{"id":33939,"date":"2013-03-26T12:58:00","date_gmt":"2013-03-26T10:58:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=33939"},"modified":"2013-03-26T12:58:00","modified_gmt":"2013-03-26T10:58:00","slug":"i-r-73-11-koerperschaftsteuerbelastung-des-betriebsstaettengewinns-einer-ungarischen-kapitalgesellschaft-vor-dem-beitritt-ungarns-zur-eu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-73-11-koerperschaftsteuerbelastung-des-betriebsstaettengewinns-einer-ungarischen-kapitalgesellschaft-vor-dem-beitritt-ungarns-zur-eu\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;73\/11 &#8211; K&ouml;rperschaftsteuerbelastung des Betriebsst&auml;ttengewinns einer ungarischen Kapitalgesellschaft vor dem Beitritt Ungarns zur EU"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.12.2012, I R 73\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">K&ouml;rperschaftsteuerbelastung des Betriebsst&auml;ttengewinns einer ungarischen Kapitalgesellschaft vor dem Beitritt Ungarns zur EU<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die Grunds&auml;tze des EuGH-Urteils vom 23. Februar 2006 C-253\/03, CLT-UFA (Slg. 2006, I-1831) zur unionsrechtlichen Niederlassungsfreiheit, wonach die Gewinne der Zweigniederlassung einer Gesellschaft, die ihren Sitz in einem anderen Mitgliedstaat hat, nicht mit einem h&ouml;heren Steuersatz belastet werden d&uuml;rfen als die Gewinne einer Tochtergesellschaft einer solchen Gesellschaft, die ihre Gewinne voll an die Muttergesellschaft aussch&uuml;ttet, sind auf die Niederlassungsfreiheit des Art. 44 Abs. 3 EA-Ungarn nicht &uuml;bertragbar.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Die Grunds&auml;tze des EuGH-Urteils &quot;CLT-UFA&quot; sind auch nicht im Rahmen des Diskriminierungsverbots des Art. 24 Abs. 2 Satz 1 DBA-Ungarn anwendbar.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Vor dem Beitritt Ungarns zur EU kann sich eine ungarische Kapitalgesellschaft nicht auf den allgemeinen Gleichheitssatz des Art. 3 Abs. 1 GG berufen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), eine Korl&aacute;tolt felel&#337;ss&eacute;g&#369; t&aacute;rsas&aacute;g (Kft.) nach ungarischem Recht, die einer GmbH nach deutschem Recht entspricht, hatte in den&nbsp; Streitjahren 1997 bis 2000 ihren Sitz und ihre Gesch&auml;ftsleitung in Ungarn. &Uuml;ber eine im Inland gelegene Betriebsst&auml;tte f&uuml;hrte sie Bau- und Isolierungsarbeiten f&uuml;r deutsche Auftraggeber aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erlie&szlig; K&ouml;rperschaftsteuerbescheide unter Anwendung des gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;3 i.V.m. Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG) 1996 f&uuml;r beschr&auml;nkt Steuerpflichtige vorgesehenen Steuertarifs von 42&nbsp;% in den Jahren 1997 und 1998 sowie des in &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 KStG 1999 angeordneten allgemeinen Thesaurierungssteuersatzes von 40&nbsp;% in den Jahren 1999 und 2000. Mit ihrer dagegen gerichteten Klage beanspruchte die Kl&auml;gerin, den K&ouml;rperschaftsteuersatz nach Ma&szlig;gabe des Urteils des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Gemeinschaften, jetzt Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH), vom 23.&nbsp;Februar 2006 C-253\/03, CLT-UFA (Slg. 2006, I-1831) herabzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage blieb erfolglos; das Finanzgericht (FG) N&uuml;rnberg wies sie mit Urteil vom 20.