{"id":39923,"date":"2004-11-18T12:00:34","date_gmt":"2004-11-18T10:00:34","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=39923"},"modified":"2013-05-18T09:19:30","modified_gmt":"2013-05-18T07:19:30","slug":"bfh-urteil-vom-18-11-2004-v-r-16_03-bstbl-2005-ii-s-503","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-urteil-vom-18-11-2004-v-r-16_03-bstbl-2005-ii-s-503\/","title":{"rendered":"BFH-Urteil vom 18.11.2004 (V R 16\/03)     BStBl. 2005 II S. 503"},"content":{"rendered":"<p><strong>BFH-Urteil vom 18.11.2004 (V R 16\/03) BStBl. 2005 II S. 503<\/strong><\/p>\n<p>1. Leistungen, die eine AG (Publikumsgesellschaft) mit dem Unternehmensgegenstand &#8222;Erwerb, Verwaltung und Verwertung von Immobilien, Wertpapieren, Beteiligungen sowie Verm\u00f6gensanlagen&#8220; im Zusammenhang mit der Ausgabe stiller Beteiligungen bezieht, werden nur insoweit i.S. des \u00a7 15 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 UStG &#8222;f\u00fcr das Unternehmen&#8220; der AG &#8211; und nicht f\u00fcr ihren nichtunternehmerischen Bereich &#8211; ausgef\u00fchrt, als die AG unternehmerisch (wirtschaftlich) t\u00e4tig ist.<\/p>\n<p>2. Erbringt die AG sowohl steuerpflichtige als auch steuerfreie Ausgangsums\u00e4tze, sind die in ihren unternehmerischen Bereich entfallenden Vorsteuerbetr\u00e4ge nach \u00a7 15 Abs. 4 UStG entsprechend dem Verh\u00e4ltnis der ausgef\u00fchrten steuerfreien Ausgangsums\u00e4tze zu ihren steuerpflichtigen Ausgangsums\u00e4tzen (Umsatzschl\u00fcssel) aufzuteilen.<\/p>\n<p>3. Eine Vorsteueraufteilung nach einem &#8222;Investitionsschl\u00fcssel&#8220; ist nicht statthaft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>UStG 1993 \u00a7 4 Nr. 8 Buchst. f, \u00a7 15; Richtlinie 77\/388\/EWG Art. 17 und 19; FGO \u00a7 68, \u00a7 116 Abs. 7 Satz 1.<\/p>\n<p>Vorinstanz: Nieders\u00e4chsisches FG vom 18. Oktober 2001 5 K 436\/96<\/p>\n<p align=\"center\">Sachverhalt<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\">I.<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin und Revisionskl\u00e4gerin (Kl\u00e4gerin) ist Rechtsnachfolgerin der V-AG. Diese betrieb den Erwerb, die Verwaltung und die Verwertung von Immobilien, Wertpapieren, Beteiligungen sowie Verm\u00f6gensanlagen jeglicher Art. Das hierf\u00fcr erforderliche Kapital erwarb sie durch die Ausgabe sowohl von Aktien als auch von atypisch stillen Beteiligungen, wobei sie in Art einer Publikumsgesellschaft eine Vielzahl stiller Gesellschafter aufnahm.<\/p>\n<p>Im Streitjahr 1994 f\u00fchrte die V-AG (ohne Ber\u00fccksichtigung der Ausgabe der Aktien und der stillen Beteiligungen) steuerpflichtige Ums\u00e4tze in H\u00f6he von 2.959.800,10 DM und steuerfreie Ums\u00e4tze in H\u00f6he von 3.520.206,50 DM aus; der Anteil der steuerpflichtigen Ums\u00e4tze an den steuerbaren Ums\u00e4tzen (6.480.006,60 DM) betrug damit 45,68 v.H.<\/p>\n<p>Im Zusammenhang mit der Ausgabe stiller Beteiligungen bezog die Kl\u00e4gerin von der S-AG auf der Grundlage mehrerer Vertr\u00e4ge verschiedene Leistungen, f\u00fcr die sie im Streitjahr 27.809.498,03 DM (netto) aufwandte; hierauf entfiel Umsatzsteuer in H\u00f6he von 4.171.424,70 DM.