{"id":36645,"date":"2013-04-19T18:24:10","date_gmt":"2013-04-19T16:24:10","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=36645"},"modified":"2013-04-19T18:24:10","modified_gmt":"2013-04-19T16:24:10","slug":"iv-r-51-10-durchschnittssatzgewinnermittlung-nach-par-13a-estg-nicht-fuer-reinen-weinbaubetrieb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-51-10-durchschnittssatzgewinnermittlung-nach-par-13a-estg-nicht-fuer-reinen-weinbaubetrieb\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;51\/10 &#8211; Durchschnittssatzgewinnermittlung nach &sect; 13a EStG nicht f&uuml;r reinen Weinbaubetrieb"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.12.2012, IV R 51\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Durchschnittssatzgewinnermittlung nach &sect; 13a EStG nicht f&uuml;r reinen Weinbaubetrieb<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>F&uuml;r einen Betrieb der Land- und Forstwirtschaft darf der Gewinn nur dann nach Durchschnittss&auml;tzen ermittelt werden, wenn zu ihm selbst bewirtschaftete landwirtschaftliche Nutzfl&auml;chen geh&ouml;ren. F&uuml;r Betriebe, deren T&auml;tigkeit sich auf eine Sondernutzung (hier: Weinbau) beschr&auml;nkt, ist der Gewinn nach allgemeinen Grunds&auml;tzen zu ermitteln. <\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) unterhielt im Streitjahr 2005 einen Weinbaubetrieb im Nebenerwerb. Die Eigentumsfl&auml;chen seines Betriebs bestanden ausschlie&szlig;lich aus 4,55&nbsp;a Hof- und Geb&auml;udefl&auml;che. Die Weinbaufl&auml;chen von 46,14&nbsp;a hatte der Kl&auml;ger zugepachtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im April 2006 gab der Kl&auml;ger eine &quot;Vereinfachte Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r Arbeitnehmer&quot; auf dem amtlichen Vordruck ESt&nbsp;1&nbsp;V f&uuml;r das Jahr 2005 bei dem Beklagten und Revisionskl&auml;ger (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ab. Gegen den erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; ergangenen Einkommensteuerbescheid legte der Kl&auml;ger rechtzeitig Einspruch ein und machte geltend, es seien noch Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft zu ber&uuml;cksichtigen. Mit Schreiben vom 24.&nbsp;August 2006 legte der Kl&auml;ger zur Begr&uuml;ndung des Einspruchs eine Anlage&nbsp;L zur Einkommensteuererkl&auml;rung vor, der Einnahmen-&Uuml;berschussrechnungen f&uuml;r die Wirtschaftsjahre 2004\/2005 &quot;Anteil 2005 (Beginn 01.01.05)&quot; und 2005\/2006 beigef&uuml;gt waren. In beiden Jahren waren danach keine Betriebseinnahmen entstanden. Die Betriebsausgaben und zugleich Verluste betrugen 2.401,91&nbsp;EUR (2004\/2005) bzw. 6.410,89&nbsp;EUR (2005\/2006). Mit Ausnahme der Angaben zum Wirtschaftsjahr in Zeile&nbsp;1 und der Verluste in Zeilen&nbsp;2 und 3 des Vordrucks enthielt die Anlage&nbsp;L keine weiteren Eintragungen. Einer weiteren Anlage waren Herstellungskosten einer seit Anfang 2005 errichteten Halle zu entnehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA erbat daraufhin die Vorlage von Pachtvertr&auml;gen und der EU-Weinbaukartei sowie die Abgabe einer vollst&auml;ndig ausgef&uuml;llten Anlage&nbsp;L. Wegen fehlender Fl&auml;chenangaben sei nicht ersichtlich, ob es sich um einen Antrag nach &sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) handele. Unter dem 17.&nbsp;November 2006 antwortete der Kl&auml;ger und legte eine Anlage&nbsp;L mit Angaben zu den Betriebsfl&auml;chen vor. Das FA errechnete einen Ausgangswert f&uuml;r eine Sondernutzung i.S. des &sect;&nbsp;13a EStG von 1.337&nbsp;DM und kam zu dem Ergebnis, der Gewinn sei nach &sect;&nbsp;13a EStG zu ermitteln, weil kein wirksamer Antrag nach &sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;2 EStG gestellt worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger vertrat die Ansicht, mit Abgabe der Anlage&nbsp;L einschlie&szlig;lich beigef&uuml;gter Gewinnermittlung nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 EStG sei der Antrag