{"id":35191,"date":"2013-04-11T09:54:20","date_gmt":"2013-04-11T07:54:20","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=35191"},"modified":"2013-04-11T09:54:20","modified_gmt":"2013-04-11T07:54:20","slug":"vii-r-37-11-zolltarif-einreihung-sogenannter-silikonventile","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-37-11-zolltarif-einreihung-sogenannter-silikonventile\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;37\/11 &#8211; Zolltarif: Einreihung sogenannter Silikonventile"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 5.2.2013, VII R 37\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Zolltarif: Einreihung sogenannter Silikonventile<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) f&uuml;hrte in den Jahren 2005 und 2006 &uuml;ber verschiedene Hauptzoll&auml;mter Flaschenverschl&uuml;sse aus Kunststoff in das Zollgebiet der Union ein, die in den von ihren Vertretern abgegebenen Zollanmeldungen in unterschiedlicher Weise, jedoch zumeist als Silikonventile der Unterpos. 8481&nbsp;80&nbsp;79 (Zollsatz 2,2&nbsp;%) der Kombinierten Nomenklatur (KN) bezeichnet und antragsgem&auml;&szlig; abgefertigt wurden. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei diesen Waren handelt es sich um runde, hutf&ouml;rmige, mit einem zentrisch angebrachten kreuzweisen Einschnitt versehene Verschl&uuml;sse aus Kunststoff verschiedener Gr&ouml;&szlig;en, die in &Ouml;ffnungen von Kunststoffbeh&auml;ltern (z.B. Kunststoffflaschen wie Seifen- oder Duschmittelspender) eingesetzt werden. Diese sog. Silikonventile verschlie&szlig;en das jeweilige Kunststoffbeh&auml;ltnis praktisch luft- und wasserdicht. Der zentrisch angebrachte Kreuzschlitz w&ouml;lbt sich nach au&szlig;en und &ouml;ffnet den Verschluss, sobald das Kunststoffbeh&auml;ltnis mit Handkraft zusammengedr&uuml;ckt wird, und gibt dadurch einen entsprechenden Teil des Gef&auml;&szlig;inhalts nach au&szlig;en ab, verschlie&szlig;t das Beh&auml;ltnis aber wieder, wenn kein Druck auf das Beh&auml;ltnis mehr ausge&uuml;bt wird. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit bei fr&uuml;heren Einfuhren abweichende Bezeichnungen bzw. Unterpositionen der KN angegeben worden waren, wurden Warenproben von Zolltechnischen Pr&uuml;fungs- und Lehranstalten (ZPLA) untersucht und eingereiht. So hatten die ZPLA X und die ZPLA Y in Einreihungsgutachten vom 30.&nbsp;Juli 2004 bzw. 4.&nbsp;Januar 2007 die streitigen Waren als &quot;Armatur (Ventil aus Kunststoff f&uuml;r Beh&auml;lter), nicht f&uuml;r Luftfahrzeuge&quot; bzw. als &quot;Armatur, keine Sanit&auml;rarmatur, nicht f&uuml;r Heizk&ouml;rper oder Reifen, kein Regelventil, Ventil aus Kunststoff, nicht f&uuml;r Luftfahrzeuge&quot; in die Unterpos. 8481&nbsp;80&nbsp;79 KN eingereiht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach einer Au&szlig;enpr&uuml;fung vertrat der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) die Ansicht, die streitigen Waren seien &quot;Andere Waren aus Kunststoffen&quot; der Unterpos. 3926&nbsp;90&nbsp;99 KN 2005 bzw. der Unterpos. 3926&nbsp;90&nbsp;98 KN 2006 (Zollsatz 6,5&nbsp;%) und erhob mit Einfuhrabgabenbescheid Zoll gem&auml;&szlig; dem h&ouml;heren Zollsatz nach. Diese Einreihungsauffassung teilte die ZPLA X in Einreihungsgutachten vom 12.&nbsp;Februar 2008 bzw. in einer Stellungnahme vom 25.&nbsp;Juli 2008.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf die nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage hob das Finanzgericht (FG) den angefochtenen Abgabenbescheid zum &uuml;berwiegenden Teil auf. Zwar seien die eingef&uuml;hrten Silikonventile Waren der Unterpos. 