&nbsp;September 2011&nbsp;&nbsp;1&nbsp;K&nbsp;13\/2008, das in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2012, 658 ver&ouml;ffentlicht ist, ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen das Urteil des FG richtet sich die Revision, die die Kl&auml;gerin auf die Verletzung materiellen Rechts st&uuml;tzt. Sie beantragt sinngem&auml;&szlig;, das angefochtene Urteil aufzuheben und unter jeweiliger &Auml;nderung der K&ouml;rperschaftsteuerbescheide die K&ouml;rperschaftsteuer auf 7.005,67&nbsp;EUR (1997), 49.118,84&nbsp;EUR (1998), 39.719,25&nbsp;EUR (1999) und 60.744,39&nbsp;EUR (2000) festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Bundesministerium der Finanzen ist dem Verfahren beigetreten. Es hat sich, ohne einen Antrag zu stellen, in der Sache dem Vorbringen des FA angeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Kl&auml;gerin hat keinen Anspruch auf Anwendung eines niedrigeren Steuersatzes als 42&nbsp;% in den Streitjahren 1997 und 1998 bzw. 40&nbsp;% in den Streitjahren 1999 und 2000.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FA hat ausgehend vom Gesetzeswortlaut in den Streitjahren 1997 und 1998 den gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;3 i.V.m. Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 KStG 1996 vorgesehenen Steuersatz f&uuml;r beschr&auml;nkt Steuerpflichtige in H&ouml;he von 42&nbsp;% und in den Streitjahren 1999 und 2000 den allgemeinen Thesaurierungssteuersatz von 40&nbsp;% (&sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 KStG 1999) zutreffend angewendet. Die Ermittlung der jeweiligen Bemessungsgrundlage ist zwischen den Beteiligten nicht streitig und bedarf hier keiner weiteren Vertiefung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ein Anspruch auf Anwendung eines niedrigeren Steuersatzes folgt nicht aus Art.&nbsp;52 des Vertrages zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaft (EGV) bzw. Art.&nbsp;43 des Vertrages von Amsterdam zur &Auml;nderung des Vertrags &uuml;ber die Europ&auml;ische Union, der Vertr&auml;ge zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaften sowie einiger damit zusammenh&auml;ngender Rechtsakte &#8211;EG&#8211; (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften &#8211;ABlEG&#8211; 1997, Nr.&nbsp;C-340, 1). Zwar steht die Niederlassungsfreiheit einer nationalen Regelung entgegen, nach der die Gewinne der Zweigniederlassung einer Gesellschaft, die ihren Sitz in einem anderen Mitgliedstaat hat, mit einem h&ouml;heren Steuersatz belastet werden als die Gewinne einer Tochtergesellschaft einer solchen Gesellschaft, die ihre Gewinne voll an die Muttergesellschaft aussch&uuml;ttet (EuGH-Urteil in Slg. 2006, I-1831; Senatsurteil vom 9.&nbsp;August 2006 I&nbsp;R&nbsp;31\/01, BFHE 214, 496, BStBl II 2007, 838; Senatsbeschluss vom 5.&nbsp;M&auml;rz 2008 I&nbsp;B&nbsp;171\/07, BFHE 220, 463). Diese Freiheit, die geeignete Rechtsform f&uuml;r die Aus&uuml;bung der T&auml;tigkeiten in einem anderen Mitgliedstaat zu w&auml;hlen, hat insbesondere zum Ziel, es den Gesellschaften mit Sitz in einem Mitgliedstaat zu erm&ouml;glichen, eine Zweigniederlassung in einem anderen Mitgliedstaat zu er&ouml;ffnen, um ihre T&auml;tigkeiten dort unter den gleichen Bedingungen auszu&uuml;ben, wie sie f&uuml;r Tochtergesellschaften gelten (EuGH-Urteile in Slg. 2006, I-1831 Rz&nbsp;15; vom 6.&nbsp;September 2012 C-18\/11, Philips Electronics UK Ltd., Internationales Steuerrecht &#8211;IStR&#8211; 2012, 847 Rz&nbsp;14). Auf dieses unionsrechtliche Gebot der Rechtsformneutralit&auml;t (dazu Lang, IStR 2006, 397&nbsp;ff.) kann sich die Kl&auml;gerin aber schon deshalb nicht berufen, weil sie in den Streitjahren weder ihren satzungsm&auml;&szlig;igen Sitz noch ihre Hauptverwaltung oder Hauptniederlassung innerhalb der Gemeinschaft hatte (vgl. Art.