nach &sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;2 EStG fristgem&auml;&szlig; gestellt worden, weil zuvor wegen der fehlenden Anlage&nbsp;L noch keine Steuererkl&auml;rung abgegeben worden sei. Das FA folgte dem nicht und erlie&szlig; eine Einspruchsentscheidung, aus deren Anlage sich Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft von 547&nbsp;EUR ergeben, die infolge des Freibetrags nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;3 EStG nicht zu einer Erh&ouml;hung des Gesamtbetrags der Eink&uuml;nfte f&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die dagegen erhobene Klage hatte Erfolg. Das Finanzgericht (FG) war der Auffassung, f&uuml;r das der Veranlagung auch zugrunde liegende Wirtschaftsjahr 2005\/2006 sei der Antrag nach &sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;2 EStG rechtzeitig gestellt worden. Das Urteil des FG ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2011, 791 abgedruckt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA eine Verletzung des &sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 EStG. Der Kl&auml;ger habe bereits im April 2006 eine wirksame Steuererkl&auml;rung abgegeben und deshalb sp&auml;ter einen Antrag nach &sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG nicht mehr wirksam stellen k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig;, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten haben &uuml;bereinstimmend nach &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) auf eine m&uuml;ndliche Verhandlung verzichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist nicht begr&uuml;ndet und war deshalb zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO). Das FG hat im Ergebnis zu Recht die Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft des Wirtschaftsjahrs 2005\/2006 auf der Grundlage von &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 EStG ermittelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Voraussetzungen f&uuml;r eine Durchschnittssatzgewinnermittlung nach &sect;&nbsp;13a EStG sind nicht erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">a) Nach &sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG ist der Gewinn f&uuml;r einen Betrieb der Land- und Forstwirtschaft nach Durchschnittss&auml;tzen zu ermitteln, &quot;wenn<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">1. der Steuerpflichtige nicht auf Grund gesetzlicher Vorschriften verpflichtet ist, B&uuml;cher zu f&uuml;hren und regelm&auml;&szlig;ig Abschl&uuml;sse zu machen, und<br \/><\/br>2. die selbst bewirtschaftete Fl&auml;che der landwirtschaftlichen Nutzung &#8230; ohne Sonderkulturen &#8230; nicht 20&nbsp;Hektar &uuml;berschreitet und<br \/><\/br>3. die Tierbest&auml;nde insgesamt 50&nbsp;Vieheinheiten &#8230; nicht &uuml;bersteigen und<br \/><\/br>4. der Wert der selbst bewirtschafteten Sondernutzungen nach Absatz&nbsp;5 nicht mehr als 2&nbsp;000&nbsp;Deutsche Mark je Sondernutzung betr&auml;gt&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Durchschnittssatzgewinn ist nach Abs.&nbsp;3 der Vorschrift &quot;die Summe aus<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">1. dem Grundbetrag (Absatz&nbsp;4),<br \/><\/br>2. den Zuschl&auml;gen f&uuml;r Sondernutzungen (Absatz&nbsp;5),<br \/><\/br>3. den nach Absatz&nbsp;6 gesondert zu ermittelnden Gewinnen,<br \/><\/br>&#8230;&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die H&ouml;he des Grundbetrags richtet sich bei der landwirtschaftlichen Nutzung ohne Sonderkulturen nach dem Hektarwert der selbst bewirtschafteten Fl&auml;che (Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 der Vorschrift). Bei Sondernutzungen, deren Werte jeweils 500&nbsp;DM &uuml;bersteigen, ist f&uuml;r jede Sondernutzung ein Zuschlag von 512&nbsp;EUR zu machen (&sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;3 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der erkennende Senat hat daraus geschlossen, dass f&uuml;r einen Betrieb der Land- und Forstwirtschaft der Gewinn nur dann nach Durchschnittss&auml;tzen ermittelt werden darf, wenn zu ihm selbst bewirtschaftete landwirtschaftliche Nutzfl&auml;chen geh&ouml;ren (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 14.