{"id":3358,"date":"2012-08-20T00:00:00","date_gmt":"2012-08-19T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=3358"},"modified":"2012-11-12T07:12:54","modified_gmt":"2012-11-12T05:12:54","slug":"iii-b-246-11-aufteilung-von-reisekosten-bei-sowohl-privater-als-auch-beruflicher-veranlassung-gewinnerzielungsabsicht-bei-einer-im-nebenberuf-betriebenen-schriftstellerischen-taetigkeit-einlegung-der","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-246-11-aufteilung-von-reisekosten-bei-sowohl-privater-als-auch-beruflicher-veranlassung-gewinnerzielungsabsicht-bei-einer-im-nebenberuf-betriebenen-schriftstellerischen-taetigkeit-einlegung-der\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;246\/11 &#8211; Aufteilung von Reisekosten bei sowohl privater als auch beruflicher Veranlassung &#8211; Gewinnerzielungsabsicht bei einer im Nebenberuf betriebenen schriftstellerischen T&auml;tigkeit &#8211; Einlegung der Nichtzulassungsbeschwerde durch beide Beteiligte"},"content":{"rendered":"<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 20.8.2012, III B 246\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Abgrenzung zwischen Anwalts- und Inkassot\u00e4tigkeit &#8211; Eink\u00fcnftequalifikation bei einem Rechtsanwalt, der sog. Mengeninkasso betreibt<\/p>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Der Kl\u00e4ger und Beschwerdef\u00fchrer (Kl\u00e4ger) ist als Rechtsanwalt in eigener Praxis selbst\u00e4ndig t\u00e4tig. Ende des Jahres 2005 begann er mit dem Betreiben des au\u00dfergerichtlichen Forderungseinzugs. Bis Anfang 2006 war er insoweit zun\u00e4chst f\u00fcr X, ab Mitte M\u00e4rz 2006 sodann f\u00fcr Y, einem Betreiber von Internet-Portalen, t\u00e4tig. Im Zusammenhang mit der Inkassot\u00e4tigkeit betrieb der Kl\u00e4ger Call-Center mit insgesamt ca. 30 Telefonpl\u00e4tzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>S\u00e4umige Schuldner mahnte Y zun\u00e4chst selbst. Blieb eine Mahnung erfolglos, \u00fcbermittelte Y dem Kl\u00e4ger auf elektronischem Wege die aufgezeichneten Daten der Gesch\u00e4ftsverbindung f\u00fcr dessen Mahnschreiben. Jede \u00dcbermittlung bestand dabei aus 2\u00a0500 bis 4\u00a0000 Datens\u00e4tzen. Die \u00fcbermittelten Daten wurden in eine eigens f\u00fcr den Kl\u00e4ger entwickelte EDV-Software importiert. Der Ausdruck der Mahnschreiben sowie das Einkuvertieren erfolgten dann voll automatisch. Die Mahnungen unterschieden sich nur in den automatisch eingef\u00fcgten Daten hinsichtlich Adresse, Aktenzeichen, Vertrags- und Rechnungsdatum.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>In der Zeit von M\u00e4rz bis Dezember 2006 verschickte der Kl\u00e4ger f\u00fcr Y auf diese Weise insgesamt 684\u00a0704 standardisierte Mahnungen. Im Jahr 2006 beantragte er im Zusammenhang mit seiner Inkassot\u00e4tigkeit f\u00fcr Y ca. 30 bis 40 Mahnbescheide. Au\u00dferdem erhob er in den Jahren 2006 und 2007 insgesamt ca. 50\u00a0Klagen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Sowohl mit X als auch mit Y hatte der Kl\u00e4ger m\u00fcndlich ein festes Honorar pro Kunden bzw. Fall vereinbart, das die gesamte T\u00e4tigkeit des Kl\u00e4gers abdecken sollte und nach dessen Einlassung max. 5\u00a0EUR betrug.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Neben dem au\u00dfergerichtlichen Forderungseinzug war der Kl\u00e4ger f\u00fcr Y sowie in geringem Umfang f\u00fcr andere Mandanten auch rechtsberatend t\u00e4tig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt) sah die von dem Kl\u00e4ger erkl\u00e4rten Eink\u00fcnfte aus selbst\u00e4ndiger Arbeit (\u00a7\u00a018 des Einkommensteuergesetzes in der im Streitjahr geltenden Fassung &#8211;EStG&#8211;) im Anschluss an eine Au\u00dfenpr\u00fcfung insgesamt als solche aus Gewerbebetrieb (\u00a7\u00a015 EStG) an und erlie\u00df dementsprechend einen Bescheid \u00fcber den Gewerbesteuermessbetrag.