&nbsp;58 Abs.&nbsp;1 EGV, Art.&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 EG). Ungarn ist der Europ&auml;ischen Union erst nach Ablauf des Streitzeitraums am 1.&nbsp;Mai 2004 beigetreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Ein vergleichbarer Anspruch vor dem Beitritt Ungarns zur Europ&auml;ischen Union ergibt sich nicht aus Art.&nbsp;44 Abs.&nbsp;3 des Europa-Abkommens zur Gr&uuml;ndung einer Assoziation zwischen den Europ&auml;ischen Gemeinschaften und ihren Mitgliedstaaten einerseits und der Republik Ungarn andererseits &#8211;EA-Ungarn&#8211; (ABlEG 1993 Nr.&nbsp;L&nbsp;347, 2, BGBl II 1993, 1473).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Hiernach gew&auml;hren die Mitgliedstaaten mit dem Inkrafttreten dieses Abkommens f&uuml;r die Niederlassung ungarischer Gesellschaften und Staatsangeh&ouml;riger i.S. des Art.&nbsp;48 EA-Ungarn eine Behandlung, die nicht weniger g&uuml;nstig ist als die Behandlung ihrer eigenen Gesellschaften und Staatsangeh&ouml;rigen, und f&uuml;r die Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit der in ihrem Gebiet niedergelassenen ungarischen Gesellschaften und Staatsangeh&ouml;rigen eine Behandlung, die nicht weniger g&uuml;nstig ist als die Behandlung ihrer eigenen Gesellschaften und Staatsangeh&ouml;rigen. Der Begriff der Niederlassung bedeutet im Falle der Gesellschaften das Recht auf Aufnahme und Aus&uuml;bung von Erwerbst&auml;tigkeiten durch die Errichtung und Leitung von Tochtergesellschaften, Zweigniederlassungen und Agenturen (Art.&nbsp;44 Abs.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;a Doppelbuchst.&nbsp;ii EA-Ungarn).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das derart umschriebene assoziationsrechtliche &quot;Niederlassungsrecht&quot; gew&auml;hrt den ungarischen Gesellschaften und Staatsangeh&ouml;rigen abweichend von der unionsrechtlichen Regelungslage nur einen Anspruch auf Gleichbehandlung mit Inl&auml;ndern bei der Niederlassung und Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit (vgl. bereits Senatsurteil vom 23.&nbsp;Juni 2010 I&nbsp;R&nbsp;37\/09, BFHE 230, 156, BStBl II 2010, 895; Sydow, Internationale Wirtschaftsbriefe &#8211;IWB&#8211; 2010, 202, 206).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das ergibt sich aus dem eindeutigen Regelungswortlaut in Art.&nbsp;44 Abs.&nbsp;3 EA-Ungarn, dar&uuml;ber hinaus aber auch in Art.&nbsp;44 Abs.&nbsp;4 EA-Ungarn, der allein von der in Abs.&nbsp;3 &quot;vorgesehene[n] Inl&auml;nderbehandlung&quot; spricht. Nicht entnehmen l&auml;sst sich dem &quot;Niederlassungsrecht&quot; i.S. des Art.&nbsp;44 Abs.&nbsp;3 EA-Ungarn hingegen ein der unionsrechtlichen Niederlassungsfreiheit entsprechendes Gebot der Rechtsformneutralit&auml;t, aufgrund dessen eine ungarische Gesellschaft verlangen k&ouml;nnte, dass ihre inl&auml;ndische Betriebsst&auml;tte steuerlich mit einer inl&auml;ndischen Tochtergesellschaft gleichgestellt wird, die ihren Gewinn vollst&auml;ndig an die ungarische Muttergesellschaft aussch&uuml;ttet. Art.&nbsp;44 Abs.&nbsp;3 EA-Ungarn ist damit enger gefasst als Art.&nbsp;52 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EGV und Art.&nbsp;43 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EG, welche jegliche Beschr&auml;nkungen einschl&auml;giger Niederlassungen untersagen und denen der EuGH deshalb das Gebot der Rechtsformneutralit&auml;t entnimmt (EuGH-Urteile vom 28.&nbsp;Januar 1986 Rs.&nbsp;270\/83, Kommission\/Frankreich, Slg. 1986, 273 Rz&nbsp;22; in Slg. 2006, I-1831 Rz&nbsp;14; vom 25.&nbsp;Februar 2010 C-337\/08, X&nbsp;Holding, Slg. 2010, I-1215 Rz&nbsp;39; in IStR 2012, 847 Rz&nbsp;13).