{"id":36657,"date":"2013-04-19T18:23:25","date_gmt":"2013-04-19T16:23:25","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=36657"},"modified":"2013-04-19T18:23:25","modified_gmt":"2013-04-19T16:23:25","slug":"ix-r-9-12-im-wesentlichen-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-11122012-ix-r-14-12-einkuenfteerzielungsabsicht-bei-langjaehrigem-leerstand-von-wohnungen-gleichzeitige-bemuehungen-um-veraeusserung-oder-ver","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-9-12-im-wesentlichen-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-11122012-ix-r-14-12-einkuenfteerzielungsabsicht-bei-langjaehrigem-leerstand-von-wohnungen-gleichzeitige-bemuehungen-um-veraeusserung-oder-ver\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;9\/12 &#8211; Im Wesentlichen inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 11.12.2012 IX R 14\/12 &#8211; Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht bei langj&auml;hrigem Leerstand von Wohnungen &#8211; Gleichzeitige Bem&uuml;hungen um Ver&auml;u&szlig;erung oder Vermietung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.12.2012, IX R 9\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Im Wesentlichen inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 11.12.2012 IX R 14\/12 &#8211; Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht bei langj&auml;hrigem Leerstand von Wohnungen &#8211; Gleichzeitige Bem&uuml;hungen um Ver&auml;u&szlig;erung oder Vermietung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) war im Streitjahr (2006) h&auml;lftig beteiligter Gesellschafter einer Gesellschaft b&uuml;rgerlichen Rechts (GbR); Zweck der 1998 gegr&uuml;ndeten GbR war die Vermietung der Eigentumswohnung S-Stra&szlig;e. Weitere, ebenfalls zu 50 v.H. beteiligte Gesellschafterin war die (seit 2005 geschiedene) Ehefrau des Kl&auml;gers (Beigeladene). Das Objekt S-Stra&szlig;e war im Zeitraum zwischen seiner Anschaffung (im Jahr 1998) und Februar 2003 fremdvermietet; seit M&auml;rz 2003 stand das Objekt bis zu seiner Ver&auml;u&szlig;erung durch notariell beurkundeten Vertrag vom Dezember 2007 leer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bereits im Zuge der Bearbeitung der Erkl&auml;rung &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r den Veranlagungszeitraum 2004 forderte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) konkrete Nachweise &uuml;ber das Bestehen einer Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht hinsichtlich des Objekts S-Stra&szlig;e an. Hierzu erkl&auml;rte der Kl&auml;ger mit Schreiben vom November 2005, er bem&uuml;he sich &quot;permanent um einen Nachmieter&quot;. Im Widerspruch hierzu hatte der Kl&auml;ger dem FA schon im Oktober 2005 fernm&uuml;ndlich mitgeteilt, dass das Objekt S-Stra&szlig;e verkauft werden solle. Im Zuge eines gegen den Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r den Veranlagungszeitraum 2004 gerichteten Einspruchsverfahrens best&auml;tigte der Kl&auml;ger mit Schreiben vom Januar 2006 erneut, dass er &quot;zwischenzeitlich&quot; einen Makler &quot;mit dem Verkauf der Wohnung beauftragt&quot; habe. Im Zuge des Einspruchsverfahrens legte der Kl&auml;ger zudem eine vom November 2005 datierende Best&auml;tigung eines Interessenten vor, der bekundete, das Objekt S-Stra&szlig;e im Juni 2004 besichtigt zu haben. Ob die Besichtigung zum Zwecke der Anmietung oder zum Zwecke des Kaufs des Objekts stattfand, ergibt sich aus der Best&auml;tigung nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch im Zuge seiner Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr machte der Kl&auml;ger Aufwendungen f&uuml;r das seit M&auml;rz 2003 leerstehende Objekt als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung geltend. Das FA ber&uuml;cksichtigte die Aufwendungen f&uuml;r das Objekt S-Stra&szlig;e im Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r das Streitjahr nicht, da im Hinblick auf die bereits 2005 mitgeteilte Ver&auml;u&szlig;erungsabsicht keine Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht mehr bestanden habe. Im Einspruchsverfahren machte