{"id":35660,"date":"1988-02-24T16:35:26","date_gmt":"1988-02-24T14:35:26","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=35660"},"modified":"2013-06-04T13:24:50","modified_gmt":"2013-06-04T11:24:50","slug":"bfh-beschluss-vom-24-2-1988-ii-b-93_87-bstbl-1988-ii-s-478","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-beschluss-vom-24-2-1988-ii-b-93_87-bstbl-1988-ii-s-478\/","title":{"rendered":"BFH-Beschlu\u00df vom 24.2.1988 (II B 93\/87) BStBl. 1988 II S. 478"},"content":{"rendered":"<p><strong>BFH-Beschlu\u00df vom 24.2.1988 (II B 93\/87) BStBl. 1988 II S. 478<\/strong><\/p>\n<p>Anwartschaften auf Leistungen einer Unterst\u00fctzungskasse k\u00f6nnen bei der Ermittlung des Verm\u00f6genswerts f\u00fcr die Sch\u00e4tzung des gemeinen Werts der Anteile an dem Tr\u00e4gerunternehmen nicht wertmindernd ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<p>BewG 1965 \u00a7 11 Abs. 2.<\/p>\n<p>Vorinstanz: FG Rheinland-Pfalz<\/p>\n<p align=\"center\">Sachverhalt<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Rechtssache hat keine grunds\u00e4tzliche Bedeutung; das Finanzgericht (FG) ist auch nicht von der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) abgewichen (\u00a7 115 Abs. 2 Nr. 1 und 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211; FGO -).<\/p>\n<p align=\"center\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin zu 1 &#8211; eine GmbH &#8211; ist Tr\u00e4gerunternehmen einer Unterst\u00fctzungskasse, von der ein Teil ihrer Mitarbeiter Leistungen bezieht oder zuk\u00fcnftige Leistungen zugesagt erhalten hat. Sie begr\u00fcndet ihre Auffassung, da\u00df f\u00fcr die Bewertung ihrer Anteile (\u00a7 11 Abs. 2 Satz 2 des Bewertungsgesetzes &#8211; BewG -) der durch das Kassenverm\u00f6gen nicht gedeckte Kapitalwert der Pensionsanwartschaften (Spitzenlast der Anwartschaften) bei ihrem Verm\u00f6genswert als Schuldposten ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcsse, mit der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts (BAG).<\/p>\n<p>Das FG verneinte die von den Kl\u00e4gern behauptete Tr\u00e4gerhaftung. Es hat seine Entscheidung im wesentlichen darauf gest\u00fctzt, da\u00df f\u00fcr den Schuldenabzug zur Ermittlung des Verm\u00f6genswerts als Grundlage f\u00fcr die Sch\u00e4tzung des gemeinen Werts der Anteile an der Kl\u00e4gerin zu 1 die \u00a7\u00a7 4 bis 8 BewG anzuwenden seien. Dagegen hat der Senat mit Urteil vom 13. August 1986 II R 213\/82 (BFHE 147, 531, BStBl II 1987, 48) entschieden, da\u00df der Einheitswert des Betriebsverm\u00f6gens als Ausgangswert f\u00fcr die Ermittlung des Verm\u00f6genswerts nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu korrigieren sei. Dabei sei f\u00fcr den Schuldenabzug der auf den \u00a7\u00a7 4 f. BewG beruhende Grundgedanke nicht anwendbar, da\u00df zu einer rechtlichen Verpflichtung eine wirtschaftliche Belastung hinzutreten m\u00fcsse. Der Senat hat in dieser Entscheidung jedoch auch ausgesprochen, da\u00df auf Grund des bewertungsrechtlichen Stichtagsprinzips Schulden, deren Entstehung erst in Zukunft m\u00f6glich sein kann, bei der Ermittlung des Verm\u00f6genswerts nicht ber\u00fccksichtigt werden k\u00f6nnen. So ist es im Streitfall.<\/p>\n<p>Die von den Kl\u00e4gern zur St\u00fctzung ihrer Ansicht angef\u00fchrte Rechtsprechung des BAG f\u00fchrt zu keinem anderen Ergebnis. Das BAG hat entschieden, da\u00df laufende Leistungen trotz des Vorbehalts der freiwilligen Zahlung nicht nach freiem Belieben gek\u00fcrzt oder eingestellt werden k\u00f6nnen, sondern nur aus sachlichen Gr\u00fcnden nach billigem Ermessen unter Ber\u00fccksichtigung der Verh\u00e4ltnisse der Unterst\u00fctzungskasse sowie des Tr\u00e4gerverm\u00f6gens einerseits und der Leistungsempf\u00e4nger andererseits (Entscheidungen vom 10. November 1977 3 AZR 705\/76, Betriebs-Berater &#8211; BB &#8211; 1978, 762, und vom 5. Juni 1984 3 AZR 33\/84, Der Betrieb &#8211; DB &#8211; 1984, 2461). In dem von den Kl\u00e4gern weiter angef\u00fchrten BAG-Urteil vom 23. April 1985 3 AZR 194\/83 (DB 1985, 2615) handelt es sich um die Feststellung der unverfallbaren Anwartschaften auf zuk\u00fcnftige Bez\u00fcge. Aus dieser Rechtsprechung ergibt sich nicht, da\u00df die Anwartschaft auf k\u00fcnftige Leistungen eine gegenw\u00e4rtige Schuld des Tr\u00e4gerunternehmens oder der Unterst\u00fctzungskasse sei. Damit k\u00f6nnen diese Anwartschaften, wie mit Urteil in BFHE 147, 531, BStBl II 1987, 48 entschieden, bei der Ermittlung des Verm\u00f6genswerts f\u00fcr die Sch\u00e4tzung des gemeinen Werts der Anteile an der Kl\u00e4gerin zu 1 nicht ber\u00fccksichtigt werden. Denn ob das Tr\u00e4gerunternehmen aus diesen (verfallbaren oder unverfallbaren) Anwartschaften in Anspruch genommen wird, begr\u00fcndet nach den Verh\u00e4ltnissen des ma\u00dfgebenden Bewertungsstichtags keine gegenw\u00e4rtige Schuld der Kl\u00e4gerin zu 1 als Tr\u00e4gerunternehmen der Unterst\u00fctzungskasse (vgl. auch BFH-Urteil vom 18. Mai 1984 III R 38\/79, BFHE 141, 542, 547, BStBl II 1984, 741, 743, in dem sich der III. Senat f\u00fcr die Einheitsbewertung des Betriebsverm\u00f6gens mit der Rechtsprechung des BAG auseinandergesetzt hat). Die von den Kl\u00e4gern als grunds\u00e4tzlich erachtete Rechtsfrage ist demgem\u00e4\u00df mit Urteil in BFHE 147, 531, BStBl II 1987, 48 entschieden.<\/p>\n<p>Der Senat sieht gem\u00e4\u00df Art. 1 Nr. 6 des Gesetzes zur Entlastung des Bundesfinanzhofs von einer weiteren Begr\u00fcndung ab.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFH-Beschlu\u00df vom 24.2.1988 (II B 93\/87) BStBl. 1988 II S. 478 Anwartschaften auf Leistungen einer Unterst\u00fctzungskasse k\u00f6nnen bei der Ermittlung des Verm\u00f6genswerts f\u00fcr die Sch\u00e4tzung des gemeinen Werts der Anteile an dem Tr\u00e4gerunternehmen nicht wertmindernd ber\u00fccksichtigt werden. BewG 1965 \u00a7 11 Abs. 2. 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