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der im Regelungswortlaut zum Ausdruck kommende unterschiedliche Gew&auml;hrleistungsgehalt ist ausgehend von den unterschiedlich weit gehenden Zielrichtungen des EGV\/EG und des EA-Ungarn auch folgerichtig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im EGV\/EG geht es um die Schaffung eines Binnenmarkts, der durch die Beseitigung der Hindernisse f&uuml;r den freien Waren-, Personen-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehr zwischen den Mitgliedstaaten gekennzeichnet ist (Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c EGV\/EG). Beseitigt werden sollen alle Hemmnisse im innergemeinschaftlichen Handel mit dem Ziel der Verschmelzung der nationalen M&auml;rkte zu einem einheitlichen Markt (vgl. EuGH-Urteil vom 5.&nbsp;Mai 1982 Rs.&nbsp;15\/81, Gaston Schul, Slg. 1982, 1409; Kingreen in von Bogdandy\/Bast, Europ&auml;isches Verfassungsrecht, 2.&nbsp;Aufl., S.&nbsp;705, 718). Diesem Ziel sind auch die Grundfreiheiten verpflichtet, die als subjektiv-rechtliches Mittel den Wirtschaftsteilnehmern die M&ouml;glichkeit er&ouml;ffnen, den in der Territorialit&auml;t des nationalstaatlich gepr&auml;gten Rechts angelegten Rechtsunterschieden die Relevanz f&uuml;r das privatautonome Handeln weit gehend zu nehmen (Kingreen in von Bogdandy\/Bast, a.a.O., S.&nbsp;718&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine solche weit reichende Zielrichtung verfolgt das EA-Ungarn nicht. Es gew&auml;hrleistet lediglich die gegenseitige Inl&auml;ndergleichbehandlung, um eine gegenseitige Marktabschottung zu verhindern und so eine gegenseitige wirtschaftliche Ann&auml;herung zu erleichtern. Das EA-Ungarn soll nicht im Wege der Assoziation einen dem Binnenmarkt entsprechenden Zustand herstellen. Ziel des Abkommens ist es lediglich, einen geeigneten Rahmen f&uuml;r die schrittweise Integration Ungarns in die Gemeinschaft zum Zwecke eines sp&auml;teren Beitritts zu bieten (vgl. zu entsprechend formulierten Europaabkommen EuGH-Urteile vom 27.&nbsp;September 2001 C-235\/99, Kondova, Slg. 2001, I-6427 Rz&nbsp;53; C-257\/99, Barkoci und Malik, Slg. 2001, I-6557 Rz&nbsp;53; verallgemeinernd Sydow, IWB 2010, 202, 207). Nach Auffassung der Vertragsparteien befand sich Ungarn weder politisch noch wirtschaftlich auf einem Stand, der im Zeitpunkt des Vertragsschlusses einen Beitritt erlaubte; darauf sollte erst als Ziel der Assoziation hingearbeitet werden. So ist in dem Erw&auml;gungsgrund&nbsp;15 der Pr&auml;ambel des EA-Ungarn ausdr&uuml;cklich dargelegt, dass Ungarn letztlich zwar die Mitgliedschaft in der Gemeinschaft anstrebe, dass die Assoziation aber (lediglich) zur Verwirklichung dieses Ziels beitragen werde. Ungarn hatte nur die Absicht, sich (als Fernziel) um die volle Integration in die politische, wirtschaftliche und sicherheitspolitische Ordnung eines neuen Europa zu bem&uuml;hen (Erw&auml;gungsgrund&nbsp;14 der Pr&auml;ambel des EA-Ungarn). Die Vertragsparteien gingen davon aus, dass Ungarn zun&auml;chst noch weitere effektive Fortschritte auf dem Weg zur Marktwirtschaft machen und die Wirtschaftssysteme der Vertragsparteien einander angen&auml;hert werden m&uuml;ssten (vgl. Erw&auml;gungsgrund&nbsp;7 der Pr&auml;ambel des EA-Ungarn). Bei dem Abschluss des &Uuml;bergangs zur Marktwirtschaft sollte Ungarn unterst&uuml;tzt werden; ihm sollte geholfen werden, die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Strukturanpassung zu bew&auml;ltigen (Erw&auml;gungsgrund&nbsp;9 der Pr&auml;ambel des EA-Ungarn).