<\/p>\n<p>In ihrer (zweiten berichtigten) Umsatzsteuererkl\u00e4rung vom 29. Mai 1996 f\u00fcr das Streitjahr 1994 erkl\u00e4rte die V-AG ausgehend von steuerpflichtigen Ums\u00e4tzen in H\u00f6he von 2.959.800 DM Umsatzsteuer (15 v.H.) in H\u00f6he von 443.970 DM. Ferner machte die V-AG Vorsteuerbetr\u00e4ge in H\u00f6he von 6.457.841,04 DM geltend. Dabei hatte sie von den insgesamt angefallenen Vorsteuerbetr\u00e4gen in (unstreitiger) H\u00f6he von 6.838.535,68 DM einen (ebenfalls unstreitigen) Betrag von 676.856,31 DM bestimmten &#8211; teilweise steuerpflichtigen und teilweise steuerfreien &#8211; Vermietungsums\u00e4tzen zugerechnet. Von den (verbleibenden) Vorsteuerbetr\u00e4gen in H\u00f6he von 6.161.679,37 DM, die nicht unmittelbar bestimmten Ausgangsums\u00e4tzen zuzurechnen waren, hatte sie einen abziehbaren Anteil in H\u00f6he von 94,12 v.H. angesetzt. Diesen Prozentsatz hatte sie durch Anwendung eines &#8222;Investitionsschl\u00fcssels&#8220; wie folgt ermittelt:<\/p>\n<p>&#8222;I. Aufteilungsma\u00dfstab f\u00fcr den Vorsteuerabzug<\/p>\n<p>Die Aufteilung der Vorsteuern erfolgt im Verh\u00e4ltnis der Nettoinvestitionen im unternehmerischen und nichtunternehmerischen Bereich im Anlageverm\u00f6gen.<\/p>\n<p>Investitionen im unternehmerischen Bereich:<\/p>\n<table width=\"567\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"1\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"32%\"><\/td>\n<td width=\"23%\">\n<p align=\"center\">DM<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"28%\">\n<p align=\"center\">DM<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"18%\">\n<p align=\"RIGHT\">in\u00a0%<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"32%\">Softwareprogramme<\/td>\n<td width=\"23%\">\n<p align=\"RIGHT\">23.658,00<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"28%\"><\/td>\n<td width=\"18%\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"32%\">Immobilien<\/td>\n<td width=\"23%\">\n<p align=\"RIGHT\">37.824.709,00<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"28%\"><\/td>\n<td width=\"18%\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"32%\">Betriebs- und Ge-<br \/>\nsch\u00e4ftsausstattung<\/td>\n<td width=\"23%\">\n<p align=\"RIGHT\">863.855,00<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"28%\">\n<p align=\"RIGHT\">38.712.222,00<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"18%\">\n<p align=\"RIGHT\">94,12<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Investitionen im nicht unternehmerischen Bereich:<\/p>\n<table width=\"567\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"1\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"32%\">Unternehmens-<br \/>\nbeteiligungen<\/td>\n<td width=\"23%\">\n<p align=\"RIGHT\">2.416.912,00<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"28%\">\n<p align=\"RIGHT\">\u00a02.416.912,00<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"18%\">\n<p align=\"RIGHT\">5,88<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"32%\"><\/td>\n<td width=\"23%\"><\/td>\n<td width=\"28%\">\n<p align=\"RIGHT\">41.129.134,00<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"18%\">\n<p align=\"RIGHT\">100,00<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&#8230;&#8220;<\/p>\n<p>Die Ausgabe atypisch stiller Beteiligungen behandelte die V-AG als nicht steuerbaren Vorgang.<\/p>\n<p>Daraus ergab sich eine Umsatzsteuer f\u00fcr 1994 in H\u00f6he von .\/. 6.013.871,03 DM.<\/p>\n<p>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211; FA -) folgte dem im Umsatzsteuer-\u00c4nderungsbescheid f\u00fcr 1994 vom 13. Juni 1996 nicht. Er lie\u00df diejenigen Vorsteuerbetr\u00e4ge, die auf die Ausgabe stiller Beteiligungen entfielen (4.171.424,70 DM), gem\u00e4\u00df \u00a7 15 Abs. 2 Nr. 1 i.V.m. \u00a7 4 Nr. 8 Buchst. f des Umsatzsteuergesetzes 1993 (UStG) nicht zum Vorsteuerabzug zu. Hierzu verwies er auf den Beschluss des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 22. November 1994 V B 73\/94 (BFH\/NV 1995, 1024). Danach ist der Vorsteuerabzug aus Rechnungen \u00fcber Leistungsbez\u00fcge f\u00fcr die Beteiligung von atypisch stillen Gesellschaftern an einer GmbH nach \u00a7 15 Abs. 2 Nr. 1 UStG