{"id":33931,"date":"2013-03-26T13:19:52","date_gmt":"2013-03-26T11:19:52","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=33931"},"modified":"2013-03-26T13:19:52","modified_gmt":"2013-03-26T11:19:52","slug":"x-b-21-12-vorliegen-von-scheinrechnungen-geltendmachung-von-verfahrensfehlern-wegen-verstosses-gegen-die-richterliche-sachaufklaerungspflicht-und-wegen-nichtberuecksichtigung-des-gesamtergebnisses-des","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-21-12-vorliegen-von-scheinrechnungen-geltendmachung-von-verfahrensfehlern-wegen-verstosses-gegen-die-richterliche-sachaufklaerungspflicht-und-wegen-nichtberuecksichtigung-des-gesamtergebnisses-des\/","title":{"rendered":"BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 31.1.2013, X B 21\/12 &#8211; Vorliegen von Scheinrechnungen &#8211; Geltendmachung von Verfahrensfehlern wegen Versto&szlig;es gegen die richterliche Sachaufkl&auml;rungspflicht und wegen Nichtber&uuml;cksichtigung des Gesamtergebnisses des Verfahrens"},"content":{"rendered":"<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 31.1.2013, X B 21\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Vorliegen von Scheinrechnungen &#8211; Geltendmachung von Verfahrensfehlern wegen Versto\u00dfes gegen die richterliche Sachaufkl\u00e4rungspflicht und wegen Nichtber\u00fccksichtigung des Gesamtergebnisses des Verfahrens<\/p>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Der Kl\u00e4ger und Beschwerdef\u00fchrer (Kl\u00e4ger) erzielte in den Streitjahren u.a. Eink\u00fcnfte aus Gewerbebetrieb durch den Betrieb eines Hotels mit Caf\u00e9. Seinen Gewinn ermittelte er durch Betriebsverm\u00f6gensvergleich. Daneben war er als selbst\u00e4ndiger Unternehmensberater t\u00e4tig. In der den Hotel- und Caf\u00e9betrieb betreffenden Buchf\u00fchrung waren drei Rechnungen des Dipl.-Wirtsch.-Ing. A vom 24.\u00a0Dezember 2001, 15.\u00a0Januar 2002 und 22.\u00a0Oktober 2002 \u00fcber zusammen rd. \u2026 EUR netto f\u00fcr Beratungsleistungen enthalten. Der Kl\u00e4ger erfasste die Nettobetr\u00e4ge als Aufwand der Jahre 2000 und 2002 sowie als abziehbare Vorsteuer der Jahre 2001 und 2002.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ging im Anschluss an eine Au\u00dfenpr\u00fcfung davon aus, dass es sich bei den von A ausgestellten Rechnungen um Scheinrechnungen handelte und erh\u00f6hte dementsprechend den Gewinn aus Gewerbebetrieb der Jahre 2000 und 2002 sowie die f\u00fcr die Jahre 2001 und 2002 zu zahlende Umsatzsteuer. Die hiergegen gerichtete Klage hatte keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) war nicht davon \u00fcberzeugt, dass A die abgerechneten Leistungen tats\u00e4chlich f\u00fcr das Unternehmen des Kl\u00e4gers erbracht hatte. Auch dass der Kl\u00e4ger zur Begleichung der Rechnungsbetr\u00e4ge &#8211;wie von ihm geltend gemacht&#8211; tats\u00e4chlich Barzahlungen in den quittierten H\u00f6hen geleistet hatte, konnte das FG nicht zu seiner \u00dcberzeugung feststellen. Das FA habe deshalb zu Recht den Betriebsausgaben- und Vorsteuerabzug hinsichtlich der mit den streitbefangenen Rechnungen abgerechneten Leistungen des A versagt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit seiner Beschwerde begehrt der Kl\u00e4ger die Zulassung der Revision wegen Verfahrensfehlern (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a03 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Zur Begr\u00fcndung beruft er sich darauf, das FG habe seine richterliche Sachaufkl\u00e4rungspflicht (\u00a7\u00a076 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 FGO) verletzt, weil es die beantragten Zeugenvernehmungen nicht durchgef\u00fchrt habe. Weiter habe das FG seiner Entscheidung nicht das Gesamtergebnis des Verfahrens zugrunde gelegt (\u00a7\u00a096 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. 