{"id":35186,"date":"2013-04-11T09:54:36","date_gmt":"2013-04-11T07:54:36","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=35186"},"modified":"2013-04-11T09:54:36","modified_gmt":"2013-04-11T07:54:36","slug":"ii-r-6-12-eintritt-des-besserungsfalls-nach-verkauf-eines-besserungsscheins-zum-verkehrswert-ohne-schenkungsteuerrechtliche-bedeutung-verhaeltnis-von-vga-und-schenkungsteuer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-6-12-eintritt-des-besserungsfalls-nach-verkauf-eines-besserungsscheins-zum-verkehrswert-ohne-schenkungsteuerrechtliche-bedeutung-verhaeltnis-von-vga-und-schenkungsteuer\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;6\/12 &#8211; Eintritt des Besserungsfalls nach Verkauf eines &quot;Besserungsscheins&quot; zum Verkehrswert ohne schenkungsteuerrechtliche Bedeutung; Verh&auml;ltnis von vGA und Schenkungsteuer"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.1.2013, II R 6\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Eintritt des Besserungsfalls nach Verkauf eines &quot;Besserungsscheins&quot; zum Verkehrswert ohne schenkungsteuerrechtliche Bedeutung; Verh&auml;ltnis von vGA und Schenkungsteuer<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Tritt nach dem Verkauf einer Forderung mit Besserungsschein zum Verkehrswert der Besserungsfall ein, verwandelt sich der Verkauf nicht in eine freigebige Zuwendung. <\/p>\n<\/p>\n<p>2. Im Verh&auml;ltnis einer Kapitalgesellschaft zu ihren Gesellschaftern oder zu den Gesellschaftern einer an ihr beteiligten Kapitalgesellschaft gibt es neben betrieblich veranlassten Rechtsbeziehungen lediglich offene und verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttungen sowie Kapitalr&uuml;ckzahlungen, aber keine freigebigen Zuwendungen. <\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind die Gesamtrechtsnachfolger des w&auml;hrend des Revisionsverfahrens verstorbenen Kl&auml;gers und Revisionskl&auml;gers R. R war Mitgesellschafter einer GmbH (GmbH&nbsp;1), die die alleinige Aktion&auml;rin einer AG war, und ferner Mitgesellschafter einer weiteren GmbH (GmbH&nbsp;2). Die GmbH&nbsp;2 erlitt in den Jahren 2000 bis 2003 erhebliche Verluste, die die AG durch die Gew&auml;hrung von Darlehen in H&ouml;he von mehr als 2&nbsp;Mio.&nbsp;EUR finanzierte. Im Dezember 2003 verkauften die Gesellschafter der GmbH&nbsp;2 ihre Gesch&auml;ftsanteile f&uuml;r einen Kaufpreis von 0&nbsp;EUR an die AG, die sie ihrerseits mit Vertrag vom 20.&nbsp;Dezember 2004 f&uuml;r 1&nbsp;EUR an eine dritte GmbH (GmbH&nbsp;3) verkaufte, deren alleiniger Gesellschafter R war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die AG verzichtete am 30.&nbsp;Dezember 2004 auf die R&uuml;ckzahlung der der GmbH&nbsp;2 gew&auml;hrten Darlehen, soweit dies erforderlich war, um deren bilanzielle &Uuml;berschuldung zu verhindern. Der Verzicht erfolgte mit einer Besserungsabrede dergestalt, dass die Forderung der AG wieder aufleben sollte, soweit ihre Erf&uuml;llung aus einem k&uuml;nftigen Bilanzgewinn oder Liquidations&uuml;berschuss der GmbH&nbsp;2 m&ouml;glich sein w&uuml;rde, fr&uuml;hestens aber mit Wirkung ab dem Gesch&auml;ftsjahr 2007 und h&ouml;chstens in H&ouml;he von 1&nbsp;Mio.&nbsp;EUR j&auml;hrlich. Die AG verkaufte diesen &quot;Besserungsschein&quot; mit Vertrag vom 15.&nbsp;Dezember 2005 f&uuml;r einen Kaufpreis von 1&nbsp;EUR an R und trat ihn mit Wirkung ab dem 31.&nbsp;Dezember 2004 an ihn ab. In dem Kaufvertrag wurde ausgef&uuml;hrt, der Wert des &quot;Besserungsscheins&quot; &uuml;bersteige den Kaufpreis in keinem Fall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da in den Gesch&auml;ftsjahren 2007 und 2008 der Besserungsfall eintrat, wurden dem f&uuml;r R bei der GmbH&nbsp;2 gef&uuml;hrten Darlehenskonto zum 31.