ausgeschlossen, weil der Unternehmer die Leistungen f\u00fcr steuerfreie Ums\u00e4tze durch Einr\u00e4umung von Gesellschaftsanteilen (\u00a7 4 Nr. 8 Buchst. f UStG) verwendet. Deshalb zog das FA diesen Betrag (4.171.424,70 DM) von den insgesamt angefallenen Vorsteuerbetr\u00e4gen in H\u00f6he von 6.838.535,68 DM ab. Nach weiterem Abzug der den Vermietungsums\u00e4tzen zuzurechnenden Vorsteuerbetr\u00e4ge von 676.856,31 DM verblieben nicht direkt bestimmten Ausgangsums\u00e4tzen zuzurechnende Vorsteuerbetr\u00e4ge in H\u00f6he von 1.990.254,67 DM. Davon erkannte das FA den mit dem Umsatzschl\u00fcssel von 45,68 v.H. ermittelten Anteil an (909.148,33 DM), so dass sich insgesamt abziehbare Vorsteuerbetr\u00e4ge in H\u00f6he von 1.567.616,74 DM ergaben.<\/p>\n<p>Daraus errechnete sich eine Umsatzsteuer f\u00fcr das Streitjahr 1994 in H\u00f6he von .\/. 1.123.647 DM.<\/p>\n<p>Gegen diesen Bescheid erhob die Kl\u00e4gerin nach erfolglosem Einspruch Klage.<\/p>\n<p>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage mit dem (in der m\u00fcndlichen Verhandlung reduzierten) Antrag, die Umsatzsteuer f\u00fcr 1994 auf .\/. 2.342.206 DM festzusetzen, ab. Es f\u00fchrte zur Begr\u00fcndung im Wesentlichen aus:<\/p>\n<p>Das FA habe zu Recht die Aufwendungen, die der V-AG im Zusammenhang mit der Ausgabe atypisch stiller Beteiligungen entstanden seien, den steuerfreien Ums\u00e4tzen zugerechnet und die entsprechenden Vorsteuerbetr\u00e4ge gem\u00e4\u00df \u00a7 15 Abs. 2 Nr. 1 UStG nicht zum Abzug zugelassen.<\/p>\n<p>Allerdings sei sowohl der vom FA im Rahmen der Ermittlung der abziehbaren Vorsteuerbetr\u00e4ge angesetzte Umsatzschl\u00fcssel als auch der von der V-AG angewandte Investitionsschl\u00fcssel nicht sachgerecht. Vielmehr seien die nach Abzug der direkt den steuerpflichtigen oder den steuerfreien Ums\u00e4tzen zuzurechnenden verbleibenden Vorsteuerbetr\u00e4ge gem\u00e4\u00df \u00a7 15 Abs. 4 UStG mit einem Anteil von 30,73 v.H. zum Abzug zuzulassen. Dieser Vomhundertsatz ergebe sich aus dem Verh\u00e4ltnis der Investitionen der V-AG in ihrem steuerpflichtigen Ums\u00e4tzen dienenden Unternehmensbereich zu ihren gesamten (steuerfreien und steuerpflichtigen) Ums\u00e4tzen dienenden Investitionen.<\/p>\n<p>Im Einzelnen ermittelte das FG die abziehbaren Vorsteuerbetr\u00e4ge wie folgt:<\/p>\n<p>&#8222;Zutreffender Aufteilungsma\u00dfstab:<\/p>\n<table width=\"567\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"1\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"30%\">Investitionen<br \/>\n(Bl. 34 USt)<\/td>\n<td width=\"25%\">\n<p align=\"RIGHT\">gesamt<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"44%\">\n<p align=\"RIGHT\">steuerpflichtig<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"30%\">Softwareprogramme<\/td>\n<td width=\"25%\">\n<p align=\"RIGHT\">23.658,00<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"44%\">\n<p align=\"RIGHT\">23.658,00<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"30%\">Immobilien<\/td>\n<td width=\"25%\">\n<p align=\"RIGHT\">37.824.709,00<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"44%\">\n<p align=\"RIGHT\">(53,67\u00a0v.H.) 20.300.521,00<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"30%\">Betriebs- und<br \/>\nGesch\u00e4ftsaus-<br \/>\nstattung<\/td>\n<td width=\"25%\">863.855,00<\/td>\n<td width=\"44%\">863.855,00<\/p>\n<p>21.188.034,00<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"30%\">Unternehmensbe-<br \/>\nteiligungen<\/td>\n<td width=\"25%\">\n<p align=\"RIGHT\">2.416.912,00<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"44%\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"30%\">atypische stille<br \/>\nBeteiligungen<\/td>\n<td width=\"25%\">\n<p align=\"RIGHT\">27.809.498,00<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"44%\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"30%\"><\/td>\n<td width=\"25%\">\n<p align=\"RIGHT\">68.938.632,00<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"44%\">\n<p align=\"RIGHT\">21.188.034,00<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"30%\"><\/td>\n<td width=\"25%\">\n<p align=\"RIGHT\">100\u00a0v.H.