{"id":3352,"date":"2012-08-01T00:00:00","date_gmt":"2012-07-31T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=3352"},"modified":"2012-11-12T15:36:08","modified_gmt":"2012-11-12T13:36:08","slug":"v-b-59-11-haftungsschuld-nicht-gegenstand-des-par-236-ao","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-59-11-haftungsschuld-nicht-gegenstand-des-par-236-ao\/","title":{"rendered":"V&nbsp;B&nbsp;59\/11 &#8211; Haftungsschuld nicht Gegenstand des &sect; 236 AO"},"content":{"rendered":"<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 1.8.2012, V B 59\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Beiderseitige Erledigungserkl\u00e4rung, Aussetzung der Vollziehung im Insolvenzfall &#8211; Kostenverteilung nach beiderseitigen Erledigungserkl\u00e4rungen<\/p>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Die D-AG beantragte beim Antragsgegner und Beschwerdef\u00fchrer (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erfolglos die Aussetzung der Vollziehung (AdV) der Umsatzsteuer- Vorauszahlungsbescheide f\u00fcr August 2008 bis Mai 2009. Gegenstand des Aussetzungsverfahrens vor dem Finanzgericht (FG) waren die Umsatzsteuer-Jahresbescheide f\u00fcr 2008 und 2009 vom 4.\u00a0Februar 2011 und vom 25.\u00a0M\u00e4rz 2011. Das FG gab dem Aussetzungsantrag mit Beschluss vom 26.\u00a0April 2011 statt. Hiergegen legte das FA am 16.\u00a0Mai 2011 Beschwerde ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Bereits mit Beschluss vom 20.\u00a0April 2011 hatte das Amtsgericht\u00a0U den Antragsteller und Beschwerdegegner (Antragsteller) zum vorl\u00e4ufigen Insolvenzverwalter bestellt und gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a021 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 der Insolvenzordnung (InsO) angeordnet, dass Verf\u00fcgungen \u00fcber die Gegenst\u00e4nde des Verm\u00f6gens der D-AG nur noch mit Zustimmung des Antragstellers wirksam sind. Dar\u00fcber hinaus untersagte das Amtsgericht gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a021 Abs.\u00a02 Nr.\u00a03 InsO Ma\u00dfnahmen der Zwangsvollstreckung einschlie\u00dflich der Vollziehung eines Arrests oder einer einstweiligen Verf\u00fcgung, soweit nicht unbewegliche Gegenst\u00e4nde betroffen sind und ordnete die Einstellung bereits begonnener Ma\u00dfnahmen an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>\u00dcber das Verm\u00f6gen der D-AG wurde am 6.\u00a0Juli 2011 das Insolvenzverfahren er\u00f6ffnet und der Antragsteller zum Insolvenzverwalter bestellt. Im Anschluss an die Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens erkl\u00e4rte das FA den Rechtsstreit in der Hauptsache f\u00fcr erledigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Antragsteller nahm den Rechtsstreit auf und erkl\u00e4rte ihn auf entsprechende Anfrage des Gerichts gleichfalls f\u00fcr erledigt, allerdings &#8222;nur f\u00fcr den Fall der Zul\u00e4ssigkeit der Beschwerde&#8220;, an der es im Streitfall fehle, da die &#8222;Insolvenz &#8230; sp\u00e4testens ab Bestellung eines vorl\u00e4ufigen Insolvenzverwalters &#8230; zum Wegfall des Rechtsschutzbed\u00fcrfnisses&#8220; gef\u00fchrt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Auf die beiderseitige Erledigungserkl\u00e4rung des FA ist die Erledigung des Rechtsstreits festzustellen und der Beschluss des FG f\u00fcr gegenstandslos zu erkl\u00e4ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Das FG hat im Rubrum seines Beschlusses als Streitgegenstand &#8222;Umsatzsteuer f\u00fcr die Monate August bis Dezember 2008 und Januar bis Mai 2009&#8220; bezeichnet, obwohl w\u00e4hrend des finanzgerichtlichen Verfahrens am 4.