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Von diesen Ma&szlig;st&auml;ben ausgehend besteht gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;44 Abs.&nbsp;3 EA-Ungarn kein Anspruch der Kl&auml;gerin auf Herabsetzung des Steuersatzes.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) In den Streitjahren 1997 und 1998 kann sich die Kl&auml;gerin bereits deshalb nicht auf die danach einger&auml;umte Niederlassungsfreiheit berufen, weil sie f&uuml;r Zweigniederlassungen und Agenturen erst ab der in Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 EA-Ungarn genannten zweiten Stufe, d.h. ab dem 1.&nbsp;Februar 1999, gew&auml;hrt wird (Art.&nbsp;44 Abs.&nbsp;4 EA-Ungarn). Hiervon betroffen ist auch die Betriebsst&auml;tte der Kl&auml;gerin in der Bundesrepublik Deutschland. Denn die nicht trennscharf voneinander zu unterscheidenden Begriffe der Zweigniederlassung und Agentur erfassen als Sammelbegriff s&auml;mtliche unselbst&auml;ndigen Betriebsteile (vgl. Forsthoff in Grabitz\/Hilf\/Nettesheim, Art.&nbsp;49 AEUV Rz&nbsp;62; Roth in Dauses, Hdb. EU-WirtschaftsR, E.I. Rz&nbsp;54; Schlag in Schwarze, EU-Kommentar, 3.&nbsp;Aufl., Art.&nbsp;49 AEUV Rz&nbsp;20).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Aber auch f&uuml;r die Streitjahre 1999 und 2000 besteht aufgrund des aus Art.&nbsp;44 Abs.&nbsp;3 EA-Ungarn folgenden Gebots der Inl&auml;ndergleichbehandlung kein Anspruch auf eine Besteuerung nach einem niedrigeren Steuersatz. Denn die Kl&auml;gerin wird durch die Anwendung des allgemeinen Thesaurierungssteuersatzes in H&ouml;he von 40&nbsp;% nicht ung&uuml;nstiger als eine deutsche Gesellschaft besteuert, auf deren zu versteuerndes Einkommen ebenfalls 40&nbsp;% Steuern erhoben worden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Der Senat musste das Verfahren hinsichtlich der Frage, ob Art.&nbsp;44 Abs.&nbsp;3 EA-Ungarn die Rechtsformneutralit&auml;t gew&auml;hrleistet, nicht aussetzen und die Auslegungsfrage nicht gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;267 Abs.&nbsp;3 des Vertrags &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union in der Fassung des Vertrags von Lissabon zur &Auml;nderung des Vertrags &uuml;ber die Europ&auml;ische Union und des Vertrags zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaft &#8211;AEUV&#8211; (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union 2008, Nr.&nbsp;C-115, 47) dem EuGH vorlegen. Die Auslegung des Unionsrechts ist aus Sicht des Senats derart offenkundig, dass es einer Vorlage nicht bedarf (vgl. EuGH-Urteile vom 6.&nbsp;Oktober 1982 Rs.&nbsp;283\/81, C.I.L.F.I.T., Slg. 1982, 3415 Rz&nbsp;21; vom 18.&nbsp;Oktober 2011 C-128\/09 bis C-131\/09, C-134\/09 und C-135\/09, Boxus u.a.\/ R&eacute;gion wallone, Neue Zeitschrift f&uuml;r Verwaltungsrecht 2011, 1506 Rz&nbsp;31).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Ein Anspruch auf Anwendung eines niedrigeren Steuersatzes ergibt sich ebenfalls nicht aus Art.&nbsp;24 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Ungarischen Volksrepublik zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen, Ertrag und Verm&ouml;gen vom 18.&nbsp;Juli 1977 &#8211;DBA-Ungarn&#8211; (BGBl II 1979, 627, BStBl I 1979, 349).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Hiernach darf die Besteuerung einer Betriebsst&auml;tte, die ein Unternehmen eines Vertragsstaats in dem anderen Vertragsstaat hat, in dem anderen Staat nicht ung&uuml;nstiger sein als die Besteuerung von Unternehmen des anderen Staats, die die gleiche T&auml;tigkeit aus&uuml;ben (Art.