3926&nbsp;90&nbsp;99 KN 2005 bzw. der Unterpos. 3926&nbsp;90&nbsp;98 KN 2006. Der Nacherhebung des Zolls nach dem h&ouml;heren Zollsatz stehe jedoch Art.&nbsp;220 Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b des Zollkodex entgegen. Die unzutreffende Abgabenerhebung beruhe auf einem Irrtum der ZPLA X, die mit ihrem Einreihungsgutachten vom 30.&nbsp;Juli 2004 die eingef&uuml;hrten Silikonventile als Waren der Unterpos. 8481&nbsp;80&nbsp;79 KN angesehen habe. Die Kl&auml;gerin sei gutgl&auml;ubig gewesen und habe diesen Irrtum nicht erkennen k&ouml;nnen. Lediglich soweit in den vom Abgabenbescheid betroffenen Zollanmeldungen von dem genannten Einreihungsgutachten abgewichen und andere Warenbezeichnungen verwendet worden seien, sei Vertrauensschutz nicht zu gew&auml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision macht das HZA geltend, die streitigen Waren seien zolltariflich als Waren aus Kunststoffen anzusehen, jedoch (anders als vom FG und fr&uuml;her auch vom HZA vertreten) als Verschl&uuml;sse aus Kunststoffen richtigerweise in die Unterpos. 3923&nbsp;50 KN (Zollsatz ebenfalls 6,5&nbsp;%) einzureihen. Vertrauensschutz sei nicht zu gew&auml;hren, denn die unterbliebene Abgabenerhebung beruhe nicht auf einem sog. aktiven Irrtum der Zollbeh&ouml;rde, weil die Einfuhrwaren wie angemeldet abgefertigt worden seien. Soweit man wegen des fr&uuml;heren Einreihungsgutachtens der ZPLA X vom 30.&nbsp;Juli 2004 einen aktiven Irrtum annehmen wollte, k&ouml;nne Vertrauensschutz nur hinsichtlich der vom HZA X abgefertigten Einfuhrsendungen geltend gemacht werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das HZA beantragt, die Vorentscheidung dahin zu &auml;ndern, dass die Klage in vollem Umfang abgewiesen wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des HZA ist zul&auml;ssig, jedoch unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat den angefochtenen Einfuhrabgabenbescheid im Ergebnis zu Recht aufgehoben, soweit hinsichtlich der im FG-Urteil aufgef&uuml;hrten Positionen dieses Bescheids Abgaben in H&ouml;he von &#8230; EUR nacherhoben worden sind. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach den Feststellungen des FG und der vom HZA vorgelegten Aufstellung der streitigen Einfuhren beruht dieser vom HZA nachgeforderte Abgabenbetrag auf der von den Zollanmeldungen abweichenden zolltariflichen Einreihung der Einfuhrwaren durch das HZA, der zufolge diese nicht &#8211;wie angemeldet&#8211; als Waren der Unterpos.&nbsp;8481&nbsp;80&nbsp;79 KN (Zollsatz 2,2&nbsp;%), sondern als andere Waren aus Kunststoffen der Unterpos.&nbsp;3926&nbsp;90&nbsp;99 bzw. 3926&nbsp;90&nbsp;98 KN (Zollsatz 6,5&nbsp;%) anzusehen sind. Insoweit ist der angefochtene Einfuhrabgabenbescheid jedoch rechtswidrig und verletzt die Kl&auml;gerin in ihren Rechten (&sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO), weil die eingef&uuml;hrten Silikonventile zu Recht als Waren der Pos. 8481 KN mit einem Zollsatz von 2,2&nbsp;% abgefertigt worden sind. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Pos. 8481 KN geh&ouml;ren Armaturen und &auml;hnliche Apparate f&uuml;r Rohr- oder Schlauchleitungen, Dampfkessel, Sammelbeh&auml;lter, Wannen oder &auml;hnliche Beh&auml;lter, einschlie&szlig;lich Druckminderventile und thermostatisch gesteuerte Ventile. Nach den Erl&auml;uterungen zum Harmonisierten System (ErlHS), die nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union sowie des erkennenden Senats zwar nicht bindende, jedoch wichtige und bei der tariflichen Einreihung zu ber&uuml;cksichtigende Hilfsmittel sind, um eine einheitliche Anwendung des Zolltarifs zu gew&auml;hrleisten, sind Armaturen und &auml;hnliche Apparate im Sinne dieser Tarifposition Organe, die an Rohr- oder Schlauchleitungen oder Beh&auml;ltern angebracht werden, um mithilfe eines Verschlusses, der je nach seiner Stellung einen Durchgang &ouml;ffnet oder verschlie&szlig;t, den Durch-, Zu- oder Abfluss str&ouml;mender Medien (Fl&uuml;ssigkeiten, Gase, D&auml;mpfe, dickfl&uuml;ssige Stoffe) zu regeln (ErlHS zur Pos. 8481 Rz&nbsp;01.0, 02.0). Sofern diese Voraussetzungen erf&uuml;llt sind, k&ouml;nnen Armaturen und &auml;hnliche Apparate aus Stoffen jeder Art (ausgenommen vulkanisierter Weichkautschuk, keramische Stoffe oder Glas) bestehen und verbleiben grunds&auml;tzlich in der Pos. 8481 KN ohne R&uuml;cksicht auf ihren Verwendungszweck (ErlHS zur Pos. 8481 Rz&nbsp;06.0, 08.1).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die streitige Ware erf&uuml;llt diese Voraussetzungen. Sie wird an &Ouml;ffnungen von Beh&auml;ltern angebracht, welche Fl&uuml;ssigkeiten oder dickfl&uuml;ssige Stoffe enthalten, und ist aufgrund ihrer besonderen Beschaffenheit in der Lage, die &Ouml;ffnung dieser Beh&auml;lter zu verschlie&szlig;en oder freizugeben und auf diese Weise den Abfluss des jeweiligen Inhalts des Beh&auml;ltnisses zu regeln. Dem Einwand der Revision, das Herausdr&uuml;cken des Beh&auml;lterinhalts k&ouml;nne nicht als Regelung eines str&ouml;menden Mediums angesehen werden, ist nicht zu folgen. Obwohl der Druck in dem Kunststoffbeh&auml;ltnis durch Handkraft erh&ouml;ht wird, ist es gleichwohl das auf dem Beh&auml;ltnis angebrachte Silikonventil, das aufgrund seiner besonderen Beschaffenheit auf den erh&ouml;hten Druck im Beh&auml;ltnis reagiert und durch sein kurzzeitiges &Ouml;ffnen und Schlie&szlig;en das Herausstr&ouml;men des Beh&auml;lterinhalts regelt. Insoweit weisen die streitigen Silikonventile dieselbe Funktionsweise auf wie die von der Pos.&nbsp;8481 KN erfassten Druckventile. Dass sie im Gegensatz zu diesen nicht verwendet werden, um einen &Uuml;berdruck im Beh&auml;ltnis zu vermeiden, sondern um einen Teil seines Inhalts austreten zu lassen, ist unerheblich, da es zolltariflich grunds&auml;tzlich nur auf die Beschaffenheitsmerkmale einer Ware und nicht auf ihren Verwendungszweck ankommt. Die Funktionsweise, n&auml;mlich das &Ouml;ffnen des Verschlusses bei Erreichen eines bestimmten Drucks im Beh&auml;lter und das darauf folgende Verschlie&szlig;en des Beh&auml;lters, sobald der Druck nachl&auml;sst, bleibt in jedem Fall dieselbe. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unerheblich ist es auch, dass das &Ouml;ffnen des streitigen Silikonventils durch das Zusammendr&uuml;cken des Kunststoffbeh&auml;ltnisses ausgel&ouml;st wird. In den ErlHS zur Pos. 8481 Rz&nbsp;02.0 ist eine Vielzahl verschiedener Bet&auml;tigungsm&ouml;glichkeiten von Armaturen und Ventilen beispielhaft aufgez&auml;hlt. Dass eine bestimmte Art der Bet&auml;tigung eines der Regelung str&ouml;mender Medien dienenden Erzeugnisses seiner Einreihung in die Pos.&nbsp;8481 KN entgegensteht, ist nicht erkennbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anders als die ZPLA X mit ihrem Einreihungsgutachten vom 12.&nbsp;Februar 2008 sowie das HZA vertreten und das FG erwogen &#8211;aber offengelassen&#8211; haben, muss eine Ware, um in die Pos.&nbsp;8481 KN eingereiht werden zu k&ouml;nnen, keinen Maschinencharakter durch das Vorhandensein mechanischer Elemente aufweisen. Zur Widerlegung der Annahme, das Kap.