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die hiergegen gerichtete Klage hatte insoweit Erfolg, als das Finanzgericht (FG) den &#8211;der H\u00f6he nach unstreitigen&#8211; Gewinn aus Gewerbebetrieb in H\u00f6he von \u2026 EUR auf \u2026 EUR herabsetzte. Hierbei handelte es sich um den auf die eigentliche Rechtsberatung &#8211;einschlie\u00dflich der f\u00fcr Y beantragten Mahnbescheide und erhobenen Klagen&#8211; entfallenden Gewinn, den das FG auf \u2026 EUR sch\u00e4tzte und als solchen nach \u00a7\u00a018 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 EStG qualifizierte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit seiner Beschwerde wendet sich der Kl\u00e4ger gegen die Nichtzulassung der Revision. Zur Begr\u00fcndung beruft er sich auf die grunds\u00e4tzliche Bedeutung der Rechtssache (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) sowie die Erforderlichkeit einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Fortbildung des Rechts und zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unbegr\u00fcndet und durch Beschluss zur\u00fcckzuweisen. Soweit die Beschwerdebegr\u00fcndung \u00fcberhaupt den Darlegungserfordernissen des \u00a7\u00a0116 Abs.\u00a03 Satz\u00a03 FGO entspricht, liegen die geltend gemachten Zulassungsgr\u00fcnde jedenfalls nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Die Revision ist nicht wegen grunds\u00e4tzlicher Bedeutung der Rechtssache zuzulassen (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Kl\u00e4ger h\u00e4lt sinngem\u00e4\u00df die Rechtsfrage f\u00fcr grunds\u00e4tzlich bedeutsam, ob das massenhaft betriebene &#8211;und deshalb ohne rechtliche Pr\u00fcfung der einzelnen einzuziehenden Forderungen erfolgende&#8211; au\u00dfergerichtliche Inkasso (sog. Mengeninkasso) eines zugelassenen Rechtsanwalts zur Einstufung der daraus resultierenden Eink\u00fcnfte als gewerblich f\u00fchrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Diese Rechtsfrage ist indes offensichtlich so zu entscheiden, wie es das FG &#8211;mit bejahender Antwort&#8211; getan hat und deshalb nicht kl\u00e4rungsbed\u00fcrftig (st\u00e4ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Beschluss vom 27.\u00a0M\u00e4rz 2009 VIII\u00a0B\u00a0184\/08, BFHE 224, 458, BStBl II 2009, 850).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Das Vorliegen von Eink\u00fcnften aus freiberuflicher T\u00e4tigkeit (\u00a7\u00a018 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 EStG), die durch eine selbst\u00e4ndige Berufst\u00e4tigkeit eines Rechtsanwalts erzielt werden, setzt nach st\u00e4ndiger Rechtsprechung des BFH u.a. voraus, dass es sich bei der tats\u00e4chlich ausge\u00fcbten T\u00e4tigkeit um eine solche freiberuflicher Art, d.h. f\u00fcr den genannten Katalogberuf berufstypische T\u00e4tigkeit handelt (vgl. z.B. Urteile vom 18.\u00a0Oktober 2006 XI\u00a0R\u00a09\/06, BFHE 215, 210, BStBl II 2007, 266; vom 12.\u00a0Dezember 2001 XI\u00a0R\u00a056\/00, BFHE 197, 442, BStBl II 2002, 202; vom 1.\u00a0Februar 1990 IV\u00a0R\u00a042\/89, BFHE 160, 21, BStBl II 1990, 534).