{"id":33490,"date":"2013-03-23T08:50:14","date_gmt":"2013-03-23T06:50:14","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=33490"},"modified":"2013-03-23T08:52:19","modified_gmt":"2013-03-23T06:52:19","slug":"kleinunternehmerregelung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/kleinunternehmerregelung\/","title":{"rendered":"Kleinunternehmerregelung"},"content":{"rendered":"<div>\n<h2><strong>Ma\u00dfgebende Umsatzgrenzen bei der Kleinunternehmerregelung<\/strong><\/h2>\n<\/div>\n<h3>1.1 Allgemeines<\/h3>\n<p>Die Kleinunternehmerregelung ist anwendbar, wenn der nach vereinnahmten Entgelten bemessene Gesamtumsatz im Sinne des \u00a7 19 Abs. 3 UStG, gek\u00fcrzt um die darin enthaltenen Ums\u00e4tze von Wirtschaftsg\u00fctern des Anlageverm\u00f6gens zuz\u00fcglich der darauf entfallenden Umsatzsteuer im vorangegangenen Kalenderjahr 17.500 EUR nicht \u00fcberstiegen hat und im laufenden Kalenderjahr nach der vom Unternehmer zu Beginn eines jeden Jahres zu erstellenden Prognose voraussichtlich 50.000 EUR nicht \u00fcbersteigen wird (\u00a7 19 Abs. 1 S\u00e4tze 1 und 2 UStG). So sind bei der Ermittlung, ob der Unternehmer die Umsatzgrenze in H\u00f6he von 17.500 EUR im Vorjahr \u00fcberschritten hat, stets die tats\u00e4chlich vereinnahmten Bruttoentgelte zu Grunde zu legen. Die Reduzierung der Umsatzgrenze um eine fiktiv anfallende Umsatzsteuer kommt daher nicht in Betracht (siehe auch Abschn. 246 Abs. 2 UStR).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>1.2 Unternehmensneugr\u00fcndungen<\/h3>\n<p>Im Jahr der Neugr\u00fcndung eines Unternehmens ist allein auf den vom Unternehmer prognostizierten voraussichtlichen Umsatz des Gr\u00fcndungsjahres im Zeitpunkt des Beginns der unternehmerischen T\u00e4tigkeit abzustellen. Hierbei ist entsprechend der Zweckbestimmung des \u00a7 19 Abs. 1 UStG die Grenze von 17.500 EUR ma\u00dfgebend (siehe auch Abschn. 246 Abs. 4 UStR).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>1.3 Fehlender Umsatz im Gr\u00fcndungsjahr<\/h3>\n<p>Zu der Frage, welche Umsatzgrenzen ma\u00dfgebend sind, wenn ein Unternehmen im Gr\u00fcndungsjahr (= Beginn des Unternehmens) keine steuerbaren Ums\u00e4tze ausf\u00fchrt, hat das FG M\u00fcnchen mit Urteil vom 9.7.2003, 3 K 4787\/01 (EFG 2003 S. 1580) die Auffassung vertreten, dass die Anwendung der Kleinunternehmerregelung in dem der Unternehmensgr\u00fcndung folgenden Kalenderjahr zul\u00e4ssig ist, wenn der Umsatz in diesem Jahr voraussichtlich 50.000 EUR nicht \u00fcbersteigt.<\/p>\n<p>Nach Er\u00f6rterung auf Bundesebene haben die Umsatzsteuer-Referatsleiter den Beschluss gefasst, das Urteil des FG M\u00fcnchen \u00fcber den dort entschiedenen Einzelfall hinaus anzuwenden.<\/p>\n<p><strong>Beispiel:<\/strong><\/p>\n<p>Mehrere Vereine schlie\u00dfen sich im Jahr 01 zu einer GbR zusammen, um die Kirmes des Jahres 02 zu veranstalten. Im Jahr 01 werden ausschlie\u00dflich Vorbereitungshandlungen vorgenommen, Ums\u00e4tze werden erst w\u00e4hrend der Veranstaltung der Kirmes im Jahr 02 erzielt.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Anwendung der Kleinunternehmerregelung im Jahr 02 ist die Umsatzgrenze von 50.000 EUR ma\u00dfgebend.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div>\n<h2><strong>2. Anzahlungen<\/strong><\/h2>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>2.1 Im Gr\u00fcndungsjahr<\/h3>\n<p>F\u00fchrt ein Unternehmer im Jahr der Unternehmensgr\u00fcndung keine Ums\u00e4tze aus, erh\u00e4lt er jedoch im Gr\u00fcndungsjahr Anzahlungen f\u00fcr Leistungen, die er erst in einem sp\u00e4teren Besteuerungszeitraum erbringt, gilt Folgendes:<\/p>\n<p>Wie unter Tz 1.1 dargestellt, ist der f\u00fcr die Anwendung der Kleinunternehmerregelung ma\u00dfgebende Gesamtumsatz stets nach vereinnahmten Entgelten zu ermitteln. Auf den Zeitpunkt der Ausf\u00fchrung der Ums\u00e4tze kommt es nicht an. Daher ist zu pr\u00fcfen, ob f\u00fcr die im Gr\u00fcndungsjahr erhaltenen Anzahlungen die Kleinunternehmerregelung angewendet werden kann oder ob diese der Regelbesteuerung zu unterwerfen sind.<\/p>\n<p>Dies h\u00e4ngt von der vom Unternehmer zu Beginn seiner unternehmerischen T\u00e4tigkeit vorzunehmenden Prognose ab (siehe Tz. 1.2).