{"id":37386,"date":"1988-12-14T11:51:01","date_gmt":"1988-12-14T09:51:01","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=37386"},"modified":"2013-05-08T16:24:48","modified_gmt":"2013-05-08T14:24:48","slug":"bfh-urteil-vom-14-12-1988-i-r-397_83-bstbl-1989-ii-s-317","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-urteil-vom-14-12-1988-i-r-397_83-bstbl-1989-ii-s-317\/","title":{"rendered":"BFH-Urteil vom 14.12.1988 (I R 397\/83)     BStBl. 1989 II S. 317"},"content":{"rendered":"<p><strong>&lt;span &gt;BFH-Urteil vom 14.12.1988 (I R 397\/83) BStBl. 1989 II S. 317<\/strong><\/p>\n<p><strong>&lt;span &gt;1. Der \u00dcbergang von Wertpapieren i.S. des \u00a7 17 Abs. 1 KVStG 1972 im Rahmen einer \u00fcbertragenden Verschmelzung gem\u00e4\u00df \u00a7 93e Abs. 1 Satz 1 GenG ist ein Anschaffungsgesch\u00e4ft i.S. des \u00a7 18 Abs. 2 Nr. 1 KVStG 1972.<\/strong><\/p>\n<p><strong>&lt;span &gt;2. Der Steuerma\u00dfstab f\u00fcr die B\u00f6rsenumsatzsteuer ist dem \u00a7 23 Nr. 3 KVStG 1972 zu entnehmen.<\/strong><\/p>\n<p>&lt;span &gt;KVStG 1972 \u00a7 18 Abs. 2 Nr. 1, \u00a7 23 Nrn. 1 und 3; GenG \u00a7\u00a7 93a ff.<\/p>\n<p>&lt;span &gt;Vorinstanz: Nieders\u00e4chsisches FG (EFG 1983, 628)<\/p>\n<p align=\"center\"><strong><span>Sachverhalt<\/span><\/strong><\/p>\n<p align=\"center\"><span>I.<\/span><\/p>\n<p><span>Die Kl\u00e4gerin und Revisionskl\u00e4gerin (Kl\u00e4gerin) ist eine eingetragene Genossenschaft. Sie ist Gesamtrechtsnachfolgerin der H eG, die ihrerseits durch Verschmelzungsvertrag zum 1. Januar 1980 das Verm\u00f6gen der B eG gem\u00e4\u00df \u00a7 93e des Genossenschaftsgesetzes (GenG) \u00fcbernahm. Zu dem auf die H eG \u00fcbergegangenen Verm\u00f6gen geh\u00f6rten Wertpapiere i.S. des \u00a7 17 Abs. 1 des Kapitalverkehrsteuergesetzes (KVStG) 1972.<\/span><\/p>\n<p><span>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211; FA -) sah in dem \u00dcbergang der Wertpapiere auf die H eG ein b\u00f6rsenumsatzsteuerpflichtiges Anschaffungsgesch\u00e4ft i.S. des \u00a7 18 Abs. 2 Nr. 1 KVStG 1972. Er erlie\u00df gegen\u00fcber der H eG am 17. September 1981 einen Steuerbescheid, durch den er eine B\u00f6rsenumsatzsteuer in H\u00f6he von 4.311,40 DM festsetzte. Dabei ermittelte das FA den Wert der Wertpapiere gem\u00e4\u00df \u00a7 23 Nr. 3 KVStG 1972 mit rd. 1,72 Mio DM.<\/span><\/p>\n<p><span>Mit ihrem Einspruch und der sich anschlie\u00dfenden Klage vertrat die H eG die Auffassung, die B\u00f6rsenumsatzsteuer sei gem\u00e4\u00df \u00a7 23 Nr. 1 KVStG 1972 nach dem vereinbarten Preis ( = Teilwert der Wertpapiere mal die Summe aus \u00fcbernommenen Verbindlichkeiten zuz\u00fcglich der \u00fcbernommenen R\u00fcckstellungen zuz\u00fcglich der zugewiesenen Gesch\u00e4ftsguthaben geteilt durch die Summe der jeweils mit dem Teilwert bewerteten Aktivposten) zu bemessen. Der vereinbarte Preis betrage knapp 750.000 DM. Deshalb sei die B\u00f6rsenumsatzsteuer nur mit 1.861,60 DM festzusetzen.