{"id":37707,"date":"1989-12-14T11:57:01","date_gmt":"1989-12-14T09:57:01","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=37707"},"modified":"2013-05-07T09:16:40","modified_gmt":"2013-05-07T07:16:40","slug":"bfh-beschluss-vom-14-12-1989-iii-b-39_89-bstbl-1990-ii-s-394","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-beschluss-vom-14-12-1989-iii-b-39_89-bstbl-1990-ii-s-394\/","title":{"rendered":"BFH-Beschlu\u00df vom    14.12.1989 (III B 39\/89) BStBl. 1990 II S. 394"},"content":{"rendered":"<p><strong>BFH-Beschlu\u00df vom 14.12.1989 (III B 39\/89) BStBl. 1990 II S. 394<\/strong><\/p>\n<p>Ver\u00e4u\u00dfert der Investor ein von ihm errichtetes Verwaltungs- und Lagergeb\u00e4ude vor Ablauf der dreij\u00e4hrigen Behaltefrist an eine Kapitalanlagegesellschaft und geh\u00f6rt es bei dieser zum Sonderverm\u00f6gen, kann eine Besch\u00e4ftigungszulage nach \u00a7 4b InvZulG 1982 auch dann nicht gew\u00e4hrt werden, wenn die Kapitalanlagegesellschaft das Geb\u00e4ude ihrerseits an betrieblich Nutzende weiter vermietet. Das Geb\u00e4ude geh\u00f6rt in einem solchen Fall nicht zu einem betrieblichen Anlageverm\u00f6gen.<\/p>\n<p>InvZulG 1982 \u00a7 4b Abs. 2 Satz 1 Nr. 3; KAGG \u00a7\u00a7 6 Abs. 1 Satz 3, 10 Abs. 2 Satz 1 und \u00a7\u00a7 44 und 38.<\/p>\n<p>Vorinstanz: Hessisches FG<strong><\/strong><\/p>\n<p align=\"center\">Sachverhalt<\/p>\n<p align=\"center\">I.<\/p>\n<p>In der Sache ist streitig, ob f\u00fcr die Errichtung eines Verwaltungs- und Lagergeb\u00e4udes eine sog. Besch\u00e4ftigungszulage nach \u00a7 4b des Investitionszulagengesetzes 1982 (InvZulG 1982) zu gew\u00e4hren ist, wenn das Geb\u00e4ude noch vor Ablauf der dreij\u00e4hrigen Behaltefrist (\u00a7 4b Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 InvZulG 1982) von einer Kapitalanlagegesellschaft f\u00fcr deren Sonderverm\u00f6gen erworben und sodann an betrieblich Nutzende vermietet worden ist.<\/p>\n<p>Das seinerzeit zust\u00e4ndige Finanzamt A (FA A) gew\u00e4hrte der Kl\u00e4gerin und Beschwerdef\u00fchrerin (Kl\u00e4gerin) zun\u00e4chst antragsgem\u00e4\u00df die Investitionszulagen, die diese f\u00fcr die in den Jahren 1982 und 1983 angefallenen Geb\u00e4udeherstellungskosten begehrt hatte. Das FA A forderte die Zulagen jedoch wieder zur\u00fcck, als es von der Ver\u00e4u\u00dferung des Geb\u00e4udes durch die Kl\u00e4gerin an die Kapitalanlagegesellschaft erfuhr. Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211; FA -) wies den dagegen erhobenen Einspruch zur\u00fcck. Auch die Klage hatte keinen Erfolg.<strong><\/strong><\/p>\n<p align=\"center\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<p align=\"center\">II.<\/p>\n<p>Die von der Kl\u00e4gerin erhobene Beschwerde wegen Nichtzulassung der Revision ist unbegr\u00fcndet.<\/p>\n<p>1. Eine entscheidungserhebliche Abweichung von den in der Beschwerdeschrift genannten Urteilen des Bundesfinanzhofs (BFH) liegt nicht vor.<\/p>\n<p>2. Die Rechtssache hat auch keine grunds\u00e4tzliche Bedeutung (\u00a7 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211; FGO -).