{"id":3359,"date":"2012-08-24T00:00:00","date_gmt":"2012-08-23T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=3359"},"modified":"2012-11-12T05:50:53","modified_gmt":"2012-11-12T03:50:53","slug":"iii-b-21-12-zur-verwirklichung-des-vermietungstatbestandes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-21-12-zur-verwirklichung-des-vermietungstatbestandes\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;21\/12 &#8211; Zur Verwirklichung des Vermietungstatbestandes"},"content":{"rendered":"<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 24.8.2012, III B 21\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Aufteilung von Reisekosten bei sowohl privater als auch beruflicher Veranlassung &#8211; Gewinnerzielungsabsicht bei einer im Nebenberuf betriebenen schriftstellerischen T\u00e4tigkeit &#8211; Einlegung der Nichtzulassungsbeschwerde durch beide Beteiligte<\/p>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Die Kl\u00e4gerin, Beschwerdef\u00fchrerin und Beschwerdegegnerin (Kl\u00e4gerin) ist hauptberuflich als Sozialp\u00e4dagogin nichtselbst\u00e4ndig t\u00e4tig. Etwa seit dem Jahr 2001 ist sie damit befasst, einen Roman zu schreiben, dessen Handlung auf dem Buch &#8222;Titel XY&#8220; von Autor Z und der entsprechenden Verfilmung aus dem Jahr 19.. basiert. Ebenso wie in den Vorlagen spielt auch die Geschichte der Kl\u00e4gerin zum Teil an Bord eines Schiffs auf dem \u2026 Ozean und im \u00dcbrigen in Neuseeland, Australien und Chile. Als Schriftstellerin hat die Kl\u00e4gerin bislang noch keine Einnahmen erzielt, auch Kontakte zu Verlagen hat sie noch nicht aufgenommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>In den Jahren 2004 und 2006 machte die Kl\u00e4gerin Kosten f\u00fcr Reisen nach Chile, die sie zusammen mit ihrem Lebensgef\u00e4hrten unternommen hatte, als Betriebsausgaben im Rahmen von \u00a7\u00a018 des Einkommensteuergesetzes geltend. Der Beklagte, Beschwerdegegner und Beschwerdef\u00fchrer (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) veranlagte die Kl\u00e4gerin insoweit erkl\u00e4rungsgem\u00e4\u00df, aber vorl\u00e4ufig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Im Streitjahr 2007 unternahm die Kl\u00e4gerin &#8211;wiederum mit ihrem Lebensgef\u00e4hrten&#8211; zwei weitere Reisen: Zum einen einen 12-t\u00e4gigen Segelt\u00f6rn auf einem Segelschulschiff von A nach B (Schweden), zum anderen eine 23-t\u00e4gige Reise nach Australien und Neuseeland, wo sie ausweislich ihres selbst erstellten Reiseplans u.a. vier Tage mit Recherchen im Stadtarchiv von Auckland befasst war. Ansonsten unternahm die Kl\u00e4gerin sowohl in Australien als auch in Neuseeland verschiedene Stadtbesichtigungen, Ausfl\u00fcge in bekannte Nationalparks wie z.B. das Great Barrier Reef, und eine &#8211;ebenfalls&#8211; bekannte K\u00fcstenwanderung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die als Betriebsausgaben geltend gemachten Reisekosten in H\u00f6he von 4.551,62\u00a0EUR erkannte das FA nicht an. Die Klage hatte teilweise Erfolg. Das Finanzgericht (FG) ging von einer Gewinnerzielungsabsicht der Kl\u00e4gerin aus. Die unternommenen Reisen beurteilte es aber nicht als (nahezu) ausschlie\u00dflich durch den Roman, sondern auch in erheblichem Umfang als privat veranlasst. Die Aufwendungen im Zusammenhang mit den Recherchen im Stadtarchiv von Auckland sah das FG als voll abziehbar, die Kosten der Hin- und R\u00fcckreise nach Australien und Neuseeland als nach Zeitanteilen aufteilbar an. Auf diese Weise lie\u00df das FG insgesamt einen Betrag in H\u00f6he von 1.178,81\u00a0EUR als Betriebsausgaben zum Abzug zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Gegen diese Entscheidung wenden sich sowohl die Kl\u00e4gerin als auch das FA mit ihren Beschwerden gegen die Nichtzulassung der Revision. Zur Begr\u00fcndung berufen sich beide Beteiligte jeweils auf die grunds\u00e4tzliche Bedeutung der Rechtssache (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;), das Erfordernis einer Entscheidung durch den Bundesfinanzhof (BFH) zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 Alternative\u00a02 FGO) und das Vorliegen von Verfahrensfehlern (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a03 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Nichtzulassungsbeschwerden sind jedenfalls unbegr\u00fcndet und deshalb durch Beschluss zur\u00fcckzuweisen (\u00a7\u00a0116 Abs.\u00a05 Satz\u00a01 FGO). Sofern Zulassungsgr\u00fcnde \u00fcberhaupt in einer den Darlegungsanforderungen des \u00a7\u00a0116 Abs.\u00a03 Satz\u00a03 FGO gen\u00fcgenden Form geltend gemacht wurden, liegen sie jedenfalls nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Werden wie im vorliegenden Fall beide Beteiligte durch ein Urteil des FG beschwert, so d\u00fcrfen beide im Rahmen ihrer Beschwer Beschwerde wegen der Nichtzulassung der Revision einlegen, soweit sie geltend machen, dass in diesem Rahmen die Voraussetzungen des \u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 FGO vorliegen. Jede Beschwerde ist gesondert auf ihre Zul\u00e4ssigkeit und ihre Begr\u00fcndetheit hin zu \u00fcberpr\u00fcfen (BFH-Beschluss vom 2.\u00a0September 1987 II\u00a0B\u00a0103\/87, BFHE 150, 445, BStBl II 1987, 785).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Nichtzulassungsbeschwerde der <span style=\"text-decoration: underline;\">Kl\u00e4gerin<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Den geltend gemachten Zulassungsgrund der grunds\u00e4tzlichen Bedeutung (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 FGO) hat die Kl\u00e4gerin nicht in der durch \u00a7\u00a0116 Abs.\u00a03 Satz\u00a03 FGO vorgeschriebenen Art und Weise dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) F\u00fcr die Darlegung der grunds\u00e4tzlichen Bedeutung der Rechtssache ist es erforderlich, dass der Beschwerdef\u00fchrer eine konkrete Rechtsfrage formuliert und substantiiert auf ihre Kl\u00e4rungsbed\u00fcrftigkeit, ihre \u00fcber den Einzelfall hinausgehende Bedeutung sowie darauf eingeht, weshalb von der Beantwortung der Rechtsfrage die Entscheidung \u00fcber die Rechtssache abh\u00e4ngt (z.B. BFH-Beschluss vom 16.\u00a0Mai 2008 VII\u00a0B\u00a0118\/07, BFH\/NV 2008, 1440).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Diesen Anforderungen gen\u00fcgt die Beschwerdebegr\u00fcndung nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit bereits vorliegender Rechtsprechung des BFH und Literatur setzt die Kl\u00e4gerin sich nicht auseinander und legt auch nicht dar, welche Fragen bislang ungekl\u00e4rt geblieben sind oder welche Gesichtspunkte eine neuerliche \u00dcberpr\u00fcfung der bestehenden Rechtsgrunds\u00e4tze gebieten k\u00f6nnten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>cc) Aus den vorgenannten Gr\u00fcnden ist die Revision nicht gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 Alternative\u00a01 FGO zuzulassen, da es sich bei dem Erfordernis einer Revisionsentscheidung zur Rechtsfortbildung (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 Alternative\u00a01 FGO) um einen Unterfall des Zulassungsgrundes der grunds\u00e4tzlichen Bedeutung handelt (vgl. Senatsbeschluss vom 22.\u00a0August 2011 III\u00a0B\u00a0192\/10, BFH\/NV 2011, 2043).