<\/span><\/p>\n<p><span>Die Rechtsbehelfe blieben ohne Erfolg. Das Urteil des Finanzgerichts (FG) ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 1983, 628 ver\u00f6ffentlicht.<\/span><\/p>\n<p><span>Mit ihrer vom FG zugelassenen Revision r\u00fcgt die Kl\u00e4gerin als Gesamtrechtsnachfolgerin der H eG die unrichtige Anwendung des \u00a7 23 KVStG 1972.<\/span><\/p>\n<p><span>Sie beantragt, unter Aufhebung der Vorentscheidung und der Einspruchsentscheidung vom 26. Oktober 1981 den Steuerbescheid vom 17. September 1981 zu \u00e4ndern und die B\u00f6rsenumsatzsteuer auf 1.861,60 DM herabzusetzen.<\/span><\/p>\n<p><span>Das FA beantragt, die Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><strong><span>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/span><\/strong><\/p>\n<p align=\"center\">&lt;span &gt;II.<\/p>\n<p>&lt;span &gt;Die Revision ist unbegr\u00fcndet. Sie war deshalb zur\u00fcckzuweisen (\u00a7 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211; FGO -).<\/p>\n<p>&lt;span &gt;1. Nach st\u00e4ndiger h\u00f6chstrichterlicher Rechtsprechung ist in dem \u00dcbergang von Wertpapieren im Rahmen einer \u00fcbertragenden Verschmelzung ein Anschaffungsgesch\u00e4ft i.S. des \u00a7 18 Abs. 2 Nr. 1 KVStG 1972 zu sehen, weil sich mit ihm das Einbringen von Wertpapieren in eine Kapitalgesellschaft vollzieht (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211; BFH &#8211; vom 13. Februar 1980 II R 21\/78, BFHE 130, 191, BStBl II 1980, 376, und II R 129\/78, BFHE 130, 195, BStBl II 1980, 378; vom 19. M\u00e4rz 1980 II R 39\/77, BFHE 130, 204, BStBl II 1980, 380; vom 26. November 1980 II R 139\/74, BFHE 132, 324, BStBl II 1981, 253).<\/p>\n<p>&lt;span &gt;Der Begriff &#8222;Einbringen&#8220; setzt nach dem allgemeinen Sprachgebrauch nicht notwendigerweise eine Einzel\u00fcbertragung voraus. Er wird auch im Zusammenhang mit einer Gesamtrechtsnachfolge z.B. i.S. der \u00a7\u00a7 46 ff., 56a ff., 58 und 61a des Umwandlungsgesetzes (UmwG) verwendet (vgl. Widmann\/Mayer, Umwandlungsrecht, Rdnr. 1471). Die Gesamtrechtsnachfolge i.S. des \u00a7 93e Abs. 1 Satz 1 GenG vollzieht sich aber in einer mit Umwandlungen gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a7 46 ff., 56a ff., 58 und 61a UmwG vergleichbaren Weise. Deshalb wird auch sie durch den Begriff &#8222;Einbringen&#8220; i.S. des \u00a7 18 Abs. 2 Nr. 1 KVStG 1972 erfa\u00dft. Unter die Vorschrift fallen damit auch solche Rechtsvorg\u00e4nge, die kein entgeltlicher Vertrag i.S. des \u00a7 18 Abs. 1 KVStG 1972 und nur auf den gesetzlichen \u00dcbergang des Eigentums an Wertpapieren gerichtet sind. Dem steht nicht entgegen, da\u00df bei einer Genossenschaft Sacheinlagen grunds\u00e4tzlich unzul\u00e4ssig sind. Die \u00a7\u00a7 93a ff. GenG regeln eine von diesem Grundsatz abweichende Ausnahme.