<\/p>\n<p>Konnte der Unternehmer im Zeitpunkt der Unternehmensgr\u00fcndung nicht mit dem Erhalt von Anzahlungen rechnen oder hat er seinen Gesamtumsatz mit einem Betrag von maximal 17.500 EUR gesch\u00e4tzt (siehe z.B. die Angaben im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung), ist die Kleinunternehmerregelung f\u00fcr die Versteuerung der Anzahlungen in diesem Jahr auch dann anzuwenden, wenn sich im Laufe des Jahres herausstellt, dass tats\u00e4chlich ein h\u00f6herer Betrag vereinnahmt wurde. In diesem Fall sollte der Unternehmer jedoch substantiierte Gr\u00fcnde vortragen, die seine unrichtige Prognose glaubhaft machen.<\/p>\n<p>Die nicht erhobene Umsatzsteuer ist im Jahr der Leistungserbringung nachzufordern, wenn in diesem Jahr die Regelbesteuerung anzuwenden ist (Wechsel der Besteuerungsform von der Kleinunternehmerregelung zur Regelbesteuerung vor Ausf\u00fchrung des Umsatzes, Abschn. 253 Abs. 2 UStR).<\/p>\n<p>Steht bei Unternehmensgr\u00fcndung bereits fest, dass Anzahlungen von mehr als 17.500 EUR vereinnahmt werden, sind diese der Regelbesteuerung zu unterwerfen. Diese Umsatzsteuer ist wieder zu erstatten, wenn im Jahr der Leistungserbringung die Kleinunternehmerregelung angewendet wird (Wechsel der Besteuerungsform von der Regelbesteuerung zur Kleinunternehmerregelung) und der Unternehmer \u00fcber die erbrachte Leistung keine Rechnung mit offen ausgewiesener USt erteilt hat (Abschn. 253 Abs. 7 UStR).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>2.2 In Folgejahren<\/h3>\n<p>Das unter Tz. 2.1 Beschriebene gilt hinsichtlich der zu Beginn eines jeden Jahres zu stellenden Prognose, ob der Gesamtumsatz i.S.d. \u00a7 19 Abs. 1 Satz 2 UStG voraussichtlich 50.000 EUR \u00fcbersteigen wird, auch f\u00fcr Anzahlungen, die in Jahren nach der Unternehmensgr\u00fcndung f\u00fcr Ums\u00e4tze vereinnahmt werden, die in einem sp\u00e4teren Besteuerungszeitraum erbracht werden. Hier ist jedoch stets auch der Vorjahresgesamtumsatz (max. 17.500 EUR) zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p><strong>Beispiele:<\/strong><\/p>\n<p>Vorgabe: In den Beispielen 1 &#8211; 4 hat der Unternehmer jeweils zu Beginn eines jeden Jahres richtig abgesch\u00e4tzt, wie hoch die Anzahlungen sein werden, im Beispiel 5 war die Prognose des Unternehmers falsch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"109\"><strong>Beispiel 1<\/strong><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\"><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\"><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"109\">Jahr:<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">01<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">02<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">03<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"109\"><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">(= Gr\u00fcndungsjahr)<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\"><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">(= Leistungszeitpunkt)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"109\">Anzahlung:<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">10.000 EUR<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">10.000 EUR<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"109\">Restzahlung:<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\"><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\"><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">10.000 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"109\"><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">\u00a7 19, da voraussichtlich\u00a0\u2264\u00a017.500 EUR<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">\u00a7 19, da Vorjahr \u2264 17.500 EUR und lfd. Jahr voraussichtlich\u00a0\u2264\u00a050.000 EUR<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">\u00a7 19, da Vorjahr\u00a0\u2264\u00a017.500 EUR und lfd. Jahr voraussichtlich \u226450.000 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"109\"><strong>Beispiel 2<\/strong><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\"><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\"><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"109\">Jahr:<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">01<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">02<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">03<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"109\"><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">(= Gr\u00fcndungsjahr)<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\"><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">(= Leistungszeitpunkt)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"109\">Anzahlung:<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">20.000 