<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"44%\">\n<p align=\"RIGHT\">30,73\u00a0v.H.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Vorsteuerermittlung:<\/p>\n<table width=\"566\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"1\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"62%\">Vorsteuern insgesamt<\/td>\n<td width=\"38%\">\n<p align=\"RIGHT\">6.838.535,68\u00a0DM<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"62%\">.\/. Vorsteuern Objekt D<\/td>\n<td width=\"38%\">\n<p align=\"RIGHT\">37.526,31\u00a0DM<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"62%\">.\/. Vorsteuern Objekt R<\/td>\n<td width=\"38%\">\n<p align=\"RIGHT\">639.330,00\u00a0DM<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"62%\">.\/. Vorsteuern auf Ausgabe<br \/>\nstiller Beteiligungen<\/td>\n<td width=\"38%\">\n<p align=\"RIGHT\">4.171.424,70\u00a0DM<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"62%\">nicht direkt zurechenbare Vorsteuern<\/td>\n<td width=\"38%\">\n<p align=\"RIGHT\">1.990.254,67\u00a0DM<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"62%\">x 30,73\u00a0v.H.<\/td>\n<td width=\"38%\">\n<p align=\"RIGHT\">611.605,25\u00a0DM<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"62%\">+ abzugsf\u00e4higer Anteil Objekt D<\/td>\n<td width=\"38%\">\n<p align=\"RIGHT\">19.138,41\u00a0DM<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"62%\">+ abzugsf\u00e4higer Anteil Objekt R<\/td>\n<td width=\"38%\">\n<p align=\"RIGHT\">639.330,00\u00a0DM<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"62%\">abzugsf\u00e4hige Vorsteuern insgesamt<\/td>\n<td width=\"38%\">\n<p align=\"RIGHT\">1.270.073,67\u00a0DM.&#8220;<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Da der Betrag der mithin anzuerkennenden Vorsteuerbetr\u00e4ge niedriger sei als die vom FA anerkannten Vorsteuerbetr\u00e4ge (1.567.616,74 DM), sei die Klage abzuweisen.<\/p>\n<p>Nach Ergehen des Urteils hat das FA am 7. M\u00e4rz 2002 einen ge\u00e4nderten Umsatzsteuerbescheid f\u00fcr 1994 erlassen, in dem es ausgehend vom Rechtsstandpunkt des FG im Rahmen der Aufteilung der Vorsteuerbetr\u00e4ge nach \u00a7 15 Abs. 4 UStG \u00fcber das FG-Urteil hinaus unter Ber\u00fccksichtigung sog. &#8222;historischer Investitionskosten&#8220; weitere K\u00fcrzungen der abziehbaren Vorsteuerbetr\u00e4ge auf nunmehr 690.515,94 DM vorgenommen hat. Daraus ergab sich eine Umsatzsteuer f\u00fcr 1994 in H\u00f6he von .\/. 246.546 DM.<\/p>\n<p>Mit der vom Senat durch Beschluss vom 8. April 2003 V B 209\/01 (BFH-PR 2003, 311) zugelassenen Revision r\u00fcgt die Kl\u00e4gerin Verletzung von \u00a7 15 Abs. 2 Nr. 1 und \u00a7 15 Abs. 4 UStG. Sie macht im Wesentlichen geltend:<\/p>\n<p>Die Aufnahme atypisch stiller Gesellschafter sei nach dem Urteil des Gerichtshofes der Europ\u00e4ischen Gemeinschaften (EuGH) vom 26. Juni 2003 Rs. C-442\/01 &#8211; KapHag Renditefonds &#8211; (Slg. 2003, I-6851, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211; UR &#8211; 2003, 443) als nichtsteuerbarer Vorgang zu beurteilen. Demzufolge k\u00f6nnten die Vorsteuerbetr\u00e4ge auf Aufwendungen f\u00fcr die Ausgabe atypisch stiller Beteiligungen nicht nach \u00a7 15 Abs. 2 Nr. 1 UStG vom Vorsteuerabzug ausgeschlossen werden. Vielmehr geh\u00f6rten diese Aufwendungen zu den Kosten der wirtschaftlichen Gesamtt\u00e4tigkeit der V-AG und seien gem\u00e4\u00df \u00a7 15 Abs. 4 UStG aufzuteilen. Diese Aufteilung sei &#8211; entgegen ihrer zun\u00e4chst auch noch im Revisionsverfahren vertretenen Ansicht &#8211; nicht nach einem Investitionsschl\u00fcssel, sondern nach dem Umsatzschl\u00fcssel vorzunehmen.