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Die Revision ist auch nicht zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung zuzulassen (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 Alternative\u00a02 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Die Zulassung der Revision zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung setzt voraus, dass das FG in einer Rechtsfrage von der Entscheidung eines anderen Gerichts abgewichen ist, dass dabei \u00fcber dieselbe Rechtsfrage entschieden wurde und diese f\u00fcr beide Entscheidungen rechtserheblich war, dass die Entscheidungen zu gleichen oder vergleichbaren Sachverhalten ergangen sind, dass die abweichend beantwortete Rechtsfrage im Revisionsverfahren gekl\u00e4rt werden kann und dass eine Entscheidung des BFH zur Wahrung der Rechtseinheit erforderlich ist (z.B. BFH-Beschluss vom 31.\u00a0M\u00e4rz 2010 IV\u00a0B\u00a0131\/08, BFH\/NV 2010, 1487). Ein Abweichen in der W\u00fcrdigung von Tatsachen oder eine fehlerhafte Umsetzung von Rechtsprechungsgrunds\u00e4tzen auf die Besonderheiten des Einzelfalls oder blo\u00dfe Subsumtionsfehler des FG geltend zu machen, gen\u00fcgt nicht (vgl. z.B. Senatsbeschluss vom 25.\u00a0Oktober 2004 III\u00a0B\u00a0131\/03, BFH\/NV 2005, 339).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Das FG K\u00f6ln hat in seinem Urteil vom 19.\u00a0Mai 2011\u00a0\u00a010\u00a0K\u00a04126\/09 (Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2011, 1410) nicht &#8211;wie von der Kl\u00e4gerin behauptet&#8211; einen Rechtssatz aufgestellt, nach dem der vom VI.\u00a0Senat des BFH in seinem Urteil vom 24.\u00a0Februar 2011 VI\u00a0R\u00a012\/10 (BFHE 233, 123, BStBl II 2011, 796) erw\u00e4hnte h\u00e4lftige Aufteilungsma\u00dfstab &#8222;allgemeing\u00fcltig&#8220; sei. Vielmehr ist das FG K\u00f6ln in seiner Entscheidung zur Ber\u00fccksichtigungsf\u00e4higkeit von Aufwendungen f\u00fcr ein nicht nahezu ausschlie\u00dflich beruflich genutztes Arbeitszimmer unter W\u00fcrdigung der Umst\u00e4nde des dortigen Falles zu dem Ergebnis gelangt, dass eine h\u00e4lftige Aufteilung sachgerecht sei, da diese den tats\u00e4chlichen Gegebenheiten der betrieblichen Nutzung entspreche.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>cc) Der BFH hat in seinem Urteil in BFHE 233, 123, BStBl II 2011, 796 mit dem &#8211;an die dortigen Beteiligten und die Vorinstanz gerichteten&#8211; Hinweis, dass &#8211;sollte keiner der Beteiligten einen anderen Aufteilungsma\u00dfstab substantiell vortragen und nachweisen&#8211; keine Bedenken best\u00fcnden, von einer h\u00e4lftigen Aufteilung s\u00e4mtlicher mit der Reise verbundenen Kosten auszugehen, gleichfalls keinen &#8222;Rechtssatz&#8220; aufgestellt, nach dem auch die Reisekosten der Kl\u00e4gerin im Sch\u00e4tzungswege zu 50\u00a0% anzuerkennen w\u00e4ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Im \u00dcbrigen ist das FG unter Verweisung auf die Ausf\u00fchrungen in BFHE 233, 123, BStBl II 2011, 796 davon ausgegangen, dass bei gleichzeitig verwirklichten Veranlassungsbeitr\u00e4gen einer doppelmotivierten Reise auch eine andere Aufteilung als nach Zeitanteilen m\u00f6glich sei. Im Einklang mit den Ausf\u00fchrungen des Gro\u00dfen Senats in seinem Beschluss vom 21.