EUR<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">20.000 EUR<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"109\">Restzahlung:<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\"><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\"><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">5.000 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"109\"><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">Regelbesteuerung, da voraussichtlich &gt; 17.500 EUR<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">Regelbesteuerung, da Vorjahr &gt; 17.500 EUR<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">Regelbesteuerung, da Vorjahr &gt; 17.500 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"109\"><strong>Beispiel 3<\/strong><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\"><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\"><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"109\">Jahr:<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">01<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">02<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">03<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"109\"><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">(= Gr\u00fcndungsjahr)<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\"><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">(= Leistungszeitpunkt)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"109\">Anzahlung:<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">10.000 EUR<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">10.000 EUR<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"109\">Restzahlung:<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\"><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\"><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">60.000 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"109\"><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">\u00a7 19, da\u00a0\u2264\u00a017.500 EUR<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">\u00a7 19, da Vorjahr\u00a0\u2264\u00a017.500 EUR und lfd. Jahr voraussichtlich\u00a0\u2264\u00a050.000 EUR<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">Regelbesteuerung, da Vorjahr zwar\u00a0\u2264\u00a017.500 EUR, aber voraussichtlich &gt; 50.000 EUR\u2192 Wechsel der Besteuerungsform, Nachversteuerung der Anzahlungen, Abschn. 253 Abs. 2 UStR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"109\"><strong>Beispiel 4<\/strong><\/td>\n<td colspan=\"3\" valign=\"top\" width=\"495\">Siehe z.B. Karteikarte zu \u00a7 3 Abs. 12 &#8211; S 7119 &#8211; Karte 2 zur \u00dcberlassung von Werbemobilen<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"109\">Jahr:<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">01 (= Gr\u00fcndungsjahr)<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">02<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">03 (= Leistungszeitpunkt)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"109\">Anzahlung:<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">20.000 EUR<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">0 EUR<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"109\">Restzahlung:<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\"><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\"><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">0 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"109\"><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">Regelbesteuerung, da &gt; 17.500 EUR<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">(theoretisch) Regelbesteuerung, da Vorjahr &gt; 17.500 EUR<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">\u00a7 19, da Vorjahr &lt; 17.500 EUR und lfd. Jahr voraussichtlich\u00a0\u2264\u00a050.000 EURWechsel der Besteuerungsform, Erstattung der im Jahr 01 gezahlten USt, Abschn. 