{"id":36174,"date":"1989-12-13T19:15:16","date_gmt":"1989-12-13T17:15:16","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=36174"},"modified":"2013-05-14T11:40:27","modified_gmt":"2013-05-14T09:40:27","slug":"urteil-vom-13-12-1989-ii-r-211_85-bstbl-1990-ii-s-325tritt-ein-steuerberater-in-eine-steuerberatungspraxis-ein-und-wird-vereinbart-dass-beim-tode-eines-der-steuerberater-dessen-witwe-vo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/urteil-vom-13-12-1989-ii-r-211_85-bstbl-1990-ii-s-325tritt-ein-steuerberater-in-eine-steuerberatungspraxis-ein-und-wird-vereinbart-dass-beim-tode-eines-der-steuerberater-dessen-witwe-vo\/","title":{"rendered":"BFH-Urteil vom    13.12.1989 (II R 211\/85) BStBl. 1990 II S. 325"},"content":{"rendered":"<p><strong>BFH-Urteil vom 13.12.1989 (II R 211\/85) BStBl. 1990 II S. 325<\/strong><\/p>\n<p>Tritt ein Steuerberater in eine Steuerberatungspraxis ein und wird vereinbart, da\u00df beim Tode eines der Steuerberater dessen Witwe von dem \u00fcberlebenden Steuerberater ein Witwengeld erh\u00e4lt, so unterliegt dieses der Erbschaftsteuer (Anschlu\u00df an das Urteil vom 17. April 1985 II R 147\/82 ).<\/p>\n<p>ErbStG 1959 \u00a7 2 Abs. 1 Nr. 3, \u00a7 18 Abs. 1 Nr. 16.<\/p>\n<p>Vorinstanz: FG K\u00f6ln<strong><\/strong><\/p>\n<p align=\"center\">Sachverhalt<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin ist Alleinerbin ihres Ehemannes (Erblassers), der am 9. Oktober 1961 starb. Der Erblasser war Steuerberater gewesen und hatte am 7. Juli 1960 mit einem anderen Steuerberater einen Gesellschaftsvertrag geschlossen. Zweck der Gesellschaft war die gemeinsame Fortf\u00fchrung der freiberuflichen Praxis des Erblassers im Rahmen des derzeitigen B\u00fcros. F\u00fcr den Fall des Todes eines Gesellschafters war vorgesehen, da\u00df dessen Witwe Anspruch auf eine im einzelnen festgelegte Rente hatte.<\/p>\n<p>Das beklagte Finanzamt (FA) setzte gegen die Kl\u00e4gerin Erbschaftsteuer in H\u00f6he von 14.778 DM fest. Dabei setzte es den Kapitalwert der Rente mit 88.800 DM an (= 7.400 DM x 12).<\/p>\n<p>Nach erfolglosem Einspruch hat die Kl\u00e4gerin Klage erhoben und beantragt, den Kapitalwert der Witwenrente von der Besteuerung auszunehmen.<\/p>\n<p>Das Finanzgericht (FG) hat der Klage stattgegeben und die Erbschaftsteuer auf 8.662 DM herabgesetzt.<\/p>\n<p>Das FA hat Revision eingelegt, die vom FG zugelassen worden war, und beantragt, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<strong><\/strong><\/p>\n<p align=\"center\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<p>Seine Revision ist begr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Der erkennende Senat hat durch Urteil vom 17. April 1985 II R 147\/82 (BFH\/NV 1986, 96) entschieden, da\u00df der Erwerb eines gegen die Partner einer Anwaltsgemeinschaft gerichteten Witwengeldanspruches des \u00fcberlebenden Ehegatten der Erbschaftsteuer unterliegt. Er sei auch nicht entsprechend \u00a7 18 Abs. 1 Nr. 16 des Erbschaftsteuergesetzes 1959 (ErbStG 1959) von der Erbschaftsteuer befreit. An dieser Auffassung h\u00e4lt der Senat fest.