<\/p>\n<p>Es bedarf keiner Kl\u00e4rung durch eine (weitere) Revisionsentscheidung des Senats, da\u00df die Voraussetzungen des \u00a7 4b Abs. 2 Nr. 3 InvZulG 1982 nicht erf\u00fcllt sind, wenn der Investor ein von ihm errichtetes Verwaltungs- und Lagergeb\u00e4ude innerhalb der sog. Behaltefrist an eine Kapitalanlagegesellschaft ver\u00e4u\u00dfert und das Geb\u00e4ude bei dieser zum Sonderverm\u00f6gen geh\u00f6rt. Diese Rechtsfolge l\u00e4\u00dft sich unschwer aus den einschl\u00e4gigen Gesetzesvorschriften und der bisherigen Rechtsprechung des Senats ableiten.<\/p>\n<p>a) Der Senat hat bereits mehrfach entschieden, da\u00df das Vorliegen der Verbleibensvoraussetzungen des \u00a7 4b Abs. 2 InvZulG 1982 in F\u00e4llen der Vermietung oder Verpachtung des betreffenden Wirtschaftsgutes durch den Investor nach den Verh\u00e4ltnissen beim Mieter oder P\u00e4chter zu beurteilen ist (s. insbesondere die Urteile vom 23. Mai 1986 III R 66\/85, BFHE 147, 193, BStBl II 1986, 916, und vom 14. Juli 1989 III R 29\/88, BFHE 157, 472, BStBl II 1989, 903). Entsprechendes gilt auch in den F\u00e4llen, in denen der Investor das Wirtschaftsgut nach der Anschaffung oder Herstellung ver\u00e4u\u00dfert; es ist dann auf die Verh\u00e4ltnisse beim Erwerber abzustellen (vgl. hierzu auch die Ausf\u00fchrungen im Urteil vom 21. Februar 1986 III R 179\/81, BFHE 146, 325, BStBl II 1986, 493).<\/p>\n<p>b) Die Verbleibensvoraussetzungen sind danach im Fall einer Ver\u00e4u\u00dferung nur erf\u00fcllt, wenn das Wirtschaftsgut insbesondere zum Anlageverm\u00f6gen eines Betriebs oder einer Betriebsst\u00e4tte des Erwerbers geh\u00f6rt, der ebenso wie der Investor Steuerpflichtiger i.S. des Einkommensteuergesetzes (EStG) oder des K\u00f6rperschaftsteuergesetzes (KStG) ist und im letzteren Fall insoweit nicht von der K\u00f6rperschaftsteuer befreit ist (\u00a7 4b Abs. 1 Satz 1 InvZulG 1982; s. auch das Senatsurteil in BFHE 157, 472, BStBl II 1989, 903).<\/p>\n<p>aa) Kapitalanlagegesellschaften unterliegen gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a7 44 und 38 des Gesetzes \u00fcber Kapitalanlagegesellschaften (KAGG) mit ihrem Grundst\u00fccks-Sonderverm\u00f6gen grunds\u00e4tzlich nicht der K\u00f6rperschaftsteuer.<\/p>\n<p>bb) Au\u00dferdem handelt es sich bei diesem Verm\u00f6gen nicht um Anlageverm\u00f6gen i.S. des \u00a7 4b Abs. 2 Nr. 3 InvZulG 1982. Aufgrund der Vorschriften im KAGG ist es nicht dazu bestimmt, dem Betrieb der Kapitalanlagegesellschaft durch (dauernden) Gebrauch zu dienen (s. hierzu z.B. Herrmann\/Heuer\/Raupach, Einkommensteuer- und K\u00f6rperschaftsteuergesetz mit Nebengesetzen, Kommentar, \u00a7 6 EStG Anm. 253, mit zahlreichen Hinweisen). Es ist vielmehr von dem eigenen Verm\u00f6gen der Kapitalanlagegesellschaft getrennt zu halten (\u00a7 6 Abs. 1 Satz 3 KAGG); es haftet z.B. auch nicht f\u00fcr Verbindlichkeiten der Kapitalanlagegesellschaft (\u00a7 10 Abs. 2 Satz 1 KAGG). Gegenst\u00e4nde, die zum Sonderverm\u00f6gen geh\u00f6ren, d\u00fcrfen au\u00dferdem nicht verpf\u00e4ndet oder sonst belastet, zur Sicherung \u00fcbereignet oder zur Sicherung abgetreten werden (\u00a7 9 Abs. 2 KAGG).