<\/p>\n<p>&lt;span &gt;Nach den tats\u00e4chlichen Feststellungen des FG, die nicht mit Revisionsr\u00fcgen angefochten wurden und deshalb den erkennenden Senat binden (\u00a7 118 Abs. 2 FGO), gingen auf Grund der Verschmelzung u.a. Wertpapiere von der \u00fcbertragenden Genossenschaft in das Eigentum der H eG gem\u00e4\u00df \u00a7 93e Abs. 1 Satz 1 GenG \u00fcber. Der \u00dcbergang war ein gesetzlicher Verm\u00f6gens\u00fcbergang. Mit ihm war das Einbringen von Wertpapieren i.S. des \u00a7 18 Abs. 2 Nr. 1 KVStG 1972 vollzogen, ohne da\u00df es insoweit auf die Frage ankommt, ob der Verm\u00f6gens\u00fcbergang ein entgeltlicher oder ein unentgeltlicher war.<\/p>\n<p>&lt;span &gt;2. Die H eG war im Zeitpunkt des Einbringens der Wertpapiere eine Personenvereinigung i.S. des \u00a7 18 Abs. 2 Nr. 1 KVStG 1972. Nach dem Wortsinn der Vorschrift ist eine Personenvereinigung ein Rechtsgebilde, das auf einem Zusammenschlu\u00df einer Mehrheit nat\u00fcrlicher und\/oder juristischer Personen beruht (vgl. BFH-Urteil vom 28. November 1967 II 110\/62, BFHE 91, 132, BStBl II 1968, 216, m.w.N.). In diesem Sinne ist auch eine Genossenschaft eine Personenvereinigung, weil sie auf den Zusammenschlu\u00df einer Mehrheit von nat\u00fcrlichen Personen zur\u00fcckgeht (vgl. Lang\/Weidm\u00fcller, GenG, 32. Aufl., \u00a7 1 Rdnrn. 2 und 9). In gleicher Weise ist ein Verein eine &#8222;Personenvereinigung&#8220; (vgl. Enneccerus\/Nipperdey, BGB, Allg. Teil, \u00a7 104 II 1), was deshalb von Bedeutung ist, weil die Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften ebenfalls als Verein bezeichnet werden, der auf k\u00f6rperschaftlicher Grundlage organisiert ist (vgl. Lehmann\/Dietz, Gesellschaftsrecht, 3. Aufl. 1970, S. 443; M\u00fcller, GenG, \u00a7 1 Rdnr. 1; Meyer\/Meulenbergh\/Beuthien, GenG, 12. Aufl., \u00a7 1 Rdnr. 2). Soweit Kinnebrock\/Meulenbergh (KVStG, 5. Aufl., \u00a7 18 Anm. 29), Strodthoff (KVStG, \u00a7 18 S. 92 b), Br\u00f6nner\/Kamprad (KVStG, 4. Aufl., \u00a7 18 Rdnr. 10) und Boruttau\/Schadeck (KVStG, Abschn. 69 S. 193, 194) eine andere Auffassung vertreten sollten, folgt ihr der Senat nicht.<\/p>\n<p>&lt;span &gt;3. Wurde aber der Tatbestand des \u00a7 18 Abs. 2 Nr. 1 KVStG 1972 von der H eG verwirklicht, so hat das FA zutreffend den Steuerma\u00dfstab dem \u00a7 23 Nr. 3 KVStG 1972 entnommen. \u00a7 23 Nr. 1 KVStG 1972 ist im Streitfall unanwendbar, weil es an einem &#8222;vereinbarten Preis&#8220; im Sinne der Vorschrift fehlt.<\/p>\n<p>&lt;span &gt;a) Ein &#8222;vereinbarter Preis&#8220; i.S. des \u00a7 23 Nr. 1 KVStG 1972 ist nur dann anzunehmen, wenn zwischen dem Ver\u00e4u\u00dferer und dem Erwerber ein entgeltlicher Vertrag abgeschlossen wird, auf Grund dessen f\u00fcr den Erwerb des Eigentums an Wertpapieren eine Gegenleistung zu erbringen ist. Es reicht nicht aus, da\u00df eine &#8222;Gegen&#8220;-leistung aus Anla\u00df einer Leistung erbracht wird, d.h. da\u00df Leistung und &#8222;Gegen&#8220;-leistung nur in einem tats\u00e4chlichen kausalen Zusammenhang stehen. Im Streitfall fehlt es an einem in diesem Sinne &#8222;vereinbarten Preis&#8220;. Nach den den erkennenden Senat bindenden tats\u00e4chlichen Feststellungen des FG schlossen die H eG und die B eG nur einen auf die Herbeif\u00fchrung der Rechtsfolgen des \u00a7 93h GenG