{"id":35221,"date":"1987-08-13T09:50:35","date_gmt":"1987-08-13T07:50:35","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=35221"},"modified":"2013-06-04T16:51:00","modified_gmt":"2013-06-04T14:51:00","slug":"bfh-beschluss-vom-13-8-1987-viii-b-179_86-bstbl-1987-ii-s-782","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-beschluss-vom-13-8-1987-viii-b-179_86-bstbl-1987-ii-s-782\/","title":{"rendered":"BFH-Beschlu\u00df vom 13.8.1987 (VIII B 179\/86) BStBl. 1987 II S. 782"},"content":{"rendered":"<p><strong>BFH-Beschlu\u00df vom 13.8.1987 (VIII B 179\/86) BStBl. 1987 II S. 782<\/strong><\/p>\n<p>Zur Anwendung des \u00a7 6b EStG auf Personengesellschaften.<\/p>\n<p>EStG \u00a7 6b.<\/p>\n<p align=\"center\">Sachverhalt<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Antragstellerin und Beschwerdef\u00fchrerin (Antragstellerin) ist eine KG. An ihr waren zum 31. Dezember 1977 beteiligt als pers\u00f6nlich haftende Gesellschafter:<\/p>\n<table width=\"421\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"47%\">A mit<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"29%\">\n<p align=\"right\">13,0434 v.H.,<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"24%\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"47%\">B mit<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"29%\">\n<p align=\"right\">26,0870 v.H.<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"24%\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"47%\">\u00a0<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"29%\">\u00a0<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"24%\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"47%\">und als Kommanditisten:<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"29%\">\u00a0<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"24%\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"47%\">\u00a0<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"29%\">\u00a0<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"24%\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"47%\">E mit<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"29%\">\n<p align=\"right\">26,0870 v.H.,<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"24%\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"47%\">M mit<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"29%\">\n<p align=\"right\">8,6957 v.H.,<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"24%\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"47%\">N mit<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"29%\">\n<p align=\"right\">8,6957 v.H.,<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"24%\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"47%\">H mit<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"29%\">\n<p align=\"right\">4,3478 v.H.,<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"24%\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"47%\">U mit<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"29%\">\n<p align=\"right\">4,3478 v.H.,<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"24%\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"47%\">V mit<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"29%\">\n<p align=\"right\">4,3478 v.H.,<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"24%\">und<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"47%\">W mit<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"29%\">\n<p align=\"right\">4,3478 v.H.