&nbsp;24 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 DBA-Ungarn). Gegen das Verbot wird versto&szlig;en, wenn die finanzielle Belastung (Gesamtsteuerbelastung) des ausl&auml;ndischen Unternehmens hinsichtlich seiner inl&auml;ndischen Betriebsst&auml;tte h&ouml;her ist als die Belastung des inl&auml;ndischen Unternehmens (Schaumburg, Internationales Steuerrecht, 3.&nbsp;Aufl., Rz&nbsp;4.57; Wassermeyer in Wassermeyer, DBA, MA Art.&nbsp;24 Rz&nbsp;49).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Vergleichsobjekt ist somit ein inl&auml;ndisches Unternehmen, das im Inland Eink&uuml;nfte in H&ouml;he der Betriebsst&auml;tteneink&uuml;nfte und dar&uuml;ber hinaus im Ausland Eink&uuml;nfte in derjenigen H&ouml;he erzielt hat, die bei dem ihm gegen&uuml;berzustellenden ausl&auml;ndischen Unternehmen angefallen sind. Nur eine solche Handhabung entspricht dem Zweck des Art.&nbsp;24 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 DBA-Ungarn, der zwar eine Gleichbehandlung ausl&auml;ndischer Unternehmen mit inl&auml;ndischen Betriebsst&auml;tten einerseits und inl&auml;ndischer Unternehmen andererseits, nicht aber eine Bevorzugung ausl&auml;ndischer gegen&uuml;ber inl&auml;ndischen Unternehmen erreichen soll (so bereits zu dem inhaltsgleichen Art.&nbsp;24 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 DBA-USA 1989 Senatsurteil vom 30.&nbsp;M&auml;rz 2011 I&nbsp;R&nbsp;63\/10, BFHE 233, 198, BStBl II 2011, 747). Allein dies entspricht auch der systematischen Stellung der Betriebsst&auml;tte im Abkommensrecht. Die Betriebsst&auml;tte ist danach kein eigenst&auml;ndiges Unternehmen, sondern unselbst&auml;ndiger Bestandteil des Gesamtunternehmens. Dies rechtfertigt den Schluss, dass auch bei der von Art.&nbsp;24 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 DBA-Ungarn geforderten Vergleichsbetrachtung das im anderen Vertragsstaat ans&auml;ssige Unternehmen in seiner Gesamtheit zu betrachten ist (Senatsurteil in BFHE 233, 198, BStBl II 2011, 747 zu Art.&nbsp;24 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 DBA-USA 1989 a.F.; Rust in Vogel\/Lehner, DBA, 5.&nbsp;Aufl., Art.&nbsp;24 Rz&nbsp;95).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Bereits nach dem Wortlaut des Art.&nbsp;24 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 DBA-Ungarn darf hingegen nicht die Besteuerung einer inl&auml;ndischen Betriebsst&auml;tte eines ausl&auml;ndischen Unternehmens mit der Besteuerung einer inl&auml;ndischen Tochtergesellschaft verglichen werden, die ihren Gewinn vollst&auml;ndig an die ausl&auml;ndische Muttergesellschaft aussch&uuml;ttet (in diesem Sinne aber Jorewitz, IStR 2012, 475, 476). Denn die Vorschrift verlangt ausdr&uuml;cklich einen Belastungsvergleich der Betriebsst&auml;tte und eines &quot;Unternehmen[s] des anderen Staates&quot;. Gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;d DBA-Ungarn kann dies aber nur ein Unternehmen sein, das von einer in dem anderen Vertragsstaat &#8211;d.h. im Inland&#8211; ans&auml;ssigen Person betrieben wird. Die inl&auml;ndische Tochtergesellschaft einer &#8211;wie hier&#8211; ausl&auml;ndischen Kapitalgesellschaft w&auml;re hingegen abkommensrechtlich als ausl&auml;ndisches Unternehmen zu behandeln (vgl. Senatsurteil vom 26.&nbsp;Februar 1992 I&nbsp;R&nbsp;85\/91, BFHE 168, 52, BStBl II 1992, 937; Wassermeyer in Wassermeyer, a.a.O., MA Art.&nbsp;3 Rz&nbsp;27; Wilke in Gosch\/Kroppen\/ Grotherr, DBA, Art.&nbsp;3 OECD-MA Rz&nbsp;26).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einem Vergleich der steuerlichen Belastung zwischen der inl&auml;ndischen Betriebsst&auml;tte eines ausl&auml;ndischen Unternehmens und einer Tochtergesellschaft eines solchen Unternehmens, die ihren Gewinn vollst&auml;ndig aussch&uuml;ttet, steht zudem entgegen, dass insoweit keine vergleichbaren Verh&auml;ltnisse bestehen (zu dieser Voraussetzung s. Urteil des Bundesfinanzhofs vom 10.