gerichteten Verschmelzungsvertrag, ohne einen Preis i.S. des \u00a7 23 Nr. 1 KVStG 1972 zu vereinbaren. Der Verschmelzungsvertrag i.S. des \u00a7 93c GenG ist in seinem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestinhalt kein Leistungsaustauschvertrag. Er enth\u00e4lt nur die Einigung \u00fcber die Tatbestandsmerkmale der Verschmelzung. Dazu geh\u00f6rt die Einigung dar\u00fcber, da\u00df das Verm\u00f6gen der \u00fcbertragenden Genossenschaft im Wege der Universalsukzession auf die \u00fcbernehmende Genossenschaft \u00fcbergeht und da\u00df die Genossen der \u00fcbertragenden Genossenschaft die Mitgliedschaft in der \u00fcbernehmenden Genossenschaft nach Ma\u00dfgabe des \u00a7 93h Abs. 1 GenG erwerben. Der Verschmelzungsvertrag begr\u00fcndet wohl die Verpflichtung der Vertragspartner, die zur Herbeif\u00fchrung des Eintritts der Verschmelzungswirkung erforderlichen Handlungen vorzunehmen (vgl. M\u00fcller, GenG, 2. Bd., \u00a7 93c Anm. 1; Godin\/Wilhelmi, Aktiengesetz, Kommentar, 3. Aufl., 1967, \u00a7 341 Anm. 1; Kraft, K\u00f6lner Kommentar zum AktG, \u00a7 341 Anm. 3; Schilling, Gro\u00dfkommentar zum AktG, 3. Aufl., 1973, \u00a7 341 Anm. 18). Auch liegt insoweit ein gegenseitiger Vertrag i.S. der \u00a7\u00a7 320 ff. des B\u00fcrgerlichen Gesetzbuches (BGB) vor. Der Verschmelzungsvertrag ist aber auch als gegenseitiger Vertrag nicht auf einen Leistungsaustausch gerichtet. Die \u00fcbernehmende Genossenschaft erbringt nicht im Austausch f\u00fcr den Verm\u00f6genserwerb eine Leistung an die \u00fcbertragende Genossenschaft oder an einen Dritten. Vielmehr ist es der Zweck der \u00a7\u00a7 93a ff. GenG, die Um- und Neuorganisation von Genossenschaften zu erleichtern. Deshalb geht mit der Eintragung des auf den Verm\u00f6gens\u00fcbergang gerichteten Verschmelzungsvertrages in das Genossenschaftsregister das Verm\u00f6gen der \u00fcbertragenden Genossenschaft von Gesetzes wegen auf die \u00fcbernehmende Genossenschaft \u00fcber. Ein auf Verm\u00f6gens\u00fcbertragung gerichteter Ver\u00e4u\u00dferungsvertrag ist entbehrlich. Mit der Eintragung erl\u00f6schen die \u00fcbertragende Genossenschaft und die an ihr bestehenden Mitgliedschaftsrechte. Mit dieser Verschmelzungskonzeption ist die Annahme eines Leistungsaustausches zwischen der \u00fcbertragenden und der \u00fcbernehmenden Genossenschaft unvereinbar. Da die \u00fcbertragende Genossenschaft untergeht, kann sie nicht mehr Tr\u00e4ger eines Anspruchs auf die Gegenleistung sein. Gewollt ist die Durchf\u00fchrung eines gesellschaftsrechtlichen Vorganges. Der gesellschaftsrechtliche Vorgang ist zwar in seiner wirtschaftlichen Wirkung tausch\u00e4hnlich (vgl. BFH-Urteil vom 1. Oktober 1975 I R 198\/73, BFHE 117, 231, BStBl II 1976, 113). Er unterscheidet sich aber von dem zivilrechtlichen Tausch- und Erwerbsgesch\u00e4ft gerade dadurch, da\u00df es an einer vertraglichen Gegenleistung im zivilrechtlichen Sinne fehlt (so schon: BFH-Urteil vom 18. Juli 1979 II R 59\/73, BFHE 128, 412, BStBl II 1979, 683, m.w.N.).