<\/p>\n<p>Daraus ergebe sich eine Umsatzsteuer f\u00fcr 1994 in H\u00f6he von .\/. 3.029.153,55 DM.<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin beantragt, unter Aufhebung der Vorentscheidung und \u00c4nderung des Umsatzsteuerbescheides f\u00fcr 1994 vom 7. M\u00e4rz 2002, die Umsatzsteuer f\u00fcr 1994 auf .\/. 3.029.153,55 DM festzusetzen.<\/p>\n<p>Das FA beantragt, die Revision als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckzuweisen, hilfsweise, die Vorentscheidung aufzuheben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur\u00fcckzuverweisen.<\/p>\n<p>Es macht im Wesentlichen geltend: Aufgrund des bezeichneten EuGH-Urteils KapHag Renditefonds (Slg. 2003, I-6851, UR 2003, 443) sei die Ausgabe von atypisch stillen Beteiligungen zwar nicht mehr als steuerfreier Umsatz zu werten, sondern als nichtsteuerbarer Vorgang. Gleichwohl sei der Vorsteuerabzug zu versagen, wie sich aus Nrn. 45, 48 und 50 der in diesem Verfahren gestellten Schlussantr\u00e4ge vom 6. Februar 2003 des Generalanwalts (Slg. 2003, I-6853) erg\u00e4be. Deshalb k\u00f6nne die V-AG keine Vorsteuerbetr\u00e4ge aus solchen Eingangsleistungen zum Abzug bringen, die in direktem Zusammenhang mit der nichtsteuerbaren Ausgabe von atypisch stillen Beteiligungen st\u00fcnden. Das FG habe diese Vorsteuerbetr\u00e4ge mit 4.171.427,70 DM beziffert. Diese Feststellung des FG als Tatsacheninstanz sei f\u00fcr das Revisionsverfahren bindend.<\/p>\n<p>Auch bei den Vorsteuerbetr\u00e4gen, die nicht direkt bestimmten Ausgangsums\u00e4tzen zuzurechnen seien, f\u00fchre die bezeichnete EuGH-Entscheidung zu keiner anderen Vorsteueraufteilung. Indem die nichtsteuerbaren und die steuerbefreiten Ums\u00e4tze gleicherma\u00dfen zum Versagen des Vorsteuerabzugs f\u00fchrten, m\u00fcssten sie auch bei der Aufteilung der nicht direkt zurechenbaren Vorsteuerbetr\u00e4ge gem\u00e4\u00df \u00a7 15 Abs. 4 UStG in gleicher Weise ber\u00fccksichtigt werden. Denn es k\u00f6nne nicht sein, dass Steuerbetr\u00e4ge aus Vorbez\u00fcgen, die in direktem Zusammenhang mit nichtsteuerbaren Ausgangsums\u00e4tzen st\u00fcnden, vom Abzug ausgeschlossen seien, w\u00e4hrend dies nicht anteilsm\u00e4\u00dfig f\u00fcr diejenigen Vorsteuerbetr\u00e4ge gelten solle, die sowohl durch steuerbare als auch durch nichtsteuerbare Vorg\u00e4nge verursacht w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Jedenfalls seien die geltend gemachten Vorsteuerbetr\u00e4ge nicht in voller H\u00f6he (4.171.424,70 DM) abziehbar. Denn die V-AG habe auch einen nichtunternehmerischen Bereich gehabt, der ihre Beteiligung an anderen Unternehmen umfasse. Soweit die streitigen Leistungsbez\u00fcge in diesen Bereich eingegangen seien, komme ein Vorsteuerabzug nicht in Betracht. Den genauen Umfang dieses Bereichs m\u00fcsse das FG nach Zur\u00fcckverweisung der Sache im zweiten Rechtsgang feststellen.<\/p>\n<p align=\"center\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\">II.<\/p>\n<p>Die Revision ist begr\u00fcndet. Sie f\u00fchrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur\u00fcckverweisung der Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (\u00a7 126 Abs. 3 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211; FGO -).