{"id":33921,"date":"2013-02-07T13:18:56","date_gmt":"2013-02-07T11:18:56","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=33921"},"modified":"2013-06-28T11:27:30","modified_gmt":"2013-06-28T09:27:30","slug":"ii-b-109-12-kein-grundsteuererlass-wegen-wertverzerrungen-bei-der-einheitsbewertung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-b-109-12-kein-grundsteuererlass-wegen-wertverzerrungen-bei-der-einheitsbewertung\/","title":{"rendered":"Kein Grundsteuererlass wegen Wertverzerrungen bei der Einheitsbewertung"},"content":{"rendered":"<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 7.2.2013, II B 109\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Kein Grundsteuererlass wegen Wertverzerrungen bei der Einheitsbewertung<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unbegr\u00fcndet und war daher durch Beschluss zur\u00fcckzuweisen (\u00a7\u00a0116 Abs.\u00a05 Satz\u00a01 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Ob die Beschwerdebegr\u00fcndung den Darlegungsanforderungen des \u00a7\u00a0116 Abs.\u00a03 Satz\u00a03 FGO gen\u00fcgt, kann auf sich beruhen. Die von der Kl\u00e4gerin und Beschwerdef\u00fchrerin (Kl\u00e4gerin) geltend gemachten Gr\u00fcnde f\u00fcr die Zulassung der Revision (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 FGO) liegen n\u00e4mlich jedenfalls nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Entgegen der Ansicht der Kl\u00e4gerin ist die Revision nicht gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 Alternative\u00a02 FGO wegen eines besonders schweren Fehlers zuzulassen. Die Vorentscheidung ist nicht nur nicht grob fehlerhaft; sie erweist sich vielmehr auf der Grundlage der ma\u00dfgebenden Vorschriften und unter Ber\u00fccksichtigung der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) als zutreffend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Die Entscheidung \u00fcber den Erlass von Anspr\u00fcchen aus dem Steuerschuldverh\u00e4ltnis nach \u00a7\u00a0227 der Abgabenordnung ist eine Ermessensentscheidung der Beh\u00f6rde, die gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0102 FGO gerichtlich nur eingeschr\u00e4nkt \u00fcberpr\u00fcft werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Sachlich unbillig ist die Geltendmachung eines Anspruchs aus dem Steuerschuldverh\u00e4ltnis vor allem dann, wenn sie im Einzelfall zwar dem Wortlaut einer Vorschrift entspricht, aber nach dem Zweck des zugrunde liegenden Gesetzes nicht zu rechtfertigen ist und dessen Wertungen zuwiderl\u00e4uft. Bei der Pr\u00fcfung der sachlichen Unbilligkeit m\u00fcssen grunds\u00e4tzlich solche Erw\u00e4gungen unbeachtet bleiben, die der gesetzliche Tatbestand typischerweise mit sich bringt. Die Billigkeitspr\u00fcfung darf nicht dazu f\u00fchren, die generelle Geltungsanordnung des den Steueranspruch begr\u00fcndenden Gesetzes zu unterlaufen. Andererseits darf sich eine Billigkeitspr\u00fcfung nicht in \u00dcberlegungen zur richtigen Rechtsanwendung ersch\u00f6pfen (BFH-Urteile vom 11.\u00a0Juli 1996 V\u00a0R\u00a018\/95, BFHE 180, 524, BStBl II 1997, 259, und vom 26.\u00a0August 2010 III\u00a0R\u00a080\/07, BFH\/NV 2011, 401, Rz\u00a017). Ein Erlass aus sachlichen Gr\u00fcnden kommt danach in Betracht, wenn die Einziehung der Steuer zwar dem Gesetz entspricht, aber infolge eines Gesetzes\u00fcberhangs den Wertungen des Gesetzgebers derart zuwiderl\u00e4uft, dass sie unbillig erscheint (BFH-Urteile vom 4.\u00a0Februar 2010 II\u00a0R\u00a025\/08, BFHE 228, 130, BStBl II 2010, 663, und vom 28.