<\/p>\n<p>Auch der Beschlu\u00df des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) vom 9. November 1988 1 BvR 243\/86 (BVerfGE 79, 106, BStBl II 1989, 938) gibt keine Veranlassung zu einer abweichenden Entscheidung. Nach der Aufhebung seines Urteils vom 27. November 1985 II R 148\/82 (BFHE 145, 443, BStBl II 1986, 265) durch die vorgenannte Entscheidung des BVerfG hat der Senat durch Urteil vom 13. Dezember 1989 II R 31\/89 (BFHE 159, 223), erneut \u00fcber die Revision des FA entschieden. F\u00fcr den Regelfall hat er daran festgehalten, da\u00df die vertraglichen Bez\u00fcge der Witwe eines pers\u00f6nlich haftenden Gesellschafters der Erbschaftsteuer unterliegen. Sie unterl\u00e4gen nur dann nicht der Erbschaftsteuer, wenn der Verstorbene pers\u00f6nlich haftende Gesellschafter aufgrund der W\u00fcrdigung des Gesellschaftsvertrages im Innenverh\u00e4ltnis eine Rechtsstellung hatte, die einem Angestellten oder Bediensteten i.S. des \u00a7 18 Abs. 1 Nr. 16 ErbStG 1959 vergleichbar war.<\/p>\n<p>F\u00fcr den vorliegenden Fall folgt hieraus, da\u00df die Witwe eines Steuerberaters, der einer Steuerberatergemeinschaft angeh\u00f6rte, nicht der Witwe eines Angestellten oder Bediensteten i.S. des \u00a7 18 Abs. 1 Nr. 16 ErbStG 1959 gleichgestellt werden kann. Alle Mitglieder einer Steuerberatungsgemeinschaft, die als Gesellschaft b\u00fcrgerlichen Rechts zu beurteilen ist (vgl. Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 6. Juli 1971 VI ZR 94\/69, BGHZ 56, 355, 357), \u00fcben ihre T\u00e4tigkeit freiberuflich (\u00a7 32 Abs. 2 des Steuerberatungsgesetzes), d.h. selbst\u00e4ndig und eigenverantwortlich aus. Sie k\u00f6nnen nicht als Angestellte oder wie Angestellte der Steuerberatergemeinschaft behandelt werden. Der Senat ist auch nicht in der Lage, seine Rechtsprechung, wonach vertraglich vereinbarte Hinterbliebenenbez\u00fcge f\u00fcr die \u00fcberlebenden Ehegatten eines Arbeitnehmers der Erbschaftsteuer nicht unterliegen, allgemein auf die \u00fcberlebenden Ehegatten von selbst\u00e4ndig t\u00e4tigen Gesellschaftern von Personengesellschaften auszudehnen. Der Senat verweist hierzu auf das Urteil vom 13. Dezember 1989 II R 31\/89, BFHE 159, 223, BStBl II 1990, 325.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFH-Urteil vom 13.12.1989 (II R 211\/85) BStBl. 1990 II S. 325 Tritt ein Steuerberater in eine Steuerberatungspraxis ein und wird vereinbart, da\u00df beim Tode eines der Steuerberater dessen Witwe von dem \u00fcberlebenden Steuerberater ein Witwengeld erh\u00e4lt, so unterliegt dieses der Erbschaftsteuer (Anschlu\u00df an das Urteil vom 17. April 1985 II R 147\/82 ). ErbStG 1959 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/urteil-vom-13-12-1989-ii-r-211_85-bstbl-1990-ii-s-325tritt-ein-steuerberater-in-eine-steuerberatungspraxis-ein-und-wird-vereinbart-dass-beim-tode-eines-der-steuerberater-dessen-witwe-vo\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">BFH-Urteil vom    13.12.1989 (II R 211\/85) BStBl. 1990 II S. 325<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-36174","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36174","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=36174"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36174\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=36174"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=36174"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=36174"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}