\u00a0September 2009 GrS\u00a01\/06 (BFHE 227, 1, BStBl II 2010, 672, unter C.III.4.c) ist das FG aber ebenfalls davon ausgegangen, dass jede Aufteilung zun\u00e4chst eine anhand objektivierbarer Kriterien m\u00f6gliche Trennung der privaten und beruflichen Veranlassungsbeitr\u00e4ge voraussetze und ein Abzug der Aufwendungen damit insgesamt nicht in Betracht komme, wenn die &#8211;f\u00fcr sich gesehen jeweils nicht unbedeutenden&#8211; beruflichen und privaten Veranlassungsbeitr\u00e4ge so ineinander griffen, dass eine Trennung nicht m\u00f6glich sei. Letzteres hat das FG f\u00fcr den Segelt\u00f6rn sowie f\u00fcr einen wesentlichen Teil der Aufwendungen f\u00fcr die Reise nach Australien und Neuseeland bejaht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>19<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Zudem fehlt es an einem &#8211;mit der der Entscheidung in BFHE 233, 123, BStBl II 2011, 796 zugrundeliegenden Situation&#8211; vergleichbaren Sachverhalt. So ging es nach den Ausf\u00fchrungen des VI.\u00a0Senats dort um die Aufteilung von &#8211;verursacht durch die Wahl des Kursorts&#8211; doppelmotivierten Reisekosten im Zusammenhang mit einem Intensivsprachkurs in S\u00fcdafrika, der dem Steuerpflichtigen unter der Woche wenig Zeit f\u00fcr touristische Aktivit\u00e4ten belie\u00df und diese im Wesentlichen auf das Wochenende beschr\u00e4nkt waren. Dagegen war die Kl\u00e4gerin nach den Feststellungen des FG bei 19\u00a0Aufenthaltstagen in Australien und Neuseeland nur an vier Tagen in Auckland nahezu ausschlie\u00dflich mit Recherchen f\u00fcr ihren Roman befasst. Unter Einrechnung der zweit\u00e4gigen Anreise nach Auckland von Wellington aus verblieben der Kl\u00e4gerin somit 13\u00a0Tage, die sie nach den Feststellungen des FG mit typischen Freizeitaktivit\u00e4ten wie Ausfl\u00fcgen, Stadtbesichtigungen und Wanderungen verbrachte. Auch die Situation der Kl\u00e4gerin w\u00e4hrend ihres Segelt\u00f6rns ist mit der eines Teilnehmers an einem Intensivsprachkurs nicht vergleichbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>20<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Der Vortrag, das Urteil des FG beruhe auf einer Verletzung der Sachaufkl\u00e4rungspflicht, gen\u00fcgt nicht den hierbei zu beachtenden Darlegungserfordernissen (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a03 i.V.m. \u00a7\u00a0116 Abs.\u00a03 Satz\u00a03 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>21<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Wird ein Versto\u00df gegen die Sachaufkl\u00e4rungspflicht (\u00a7\u00a076 Abs.\u00a01 FGO) geltend gemacht, so sind nach st\u00e4ndiger Rechtsprechung des BFH Ausf\u00fchrungen dazu erforderlich, aus welchen Gr\u00fcnden sich die Notwendigkeit einer Beweiserhebung dem FG auch ohne Antrag h\u00e4tte aufdr\u00e4ngen m\u00fcssen, welche entscheidungserheblichen Tatsachen sich bei einer Beweisaufnahme voraussichtlich ergeben h\u00e4tten und inwiefern die Beweiserhebung auf der Grundlage des materiell-rechtlichen Standpunkts des FG zu einer anderen Entscheidung h\u00e4tte f\u00fchren k\u00f6nnen. Ferner muss dargelegt werden, weshalb in der m\u00fcndlichen Verhandlung keine entsprechenden Beweisantr\u00e4ge gestellt wurden (BFH-Beschl\u00fcsse vom 28.\u00a0Januar 2003 VI\u00a0B\u00a0161\/00, BFH\/NV 2003, 793; vom 3.\u00a0November 2010 I\u00a0B\u00a0102\/10, BFH\/NV 2011, 808).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>22<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Das Vorbringen der Kl\u00e4gerin gen\u00fcgt diesen Anforderungen nicht. Sie macht lediglich geltend, das FG habe den Sachverhalt nicht ausreichend erforscht, sondern unter Berufung auf neu kreierte angebliche Erfahrungss\u00e4tze eigene Feststellungen au\u00dfer Acht gelassen und einen Beweisantritt \u00fcbergangen. Welche entscheidungserheblichen Tatsachen das FG noch h\u00e4tte ermitteln m\u00fcssen, tr\u00e4gt die Kl\u00e4gerin indessen nicht vor. Dies ergibt sich auch nicht aus ihrem Hinweis, das FG w\u00e4re von Amts wegen gehalten gewesen, die anderen