&nbsp;M&auml;rz 2005 II&nbsp;R&nbsp;51\/03, BFH\/NV 2005, 1500; Roser, GmbH-Rundschau 2005, 1154, 1155). Die Verh&auml;ltnisse sind nicht vergleichbar, weil die steuerliche Entlastung an eine Aussch&uuml;ttung ankn&uuml;pft (vgl. &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;1 KStG 1996\/1999) und eine Betriebsst&auml;tte als rechtlich unselbst&auml;ndige Einheit eines Unternehmens die formalen Voraussetzungen f&uuml;r eine Aussch&uuml;ttung selbst nicht schaffen kann (so bereits Urteil des FG Hamburg vom 20.&nbsp;Mai 1965 II&nbsp;79\/64, EFG 1965, 551; R&auml;dler\/Raupach, Deutsche Steuern bei Auslandsbeziehungen, 1966, S.&nbsp;393; Wassermeyer in Wassermeyer, a.a.O., MA Art.&nbsp;24 Rz&nbsp;51, 53). Dass die Gewinne von der ausl&auml;ndischen Gesellschaft ausgesch&uuml;ttet werden k&ouml;nnen, &auml;ndert daran nichts (vgl. aber Rust in Vogel\/Lehner, a.a.O., Art.&nbsp;24 Rz&nbsp;113; Vogel, Au&szlig;enwirtschaftsdienst des Betriebs-Beraters 1970, 349, 354). Ob das ausl&auml;ndische Unternehmen aussch&uuml;ttet, darf mit der vorrangig zu beantwortenden Frage, unter welchen formalen Voraussetzungen ihm der im Inland erzielte Gewinn zuzurechnen ist, nicht vermengt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Schlie&szlig;lich stehen Sinn und Zweck des Art.&nbsp;24 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 DBA-Ungarn der &Uuml;bertragung des vom EuGH entwickelten Gebots der Rechtsformneutralit&auml;t auf das abkommensrechtliche Diskriminierungsverbot entgegen. Denn dieses enth&auml;lt kein allgemeines Gleichbehandlungsgebot, sondern ein Diskriminierungsverbot, das bestimmte, allein im zwischenstaatlichen Verh&auml;ltnis ruhende Elemente als Ankn&uuml;pfungspunkt f&uuml;r eine steuerliche Ungleichbehandlung ausscheiden will (vgl. Debatin in Korn\/Dietz\/ Debatin, Systematik, Rz&nbsp;III&nbsp;285). Mit seiner Rechtsprechung in der Rechtssache CLT-UFA (EuGH-Urteil in Slg. 2006, I-1831) geht der EuGH &uuml;ber diese beschr&auml;nkte Zielrichtung hinaus, indem er zwei Sachverhalte miteinander vergleicht, die unabh&auml;ngig von einem Auslandsbezug steuerrechtlich unterschiedlich behandelt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Hiervon ausgehend hat das FA durch Anwendung der gesetzlich vorgesehenen Steuers&auml;tze Art.&nbsp;24 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 DBA-Ungarn in den Streitjahren nicht verletzt. Eine h&ouml;here steuerliche Belastung der Betriebsst&auml;tte der Kl&auml;gerin gegen&uuml;ber einem inl&auml;ndischen Unternehmen liegt nicht vor. Das FA hat in den Streitjahren 1997 und 1998 den besonderen f&uuml;r beschr&auml;nkt Steuerpflichtige geltenden Steuersatz in H&ouml;he von 42&nbsp;% angewandt, der um 3&nbsp;%-Punkte niedriger ist als der allgemeine Thesaurierungssteuersatz f&uuml;r unbeschr&auml;nkt Steuerpflichtige. In den Streitjahren 1999 und 2000 hat das FA den auch f&uuml;r inl&auml;ndische Kapitalgesellschaften geltenden allgemeinen Thesaurierungssteuersatz von 40&nbsp;% angewandt und die Kl&auml;gerin damit entsprechend einem inl&auml;ndischen Unternehmen behandelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin folgt aus der Vereinbarung zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Ungarischen Volksrepublik &uuml;ber die Entsendung ungarischer Arbeitnehmer aus in der Ungarischen Volksrepublik ans&auml;ssigen Unternehmen zur Besch&auml;ftigung auf der Grundlage von Werkvertr&auml;gen vom 3.