{"id":3356,"date":"2012-08-14T00:00:00","date_gmt":"2012-08-13T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=3356"},"modified":"2012-11-12T10:32:42","modified_gmt":"2012-11-12T08:32:42","slug":"vii-b-108-12-beschwerde-gegen-die-ablehnung-eines-antrags-auf-urteilsberichtigung-rechtsschutzbeduerfnis-kostenpflicht-eines-beschwerdeverfahrens-wegen-urteilsberichtigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-108-12-beschwerde-gegen-die-ablehnung-eines-antrags-auf-urteilsberichtigung-rechtsschutzbeduerfnis-kostenpflicht-eines-beschwerdeverfahrens-wegen-urteilsberichtigung\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;108\/12 &#8211; Beschwerde gegen die Ablehnung eines Antrags auf Urteilsberichtigung &#8211; Rechtsschutzbed&uuml;rfnis &#8211; Kostenpflicht eines Beschwerdeverfahrens wegen Urteilsberichtigung"},"content":{"rendered":"<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 14.8.2012, VII B 108\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Beweiskraft der Zustellungsurkunde<\/p>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Das Finanzgericht (FG) hat die Klage des Kl\u00e4gers und Beschwerdef\u00fchrers (Kl\u00e4ger) gegen den Widerruf seiner Bestellung als Steuerberater wegen Verm\u00f6gensverfalls (\u00a7\u00a046 Abs.\u00a02 Nr.\u00a04 des Steuerberatungsgesetzes &#8211;StBerG&#8211;) abgewiesen. Die Klage sei unzul\u00e4ssig, weil der Kl\u00e4ger die einmonatige Klagefrist vers\u00e4umt habe. Wiedereinsetzung in den vorigen Stand k\u00f6nne nicht gew\u00e4hrt werden, weil der Kl\u00e4ger die f\u00fcr den Wiedereinsetzungsantrag vorgeschriebene Frist ebenfalls vers\u00e4umt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Nichtzulassungsbeschwerde des Kl\u00e4gers, welche er auf den Zulassungsgrund des Verfahrensmangels (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a03 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) st\u00fctzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde hat keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Zwar liegt ein Verfahrensmangel vor, wenn das FG die Zul\u00e4ssigkeit der Klage zu Unrecht verneint. Im Streitfall hat das FG jedoch zu Recht angenommen, dass die gegen den Widerrufsbescheid der Beklagten und Beschwerdegegnerin (Steuerberaterkammer) gerichtete Klage versp\u00e4tet erhoben und damit unzul\u00e4ssig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nach \u00a7\u00a047 Abs.\u00a01 FGO betr\u00e4gt die Frist f\u00fcr die Erhebung der Anfechtungsklage einen Monat und beginnt in den F\u00e4llen, in denen &#8211;wie im Streitfall&#8211; ein au\u00dfergerichtlicher Rechtsbehelf nicht gegeben ist, mit der Bekanntgabe des Verwaltungsakts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Im Streitfall hat die Steuerberaterkammer die Bekanntgabe des Widerrufsbescheids vom 27.\u00a0September 2011 im Wege der Zustellung durch die Post mit Zustellungsurkunde angeordnet (\u00a7\u00a0164a StBerG, \u00a7\u00a0122 Abs.\u00a05 der Abgabenordnung, \u00a7\u00a03 Abs.\u00a01 des Verwaltungszustellungsgesetzes &#8211;VwZG&#8211;). Ausweislich der Postzustellungsurkunde wurde der Widerrufsbescheid dem Kl\u00e4ger am 28.\u00a0September 2011 durch Einlegen des Schriftst\u00fccks in den zum Gesch\u00e4ftsraum geh\u00f6renden Briefkasten oder in eine \u00e4hnliche Vorrichtung zugestellt, weil seine \u00dcbergabe an den Adressaten nicht m\u00f6glich war. Der Widerrufsbescheid galt daher mit seiner Einlegung als zugestellt (\u00a7\u00a03 Abs.\u00a02 VwZG i.V.m. \u00a7\u00a0180 Satz\u00a02 der Zivilprozessordnung &#8211;ZPO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Wie das FG zutreffend ausgef\u00fchrt hat, gilt nach \u00a7\u00a0182 Abs.\u00a01 Satz\u00a02 ZPO f\u00fcr die Zustellungsurkunde \u00a7\u00a0418 ZPO. Es handelt sich daher um eine \u00f6ffentliche Urkunde, die den vollen Beweis der in ihr bezeugten Tatsachen begr\u00fcndet. Ein Gegenbeweis kann nach \u00a7\u00a0418 Abs.\u00a02 ZPO nur durch den Beweis der Unrichtigkeit der in der Zustellungsurkunde bezeugten Tatsachen, des Gegenteils also, gef\u00fchrt werden. Die Ansicht des FG, der Kl\u00e4ger habe allein durch die Behauptung, am angegebenen Tag der Zustellung keinen ausw\u00e4rtigen Termin gehabt, sondern sich ganzt\u00e4gig im B\u00fcro aufgehalten und zudem seinerzeit 10\u00a0Angestellte besch\u00e4ftigt zu haben, den Gegenbeweis nicht in der Weise erbracht, dass die Richtigkeit der durch die Zustellungsurkunde bezeugten Tatsachen ausgeschlossen sei, ist rechtlich nicht zu beanstanden. Auf die entsprechenden Ausf\u00fchrungen im angefochtenen Urteil kann insoweit verwiesen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Ist somit von der Bekanntgabe des Widerrufsbescheids am 28.\u00a0September 2011 auszugehen, ist die einmonatige Klagefrist mit der erst am 19.\u00a0Dezember 2011 erhobenen Klage vers\u00e4umt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die vom Kl\u00e4ger mit der erhobenen Klage beantragte Wiedereinsetzung in den vorigen Stand hat das FG zu Recht abgelehnt. Der Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand ist gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a056 Abs.\u00a02 Satz\u00a01 FGO binnen zwei Wochen nach Wegfall des Hindernisses zu stellen. Das FG hat zu Recht angenommen, das der Klageerhebung entgegenstehende Hindernis sei jedenfalls am 11.\u00a0November 2011 mit dem Zugang des Schreibens der Steuerberaterkammer vom 8.\u00a0November 2011 weggefallen, mit dem der Kl\u00e4ger \u00fcber den Widerruf seiner Bestellung als Steuerberater durch Bescheid vom 27.\u00a0September 2011 unterrichtet worden war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die von der Beschwerde vertretene Ansicht, \u00fcber die beantragte Wiedereinsetzung h\u00e4tte nicht das FG, sondern das Verwaltungsgericht entscheiden m\u00fcssen, trifft nicht zu. Im \u00dcbrigen ist die Zul\u00e4ssigkeit des beschrittenen Rechtswegs im Verfahren der Nichtzulassungsbeschwerde ohnehin nicht zu pr\u00fcfen (\u00a7\u00a017a Abs.\u00a05 des Gerichtsverfassungsgesetzes).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 14.8.2012, VII B 108\/12 Beweiskraft der Zustellungsurkunde Tatbestand 1 I. Das Finanzgericht (FG) hat die Klage des Kl\u00e4gers und Beschwerdef\u00fchrers (Kl\u00e4ger) gegen den Widerruf seiner Bestellung als Steuerberater wegen Verm\u00f6gensverfalls (\u00a7\u00a046 Abs.\u00a02 Nr.\u00a04 des Steuerberatungsgesetzes &#8211;StBerG&#8211;) abgewiesen. Die Klage sei unzul\u00e4ssig, weil der Kl\u00e4ger die einmonatige Klagefrist vers\u00e4umt habe. 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