Reiseteilnehmer zu befragen. Daran \u00e4ndert auch nichts, dass die Kl\u00e4gerin dies in ihren weiteren Ausf\u00fchrungen dahin pr\u00e4zisiert, dass FG h\u00e4tte z.B. einen anderen Teilnehmer an dem Segelt\u00f6rn wie ihren Lebensgef\u00e4hrten zu der Frage vernehmen m\u00fcssen, wie anstrengend die Teilnahme an dieser Reise gewesen sei und deshalb nicht der Erholung habe dienen k\u00f6nnen. Das FG hat indes keine Zweifel daran gehabt, dass der Segelt\u00f6rn &#8211;wie jede sportliche Bet\u00e4tigung&#8211; k\u00f6rperlich fordernd gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>23<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Dessen ungeachtet hat die Kl\u00e4gerin nicht dargelegt, weshalb sie &#8211;obwohl fachkundig vertreten&#8211; in der m\u00fcndlichen Verhandlung keine substantiierten Beweisantr\u00e4ge gestellt hat, zumal der Berichterstatter seine Auffassung bereits ausf\u00fchrlich in einem Vorschlag zur tats\u00e4chlichen Verst\u00e4ndigung dargelegt hatte. Ausweislich des Protokolls der m\u00fcndlichen Verhandlung hat der Prozessbevollm\u00e4chtigte dort lediglich pauschal ger\u00fcgt, das FG habe die private Mitveranlassung festzustellen, insoweit erhebe er Aufkl\u00e4rungsr\u00fcge.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>24<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>cc) Soweit die Kl\u00e4gerin einen &#8222;Ermittlungsfehler&#8220; in der &#8222;freih\u00e4ndige[n] Verwerfung s\u00e4mtlicher Aufwendungen&#8220; sieht, ist dies im Zusammenhang mit der Reise nach Australien und Neuseeland bereits deshalb nicht nachvollziehbar, weil das FG insoweit rd. ein Drittel der geltend gemachten Kosten anerkannt hat. Im \u00dcbrigen hat das FG die Aufwendungen nicht &#8222;freih\u00e4ndig verworfen&#8220;, sondern dargelegt, warum ein (weiterer) Abzug nach seiner Rechtsauffassung ausscheide.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>25<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>dd) Mit ihrem Vorbringen wendet sich die Kl\u00e4gerin inhaltlich im Kern gegen die W\u00fcrdigung des FG, das die Reisen als nicht nahezu ausschlie\u00dflich durch den Roman, sondern nach den Umst\u00e4nden des Falles in erheblichem Umfang als privat mitveranlasst ansah. Damit macht sie jedoch keinen Verfahrensfehler, sondern die unzutreffende Anwendung materiellen Rechts geltend, die grunds\u00e4tzlich nicht zur Zulassung der Revision f\u00fchrt. Denn die Sachverhalts- und Beweisw\u00fcrdigung sind revisionsrechtlich dem materiellen Recht zuzuordnen (BFH-Beschluss vom 12.\u00a0Mai 2010 IV\u00a0B\u00a0137\/08, BFH\/NV 2010, 1850).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>26<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>ee) Ein schwerwiegender Rechtsanwendungsfehler, der ausnahmsweise nach \u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 Alternative\u00a02 FGO zur Zulassung der Revision f\u00fchren kann, ist &#8211;entgegen der Auffassung der Kl\u00e4gerin&#8211; nicht gegeben. Ein derartiger Fehler liegt nur dann vor, wenn die angefochtene FG-Entscheidung objektiv willk\u00fcrlich und unter keinem denkbaren Gesichtspunkt rechtlich vertretbar ist (z.B. BFH-Beschluss vom 25.\u00a0M\u00e4rz 2010 X\u00a0B\u00a0176\/08, BFH\/NV 2010, 1455, m.w.N.), der Fehler also geeignet ist, das Vertrauen in die Rechtsprechung zu besch\u00e4digen (BFH-Beschluss vom 14.