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Eine anwaltliche T\u00e4tigkeit liegt in der Gew\u00e4hrung rechtlichen Beistands (\u00a7\u00a03 der Bundesrechtsanwaltsordnung) und kann gerichtlicher oder au\u00dfergerichtlicher Art sein. Ob im Einzelfall ein Anwaltsvertrag &#8211;und damit eine berufstypische T\u00e4tigkeit&#8211; vorliegt mit der Verpflichtung, dem Auftraggeber rechtlichen Beistand zu leisten, h\u00e4ngt vom Inhalt der Aufgabe ab, die dem Rechtsanwalt \u00fcbertragen und von diesem durchgef\u00fchrt wurde. Die Rechtsberatung und -vertretung muss nicht der Schwerpunkt der anwaltlichen T\u00e4tigkeit sein. Ein Anwaltsvertrag im vorstehenden Sinne kann auch anwaltsfremde Ma\u00dfnahmen umfassen, falls diese in einem engen inneren Zusammenhang mit der rechtlichen Beistandspflicht stehen und auch Rechtsfragen aufwerfen k\u00f6nnen. Etwas anderes gilt nur dann, wenn die Rechtsberatung und -vertretung v\u00f6llig in den Hintergrund tritt und deswegen als unwesentlich erscheint (Urteil des Bundesgerichtshofs &#8211;BGH&#8211; vom 2.\u00a0Juli 1998 IX\u00a0ZR\u00a063\/97, Neue Juristische Wochenschrift &#8211;NJW&#8211; 1998, 3486). Entsprechend h\u00e4ngt die Abgrenzung zwischen Anwalts- und reiner Inkassot\u00e4tigkeit davon ab, ob die dem Rechtsanwalt eigent\u00fcmliche Aufgabe, rechtlichen Beistand zu leisten, so in den Hintergrund getreten ist, dass es gerechtfertigt ist, die Aufgabe als reine Inkassot\u00e4tigkeit zu werten (BGH-Beschluss vom 9.\u00a0Juni 2008 AnwSt\u00a0(R)\u00a05\/05, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2008, 2510).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das Inkasso durch gewerbliche Unternehmen und Rechtsanw\u00e4lte ist lediglich hinsichtlich seines Ziels, n\u00e4mlich der Beitreibung von Forderungen, vergleichbar. Strukturell und organisatorisch gibt es gewichtige Unterschiede (BGH-Beschluss in DStR 2008, 2510, m.w.N.). W\u00e4hrend einem Rechtsanwalt in erster Linie die rechtliche Beratung des Gl\u00e4ubigers zukommt, ist die Durchsetzung der Forderung im kaufm\u00e4nnischen Bereich mit rechtlichen Mitteln in erster Linie den Inkassob\u00fcros zuzuordnen (Feller in G\u00f6ttlich\/M\u00fcmmler, Rechtsanwaltsverg\u00fctungsgesetz, 4.\u00a0Aufl., &#8222;Inkassob\u00fcro&#8220;, unter 2.). Dementsprechend <span style=\"text-decoration: underline;\">muss<\/span> ein Rechtsanwalt, der den Einzug einer Forderung im Rahmen eines Anwaltsvertrags \u00fcbernimmt, deren Berechtigung pr\u00fcfen, bevor er seine T\u00e4tigkeit aufnimmt und bevor er die jeweils weiteren Schritte zur Durchsetzung der Forderung unternimmt (vgl. BGH-Beschluss in DStR 2008, 2510; Oberlandesgericht K\u00f6ln, Urteil vom 18.\u00a0November 2005\u00a0\u00a06\u00a0U\u00a0149\/05, NJW 2006, 923). Dagegen besteht f\u00fcr Inkassodienstleiter, insbesondere im Bereich des auch vom Kl\u00e4ger betriebenen sog. Mengeninkassos, keine gesetzliche Verpflichtung, in jedem Einzelfall eine angemahnte Forderung zuvor auf ihren tats\u00e4chlichen Bestand hin zu pr\u00fcfen (Urteil des Verwaltungsgerichts Berlin vom 25.\u00a0August 2011\u00a0\u00a01\u00a0K\u00a05.10, juris; Feller in G\u00f6ttlich\/M\u00fcmmler, a.a.O., &#8222;Inkassob\u00fcro&#8220;, unter 2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Deshalb hat das FG zutreffend entschieden, dass massenhaft betriebenes &#8211;und mithin ohne rechtliche Pr\u00fcfung der einzelnen einzuziehenden Forderungen erfolgendes&#8211; au\u00dfergerichtliches Mengeninkasso eines zugelassenen Rechtsanwalts insoweit nicht zu freiberuflichen Eink\u00fcnften i.S. des \u00a7\u00a018 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 EStG, sondern zu gewerblichen Eink\u00fcnften nach \u00a7\u00a015 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 Nr.