{"id":33930,"date":"2013-01-23T13:19:55","date_gmt":"2013-01-23T11:19:55","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=33930"},"modified":"2013-09-06T12:21:14","modified_gmt":"2013-09-06T10:21:14","slug":"x-b-84-12-keine-grundsaetzliche-bedeutung-einer-rechtsfrage-bei-fehlender-klaerungsfaehigkeit-feststellungslast-fuer-das-vorliegen-einer-gewinnerzielungsabsicht-unterbliebene-beweisaufnahme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-84-12-keine-grundsaetzliche-bedeutung-einer-rechtsfrage-bei-fehlender-klaerungsfaehigkeit-feststellungslast-fuer-das-vorliegen-einer-gewinnerzielungsabsicht-unterbliebene-beweisaufnahme\/","title":{"rendered":"BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 23.1.2013, X B 84\/12 &#8211; Keine grunds&auml;tzliche Bedeutung einer Rechtsfrage bei fehlender Kl&auml;rungsf&auml;higkeit &#8211; Feststellungslast f&uuml;r das Vorliegen einer Gewinnerzielungsabsicht &#8211; Unterbliebene Beweisaufnahme"},"content":{"rendered":"<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 23.1.2013, X B 84\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine grunds\u00e4tzliche Bedeutung einer Rechtsfrage bei fehlender Kl\u00e4rungsf\u00e4higkeit &#8211; Feststellungslast f\u00fcr das Vorliegen einer Gewinnerzielungsabsicht &#8211; Unterbliebene Beweisaufnahme<\/p>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Die Kl\u00e4ger und Beschwerdef\u00fchrer (Kl\u00e4ger) sind Eheleute, die in den Streitjahren 1994 bis 2005 zur Einkommensteuer zusammen veranlagt wurden. Der Kl\u00e4ger erzielte hohe Eink\u00fcnfte aus nichtselbst\u00e4ndiger Arbeit, die Kl\u00e4gerin, die \u00fcber eine Ausbildung zur Reiseb\u00fcrokauffrau verf\u00fcgt, f\u00fchrte zun\u00e4chst den Familienhaushalt. Im Jahr 1994 nahm sie, nachdem sie durch eine Freundin an das Hobby des Patchworkens herangef\u00fchrt worden war, einen Handel mit Patchworkstoffen auf und bot entsprechende Kurse an. F\u00fcr das Ladengesch\u00e4ft nutzte sie R\u00e4ume in dem im \u00dcbrigen selbstgenutzten Wohnhaus der Kl\u00e4ger, das in einem Wohngebiet liegt. Das Gesch\u00e4ft war zun\u00e4chst neun, &#8222;sp\u00e4ter&#8220; zw\u00f6lf Stunden pro Woche ge\u00f6ffnet. In den Jahren 1994 bis 2010 erzielte die Kl\u00e4gerin ein saldiertes Ergebnis von .\/.\u00a0180.560\u00a0EUR. In den Streitjahren lag bereits die Summe der Kosten f\u00fcr den Wareneinkauf &#8211;noch vor Ber\u00fccksichtigung aller \u00fcbrigen Kosten&#8211; deutlich \u00fcber der Summe der Erl\u00f6se aus Warenverk\u00e4ufen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit den angefochtenen Einkommensteuerbescheiden versagte der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) f\u00fcr die Streitjahre im Anschluss an eine Au\u00dfenpr\u00fcfung die Ber\u00fccksichtigung der geltend gemachten Verluste. Demgegen\u00fcber vertraten die Kl\u00e4ger die Auffassung, die Totalgewinnprognose sei nicht negativ, da der Wert des umfangreichen vorhandenen Warenlagers die H\u00f6he der aufgelaufenen Verluste \u00fcbersteige. Eine k\u00f6rperliche Bestandsaufnahme des Warenbestands f\u00fchrte die Kl\u00e4gerin unter Verweis auf den damit verbundenen Arbeitsaufwand nicht durch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage ab. Die Totalgewinnprognose sei negativ. Dies folge nicht nur aus der H\u00f6he der bereits aufgelaufenen Verluste, die angesichts des Alters der Kl\u00e4gerin (65\u00a0Jahre) nicht mehr auszugleichen sein d\u00fcrften, sondern auch aus der