{"id":33923,"date":"2013-01-23T13:19:56","date_gmt":"2013-01-23T11:19:56","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=33923"},"modified":"2013-09-06T12:21:05","modified_gmt":"2013-09-06T10:21:05","slug":"xi-r-25-11-kein-vorsteuerabzug-bei-wirksamem-widerspruch-gegen-gutschrift-zustellung-gegen-empfangsbekenntnis-erst-mit-entgegennahme-des-urteils","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-25-11-kein-vorsteuerabzug-bei-wirksamem-widerspruch-gegen-gutschrift-zustellung-gegen-empfangsbekenntnis-erst-mit-entgegennahme-des-urteils\/","title":{"rendered":"BFH-Urteil vom 23.1.2013, XI R 25\/11 &#8211; Kein Vorsteuerabzug bei wirksamem Widerspruch gegen Gutschrift &#8211; Zustellung gegen Empfangsbekenntnis erst mit Entgegennahme des Urteils"},"content":{"rendered":"<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.1.2013, XI R 25\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Kein Vorsteuerabzug bei wirksamem Widerspruch gegen Gutschrift &#8211; Zustellung gegen Empfangsbekenntnis erst mit Entgegennahme des Urteils<\/p>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Leits\u00e4tze<\/p>\n<div>\n<p>Widerspricht der Empf\u00e4nger einer Gutschrift dem ihm \u00fcbermittelten Abrechnungsdokument, verliert die Gutschrift die Wirkung einer zum Vorsteuerabzug berechtigenden Rechnung auch dann, wenn die Gutschrift den zivilrechtlichen Vereinbarungen entspricht und die Umsatzsteuer zutreffend ausweist. Es gen\u00fcgt, dass der Widerspruch eine wirksame Willenserkl\u00e4rung darstellt.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Die Beteiligten streiten \u00fcber die Aberkennung des Vorsteuerabzugs aus Gutschriften, nachdem der Gutschriftenempf\u00e4nger den erteilten Gutschriften widersprochen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4gerin und Revisionskl\u00e4gerin (Kl\u00e4gerin), eine GmbH, betreibt den An- und Verkauf von Edelmetallen und edelmetallhaltigen Abf\u00e4llen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>In den Monaten Januar und Februar 2009 bewirkte JI aus B insgesamt 14 Lieferungen von Edelmetallen und metallhaltigen Abf\u00e4llen an die Kl\u00e4gerin \u00fcber einen Gesamtbetrag von &#8230;\u00a0EUR brutto (Umsatzsteuer &#8230;\u00a0EUR). Nach den der Kl\u00e4gerin vorgelegten Unterlagen hatte er am 23.\u00a0Dezember 2008 sein Gewerbe als Neugr\u00fcndung angemeldet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Unter dem 9.\u00a0Januar 2009 schloss er mit der Kl\u00e4gerin eine Gutschriftenvereinbarung, in der beide Seiten &#8222;bis auf Widerruf&#8220; festlegten, dass jegliche Verg\u00fctung aller Arten von Scheidgut durch die Kl\u00e4gerin mittels Gutschrift erfolgen solle, bei der der gesetzliche Mehrwertsteuerbetrag auszuweisen sei. Am selben Tag erfolgte die erste Gutschriftenabrechnung \u00fcber &#8230;\u00a0EUR brutto (Umsatzsteuer &#8230;\u00a0EUR).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die letzte Gutschriftenabrechnung der Kl\u00e4gerin datiert vom 10.\u00a0Februar 2009 \u00fcber einen Bruttobetrag von &#8230;\u00a0EUR. Am selben Tag vermerkte JI handschriftlich auf der Gutschriftenvereinbarung vom 9.\u00a0Januar 2009, dass er allen Gutschriften widerspreche und der geltend gemachte Vorsteuerabzug berichtigt werden solle. Ein Exemplar dieses Widerrufs sandte er per Telefax am 10. oder 11.\u00a0Februar 2009 an die Kl\u00e4gerin; ein weiteres ging an das Finanzamt (Eingang 12.