&nbsp;Dezember 2007 und zum 31.&nbsp;Dezember 2008 Betr&auml;ge von 961.593&nbsp;EUR bzw. 1&nbsp;Mio.&nbsp;EUR gutgeschrieben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) sah in diesen Gutschriften am 31.&nbsp;Dezember 2007 und 31.&nbsp;Dezember 2008 ausgef&uuml;hrte freigebige Zuwendungen der AG an R und setzte demgem&auml;&szlig; gegen ihn auf diese Stichtage Schenkungsteuer von 335.405&nbsp;EUR und 350.000&nbsp;EUR fest. Die Einspr&uuml;che blieben erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage durch das in Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 952 ver&ouml;ffentlichte Urteil nur hinsichtlich der H&ouml;he der Steuerfestsetzung zum 31.&nbsp;Dezember 2007 teilweise statt, indem es die Steuer auf 334.705&nbsp;EUR (35&nbsp;% von 956.300&nbsp;EUR) herabsetzte, und wies die Klage im &Uuml;brigen ab. Das FA habe zu Recht das Vorliegen freigebiger Zuwendungen der AG an R angenommen. Es k&ouml;nne auf sich beruhen, ob der Abschluss des Kaufvertrags vom 15.&nbsp;Dezember 2005 zu einer verdeckten Gewinnaussch&uuml;ttung (vGA) gef&uuml;hrt habe. Selbst wenn dies der Fall sein sollte, w&uuml;rde dies die Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Festsetzung der Schenkungsteuer nicht infrage stellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger Verletzung des &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes (ErbStG). Da der Verkehrswert der von R erworbenen Forderung beim Abschluss des Kaufvertrags vom 15.&nbsp;Dezember 2005 nicht h&ouml;her als 1&nbsp;EUR gewesen sei, stelle der Kaufpreis eine angemessene Gegenleistung dar. Dies schlie&szlig;e das Vorliegen freigebiger Zuwendungen aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen, die Vorentscheidung, die Einspruchsentscheidungen vom 21.&nbsp;Februar 2011 und die Schenkungsteuerbescheide vom 11.&nbsp;Januar 2011 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung, der Einspruchsentscheidungen vom 21.&nbsp;Februar 2011 und der Steuerbescheide vom 11.&nbsp;Januar 2011 (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Unrecht angenommen, die AG habe R am 31.&nbsp;Dezember 2007 und 31.&nbsp;Dezember 2008 etwas freigebig zugewandt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG gilt als Schenkung unter Lebenden jede freigebige Zuwendung unter Lebenden, soweit der Bedachte durch sie auf Kosten des Zuwendenden bereichert wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine freigebige Zuwendung setzt in objektiver Hinsicht voraus, dass die Leistung zu einer Bereicherung des Bedachten auf Kosten des Zuwendenden f&uuml;hrt und die Zuwendung (objektiv) unentgeltlich ist (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 23.&nbsp;November 2011 II&nbsp;R&nbsp;33\/10, BFHE 237, 179, BStBl II 2012, 473, Rz&nbsp;20), und in subjektiver Hinsicht den Willen des Zuwendenden zur Freigebigkeit (BFH-Urteil vom 15.&nbsp;Dezember 2010 II&nbsp;R&nbsp;41\/08, BFHE 232, 210, BStBl II 2011, 363, Rz&nbsp;9).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Eine freigebige Zuwendung liegt auch vor, wenn einer h&ouml;herwertigen Leistung eine Gegenleistung von geringerem Wert gegen&uuml;bersteht und die h&ouml;herwertige Leistung neben Elementen der Freigebigkeit auch Elemente eines Austauschvertrags enth&auml;lt, ohne dass sich die h&ouml;herwertige Leistung in zwei selbst&auml;ndige Leistungen aufteilen l&auml;sst (sog. gemischte Schenkung). &Uuml;ber eine &#8211;teilweise&#8211; Unentgeltlichkeit und die Frage einer Bereicherung ist dabei nach zivilrechtlichen Grunds&auml;tzen zu entscheiden. Bei einer gemischten Schenkung unterliegt der Schenkungsteuer nur der (unselbst&auml;ndige) freigebige Teil der Zuwendung. Dieser Teil ist die Bereicherung i.S. von &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 ErbStG und bestimmt sich nach dem Verh&auml;ltnis des Verkehrswerts der Bereicherung des Bedachten zum Verkehrswert der Leistung des Schenkers (BFH-Urteile in BFHE 232, 210, BStBl II 2011, 363, Rz&nbsp;10, 14, und vom 23.