1. Das Verfahren wegen Umsatzsteuer 2001 und 2002 wird gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0121 Satz\u00a01 i.V.m. \u00a7\u00a073 Abs.\u00a01 Satz\u00a02 FGO abgetrennt und an den nach dem Gesch\u00e4ftsverteilungsplan des Bundesfinanzhofs (BFH) f\u00fcr 2013 daf\u00fcr sachlich zust\u00e4ndigen V.\u00a0Senat des BFH abgegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Im \u00dcbrigen ist die Beschwerde unbegr\u00fcndet und deshalb durch Beschluss zur\u00fcckzuweisen (\u00a7\u00a0116 Abs.\u00a05 Satz\u00a01 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der von dem Kl\u00e4ger ger\u00fcgte Verfahrensmangel der unzureichenden Aufkl\u00e4rung des entscheidungserheblichen Sachverhaltes (\u00a7\u00a076 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 FGO) liegt ebenso wenig vor wie der geltend gemachte Versto\u00df gegen \u00a7\u00a096 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Einwendungen gegen die finanzgerichtliche Beweisw\u00fcrdigung sind revisionsrechtlich dem materiellen Recht zuzuordnen und deshalb der Nachpr\u00fcfung durch den BFH im Rahmen einer Nichtzulassungsbeschwerde grunds\u00e4tzlich entzogen (st\u00e4ndige Rechtsprechung des BFH, siehe Senatsbeschluss vom 27.\u00a0Juni 2012 X\u00a0B\u00a062\/11, BFH\/NV 2012, 1625, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Dagegen kann die Nichtber\u00fccksichtigung von Umst\u00e4nden, die richtigerweise in die Beweisw\u00fcrdigung h\u00e4tten einflie\u00dfen m\u00fcssen, verfahrensfehlerhaft sein, wenn das FG seiner Sachaufkl\u00e4rungspflicht (\u00a7\u00a076 Abs.\u00a01 FGO) nicht nachkommt oder Teile des Gesamtergebnisses des Verfahrens unber\u00fccksichtigt l\u00e4sst (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 7.\u00a0Juli 2011 V\u00a0R\u00a053\/10, BFHE 234, 548, und Senatsbeschluss vom 18. Dezember 1998 X\u00a0B\u00a095\/98, BFH\/NV 1999, 811, jeweils m.w.N.). Dies gilt insbesondere, wenn es bei seiner \u00dcberzeugungsbildung eine nach Aktenlage feststehende Tatsache nicht beachtet bzw. bei seiner Entscheidung vom Nichtvorliegen einer solchen Tatsache ausgeht (sog. Versto\u00df gegen den klaren Inhalt der Akten). Denn nach \u00a7\u00a096 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 Halbsatz\u00a01 FGO entscheidet das Gericht nach seiner freien, aus dem Gesamtergebnis des Verfahrens gewonnenen \u00dcberzeugung, und zum Gesamtergebnis des Verfahrens geh\u00f6rt auch die Auswertung des Inhalts der dem Gericht vorliegenden Akten. Dabei ist indes auch zu ber\u00fccksichtigen, dass \u00a7\u00a096 FGO nicht gebietet, alle im Einzelfall gegebenen Umst\u00e4nde im Urteil zu er\u00f6rtern. Es ist vielmehr im Allgemeinen davon auszugehen, dass ein Gericht auch denjenigen Akteninhalt in Erw\u00e4gung gezogen hat, mit dem es sich in den schriftlichen Entscheidungsgr\u00fcnden nicht ausdr\u00fccklich auseinandergesetzt hat (Senatsbeschluss vom 25.