\u00a0Februar 2009) zur Kenntnisnahme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) berichtigte daraufhin mit Bescheid vom 17. September 2009 die Festsetzung der Umsatzsteuervorauszahlung f\u00fcr Februar 2009 und forderte Vorsteuern in H\u00f6he von &#8230;\u00a0EUR zur\u00fcck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit ihrem Einspruch machte die Kl\u00e4gerin geltend, der Widerspruch des Gutschriftenempf\u00e4ngers sei unwirksam bzw. unbeachtlich, da er gegen den Grundsatz von Treu und Glauben versto\u00dfe. Der Gutschriftenempf\u00e4nger habe die an ihn gezahlte Umsatzsteuer nicht zur\u00fcckgezahlt. Falls er \u00fcber die Lieferungen Rechnungen erteilt h\u00e4tte, h\u00e4tten diese inhaltlich den vorliegenden Gutschriften entsprechen m\u00fcssen. Der Einspruch hatte keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Unter dem 14. Dezember 2010 erlie\u00df das FA den Umsatzsteuerjahresbescheid f\u00fcr 2009, in dem es den hier streitigen Vorsteuerabzug gleichfalls nicht gew\u00e4hrte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage ab (die Entscheidung ist abgedruckt in Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 375).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4gerin tr\u00e4gt mit ihrer Revision vor, das FG habe es zu Unrecht und abweichend von dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 19.\u00a0Mai 1993 V\u00a0R\u00a0110\/88 (BFHE 172, 163, BStBl II 1993, 779) f\u00fcr unbeachtlich gehalten, ob der Widerruf des JI gegen die Gutschriften gegen Treu und Glauben versto\u00dfen habe. In den vom FG f\u00fcr seine Begr\u00fcndung zitierten BFH-Urteilen in BFHE 172, 163, BStBl II 1993, 779, und vom 10.\u00a0Dezember 2009 XI\u00a0R\u00a07\/08 (BFH\/NV 2010, 1497) habe es sich &#8211;anders als im Streitfall&#8211; um F\u00e4lle gehandelt, in denen ein Versto\u00df gegen Treu und Glauben nicht vorgelegen habe, weil den &#8222;Gutschriftausstellern ein Anspruch auf Erteilung einer Rechnung mit demselben Inhalt nicht zustand&#8220;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4gerin beantragt,<br \/>\ndie Vorentscheidung aufzuheben und den Umsatzsteuerbescheid f\u00fcr 2009 dahingehend zu \u00e4ndern, dass weitere Vorsteuer in H\u00f6he von &#8230;\u00a0EUR ber\u00fccksichtigt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>\ndie Revision als unzul\u00e4ssig zu verwerfen, hilfsweise als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA h\u00e4lt die Revision f\u00fcr unzul\u00e4ssig, weil sie nicht fristgerecht eingelegt sei. Das Urteil des FG sei dem Prozessvertreter der Kl\u00e4gerin am Samstag, dem 27.\u00a0August 2011 zugestellt worden, die Revision sei aber erst am Donnerstag, dem 29.\u00a0September 2011 eingelegt worden. Im \u00dcbrigen habe das FG zutreffend erkannt, dass eine Beschr\u00e4nkung des Widerrufrechts einer gesetzlichen Regelung bed\u00fcrfe, das Gesetz eine solche aber nicht enthalte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr\u00fcndet und zur\u00fcckzuweisen (\u00a7 126 Abs.\u00a03 Satz\u00a01 Nr.\u00a01 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Die Revision ist zul\u00e4ssig. Sie ist insbesondere fristgerecht erhoben worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Frist f\u00fcr die Einlegung der Revision (\u00a7\u00a0120 Abs.\u00a01 FGO) ist durch den Eingang der Revisionsschrift beim BFH am 29.\u00a0September 2011 gewahrt worden. Denn sie hat erst mit der Zustellung des Urteils des FG am 29.\u00a0August 2011 zu laufen begonnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Frist zur Einlegung der Revision von grunds\u00e4tzlich einem Monat beginnt mit Zustellung des vollst\u00e4ndigen Urteils (\u00a7\u00a0120 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 FGO). Urteile des FG werden gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a053 Abs.