&nbsp;Mai 2012 II&nbsp;R&nbsp;21\/10, BFHE 237, 466, BStBl II 2012, 793, Rz&nbsp;22).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die Ermittlung des Verkehrswerts kommt es dabei auf den Bewertungsstichtag an. Sp&auml;tere Entwicklungen wie etwa das vorzeitige Ableben des Rentenberechtigten, wenn sich der Beschenkte im Rahmen einer gemischten Schenkung zur Zahlung einer Rente verpflichtet hat, k&ouml;nnen dabei abweichend von der Ermittlung des Steuerwerts (vgl. &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;2 des Bewertungsgesetzes) nicht ber&uuml;cksichtigt werden (BFH-Urteil vom 17.&nbsp;Oktober 2001 II&nbsp;R&nbsp;72\/99, BFHE 196, 296, BStBl II 2002, 25).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Diese Voraussetzungen einer gemischten Schenkung sind nach den vom FG getroffenen Feststellungen (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) im Streitfall nicht erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das FG hat nicht festgestellt, dass der Verkehrswert der von R erworbenen Forderung beim Abschluss des Kaufvertrags vom 15.&nbsp;Dezember 2005 h&ouml;her als 1&nbsp;EUR gewesen sei. Der Kaufpreis stellte daher eine angemessene Gegenleistung f&uuml;r den Erwerb der Forderung dar. Die AG hatte demgem&auml;&szlig; auch nicht den f&uuml;r das Vorliegen einer freigebigen Zuwendung erforderlichen Willen zur Freigebigkeit. Dies schlie&szlig;t das Vorliegen einer freigebigen Zuwendung aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dass sp&auml;ter der Besserungsfall eingetreten ist und die Forderung daher werthaltig wurde, ist unerheblich. Dies hatte nicht zur Folge, dass sich der zum Verkehrswert erfolgte Verkauf der Forderung r&uuml;ckwirkend in eine freigebige Zuwendung umwandelte. Der Eintritt des Besserungsfalls hat den f&uuml;r die Besteuerung ma&szlig;gebenden Sachverhalt nicht r&uuml;ckwirkend ver&auml;ndert. Es handelt sich dabei vielmehr um eine sp&auml;tere Entwicklung, die bei der Pr&uuml;fung, ob am Stichtag eine gemischte Schenkung vorliegt, keine Rolle spielt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die am 31.&nbsp;Dezember 2007 und 31.&nbsp;Dezember 2008 vorgenommenen Gutschriften auf dem bei der GmbH&nbsp;2 f&uuml;r R gef&uuml;hrten Darlehenskonto sind auch nicht i.S. von &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG &quot;auf Kosten&quot; der AG erfolgt. Da R nicht nur der Gl&auml;ubiger der gegen die GmbH&nbsp;2 gerichteten Forderung, sondern zugleich &uuml;ber die GmbH&nbsp;3 bereits seit Abschluss des Vertrags vom 20.&nbsp;Dezember 2004 und somit lange vor dem am 15.&nbsp;Dezember 2005 vereinbarten Kauf der Forderung von der AG und auch vor dem Eintritt des Besserungsfalls mittelbar alleiniger Gesellschafter der GmbH&nbsp;2 war, ist der Besserungsfall in seinem Verantwortungs- und Zurechnungsbereich und nicht in jenem der AG eingetreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Aus dem BFH-Urteil vom 21.