\u00a0Februar 2011 der Umsatzsteuer-Jahresbescheid f\u00fcr 2008 und am 25.\u00a0M\u00e4rz 2011 der Umsatzsteuer-Jahresbescheid f\u00fcr 2009 erging und das FG &#8211;wie sich aus dem Tenor und den Gr\u00fcnden des Beschlusses ergibt&#8211; \u00fcber diese Bescheide sowie mit R\u00fccksicht darauf, dass die Rechtswirkungen der Umsatzsteuer-Vorauszahlungsbescheide hinsichtlich des Entstehens der S\u00e4umniszuschl\u00e4ge bestehen bleiben, auch \u00fcber deren Rechtm\u00e4\u00dfigkeit entschieden hat. Eine im Beschwerdeverfahren grunds\u00e4tzlich m\u00f6gliche Berichtigung des Rubrums des finanzgerichtlichen Urteils (vgl. hierzu Beschl\u00fcsse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 8.\u00a0Januar 2010 V\u00a0B\u00a099\/09, BFH\/NV 2010, 911; vom 24.\u00a0Mai 2007 VII\u00a0B\u00a0105\/06, BFH\/NV 2007, 1902) bedarf es jedoch nicht, weil die Vorentscheidung insgesamt aufgehoben wird (vgl. BFH-Urteile vom 26.\u00a0April 2012 V\u00a0R\u00a02\/11, BFH\/NV 2012, 1285; vom 31.\u00a0M\u00e4rz 2004 X\u00a0R\u00a011\/03, BFH\/NV 2004, 1389).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Im Streitfall liegen beiderseitige Erledigungserkl\u00e4rungen vor, die grunds\u00e4tzlich zur Beendigung der Rechtsh\u00e4ngigkeit f\u00fchren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Umstand, dass der Antragsteller seine Erkl\u00e4rung unter dem Vorbehalt der Zul\u00e4ssigkeit der Beschwerde des FA gestellt hat, steht der Wirksamkeit seiner Erledigungserkl\u00e4rung nicht entgegen. Zwar muss die Erledigungserkl\u00e4rung als eine Prozessbewirkungshandlung (z.B. BFH-Beschluss vom 11.\u00a0Dezember 1996 IV\u00a0S\u00a01\/92, BFH\/NV 1997, 307; BFH-Urteil vom 22.\u00a0Mai 1984 VIII\u00a0R\u00a060\/79, BFHE 141, 211, BStBl II 1984, 697) wie jede Prozesshandlung klar, eindeutig und vorbehaltlos vorgenommen werden (vgl. BFH-Beschluss in BFH\/NV 1997, 307; BFH-Urteil vom 5.\u00a0November 1991 VII\u00a0R\u00a064\/90, BFHE 166, 415, BStBl II 1992, 425). Erkl\u00e4rt jedoch im Rechtsmittelverfahren ein Beteiligter den Rechtsstreit in der Hauptsache f\u00fcr den Fall der Zul\u00e4ssigkeit des Rechtsmittels f\u00fcr erledigt, f\u00fchrt dies nicht zur Wirkungslosigkeit der Erledigungserkl\u00e4rung, denn diese Einschr\u00e4nkung gibt nur die Rechtslage wieder.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Anders als im Klageverfahren, in dem unabh\u00e4ngig von der Zul\u00e4ssigkeit der Klage der Rechtsstreit in der Hauptsache wirksam f\u00fcr erledigt erkl\u00e4rt werden kann (vgl. z.B. BFH-Beschl\u00fcsse vom 25.\u00a0Juli 1991 III\u00a0B\u00a010\/91, BFHE 165, 17, BStBl II 1991, 846; vom 8.\u00a0August 1974 IV\u00a0R\u00a0131\/73, BFHE 113, 175, BStBl II 1974, 749), kann in einem Rechtsmittelverfahren, in dem das eingelegte Rechtsmittel unstatthaft und unzul\u00e4ssig war, zwar das unzul\u00e4ssige Rechtsmittel selbst (vgl. z.B. BFH-Beschluss in BFHE 165, 17, BStBl II 1991, 846; Gr\u00e4ber\/Ratschow, Finanzgerichtsordnung, 7.