<\/p>\n<p>&lt;span &gt;b) Im Streitfall kann auch kein Vertrag i.S. des \u00a7 328 BGB zugunsten Dritter, d.h. zugunsten der die Mitgliedschaft an der H eG erwerbenden Genossen angenommen werden. Dazu kann dahinstehen, ob nicht schon die Konzeption der \u00a7\u00a7 93a ff. GenG die Annahme eines Vertrages zugunsten Dritter schlechthin ausschlie\u00dft. Jedenfalls fehlt es an den Voraussetzungen des \u00a7 328 Abs. 1 BGB. Der Verschmelzungsvertrag vom 17. September 1979 begr\u00fcndete nicht die Verpflichtung der H eG als der \u00fcbernehmenden Genossenschaft, den Genossen der B eG als der \u00fcbertragenden Genossenschaft ein Mitgliedschaftsrecht einzur\u00e4umen, sondern die Mitgliedschaft wird ipso jure durch die Verschmelzung begr\u00fcndet (\u00a7 93h Abs. 1 GenG). Vorher besa\u00dfen die genannten Personen keinen durchsetzbaren Anspruch auf Erwerb eines Gesch\u00e4ftsanteils. Dies zeigt sich nicht zuletzt darin, da\u00df nicht die Genossen, sondern nur die Genossenschaften die Eintragung der Verschmelzung in das Genossenschaftsregister und damit deren Wirksamkeit erzwingen konnten (vgl. Kraft, a.a.O., \u00a7 341 Anm. 4). Aus diesem Grunde kann in dem den Genossen der \u00fcbertragenden Genossenschaft zuzurechnenden Gesch\u00e4ftsguthaben keine Gegenleistung (vereinbarter Preis) der Kl\u00e4gerin gesehen werden. Aus dem Urteil des Reichsgerichts (RG) vom 7. Juni 1929 II 605\/28 (RGZ 124, 355) folgt nichts anderes. Die Entscheidung betraf einen besonders gelagerten Sachverhalt, der mit dem Streitfall nicht vergleichbar ist.<\/p>\n<p>&lt;span &gt;c) Entgegen der Auffassung der Kl\u00e4gerin stehen auch der \u00dcbergang des Aktivverm\u00f6gens und der \u00dcbergang der Schulden der B eG in keinem Leistungsaustauschverh\u00e4ltnis zueinander. Dies ergibt sich bereits aus der \u00dcberlegung, da\u00df der Verschmelzungsvertrag keinen Anspruch auf \u00dcbertragung des Aktivverm\u00f6gens der H eG und keinen solchen der B eG auf \u00dcbernahme der Schulden begr\u00fcndete. Der \u00dcbergang der Schulden der B eG auf die H eG war die gesetzliche Folge der Verschmelzung, aber keine wem gegen\u00fcber auch immer zu erbringende Gegenleistung. Die von der H eG und der B eG zu erbringenden Leistungen ersch\u00f6pften sich in den zur Herbeif\u00fchrung des Eintritts der Verschmelzung erforderlichen Handlungen. Weitergehende vertragliche Anspr\u00fcche und Gegenanspr\u00fcche hat das FG in tats\u00e4chlicher Hinsicht nicht festgestellt.<\/p>\n<p>&lt;span &gt;d) Aus der rechtshistorischen Entwicklung ergibt sich nichts anderes. Wenn die Wirkungen einer &#8222;Verschmelzung&#8220; fr\u00fcher in der Form herbeigef\u00fchrt worden sein sollten, da\u00df sich die \u00fcbertragende Genossenschaft aufl\u00f6ste und im Rahmen der Liquidation den Genossenschaftsbetrieb an die \u00fcbernehmende Genossenschaft &#8222;unter Preis&#8220; verkaufte, so w\u00e4re die Verm\u00f6gens\u00fcbertragung &#8222;unter Preis&#8220; als verdeckte Gewinnaussch\u00fcttung zu qualifizieren gewesen.