{"id":35190,"date":"2013-04-11T09:52:03","date_gmt":"2013-04-11T07:52:03","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=35190"},"modified":"2013-04-11T09:52:03","modified_gmt":"2013-04-11T07:52:03","slug":"v-r-22-12-anforderungen-an-berufsqualifikation-bei-heilbehandlungen-erbringung-steuerfreier-heilbehandlungsleistungen-durch-einen-podologen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-22-12-anforderungen-an-berufsqualifikation-bei-heilbehandlungen-erbringung-steuerfreier-heilbehandlungsleistungen-durch-einen-podologen\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;22\/12 &#8211; Anforderungen an Berufsqualifikation bei Heilbehandlungen &#8211; Erbringung steuerfreier Heilbehandlungsleistungen durch einen Podologen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 7.2.2013, V R 22\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Anforderungen an Berufsqualifikation bei Heilbehandlungen &#8211; Erbringung steuerfreier Heilbehandlungsleistungen durch einen Podologen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Ein Podologe verf&uuml;gt im Regelfall bereits dann &uuml;ber die erforderliche Berufsqualifikation zur Erbringung steuerfreier Heilbehandlungsleistungen gem&auml;&szlig; &sect; 4 Nr. 14 Buchst. a UStG, wenn er die staatliche Pr&uuml;fung zum Podologen (&sect; 4 PodG) mit Erfolg abgelegt hat.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) ist eine zum 1.&nbsp;Januar 2010 gegr&uuml;ndete Gesellschaft b&uuml;rgerlichen Rechts (GbR), an der Herr A und Frau B jeweils h&auml;lftig beteiligt waren. Die Kl&auml;gerin betrieb eine mobile podologische Praxis. A ist ausgebildeter Podologe und hatte am 2.&nbsp;November 2009 die Pr&uuml;fung nach &sect;&nbsp;4 des Podologengesetzes (PodG) bestanden. Die Erlaubnis zur F&uuml;hrung der Berufsbezeichnung Podologe wurde A erst am 10.&nbsp;Januar 2011 erteilt. B ist medizinische Fu&szlig;pflegerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin ging davon aus, dass sie steuerfreie Ums&auml;tze ausf&uuml;hre, da die podologische Berufsausbildung des A dazu berechtige, im Rahmen der GbR auch f&uuml;r die von B durchgef&uuml;hrten Behandlungen die Steuerfreiheit nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 des Umsatzsteuergesetzes 2005 (UStG) in Anspruch zu nehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an eine Umsatzsteuer-Sonderpr&uuml;fung ging der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) davon aus, dass alle Leistungen der Kl&auml;gerin steuerpflichtig seien. A habe im Jahr 2010 noch nicht &uuml;ber die zur F&uuml;hrung der Berufsbezeichnung berechtigende Erlaubnis verf&uuml;gt, die ihm erst am 10.&nbsp;Januar 2011 erteilt worden sei. B fehle als medizinische Fu&szlig;pflegerin die erforderliche Berufsqualifikation. Das FA erlie&szlig; entsprechend ge&auml;nderte Umsatzsteuer-Vorauszahlungsbescheide 2010.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen legte die Kl&auml;gerin Einspruch ein, den sie im Einspruchsverfahren nur f&uuml;r den Voranmeldungszeitraum Dezember 2010 aufrechterhielt. Sie ging in &Uuml;bereinstimmung mit dem FA davon aus, dass ihr Gesellschafter, Herr A, 75&nbsp;% der Ums&auml;tze ausgef&uuml;hrt habe und machte geltend, dass ihre Leistungen in diesem Umfang steuerfrei seien. Mit Einspruchsentscheidung vom 30.&nbsp;Juni 2011 wies das FA den Einspruch als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage statt. Nach seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 1789 ver&ouml;ffentlichten Urteil ist die erforderliche Berufsqualifikation bereits mit erfolgreicher Ablegung der staatlichen Pr&uuml;fung zum Podologen nach &sect;&nbsp;4 Satz&nbsp;2 PodG gegeben. Die Erlaubnis (&sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 PodG) sei f&uuml;r die Steuerfreiheit nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 UStG nicht ma&szlig;geblich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich das FA mit der Revision. F&uuml;r die steuerrechtliche Qualifizierung komme es auf die fachgerechte Berufsaus&uuml;bung und damit auf die Berechtigung zur F&uuml;hrung der jeweiligen Berufsbezeichnung an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend des Revisionsverfahrens erging am 4.