{"id":3361,"date":"2012-08-14T00:00:00","date_gmt":"2012-08-13T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=3361"},"modified":"2012-11-12T10:31:25","modified_gmt":"2012-11-12T08:31:25","slug":"iii-b-58-12-negative-entscheidung-des-bfh-ueber-den-antrag-wegen-nichtzulassung-der-revision-ohne-vorherige-entscheidung-ueber-den-fuer-dieses-verfahren-gestellten-prozesskostenhilfeantrag-keine-vermu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-58-12-negative-entscheidung-des-bfh-ueber-den-antrag-wegen-nichtzulassung-der-revision-ohne-vorherige-entscheidung-ueber-den-fuer-dieses-verfahren-gestellten-prozesskostenhilfeantrag-keine-vermu\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;58\/12 &#8211; Negative Entscheidung des BFH &uuml;ber den Antrag wegen Nichtzulassung der Revision ohne vorherige Entscheidung &uuml;ber den f&uuml;r dieses Verfahren gestellten Prozesskostenhilfeantrag; keine Vermutung der mangelnden richterlichen Unabh&auml;ngigkeit wegen fr&uuml;herer T&auml;tigkeit des Richters in der Finanzverwaltung"},"content":{"rendered":"<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 14.8.2012, III B 58\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Anforderungen an die Darlegung eines Versto\u00dfes der einkommensteuerrechtlichen Kindergeldregelungen gegen den Gleichheitssatz<\/p>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Die Kl\u00e4gerin und Beschwerdef\u00fchrerin (Kl\u00e4gerin) ist deutsche Staatsangeh\u00f6rige und lebt mit ihrem Ehemann und ihrem im Dezember 2009 geborenen Sohn in Kenia. Laut Bescheinigung des Finanzamts X vom 9.\u00a0September 2010 wird die Kl\u00e4gerin nach \u00a7\u00a01 Abs.\u00a03 des Einkommensteuergesetzes (EStG) als unbeschr\u00e4nkt einkommensteuerpflichtig behandelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Ihren im Januar 2010 gestellten Kindergeldantrag lehnte die Familienkasse X mit Bescheid vom 22.\u00a0September 2010 mit der Begr\u00fcndung ab, dass das Kind keinen Wohnsitz oder gew\u00f6hnlichen Aufenthalt im Inland, in einem Mitgliedstaat der Europ\u00e4ischen Union oder einem diesem gleichstellten Staat (\u00a7\u00a063 Abs.\u00a01 Satz\u00a03 EStG) habe. Den hiergegen gerichteten Einspruch wies die Beklagte und Beschwerdegegnerin (Familienkasse) &#8211;nach aus Gr\u00fcnden der Zust\u00e4ndigkeit erfolgter Abgabe des Falles&#8211; mit Einspruchsentscheidung vom 24.\u00a0November 2010 als unbegr\u00fcndet zur\u00fcck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die dagegen erhobene Klage wies das Finanzgericht als unbegr\u00fcndet ab. Zur Begr\u00fcndung f\u00fchrte es im Wesentlichen aus, dass ein Kindergeldanspruch einfachgesetzlich durch \u00a7\u00a063 Abs.\u00a01 Satz\u00a03 EStG ausgeschlossen werde, da das Kind die dort aufgestellten Voraussetzungen hinsichtlich des Wohnorts bzw. gew\u00f6hnlichen Aufenthalts nicht erf\u00fclle. Die insoweit vom Gesetz vorgenommene unterschiedliche Behandlung zwischen den nach \u00a7\u00a01 Abs.\u00a02 EStG Steuerpflichtigen und den nach \u00a7\u00a01 Abs.