253 Abs. 7 UStR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"109\"><strong>Beispiel 5<\/strong><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\"><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\"><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"109\">Jahr:<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">01 (= Gr\u00fcndungsjahr)<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">02<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">03 (= Leistungszeitpunkt)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"109\">Anzahlung:<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">20.000 EUR<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">10.000 EUR<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"109\">Restzahlung<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\"><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\"><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">10.000 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"109\"><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">Prognose: voraussichtlicher Gesamtumsatz\u00a0\u2264\u00a017.500 EUR\u00a7 19, auch wenn tats\u00e4chlicher Gesamtumsatz h\u00f6her<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">Regelbesteuerung, da Vorjahr &gt; 17.500 EUR<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"165\">\u00a7 19, da Vorjahr\u00a0\u2264\u00a017.500 EUR und lfd. Jahr voraussichtlich\u00a0\u2264\u00a050.000 EURWechsel der Besteuerungsform, Erstattung der im Jahr 02 gezahlten USt, Abschn. 253 Abs. 7 UStR.<\/p>\n<div><\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h1><\/h1>\n<h2><strong>Kleinunternehmerregelung bei stark schwankenden Ums\u00e4tzen<\/strong><\/h2>\n<div>\n<p>Zur Frage, ob eine Vereinsgemeinschaft die Kleinunternehmerregelung des \u00a7 19 Abs. 1 UStG in Anspruch nehmen kann, wenn sie alle drei Jahre ein Fest ausrichtet und dabei einen Umsatz zwischen 16.621 EUR und 50.000 EUR erzielt, in den Jahren dazwischen aber nur sehr geringe oder gar keine Ums\u00e4tze hat, gilt Folgendes:<\/p>\n<\/div>\n<p>Nach \u00a7 19 Abs. 1 Satz 1 UStG wird die USt nicht erhoben, wenn der Umsatz zuz\u00fcglich der darauf entfallenden Steuer im vorangegangenen Kalenderjahr 16.620 EUR nicht \u00fcberstiegen hat und im laufenden Kalenderjahr 50.000 EUR nicht \u00fcbersteigen wird. Ist ein Vorjahresumsatz nicht vorhanden, weil ein Unternehmer seine T\u00e4tigkeit erst im laufenden Kalenderjahr aufgenommen hat, ist allein entscheidend, ob im laufenden Kalenderjahr die Umsatzgrenze von 16.620 EUR voraussichtlich \u00fcberschritten wird (vgl. Abschn. 246 Abs. 4 UStR).<\/p>\n<p>Welche Grenzen ma\u00dfgebend sind, richtet sich somit danach, ob die Unternehmereigenschaft im Jahr der Ausrichtung eines Fests neu beginnt oder ob sie fortdauert.<\/p>\n<p>Nach st\u00e4ndiger h\u00f6chstrichterlicher Finanzrechtsprechung (vgl. BFH-Urteil vom 13.12.1963, BStBl 1964 III 1964 S. 90, vom 22.6.1989, BStBl 1989 II S. 913, vom 21.12.1989, UR 1990 S. 212) liegt, auch wenn zeitweilig keine Ums\u00e4tze ausgef\u00fchrt werden, ein Ende der unternehmerischen Bet\u00e4tigung nicht vor, wenn der Unternehmer die Absicht hat, das Unternehmen weiterzuf\u00fchren oder in absehbarer Zeit wiederaufleben zu lassen. Dies gilt auch dann, wenn die Unterbrechung der T\u00e4tigkeit einen gr\u00f6\u00dferen Zeitraum einnimmt.<\/p>\n<p>Im o.g. Fall der Vereinsgemeinschaft kann davon ausgegangen werden, dass durch die regelm\u00e4\u00dfige Durchf\u00fchrung der Festveranstaltungen und die bestehende Absicht, auch k\u00fcnftig so zu verfahren, die Unternehmereigenschaft der Vereinsgemeinschaft fortdauert. Die Anwendung der Kleinunternehmerregelung des \u00a7 19 Abs. 1 UStG h\u00e4ngt in diesem Fall somit entsprechend dem Gesetzeswortlaut davon ab, ob der Vorjahresumsatz 16.620 EUR nicht \u00fcberstiegen hat und ob der Umsatz im laufenden Kalenderjahr 50.000 EUR voraussichtlich nicht \u00fcbersteigen wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><strong>Ber\u00fccksichtigung eines dem Unternehmen zugeordneten Gegenstandes bei der Ermittlung des Gesamtumsatzes, Kleinunternehmerregelung<\/strong><\/h2>\n<p>Die Privatverwendung eines teilunternehmerisch verwendeten Gegenstandes &#8211; ausgenommen Grundst\u00fccke im Sinne des \u00a7 15 Abs. 1b UStG &#8211; ist nach \u00a7 3 Abs. 9a Nr. 1 UStG steuerbar, wenn dieser Gegenstand dem Unternehmen vollst\u00e4ndig zugeordnet worden ist und dessen unternehmerische Verwendung zum vollen oder teilweisen Vorsteuerabzug berechtigt hat. Hieran fehlt es, wenn der Unternehmer als Kleinunternehmer nach \u00a7 19 Abs. 1 UStG nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt ist. In diesem Fall findet \u00a7 3 Abs. 9a Nr. 1 UStG keine Anwendung, so dass folglich bei der Berechnung des Gesamtumsatzes nach \u00a7 19 Abs. 1 Satz 2 UStG eine unentgeltliche Wertabgabe nicht hinzuzurechnen ist.