der Kl&auml;ger geltend, er habe auch im Streitjahr eine Vermietung des Objekts beabsichtigt; dies werde durch die Best&auml;tigung eines Interessenten, der das Objekt im Fr&uuml;hjahr 2006 besichtigt habe, belegt. Demgegen&uuml;ber erkl&auml;rte die Beigeladene mit Schreiben ihrer Bevollm&auml;chtigten vom November 2007, dass seit dem Abschluss der Scheidungsvereinbarungen im Jahr 2005 seitens der Eheleute nur noch beabsichtigt gewesen sei, das Objekt zu ver&auml;u&szlig;ern. Dies habe sich bislang indes nicht verwirklichen lassen. Soweit der Kl&auml;ger im Zuge des weiteren Einspruchsverfahrens Nachweise &uuml;ber Inserate, mit denen das Objekt in der Tagespresse angeboten war, vorgelegt hatte, handelte es sich ausschlie&szlig;lich um Ver&auml;u&szlig;erungsanzeigen. Auch ein in diesem Zusammenhang t&auml;tiger Immobilienmakler war mit dem Verkauf des Objekts S-Stra&szlig;e betraut; seinen Angaben zufolge wurde die Immobilie potentiellen Interessenten nur auf gezielte Nachfrage auch als Mietobjekt angeboten, da &quot;ganz klar die Absicht auf dem Verkauf&quot; gelegen habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Einspruch des Kl&auml;gers gegen den Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r das Streitjahr hatte keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) wies die hiergegen gerichtete Klage mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 694 ver&ouml;ffentlichten Urteil als unbegr&uuml;ndet ab. Zwar h&auml;tten im finanzgerichtlichen Verfahren zwei Zeugen unabh&auml;ngig voneinander best&auml;tigt, das Objekt im Herbst 2005 bzw. Fr&uuml;hjahr 2006 zwecks Anmietung besichtigt zu haben, jedoch habe die Beweisaufnahme nicht ergeben, dass im Streitjahr noch eine Vermietungsabsicht bestanden habe. Der ebenfalls als Zeuge geh&ouml;rte Immobilienmakler habe best&auml;tigt, dass er vorrangig mit dem Verkauf der Wohnung befasst gewesen sei. Eine zur Ver&auml;u&szlig;erung alternativ erwogene Vermietung sei &#8211;auch auf seinen Rat hin&#8211; alsbald wieder verworfen worden. Auch soweit sich aus der Beweisaufnahme ergeben habe, dass der Kl&auml;ger jedenfalls im Fr&uuml;hjahr 2006 selbst eine (einzelne) Annonce wegen Vermietung des Objekts aufgegeben habe, auf die sich ein Zeuge gemeldet und die Wohnung besichtigt habe, k&ouml;nne dies jedoch bei gleichzeitigen erheblichen Verkaufsbem&uuml;hungen nicht ausreichen, um eine Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht zu belegen. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der hiergegen gerichteten Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung formellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/><\/br>das angefochtene Urteil des FG aufzuheben und die Sache zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/><\/br>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es vertritt die Ansicht, dass die GbR-Gesellschafter ihre Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht hinsichtlich des Objekts S-Stra&szlig;e bereits vor dem Streitjahr aufgegeben h&auml;tten. Insoweit sei es ohne Bedeutung, dass der Kl&auml;ger das Objekt im Streitjahr oder zu einem sp&auml;teren Zeitpunkt ggf. auch habe vermieten wollen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur&uuml;ckzuweisen. Das FG ist im Streitfall zu Recht davon ausgegangen, dass die vom Kl&auml;ger geltend gemachten Werbungskosten&uuml;bersch&uuml;sse im Streitjahr mangels Vorliegens einer Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht nicht zu ber&uuml;cksichtigen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die geltend gemachten Verfahrensr&uuml;gen greifen nicht durch. Die behauptete Verletzung des Rechts auf Geh&ouml;r liegt nicht vor. Das FG hat sich in seiner Entscheidung mit den schriftlichen Einlassungen des vom Kl&auml;ger benannten Zeugen B sachlich auseinandergesetzt; jenseits dessen hat der Kl&auml;ger &#8211;mit Blick auf die zu diesem Zeitpunkt bereits vorliegende schriftliche &Auml;u&szlig;erung des Zeugen B&#8211; bereits im Zuge der Beweisaufnahme am 11.