<\/p>\n<p>Das FG hat zu Unrecht den streitigen Vorsteuerabzug unter Berufung auf \u00a7 15 Abs. 2 Nr. 1 i.V.m. \u00a7 4 Nr. 8 Buchst. f UStG versagt. Die Vorentscheidung kann auch insoweit keinen Bestand haben, als das FG die Vorsteuern gem\u00e4\u00df \u00a7 15 Abs. 4 UStG nach einem &#8222;Investitionsschl\u00fcssel&#8220; aufgeteilt hat. Der Senat kann in der Sache nicht selbst entscheiden.<\/p>\n<p>1. Gegenstand des Revisionsverfahrens ist der w\u00e4hrend des Verfahrens \u00fcber die Nichtzulassungsbeschwerde ergangene Umsatzsteuer-\u00c4nderungsbescheid f\u00fcr 1994 vom 7. M\u00e4rz 2002 (vgl. \u00a7 121 Satz 1 i.V.m. \u00a7 68 FGO, \u00a7 116 Abs. 7 Satz 1 FGO; BFH-Urteile vom 26. November 1985 IX R 107\/84, BFH\/NV 1986, 284; vom 13. September 2001 IV R 13\/01, BFHE 196, 546, BStBl II 2002, 287).<\/p>\n<p>2. Das FG dufte den Vorsteuerabzug aus den streitigen Eingangsleistungen nicht gem\u00e4\u00df \u00a7 15 Abs. 2 Nr. 1 i.V.m. \u00a7 4 Nr. 8 Buchst. f UStG versagen. F\u00fcr eine abschlie\u00dfende Entscheidung sind weitere Feststellungen zu treffen.<\/p>\n<p>a) Nach \u00a7 15 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 UStG kann der Unternehmer die in Rechnungen i.S. des \u00a7 14 UStG gesondert ausgewiesene Steuer f\u00fcr sonstige Leistungen, die von anderen Unternehmern f\u00fcr sein Unternehmen ausgef\u00fchrt worden sind, als Vorsteuerbetr\u00e4ge abziehen. Vom Vorsteuerabzug ausgeschlossen ist die Steuer f\u00fcr die sonstigen Leistungen, die der Unternehmer zur Ausf\u00fchrung steuerfreier Ums\u00e4tze verwendet (\u00a7 15 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 UStG). Verwendet der Unternehmer eine von ihm in Anspruch genommene sonstige Leistung nur zum Teil zur Ausf\u00fchrung von Ums\u00e4tzen, die den Vorsteuerabzug ausschlie\u00dfen, so ist der Teil der jeweiligen Vorsteuerbetr\u00e4ge nicht abziehbar, der den zum Ausschluss vom Vorsteuerabzug f\u00fchrenden Ums\u00e4tzen wirtschaftlich zuzurechnen ist (\u00a7 15 Abs. 4 Satz 1 UStG). Der Unternehmer kann die nichtabziehbaren Teilbetr\u00e4ge im Wege einer sachgerechten Sch\u00e4tzung ermitteln (\u00a7 15 Abs. 4 Satz 2 UStG).<\/p>\n<p>b) Das FG ist davon ausgegangen, die V-AG habe durch die Aufnahme ihrer Gesellschafter steuerbare, aber nach \u00a7 4 Nr. 8 Buchst. f UStG steuerfreie Leistungen erbracht, so dass der Vorsteuerabzug f\u00fcr die damit zusammenh\u00e4ngenden Leistungen nach \u00a7 15 Abs. 2 Nr. 1 UStG ausgeschlossen sei.<\/p>\n<p>Dies ist nicht zutreffend; denn eine Gesellschaft erbringt bei der Aufnahme eines Gesellschafters gegen Zahlung einer Bareinlage an diesen keine Dienstleistung gegen Entgelt i.S. des Art. 2 Nr. 1 der Sechsten Richtlinie des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten \u00fcber die Umsatzsteuern 77\/388\/EWG &#8211; Richtlinie 77\/388\/EWG &#8211; (vgl. EuGH-Urteil KapHag Renditefonds, Slg. 2003, I-6851, UR 2003, 443) und deshalb auch keinen steuerbaren Umsatz i.S. des \u00a7 1 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 UStG (vgl. die Nachfolgeentscheidung des BFH, Urteil vom 1. Juli 2004 V R 32\/00, BFHE 205, 555, BFH\/NV 2004, 1355). Diese Grunds\u00e4tze des EuGH zur Ausgabe von Anteilen durch eine Personengesellschaft gelten entsprechend auch f\u00fcr Kapitalgesellschaften wie im Streitfall.<\/p>\n<p>c) Aufgrund der bisher getroffenen Feststellungen kann der Senat nicht beurteilen, ob und ggf. in welchem Umfang der streitige Vorsteuerabzug zu gew\u00e4hren ist.