\u00a01 und 2 FGO nach den Vorschriften der Zivilprozessordnung (ZPO) zugestellt. W\u00e4hlt das Gericht &#8211;wie hier&#8211; den Weg der Zustellung gegen Empfangsbekenntnis gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0174 ZPO, was bei einem Steuerberater wie dem Prozessbevollm\u00e4chtigten der Kl\u00e4gerin nach Abs.\u00a01 dieser Vorschrift zul\u00e4ssig ist, so ist das Urteil nicht bereits mit der Einlegung in ein Postfach des Beraters oder &#8211;sofern dieser nicht mit der Entgegennahme von Urteilen als Zustellung einen Mitarbeiter seiner Kanzlei beauftragt und dieser das Urteil entgegengenommen hat&#8211; mit dem Eingang in der Kanzlei des Bevollm\u00e4chtigten zugestellt, sondern erst dann, wenn der Bevollm\u00e4chtigte es entgegengenommen und seinen Willen dahin gebildet hat, die \u00dcbersendung des Urteils mit der Post als Zustellung gelten zu lassen (vgl. BFH-Beschluss vom 21. Februar 2007 VII\u00a0B\u00a084\/06, BFHE 216, 481, BStBl II 2007, 583, m.w.N.; BFH-Urteil vom 15.\u00a0Dezember 2009 VII\u00a0R\u00a046\/08, BFH\/NV 2010, 1315). Das Empfangsbekenntnis ist zwar als Urkunde \u00fcber den Zustellungsvorgang nicht mehr konstitutiver Bestandteil der Zustellung, wohl aber die &#8211;in dem Empfangsbekenntnis verk\u00f6rperte&#8211; Bereitschaft des Bevollm\u00e4chtigten, die Zustellung an einem bestimmten Tag entgegenzunehmen und die Bekanntgabe des Schriftst\u00fcckes als Zustellung gegen sich gelten zu lassen (BFH-Beschluss in BFHE 216, 481, BStBl II 2007, 583). In diesem Sinne wurde das am Samstag, dem 27.\u00a0August 2011 in den Briefkasten des Prozessbevollm\u00e4chtigten der Kl\u00e4gerin eingelegte Urteil entsprechend dem Empfangsbekenntnis am Montag, dem 29. August 2011 zugestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Die Revision der Kl\u00e4gerin ist unbegr\u00fcndet. Das FG hat zutreffend entschieden, dass das FA zu Recht den zun\u00e4chst gew\u00e4hrten Vorsteuerabzug r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht hat, weil der Lieferant der Kl\u00e4gerin den ihm erteilten Gutschriften f\u00fcr die Lieferungen, die er in den Monaten Januar und Februar 2009 ausgef\u00fchrt hatte, mit seinem Schreiben vom 10.\u00a0Februar 2009 wirksam widersprochen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>19<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Nach \u00a7 15 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 Nr.\u00a01 des f\u00fcr das Streitjahr 2009 ma\u00dfgebenden Umsatzsteuergesetzes (UStG) kann ein Unternehmer die gesetzlich geschuldete Steuer f\u00fcr Lieferungen, die von einem anderen Unternehmer f\u00fcr sein Unternehmen ausgef\u00fchrt worden sind, dann als Vorsteuer abziehen, wenn er eine nach den \u00a7\u00a7 14, 14a UStG ausgestellte Rechnung besitzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>20<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Rechnung kann nach \u00a7 14 Abs.\u00a02 Satz\u00a02 UStG f\u00fcr eine Lieferung oder sonstige Leistung auch von einem Leistungsempf\u00e4nger, der Unternehmer oder eine nichtunternehmerische juristische Person ist, im sog. Gutschriftverfahren ausgestellt werden, sofern dies vorher vereinbart wurde. Nach \u00a7 14 Abs.\u00a02 Satz\u00a03 UStG verliert die Gutschrift die Wirkung einer Rechnung, sobald der Empf\u00e4nger der Gutschrift dem ihm \u00fcbermittelten Dokument widerspricht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>21<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) \u00a7\u00a014 Abs.