&nbsp;November 2010 auf die pers&ouml;nliche Befragung dieses Zeugen in einem k&uuml;nftigen (weiteren) Termin zur m&uuml;ndlichen Verhandlung verzichtet. Die behauptete Verletzung der richterlichen Hinweispflicht (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;2 FGO) kann der rechtskundig vertretene Kl&auml;ger schon deshalb nicht erfolgreich geltend machen, weil er auf die Einhaltung der Verfahrensvorschrift verzichtet hat, indem sie ihre (vorgebliche) Verletzung in der m&uuml;ndlichen Verhandlung nicht ger&uuml;gt hat (&sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;295 der Zivilprozessordnung). Auch ein &Uuml;berraschungsurteil i.S. des &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;2 FGO liegt erkennbar nicht vor; dem rechtskundig vertretenen Kl&auml;ger oblag es vielmehr, alle vertretbaren rechtlichen Gesichtspunkte von sich aus in Betracht zu ziehen und seinen Vortrag darauf einzurichten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz 1 EStG in der in den Streitjahren geltenden Fassung sind Werbungskosten Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung von Einnahmen; sie sind nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) bei der Einkunftsart Vermietung und Verpachtung abzuziehen, wenn sie bei ihr erwachsen, und d.h., durch sie veranlasst sind. Fallen Aufwendungen mit der beabsichtigten Vermietung eines (leerstehenden) Wohngrundst&uuml;cks an, bevor mit dem Aufwand zusammenh&auml;ngende Einnahmen erzielt werden, k&ouml;nnen sie als vorab entstandene Werbungskosten ber&uuml;cksichtigt werden, wenn ein ausreichend bestimmter wirtschaftlicher Zusammenhang zwischen den Aufwendungen und der Einkunftsart besteht, in deren Rahmen der Abzug begehrt wird. Die Ber&uuml;cksichtigung von Aufwand als (vorab entstandene) Werbungskosten bei der Einkunftsart Vermietung und Verpachtung setzt voraus, dass der Steuerpflichtige sich endg&uuml;ltig entschlossen hat, aus dem Objekt durch Vermieten Eink&uuml;nfte nach &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG zu erzielen und diese Entscheidung sp&auml;ter nicht aufgegeben hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach sind Aufwendungen f&uuml;r eine Wohnung, die nach vorheriger (auf Dauer angelegter) Vermietung leersteht, auch w&auml;hrend der Zeit des Leerstands als Werbungskosten abziehbar, solange der Steuerpflichtige den urspr&uuml;nglichen Entschluss zur Eink&uuml;nfteerzielung im Zusammenhang mit dem Leerstand der Wohnung nicht endg&uuml;ltig aufgegeben hat. Die Einzelfallumst&auml;nde, aus denen sich der endg&uuml;ltige Entschluss zu vermieten ergibt, sind in erster Linie ernsthafte und nachhaltige Vermietungsbem&uuml;hungen des Steuerpflichtigen. F&uuml;r die Ernsthaftigkeit und Nachhaltigkeit der Vermietungsbem&uuml;hungen als Voraussetzungen einer (fort-)bestehenden Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht, deren Feststellung und W&uuml;rdigung im Wesentlichen dem FG als Tatsacheninstanz obliegt, tr&auml;gt der Steuerpflichtige die Feststellungslast. Das FG entscheidet nach seiner freien, aus dem Gesamtergebnis des Verfahrens gewonnenen &Uuml;berzeugung, ob im Einzelfall eine Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht vorliegt; es ist bei seiner tatrichterlichen W&uuml;rdigung nicht an starre Regeln f&uuml;r das Gewichten einzelner Umst&auml;nde gebunden. Der Senat verweist zur weiteren Begr&uuml;ndung und zur Vermeidung von Wiederholungen auf sein zur amtlichen Ver&ouml;ffentlichung bestimmtes Urteil vom 11. Dezember 2012 im Verfahren IX&nbsp;R&nbsp;14\/12.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Nach diesen Grunds&auml;tzen ist das FG zu Recht davon ausgegangen, dass hinsichtlich des Objekts S-Stra&szlig;e im Streitjahr keine Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht mehr bestanden hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar kann regelm&auml;&szlig;ig nicht von einer endg&uuml;ltigen Aufgabe der Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht ausgegangen werden, solange sich der Steuerpflichtige ernsthaft und nachhaltig um eine Vermietung der leerstehenden Wohnung bem&uuml;ht, selbst wenn er die Wohnung zugleich zum Verkauf anbietet (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 9.