&nbsp;April 2009 II&nbsp;R&nbsp;57\/07 (BFHE 224, 279, BStBl II 2009, 606) ergibt sich nichts anderes. Nach diesem Urteil ist zwar die Schenkung einer Forderung, hinsichtlich der eine Besserungsabrede getroffen wurde, ausgef&uuml;hrt, sobald der Besserungsfall eingetreten ist. In dem dieser Entscheidung zugrunde liegenden Fall war die Forderung, auf die sich die vereinbarte Besserungsabrede bezog, aber nicht zum Verkehrswert verkauft, sondern von vornherein freigebig zugewandt worden. Dies war die Voraussetzung f&uuml;r die Pr&uuml;fung, wann die dem Grunde nach vorliegende freigebige Zuwendung ausgef&uuml;hrt worden war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der Annahme einer freigebigen Zuwendung der AG an R steht auch entgegen, dass es im Verh&auml;ltnis einer Kapitalgesellschaft zu ihren Gesellschaftern oder zu den Gesellschaftern einer an ihr beteiligten Kapitalgesellschaft neben betrieblich veranlassten Rechtsbeziehungen lediglich offene und verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttungen sowie Kapitalr&uuml;ckzahlungen, aber keine freigebigen Zuwendungen i.S. des &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG gibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gewinnaussch&uuml;ttungen einer Kapitalgesellschaft an ihre Gesellschafter erfolgen nicht freigebig. Sie beruhen vielmehr auf dem Gesellschaftsverh&auml;ltnis, und zwar unabh&auml;ngig davon, ob sie offen oder verdeckt vorgenommen werden, und haben daher jedenfalls im Verh&auml;ltnis zu den Gesellschaftern ausschlie&szlig;lich ertragsteuerrechtliche Folgen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) geh&ouml;ren zu den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen auch vGA. Eine vGA ist gegeben, wenn eine Kapitalgesellschaft ihrem Gesellschafter au&szlig;erhalb der gesellschaftsrechtlichen Gewinnverteilung einen Verm&ouml;gensvorteil zuwendet und diese Zuwendung ihren Anlass oder zumindest ihre Mitveranlassung im Gesellschaftsverh&auml;ltnis hat. Das ist der Fall, wenn ein ordentlicher und gewissenhafter Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer diesen Vorteil einem Nichtgesellschafter nicht zugewendet h&auml;tte (BFH-Urteile vom 13.&nbsp;Dezember 2006 VIII&nbsp;R&nbsp;31\/05, BFHE 216, 214, BStBl II 2007, 393, und vom 27.&nbsp;M&auml;rz 2012 VIII&nbsp;R&nbsp;27\/09, BFH\/NV 2012, 1127, Rz&nbsp;18). Die Zuwendung eines Vorteils an den Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft au&szlig;erhalb der gesellschaftsrechtlichen Gewinnverteilung beruht somit zumindest auch auf dem Gesellschaftsverh&auml;ltnis, wenn sie nicht ausschlie&szlig;lich betrieblich veranlasst ist (BFH-Urteile in BFHE 216, 214, BStBl II 2007, 393, und in BFH\/NV 2012, 1127, Rz&nbsp;18&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die vGA mindern das Einkommen einer Kapitalgesellschaft nicht (&sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes &#8211;KStG&#8211;). Unter einer vGA im Sinne dieser Vorschrift ist eine Verm&ouml;gensminderung oder verhinderte Verm&ouml;gensmehrung zu verstehen, die nicht auf einer offenen Gewinnaussch&uuml;ttung beruht, sich auf den gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 KStG f&uuml;r die Gewinnermittlung ma&szlig;gebenden Unterschiedsbetrag zwischen dem Betriebsverm&ouml;gen am Schluss des Wirtschaftsjahres und dem Betriebsverm&ouml;gen am Schluss des vorangegangenen Wirtschaftsjahres auswirkt und durch das Gesellschaftsverh&auml;ltnis veranlasst oder mitveranlasst ist. Eine Veranlassung durch das Gesellschaftsverh&auml;ltnis hat der BFH f&uuml;r den gr&ouml;&szlig;ten Teil der zu entscheidenden F&auml;lle bejaht, wenn die Kapitalgesellschaft ihrem Gesellschafter einen Verm&ouml;gensvorteil zuwendet, den sie einem Gesellschaftsfremden unter ansonsten vergleichbaren Umst&auml;nden nicht zugewendet h&auml;tte. Ma&szlig;stab f&uuml;r den hiernach anzustellenden Fremdvergleich ist das Handeln eines ordentlichen und gewissenhaften Gesch&auml;ftsleiters, der gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;43 Abs.&nbsp;1 des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschr&auml;nkter Haftung die Sorgfalt eines ordentlichen Gesch&auml;ftsmannes anwendet (BFH-Urteile vom 24.