\u00a0Juli 2012 X\u00a0B\u00a0144\/11, BFH\/NV 2012, 1982, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FG hat nach \u00a7\u00a076 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 FGO den Sachverhalt von Amts wegen zu erforschen und gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a081 Abs.\u00a01 Satz\u00a02 FGO die erforderlichen Beweise zu erheben. Ein ordnungsgem\u00e4\u00df gestellter Beweisantrag darf nur unber\u00fccksichtigt bleiben, wenn das Beweismittel f\u00fcr die zu treffende Entscheidung unerheblich, das Beweismittel unerreichbar, unzul\u00e4ssig oder absolut untauglich ist oder wenn die in Frage stehende Tatsache zugunsten des Beweisf\u00fchrenden als wahr unterstellt werden kann (BFH-Beschluss vom 30.\u00a0April 2008 VI\u00a0B\u00a0131\/07, BFH\/NV 2008, 1475, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Bei Anwendung dieser Grunds\u00e4tze liegen keine Verfahrensfehler vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Vorliegend hatte der Kl\u00e4ger die Vernehmung von neun anderen Gesch\u00e4ftspartnern des A als Zeugen zu den von A an diese erbrachten &#8211;und im Einzelnen n\u00e4her ausgef\u00fchrten&#8211; Leistungen beantragt. Ausweislich des Sitzungsprotokolls ging es dem Kl\u00e4ger mit diesen Beweisantr\u00e4gen darum, nachzuweisen, dass A nicht ausschlie\u00dflich Scheinrechnungen erstellt habe, sondern den von ihm erstellten Rechnungen zumindest teilweise tats\u00e4chlich ausgef\u00fchrte Leistungen zugrunde gelegen h\u00e4tten. Das FG unterstellte diese Behauptung als wahr. Es war allerdings der Auffassung, an seiner &#8211;den Kl\u00e4ger betreffenden&#8211; W\u00fcrdigung \u00e4ndere sich durch den Umstand, dass A abgerechnete Leistungen gegen\u00fcber anderen Gesch\u00e4ftspartnern zumindest teilweise tats\u00e4chlich erbracht habe, nichts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Der Kl\u00e4ger macht zun\u00e4chst geltend, das FG h\u00e4tte im Rahmen der beantragten Beweiserhebung auch ermitteln m\u00fcssen, in welchem Umfang abgerechnete Leistungen tats\u00e4chlich von A erbracht worden seien und nach welchen Kriterien die Rechnungen tats\u00e4chlich erbrachte Leistungen und nicht erbrachte Leistungen enthalten h\u00e4tten. Denn dann h\u00e4tte sich ergeben, dass A und seine Gesch\u00e4ftspartner nach einem gleichartigen Verhaltensmuster vorgegangen seien. Es spreche eine hohe Wahrscheinlichkeit daf\u00fcr, dass in seinem Fall bei der Rechnungsausstellung in gleicher Weise verfahren worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Insoweit muss der Kl\u00e4ger sich entgegenhalten lassen, dass es ihm mit der Vernehmung der Zeugen einzig um den Nachweis ging, A habe nicht ausschlie\u00dflich Scheinrechnungen erstellt, sondern seinen Rechnungen zumindest teilweise tats\u00e4chlich ausgef\u00fchrte Leistungen zugrunde gelegt. Auch nach seinem Klagebegehren kam es nicht darauf an, in welchem Verh\u00e4ltnis A gegen\u00fcber den als Zeugen benannten weiteren Gesch\u00e4ftspartnern auf Grundlage eines gleichartigen Verhaltensmusters tats\u00e4chlich erbrachte und tats\u00e4chlich nicht erbrachte Leistungen abrechnete. Denn der Kl\u00e4ger machte vor dem FG gerade geltend, dass A ihm gegen\u00fcber die in den drei Rechnungen abgerechneten Beratungsleistungen insgesamt tats\u00e4chlich erbracht habe und der hieraus resultierende Betriebsausgabenabzug dementsprechend vollumf\u00e4nglich anzuerkennen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>cc) Soweit