<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"24%\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Mit Wirkung vom 1. Januar 1978 schieden die Kommanditisten E, M, N und H, deren Kommanditbeteiligungen zusammen 47,8262 v. H. betrugen, aus der Antragstellerin aus. Ihre Kommanditanteile wurden von den verbleibenden Gesellschaftern entgeltlich \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>Ende 1978 ver\u00e4u\u00dferte die Antragstellerin die bebauten Grundst\u00fccke Y und Z sowie andere Grundst\u00fccke. Sie erzielte dabei nach ihrer Hauptbilanz ohne Ber\u00fccksichtigung der Werte in Erg\u00e4nzungsbilanzen einen Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn von 6.733.699 DM. Am 27. Oktober 1978 erwarb die Antragstellerin f\u00fcr 6.377.264 DM ein Betriebsgeb\u00e4ude. Von diesen Anschaffungskosten wollte sie den erzielten Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn nach \u00a7 6 b des Einkommensteuergesetzes (EStG) abziehen. Der Antragsgegner und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211; FA -) lie\u00df jedoch nur einen Abzug in H\u00f6he von 3.504.539 DM zu, vor allem, weil wegen des zum 1. Januar 1978 erfolgten Gesellschafterwechsels in einem Umfang von 47,8262 v. H. insoweit die Voraussetzung der sechsj\u00e4hrigen Vorbesitzzeit (\u00a7 6 b Abs. 4 Nr. 2 EStG) nicht erf\u00fcllt gewesen sei.<\/p>\n<p>Im Einspruchsverfahren blieb das FA bei seiner Auffassung und lehnte zugleich die beantragte Aussetzung der Vollziehung ab.<\/p>\n<p>Mit einem beim Finanzgericht (FG) gestellten Antrag verfolgte die Antragstellerin ihr Aussetzungsbegehren weiter.<\/p>\n<p>Das FG wies den Antrag ab. Hiergegen richtet sich die vom FG zugelassene Beschwerde.<\/p>\n<p align=\"center\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Beschwerde ist zum Teil begr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Es bestehen ernsthafte Zweifel an der Rechtm\u00e4\u00dfigkeit des angefochtenen Gewinnfeststellungsbescheids (\u00a7\u00a7 69 Abs. 2 Satz 2, Abs. 3 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211; FGO -).<\/p>\n<p>1. Das FG ist zutreffend davon ausgegangen, da\u00df nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs &#8211; BFH &#8211; (Urteil vom 10. Juli 1980 IV R 136\/77, BFHE 131, 313, BStBl II 1981, 84) \u00a7 6 b EStG in dem Sinne eine personenbezogene Steuerverg\u00fcnstigung ist, da\u00df bei der Ver\u00e4u\u00dferung von Wirtschaftsg\u00fctern, die zum Gesellschaftsverm\u00f6gen einer Personengesellschaft geh\u00f6ren, die Sechsjahresfrist des \u00a7 6 b Abs. 4 Nr. 2 EStG insoweit nicht gewahrt ist, als die Wirtschaftsg\u00fcter infolge einer entgeltlichen \u00c4nderung der personellen Zusammensetzung oder der Beteiligungsverh\u00e4ltnisse anteilig Gegenstand entgeltlicher Ver\u00e4u\u00dferungs- und Anschaffungsgesch\u00e4fte waren.<\/p>\n<p>Die Auffassung der Antragstellerin, die Rechtsprechung sei durch den Beschlu\u00df des Gro\u00dfen Senats des BFH vom 25. Juni 1984 GrS 4\/82 (BFHE 141, 405, BStBl II 1984, 751) \u00fcberholt, h\u00e4lt der Senat bei der im Rahmen einer Entscheidung nach \u00a7 69 Abs. 3 FGO gebotenen summarischen Pr\u00fcfung nicht f\u00fcr zutreffend; denn die Einheit der Personengesellschaft als Subjekt der Gewinnermittlung schlie\u00dft es nicht aus, bei der Ermittlung des Steuerbilanzgewinns der Personengesellschaft die sechsj\u00e4hrige Vorbesitzzeit des \u00a7 6 b Abs. 4 Nr. 2 EStG als eine auf die Person jedes Gesellschafters bezogene Voraussetzung anzusehen.<\/p>\n<p>Der IV. Senat des BFH hat daher in seiner Entscheidung vom 25. April 1985 IV R 83\/83 (BFHE 144, 25, BStBl II 1986, 350) \u00a7 6 b EStG wiederum als personenbezogene Steuerverg\u00fcnstigung bezeichnet, ohne das Problem nochmals eingehend zu er\u00f6rtern.