&nbsp;September 2012 der Umsatzsteuerjahresbescheid 2010. Die Beteiligten haben mitgeteilt, dass sich der Streitstoff nicht ver&auml;ndert und sich lediglich der Streitwert erh&ouml;ht habe und nunmehr &#8230;&nbsp;EUR betrage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/><\/br>das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/><\/br>den Umsatzsteuerbescheid 2010 vom 4.&nbsp;September 2012 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Umsatzsteuer um &#8230;&nbsp;EUR herabgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist aus anderen als den geltend gemachten Gr&uuml;nden begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das angefochtene Urteil ist aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden aufzuheben, da sich w&auml;hrend des Revisionsverfahrens der Verfahrensgegenstand, &uuml;ber dessen Rechtm&auml;&szlig;igkeit das FG zu entscheiden hatte, ge&auml;ndert hat (&sect;&nbsp;127 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat &uuml;ber den Umsatzsteuer-Vorauszahlungsbescheid Dezember 2010 vom 14.&nbsp;April 2011 entschieden. An dessen Stelle ist w&auml;hrend des Revisionsverfahrens der Umsatzsteuerjahresbescheid f&uuml;r 2010 vom 4.&nbsp;September 2012 getreten, der nach &sect;&nbsp;68 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;121 Satz&nbsp;1 FGO Gegenstand des Verfahrens geworden ist (vgl. z.B. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 4.&nbsp;November 1999 V&nbsp;R&nbsp;35\/98, BFHE 190, 67, BStBl II&nbsp;2000, 454). Das angefochtene Urteil ist daher gegenstandslos geworden und aufzuheben (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Urteile vom 17.&nbsp;Januar 2008 VI&nbsp;R&nbsp;44\/07, BFHE 220, 269, BStBl II 2011, 21; vom 10.&nbsp;November 2010 XI&nbsp;R&nbsp;79\/07, BFHE 231, 373, BStBl II 2011, 311).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die nicht spruchreife Sache wird zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckverwiesen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO). Zwar hat das FG zu Recht entschieden, dass der Gesellschafter der Kl&auml;gerin, Herr A, im Streitjahr &uuml;ber die erforderliche Berufsqualifikation verf&uuml;gte. Das FG hat aber keine Feststellungen zum Vorliegen einer Heilbehandlung getroffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 UStG sind steuerfrei die &quot;Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin, die im Rahmen der Aus&uuml;bung der T&auml;tigkeit als Arzt, Zahnarzt, Heilpraktiker, Physiotherapeut, Hebamme oder einer &auml;hnlichen heilberuflichen T&auml;tigkeit durchgef&uuml;hrt werden&quot;. Diese Vorschrift beruht auf Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (MwStSystRL), nach der &quot;Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin, die im Rahmen der Aus&uuml;bung der von dem betreffenden Mitgliedstaat definierten &auml;rztlichen und arzt&auml;hnlichen Berufe erbracht werden&quot;, steuerfrei sind. &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 UStG ist nach st&auml;ndiger BFH-Rechtsprechung entsprechend dieser Bestimmung auszulegen (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 30.&nbsp;April 2009 V&nbsp;R&nbsp;6\/07, BFHE 225, 248, BStBl II 2009, 679, unter II.1., und vom 2.&nbsp;September 2010 V&nbsp;R&nbsp;47\/09, BFHE 231, 326, BStBl II 2011, 195, unter II.1. zur gleichlautenden Bestimmung des Art.&nbsp;13 Teil&nbsp;A Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c der Sechsten Richtlinie des Rates vom 17.&nbsp;Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern 77\/388\/EWG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin sind nach Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c MwStSystRL nur steuerfrei, wenn sie von Personen erbracht werden, die die hierf&uuml;r erforderlichen &quot;beruflichen Bef&auml;higungsnachweise&quot; (Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union &#8211;EuGH&#8211; vom 10.