<\/p>\n<p>&lt;span &gt;e) Die Auffassung des erkennenden Senats bedeutet nicht das Anlegen unterschiedlicher Beurteilungsma\u00dfst\u00e4be f\u00fcr die Leistung einerseits und die Gegenleistung andererseits. Wenn der BFH in BFHE 130, 191, BStBl II 1980, 376; BFHE 130, 195, BStBl II 1980, 378; in BFHE 130, 204, BStBl II 1980, 380, und in BFHE 132, 324, BStBl II 1981, 253, den Verm\u00f6gens\u00fcbergang von Wertpapieren im Rahmen einer errichtenden Umwandlung als ein b\u00f6rsenumsatzsteuerbares Anschaffungsgesch\u00e4ft i.S. des \u00a7 18 Abs. 2 Nr. 1 KVStG 1972 beurteilt hat, so bedeutet dies nur, da\u00df die errichtende Umwandlung wie ein Vertrag zu behandeln ist, der i.S. des \u00a7 18 Abs. 1 KVStG 1972 auf den Erwerb des Eigentums an Wertpapieren gerichtet ist. Die Annahme eines quasi-rechtsgesch\u00e4ftlichen Erwerbs zwingt nicht dazu, auch einen quasi-entgeltlichen Erwerb anzunehmen. Zwar fallen unter \u00a7 18 Abs. 1 KVStG 1972 nur entgeltliche Vertr\u00e4ge. Jedoch belegt \u00a7 23 Nrn. 2 und 3 KVStG 1972, da\u00df die in \u00a7 18 Abs. 2 KVStG 1972 genannten Ersatz-Anschaffungstatbest\u00e4nde ihrer Natur nach unentgeltliche sein k\u00f6nnen. Andernfalls w\u00e4re \u00a7 23 Nrn. 2 und 3 KVStG 1972 \u00fcberfl\u00fcssig.<\/p>\n<p>&lt;span &gt;f) Zwischen der Auffassung des erkennenden Senats und der h\u00f6chstrichterlichen Rechtsprechung zu \u00a7 10 Abs. 1 der Umsatzsteuer-Durchf\u00fchrungsbestimmungen (UStDB) 1951 bzw. zu \u00a7\u00a7 10, 11 des Grunderwerbsteuergesetzes (GrEStG) 1940 ergeben sich keine Divergenzen. Der V. Senat des BFH hat in seinem Urteil vom 22. April 1976 V R 54\/71 (BFHE 119, 112, BStBl II 1976, 518) betont, da\u00df seine Entscheidung auf den weiten Entgeltsbegriff des \u00a7 10 UStDB 1951 zur\u00fcckgeht. Die Anwendung des \u00a7 23 Nr. 1 KVStG 1972 h\u00e4ngt nicht von einem vergleichbar weiten Entgeltsbegriff ab. Nach der Vorschrift ist nur der &#8222;vereinbarte Preis&#8220; der Steuerma\u00dfstab.<\/p>\n<p>&lt;span &gt;Bei der Grunderwerbsteuer verh\u00e4lt es sich \u00e4hnlich. Hier geht die Rechtsprechung des II. Senats des BFH (vgl. Urteile vom 8. Februar 1978 II R 48\/73, BFHE 124, 387, BStBl II 1978, 320; vom 18. Juli 1979 II R 59\/73, BFHE 128, 412, BStBl II 1979, 683; vom 25. Juli 1979 II R 55\/76, BFHE 128, 476, BStBl II 1979, 692) auf den Begriff der Gegenleistung in \u00a7 11 GrEStG 1940 zur\u00fcck, der sich nicht auf den Ansatz nur der vertraglich \u00fcbernommenen Gegenleistung beschr\u00e4nkt. Die Formulierung des \u00a7 23 Nr. 1 KVStG 1972 erlaubt es demgegen\u00fcber nicht, den &#8222;vereinbarten Preis&#8220; einem sog. ersetzenden Rechtsakt zu entnehmen.<\/p>\n<p>&lt;span &gt;4. FA und FG haben den Wert der Wertpapiere zutreffend entsprechend ihrem gemeinen Wert i.S. der \u00a7\u00a7 9 und 11 des Bewertungsgesetzes ermittelt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&lt;span &gt;BFH-Urteil vom 14.12.1988 (I R 397\/83) BStBl. 1989 II S. 317 &lt;span &gt;1. 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