\u00a01 EStG f\u00fchrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Ein Rechtsanwalt, der &#8211;wie der Kl\u00e4ger im Streitfall&#8211; exzessives vollautomatisiertes Mengeninkasso in Form des massenhaften Versendens standardisierter Mahnschreiben mittels seiner B\u00fcroorganisation betreibt, erbringt eine kaufm\u00e4nnische Dienstleistung, die als solche nach ihrer Art nicht das f\u00fcr eine selbst\u00e4ndige Arbeit charakteristische Merkmal einer pers\u00f6nlichen Arbeitsleistung (vgl. hierzu Brandt in Herrmann\/ Heuer\/Raupach, \u00a7\u00a018 EStG Rz\u00a060; Schmidt\/Wacker, EStG, 31.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a018 Rz\u00a06) erf\u00fcllt. Deshalb hat das FG zutreffend ausgef\u00fchrt, dass es sich insoweit auch nicht um Eink\u00fcnfte aus sonstiger selbst\u00e4ndiger Arbeit i.S. des \u00a7\u00a018 Abs.\u00a01 Nr.\u00a03 EStG handelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Ebenso scheidet eine Zulassung der Revision zur Fortbildung des Rechts (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 Alternative\u00a01 FGO) aus. Dieser Zulassungsgrund stellt einen Spezialfall der grunds\u00e4tzlichen Bedeutung i.S. des \u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 FGO dar und setzt daher ebenfalls eine kl\u00e4rungsbed\u00fcrftige und kl\u00e4rbare Rechtsfrage voraus (s. etwa BFH-Beschluss vom 20.\u00a0Dezember 2005 X\u00a0B\u00a010\/05, BFH\/NV 2006, 777).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>19<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Die Revision ist nicht zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung zuzulassen (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 Alternative\u00a02 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>20<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Das FG hat nicht &#8211;wie vom Kl\u00e4ger behauptet&#8211; den Rechtssatz aufgestellt, die Inkassot\u00e4tigkeit sei insgesamt keine berufstypische anwaltliche T\u00e4tigkeit. Vielmehr hat das FG umgekehrt und unter Verweis darauf, die \u00dcbernahme von Inkassoauftr\u00e4gen sei keine dem Rechtsanwaltsberuf vorbehaltene oder ihn in besonderer Weise charakterisierende T\u00e4tigkeit, ausgef\u00fchrt, allein aus dem Umstand, dass ein Rechtsanwalt auch die Einziehung von Forderungen f\u00fcr einen Dritten im Rahmen seiner Zust\u00e4ndigkeit zur Besorgung fremder Rechtsangelegenheiten \u00fcbernehmen k\u00f6nne, k\u00f6nne nicht geschlossen werden, die Inkassot\u00e4tigkeit sei insgesamt (d.h. generell) eine berufstypische anwaltliche T\u00e4tigkeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>21<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Anders als der Kl\u00e4ger meint, ist das FG insoweit auch nicht von dem BFH-Urteil vom 3.\u00a0Oktober 1985 V\u00a0R\u00a0106\/78 (BFHE 145, 248, BStBl II 1986, 213) abgewichen. Eine Zulassung wegen Divergenz setzt u.a. voraus, dass die abweichend beantwortete Rechtsfrage f\u00fcr beide Entscheidungen rechtserheblich war (Gr\u00e4ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a0115 Rz\u00a048). In dem der Entscheidung in BFHE 145, 248, BStBl II 1986, 213 zugrunde liegenden Fall ging es jedoch um die Rechtsfrage, ob es sich bei der T\u00e4tigkeit eines Rechtsanwalts im Rahmen von Konkurs- und Vergleichsverwaltungen um eine berufstypische T\u00e4tigkeit handelt. Insoweit hat der BFH die Einziehung von Forderungen f\u00fcr einen Dritten &#8211;neben der Kreditvermittlung&#8211; lediglich als Beispiel daf\u00fcr aufgef\u00fchrt, dass die Rechtsbesorgung nicht auf die Erteilung von Rechtsrat beschr\u00e4nkt ist, sondern auch die \u00dcbernahme derjenigen T\u00e4tigkeiten f\u00fcr den Mandanten umfasst, die der Rechtsanwalt f\u00fcr richtig h\u00e4lt. Diese Aussage war f\u00fcr die Entscheidung mithin nicht tragend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>22<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Eine Abweichung liegt schlie\u00dflich auch nicht insoweit vor, als der Kl\u00e4ger sich darauf beruft, der BFH qualifiziere in den Urteilen in BFHE 145, 248, BStBl II 1986, 213, vom 13.