&nbsp;September 2002 C-141\/00, K&uuml;gler, Slg. 2002, I-6833, BFH\/NV 2003, 30, Beilage&nbsp;1 Rdnr.&nbsp;27) und damit die erforderlichen &quot;beruflichen Qualifikationen&quot; besitzen, damit die Heilbehandlungen unter Ber&uuml;cksichtigung der beruflichen Ausbildung der Behandelnden eine ausreichende Qualit&auml;t aufweisen (EuGH-Urteil vom 27.&nbsp;April 2006 C-443\/04 und C-444\/04, Solleveld u.a., Slg. 2006, I-3617, BFH\/NV 2006, 299, Beilage&nbsp;3 Rdnr.&nbsp;37; BFH-Urteil in BFHE 231, 326, BStBl II 2011, 195, unter II.2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch f&uuml;r die Steuerfreiheit nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 UStG kommt es unter Ber&uuml;cksichtigung von Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c MwStSystRL darauf an, dass eine Heilbehandlung im Bereich der Humanmedizin durch einen Unternehmer erbracht wird, der &uuml;ber einen beruflichen Bef&auml;higungsnachweis und damit &uuml;ber die f&uuml;r die Leistungserbringung erforderliche Berufsqualifikation verf&uuml;gt. Der Nachweis dieser Qualifikation kann sich nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Senats z.B. aus berufsrechtlichen Regelungen ergeben (vgl. z.B. BFH-Urteile in BFHE 225, 248, BStBl II 2009, 679, unter II.1.b, und vom 1.&nbsp;Dezember 2011 V&nbsp;R&nbsp;58\/09, BFH\/NV 2012, 1186, unter II.1.c).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall hat das FG zu Recht entschieden, dass der Gesellschafter der Kl&auml;gerin &uuml;ber die f&uuml;r die Steuerfreiheit nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 UStG erforderliche Berufsqualifikation verf&uuml;gte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Bei der Beurteilung, ob bereits die erfolgreiche Ablegung der staatlichen Pr&uuml;fung zum Podologen nach &sect;&nbsp;4 Satz&nbsp;2 PodG oder erst die Erlaubnis zur F&uuml;hrung der Berufsbezeichnung als Podologe nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 PodG i.V.m. &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 PodG zum Erwerb der f&uuml;r die Steuerfreiheit erforderlichen Berufsqualifikation f&uuml;hrt, ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass es der Grundsatz der steuerlichen Neutralit&auml;t verbietet, gleichartige und deshalb miteinander in Wettbewerb stehende Dienstleistungen hinsichtlich der Mehrwertsteuer unterschiedlich zu behandeln. Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin sind dabei aber nur insoweit gleichartig, als sie f&uuml;r die Behandelten eine gleichwertige Qualit&auml;t aufweisen (EuGH-Urteil Solleveld u.a. in Slg. 2006, I-3617, BFH\/NV 2006, 299, Beilage&nbsp;3 Rdnrn.&nbsp;40&nbsp;f.). F&uuml;r die erforderliche Qualifikation kann dabei z.B. die T&auml;tigkeit in einem rechtlichen Rahmen, unter der Kontrolle eines Medizinischen Dienstes und gem&auml;&szlig; spezifisch festgelegter Bedingungen sprechen, deren Einhaltung durch die Eintragung in ein hierf&uuml;r vorgesehenes Register bescheinigt wird (EuGH-Urteil Solleveld u.a. in Slg. 2006, I-3617, BFH\/NV 2006, 299, Beilage&nbsp;3 Rdnr.&nbsp;46; BFH-Urteile in BFHE 231, 326, BStBl II 2011, 195, unter II.2., und in BFH\/NV 2012, 1186, unter II.1.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Danach hat das FG nach den Verh&auml;ltnissen des Streitfalls zu Recht entschieden, dass bereits die erfolgreiche Ablegung der staatlichen Pr&uuml;fung nach &sect;&nbsp;4 Satz&nbsp;2 PodG im Regelfall zu der erforderlichen Berufsqualifikation f&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bereits mit der erfolgreichen Ablegung der Pr&uuml;fung wird im Regelfall eine dem Podologen qualitativ gleichwertige T&auml;tigkeit ausge&uuml;bt. Hierf&uuml;r spricht insbesondere, dass das PodG die Erbringung fu&szlig;pflegerischer Leistungen nicht unter einen Genehmigungsvorbehalt stellt. Der Erlaubnisvorbehalt nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 PodG bezieht sich, wie das FG zutreffend entschieden hat, vielmehr nur auf das F&uuml;hren einer Berufsbezeichnung. Verboten ist danach nur das F&uuml;hren einer durch das PodG gesch&uuml;tzten Berufsbezeichnung ohne entsprechende Erlaubnis, nicht aber die Leistungserbringung als solche (Urteil des Bundessozialgerichts vom 7.