&nbsp;April 2011 IV&nbsp;R&nbsp;1\/09, BFH\/NV 2011, 1336, m.w.N.; BFH-Beschluss vom 14.&nbsp;April 2011 IV&nbsp;B&nbsp;57\/10, BFH\/NV 2011, 1331). Die Durchschnittssatzgewinnermittlung ist damit solchen Kleinbetrieben nicht gestattet, deren T&auml;tigkeit sich auf eine Sondernutzung beschr&auml;nkt. F&uuml;r diese Betriebe gelten die allgemeinen Grunds&auml;tze, so dass der Gewinn mangels Buchf&uuml;hrungspflicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;141 der Abgabenordnung nach dem &Uuml;berschuss der Betriebseinnahmen &uuml;ber die Betriebsausgaben zu ermitteln ist (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 EStG), sofern der Steuerpflichtige nicht den Betriebsverm&ouml;gensvergleich gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 EStG ausdr&uuml;cklich w&auml;hlt. Verfassungsrechtliche Bedenken dagegen bestehen nicht, auch wenn der allein aus einer Sondernutzung folgende Gewinn nach &sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;3 EStG mit einem pauschalen Zuschlag von 512&nbsp;EUR abgegolten w&auml;re (BFH-Urteil in BFH\/NV 2011, 1331).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Nach den Feststellungen des FG bewirtschaftete der Kl&auml;ger keine landwirtschaftlichen Nutzfl&auml;chen, sondern ausschlie&szlig;lich Weinbaufl&auml;chen. Weinbau gilt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c des Bewertungsgesetzes als Sondernutzung i.S. des &sect;&nbsp;13a EStG. Die Eink&uuml;nfte aus dem Betrieb des Kl&auml;gers waren danach nicht nach Durchschnittss&auml;tzen zu ermitteln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Da der Kl&auml;ger nicht zur F&uuml;hrung von B&uuml;chern verpflichtet war und auch freiwillig keine B&uuml;cher gef&uuml;hrt und Abschl&uuml;sse aufgestellt hat, sind die Eink&uuml;nfte im Wege der Einnahmen-&Uuml;berschussrechnung zu ermitteln. Nach dieser Methode hat der Kl&auml;ger den Gewinn des Wirtschaftsjahrs 2005\/2006 auch tats&auml;chlich ermittelt. Die H&ouml;he dieses Gewinns betr&auml;gt unstreitig und vom FG festgestellt .\/.&nbsp;6.411&nbsp;EUR, wovon die H&auml;lfte auf das Streitjahr entf&auml;llt. Der Gewinn des Wirtschaftsjahrs 2004\/2005 ist vom FG nicht festgestellt worden, weil es seiner Berechnung &#8211;von seinem Standpunkt aus zutreffend&#8211; den Gewinn nach Durchschnittss&auml;tzen von 512&nbsp;EUR zugrunde gelegt hat. Im Revisionsverfahren ist nicht zu pr&uuml;fen, ob der im Wege einer Einnahmen-&Uuml;berschussrechnung zu ermittelnde Gewinn entsprechend den Angaben in der Steuererkl&auml;rung niedriger als 512&nbsp;EUR war, denn der Kl&auml;ger hat das Urteil des FG nicht angefochten. Damit sind mindestens Eink&uuml;nfte in H&ouml;he des vom FG ermittelten Betrags anzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Sache ist entscheidungsreif. Die Einkommensteuer ist h&ouml;chstens nach dem vom FG zugrunde gelegten zu versteuernden Einkommen zu bemessen, so dass die Revision des FA zur&uuml;ckzuweisen ist. Auf die bislang allein streitige Frage, ob der Antrag auf Nichtanwendung der Durchschnittssatzgewinnermittlung rechtzeitig gestellt worden ist, kommt es danach nicht an. Der Senat entscheidet deshalb ungeachtet des beiderseitigen Verzichts auf m&uuml;ndliche Verhandlung durch Gerichtsbescheid gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;90a Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.12.2012, IV R 51\/10 Durchschnittssatzgewinnermittlung nach &sect; 13a EStG nicht f&uuml;r reinen Weinbaubetrieb Leits&auml;tze F&uuml;r einen Betrieb der Land- und Forstwirtschaft darf der Gewinn nur dann nach Durchschnittss&auml;tzen ermittelt werden, wenn zu ihm selbst bewirtschaftete landwirtschaftliche Nutzfl&auml;chen geh&ouml;ren. 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