der Kl\u00e4ger meint, das FG h\u00e4tte unter Ber\u00fccksichtigung der Wahrunterstellung zu einer anderen tats\u00e4chlichen und rechtlichen Beurteilung gelangen m\u00fcssen, wendet er sich gegen die Sachverhalts- und Beweisw\u00fcrdigung des FG. Darin liegt jedoch nicht die Geltendmachung eines Verfahrensfehlers, sondern falscher materieller Rechtsanwendung, die grunds\u00e4tzlich nicht zur Zulassung der Revision f\u00fchrt (st\u00e4ndige BFH-Rechtsprechung, z.B. Senatsbeschluss in BFH\/NV 2012, 1982, m.w.N.). Sachverhalts- und Beweisw\u00fcrdigung sind revisionsrechtlich dem materiellen Recht zuzuordnen (vgl. Senatsbeschluss in BFH\/NV 2012, 1982). Etwas anderes ergibt sich auch nicht daraus, dass es nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (Urteil vom 7.\u00a0November 2000\u00a0\u00a01\u00a0StR\u00a0303\/00, Zeitschrift f\u00fcr Wirtschafts- und Steuerstrafrecht 2001, 150) im konkreten Einzelfall ausnahmsweise geboten sein kann, die als wahr unterstellte Tatsache im Rahmen der Beweisw\u00fcrdigung mit zu erw\u00e4gen. Dies ist im Streitfall indessen geschehen. Zun\u00e4chst hat das FG die fehlende Anerkennung des Abzugs der in Frage stehenden Betriebsausgaben nicht allein auf die &#8222;strafrechtliche Vergangenheit&#8220; des A, sondern insbesondere auf die im Rahmen der Betriebspr\u00fcfung beim Kl\u00e4ger vorgefundenen Verh\u00e4ltnisse (z.B. Rechnungen ohne Kontierungsvermerk, fehlende zeitnahe Verbuchung, fehlender Herkunftsnachweis f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Barzahlungen) gest\u00fctzt. Sodann hat es die als wahr unterstellte teilweise Leistungserbringung des A an andere Gesch\u00e4ftspartner ausdr\u00fccklich in seine Beweisw\u00fcrdigung einflie\u00dfen lassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Ungeachtet dessen, dass eine fehlerhafte Beweisw\u00fcrdigung nur bei Vorliegen eines qualifizierten Rechtsanwendungsfehlers i.S. des \u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 Alternative\u00a02 FGO zu einer Revisionszulassung f\u00fchren k\u00f6nnte, verst\u00f6\u00dft es entgegen der Ansicht des Kl\u00e4gers nicht gegen Denkgesetze, im Hinblick auf die Zeugen einerseits von einer zumindest teilweisen Leistungserbringung durch A auszugehen, ihm gegen\u00fcber andererseits den vollst\u00e4ndigen Betriebsausgabenabzug zu versagen. Denn nach der Darstellung des Kl\u00e4gers handelte es sich in seinem Fall bei den von A abgerechneten Leistungen insgesamt um tats\u00e4chlich erbrachte Beratungsleistungen, w\u00e4hrend er die Tatsache, dass A im Streitzeitraum (und nicht nur in der Vergangenheit) gegen\u00fcber Dritten <span style=\"text-decoration: underline;\">auch<\/span> Scheinrechnungen ausstellte, im Endeffekt einr\u00e4umt. Wenn A aber unstreitig (auch) Scheinrechnungen ausstellte, ist die W\u00fcrdigung des FG, im Falle der streitgegenst\u00e4ndlichen Rechnungen handele es sich (insgesamt) um derartige Scheinrechnungen \u00fcber tats\u00e4chlich nicht erbrachte Leistungen, sehr wohl m\u00f6glich, auch wenn A daneben gegen\u00fcber Dritten \u00fcber tats\u00e4chlich erbrachte Leistungen abrechnete.