\u00a0M\u00e4rz 2012 V\u00a0B\u00a089\/11, BFH\/NV 2012, 1157). Daf\u00fcr bietet der Streitfall keinen Anhalt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>27<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Nichtzulassungsbeschwerde des <span style=\"text-decoration: underline;\">FA<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>28<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Das FA h\u00e4lt die Rechtsfrage f\u00fcr grunds\u00e4tzlich bedeutsam (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 FGO), ob infolge der ge\u00e4nderten Rechtsprechung durch den Gro\u00dfen Senat in seinem Beschluss in BFHE 227, 1, BStBl II 2010, 672 nicht die Teilnahme des Partners in die Gewichtung der abzugsf\u00e4higen Aufwendungen einflie\u00dfen m\u00fcsse, so dass die Kosten f\u00fcr die Hin- und R\u00fcckreise ungeachtet einer im \u00dcbrigen zeitanteiligen Aufteilung dem Abzugsverbot unterl\u00e4gen oder nur in geringerem Umfang ber\u00fccksichtigungsf\u00e4hig seien, um dem privaten Charakter der Reise Rechnung zu tragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>29<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Nach dem Beschluss des Gro\u00dfen Senats in BFHE 227, 1, BStBl II 2010, 672 k\u00f6nnen Aufwendungen f\u00fcr die Hin- und R\u00fcckreise bei gemischt beruflich (betrieblich) und privat veranlassten Reisen grunds\u00e4tzlich in abziehbare Werbungskosten oder Betriebsausgaben und in nicht abziehbare Aufwendungen f\u00fcr die private Lebensf\u00fchrung nach Ma\u00dfgabe der beruflich und privat veranlassten Zeitanteile aufgeteilt werden, wenn die beruflich veranlassten Zeitanteile feststehen und nicht von untergeordneter Bedeutung sind. Das unterschiedliche Gewicht der verschiedenen Veranlassungsbeitr\u00e4ge kann es jedoch im Einzelfall erfordern, einen anderen Aufteilungsma\u00dfstab heranzuziehen oder ganz von einer Aufteilung abzusehen (vgl. Entscheidungsgr\u00fcnde unter IV.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>30<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Aus den Ausf\u00fchrungen des FA ist nicht ersichtlich, warum eine erneute Pr\u00fcfung und Entscheidung des BFH zu den Kosten der Hin- und R\u00fcckreise bei einer gemischt veranlassten Reise erforderlich sein soll. Das FG ist &#8211;wegen den Recherchen der Kl\u00e4gerin im Stadtarchiv von Auckland&#8211; von sechs (nahezu) ausschlie\u00dflich beruflich veranlassten Aufenthaltstagen ausgegangen und ist auf dieser Grundlage zu einer &#8211;nach Zeitanteilen bemessenen&#8211; anteiligen Abzugsf\u00e4higkeit der An- und Abreisekosten gelangt. Es ist nicht erkennbar, warum der Aspekt, dass ein FG die private Mitveranlassung einer Reise &#8211;neben dem Aufsuchen von Orten von allgemeinem touristischen Interesse und der Durchf\u00fchrung von typischen Freizeitaktivit\u00e4ten&#8211; auch mit der Teilnahme des Ehegatten oder &#8211;wie im Streitfall&#8211; des Lebensgef\u00e4hrten begr\u00fcndet, zu einem generellen Abzugsverbot oder einer &#8211;gemessen an zeitlich feststehenden und deshalb trennbaren beruflichen und privaten Reiseteilen&#8211; geringeren Ber\u00fccksichtigung der Kosten der Hin- und R\u00fcckreise f\u00fchren soll.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>31<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Das FA macht weiter geltend, das FG bejahe die Gewinnerzielungsabsicht der Kl\u00e4gerin trotz einer bereits abgelaufenen sechsj\u00e4hrigen Anlaufphase ohne wirtschaftliche Bet\u00e4tigung sowie ohne konkrete Aussichten auf eine gewinnbringende Vermarktung. Insoweit habe es den Rechtssatz aufgestellt, die Nebenberuflichkeit einer schriftstellerischen T\u00e4tigkeit begr\u00fcnde stets eine Anlaufphase, da die Nebenberuflichkeit f\u00fcr eine Gewinnerzielungsabsicht spreche. Insoweit weiche es von Entscheidungen des FG M\u00fcnchen (Urteil vom 26.\u00a0November 2010\u00a0\u00a08\u00a0K\u00a01108\/09, juris), des Nieders\u00e4chsischen FG (Urteil vom 3.