{"id":36626,"date":"2013-04-19T18:30:16","date_gmt":"2013-04-19T16:30:16","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=36626"},"modified":"2013-05-28T12:32:06","modified_gmt":"2013-05-28T10:32:06","slug":"v-b-112-11-erlass-von-nachzahlungszinsen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-112-11-erlass-von-nachzahlungszinsen\/","title":{"rendered":"V&nbsp;B&nbsp;112\/11 &#8211; Erlass von Nachzahlungszinsen"},"content":{"rendered":"<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 1.3.2013, V B 112\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Erlass von Nachzahlungszinsen<\/p>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Der Kl\u00e4ger und Beschwerdef\u00fchrer (Kl\u00e4ger) begehrt den Erlass von Nachzahlungszinsen und Aussetzungszinsen zur Umsatzsteuer f\u00fcr 2002.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit Bescheiden vom 25.\u00a0Februar 2010 und vom 1.\u00a0April 2010 setzte der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) Nachzahlungszinsen gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0233a der Abgabenordnung (AO) und Aussetzungszinsen gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0237 AO in H\u00f6he von insgesamt 3.220.844\u00a0EUR fest. Die zugrunde liegende Umsatzsteuernachforderung beruht auf dem im Jahr 2009 erkl\u00e4rten Verzicht auf die Steuerbefreiung der im Jahr 2002 erfolgten Ver\u00e4u\u00dferung eines bebauten Grundst\u00fccks.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA lehnte den Erlassantrag des Kl\u00e4gers mit Bescheid vom 18.\u00a0Februar 2011 ab. Die Sprungklage vor dem Finanzgericht hatte keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit der Beschwerde wendet sich der Kl\u00e4ger gegen die Nichtzulassung der Revision und macht geltend, die Sache habe grunds\u00e4tzliche Bedeutung (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Von grunds\u00e4tzlicher Bedeutung sei, ob die Festsetzung von Nachzahlungszinsen auf versp\u00e4tet festgesetzte Umsatzsteuerbetr\u00e4ge bei einem Leistungsaustausch zwischen vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmen mit Sinn und Zweck des \u00a7\u00a0233a AO vereinbar sei. Zudem erfordere die Fortbildung des Rechts eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 FGO) zu dieser Frage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde hat keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Die Revision ist nicht wegen grunds\u00e4tzlicher Bedeutung nach \u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 FGO zuzulassen. Eine Rechtssache hat nur grunds\u00e4tzliche Bedeutung, wenn die f\u00fcr die Beurteilung des Streitfalles ma\u00dfgebliche Rechtsfrage das abstrakte Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts ber\u00fchrt. Die Rechtsfrage muss im konkreten Fall kl\u00e4rungsbed\u00fcrftig und in einem k\u00fcnftigen Revisionsverfahren kl\u00e4rungsf\u00e4hig sein. Eine Rechtsfrage ist nicht kl\u00e4rungsbed\u00fcrftig, wenn sie bereits durch die Rechtsprechung des BFH hinreichend gekl\u00e4rt ist und keine neuen Gesichtspunkte erkennbar sind, die eine erneute Pr\u00fcfung und Entscheidung dieser Frage durch den BFH erforderlich machen (vgl. z.B. BFH-Beschl\u00fcsse vom 3.\u00a0M\u00e4rz 2011 V\u00a0B\u00a017\/10, BFH\/NV 2011, 1105, unter II.B.2.a; vom 27.\u00a0Mai 2009 VI\u00a0B\u00a0162\/08, BFH\/NV 2009, 1435, unter 1.). Die vom Kl\u00e4ger als grunds\u00e4tzlich bedeutsam erachtete Frage ist jedoch bereits durch die Rechtsprechung des Senats gekl\u00e4rt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Der Kl\u00e4ger st\u00fctzt die Beschwerde darauf, dass der BFH zwar bereits entschieden habe, dass die Festsetzung von Nachzahlungszinsen gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0233a AO im Fall einer nachtr\u00e4glich festgesetzten Umsatzsteuer grunds\u00e4tzlich rechtm\u00e4\u00dfig sei (BFH-Urteil vom 28.\u00a0November 2002 V\u00a0R\u00a054\/00, BFHE 200, 38, BStBl II 2003, 175). Jedoch seien zwischenzeitlich neue rechtliche Gesichtspunkte im Schrifttum vorgebracht worden, die einer neuen Kl\u00e4rung durch den BFH bed\u00fcrften. So habe sich der BFH noch nicht mit der im Aufsatz von Englisch in Umsatzsteuer-Rund-schau (UR) 2011, 648 dargelegten Bedeutung des mehrwertsteuer-pflichtigen Neutralit\u00e4tsprinzips f\u00fcr die Verzinsung nach \u00a7\u00a0233a AO auseinandergesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Es ist durch die BFH-Rechtsprechung gekl\u00e4rt, dass eine Umsatzsteuernachforderung auch dann der Vollverzinsung nach \u00a7\u00a0233a AO unterliegt, wenn die Steuererh\u00f6hung &#8211;wie im Streitfall&#8211; allein darauf beruht, dass der Steuerpflichtige nachtr\u00e4glich auf die Steuerfreiheit der von ihm erbrachten Leistungen verzichtet hat (BFH-Urteil vom 5.