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Entgegen der Darstellung des Kl\u00e4gers in der Beschwerdebegr\u00fcndung hat das FG im Rahmen seiner Beweisw\u00fcrdigung zudem keineswegs auf die gegen A &#8222;anh\u00e4ngigen&#8220; Strafverfahren in Zusammenhang mit den Zeugen abgestellt. Vielmehr hat es sich u.a. &#8211;wie aus den Ausf\u00fchrungen auf Seite\u00a016 der Entscheidung ersichtlich&#8211; auf dessen &#8222;einschl\u00e4gige strafrechtliche Vergangenheit &#8230; als gewerbsm\u00e4\u00dfiger Aussteller von Scheinrechnungen zur Erm\u00f6glichung der Steuerhinterziehung&#8220; und dessen &#8222;abgeurteilte Straftaten&#8220; gest\u00fctzt. Das FG zog hieraus den Schluss, A sei mit der Anbahnung, dem Ablauf und der Durchf\u00fchrung der gesch\u00e4ftlichen Bet\u00e4tigung auf dem Gebiet der Ausstellung von Scheinrechnungen erfahren und vertraut. Wie das FG zutreffend anf\u00fchrt, \u00e4ndert sich an der in der Vergangenheit erworbenen Expertise des A nichts dadurch, dass er in den Streitjahren sowohl weiter Scheinrechnungen ausstellte als auch Beratungsleistungen tats\u00e4chlich erbrachte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>dd) Soweit der Kl\u00e4ger geltend macht, das FG h\u00e4tte im Rahmen der beantragten Beweiserhebung auch die n\u00e4heren Umst\u00e4nde der an die genannten Zeugen teilweise tats\u00e4chlich erbrachten Leistungen ermitteln m\u00fcssen, insbesondere ob auch diese keine Originalrechnungen h\u00e4tten vorlegen k\u00f6nnen, deren Rechnungskopien ebenfalls keine Kontierungsvermerke enthalten h\u00e4tten bzw. ob auch in diesen F\u00e4llen die Rechnungen bar beglichen worden seien, ist ihm entgegenzuhalten, dass die Ermittlung dieser Tatsachen nicht Gegenstand der Beweisantr\u00e4ge war. Wie bereits ausgef\u00fchrt, ist insoweit entscheidend, dass der Kl\u00e4ger mit den Vernehmungen der Zeugen (nur) nachweisen wollte, dass A nicht ausschlie\u00dflich Scheinrechnungen erstellt habe, sondern den von ihm erstellten Rechnungen zumindest teilweise tats\u00e4chlich ausgef\u00fchrte Leistungen zugrunde lagen. Dies hat das FG als wahr unterstellt. Die beantragte Beweiserhebung zielte dagegen nicht darauf ab, nachzuweisen, dass die Umst\u00e4nde des Streitfalles in identischer Form auch bei den Zeugen gegeben waren. Solche Ermittlungen mussten sich dem FG im Hinblick auf die gegebene Indizienlage auch nicht von Amts wegen aufdr\u00e4ngen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>ee) Das Vorbringen des Kl\u00e4gers, das FG habe seiner Entscheidung nicht das Gesamtergebnis des Verfahrens (\u00a7\u00a096 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 FGO) zugrunde gelegt, rechtfertigt ebenfalls nicht die Zulassung der Revision. Der Kl\u00e4ger legt insbesondere keine Umst\u00e4nde dar, die das FG nicht ber\u00fccksichtigt hat, obwohl sie in die Beweisw\u00fcrdigung h\u00e4tten einflie\u00dfen m\u00fcssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>19<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aaa) Die als wahr unterstellte Tatsache, dass A gegen\u00fcber Dritten sowohl Scheinrechnungen ausgestellt als auch \u00fcber tats\u00e4chlich erbrachte Leistungen abgerechnet hat, hat das FG im Hinblick auf seine Gesamtw\u00fcrdigung letztlich als nicht erheblich angesehen, weil der Kl\u00e4ger das Vorliegen von abziehbaren Betriebsausgaben in seinem konkreten Fall insgesamt nicht zur \u00dcberzeugung des FG belegen konnte. Die Umst\u00e4nde des konkreten Falles sah das FG als so gravierend an, dass die unterstellte Tatsache, dass A gegen\u00fcber dritten Personen teilweise auch Leistungen tats\u00e4chlich erbrachte, an seiner