\u00a03 EStG als unbeschr\u00e4nkt steuerpflichtig behandelten Steuerpflichtigen sei auch verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit der dagegen gerichteten Beschwerde begehrt die Kl\u00e4gerin sinngem\u00e4\u00df die Zulassung der Revision wegen grunds\u00e4tzlicher Bedeutung der Rechtssache (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unzul\u00e4ssig und wird durch Beschluss verworfen (\u00a7\u00a0116 Abs.\u00a05 Satz\u00a01 FGO). Die Kl\u00e4gerin hat den behaupteten Zulassungsgrund nicht in der durch \u00a7\u00a0116 Abs.\u00a03 Satz\u00a03 FGO geforderten Art und Weise dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Vortrag der Kl\u00e4gerin gen\u00fcgt nicht den Anforderungen zur Darlegung der grunds\u00e4tzlichen Bedeutung der Rechtssache (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Hierzu bedarf es substantiierter Angaben, inwieweit die aufgeworfene Frage im Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Fortentwicklung und Handhabung des Rechts kl\u00e4rungsbed\u00fcrftig und im konkreten Fall auch kl\u00e4rungsf\u00e4hig ist (z.B. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 15.\u00a0Oktober 2010 II\u00a0B\u00a039\/10, BFH\/NV 2011, 206). Die Beschwerde muss sich insbesondere mit der einschl\u00e4gigen Rechtsprechung des BFH, den \u00c4u\u00dferungen im Schrifttum sowie ggf. mit ver\u00f6ffentlichten Verwaltungsmeinungen auseinandersetzen (Senatsbeschluss vom 17.\u00a0August 2004 III\u00a0B\u00a0121\/03, BFH\/NV 2005, 46). Macht ein Beschwerdef\u00fchrer verfassungsrechtliche Bedenken gegen eine gesetzliche Regelung geltend, so ist dar\u00fcber hinaus eine substantiierte, an den Vorgaben des Grundgesetzes (GG) und der einschl\u00e4gigen Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) und des BFH orientierte Auseinandersetzung mit der rechtlichen Problematik erforderlich (vgl. Senatsbeschluss vom 4.\u00a0Oktober 2010 III\u00a0B\u00a082\/10, BFH\/NV 2011, 38).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Diesen Erfordernissen gen\u00fcgt der Vortrag der Kl\u00e4gerin nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Die Kl\u00e4gerin hat schon nicht den f\u00fcr die Anwendung des Art.\u00a03 Abs.\u00a01 GG ma\u00dfgeblichen abstrakten Pr\u00fcfungsma\u00dfstab aufgezeigt, an dem die in Rede stehenden Vorschriften zu messen sind. Hierzu h\u00e4tte Anlass bestanden, weil das einkommensteuerrechtliche Kindergeld zwei unterschiedlichen Sachbereichen &#8211;zum einen der steuerlich gebotenen Verschonung des Familienexistenzminimums (Entlastungsfunktion), zum anderen der F\u00f6rderung der Familie (F\u00f6rderfunktion)&#8211; zuzuordnen ist und je nachdem, welcher der beiden Bereiche betroffen ist, unterschiedliche Ma\u00dfst\u00e4be f\u00fcr die Pr\u00fcfung des Art.\u00a03 Abs.\u00a01 GG in Betracht kommen (vgl. BVerfG-Beschl\u00fcsse vom 29.\u00a0Mai 1990\u00a0\u00a01\u00a0BvL\u00a020\/84 u.a., BVerfGE 82, 60; vom 11.\u00a0Januar 2005\u00a0\u00a02\u00a0BvR\u00a0167\/02, BVerfGE 112, 164, unter B.I.2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Soweit die Entlastungsfunktion der in Rede stehenden Vorschriften betroffen ist, ist ein Versto\u00df gegen Art.\u00a03 Abs.