Betriebsstruktur, die dadurch gekennzeichnet sei, dass bereits die Kosten f\u00fcr den Wareneinkauf \u00fcber den Verkaufserl\u00f6sen l\u00e4gen. Das FG habe auch nicht die \u00dcberzeugung gewinnen k\u00f6nnen, dass sich ein Totalgewinn durch Verwertung des vorhandenen Warenbestands ergeben k\u00f6nne. Bereits der Umfang des Warenbestands stehe nicht fest, weil die Kl\u00e4gerin ihn nur habe sch\u00e4tzen k\u00f6nnen. Die Kl\u00e4gerin habe die Verluste zudem aus Gr\u00fcnden hingenommen, die in ihrer privaten Lebensf\u00fchrung l\u00e4gen. Ein wichtiges Beweisanzeichen hierf\u00fcr sei, dass der Betrieb von Anfang an nicht nach betriebswirtschaftlichen Grunds\u00e4tzen gef\u00fchrt worden sei (fehlende Werbung, zu geringe \u00d6ffnungszeiten, Lage in einem Wohngebiet, zu hohe Lagerhaltung, fehlende Aufzeichnungen \u00fcber die Einnahmen und Ausgaben) und bis zum Ende der Streitjahre keine Reaktion auf die langj\u00e4hrigen Verluste erkennbar gewesen sei. Zudem sei das Patchworken eine Hobbyt\u00e4tigkeit. Weil der Betrieb so, wie er von der Kl\u00e4gerin gef\u00fchrt worden sei, von Anfang an nicht in der Lage gewesen sei, nachhaltig Gewinn zu erzielen, seien die Verluste auch f\u00fcr eine Anlaufphase nicht zu ber\u00fccksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Beschwerde begehren die Kl\u00e4ger die Zulassung der Revision wegen grunds\u00e4tzlicher Bedeutung der Rechtssache und eines Verfahrensmangels.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA h\u00e4lt die Beschwerde f\u00fcr unbegr\u00fcndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unbegr\u00fcndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Keiner der von den Kl\u00e4gern geltend gemachten Zulassungsgr\u00fcnde ist tats\u00e4chlich gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Die von den Kl\u00e4gern aufgeworfene Rechtsfrage w\u00e4re in einem k\u00fcnftigen Revisionsverfahren im Streitfall nicht kl\u00e4rungsf\u00e4hig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Grunds\u00e4tzliche Bedeutung i.S. des \u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 der Finanzgerichtsordnung (FGO) kommt einer Rechtssache nach st\u00e4ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) zu, wenn die f\u00fcr die Beurteilung des Streitfalls ma\u00dfgebliche Rechtsfrage das (abstrakte) Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts ber\u00fchrt. Au\u00dferdem muss die Rechtsfrage kl\u00e4rungsbed\u00fcrftig und in einem k\u00fcnftigen Revisionsverfahren kl\u00e4rungsf\u00e4hig sein (Senatsbeschluss vom 19.\u00a0Januar 2011 X\u00a0B\u00a043\/10, BFH\/NV 2011, 636, unter II.1.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Eine Rechtsfrage ist nur dann kl\u00e4rungsf\u00e4hig, wenn sie in einem k\u00fcnftigen Revisionsverfahren f\u00fcr die Entscheidung des Streitfalls rechtserheblich ist (BFH-Beschl\u00fcsse vom 8.\u00a0Januar 1998 VII\u00a0B\u00a0102\/97, BFH\/NV 1998, 729, und vom 14.\u00a0November 2005 II\u00a0B\u00a051\/05, BFH\/NV 2006, 305, unter II.1.). An der Kl\u00e4rungsf\u00e4higkeit fehlt es insbesondere dann, wenn der BFH in einem Revisionsverfahren gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0118 Abs.\u00a02 FGO an entsprechende Tatsachenfeststellungen des FG gebunden w\u00e4re (Senatsbeschluss vom 18.