{"id":36661,"date":"2013-04-19T18:23:29","date_gmt":"2013-04-19T16:23:29","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=36661"},"modified":"2013-04-19T18:23:29","modified_gmt":"2013-04-19T16:23:29","slug":"vii-r-69-11-unterlassungsklage-und-feststellungsklage-gegen-vollstreckung-aus-einem-beitreibungsersuchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-69-11-unterlassungsklage-und-feststellungsklage-gegen-vollstreckung-aus-einem-beitreibungsersuchen\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;69\/11 &#8211; Unterlassungsklage und Feststellungsklage gegen Vollstreckung aus einem Beitreibungsersuchen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.12.2012, VII R 69\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Unterlassungsklage und Feststellungsklage gegen Vollstreckung aus einem Beitreibungsersuchen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) ist als Rechtsanwalt in Deutschland und Mallorca gesch&auml;ftsans&auml;ssig und Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer spanischen Gesellschaft. Wegen nicht beitreibbarer Steuerschulden dieser Gesellschaft nahm das Finanzamt f&uuml;r Steuererhebung auf den Balearischen Inseln (spanisches FA) den Kl&auml;ger mit Haftungsbescheid vom 19.&nbsp;November 2007 in Anspruch. Die dagegen eingelegte Steuerbeschwerde und die beim Finanzgericht der Balearischen Inseln (spanisches FG) erhobene Klage hatten keinen Erfolg. Nach seinen unbelegten Angaben hat der Kl&auml;ger gegen dieses Urteil Rekurs zum Zentralfinanzgericht eingelegt. Zum Stand des von der Gesellschaft gegen den Steuerbescheid in Anspruch genommenen Rechtsschutzes hat sich der Kl&auml;ger nicht ge&auml;u&szlig;ert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem der Kl&auml;ger auf den Haftungsbescheid nicht gezahlt hatte, erlie&szlig; das Regionalfinanzamt der Balearen am 1.&nbsp;Februar 2008 eine Vollstreckungsanordnung, die dem Rechtsanwalt des Kl&auml;gers am 15.&nbsp;Februar 2008 zugestellt wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit E-Mail vom 22.&nbsp;Juni 2009 &uuml;bersandte die Staatsbeh&ouml;rde f&uuml;r Steuerverwaltung in Madrid &uuml;ber das CCN\/CSI-Netz an das Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern (BZSt) elektronisch ein Beitreibungsersuchen. Der E-Mail waren die Vollstreckungsanordnung im PDF-Format und das Formular &quot;Ersuchen um Beitreibung gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;6 der Richtlinie 2008\/55\/EG&quot; im Word-Format angef&uuml;gt. Das BZSt leitete die E-Mail an die &#8230; Finanzbeh&ouml;rde und diese sandte sie dem Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA erlie&szlig; aufgrund dieses Ersuchens am 24.&nbsp;Juli 2009 eine Zahlungsaufforderung. Dagegen legte der Kl&auml;ger Einspruch ein und beantragte Aussetzung der Vollziehung (AdV). Mit Schreiben vom 31.&nbsp;August 2009 holte das FA die vom Kl&auml;ger beanstandeten Angaben nach und lehnte die AdV ab. &Uuml;ber den Einspruch ist bislang nicht entschieden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter dem 27.&nbsp;August 2009 pf&auml;ndete das FA bei sich selbst als Drittschuldner Steuererstattungsanspr&uuml;che des Kl&auml;gers zur Beitreibung der Forderung der spanischen Steuerbeh&ouml;rde und ordnete die Einziehung an. Gegen die Pf&auml;ndungs- und Einziehungsverf&uuml;gung legte der Kl&auml;ger Einspruch ein und beantragte insoweit AdV. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf Antrag des Kl&auml;gers gew&auml;hrte das Finanzgericht (FG) AdV gegen Sicherheitsleistung, weil es wegen der elektronischen &Uuml;bermittlung Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit &quot;des Leistungsgebots&quot; hatte. Auf die Beschwerde des FA hob der Bundesfinanzhof (BFH) diesen Beschluss auf und lehnte den Antrag auf AdV ab. Die Zahlungsaufforderung sei kein Leistungsgebot; dieses sei bereits mit dem spanischen Haftungsbescheid verbunden gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die auf Unterlassung der weiteren Vollstreckung der Haftungsschuld, hilfsweise Feststellung der Rechtswidrigkeit der Vollstreckung aus dem Beitreibungsersuchen erhobene Klage blieb erfolglos. Im Klageverfahren hat die spanische Steuerbeh&ouml;rde die Vollstreckungsanordnung vom 1.