&nbsp;Oktober 2010 B&nbsp;3&nbsp;KR&nbsp;12\/09&nbsp;R, SozR&nbsp;4-2500 &sect;&nbsp;124 Nr.&nbsp;2, unter 2.e). Der Erlaubnis nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 PodG kommt daher nicht die Bedeutung zu, das Erbringen bestimmter Leistungen den Titelf&uuml;hrungsberechtigten vorzubehalten. Der Erlaubnis schlie&szlig;t sich auch kein gesondertes &Uuml;berwachungsverfahren nach dem PodG an, durch das sichergestellt wird, dass die Qualit&auml;t der Leistung sichergestellt ist. Unter Ber&uuml;cksichtigung der EuGH-Rechtsprechung zum Grundsatz der steuerlichen Neutralit&auml;t, der es verbietet, gleichartige und deshalb miteinander in Wettbewerb stehende Dienstleistungen hinsichtlich der Mehrwertsteuer unterschiedlich zu behandeln, ist daher davon auszugehen, dass die Leistungen eines Unternehmers, der die in &sect;&nbsp;4 PodG vorgesehene staatliche Pr&uuml;fung bestanden hat, gleichartig zu den Leistungen sind, die ein Unternehmer erbringt, der nicht nur diese Pr&uuml;fung bestanden hat, sondern dar&uuml;ber hinaus auf seinen Antrag auch die Erlaubnis erhalten hat, die Berufsbezeichnung Podologe zu f&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) F&uuml;r seine gegenteilige Auffassung kann sich das FA nicht auf das von ihm in Bezug genommene BFH-Urteil vom 7.&nbsp;Juli 1976 I&nbsp;R&nbsp;218\/74 (BFHE 119, 274, BStBl II 1976, 621) berufen. Danach &uuml;bt ein medizinischer Fu&szlig;pfleger keinen dem Beruf des Heilpraktikers oder des Krankengymnasten &auml;hnlichen Beruf i.S. des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes aus. Auf die einkommensteuerrechtliche Beurteilung kommt es indes im Hinblick auf die gebotene richtlinienkonforme Auslegung (s. oben II.2.) nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) F&uuml;r die Steuerfreiheit der f&uuml;r die Kl&auml;gerin durch Herrn&nbsp;A ausgef&uuml;hrten Leistungen reichte es im &Uuml;brigen aus, dass ihr Gesellschafter (Herr&nbsp;A) &uuml;ber die erforderliche Berufsqualifikation verf&uuml;gte (vgl. BFH-Urteil vom 26.&nbsp;September 2007 V&nbsp;R&nbsp;54\/05, BFHE 219, 241, BStBl II 2008, 262, Leits&auml;tze&nbsp;1 und 2).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Sache ist nicht spruchreif. Der Senat kann nicht selbst entscheiden, da das FG keine Feststellungen zur Frage getroffen hat, ob und inwieweit die Leistungen der Kl&auml;gerin als Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin anzusehen sind. Hieran w&uuml;rde es z.B. f&uuml;r Leistungen auf vorwiegend kosmetischem Gebiet fehlen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 7.2.2013, V R 22\/12 Anforderungen an Berufsqualifikation bei Heilbehandlungen &#8211; Erbringung steuerfreier Heilbehandlungsleistungen durch einen Podologen Leits&auml;tze Ein Podologe verf&uuml;gt im Regelfall bereits dann &uuml;ber die erforderliche Berufsqualifikation zur Erbringung steuerfreier Heilbehandlungsleistungen gem&auml;&szlig; &sect; 4 Nr. 14 Buchst. a UStG, wenn er die staatliche Pr&uuml;fung zum Podologen (&sect; 4 PodG) mit Erfolg &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-22-12-anforderungen-an-berufsqualifikation-bei-heilbehandlungen-erbringung-steuerfreier-heilbehandlungsleistungen-durch-einen-podologen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;22\/12 &#8211; Anforderungen an Berufsqualifikation bei Heilbehandlungen &#8211; Erbringung steuerfreier Heilbehandlungsleistungen durch einen Podologen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-35190","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35190","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=35190"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35190\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=35190"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=35190"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=35190"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}