\u00a02 Satz\u00a03 UStG stellt dem Wortlaut nach allein auf die Tatsache des Widerspruchs im Sinne einer wirksamen Willenserkl\u00e4rung ab und nicht darauf, ob die Gutschrift den zivilrechtlichen Vereinbarungen entspricht und ob sie die Umsatzsteuer zutreffend ausweist. Eine Beschr\u00e4nkung des Widerspruchsrechts f\u00fcr solche F\u00e4lle bed\u00fcrfte der gesetzlichen Regelung. Es ist Sache der am Leistungsaustausch beteiligten Unternehmer, sich \u00fcber die Frage der Richtigkeit der Gutschrift auseinanderzusetzen und ggf. eine neue Abrechnung, sei es durch Gutschrift oder Rechnung, herbeizuf\u00fchren. Aus einer Gutschrift, die ihre Wirkung als Rechnung verloren hat, kann kein Recht zum Vorsteuerabzug nach \u00a7\u00a015 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 Nr.\u00a01 UStG begr\u00fcndet werden (vgl. BFH-Urteil in BFHE 172, 163, BStBl II 1993, 779).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>22<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) An dieser Rechtsprechung h\u00e4lt der Senat auch hinsichtlich der Neufassung des \u00a7\u00a014 Abs.\u00a02 Satz\u00a03 UStG fest, die in der hier ma\u00dfgeblichen Frage zu keiner \u00c4nderung gef\u00fchrt hat. Neu ist insofern im Wesentlichen lediglich, dass es nicht mehr m\u00f6glich ist, einer Gutschrift nur teilweise zu widersprechen. Im Streitfall hat JI s\u00e4mtlichen Gutschriften &#8211;in vollem Umfang&#8211; widersprochen, wie das FG in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise dargelegt hat. Die Kl\u00e4gerin verfolgt mit ihrer Revision diesen im Verfahren vor dem FG erhobenen Einwand auch nicht mehr weiter.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>23<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Die vorstehend dargelegte Auffassung des BFH in BFHE 172, 163, BStBl II 1993, 779 wird von der Mehrheit im Schrifttum auch nach der Neufassung des \u00a7\u00a014 Abs.\u00a02 Satz\u00a03 UStG geteilt (vgl. Lippross, Umsatzsteuer, 23.\u00a0Aufl., S.\u00a0887; Scharpenberg in Hartmann\/Metzenmacher, Umsatzsteuergesetz, \u00a7\u00a014 Rz\u00a0145; Birkenfeld\/W\u00e4ger, Umsatzsteuer-Handbuch, \u00a7\u00a0161 Rz\u00a0175; Wagner in S\u00f6lch\/Ringleb, Umsatzsteuer, \u00a7\u00a014 Rz\u00a0152; Widmann in Vogel\/ Schwarz, UStG, \u00a7\u00a014 Rz\u00a053; Hundt-E\u00dfwein in Offerhaus\/S\u00f6hn\/ Lange, \u00a7\u00a014 UStG Rz\u00a053; s.a. Ruppe\/Achatz, Umsatzsteuergesetz, \u00a7\u00a011 Rz\u00a0106).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>24<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Der Senat folgt nicht der in der Literatur ge\u00e4u\u00dferten Auffassung (Stadie in Rau\/D\u00fcrw\u00e4chter, Umsatzsteuergesetz, \u00a7\u00a014 Rz\u00a0256, 558; Hummel, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2012, 497\u00a0ff.), ein Widerspruch gegen eine Gutschrift sei unbeachtlich, wenn dem Gutschriftenaussteller ein Anspruch auf Erteilung einer Rechnung mit demselben Inhalt zustehe, und dass die Unbeachtlichkeit eines solchen Widerspruchs auch von den Finanzbeh\u00f6rden zu beachten sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>25<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Soweit Hummel ausf\u00fchrt (UR 2012, 497, 499), der &#8222;nur auf den ersten Blick eindeutig[e]&#8220; Wortlaut des \u00a7\u00a014 Abs.\u00a02 Satz\u00a03 UStG k\u00f6nnte im Hinblick auf m\u00f6gliche ungeschriebene Beschr\u00e4nkungen des Widerspruchsrechts nicht eindeutig sein, folgt der Senat dem nicht. Dem Hinweis (UR 2012, 497, 499), dass die Entstehungsgeschichte daf\u00fcr spreche, dass die Regelung den Bed\u00fcrfnissen der Praxis und der Vereinfachung diene, ist &#8211;entgegen Hummel&#8211; nicht zu entnehmen, dass der Gesetzgeber das Widerspruchsrecht beschr\u00e4nken wollte. Im Gegenteil spricht gegen eine derartige Beschr\u00e4nkung, dass der Gesetzgeber auch nach Ergehen des BFH-Urteils in BFHE 172, 163, BStBl II 1993, 779 die zwischenzeitlichen \u00c4nderungen des UStG nicht zum Anlass genommen hat, das Widerspruchsrecht einzuschr\u00e4nken.