&nbsp;August 2011 I&nbsp;R&nbsp;5\/10, BFH\/NV 2012, 271, Rz&nbsp;27; vom 31.&nbsp;Januar 2012 I&nbsp;R&nbsp;1\/11, BFHE 236, 368, BStBl II 2012, 694, Rz&nbsp;10, und vom 15.&nbsp;Februar 2012 I&nbsp;R&nbsp;19\/11, BFHE 236, 452, Rz&nbsp;16, je m.w.N.). Zudem setzt die Annahme einer vGA voraus, dass die Minderung des Unterschiedsbetrages gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 KStG bei der K&ouml;rperschaft geeignet ist, beim Gesellschafter einen sonstigen Bezug i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG auszul&ouml;sen (BFH-Urteile vom 20.&nbsp;August 2008 I&nbsp;R&nbsp;19\/07, BFHE 222, 494, BStBl II 2011, 60; in BFH\/NV 2012, 271, Rz&nbsp;27, und in BFHE 236, 452, Rz&nbsp;16, je m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Eine vGA besteht in ihrem Wesen darin, dass eine Beurteilung eines Sachverhalts geltend gemacht wird, die diesen nicht als Grundlage einer Gewinnaussch&uuml;ttung erscheinen l&auml;sst, vielmehr eine solche &quot;verdeckt&quot;. Verm&ouml;gensvorteile werden den Gesellschaftern damit in einer Form zugef&uuml;hrt, in der sie nicht als Aussch&uuml;ttung erscheinen, sondern unter anderer Bezeichnung verborgen sind. Entscheidend ist somit, ob Leistungen an den Gesellschafter aus betrieblichen Gr&uuml;nden oder mit R&uuml;cksicht auf das Gesellschaftsverh&auml;ltnis (societatis causa) gew&auml;hrt werden (BFH-Urteil vom 23.&nbsp;Oktober 1985 I&nbsp;R&nbsp;247\/81, BFHE 145, 165, BStBl II 1986, 195).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine vGA kann daher beispielsweise bei einem zwischen der Kapitalgesellschaft und einem Gesellschafter geschlossenen Kaufvertrag vorliegen, n&auml;mlich wenn die Kapitalgesellschaft einen &uuml;berh&ouml;hten Kaufpreis an den Gesellschafter zahlt oder wenn der vom Gesellschafter an die Gesellschaft zu entrichtende Kaufpreis unangemessen niedrig ist (BFH-Urteile vom 17.&nbsp;Oktober 2001 I&nbsp;R&nbsp;103\/00, BFHE 197, 68, BStBl II 2004, 171, und vom 6.&nbsp;April 2005 I&nbsp;R&nbsp;22\/04, BFHE 209, 460, BStBl II 2007, 658; Wassermeyer, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;C&nbsp;60a, 60c; Schallmoser\/Eisgruber\/Janetzko in Herrmann\/ Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;8 KStG Rz&nbsp;265; Bl&uuml;mich\/Stuhrmann, &sect;&nbsp;20 EStG Rz&nbsp;80).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Eine vGA an einen Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft liegt unter den dargelegten allgemeinen Voraussetzungen auch dann vor, wenn die Kapitalgesellschaft den Verm&ouml;gensvorteil unmittelbar einer dem Gesellschafter nahestehenden Person zuwendet (vgl. z.B. BFH-Urteil in BFHE 236, 452, Rz&nbsp;16). Das &quot;Nahestehen&quot; in diesem Sinn kann familienrechtlicher, gesellschaftsrechtlicher, schuldrechtlicher oder auch rein tats&auml;chlicher Art sein (BFH-Urteil vom 19.&nbsp;Juni 2007 VIII&nbsp;R&nbsp;54\/05, BFHE 218, 244, BStBl II 2007, 830). Die Zuwendung eines Vorteils an eine dem Gesellschafter der Kapitalgesellschaft nahestehende Person ist unabh&auml;ngig davon als vGA zu beurteilen, ob auch der Gesellschafter selbst ein verm&ouml;genswertes Interesse an dieser Zuwendung hat, soweit andere Ursachen f&uuml;r die Zuwendung als das Nahestehen des Empf&auml;ngers zu dem Gesellschafter auszuschlie&szlig;en sind (BFH-Urteile in BFHE 218, 244, BStBl II 2007, 830, und vom 7.