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a0138 Rz\u00a010), nicht aber der Rechtsstreit selbst in der Hauptsache wirksam f\u00fcr erledigt erkl\u00e4rt werden. Denn war das Rechtsmittel nicht zul\u00e4ssig, so fehlt dem Rechtsmittelgericht von vornherein die M\u00f6glichkeit, sachlich auf den Antrag des Rechtsmittelf\u00fchrers einzugehen (z.B. BFH-Beschl\u00fcsse vom 22.\u00a0September 1989 V\u00a0B\u00a020\/89, BFH\/NV 1991, 54; vom 12.\u00a0Dezember 1984 I\u00a0R\u00a078\/83, BFHE 143, 8, BStBl II 1985, 258 f\u00fcr die beiderseitige Erledigungserkl\u00e4rung; BFH-Urteil vom 9.\u00a0August 1977 VII\u00a0R\u00a0123\/74, BFHE 122, 443, BStBl II 1977, 697, und BFH-Beschluss vom 5.\u00a0Juni 1985 II\u00a0S\u00a03\/85, BFHE 143, 414, BStBl II 1985, 469 f\u00fcr die einseitige Erledigungserkl\u00e4rung). Deshalb sind Erledigungserkl\u00e4rungen, die in einem unstatthaften und unzul\u00e4ssigen Rechtsmittelverfahren in Bezug auf den Rechtsstreit selbst abgegeben werden, wirkungslos (st\u00e4ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Beschl\u00fcsse vom 15.\u00a0M\u00e4rz 2000 I\u00a0R\u00a056\/99, BFH\/NV 2000, 1211; vom 8.\u00a0September 1999 VII\u00a0B\u00a084\/99, BFH\/NV 2000, 571; vom 17.\u00a0Dezember 1997 VIII\u00a0R\u00a012\/92, BFH\/NV 1998, 721; in BFH\/NV 1991, 54, jeweils m.w.N.). Erkl\u00e4rt deshalb im Rechtsmittelverfahren ein Beteiligter den Rechtsstreit in der Hauptsache unter der Voraussetzung f\u00fcr erledigt, dass das Rechtsmittel zul\u00e4ssig sei &#8211;wie im Streitfall der Antragsteller&#8211;, steht dieser Vorbehalt der Wirksamkeit seiner Prozesshandlung nicht entgegen, da er nur die Rechtslage wiedergibt, wonach eine wirksame Erledigungserkl\u00e4rung im Rechtsmittelverfahren dessen Zul\u00e4ssigkeit voraussetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Entgegen der Auffassung des Antragstellers war die Beschwerde bis zur Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens zul\u00e4ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Nach st\u00e4ndiger Rechtsprechung des BFH entf\u00e4llt das Rechtsschutzbed\u00fcrfnis f\u00fcr einen Antrag auf AdV erst mit der Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 27.\u00a0November 1974 I\u00a0R\u00a0185\/73, BFHE 114, 164, BStBl II 1975, 208, unter 2., und vom 21.\u00a0Juni 1979 IV\u00a0R\u00a0131\/74, BFHE 128, 322, BStBl II 1979, 780, unter 1.c; BFH-Beschl\u00fcsse vom 11.\u00a0August 2000 I\u00a0S\u00a05\/00, BFH\/NV 2001, 314, unter II.1., und vom 15.\u00a0Februar 2002 XI\u00a0S\u00a032\/01, BFH\/NV 2002, 940, unter II.1., alle zur Er\u00f6ffnung des Konkursverfahrens). Ma\u00dfgeblich ist hierf\u00fcr, dass Verwaltungsakte zwar gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0251 Abs.\u00a01 der Abgabenordnung (AO) vollstreckt werden k\u00f6nnen, die Vorschriften der InsO jedoch nach \u00a7\u00a0251 Abs.\u00a02 Satz\u00a01 AO unber\u00fchrt bleiben. Hieraus folgt, dass das FA ab der Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens Steueranspr\u00fcche, die als Insolvenzforderungen i.S. von \u00a7\u00a038 InsO anzusehen sind, als Insolvenzgl\u00e4ubiger gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a087 InsO nur noch nach den Vorschriften \u00fcber das Insolvenzverfahren verfolgen kann. Eine Zwangsvollstreckung ist nach \u00a7\u00a089 Abs.