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>26<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Es mag zutreffen (so Hummel, UR 2012, 497, 498, 500 ff.), dass \u00a7\u00a014 Abs.\u00a02 Satz\u00a03 UStG zwar den Schutz des Leistenden davor, nach \u00a7\u00a014c UStG eine vom Gutschriftenaussteller zu hohe bzw. unrichtig ausgewiesene Umsatzsteuer zu schulden, gew\u00e4hrleistet, aber nicht geeignet ist, den Leistungsempf\u00e4nger hinreichend vor einem unberechtigten Widerspruch und dem dadurch bedingten Verlust des Vorsteuerabzugs zu sch\u00fctzen. Es ist auch richtig, dass der Vorsteuerabzug daran gekn\u00fcpft ist, dass die Vorsteuer gesetzlich geschuldet ist und ein unberechtigter Vorsteuerabzug deshalb unabh\u00e4ngig von der Frage eines Widerspruchs im Falle einer unzutreffenden Gutschrift zu versagen ist und dass die in \u00a7\u00a014 Abs.\u00a02 Satz\u00a03 UStG f\u00fcr den Fall des Widerspruchs gegen eine Gutschrift angeordnete Rechtsfolge deshalb \u00fcberfl\u00fcssig ist (Hummel, UR 2012, 497, 501).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>27<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Aus diesen \u00dcberlegungen ergibt sich aber &#8211;entgegen Hummel (UR\u00a02012, 497, 501\u00a0f.)&#8211; nicht, dass \u00a7\u00a014 Abs.\u00a02 Satz\u00a03 UStG im Wege einer teleologischen Reduktion dahingehend auszulegen sei, dass die Vorschrift nur f\u00fcr den Fall einer unrichtigen Gutschrift gelten sollte und ein Widerspruch gegen eine zutreffende Gutschrift deshalb keine Wirkung habe. Eine solche Einschr\u00e4nkung h\u00e4tte zur Folge, dass die Finanzverwaltung auch in den F\u00e4llen, in denen die widerstreitende umsatzsteuerrechtliche Beurteilung der an dem Leistungsaustausch Beteiligten letztlich auf zivilrechtlich begr\u00fcndeten Meinungsverschiedenheiten der Vertragsparteien beruhen, zu entscheiden h\u00e4tte, welche der Meinungen zutreffend ist. Dieses Ergebnis entspr\u00e4che aber nicht dem Zweck des \u00a7\u00a014 Abs.\u00a02 Satz\u00a03 UStG, der (auch) im Interesse des Steuergl\u00e4ubigers eine klare Regelung trifft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>28<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die vorgeschlagene teleologische Reduktion des \u00a7\u00a014 Abs.\u00a02 Satz\u00a03 UStG w\u00fcrde nach alledem die verfassungsrechtlichen Grenzen der Auslegung \u00fcberschreiten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>29<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>cc) Die Auffassung des Senats steht im Einklang mit den BFH-Urteilen vom 25.\u00a0Februar 1993 V\u00a0R\u00a078\/88 (BFHE 171, 369, BStBl II 1993, 777), vom 11.\u00a0Oktober 2007 V\u00a0R\u00a027\/05 (BFHE 219, 266, BStBl II 2008, 438) und in BFH\/NV 2010, 1497.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>30<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nach dem BFH-Urteil in BFHE 171, 369, BStBl II 1993, 777 ist, selbst wenn der leistende Unternehmer dem Leistungsempf\u00e4nger gegen\u00fcber verpflichtet war, den (an sich steuerfreien) Umsatz gem\u00e4\u00df \u00a7 9 UStG 1980 als steuerpflichtig zu behandeln und sich (zun\u00e4chst) dementsprechend verhalten hat, der \u00dcbergang zur Behandlung des Umsatzes als steuerfrei nicht von der Zustimmung des Leistungsempf\u00e4ngers abh\u00e4ngig, auch wenn die Vertragspartner ihre Leistungspflichten einschlie\u00dflich der Erteilung einer Rechnung mit gesondertem Ausweis der Umsatzsteuer bereits voll erf\u00fcllt haben. In dem BFH-Urteil