&nbsp;Januar 1989 &#8211;Vereinbarung&#8211; (BGBl II 1989, 245) kein Anspruch auf Anwendung eines niedrigeren Steuersatzes. Die Vereinbarung befasst sich weder mit der Niederlassungsfreiheit ungarischer Gesellschaften noch macht sie Vorgaben f&uuml;r die Ausgestaltung des K&ouml;rperschaftsteuerrechts der Vertragsstaaten. Sie betrifft allein die Erteilung von Aufenthaltserlaubnissen an ungarische Arbeitnehmer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die angewandten Steuers&auml;tze verletzen die Kl&auml;gerin auch nicht in ihrem Recht aus Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes (GG). Die Grundrechte gelten gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;3 GG grunds&auml;tzlich nur f&uuml;r inl&auml;ndische juristische Personen, soweit sie ihrem Wesen nach auf diese anwendbar sind. Ausl&auml;ndische juristische Personen sind hingegen nicht Grundrechtstr&auml;ger (Urteil des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 1.&nbsp;M&auml;rz 1967 1&nbsp;BvR&nbsp;46\/66, BVerfGE 21, 207; Senatsurteil vom 24.&nbsp;Januar 2001 I&nbsp;R&nbsp;81\/99, BFHE 195, 119, BStBl II 2001, 290, m.w.N.). Dies gilt auch f&uuml;r Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG (Heun in H.&nbsp;Dreier [Hrsg.], Grundgesetz-Kommentar, Bd.&nbsp;1, 2.&nbsp;Aufl., Art.&nbsp;3 Rz&nbsp;44; R&uuml;fner in Kahl\/Waldhoff\/Walter [Hrsg.], BK, Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 Rz&nbsp;142; Starck in v.&nbsp;Mangoldt\/Klein\/Starck, GG, 6.&nbsp;Aufl., Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 Rz&nbsp;240). Eine Geltung der Grundrechte ist aufgrund der durch die europ&auml;ischen Vertr&auml;ge &uuml;bernommenen Verpflichtungen, wie sie sich insbesondere aus den Grundfreiheiten und subsidi&auml;r dem allgemeinen Diskriminierungsverbot des Art.&nbsp;18 AEUV ergeben, lediglich f&uuml;r juristische Personen aus anderen Mitgliedstaaten der Europ&auml;ischen Union geboten (BVerfG-Beschluss vom 19.&nbsp;Juli 2011&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;1916\/09, BVerfGE 129, 78; Jarass\/ Pieroth, Grundgesetz f&uuml;r die Bundesrepublik Deutschland, Kommentar, 12.&nbsp;Aufl., Art.&nbsp;19 Rz&nbsp;23, m.w.N.), zu denen die Kl&auml;gerin in den Streitjahren aber nicht geh&ouml;rte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.12.2012, I R 73\/11 K&ouml;rperschaftsteuerbelastung des Betriebsst&auml;ttengewinns einer ungarischen Kapitalgesellschaft vor dem Beitritt Ungarns zur EU Leits&auml;tze 1. Die Grunds&auml;tze des EuGH-Urteils vom 23. Februar 2006 C-253\/03, CLT-UFA (Slg. 2006, I-1831) zur unionsrechtlichen Niederlassungsfreiheit, wonach die Gewinne der Zweigniederlassung einer Gesellschaft, die ihren Sitz in einem anderen Mitgliedstaat hat, nicht mit einem &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-73-11-koerperschaftsteuerbelastung-des-betriebsstaettengewinns-einer-ungarischen-kapitalgesellschaft-vor-dem-beitritt-ungarns-zur-eu\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;73\/11 &#8211; K&ouml;rperschaftsteuerbelastung des Betriebsst&auml;ttengewinns einer ungarischen Kapitalgesellschaft vor dem Beitritt Ungarns zur EU<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-33939","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33939","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=33939"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33939\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=33939"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=33939"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=33939"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}