&nbsp;Februar 2008 in Papierform &uuml;bersandt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG wies die Unterlassungsklage als unzul&auml;ssig ab, weil der Kl&auml;ger nicht konkret dargelegt habe, welche irreparablen Nachteile ihm drohten, wenn das FA weitere Vollstreckungsma&szlig;nahmen ergreife und er dann dagegen Einspruch einlegen bzw. nachfolgend Anfechtungsklage erheben und zugleich AdV beantrage. Auch die Klage auf Feststellung der Rechtswidrigkeit der bereits ergriffenen Vollstreckungsma&szlig;nahmen hielt es f&uuml;r unzul&auml;ssig, weil sie subsidi&auml;r zu Einspruch und Anfechtungsklage sei. Dagegen sah es die Feststellungsklage mit dem Ziel, die Rechtswidrigkeit weiterer, noch nicht durchgef&uuml;hrter Vollstreckungsma&szlig;nahmen wegen M&auml;ngeln des Beitreibungsersuchens festzustellen, insbesondere wegen des Gebots effektiven Rechtsschutzes als zul&auml;ssig an, wies sie aber als unbegr&uuml;ndet ab. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat die Revision u.a. zur Kl&auml;rung der Frage zugelassen, ob und ggf. mit welcher Klageart Einwendungen gegen die Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Beitreibungshilfe insgesamt geltend gemacht werden k&ouml;nnen, auch wenn konkret drohende irreparable Sch&auml;den durch eine bevorstehende Vollstreckung nicht vorgetragen werden. Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 482 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision wendet sich der Kl&auml;ger im Wesentlichen gegen die Ausf&uuml;hrungen des FG zur Unbegr&uuml;ndetheit der vorbeugenden Feststellungsklage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, das Urteil des FG aufzuheben und das FA zu verurteilen, weitere Vollstreckungsma&szlig;nahmen aus dem Beitreibungsersuchen des Regionalfinanzamtes der Balearen zu unterlassen, hilfsweise festzustellen, dass die Vollstreckung aus dem Beitreibungsersuchen rechtswidrig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen. Es schlie&szlig;t sich im Wesentlichen den Ausf&uuml;hrungen des FG an und stellt dar&uuml;ber hinaus in Frage, inwiefern den Finanzbeh&ouml;rden die Pr&uuml;fung des ordre public obliege, ob diese nicht vielmehr den Gerichten &uuml;berlassen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet. Das Urteil des FG verletzt zwar Bundesrecht (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;), soweit die vorbeugende Feststellungsklage als unbegr&uuml;ndet, statt als unzul&auml;ssig zur&uuml;ckgewiesen worden ist. Es hat aber Bestand, weil der Urteilstenor richtig ist (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;4 FGO; vgl. Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;126 Rz&nbsp;8, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG hat den Hauptantrag des Kl&auml;gers zu Recht als Unterlassungsklage gewertet und als unzul&auml;ssig angesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger will mit dem Antrag erreichen, dass das FA weitere Vollstreckungsma&szlig;nahmen aufgrund des spanischen Beitreibungsersuchens unterl&auml;sst. F&uuml;r einen solchen vorbeugenden Rechtsschutz ist angesichts des Rechtsschutzsystems der FGO ein besonders intensives Rechtsschutzinteresse Voraussetzung (vgl. Braun in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;40 FGO Rz&nbsp;146). Geht es darum, eine beh&ouml;rdliche Ma&szlig;nahme abzuwehren, bietet die FGO dem Rechtssuchenden neben Einspruch und Anfechtungsklage einstweiligen Rechtsschutz durch Aussetzung der Vollziehung (&sect;&nbsp;69 FGO) bzw. einstweilige Anordnung (&sect;&nbsp;114 FGO). F&uuml;r eine Unterlassungsklage ist nur dann Raum, wenn das erstrebte Schutzziel mit diesen Rechtsbehelfen nicht erreicht werden kann, wenn also substantiiert und in sich schl&uuml;ssig dargetan wird, durch ein bestimmtes, k&uuml;nftig zu erwartendes Handeln einer Beh&ouml;rde in den Rechten verletzt zu sein, und ein Abwarten der tats&auml;chlichen Rechtsverletzung unzumutbar ist, weil die Rechtsverletzung dann nicht oder nur schwerlich wiedergutzumachen ist (BFH-Urteile vom 27.