\u00a01 GG schon deshalb nicht ersichtlich, weil im Falle einer unbeschr\u00e4nkten Steuerpflicht der Kl\u00e4gerin &#8211;gleichviel, ob sich diese aus \u00a7\u00a01 Abs.\u00a02 oder Abs.\u00a03 EStG erg\u00e4be&#8211; das Existenzminimum des Sohnes durch den Kinderfreibetrag (\u00a7\u00a032 Abs.\u00a06 EStG) freigestellt ist (Schmidt\/Loschelder, EStG, 31.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a032 Rz\u00a07). Dieser Freibetrag wird dem Grunde nach unabh\u00e4ngig davon gew\u00e4hrt, ob das Kind seinen Wohnsitz oder gew\u00f6hnlichen Aufenthalt im In- oder Ausland hat (\u00a7\u00a032 Abs.\u00a06 Satz\u00a04 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>cc) Soweit die Kl\u00e4gerin einen Verfassungsversto\u00df wegen gleichheitswidriger Ausgestaltung der F\u00f6rderfunktion annehmen will, fehlen jegliche Ausf\u00fchrungen dazu, warum die vorgenommene Abgrenzung der Leistungsberechtigten unter Ber\u00fccksichtigung der einschl\u00e4gigen Rechtsprechung des BFH sachlich nicht hinreichend gerechtfertigt sein soll.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Bei der \u00dcberpr\u00fcfung, ob eine Regelung, die allein eine Beg\u00fcnstigung gew\u00e4hrt, den beg\u00fcnstigten vom nicht beg\u00fcnstigten Personenkreis im Einklang mit dem allgemeinen Gleichheitssatz abgrenzt, ist nicht zu untersuchen, ob der Gesetzgeber die zweckm\u00e4\u00dfigste oder gerechteste L\u00f6sung gefunden hat, sondern nur, ob er die verfassungsrechtlichen Grenzen seiner hierbei grunds\u00e4tzlich weiten Gestaltungsfreiheit eingehalten hat. Allerdings ist dem Gesetzgeber bei der Abgrenzung der Leistungsberechtigten nicht gestattet, sachwidrig zu differenzieren (vgl. BVerfG-Beschluss in BVerfGE 112, 164).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>(1) Die Kl\u00e4gerin behauptet zwar, die nicht erfolgte Einbeziehung der bei einem privaten Arbeitgeber Besch\u00e4ftigten in den Anwendungsbereich des \u00a7\u00a01 Abs.\u00a02 EStG sei gleichheitswidrig. Es fehlt aber jegliche Auseinandersetzung mit der Frage, warum der mit \u00a7\u00a01 Abs.\u00a02 EStG verfolgte Zweck &#8211;einerseits die Nachteile der beschr\u00e4nkten Steuerpflicht, andererseits das Entstehen unbesteuerter Eink\u00fcnfte zu vermeiden (vgl. dazu BFH-Urteil vom 22.\u00a0Februar 2006 I\u00a0R\u00a060\/05, BFHE 212, 468, BStBl II 2007, 106, unter B.I.2.c\u00a0cc)&#8211; nicht auch die erfolgte Abgrenzung der Leistungsberechtigten rechtfertigen kann. Insoweit setzt sich die Kl\u00e4gerin auch nicht mit dem Umstand auseinander, dass Mitglieder und Besch\u00e4ftigte diplomatischer Missionen sowie konsularischer Vertretungen und deren Angeh\u00f6rige &#8211;im Gegensatz zu den bei privaten Arbeitgebern Besch\u00e4ftigten&#8211; hinsichtlich ihrer Ans\u00e4ssigkeit den Regelungen internationaler \u00dcbereinkommen (insbesondere dem Wiener \u00dcbereinkommen \u00fcber diplomatische Beziehungen bzw. dem Wiener \u00dcbereinkommen \u00fcber konsularische Beziehungen) unterliegen. Im \u00dcbrigen k\u00f6nnen auch die bei einem privaten Arbeitgeber Besch\u00e4ftigten nach \u00a7\u00a062 Abs.\u00a01 Nr.\u00a02 Buchst.\u00a0b i.V.m. \u00a7\u00a01 Abs.