&nbsp;Juli 2003 IX&nbsp;R&nbsp;102\/00, BFHE 203, 86, BStBl II 2003, 940; vom 9.&nbsp;Juli 2003 IX&nbsp;R&nbsp;48\/02, BFH\/NV 2004, 170). Soweit das FG aus den von ihm festgestellten Umst&auml;nden des Streitfalles gleichwohl die &Uuml;berzeugung gewonnen hat, dass der Kl&auml;ger seine &#8211;in der Leerstandszeit indiziell zun&auml;chst weiterbestehende&#8211; Vermietungsabsicht bereits vor dem Streitjahr selbst endg&uuml;ltig aufgegeben hat, ist dies nach dem eingeschr&auml;nkten Ma&szlig;stab revisionsrechtlicher Kontrolle (vgl. Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;118 Rz&nbsp;30) nicht zu beanstanden. Das FG hat es insbesondere zutreffend als Beweisanzeichen f&uuml;r die Aufgabe der Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht gewertet, dass der Kl&auml;ger den hinsichtlich des Objekts erteilten Maklerauftrag vorrangig zur Ver&auml;u&szlig;erung der Wohnung erteilt hat (vgl. hierzu BFH-Urteil vom 2.&nbsp;M&auml;rz 1993 IX&nbsp;R&nbsp;69\/89, BFH\/NV 1993, 532) und auch in &#8211;bereits seit 2005&#8211; selbst geschalteten Anzeigen die Wohnung als Verkaufsobjekt beworben hat. Auch im Zuge der Veranlagungsverfahren 2004 bis 2006 hat der Kl&auml;ger sich im Wesentlichen dahin eingelassen, dass ein Verkauf des Objekts geplant sei. Mit Blick auf die im Streitfall bestehende gesellschaftsrechtliche Verbundenheit des Kl&auml;gers und der Beigeladenen ist es ferner als Beweisanzeichen f&uuml;r die Aufgabe der Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht zu werten, dass die GbR-Gesellschafter &#8211;nach Angaben der Beigeladenen im finanzgerichtlichen Verfahren&#8211; bereits mit Inkrafttreten der Scheidungsvereinbarungen im Jahr 2005 eine Wiedervermietung des Objekts ausgeschlossen hatten. Vor diesem Hintergrund hat das FG zutreffend die nur gelegentlich der Ver&auml;u&szlig;erungsbem&uuml;hungen &#8211;und mithin nach Aufgabe der Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht&#8211; vorgenommenen punktuellen Vermietungsversuche &#8211;nach den den Senat gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO bindenden Feststellungen des FG hat es nur zwei Besichtigungen von potentiellen Mietern Ende 2005\/Anfang 2006 gegeben&#8211; nicht als f&uuml;r eine (Wieder-)Aufnahme der Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht ausreichend angesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.12.2012, IX R 9\/12 Im Wesentlichen inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 11.12.2012 IX R 14\/12 &#8211; Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht bei langj&auml;hrigem Leerstand von Wohnungen &#8211; Gleichzeitige Bem&uuml;hungen um Ver&auml;u&szlig;erung oder Vermietung Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) war im Streitjahr (2006) h&auml;lftig beteiligter Gesellschafter einer Gesellschaft b&uuml;rgerlichen Rechts (GbR); Zweck der 1998 gegr&uuml;ndeten &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-9-12-im-wesentlichen-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-11122012-ix-r-14-12-einkuenfteerzielungsabsicht-bei-langjaehrigem-leerstand-von-wohnungen-gleichzeitige-bemuehungen-um-veraeusserung-oder-ver\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;9\/12 &#8211; Im Wesentlichen inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 11.12.2012 IX R 14\/12 &#8211; Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht bei langj&auml;hrigem Leerstand von Wohnungen &#8211; Gleichzeitige Bem&uuml;hungen um Ver&auml;u&szlig;erung oder Vermietung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-36657","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36657","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=36657"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36657\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=36657"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=36657"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=36657"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}