. Die X-GmbH nahm zur Finanzierung ihrer Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit in den Jahren 1991 und 1992 Darlehen auf, f\u00fcr die der Kl\u00e4ger Sicherheiten leistete. Im Dezember 1994 wurde das Konkursverfahren \u00fcber das Verm\u00f6gen der GmbH mangels Masse eingestellt. Die Darlehensgeber nahmen den Kl\u00e4ger aus den ihnen gew\u00e4hrten Sicherheiten in Anspruch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit der am 27. Dezember 1996 eingereichten Einkommensteuererkl\u00e4rung f\u00fcr das Jahr 1994 machten die verheirateten Kl\u00e4ger &#8211;ohne weitere Nachweise&#8211; einen Verlust des Kl\u00e4gers aus Gewerbebetrieb nach \u00a7\u00a017 des Einkommensteuergesetzes (EStG) in H\u00f6he von 25.000\u00a0DM geltend. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ber\u00fccksichtigte diesen Verlust nicht und setzte die Einkommensteuer bei einem Gesamtbetrag der Eink\u00fcnfte in H\u00f6he von 39.758\u00a0DM auf 0\u00a0DM fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Am 15.\u00a0August 2000 beantragten die Kl\u00e4ger eine \u00c4nderung des Einkommensteuerbescheids 1994 nach \u00a7\u00a0175 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 Nr.\u00a02 der Abgabenordnung (AO) wegen nachtr\u00e4glicher Anschaffungskosten f\u00fcr die Beteiligung des Kl\u00e4gers an der X-GmbH in H\u00f6he von 291.198,03\u00a0DM.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA lehnte den Antrag ab, da mangels eines eigenkapitalersetzenden Charakters der B\u00fcrgschaften keine nachtr\u00e4glichen Anschaffungskosten vorl\u00e4gen. Im Rahmen des Einspruchsverfahrens forderte das FA vom Bevollm\u00e4chtigten der Kl\u00e4ger weitere Unterlagen an. Der Bevollm\u00e4chtigte kam dieser Aufforderung nicht nach. Daraufhin teilte das FA dem Bevollm\u00e4chtigten mit Schreiben vom Juni 2002 mit, dass die Kl\u00e4ger aufgrund der Festsetzung der Einkommensteuer in H\u00f6he von 0\u00a0EUR nicht beschwert seien. Es wies den Einspruch als unzul\u00e4ssig zur\u00fcck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Am 3.\u00a0Juli 2002 beantragten die Kl\u00e4ger die gesonderte Feststellung eines zum 31.\u00a0Dezember 1994 verbleibenden Verlustabzugs. Das FA lehnte auch diesen Antrag ab. Der Erlass eines Verlustfeststellungsbescheids setze die \u00c4nderbarkeit des Einkommensteuerbescheids voraus. Daran fehle es im Streitfall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die dagegen gerichtete Klage hat das Finanzgericht (FG) abgewiesen, da eine Verlustfeststellung aufgrund der Bestandskraft des Einkommensteuerbescheids nicht mehr in Betracht komme. Auf die Revision der Kl\u00e4ger hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 17.\u00a0September 2008 IX\u00a0R\u00a092\/07 (nicht amtlich ver\u00f6ffentlicht, juris) das finanzgerichtliche Urteil aufgehoben und den Rechtsstreit zur\u00fcckverwiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Klage hatte auch im zweiten Rechtsgang keinen Erfolg. Das FG entschied mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2011, 1709 ver\u00f6ffentlichten Urteil, die Feststellungsfrist sei bereits zum Ende des Jahres 2001 abgelaufen. Hieran \u00e4ndere sich auch unter Ber\u00fccksichtigung von \u00a7\u00a7\u00a088, 89 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 AO nichts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Revision der Kl\u00e4ger, mit der diese die Verletzung materiellen Rechts r\u00fcgen. Insbesondere sei den Kl\u00e4gern keine schuldhaft unzul\u00e4ngliche Verfahrensf\u00fchrung vorzuwerfen. Demgegen\u00fcber sei das FA nicht gewillt gewesen, in der Sache ordnungsgem\u00e4\u00df zu handeln. Bei einer nicht ordnungsgem\u00e4\u00dfen Feststellungserkl\u00e4rung habe das FA die Pflicht, den Sachverhalt von Amts wegen zu ermitteln (\u00a7\u00a088 Abs.