<\/p>\n<p>c) Die qualifizierte betriebliche Verhaftung der beg\u00fcnstigten Wirtschaftsg\u00fcter in Form der Zugeh\u00f6rigkeit &#8211; auch &#8211; zu einem betrieblichen Anlageverm\u00f6gen hat der Senat f\u00fcr die Berlin-Zulage stets f\u00fcr erforderlich gehalten (s. z.B. das Urteil vom 6. Mai 1977 III R 64\/75, BFHE 122, 369, BStBl II 1977, 592). Es ist kein Grund ersichtlich, weshalb dies f\u00fcr die sog. Besch\u00e4ftigungszulage nach \u00a7 4b InvZulG 1982 nicht gelten sollte, sondern hier die blo\u00dfe betriebliche Nutzung der betreffenden Wirtschaftsg\u00fcter ausreichen k\u00f6nnte, ohne da\u00df sie &#8211; ggf. bei einem Dritten &#8211; zum betrieblichen Anlageverm\u00f6gen geh\u00f6ren. F\u00fcr die Anwendung der zur Berlin-Zulage aufgestellten Grunds\u00e4tze auf F\u00e4lle wie den vorliegenden spricht auch der Umstand, da\u00df die Verbleibregelung in \u00a7 4b InvZulG 1982 u.a. jener in \u00a7 19 des Berlinf\u00f6rderungsgesetzes (BerlinFG) nachgebildet worden ist (s. dazu z.B. Friele\/Jarosch, Die Investitionszulage zur F\u00f6rderung der Besch\u00e4ftigung, Rdnr. 102; S\u00f6ffing, Der Betrieb &#8211; DB &#8211; 1982, 871, 873, Abschn. 3 g; vgl. auch das Senatsurteil vom 25. Oktober 1985 III R 79\/82, BFHE 145, 479, BStBl II 1986, 150, Nr. 3 der Entscheidungsgr\u00fcnde).<\/p>\n<p>d) Der Umstand, da\u00df ein Wirtschaftsgut letztlich tats\u00e4chlich betrieblich genutzt wird, reicht f\u00fcr die Erlangung der Besch\u00e4ftigungszulage f\u00fcr sich allein nicht aus; es mu\u00df in Vermietungs- und Verpachtungsf\u00e4llen hinzu kommen, da\u00df das betreffende Wirtschaftsgut beim Vermieter oder Verp\u00e4chter zum Anlageverm\u00f6gen geh\u00f6rt. Dabei kann es keinen Unterschied machen, ob dieser selbst der Investor ist oder sein Recht (bereits) von einem solchen ableitet.<\/p>\n<p>3. Im \u00fcbrigen ergeht die Entscheidung gem\u00e4\u00df Art. 1 Nr. 6 des Gesetzes zur Entlastung des Bundesfinanzhofs i.d.F. des Gesetzes zur Verl\u00e4ngerung des Gesetzes zur Entlastung des Bundesfinanzhofs vom 3. Dezember 1987 (BGBl I 1987, 2442) ohne Angabe von Gr\u00fcnden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFH-Beschlu\u00df vom 14.12.1989 (III B 39\/89) BStBl. 1990 II S. 394 Ver\u00e4u\u00dfert der Investor ein von ihm errichtetes Verwaltungs- und Lagergeb\u00e4ude vor Ablauf der dreij\u00e4hrigen Behaltefrist an eine Kapitalanlagegesellschaft und geh\u00f6rt es bei dieser zum Sonderverm\u00f6gen, kann eine Besch\u00e4ftigungszulage nach \u00a7 4b InvZulG 1982 auch dann nicht gew\u00e4hrt werden, wenn die Kapitalanlagegesellschaft das Geb\u00e4ude ihrerseits &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-beschluss-vom-14-12-1989-iii-b-39_89-bstbl-1990-ii-s-394\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">BFH-Beschlu\u00df vom    14.12.1989 (III B 39\/89) BStBl. 1990 II S. 394<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-37707","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/37707","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=37707"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/37707\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=37707"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=37707"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=37707"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}