\u00a0Oktober 2011 X\u00a0B\u00a014\/11, BFH\/NV 2012, 172, unter II.1.a, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Die Kl\u00e4ger formulieren &#8211;sinngem\u00e4\u00df&#8211; die Rechtsfrage, es sei widerspr\u00fcchlich, dass die h\u00f6chstrichterliche Rechtsprechung einerseits die Feststellungslast f\u00fcr das Vorliegen der Gewinnerzielungsabsicht dem Steuerpflichtigen zuweise, andererseits aber eine objektiv negative Totalgewinnprognose nicht ausreichen lasse, sondern dem FA bzw. FG auferlege, aus weiteren Beweisanzeichen die Feststellung zu treffen, dass der Steuerpflichtige die T\u00e4tigkeit aus in seiner Lebensf\u00fchrung liegenden Gr\u00fcnden aus\u00fcbe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Senat braucht nicht dazu Stellung zu nehmen, ob der von den Kl\u00e4gern gesehene Widerspruch in der h\u00f6chstrichterlichen Rechtsprechung tats\u00e4chlich gegeben ist. Jedenfalls im Streitfall w\u00e4ren die von den Kl\u00e4gern aufgeworfenen Fragen der Verteilung der Feststellungslast nicht kl\u00e4rungsf\u00e4hig, weil das FG &#8211;trotz der von den Kl\u00e4gern zitierten missverst\u00e4ndlichen Formulierung zu Beginn der Gr\u00fcnde der angefochtenen Entscheidung&#8211; sein Urteil letztlich nicht auf die Regeln \u00fcber die Feststellungslast, sondern auf seine \u00dcberzeugungsbildung gest\u00fctzt hat. Dies gilt insbesondere f\u00fcr den zweiten Teil des zweigliedrigen Liebhabereitatbestands &#8211;die Feststellung von Umst\u00e4nden, die zeigen, dass der Steuerpflichtige die Verluste aus Gr\u00fcnden seiner Lebensf\u00fchrung hinnimmt&#8211;, auf den sich die von den Kl\u00e4gern gesehene vermeintliche Widerspr\u00fcchlichkeit der h\u00f6chstrichterlichen Rechtsprechung beziehen soll. Das FG hat hierzu festgestellt, das Patchworken sei eine Hobbyt\u00e4tigkeit, und die Kl\u00e4gerin habe ihren Betrieb nicht nach betriebswirtschaftlichen Grunds\u00e4tzen gef\u00fchrt. Hieran w\u00e4re der Senat auch in einem k\u00fcnftigen Revisionsverfahren gebunden (\u00a7\u00a0118 Abs.\u00a02 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Soweit die Kl\u00e4ger in diesem Zusammenhang ausf\u00fchren, die Feststellungen des FG g\u00e4ben nichts f\u00fcr dessen W\u00fcrdigung her, die Kl\u00e4gerin habe Verluste mit anderen Eink\u00fcnften ausgleichen wollen, ist darauf hinzuweisen, dass sich diese Aussage des FG ebenfalls nur in dessen &#8211;abstrakten&#8211; Ausf\u00fchrungen zur Verteilung der Feststellungslast findet, letztlich f\u00fcr das angefochtene Urteil aber nicht tragend geworden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Im \u00dcbrigen geben die Kl\u00e4ger die Grunds\u00e4tze der h\u00f6chstrichterlichen Rechtsprechung an dieser Stelle nicht zutreffend wieder. Sie weisen zwar zu Recht darauf hin, dass bei nat\u00fcrlichen Personen die M\u00f6glichkeit der Verrechnung &#8222;echter&#8220; &#8211;den Steuerpflichtigen wirtschaftlich belastender&#8211; Verluste mit anderweitigen positiven Eink\u00fcnften kein privates Motiv sei, das schon alleine zur Verneinung der Gewinnerzielungsabsicht f\u00fchren k\u00f6nne. Etwas anderes gilt jedoch, wenn die T\u00e4tigkeit dem Steuerpflichtigen die M\u00f6glichkeit er\u00f6ffnet, Kosten der privaten Lebensf\u00fchrung (z.B. anteilige Fixkosten ohnehin vorhandener Gegenst\u00e4nde wie PKW, Wohnung, Kommunikationsmittel oder Computer) in den einkommensteuerlich relevanten Bereich zu verlagern (vgl. zum Ganzen Senatsurteil vom 21.