\u00a0Mai 2011 V\u00a0R\u00a039\/10, BFH\/NV 2011, 1474). Dies entspricht dem Sinn und Zweck der Regelungen in \u00a7\u00a0233a AO, einen Ausgleich daf\u00fcr zu schaffen, dass die Steuern bei den einzelnen Steuerpflichtigen zu unterschiedlichen Zeitpunkten festgesetzt und f\u00e4llig werden. Liquidit\u00e4tsvorteile, die dem Steuerpflichtigen oder dem Fiskus aus dem versp\u00e4teten Erlass eines Steuerbescheids typischerweise entstanden sind, sollen mit Hilfe der sog. Vollverzinsung ausgeglichen werden. Ob die m\u00f6glichen Zinsvorteile tats\u00e4chlich bestanden, ist grunds\u00e4tzlich unbeachtlich (BFH-Urteile vom 23.\u00a0Oktober 2003 V\u00a0R\u00a02\/02, BFHE 203, 410, BStBl II 2004, 39, und in BFH\/NV 2011, 1474). Unerheblich ist deshalb, dass der Kl\u00e4ger dem Leistungsempf\u00e4nger die Umsatzsteuer erst sp\u00e4ter aufgrund des Verzichts in Rechnung stellen konnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Hieran ist weiter festzuhalten. Weder aus dem vom Kl\u00e4ger angef\u00fchrten Aufsatz von Englisch in UR 2011, 648 noch aus der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) zur Entlastung wegen rechtm\u00e4\u00dfigem Alternativverhalten im Organhaftungsrecht (BGH-Urteile vom 21.\u00a0Juli 2008 II\u00a0ZR\u00a039\/07, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2008, 1974; vom 11.\u00a0Dezember 2006 II\u00a0ZR\u00a0166\/05, DStR 2007, 310) ergibt sich neuer Kl\u00e4rungsbedarf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Entgegen der Auffassung von Englisch in UR 2011, 648 folgt aus dem mehrwertsteuerrechtlichen Neutralit\u00e4tsprinzip nicht, dass bei einem Leistungsaustausch zwischen vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmen eine Verzinsung nach \u00a7\u00a0233a AO ausscheidet. Insbesondere l\u00e4sst sich dem Neutralit\u00e4tsprinzip nicht entnehmen, dass ein (potentieller) Liquidit\u00e4tsvorteil des nachtr\u00e4glich zur Umsatzsteuerpflicht optierenden Unternehmers generell zu verneinen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Dies ergibt sich bereits daraus, dass Zinsen zur Umsatzsteuer keinen umsatzsteuer\u00e4hnlichen Charakter i.S. von Art.\u00a0401 der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.\u00a0November 2006 \u00fcber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (MwStSystRL) haben (vgl. zu Art.\u00a033 der Sechsten Richtlinie des Rates vom 17.\u00a0Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten \u00fcber die Umsatzsteuern 77\/388\/EWG; BFH-Urteil in BFHE 200, 38, BStBl II 2003, 175, m.w.N.). Der in der MwStSystRL verankerte Auslegungsgrundsatz der steuerlichen Neutralit\u00e4t (vgl. Urteil des Gerichtshofs der Europ\u00e4ischen Union &#8211;EuGH&#8211; vom 19.\u00a0Juli 2012 C-44\/11, Deutsche Bank AG, UR 2012, 667) findet daher auf diese &#8211;nicht in der MwStSystRL geregelten&#8211; steuerlichen Nebenleistungen keine Anwendung (vgl. zum Aspekt der Belastungsneutralit\u00e4t BFH-Urteil in BFHE 200, 38, BStBl II 2003, 175).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Dar\u00fcber hinaus f\u00fchrt der Grundsatz der steuerlichen Neutralit\u00e4t nicht dazu, dass Umsatzsteuer nur erhoben werden darf, wenn diese tats\u00e4chlich abgew\u00e4lzt worden ist. Ebenso wie \u00a7\u00a013 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 Buchst.\u00a0a des Umsatzsteuergesetzes sieht auch Art.\u00a063 der MwStSystRL die sog. Sollbesteuerung als Regelfall vor. Danach treten Steuertatbestand und Steueranspruch &#8211;unabh\u00e4ngig von der Erteilung einer Rechnung und der Entrichtung der Gegenleistung&#8211; zum Zeitpunkt der Leistungserbringung ein. Daraus ergibt sich, dass eine fehlende Abw\u00e4lzung die Liquidit\u00e4tsvorteile, die dem Steuerpflichtigen oder dem Fiskus aus dem versp\u00e4teten Erlass eines Umsatzsteuerbescheids typischerweise entstehen, nicht zu beseitigen vermag.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>d) In der Rechtsprechung gekl\u00e4rt ist auch die Frage, ob \u00a7\u00a0233a AO die Ber\u00fccksichtigung eines fiktiven Sachverhalts vorsieht (verneinend BFH-Urteil vom 24.\u00a0Februar 2005 V\u00a0R\u00a062\/03, BFH\/NV 2005, 1220, H\u00f6chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2005, 627, unter II.2.c). Mit Urteil vom 30.