\u00a01 AO) und die H\u00f6he der Verluste zu untersuchen (\u00a7\u00a088 Abs.\u00a02 AO). Das FA h\u00e4tte im Jahr 2000 die Abgabe der Feststellungserkl\u00e4rung anfordern m\u00fcssen. Es w\u00e4re schon nach Abgabe der Einkommensteuererkl\u00e4rung f\u00fcr das Jahr 1994 verpflichtet gewesen, das Vorliegen eines Verlustes sowie dessen H\u00f6he aufzukl\u00e4ren und festzustellen. Dass das FA die vorgelegten Belege und abgegebenen Erkl\u00e4rungen nicht zu Gunsten der Steuerpflichtigen ber\u00fccksichtigt habe, begr\u00fcnde einen Versto\u00df gegen \u00a7\u00a088 AO. Wegen dieser Pflichtverletzung habe das FA den Steuerpflichtigen so zu stellen, wie er ohne die Pflichtverletzung gestanden h\u00e4tte. Die Pflichtverletzung des FA durchbreche die Festsetzungsverj\u00e4hrung der Einkommensteuerbescheide ab der Antragstellung.<br \/>\nIm Rahmen von \u00a7\u00a0181 Abs.\u00a05 Satz\u00a01 AO sei auf den ersten Zeitpunkt der Antragstellung abzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4ger beantragen,<br \/>\ndas Urteil des FG sowie den Bescheid vom 1.\u00a0September 2003 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 22.\u00a0September 2004 aufzuheben und das FA zu verpflichten, unter Ber\u00fccksichtigung eines Aufl\u00f6sungsverlustes des Kl\u00e4gers nach \u00a7\u00a017 EStG in H\u00f6he von 498.403,72\u00a0DM einen Verlustfeststellungsbescheid zur Einkommensteuer 1994 in H\u00f6he von 458.645,72\u00a0DM gesondert festzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>\ndie Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr\u00fcndet und daher zur\u00fcckzuweisen (\u00a7\u00a0126 Abs.\u00a02 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Zutreffend hat das FG die gesonderte Feststellung des streitbefangenen verbleibenden Verlustabzugs nach \u00a7 10d Abs.\u00a03 Satz\u00a01 EStG zum 31.\u00a0Dezember 1994 abgelehnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Im ersten Rechtsgang hat der Senat &#8211;in f\u00fcr den zweiten Rechtsgang bindender Weise (\u00a7\u00a0126 Abs.\u00a05 FGO; Gr\u00e4ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a0126 Rz\u00a030, m.w.N.)&#8211; Folgendes entschieden:<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der zum 31.\u00a0Dezember 1994 verbleibende Verlustabzug ist gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a010d Abs.\u00a03 Satz\u00a01 EStG i.V.m. \u00a7\u00a0181 Abs.\u00a05 Satz\u00a01 AO gesondert festzustellen, wenn dies f\u00fcr einen sp\u00e4teren Einkommensteuer- oder Feststellungsbescheid nach \u00a7\u00a010d EStG von Bedeutung ist, f\u00fcr den die Festsetzungs- oder Feststellungsfrist noch nicht abgelaufen ist. \u00a7\u00a0181 Abs.\u00a05 Satz\u00a01 AO kommt vorliegend f\u00fcr die gesonderte Feststellung des zum 31.\u00a0Dezember 1994 verbleibenden Verlustabzugs in Betracht, weil die f\u00fcr sie geltende Feststellungsfrist abgelaufen ist (vgl. im Einzelnen BFH-Urteil vom 17.\u00a0September 2008 IX\u00a0R\u00a092\/07, nicht amtlich ver\u00f6ffentlicht, juris).