\u00a0Juli 2004 X\u00a0R\u00a033\/03, BFHE 207, 183, BStBl II 2004, 1063, unter II.3.c, m.w.N.). Vorliegend bot der Handel mit Patchworkstoffen der Kl\u00e4gerin die M\u00f6glichkeit, anteilige Raumkosten f\u00fcr das im \u00dcbrigen selbstgenutzte Wohnhaus sowie anteilige Fixkosten des im \u00dcbrigen privat genutzten PKW als Betriebsausgaben abzuziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>d) Mit dem weiteren Vorbringen, das FG habe die von den Kl\u00e4gern im Schriftsatz vom 16.\u00a0Mai 2011 vorgetragenen Umstrukturierungsma\u00dfnahmen nicht hinreichend gew\u00fcrdigt, wird weder die grunds\u00e4tzliche Bedeutung der Rechtssache noch ein anderer Zulassungsgrund geltend gemacht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nur erg\u00e4nzend weist der Senat darauf hin, dass die in diesem Schriftsatz behaupteten Ma\u00dfnahmen nicht die Streitjahre 1994 bis 2005 betreffen, \u00fcber die das FG allein entschieden hat. So hat die Kl\u00e4gerin nach ihrem eigenen &#8211;im genannten Schriftsatz enthaltenen&#8211; Vorbringen erst ab 2006 auf die Geltendmachung von Aufwendungen f\u00fcr ein betriebliches Kraftfahrzeug verzichtet, was sie als &#8222;Umstrukturierung&#8220; ansieht. Die vorgelegten Rechnungen \u00fcber Werbema\u00dfnahmen betreffen die Jahre 2007 bis 2011.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Der von den Kl\u00e4gern ger\u00fcgte Verfahrensmangel liegt ebenfalls nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4ger bringen hierzu vor, sie h\u00e4tten mit Schriftsatz vom 25.\u00a0September 2008 durch einen Antrag auf Erhebung eines Sachverst\u00e4ndigengutachtens unter Beweis gestellt, dass die von der Kl\u00e4gerin eingekauften Stoffe keinem modischen Geschmack unterliegen und daher keinen Wertverlust erleiden w\u00fcrden. Diesen Beweisantrag habe das FG \u00fcbergangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>19<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Indes hat das FG seine Entscheidung, im Rahmen der Totalgewinnprognose den Warenbestand nicht mit dem von den Kl\u00e4gern behaupteten Wert anzusetzen, nicht nur auf eine eigene <em>Bewertung<\/em> des Warenbestands gest\u00fctzt. Vielmehr hat es im Rahmen seiner W\u00fcrdigung an erster Stelle darauf hingewiesen, dass bereits der <em>Umfang<\/em> des Warenbestands mangels hinreichend genauer Angaben der Kl\u00e4ger nicht habe ermittelt werden k\u00f6nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>20<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Sachaufkl\u00e4rungspflicht ist im Falle der Nichterhebung angebotener Beweise nur dann verletzt, wenn das Urteil des FG auf der unterbliebenen Beweisaufnahme beruhen kann (Senatsbeschluss vom 8.\u00a0Juni 2011 X\u00a0B\u00a0214\/10, BFH\/NV 2011, 2073, unter II.2.a, m.w.N.). Vorliegend hat das FG seine W\u00fcrdigung aber auf mehrere, die Entscheidung jeweils selbst\u00e4ndig tragende Gesichtspunkte gest\u00fctzt. Die Kl\u00e4ger h\u00e4tten daher, um die Revisionszulassung zu erreichen, auch hinsichtlich des weiteren tragenden Gesichtspunkts &#8211;des Fehlens genauer Angaben zum Umfang des Warenbestands&#8211; Zulassungsgr\u00fcnde vortragen m\u00fcssen. Daran fehlt es.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 23.1.2013, X B 84\/12 Keine grunds\u00e4tzliche Bedeutung einer Rechtsfrage bei fehlender Kl\u00e4rungsf\u00e4higkeit &#8211; Feststellungslast f\u00fcr das Vorliegen einer Gewinnerzielungsabsicht &#8211; Unterbliebene Beweisaufnahme Tatbestand 1 I. Die Kl\u00e4ger und Beschwerdef\u00fchrer (Kl\u00e4ger) sind Eheleute, die in den Streitjahren 1994 bis 2005 zur Einkommensteuer zusammen veranlagt wurden. 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