&nbsp;84 KN erfasse nur mechanische Apparate und Ger&auml;te, gen&uuml;gt der Hinweis auf die zur Pos. 8471 KN geh&ouml;renden automatischen Datenverarbeitungsmaschinen und ihre Einheiten. Im &Uuml;brigen ist nicht erkennbar, weshalb die das &Ouml;ffnen und Schlie&szlig;en bewirkende Vorrichtung der streitigen Ware etwas anderes als ein mechanisches Element (Schlie&szlig;mechanik) ist. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch geben weder der Wortlaut der zur Pos. 8481 KN geh&ouml;renden Unterpositionen noch die entsprechende ErlHS einen Hinweis auf die vom HZA vertretene Auffassung, ein Ventil m&uuml;sse aus einem Ventilgeh&auml;use und einem Verschlusselement bestehen. Die Avise zum Harmonisierten System Rz&nbsp;04.0 und 07.0, auf die sich das HZA insoweit bezieht, beschreiben lediglich bestimmte Arten von Ventilen, ohne dass daraus R&uuml;ckschl&uuml;sse gezogen werden k&ouml;nnen, welche Beschaffenheitsmerkmale Armaturen oder Ventile der Pos. 8481 KN im Allgemeinen aufzuweisen haben. Weshalb z.B. ein direkt, d.h. ohne Ventilgeh&auml;use in eine Rohrleitung eingebautes Verschlusselement, welches den Durchfluss in der Leitung regelt, mangels Geh&auml;use kein Ventil sein soll, erschlie&szlig;t sich nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Schlie&szlig;lich kann auch nicht dem Einwand des FG gefolgt werden, in den Beh&auml;ltnissen, als deren Verschluss die streitigen Silikonventile dienen, bef&auml;nden sich stehende, nicht aber str&ouml;mende Fl&uuml;ssigkeiten. Armaturen und &auml;hnliche Apparate i.S. der Pos. 8481 KN regeln nach der ErlHS zur Pos. 8481 Rz&nbsp;01.0 (u.a.) den Abfluss von Fl&uuml;ssigkeiten oder Gasen aus (jeglichen) Beh&auml;ltern, also auch aus solchen, in denen Fl&uuml;ssigkeiten oder Gase nicht str&ouml;men bzw. flie&szlig;en, sondern stehen, also durch das &Ouml;ffnen der Armatur bzw. des Ventils erst zum Str&ouml;men gebracht werden (vgl. dazu die Beispiele in ErlHS zur Pos.&nbsp;8481 Rz 26.1., 30.1, 31.1).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sind aber die streitigen Silikonventile als Waren der Pos.&nbsp;8481 KN, also als Waren des Abschn.&nbsp;XVI KN anzusehen, so sind sie gem&auml;&szlig; Anm.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;p zu Kap.&nbsp;39 KN aus diesem Kapitel ausgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 5.2.2013, VII R 37\/11 Zolltarif: Einreihung sogenannter Silikonventile Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) f&uuml;hrte in den Jahren 2005 und 2006 &uuml;ber verschiedene Hauptzoll&auml;mter Flaschenverschl&uuml;sse aus Kunststoff in das Zollgebiet der Union ein, die in den von ihren Vertretern abgegebenen Zollanmeldungen in unterschiedlicher Weise, jedoch zumeist als Silikonventile der Unterpos. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-37-11-zolltarif-einreihung-sogenannter-silikonventile\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;R&nbsp;37\/11 &#8211; Zolltarif: Einreihung sogenannter Silikonventile<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-35191","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35191","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=35191"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35191\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=35191"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=35191"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=35191"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}