in BFHE 219, 266, BStBl II 2008, 438 wird ausgef\u00fchrt, dass die zivilrechtliche Befugnis zur Rechnungsberichtigung umsatzsteuerrechtlich grunds\u00e4tzlich nicht zu pr\u00fcfen ist. Dem hat sich der Senat in seinem Urteil in BFH\/NV 2010, 1497 angeschlossen; danach ist der \u00dcbergang zur Behandlung des Umsatzes als (wieder) steuerfrei nicht von der Zustimmung des Leistungsempf\u00e4ngers abh\u00e4ngig und die zivilrechtliche Befugnis zur Rechnungsberichtigung umsatzsteuerrechtlich grunds\u00e4tzlich nicht zu pr\u00fcfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>31<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>d) Soweit die Kl\u00e4gerin geltend macht, der BFH halte es f\u00fcr m\u00f6glich, dass ein gegen Treu und Glauben versto\u00dfender Widerruf einer Gutschrift steuerrechtlich unbeachtlich sein k\u00f6nnte (BFH-Urteil in BFHE 172, 163, BStBl II 1993, 779, unter II.B.2.\u00a0c), rechtfertigt dies im Streitfall keine andere Beurteilung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>32<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Einen Versto\u00df gegen Treu und Glauben leitet die Kl\u00e4gerin (lediglich) daraus ab, dass der Gutschriftenempf\u00e4nger die an ihn gezahlte Umsatzsteuer nicht zur\u00fcckgezahlt habe und dass ihr &#8211;der Kl\u00e4gerin&#8211; ein Anspruch auf Erteilung einer Rechnung mit demselben Inhalt zustehe. Dies allein kann die Wirksamkeit des im Streitfall erkl\u00e4rten Widerrufs nicht in Frage stellen. Der BFH hat insoweit &#8211;wie dargelegt&#8211; in dem Urteil in BFHE 172, 163, BStBl II 1993, 779, unter II.B.2.\u00a0a bereits ausgef\u00fchrt, dass ein Widerspruch gegen den Steuerausweis in einer Gutschrift auch dann wirksam ist, &#8222;wenn die Gutschrift sowohl den zivilrechtlichen Vereinbarungen entspricht als auch die Umsatzsteuer zutreffend ausweist&#8220;. Dass ein derartiger Widerruf grunds\u00e4tzlich zul\u00e4ssig ist und deshalb mit einem solchen zu rechnen ist, ergibt sich aus \u00a7\u00a014 Abs.\u00a02 Satz\u00a03 UStG. Auch war die Vereinbarung vom 9. Januar 2009 ausdr\u00fccklich nur &#8222;bis auf Widerruf&#8220; abgeschlossen worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.1.2013, XI R 25\/11 Kein Vorsteuerabzug bei wirksamem Widerspruch gegen Gutschrift &#8211; Zustellung gegen Empfangsbekenntnis erst mit Entgegennahme des Urteils Leits\u00e4tze Widerspricht der Empf\u00e4nger einer Gutschrift dem ihm \u00fcbermittelten Abrechnungsdokument, verliert die Gutschrift die Wirkung einer zum Vorsteuerabzug berechtigenden Rechnung auch dann, wenn die Gutschrift den zivilrechtlichen Vereinbarungen entspricht und die Umsatzsteuer &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-25-11-kein-vorsteuerabzug-bei-wirksamem-widerspruch-gegen-gutschrift-zustellung-gegen-empfangsbekenntnis-erst-mit-entgegennahme-des-urteils\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">BFH-Urteil vom 23.1.2013, XI R 25\/11 &#8211; Kein Vorsteuerabzug bei wirksamem Widerspruch gegen Gutschrift &#8211; Zustellung gegen Empfangsbekenntnis erst mit Entgegennahme des Urteils<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,212],"tags":[],"class_list":["post-33923","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-steuer","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33923","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=33923"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33923\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=33923"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=33923"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=33923"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}