<\/p>\n<p>Sofern der Kleinunternehmer einen solchen teilunternehmerisch verwendeten Gegenstand in einem Besteuerungszeitraum erworben hat, in dem die Voraussetzungen des \u00a7 19 UStG noch nicht vorlagen bzw. er auf die Anwendung des \u00a7 19 Abs. 1 UStG verzichtet und den Vorsteuerabzug geltend gemacht hat, liegt im Geltungsbereich des \u00a7 19 Abs. 1 UStG eine \u00c4nderung der Verh\u00e4ltnisse vor (\u00a7 15a Abs. 7 UStG), die im Berichtigungszeitraum unter Ber\u00fccksichtigung des \u00a7 44 UStDV zu einer Vorsteuerberichtigung nach \u00a7 15a UStG f\u00fchrt. Auch in diesem Fall ist die unentgeltliche Wertabgabe nach \u00a7 3 Abs. 9a Nr. 1 UStG bei der Berechnung des Gesamtumsatzes nach \u00a7 19 Abs. 1 Satz 2 UStG nicht zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>Die unentgeltliche Wertabgabe nach \u00a7 3 Abs. 9a Nr. 1 UStG ist in die Ermittlung des Gesamtumsatzes nach \u00a7 19 Abs. 1 Satz 2 UStG einzubeziehen, wenn ein der Regelbesteuerung unterliegender Unternehmer seinen Gesamtumsatz des vorangegangenen Jahres im Hinblick auf die Grenze von 17.500 EUR ermittelt und die unentgeltliche Wertabgabe im vorangegangenen Kalenderjahr steuerbar war.<\/p>\n<p>Unter Bezugnahme auf das Ergebnis der Er\u00f6rterungen mit den obersten Finanzbeh\u00f6rden der L\u00e4nder wird Abschnitt 19.3 Absatz 1 Satz 2 des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses (UStAE) vom 1.10.2010 (BStBl 2010 I S. 846), der zuletzt durch das BMF-Schreiben vom 21.3.2012, IV D 2 &#8211; S 7238\/11\/10001 (2012\/0244719), BStBl 2012 I S. \u2026, ge\u00e4ndert worden ist, wie folgt gefasst:<\/p>\n<p>\u201e<sup>2<\/sup>Zum Gesamtumsatz geh\u00f6ren nicht <strong>die private Verwendung eines dem Unternehmen zugeordneten Gegenstandes, die nicht nach \u00a7 3 Abs. 9a Nr. 1 UStG steuerbar ist, und<\/strong> die Ums\u00e4tze, f\u00fcr die der Unternehmer als Leistungsempf\u00e4nger Steuerschuldner nach \u00a7 13b Abs. 5 UStG ist.\u201d<\/p>\n<p>Die Grunds\u00e4tze dieses Schreibens sind in allen offenen F\u00e4llen anzuwenden. Die \u00dcbergangsregelung des BMF-Schreibens vom 2.1.2012, BStBl 2012 I S. 60, ist zu beachten.<\/p>\n<p>Dieses Schreiben wird im Bundessteuerblatt Teil I ver\u00f6ffentlicht. Es steht ab sofort f\u00fcr eine \u00dcbergangszeit auf den Internetseiten des Bundesministeriums der Finanzen (http:\/\/www.bundesfinanzministerium.de) unter der Rubrik Wirtschaft und Verwaltung &#8211; Steuern &#8211; Ver\u00f6ffentlichungen zu Steuerarten &#8211; Umsatzsteuer &#8211; Umsatzsteuer-Anwendungserlass &#8211; zum Herunterladen bereit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ma\u00dfgebende Umsatzgrenzen bei der Kleinunternehmerregelung 1.1 Allgemeines Die Kleinunternehmerregelung ist anwendbar, wenn der nach vereinnahmten Entgelten bemessene Gesamtumsatz im Sinne des \u00a7 19 Abs. 3 UStG, gek\u00fcrzt um die darin enthaltenen Ums\u00e4tze von Wirtschaftsg\u00fctern des Anlageverm\u00f6gens zuz\u00fcglich der darauf entfallenden Umsatzsteuer im vorangegangenen Kalenderjahr 17.500 EUR nicht \u00fcberstiegen hat und im laufenden Kalenderjahr nach der &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/kleinunternehmerregelung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Kleinunternehmerregelung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,89],"tags":[2308],"class_list":["post-33490","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-steuer","category-umsatzsteuer","tag-kleinunternehmerregelung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33490","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=33490"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33490\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=33490"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=33490"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=33490"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}