\u00a0M\u00e4rz 1987 V\u00a0R\u00a033\/79 (BFHE 149, 313, BStBl II 1987, 524) und vom 9.\u00a0August 1990 V\u00a0R\u00a030\/86 (BFH\/NV 1991, 126) alle T\u00e4tigkeiten eines Rechtsanwalts als berufstypisch, die nach dem Verg\u00fctungsrecht der Rechtsanw\u00e4lte abrechenbar seien, w\u00e4hrend das FG dies v\u00f6llig au\u00dfer Acht lasse.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>23<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Insoweit \u00fcbersieht der Kl\u00e4ger bereits, dass er nach den &#8211;nicht mit Verfahrensr\u00fcgen angegriffenen&#8211; tats\u00e4chlichen Feststellungen des FG im Hinblick auf das massenhafte und vollautomatisierte Versenden der au\u00dfergerichtlichen Mahnschreiben nicht in seiner Eigenschaft als Rechtsanwalt, sondern wie ein gewerbliches Inkassob\u00fcro t\u00e4tig war. Auch ein Rechtsanwalt kann Inkassot\u00e4tigkeiten aber nur dann nach dem Rechtsanwaltsverg\u00fctungsgesetz (RVG) abrechnen, wenn es sich insoweit um eine anwaltliche T\u00e4tigkeit handelt, da das RVG gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a01 Abs.\u00a01 nur f\u00fcr solche T\u00e4tigkeiten gilt (vgl. hierzu auch M\u00fcller-Rabe in Gerold\/Schmidt, Rechtsanwaltsverg\u00fctungsgesetz, 20.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a01 Rz\u00a022 und 38).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>24<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>d) Nach den vorstehenden Ausf\u00fchrungen ist die Entscheidung des FG offensichtlich nicht greifbar gesetzwidrig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 20.8.2012, III B 246\/11 Abgrenzung zwischen Anwalts- und Inkassot\u00e4tigkeit &#8211; Eink\u00fcnftequalifikation bei einem Rechtsanwalt, der sog. Mengeninkasso betreibt Tatbestand 1 I. Der Kl\u00e4ger und Beschwerdef\u00fchrer (Kl\u00e4ger) ist als Rechtsanwalt in eigener Praxis selbst\u00e4ndig t\u00e4tig. Ende des Jahres 2005 begann er mit dem Betreiben des au\u00dfergerichtlichen Forderungseinzugs. Bis Anfang 2006 war er insoweit &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-246-11-aufteilung-von-reisekosten-bei-sowohl-privater-als-auch-beruflicher-veranlassung-gewinnerzielungsabsicht-bei-einer-im-nebenberuf-betriebenen-schriftstellerischen-taetigkeit-einlegung-der\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;B&nbsp;246\/11 &#8211; Aufteilung von Reisekosten bei sowohl privater als auch beruflicher Veranlassung &#8211; Gewinnerzielungsabsicht bei einer im Nebenberuf betriebenen schriftstellerischen T&auml;tigkeit &#8211; Einlegung der Nichtzulassungsbeschwerde durch beide Beteiligte<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[1218],"class_list":["post-3358","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online","tag-gewinnerzielungsabsicht"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3358","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3358"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3358\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3358"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3358"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3358"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}