<\/p>\n<p>Es ist unklar, in welchem Umfang die Leistungen, die die V-AG im Zusammenhang mit der Ausgabe stiller Beteiligungen bezogen hat und f\u00fcr die Vorsteuerbetr\u00e4ge in H\u00f6he von 4.171.424,70 DM angefallen sind, i.S. des \u00a7 15 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 UStG &#8222;f\u00fcr das Unternehmen&#8220; der V-AG &#8211; und nicht f\u00fcr ihren nichtunternehmerischen Bereich &#8211; ausgef\u00fchrt worden sind und inwieweit die V-AG diese Leistungen f\u00fcr besteuerte Ausgangsums\u00e4tze verwendet hat.<\/p>\n<p>aa) Die V-AG betrieb den Erwerb, die Verwaltung und die Verwertung von Immobilien, Wertpapieren, Beteiligungen sowie Verm\u00f6gensanlagen jeglicher Art.<\/p>\n<p>Der blo\u00dfe Erwerb, das blo\u00dfe Halten und die Ver\u00e4u\u00dferung von Gesellschaftsanteilen sowie der blo\u00dfe Erwerb und der blo\u00dfe Verkauf von sonstigen Wertpapieren sind nicht als wirtschaftliche T\u00e4tigkeiten i.S. der Richtlinie 77\/388\/EWG anzusehen (vgl. EuGH-Urteil vom 21. Oktober 2004 Rs. C-8\/03 &#8211; Banque Bruxelles Lambert SA (BBL) -, BFH-Report 2004, 1229, Rdnr. 38, 39, m.w.N.).<\/p>\n<p>Etwas anderes gilt jedoch, wenn eine Beteiligung an einem anderen Unternehmen unbeschadet der Rechte, die der Beteiligungsgesellschaft in ihrer Eigenschaft als Aktion\u00e4rin oder Gesellschafterin zustehen, mit unmittelbaren oder mittelbaren Eingriffen in die Verwaltung der Gesellschaft einhergeht, an der die Beteiligung besteht (EuGH-Urteile vom 20. Juni 1991 Rs. C-60\/90 &#8211; Polysar Investments Netherlands -, Slg. 1991, I-3111, UR 1993, 119 Rdnr. 14; vom 14. November 2000 Rs. C-142\/99 &#8211; Floridienne und Berginvest -, Slg. 2000, I-9567, UR 2000, 530 Rdnr. 18).<\/p>\n<p>Auch k\u00f6nnen Ums\u00e4tze, die sich auf Wertpapiere beziehen, in den Anwendungsbereich der Mehrwertsteuer fallen, wie sich aus Art. 13 Teil B Buchst. d Nr. 5 der Richtlinie 77\/388\/EWG ergibt. Ums\u00e4tze im Sinne dieser Bestimmung sind solche, bei denen es um die nachhaltige Erzielung von Einnahmen aus T\u00e4tigkeiten geht, die \u00fcber den blo\u00dfen Erwerb und den blo\u00dfen Verkauf von Wertpapieren hinausgehen, wie etwa Ums\u00e4tze bei einem Wertpapiergesch\u00e4ft im Rahmen einer gewerblichen T\u00e4tigkeit (vgl. EuGH-Urteil vom 29. April 2004 Rs. C-77\/01 &#8211; EDM -, UR 2004, 292, Rdnr. 59, und Urteil Banque Bruxelles Lambert SA (BBL) in BFH-Report 2004, 1229, Rdnr. 41).<\/p>\n<p>Im Streitfall kommt ernsthaft in Betracht, dass die V-AG (auch) einen nicht unternehmerischen Bereich hat. Davon ist sie in ihrer Umsatzsteuererkl\u00e4rung f\u00fcr das Streitjahr im Rahmen der Aufteilung der streitigen Vorsteuerbetr\u00e4ge selbst ausgegangen.<\/p>\n<p>Ob dies der Fall ist und ggf. wie weit dieser nicht unternehmerische Bereich der V-AG reicht, hat das FG nicht festgestellt. Diese Feststellung ist im zweiten Rechtsgang ausgehend von der bezeichneten Rechtsprechung des EuGH nachzuholen.<\/p>\n<p>bb) Die Feststellung, ob und inwieweit die V-AG unternehmerisch t\u00e4tig war, ist nicht entbehrlich.<\/p>\n<p>Nach Art. 17 Abs. 2 Buchst. a der Richtlinie 77\/388\/EWG setzt das Recht auf Vorsteuerabzug voraus, dass der Steuerpflichtige bezogene Leistungen &#8222;f\u00fcr Zwecke seiner besteuerten Ums\u00e4tze verwendet&#8220;. Das in dieser Bestimmung vorgesehene Recht auf Vorsteuerabzug entsteht nur, wenn die bezogenen Gegenst\u00e4nde oder Dienstleistungen direkt und unmittelbar mit Ausgangsums\u00e4tzen zusammenh\u00e4ngen, die das Recht auf Vorsteuerabzug er\u00f6ffnen (vgl. EuGH-Urteil vom 27. September 2001 Rs. C-16\/00 &#8211; Cibo Participations SA -, Slg. 2001, I-6663, UR 2001, 500 Rdnr. 28 bis 31).