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Ausgehend von diesen Grunds\u00e4tzen hatte das FG im zweiten Rechtsgang lediglich zu pr\u00fcfen, in welcher H\u00f6he zum 31.\u00a0Dezember 1994 ein verbleibender Verlustabzug besteht und ob seine gesonderte Feststellung f\u00fcr einen sp\u00e4teren Einkommensteuer- oder Feststellungsbescheid nach \u00a7\u00a010d EStG von Bedeutung ist, f\u00fcr den die Festsetzungs- oder Feststellungsfrist noch nicht abgelaufen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Das FG hat auf der Grundlage der von ihm festgestellten Tatsachen in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise entschieden, dass Feststellungsverj\u00e4hrung eingetreten ist und die gesonderte Feststellung eines verbleibenden Verlustabzugs zum 31.\u00a0Dezember 1994 f\u00fcr keinen sp\u00e4teren Einkommensteuer- oder Feststellungsbescheid nach \u00a7\u00a010d EStG von Bedeutung ist, f\u00fcr den die Festsetzungs- oder Feststellungsfrist noch nicht abgelaufen ist. Soweit die Kl\u00e4ger in der Revision erstmals vortragen, angesichts positiver Eink\u00fcnfte in nicht festsetzungsverj\u00e4hrten Jahren w\u00fcrde sich der begehrte Verlustabzug auswirken k\u00f6nnen, kann dem, da hierzu finanzgerichtliche Feststellungen fehlen, vielmehr das FG von einem Verbrauch der Verluste in den festsetzungsverj\u00e4hrten Jahren 1995 bis 2003 ausgeht, nicht Rechnung getragen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Zutreffend ist das FG von Feststellungsverj\u00e4hrung ausgegangen. Der Gesetzeswortlaut von \u00a7\u00a0169 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 AO wie auch die Funktion der Verj\u00e4hrung, Rechtssicherheit durch Zeitablauf zu gew\u00e4hrleisten, lassen f\u00fcr eine Beurteilung der Verj\u00e4hrung nach Ma\u00dfgabe einer Mitverursachung des Zeitablaufs seitens des FA keinen Raum, dies weder unter dem Aspekt von Treu und Glauben (vgl. BFH-Urteil vom 19.\u00a0August 1999 III\u00a0R\u00a057\/98, BFHE 191, 198, BStBl II 2000, 330) noch unter dem einer etwaigen Missachtung der Pflichten aus \u00a7\u00a7\u00a088, 89 Abs.\u00a01 AO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Jenseits dessen folgt aus den bindenden Feststellungen des FG (vgl. \u00a7\u00a0118 Abs.\u00a02 FGO) keine Pflichtverletzung des FA dahingehend, dass es den Verlust im Jahr 1997 nach Abgabe der Einkommensteuererkl\u00e4rung 1994 h\u00e4tte feststellen m\u00fcssen. Zutreffend verweist das FA darauf, es liege grunds\u00e4tzlich im Verantwortungsbereich des Steuerpflichtigen, die richtigen Antr\u00e4ge zu stellen. Die Kl\u00e4ger h\u00e4tten \u00fcberdies den Eintritt der Festsetzungsverj\u00e4hrung f\u00fcr die der Verlustentstehung folgenden Veranlagungszeitr\u00e4ume durch Rechtsbehelfe verhindern k\u00f6nnen (vgl. dazu BFH-Urteil vom 25.\u00a0Mai 2011 IX\u00a0R\u00a036\/10, BFHE 233, 314, BStBl II 2011, 807).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Zu Recht geht das FG auch davon aus, dass eine gesonderte Feststellung eines verbleibenden Verlustabzugs nicht gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a010d Abs.\u00a03 Satz\u00a01 EStG a.F. i.V.m. \u00a7\u00a0181 Abs.\u00a05 Satz\u00a01 AO m\u00f6glich ist. Denn auch die Verj\u00e4hrung der insoweit bedeutsamen Einkommensteuerfestsetzungen wird nicht durch eine etwaige Verletzung der Pflichten aus \u00a7\u00a7\u00a088, 89 Abs.