\u00a03 EStG kindergeldberechtigt sein, wenn sich ihre Eink\u00fcnfte innerhalb der Grenzen des \u00a7\u00a01 Abs.\u00a03 Satz\u00a02 EStG bewegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>(2) Soweit die Kl\u00e4gerin einen Gleichheitsversto\u00df darin erblicken will, dass die in \u00a7\u00a01 Abs.\u00a03 EStG genannten Personen zwar als unbeschr\u00e4nkt steuerpflichtig behandelt werden und grunds\u00e4tzlich kindergeldberechtigt sind, aber &#8211;anders als die in \u00a7\u00a01 Abs.\u00a02 EStG Genannten&#8211; f\u00fcr ihre in deren Haushalt lebenden Kinder, die weder \u00fcber einen Wohnsitz noch gew\u00f6hnlichen Aufenthalt in einem EU-\/EWR-Staat verf\u00fcgen, keinen Kindergeldanspruch haben, finden sich in der Beschwerdebegr\u00fcndung keine Ausf\u00fchrungen zur Frage, warum nicht das Territorialit\u00e4ts-Prinzip hierf\u00fcr einen ausreichenden sachlichen Differenzierungsgrund liefern kann. Nach Auffassung des BFH ist die Ankn\u00fcpfung der Kindergeldberechtigung an den Wohnsitz oder gew\u00f6hnlichen Aufenthalt des Kindes in \u00a7\u00a063 Abs.\u00a01 Satz\u00a03 EStG als weitere Auspr\u00e4gung des Territorialit\u00e4ts-Prinzips nicht sachwidrig (Senatsurteil vom 7.\u00a0April 2011 III\u00a0R\u00a077\/09, BFH\/NV 2011, 1351, unter II.1.e, m.w.N; Senatsbeschluss vom 12.\u00a0Juli 2011 III\u00a0B\u00a0111\/10, BFH\/NV 2011, 1897, unter II.1.b\u00a0cc\u00a0(2), m.w.N.). Hierzu wird im Fachschrifttum u.a. die Meinung vertreten, die Gew\u00e4hrung des der Familienf\u00f6rderung dienenden Kindergeldes f\u00fcr Kinder, die weder einen Wohnsitz noch ihren gew\u00f6hnlichen Aufenthalt in einem EU-\/EWR-Staat h\u00e4tten, jedoch im Haushalt eines Berechtigten nach \u00a7\u00a01 Abs.\u00a02 EStG lebten, rechtfertige sich mit dem bei diesem Personenkreis typischerweise fortbestehenden gr\u00f6\u00dferen Inlandsbezug (Pust in Littmann\/Bitz\/Pust, Das Einkommensteuerrecht, Kommentar, \u00a7\u00a063 EStG Rz\u00a072). Auch wird ein hinreichender Differenzierungsgrund darin erblickt, dass die unbeschr\u00e4nkte Steuerpflicht nach \u00a7\u00a01 Abs.\u00a02 EStG zwingend vorgeschrieben und daher unvermeidbar ist, w\u00e4hrend dem Steuerpflichtigen, der die Voraussetzungen des \u00a7\u00a01 Abs.\u00a03 EStG erf\u00fcllt, ein Wahlrecht einger\u00e4umt wird, ob er als unbeschr\u00e4nkt steuerpflichtig behandelt werden will, so dass er diesen Antrag nur zu stellen braucht, wenn er hieraus einen Vorteil ziehen kann (Helmke in Helmke\/Bauer, Familienleistungsausgleich, Kommentar, Fach\u00a0A, I.\u00a0Kommentierung, \u00a7\u00a063 Rz\u00a07). Gleichwohl enth\u00e4lt die Beschwerdebegr\u00fcndung hierzu keine Ausf\u00fchrungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 14.8.2012, III B 58\/12 Anforderungen an die Darlegung eines Versto\u00dfes der einkommensteuerrechtlichen Kindergeldregelungen gegen den Gleichheitssatz Tatbestand 1 I. Die Kl\u00e4gerin und Beschwerdef\u00fchrerin (Kl\u00e4gerin) ist deutsche Staatsangeh\u00f6rige und lebt mit ihrem Ehemann und ihrem im Dezember 2009 geborenen Sohn in Kenia. 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