&nbsp;Oktober 1993 I&nbsp;R&nbsp;25\/92, BFHE 172, 488, BStBl II 1994, 210; vom 19.&nbsp;M&auml;rz 1998 VII&nbsp;R&nbsp;73\/97, BFHE 186, 179, Deutsches Steuerrecht\/Entscheidungsdienst 1998, 861).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach den f&uuml;r den Senat bindenden Feststellungen des FG (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) hat der Kl&auml;ger nicht dargelegt, welche irreparablen Nachteile ihm drohten, wenn er gegen weitere Vollstreckungsma&szlig;nahmen des FA mit Einspruch, Klage und Aussetzungsantrag vorginge. Auch mit der Revision macht der Kl&auml;ger allgemein &quot;drohende Eingriffe in die Eigentums- und Verm&ouml;genspositionen&quot; geltend. Inwieweit dadurch nicht wiedergutzumachende Sch&auml;den zu erwarten w&auml;ren, hat er nicht dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Unzul&auml;ssigkeit der auf Feststellung der Rechtswidrigkeit der bereits ergriffenen Vollstreckungshandlungen gerichteten Klage hat das FG zutreffend mit der in &sect;&nbsp;41 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 FGO angeordneten Subsidiarit&auml;t der Feststellungsklage gegen&uuml;ber einer Anfechtungsklage begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Entgegen der Rechtsauffassung des FG ist die Klage, soweit mit ihr die Feststellung der Rechtswidrigkeit einer k&uuml;nftigen Vollstreckung aus dem Beitreibungsersuchen erreicht werden soll, ebenfalls nicht zul&auml;ssig. Der Kl&auml;ger hat kein berechtigtes Interesse an der baldigen Feststellung des Rechtsverh&auml;ltnisses i.S. des &sect;&nbsp;41 Abs.&nbsp;1 FGO. Das danach erforderliche Feststellungsinteresse ist eine besondere Erscheinungsform des allgemeinen Rechtsschutzbed&uuml;rfnisses. Deshalb ist die Feststellungsklage nicht gegeben, wenn der Kl&auml;ger sein Prozessziel auf anderem Wege schneller, einfacher und billiger erreichen kann (vgl. Senatsurteil vom 23.&nbsp;November 1993 VII&nbsp;R&nbsp;56\/93, BFHE 173, 201, BStBl II 1994, 356, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall will der Kl&auml;ger im Kern die Feststellung erreichen, dass das spanische Beitreibungsersuchen keine wirksame Vollstreckungsgrundlage darstellt. Die Frage der Rechtm&auml;&szlig;igkeit dieses Ersuchens stellt sich aber als Vorfrage schon in dem vom Kl&auml;ger angestrengten Klageverfahren gegen die Pf&auml;ndungs- und Einziehungsverf&uuml;gung, so dass ein weiteres Klageverfahren unn&ouml;tigen Doppelaufwand bedeutete. Es ist kein Grund daf&uuml;r ersichtlich, diese Frage losgel&ouml;st von der konkreten, bereits getroffenen Vollstreckungsma&szlig;nahme zu kl&auml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anders k&ouml;nnte sich die Zul&auml;ssigkeit der Feststellungsklage darstellen, wenn eine Vollstreckung aus dem umstrittenen Beitreibungsersuchen erstmalig bevorst&uuml;nde. F&uuml;r diesen Fall k&ouml;nnten die Erw&auml;gungen, die das FG bewogen haben, die Zul&auml;ssigkeit zu bejahen, berechtigt sein. Denn dann w&auml;re in der Tat zu erw&auml;gen, ob das Gebot effektiven Rechtsschutzes eine gerichtliche Kl&auml;rung der Vollstreckungsvoraussetzungen im Vorhinein jedenfalls dann erfordert, wenn die zu erwartenden Vollstreckungsma&szlig;nahmen &uuml;ber die reine Geldleistung hinausgehende einschneidende Beeintr&auml;chtigungen mit sich br&auml;chten, vor welchen eine AdV der Vollstreckungsma&szlig;nahmen nicht sch&uuml;tzen k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein solcher Sachverhalt lag offenbar dem vom FG herangezogenen Senatsurteil vom 3.