<\/p>\n<p>2. a) Beg\u00fcnstigt nach \u00a7 6 b EStG ist allerdings nur der Teil des Ver\u00e4u\u00dferungsgewinns, der auf die Anteile der verbleibenden Gesellschafter an der Antragstellerin vor dem Ausscheiden der Kommanditisten entfiel, weil nur sie, bez\u00fcglich dieser Anteile, die Voraussetzungen der sechsj\u00e4hrigen Vorbesitzzeit erf\u00fcllten. Dieser Teil des Ver\u00e4u\u00dferungsgewinns betr\u00e4gt aber nicht 52, 1738 v. H. des erzielten Ver\u00e4u\u00dferungsgewinns von 6.733.699 DM, weil die verbleibenden Gesellschafter f\u00fcr die Anteile der ausscheidenden Kommanditisten ein Entgelt bezahlten, das \u00fcber deren Buchwert lag (vgl. S\u00f6ffing, Betriebs-Berater &#8211; BB &#8211; 1987, 796). Sie hatten den Mehrbetrag in Erg\u00e4nzungsbilanzen zu aktivieren. Um diesen Mehrbetrag verminderte sich der steuerrechtliche Gewinn aus der Ver\u00e4u\u00dferung der Grundst\u00fccke gegen\u00fcber dem Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn nach der Hauptbilanz von 6.733.699 DM. Die Verminderung trat jedoch nur bei dem Teil des Ver\u00e4u\u00dferungsgewinns ein, der auf die beim Ausscheiden der Kommanditisten erworbenen Anteile der verbleibenden Gesellschafter an der Antragstellerin entfiel; der auf die urspr\u00fcnglichen Anteile der verbliebenen Gesellschafter entfallende Teil des Ver\u00e4u\u00dferungsgewinns blieb durch die Werte in den Erg\u00e4nzungsbilanzen ungemindert und nimmt voll an der Beg\u00fcnstigung nach \u00a7 6 b EStG teil. Er betr\u00e4gt nicht 52, 1738 v. H. des durch die Werte in Erg\u00e4nzungsbilanzen geminderten Ver\u00e4u\u00dferungsgewinns, sondern 52, 1738 v. H. des durch die Werte in Erg\u00e4nzungsbilanzen ungeminderten Ver\u00e4u\u00dferungsgewinns.<\/p>\n<p>b) Dieser Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn betr\u00e4gt nicht, wie das FA angenommen hat, 6.733.699 DM, sondern 6.733.699 DM plus 141.421 DM = 6.875.120 DM.<\/p>\n<p>Das FA hat zwar bei der Berechnung des Ver\u00e4u\u00dferungsgewinns nach der Hauptbilanz der Gesellschaft zutreffend den in den Erg\u00e4nzungsbilanzen f\u00fcr die Gesellschafter A und B aktivierten Betrag von 1.231.660 DM au\u00dfer Ansatz gelassen, aber den Betrag von 141.421 DM nicht ausgeschieden, obwohl er zu Unrecht in der Hauptbilanz der Gesellschaft aktiviert war und in Erg\u00e4nzungsbilanzen der verbleibenden Gesellschafter geh\u00f6rte. Der auf die urspr\u00fcnglichen Anteile der verbleibenden Gesellschafter entfallende Teil des nach den vorstehenden Ausf\u00fchrungen berichtigten Ver\u00e4u\u00dferungsgewinns nach der Hauptbilanz der Gesellschaft betr\u00e4gt somit<\/p>\n<p>52,1738 v. H. von 6.875.120 DM = 3.587.011 DM.<\/p>\n<p>Das sind 82.472 DM mehr als der Betrag von 3.504.539 DM, den das FA als beg\u00fcnstigt anerkannt hat.<\/p>\n<p>Da die Anschaffungskosten des Ersatzwirtschaftsguts 6.377.264 DM betragen, ergibt sich aus dieser Sicht keine Verminderung des von den Anschaffungskosten abzuziehenden Betrags.<\/p>\n<p>c) Eine solche Verminderung k\u00f6nnte allerdings dadurch eintreten, da\u00df &#8211; wie das FA bei den verbleibenden Kommanditisten vorgegangen ist &#8211; der nach \u00a7 6 b EStG beg\u00fcnstigte Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn der Gesellschaft auf die verbleibenden Gesellschafter aufgeteilt und dann mit den ebenfalls auf die Gesellschafter aufgeteilten Anschaffungskosten des Ersatzwirtschaftsguts verglichen wird. Nach Ansicht des erkennenden Senats bestehen jedoch ernstliche Zweifel (\u00a7 69 Abs. 2 Satz 2, Abs. 3 Satz 1 FGO) an der Richtigkeit dieses Verfahrens. Daher ist im Aussetzungsverfahren zugunsten der Antragstellerin davon auszugehen, da\u00df die Anschaffungskosten des Ersatzwirtschaftsguts nicht auf die einzelnen Gesellschafter aufzuteilen sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFH-Beschlu\u00df vom 13.8.1987 (VIII B 179\/86) BStBl. 1987 II S. 782 Zur Anwendung des \u00a7 6b EStG auf Personengesellschaften. EStG \u00a7 6b. Sachverhalt &nbsp; Die Antragstellerin und Beschwerdef\u00fchrerin (Antragstellerin) ist eine KG. An ihr waren zum 31. 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