Gesamtw\u00fcrdigung nichts zu \u00e4ndern vermochte. Diese W\u00fcrdigung war &#8211;wie ausgef\u00fchrt&#8211; trotz der Unterstellung m\u00f6glich, dass A gegen\u00fcber Dritten teilweise auch tats\u00e4chliche Beratungsleistungen erbracht hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>20<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bbb) Soweit der Kl\u00e4ger einen Versto\u00df gegen \u00a7\u00a096 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 FGO darin sieht, das FG habe nicht ber\u00fccksichtigt, dass sich aus den beigezogenen Strafakten der Staatsanwaltschaft X in Bezug auf A keinerlei Hinweise erg\u00e4ben, nach denen es sich bei den streitigen und vom FA beanstandeten Rechnungen um Scheinrechnungen handele, ist ein solcher nicht gegeben. Warum im Fall des Kl\u00e4gers das Vorliegen tats\u00e4chlicher Beratungsleistungen nicht zur \u00dcberzeugung des FG feststand, hat dieses ausf\u00fchrlich anhand einer Reihe von Indizien und Feststellungen begr\u00fcndet. Angeblich nicht vorhandene Hinweise in einer einzelnen Akte k\u00f6nnen insoweit naturgem\u00e4\u00df nicht zu einem Versto\u00df gegen \u00a7\u00a096 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 FGO f\u00fchren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>21<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>ccc) Soweit der Kl\u00e4ger bem\u00e4ngelt, das FG habe des Weiteren nicht ber\u00fccksichtigt, dass die Mehrzahl der Strafverfahren gegen Gesch\u00e4ftspartner des A bereits eingestellt sei, so hat das FG diesen Vortrag &#8211;wie aus dem Tatbestand der Entscheidung ersichtlich&#8211; zum einen zur Kenntnis genommen. Zum anderen legt der Kl\u00e4ger nicht dar, welche Folgen sich hieraus f\u00fcr das ihn betreffende FG-Verfahren ergeben sollen, zumal nach seinen Ausf\u00fchrungen neben seinem eigenen noch f\u00fcnf weitere Strafverfahren anh\u00e4ngig sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>22<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>ddd) Soweit der Kl\u00e4ger geltend macht, er sei entgegen der Behauptung des FA nicht ebenso wie A als Unternehmensberater branchen\u00fcbergreifend, sondern vielmehr im Hinblick auf sein Spezialwissen in der B\u00e4ckereibranche als Seniorpartner f\u00fcr die Industrie- und Handelskammer Y beratend t\u00e4tig geworden, widerspricht dies den nicht angefochtenen Feststellungen des FG. Denn danach z\u00e4hlten zu seinen Auftraggebern als selbst\u00e4ndiger Unternehmensberater auch eine in Z ans\u00e4ssige Gemeinschaftspraxis f\u00fcr Gyn\u00e4kologie und Laboratoriumsmedizin sowie ein dort belegenes Zentrum f\u00fcr Reproduktionsmedizin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>23<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Von einer weiteren Begr\u00fcndung sieht der Senat nach \u00a7\u00a0116 Abs.\u00a05 Satz\u00a02 Halbsatz\u00a02 FGO ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 31.1.2013, X B 21\/12 Vorliegen von Scheinrechnungen &#8211; Geltendmachung von Verfahrensfehlern wegen Versto\u00dfes gegen die richterliche Sachaufkl\u00e4rungspflicht und wegen Nichtber\u00fccksichtigung des Gesamtergebnisses des Verfahrens Tatbestand 1 I. Der Kl\u00e4ger und Beschwerdef\u00fchrer (Kl\u00e4ger) erzielte in den Streitjahren u.a. Eink\u00fcnfte aus Gewerbebetrieb durch den Betrieb eines Hotels mit Caf\u00e9. 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