\u00a0November 2011\u00a0\u00a011\u00a0K\u00a0361\/10, EFG 2012, 837) sowie des BFH (Beschluss vom 14.\u00a0April 2000 X\u00a0B\u00a0118\/99, BFH\/NV 2000, 1333; Urteil vom 11.\u00a0April 1990 I\u00a0R\u00a022\/88, BFH\/NV 1990, 768) ab (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 Alternative\u00a02 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>32<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die behaupteten Abweichungen liegen indes nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>33<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Das FG hat nicht den vom FA formulierten Rechtssatz aufgestellt. Es ist vielmehr durch W\u00fcrdigung der Umst\u00e4nde des konkreten Falles zu dem Ergebnis gelangt, im Streitfall spreche der Zeitraum von sechs Jahren nicht gegen die Gewinnerzielungsabsicht. Insbesondere sei erkennbar, dass die Kl\u00e4gerin eine gewinnbringende Vermarktung ihres Werkes anstrebe und nicht nur an der Verbreitung eigener \u00dcberlegungen interessiert sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>34<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Dies steht im Einklang mit den vom BFH im Urteil vom 23.\u00a0Mai 1985 IV\u00a0R\u00a084\/82 (BFHE 144, 49, BStBl II 1985, 515) aufgestellten Grunds\u00e4tzen, auf die sich das FG ausdr\u00fccklich bezogen hat. Danach fehlt es in den F\u00e4llen, in denen eine schriftstellerische T\u00e4tigkeit von vornherein nicht um des Erwerbes willen, sondern allein zwecks Ver\u00f6ffentlichung von Erkenntnissen, Ideen oder Auffassungen betrieben wird, zwar an einer Gewinnerzielungsabsicht im steuerrechtlichen Sinn von Anfang an. Ansonsten ist aber auch Schriftstellern eine nicht zu kurz bemessene Anlaufzeit zuzugestehen, da sich bei diesen positive Eink\u00fcnfte vielfach erst nach einer l\u00e4ngeren Anlaufzeit erzielen lassen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 144, 49, BStBl II 1985, 515).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>35<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Hieraus ergibt sich zugleich, dass die von dem FA als grunds\u00e4tzlich bedeutsam angesehenen Rechtsfragen, ob bei einer im Nebenberuf ausge\u00fcbten k\u00fcnstlerischen oder schriftstellerischen T\u00e4tigkeit generell eine Anlaufphase zu gew\u00e4hren sei, da bei derartigen T\u00e4tigkeiten kraft &#8222;Natur der Sache&#8220; der Beweis des ersten Anscheins in den Hintergrund trete sowie ob durch die Nebenberuflichkeit dieser T\u00e4tigkeiten die W\u00fcrdigung der Gesamtumst\u00e4nde bei der Pr\u00fcfung der Gewinnerzielungsabsicht derart in den Hintergrund trete, dass bereits die Aufnahme einer solchen T\u00e4tigkeit steuerlich ber\u00fccksichtigungsf\u00e4hige Eink\u00fcnfte ausl\u00f6se, sich anhand der vorhandenen Rechtsprechung beantworten lassen. Insbesondere ist die Nebenberuflichkeit nur eine von mehreren Umst\u00e4nden, die bei der W\u00fcrdigung, ob ein Schriftsteller von Anfang an ohne Gewinnerzielungsabsicht handelt oder ob diese evtl. erst nach Ablauf einer gewissen Anlaufphase entf\u00e4llt, zu beachten sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>36<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>cc) Soweit das FA den Zulassungsgrund der Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung mit Abweichungen des FG von den unter II.3.b)aa) zitierten Entscheidungen zu begr\u00fcnden versucht, hat es bereits keine abstrakten, diese Entscheidungen tragenden Rechtss\u00e4tze herausgearbeitet. Es beruft sich mit den zitierten Passagen vielmehr jeweils allein auf eine andere rechtliche W\u00fcrdigung der Frage