{"id":36731,"date":"1988-12-22T18:25:59","date_gmt":"1988-12-22T16:25:59","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=36731"},"modified":"2013-04-29T11:00:28","modified_gmt":"2013-04-29T09:00:28","slug":"bfh-beschluss-vom-22-12-1988-viii-b-131_87-bstbl-1989-ii-s-314","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-beschluss-vom-22-12-1988-viii-b-131_87-bstbl-1989-ii-s-314\/","title":{"rendered":"BFH-Beschlu\u00df vom 22.12.1988 (VIII B 131\/87)     BStBl. 1989 II S. 314"},"content":{"rendered":"<p><strong>BFH-Beschlu\u00df vom 22.12.1988 (VIII B 131\/87) BStBl. 1989 II S. 314<\/strong><\/p>\n<p><strong>F\u00fcr die Stellung des Antrags auf Beiladung eines Dritten nach \u00a7 174 Abs. 5 AO 1977 ist das beklagte FA zust\u00e4ndig.<\/strong><\/p>\n<p>AO 1977 \u00a7 174 Abs. 5.<\/p>\n<p>Vorinstanz: FG N\u00fcrnberg<\/p>\n<p align=\"center\"><strong><span> Sachverhalt <\/span><\/strong><\/p>\n<p><span>Die Beschwerdef\u00fchrerin ist eine GmbH. Sie ist auf Antrag des Finanzamts (FA) W in dem Rechtsstreit der Autohaus A KG in W gegen das FA W (Finanzgericht &#8211; FG &#8211; N\u00fcrnberg VI 365\/82) durch Beschlu\u00df des FG vom 3. November 1987 zum Verfahren beigeladen worden.<\/span><\/p>\n<p><span>Das FG begr\u00fcndete diesen Beschlu\u00df wie folgt: Im anh\u00e4ngigen Klageverfahren sei die steuerliche Anerkennung der Vereinbarungen streitig, die zwischen der Kl\u00e4gerin und der Beigeladenen getroffen worden seien. Im Falle der Anerkennung dieser Vereinbarungen erg\u00e4ben sich auch f\u00fcr die Beigeladene steuerliche Folgen. Damit das FA gegen\u00fcber der Beigeladenen die richtigen steuerlichen Folgerungen ziehen k\u00f6nne, werde diese gem\u00e4\u00df \u00a7 174 Abs. 5 Satz 1 und 2 der Abgabenordnung (AO 1977) antragsgem\u00e4\u00df zum Verfahren beigeladen. Die Beigeladene erhalte dadurch dieselbe Rechtsstellung wie im Fall der notwendigen Beiladung (\u00a7 60 Abs. 6 S\u00e4tze 1 und 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO).<\/span><\/p>\n<p><span>Der Beigeladene beantragt, den Beiladungsbeschlu\u00df aufzuheben<\/span><\/p>\n<p><span>Das FA beantragt, die Beschwerde zur\u00fcckzunehmen.<\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><strong><span> Entscheidungsgr\u00fcnde<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Die Beschwerde ist nicht begr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Nach \u00a7 174 Abs. 5 AO 1977 treten die in Absatz 4 der Vorschrift vorgesehenen Rechtsfolgen Dritten gegen\u00fcber nur ein, wenn sie an dem Verfahren, das zur Aufhebung oder \u00c4nderung des fehlerhaften Steuerbescheids gef\u00fchrt hat, beteiligt waren. Zu diesem Zweck wird in \u00a7 174 Abs. 5 Satz 2 AO 1977 bestimmt, da\u00df die Hinzuziehung oder Beiladung des Dritten in diesem Verfahren zul\u00e4ssig ist. Allerdings ist eine solche Beiladung nur zul\u00e4ssig, wenn das FA sie beantragt oder veranla\u00dft hat (BFH-Beschlu\u00df vom 27. Januar 1982 VII B 141\/81, BFHE 134, 537, BStBl II 1982, 239).<\/p>\n<p>Entgegen der Ansicht des Beigeladenen ist das beklagte FA f\u00fcr die Stellung eines solchen Antrags zust\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Das ergibt sich bereits aus dem Beschlu\u00df in BFHE 134, 537, BStBl II 1982, 239. Der VII. Senat hat dort u.a. ausgef\u00fchrt: &#8222;Aus dem Gesamtzusammenhang, in den \u00a7 174 Abs. 4 und 5 AO 1977 gestellt ist, folgt, da\u00df die Ermessensaus\u00fcbung bei der Hinzuziehung oder Beiladung Dritter allein in den H\u00e4nden der Steuerbeh\u00f6rde liegt. &#8230; Solange das vom Steuerpflichtigen betriebene Rechtsbehelfsverfahren oder sonstige Antragsverfahren noch bei der Steuerbeh\u00f6rde schwebt, kann begrifflich nur die Steuerbeh\u00f6rde die Hinzuziehung eines Dritten zum Rechtsmittelverfahren veranlassen, und zwar gem. \u00a7 360 AO 1977 &#8230;&#8220; In diesem Sinne kann mit &#8222;Steuerbeh\u00f6rde&#8220; nur die zur Entscheidung \u00fcber den Rechtsbehelf zust\u00e4ndige Steuerbeh\u00f6rde und nicht die f\u00fcr den Dritten zust\u00e4ndige Steuerbeh\u00f6rde gemeint sein; denn \u00a7 360 Abs. 1 AO 1977 bestimmt, da\u00df die &#8222;zur Entscheidung \u00fcber den Rechtsbehelf berufene Finanzbeh\u00f6rde&#8220; andere hinzuziehen kann.<\/p>\n<p>War demnach das beklagte FA f\u00fcr eine Hinzuziehung der Beigeladenen zust\u00e4ndig, so mu\u00df es auch f\u00fcr einen Antrag auf Beiladung nach \u00a7 174 Abs. 5 Satz 2 AO 1977 im finanzgerichtlichen Verfahren zust\u00e4ndig sein.<\/p>\n<p>Die Zust\u00e4ndigkeit des beklagten FA ergibt sich ferner daraus, da\u00df &#8211; worauf das FA zutreffend hinweist &#8211; nur dieses FA in dem anh\u00e4ngigen Klageverfahren Verfahrensbeteiligter (\u00a7 57 FGO) ist, und demzufolge auch nur dieses FA Antr\u00e4ge stellen und andere Verfahrenshandlungen vornehmen kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFH-Beschlu\u00df vom 22.12.1988 (VIII B 131\/87) BStBl. 1989 II S. 314 F\u00fcr die Stellung des Antrags auf Beiladung eines Dritten nach \u00a7 174 Abs. 5 AO 1977 ist das beklagte FA zust\u00e4ndig. 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