\u00a0M\u00e4rz 2012 II\u00a0R\u00a042\/11, BFH\/NV 2012, 1486, Rz\u00a033).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Aus den lange zur\u00fcckliegenden Hauptfeststellungszeitpunkten des 1.\u00a0Januar 1964 bzw. im Beitrittsgebiet des 1.\u00a0Januar 1935 ergeben sich bei der Einheitsbewertung Wertverzerrungen. Diese Wertverzerrungen, die der Gesetzgeber durch die langen Hauptfeststellungszeitr\u00e4ume in Kauf genommen hat, sind nach der Rechtsprechung des BFH jedenfalls f\u00fcr Bewertungsstichtage bis zum 1.\u00a0Januar 2007 hinzunehmen (BFH-Urteile vom 30.\u00a0Juni 2010 II\u00a0R\u00a060\/08, BFHE 230, 78, BStBl II 2010, 897, und vom 30.\u00a0Juni 2010 II\u00a0R\u00a012\/09, BFHE 230, 93, BStBl II 2011, 48).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Ein Anspruch auf teilweisen Erlass der <a href=\"http:\/\/grundsteuer.biz\/\">Grundsteuer<\/a> aus sachlichen Billigkeitsgr\u00fcnden kann aus den Wertverzerrungen ebenfalls nicht abgeleitet werden. Es handelt sich dabei um Umst\u00e4nde, die die gesetzlichen Regelungen typischerweise mit sich bringen, die den Wertungen des Gesetzgebers nicht zuwiderlaufen und jedenfalls f\u00fcr den genannten Zeitraum hinzunehmen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Dies gilt auch, soweit die Anwendbarkeit der bewertungsrechtlichen Vorschriften f\u00fcr das Beitrittsgebiet einschlie\u00dflich der Ankn\u00fcpfung an die am 1.\u00a0Januar 1935 bestehenden Wertverh\u00e4ltnisse (\u00a7\u00a7\u00a0129 bis 133 des Bewertungsgesetzes) in dem zu diesem Gebiet geh\u00f6renden Teil von Berlin und die Ma\u00dfgeblichkeit der Wertverh\u00e4ltnisse zum 1.\u00a0Januar 1964 im \u00fcbrigen Bundesgebiet einschlie\u00dflich des ehemaligen Westberlin (Art.\u00a02 des Gesetzes zur \u00c4nderung und Erg\u00e4nzung bewertungsrechtlicher Vorschriften und des Einkommensteuergesetzes vom 22.\u00a0Juli 1970, BGBl I 1970, 1118; vgl. dazu BFH-Urteil vom 2.\u00a0Februar 2005 II\u00a0R\u00a036\/03, BFHE 209, 138, BStBl II 2005, 428) bei vergleichbaren Grundst\u00fccken in Berlin zu unterschiedlich hohen Einheitswerten f\u00fchren. Solche Wertunterschiede bringen die unterschiedlichen gesetzlichen Regelungen f\u00fcr die Einheitsbewertung typischerweise mit sich; sie k\u00f6nnen daher einen Erlass aus sachlichen Billigkeitsgr\u00fcnden nicht rechtfertigen. Aus Gr\u00fcnden der Typisierung, die zur Gew\u00e4hrleistung eines praktikablen Verwaltungsvollzugs unabdingbar ist, kommt es dabei nicht auf den Umfang der Wertunterschiede an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Da sich die Vorentscheidung somit als zutreffend erweist, ist die Revision weder wegen grunds\u00e4tzlicher Bedeutung der Rechtssache (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 FGO) noch wegen der Erforderlichkeit einer Entscheidung des BFH zur Fortbildung des Rechts (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 Alternative\u00a01 FGO) zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 7.2.2013, II B 109\/12 Kein Grundsteuererlass wegen Wertverzerrungen bei der Einheitsbewertung Gr\u00fcnde 1 Die Beschwerde ist unbegr\u00fcndet und war daher durch Beschluss zur\u00fcckzuweisen (\u00a7\u00a0116 Abs.\u00a05 Satz\u00a01 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Ob die Beschwerdebegr\u00fcndung den Darlegungsanforderungen des \u00a7\u00a0116 Abs.\u00a03 Satz\u00a03 FGO gen\u00fcgt, kann auf sich beruhen. 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