der Gewinnerzielungsabsicht bei einer im Nebenberuf ausge\u00fcbten T\u00e4tigkeit durch das FG M\u00fcnchen, das Nieders\u00e4chsische FG und den BFH. Das FA legt auch nicht dar, dass die diesen Entscheidungen zugrundeliegenden Sachverhalte mit dem des Streitfalls vergleichbar seien. Allein der Umstand der Nebenberuflichkeit vermag eine Vergleichbarkeit nicht zu begr\u00fcnden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>37<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Soweit das FA eine Verletzung der Sachaufkl\u00e4rungspflicht (\u00a7\u00a076 Abs.\u00a01 FGO) als (verzichtbaren) Verfahrensmangel gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a03 FGO in Gestalt des Unterlassens einer Amtsermittlung r\u00fcgt (zu den Darlegungsanforderungen siehe oben unter II.2.c\u00a0aa), ist dieser Versto\u00df nicht gegeben. Das FA bem\u00e4ngelt insoweit, das FG habe seiner Berechnung der anteilig abzugsf\u00e4higen Betriebsausgaben allein die Darstellung der Kl\u00e4gerin zugrunde gelegt, nach der sie die vier Tage in Auckland mit Recherchen in der Stadtbibliothek verbracht habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>38<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Ausweislich des Sitzungsprotokolls hat das FA in der m\u00fcndlichen Verhandlung vom 28.\u00a0Dezember 2011 weder einen Beweisantrag gestellt noch sonst auf weiter gehende Aufkl\u00e4rungsma\u00dfnahmen hingewirkt, sondern vielmehr r\u00fcgelos zur Sache verhandelt. Damit hat das FA sein R\u00fcgerecht durch blo\u00dfes Unterlassen einer rechtzeitigen R\u00fcge verloren (\u00a7\u00a0155 FGO i.V.m. \u00a7\u00a0295 der Zivilprozessordnung; st\u00e4ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschl\u00fcsse vom 6.\u00a0Oktober 2010 V\u00a0B\u00a010\/10, BFH\/NV 2011, 276; vom 27.\u00a0August 2008 IX\u00a0B\u00a0207\/07, BFH\/NV 2008, 2022). Es kann im Nachhinein nicht mehr geltend machen, es sei fraglich, ob die vier Aufenthaltstage tats\u00e4chlich von der behaupteten Recherchet\u00e4tigkeit der Kl\u00e4gerin gepr\u00e4gt gewesen seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>39<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>4. Von einer weiteren Begr\u00fcndung sieht der Senat nach \u00a7\u00a0116 Abs.\u00a05 Satz\u00a02 Halbsatz\u00a02 FGO ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 24.8.2012, III B 21\/12 Aufteilung von Reisekosten bei sowohl privater als auch beruflicher Veranlassung &#8211; Gewinnerzielungsabsicht bei einer im Nebenberuf betriebenen schriftstellerischen T\u00e4tigkeit &#8211; Einlegung der Nichtzulassungsbeschwerde durch beide Beteiligte Tatbestand 1 I. Die Kl\u00e4gerin, Beschwerdef\u00fchrerin und Beschwerdegegnerin (Kl\u00e4gerin) ist hauptberuflich als Sozialp\u00e4dagogin nichtselbst\u00e4ndig t\u00e4tig. Etwa seit dem Jahr 2001 ist sie &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-21-12-zur-verwirklichung-des-vermietungstatbestandes\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;B&nbsp;21\/12 &#8211; Zur Verwirklichung des Vermietungstatbestandes<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[1210],"class_list":["post-3359","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online","tag-vermietungstatbestandes"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3359","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3359"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3359\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3359"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3359"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3359"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}