\u00a01 AO seitens des FA beeinflusst (s. oben a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>19<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Soweit die Kl\u00e4ger in diesem Zusammenhang darauf abstellen, zu welchem Zeitpunkt nach Ablauf der Feststellungsfrist eine Verlustfeststellung f\u00fcr eine nicht festsetzungsverj\u00e4hrte Steuerfestsetzung gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0181 Abs.\u00a05 Satz\u00a01 AO von Bedeutung sein muss, ist fr\u00fchestens auf den Zeitpunkt der tats\u00e4chlichen Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs abzustellen. Dies folgt schon aus dem Wortlaut des Gesetzes &#8222;im Zeitpunkt der gesonderten Feststellung&#8220; (vgl. BFH-Urteil vom 29.\u00a0Juni 2011 IX\u00a0R\u00a038\/10, BFHE 233, 326, BStBl II 2011, 963 Rz\u00a023). Eine Verschiebung dieses Zeitpunkts im Wege einer analogen Anwendung der f\u00fcr Festsetzungsfristen geltenden Ablaufhemmung gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0171 Abs.\u00a03 bzw. 3a AO (durch Antragstellung bzw. Anfechtung) kommt schon mangels Regelungsl\u00fccke nicht in Betracht. Verweist doch \u00a7\u00a0181 Abs.\u00a05 AO ausdr\u00fccklich nur auf \u00a7\u00a0169 Abs.\u00a01 Satz\u00a03 AO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>20<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Danach konnte das FG hinsichtlich der H\u00f6he des streitbefangenen verbleibenden Verlustabzugs dem Kl\u00e4gervortrag folgen und dessen Feststellung zum 31.\u00a0Dezember 1994 gleichwohl ablehnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>21<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Eine Vorlage an das Bundesverfassungsgericht gem\u00e4\u00df Art.\u00a0100 Abs.\u00a01 des Grundgesetzes (GG) kommt nicht in Betracht. Die Ablehnung der Verlustfeststellung ist verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden. Sie verst\u00f6\u00dft insbesondere nicht gegen Art.\u00a03 Abs.\u00a01 GG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 1.8.2012, IX R 14\/11 Tatbestand 1 I. Der Kl\u00e4ger und Revisionskl\u00e4ger (Kl\u00e4ger) war im Jahr 1994 zu 40\u00a0% am Stammkapital der im November 1990 gegr\u00fcndeten X-GmbH beteiligt. Gleichzeitig war er bis zum 5.\u00a0Juli 1994 Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer dieser GmbH. Die X-GmbH nahm zur Finanzierung ihrer Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit in den Jahren 1991 und 1992 Darlehen auf, &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-14-11-abziehbarkeit-von-aufwendungen-fuer-die-renovierung-der-neuen-wohnung-bei-beruflich-veranlasstem-umzug-anforderungen-an-die-einlage-eines-wirtschaftsguts-in-das-gewillkuerte-betriebsvermoeg\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;14\/11 &#8211; Abziehbarkeit von Aufwendungen f&uuml;r die Renovierung der neuen Wohnung bei beruflich veranlasstem Umzug &#8211; Anforderungen an die Einlage eines Wirtschaftsguts in das gewillk&uuml;rte Betriebsverm&ouml;gen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[132,1254],"class_list":["post-3342","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online","tag-aufwendungen","tag-renovierung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3342","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3342"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3342\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3342"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3342"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3342"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}