&nbsp;November 2010 VII&nbsp;R&nbsp;21\/10 (BFHE 231, 500, BStBl II 2011, 401) zugrunde. Denn in dem dortigen Fall war die Frage, ob ein Beitreibungsersuchen wegen Versto&szlig;es gegen den ordre public zur Rechtswidrigkeit einer Vollstreckungsma&szlig;nahme f&uuml;hren k&ouml;nnte, im Zusammenhang mit der Androhung einer B&uuml;rgschaftsverwertung, also vor Beginn der Vollstreckung, zu kl&auml;ren. Zwar hat sich der Senat zur Zul&auml;ssigkeit der Feststellungsklage nicht ausdr&uuml;cklich ge&auml;u&szlig;ert. Allerdings ist davon auszugehen, dass inzident die Zul&auml;ssigkeit der Feststellungsklage bejaht wurde. Der Kl&auml;ger konnte nicht auf die Anfechtung einer bereits ergangenen Vollstreckungsma&szlig;nahme verwiesen werden, so dass die Feststellungsklage wohl als der gebotene Rechtsschutz angesehen wurde. Diesem Urteil kann &#8211;anders als das FG meint&#8211; nicht entnommen werden, dass die vorbeugende Feststellungklage zur Kl&auml;rung von Vollstreckungsvoraussetzungen stets zul&auml;ssig ist, also auch, wenn &#8211;wie im vorliegenden Fall&#8211; die Kl&auml;rung der Rechtsfrage im Anfechtungsverfahren &#8211;und dort vorrangig&#8211; m&ouml;glich ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch das vom FG f&uuml;r die Zul&auml;ssigkeit der Feststellungklage vorgebrachte weitere Argument, dass es im Fall einer vor einer ersten Vollstreckungsma&szlig;nahme erlassenen einstweiligen Anordnung gegen das FA, die Vollstreckung zu unterlassen, nie zu einer Anfechtungsklage kommen k&ouml;nne, in der die Einwendungen gegen die Vollstreckungsvoraussetzungen gepr&uuml;ft werden k&ouml;nnten, ist in der eben beschriebenen Konstellation des Streitfalles, in dem bereits vollstreckt worden ist, nicht einschl&auml;gig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Im &Uuml;brigen w&auml;re die Zulassung einer Feststellungklage bei gleichzeitiger Unzul&auml;ssigkeit der Unterlassungsklage im Streitfall widerspr&uuml;chlich. Besteht n&auml;mlich kein Rechtsschutzinteresse f&uuml;r die Unterlassungsklage, weil nach den Feststellungen des FG f&uuml;r den Kl&auml;ger mit der M&ouml;glichkeit, im Zeitpunkt der Vornahme einer Vollstreckungsma&szlig;nahme eine AdV zu erwirken, ausreichender Rechtsschutz besteht, so spricht dieser Gesichtspunkt auch gegen das besondere Feststellunginteresse i.S. des &sect;&nbsp;41 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.12.2012, VII R 69\/11 Unterlassungsklage und Feststellungsklage gegen Vollstreckung aus einem Beitreibungsersuchen Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) ist als Rechtsanwalt in Deutschland und Mallorca gesch&auml;ftsans&auml;ssig und Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer spanischen Gesellschaft. Wegen nicht beitreibbarer Steuerschulden dieser Gesellschaft nahm das Finanzamt f&uuml;r Steuererhebung auf den Balearischen Inseln (spanisches FA) den Kl&auml;ger &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-69-11-unterlassungsklage-und-feststellungsklage-gegen-vollstreckung-aus-einem-beitreibungsersuchen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;R&nbsp;69\/11 &#8211; Unterlassungsklage und Feststellungsklage gegen Vollstreckung aus einem Beitreibungsersuchen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-36661","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36661","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=36661"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36661\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=36661"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=36661"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=36661"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}