<\/p>\n<p>Zwar bleiben nach der st\u00e4ndigen Rechtsprechung des EuGH Ums\u00e4tze, die nicht in den Anwendungsbereich der Richtlinie 77\/388\/EWG fallen und f\u00fcr die daher kein Vorsteuerabzugsrecht besteht, bei der Berechnung des Pro-rata-Satzes des Vorsteuerabzugs i.S. der Art. 17 und 19 der Richtlinie 77\/388\/EWG unber\u00fccksichtigt (vgl. EuGH-Urteile vom 22. Juni 1993 Rs. C-333\/91 &#8211; Sofitam -, Slg. 1993, I-3513, Steuerrechtsprechung in Karteiform &#8211; StRK -, Sechste Richtlinie des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten \u00fcber die Umsatzsteuern 77\/388\/EWG, Art. 19 Rdnr. 13 und 14, Rechtsspruch 1; Cibo Participations SA in Slg. 2001, I-6663, UR 2001, 500, Rdnr. 44; EDM in UR 2004, 292, Rdnr. 54). Der Senat hat deshalb entschieden, dass eine Personengesellschaft, die ausschlie\u00dflich unternehmerisch (wirtschaftlich) t\u00e4tig ist, den Vorsteuerabzug aus Beratungsleistungen im Zusammenhang mit ihrer Gr\u00fcndung und der (nicht steuerbaren) Aufnahme von Gesellschaftern in vollem Umfang vornehmen kann (vgl. BFH-Urteil in BFHE 205, 555, BFH\/NV 2004, 1355, unter II. 3. c.).<\/p>\n<p>Es bestehen aber Zweifel, wie weit der Anwendungsbereich dieser Rechtsprechung des EuGH reicht (vgl. Vorabentscheidungsersuchen des Unabh\u00e4ngigen Finanzsenats Linz &#8211; \u00d6sterreich &#8211; vom 20. Oktober 2003, Amtsblatt der Europ\u00e4ischen Gemeinschaften 2004 Nr. C 47 S. 14; Huschens, Neue Wirtschafts-Briefe, Heft 15\/2004, Fach 7 S. 6199, 6200 ff.).<\/p>\n<p>Eine Vorlage an den EuGH zur Kl\u00e4rung dieser Zweifel kommt im Streitfall im derzeitigen Verfahrensstadium nicht in Betracht, weil der entscheidungserhebliche Sachverhalt &#8211; wie dargelegt &#8211; vom FG noch nicht aufgekl\u00e4rt ist.<\/p>\n<p>3. Der Senat folgt ferner nicht der Auffassung des FG, die im Streitfall gebotene Vorsteueraufteilung nach \u00a7 15 Abs. 4 UStG sei nach einem &#8222;Investitionsschl\u00fcssel&#8220; vorzunehmen. Ma\u00dfgebend ist vielmehr das Verh\u00e4ltnis der von der V-AG ausgef\u00fchrten steuerfreien Ausgangsums\u00e4tze zu ihren steuerpflichtigen Ausgangsums\u00e4tzen (Umsatzschl\u00fcssel).<\/p>\n<p>a) Die Auslegung des Begriffs der &#8222;wirtschaftlichen Zurechnung&#8220; i.S. des \u00a7 15 Abs. 4 Satz 1 UStG ist anhand der Vorgaben des gemeinschaftsrechtlichen Mehrwertsteuersystems vorzunehmen (vgl. BFH-Urteil vom 17. August 2001 V R 1\/01, BFHE 196, 345, BStBl II 2002, 833, unter II. 1. a).<\/p>\n<p>F\u00fcr die Aufteilung von Vorsteuerbetr\u00e4gen in F\u00e4llen gemischter (d.h. zum Vorsteuerabzug berechtigender und nicht berechtigender) Verwendung geht die Richtlinie 77\/388\/EWG in Art. 17 Abs. 5 Unterabs. 1 und Art. 19 als Regel-Aufteilungsma\u00dfstab von einem Umsatzschl\u00fcssel aus (vgl. BFH-Urteil in BFHE 205, 555, BFH\/NV 2004, 1355, unter II. 3. a). Bei richtlinienkonformer Auslegung ist als &#8222;sachgerecht&#8220; i.S. des \u00a7 15 Abs. 4 Satz 2 UStG deshalb ein den Vorgaben des Art. 17 Abs. 5 der Richtlinie 77\/388\/EWG entsprechendes Aufteilungsverfahren anzuerkennen, das &#8211; objektiv nachpr\u00fcfbar &#8211; nach einheitlicher Methode die beiden &#8222;Nutzungsteile&#8220; eines gemischt verwendeten Gegenstandes bzw. einer sonstigen Leistung den damit ausgef\u00fchrten steuerfreien und steuerpflichtigen Ums\u00e4tzen zurechnet (vgl. BFH-Urteil in BFHE 196, 345, BStBl II 2002, 833, unter II. 1. b).<\/p>\n<p>b) Eine Aufteilung der Vorsteuerbetr\u00e4ge nach einem &#8222;Investitionsschl\u00fcssel&#8220;, wie ihn urspr\u00fcnglich die Kl\u00e4gerin, das FG in der Vorentscheidung und das FA im \u00c4nderungsbescheid vom 7. M\u00e4rz 2002 (jeweils in unterschiedlicher Art) angewendet haben, ist dagegen in Art. 17 Abs. 5 und Art. 19 der Richtlinie 77\/388\/EWG nicht vorgesehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFH-Urteil vom 18.11.2004 (V R 16\/03) BStBl. 2005 II S. 503 1. 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