\u00a0M\u00e4rz 2006 V\u00a0R\u00a060\/04 (BFH\/NV 2006, 1434) hat der Senat insbesondere entschieden, dass ein Vergleich der Liquidit\u00e4t des Steuerpflichtigen aufgrund seines &#8222;vorschriftswidrigen&#8220; Verhaltens mit der fiktiven Liquidit\u00e4t, die er besessen h\u00e4tte, wenn er sich &#8222;vorschriftsm\u00e4\u00dfig&#8220; verhalten h\u00e4tte, nicht erfolgen kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>In der vom Kl\u00e4ger zitierten Rechtsprechung des BGH in DStR 2008, 1974 und DStR 2007, 310 vermag der Senat keine neuen Gesichtspunkte zu erkennen, die zu einer ge\u00e4nderten Beurteilung f\u00fchren k\u00f6nnten. Die &#8211;zur zivilrechtlichen Haftung eines Gesellschafter-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers angestellten&#8211; Erw\u00e4gungen des BGH zur Frage, ob trotz des Versto\u00dfes gegen die gesellschaftsrechtliche Kompetenzordnung ein Schadensersatzanspr\u00fcche begr\u00fcndender unzul\u00e4ssiger Sondervorteil fehlt, sind auf die Verzinsung von Steueranspr\u00fcchen nach \u00a7\u00a0233a AO nicht \u00fcbertragbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Auch die Fortbildung des Rechts erfordert keine Entscheidung des BFH (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02\u00a0\u00a01.\u00a0Alternative FGO), weil auch dieser Zulassungsgrund eine kl\u00e4rungsbed\u00fcrftige Rechtsfrage voraussetzt (BFH-Beschl\u00fcsse vom 29.\u00a0September 2011 IV\u00a0B\u00a056\/10, BFH\/NV 2012, 266, unter 1.b; vom 24.\u00a0September 2009 IV\u00a0B\u00a0126\/08, BFH\/NV 2010, 37, Leitsatz\u00a01).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Die Aussetzung des Beschwerdeverfahrens gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a074 FGO und die Vorlage der vom Kl\u00e4ger formulierten Vorlagefragen an den EuGH kommen nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Eine Vorlage an den EuGH zur Einholung einer Vorabentscheidung gem\u00e4\u00df Art.\u00a0267 Abs.\u00a03 des Vertrages \u00fcber die Arbeitsweise der Europ\u00e4ischen Union zur Frage, &#8222;ob die Festsetzung von Nachzahlungszinsen auf versp\u00e4tet festgesetzte Umsatzsteuerbetr\u00e4ge gem\u00e4\u00df einer nationalen Norm wie \u00a7\u00a0233a AO bei einem Leistungsaustausch zwischen vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmen mit dem unionsrechtlichen Grundsatz der steuerlichen Neutralit\u00e4t vereinbar ist&#8220;, ist nicht erforderlich. Die Rechtslage ist &#8211;entgegen der Auffassung des Kl\u00e4gers&#8211; auch aus unionsrechtlicher Sicht eindeutig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Der Grundsatz steuerlicher Neutralit\u00e4t steht einer Erhebung steuerlicher Nebenleistungen nicht entgegen (s. II.2.c). In Ermangelung einer unionsrechtlichen Regelung ist es Sache der einzelnen Mitgliedstaaten, die Bedingungen f\u00fcr die Zahlung von Zinsen festzulegen (vgl. zu Erstattungszinsen EuGH-Urteil vom 19.\u00a0Juli 2012 C-591\/10, Littlewoods Retail Ltd u.a., BFH\/NV 2012, 1563 Rdnr.\u00a027). Die nach der EuGH-Rechtsprechung insoweit ma\u00dfgeblichen Grunds\u00e4tze der Effektivit\u00e4t und Neutralit\u00e4t wurden durch \u00a7\u00a0233a AO nicht verletzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>19<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>4. Einer weiteren Begr\u00fcndung bedarf es nach \u00a7\u00a0116 Abs.\u00a05 Satz\u00a02 FGO nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 1.3.2013, V B 112\/11 Erlass von Nachzahlungszinsen Tatbestand 1 I. Der Kl\u00e4ger und Beschwerdef\u00fchrer (Kl\u00e4ger) begehrt den Erlass von Nachzahlungszinsen und Aussetzungszinsen zur Umsatzsteuer f\u00fcr 2002. 2 Mit Bescheiden vom 25.\u00a0Februar 2010 und vom 1.\u00a0April 2010 setzte der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) Nachzahlungszinsen gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0233a der Abgabenordnung (AO) und Aussetzungszinsen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-112-11-erlass-von-nachzahlungszinsen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;B&nbsp;112\/11 &#8211; Erlass von Nachzahlungszinsen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-36626","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36626","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=36626"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36626\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=36626"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=36626"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=36626"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}