&nbsp;November 2007 II&nbsp;R&nbsp;28\/06, BFHE 218, 414, BStBl II 2008, 258, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Zuwendung des Verm&ouml;gensvorteils an die dem Gesellschafter der Kapitalgesellschaft nahestehende Person ist im Hinblick auf die Anwendung der Vorschriften &uuml;ber die vGA so zu beurteilen, als h&auml;tte der Gesellschafter selbst den Vorteil erhalten und diesen an die nahestehende Person weitergegeben (BFH-Urteil in BFHE 218, 244, BStBl II 2007, 830, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ee) Ist Gesellschafterin einer Kapitalgesellschaft eine andere Kapitalgesellschaft, so stehen dieser deren Gesellschafter nahe. Leistungen, die eine Kapitalgesellschaft unmittelbar an einen Gesellschafter ihres eigenen Gesellschafters (mittelbarer Gesellschafter) erbringt, k&ouml;nnen daher vGA sein (BFH-Urteil in BFH\/NV 2012, 271, Rz&nbsp;27). In einem solchen Fall ist der normale Weg der Gewinnaussch&uuml;ttung der Beteiligungsgesellschaft an die Muttergesellschaft und der Muttergesellschaft an ihren Gesellschafter abgek&uuml;rzt. Es liegt dann eine vGA der Beteiligungsgesellschaft an die Muttergesellschaft und eine vGA der Muttergesellschaft an ihren Gesellschafter vor (vgl. BFH-Urteil in BFHE 145, 165, BStBl II 1986, 195, unter B.II.4.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ff) Entgegen der Ansicht des FG kann die Gew&auml;hrung eines unangemessenen Verm&ouml;gensvorteils durch eine Kapitalgesellschaft an einen ihrer Gesellschafter oder an einen Gesellschafter einer an ihr beteiligten Kapitalgesellschaft nur unter dem ertragsteuerrechtlichen Gesichtspunkt einer vGA gew&uuml;rdigt, nicht aber zus&auml;tzlich als freigebige Zuwendung i.S. des &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG angesehen werden. Durch die Gew&auml;hrung eines solchen Verm&ouml;gensvorteils wird der f&uuml;r offene Aussch&uuml;ttungen zur Verf&uuml;gung stehende Gewinn der Kapitalgesellschaft gemindert. Die sich durch die Gewinnminderung ergebenden Folgen werden auf der Seite der Kapitalgesellschaft durch &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 KStG und auf der Seite des einkommensteuerpflichtigen Gesellschafters durch &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG geregelt. Die vGA werden ertragsteuerrechtlich somit im Ergebnis wie offene Gewinnaussch&uuml;ttungen behandelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Damit lie&szlig;e es sich nicht vereinbaren, wenn eine vGA anders als eine offene Gewinnaussch&uuml;ttung zugleich als freigebige Zuwendung der Kapitalgesellschaft an ihren Gesellschafter oder an einen Gesellschafter einer an ihr beteiligten Kapitalgesellschaft angesehen w&uuml;rde (Meincke, Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz, Kommentar, 16.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;7 Rz&nbsp;74; G&ouml;tz in Wilms\/Jochum, Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz, &sect;&nbsp;7 Rz&nbsp;45; Albrecht, Zeitschrift f&uuml;r die Steuer- und Erbrechtspraxis 2003, 141, 148; Crezelius, Zeitschrift f&uuml;r Erbrecht und Verm&ouml;gensnachfolge &#8211;ZEV&#8211; 2008, 268, 273; derselbe, ZEV 2011, 393, 396&nbsp;f.; Viskorf, ZEV 2012, 442, 446; W&auml;lzholz, ZEV 2008, 273, 276; vgl. dazu bereits Urteil des Reichsfinanzhofs vom 21.&nbsp;Januar 1943 III&nbsp;e&nbsp;38\/41, RStBl 1943, 589; a.A. Hartmann in G&uuml;rsching\/Stenger, Bewertungsrecht, &sect;&nbsp;7 ErbStG Rz&nbsp;103.2).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es spielt dabei entgegen der Auffassung der Finanzverwaltung (gleich lautende Erlasse der obersten Finanzbeh&ouml;rden der L&auml;nder vom 14.&nbsp;M&auml;rz 2012, BStBl I 2012, 331, Abschn.