\u00a01 InsO unzul\u00e4ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Entgegen der Auffassung des Antragstellers ist das Rechtsschutzbed\u00fcrfnis nicht bereits durch seine Bestellung zum vorl\u00e4ufigen Insolvenzverwalter mit Zustimmungsvorbehalt (\u00a7\u00a021 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 InsO) bei gleichzeitiger Untersagung der Zwangsvollstreckung in das bewegliche Verm\u00f6gen (\u00a7\u00a021 Abs.\u00a02 Nr.\u00a03 InsO) entfallen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Bestellung eines vorl\u00e4ufigen Verwalters mit Zustimmungsvorbehalt l\u00e4sst das Rechtsschutzbed\u00fcrfnis nicht entfallen, da die Vollstreckungsm\u00f6glichkeiten hierdurch nicht eingeschr\u00e4nkt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Auch die Untersagung der Zwangsvollstreckung in das bewegliche Verm\u00f6gen f\u00fchrt nicht zu einem Fortfall des Rechtsschutzbed\u00fcrfnisses. Denn die Anordnung nach \u00a7\u00a021 Abs.\u00a02 Nr.\u00a03 InsO l\u00e4sst das Recht auf Zwangsvollstreckung in das unbewegliche Verm\u00f6gen unber\u00fchrt, wie sich auch ausdr\u00fccklich aus \u00a7\u00a030d Abs.\u00a04 des Gesetzes \u00fcber die Zwangsversteigerung und Zwangsverwaltung ergibt. Ist vor der Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens ein vorl\u00e4ufiger Verwalter bestellt, ist danach auf dessen Antrag die Zwangsversteigerung einstweilen einzustellen, wenn glaubhaft gemacht wird, dass die einstweilige Einstellung zur Verh\u00fctung nachteiliger Ver\u00e4nderungen in der Verm\u00f6genslage des Schuldners erforderlich ist. F\u00fcr eine derartige Einstellung bestehen im Streitfall ebenso wenig Anhaltspunkte wie f\u00fcr die Annahme, dass die D-AG \u00fcber keinerlei unbewegliches Verm\u00f6gen verf\u00fcgte. Im Hinblick auf die somit f\u00fcr das FA weiterhin gegebene M\u00f6glichkeit zur Vollstreckung in das unbewegliche Verm\u00f6gen bestand daher das Rechtsschutzbed\u00fcrfnis fort und ist erst mit Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens w\u00e4hrend des vorliegenden Beschwerdeverfahrens entfallen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>4. Das Gericht braucht im Rahmen der Kostenentscheidung nach Erledigung der Hauptsache wegen beiderseitiger Erledigungserkl\u00e4rungen nicht schwierige Rechtsfragen zu kl\u00e4ren. Wenn sich infolgedessen der mutma\u00dfliche Ausgang des Rechtsstreits nicht hinreichend sicher erkennen l\u00e4sst, entspricht in der Regel die Kostenteilung billigem Ermessen (vgl. z.B. BFH-Beschl\u00fcsse vom 20.\u00a0September 1991 IX\u00a0B\u00a0157\/90, juris; vom 15.\u00a0April 1986 VII\u00a0R\u00a0152\/83, BFH\/NV 1986, 575, und vom 16.\u00a0Oktober 1985 IX\u00a0R\u00a056\/81, BFH\/NV 1086, 354).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 1.8.2012, V B 59\/11 Beiderseitige Erledigungserkl\u00e4rung, Aussetzung der Vollziehung im Insolvenzfall &#8211; Kostenverteilung nach beiderseitigen Erledigungserkl\u00e4rungen Tatbestand 1 I. Die D-AG beantragte beim Antragsgegner und Beschwerdef\u00fchrer (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erfolglos die Aussetzung der Vollziehung (AdV) der Umsatzsteuer- Vorauszahlungsbescheide f\u00fcr August 2008 bis Mai 2009. 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