&nbsp;2.6.2) und einer in der Literatur vertretenen Ansicht (Gebel in Troll\/ Gebel\/J&uuml;licher, ErbStG, &sect;&nbsp;7 Rz&nbsp;191&nbsp;f.; Weinmann in Moench\/ Weinmann, &sect;&nbsp;7 ErbStG Rz&nbsp;190) keine Rolle, ob alle Gesellschafter der Kapitalgesellschaft vGA in gleicher H&ouml;he erhalten. Auch wenn dies nicht der Fall ist und beispielsweise nur ein Gesellschafter eine &uuml;berh&ouml;hte Verg&uuml;tung erh&auml;lt, f&uuml;hrt das &uuml;ber die gesellschaftsrechtliche Beteiligungsquote hinaus Verteilte nicht zu einer freigebigen Zuwendung der Kapitalgesellschaft an den Gesellschafter. Vielmehr unterliegt die Zahlung des unangemessenen Teils der Verg&uuml;tung als vGA der Einkommensteuer, da sie durch das Gesellschaftsverh&auml;ltnis veranlasst ist (Geck in Kapp\/Ebeling, &sect;&nbsp;7 ErbStG, Rz&nbsp;219&nbsp;f.; Kamps, Die Steuerberatung 2006, 107, 113&nbsp;ff.). Dies schlie&szlig;t das Vorliegen einer freigebigen Zuwendung der Kapitalgesellschaft an den Gesellschafter aus. F&uuml;r vGA kann insoweit nichts anderes gelten wie f&uuml;r Verm&ouml;gens&uuml;bertragungen von einem Gesellschafter auf eine Kapitalgesellschaft, die als gesellschaftsrechtliche Vorg&auml;nge nicht als freigebige Zuwendungen an die Gesellschaft zu beurteilen sind (BFH-Urteil vom 17.&nbsp;Oktober 2007 II&nbsp;R&nbsp;63\/05, BFHE 218, 429, BStBl II 2008, 381; Viskorf, ZEV 2012, 442, 446).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>gg) Ob es F&auml;lle gibt, in denen ein und derselbe Lebenssachverhalt tatbestandlich sowohl der Einkommen- als auch der Schenkungsteuer unterf&auml;llt, und in welchem Verh&auml;ltnis die beiden Steuerarten in solchen F&auml;llen stehen (vgl. dazu BFH-Beschluss vom 12.&nbsp;September 2011 VIII&nbsp;B&nbsp;70\/09, BFH\/NV 2012, 229, Rz&nbsp;19; Fischer, in Fischer\/J&uuml;ptner\/Pahlke\/Wachter, ErbStG, 4.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;7 Rz&nbsp;131), kann im Streitfall auf sich beruhen; denn sowohl offene als auch verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttungen einer Kapitalgesellschaft an ihre Gesellschafter oder an die Gesellschafter einer an ihr beteiligten Kapitalgesellschaft sind tatbestandlich, wie dargelegt, keine freigebigen Zuwendungen i.S. des &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Annahme einer freigebigen Zuwendung der AG an R steht somit auch entgegen, dass dieser &uuml;ber die GmbH&nbsp;1 mittelbarer Gesellschafter der AG war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Da das FG von einer anderen Ansicht ausgegangen ist, war die Vorentscheidung aufzuheben. Die Sache ist spruchreif. Die angefochtenen Schenkungsteuerbescheide und die Einspruchsentscheidungen sind ebenfalls aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.1.2013, II R 6\/12 Eintritt des Besserungsfalls nach Verkauf eines &quot;Besserungsscheins&quot; zum Verkehrswert ohne schenkungsteuerrechtliche Bedeutung; Verh&auml;ltnis von vGA und Schenkungsteuer Leits&auml;tze 1. Tritt nach dem Verkauf einer Forderung mit Besserungsschein zum Verkehrswert der Besserungsfall ein, verwandelt sich der Verkauf nicht in eine freigebige Zuwendung. 2. Im Verh&auml;ltnis einer Kapitalgesellschaft zu ihren &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-6-12-eintritt-des-besserungsfalls-nach-verkauf-eines-besserungsscheins-zum-verkehrswert-ohne-schenkungsteuerrechtliche-bedeutung-verhaeltnis-von-vga-und-schenkungsteuer\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;6\/12 &#8211; Eintritt des Besserungsfalls nach Verkauf eines &quot;Besserungsscheins&quot; zum Verkehrswert ohne schenkungsteuerrechtliche Bedeutung; Verh&auml;ltnis von vGA und Schenkungsteuer<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-35186","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35186","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=35186"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35186\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=35186"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=35186"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=35186"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}