{"id":41374,"date":"2013-05-22T10:34:59","date_gmt":"2013-05-22T08:34:59","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=41374"},"modified":"2013-05-22T10:34:59","modified_gmt":"2013-05-22T08:34:59","slug":"xi-r-50-10-kein-kindergeld-fuer-spaeter-rechtskraeftig-verurteiltes-inhaftiertes-und-vom-studium-beurlaubtes-kind-aufhebung-oder-aenderung-einer-kindergeldfestsetzung-wegen-aenderung-der-verhaeltnisse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-50-10-kein-kindergeld-fuer-spaeter-rechtskraeftig-verurteiltes-inhaftiertes-und-vom-studium-beurlaubtes-kind-aufhebung-oder-aenderung-einer-kindergeldfestsetzung-wegen-aenderung-der-verhaeltnisse\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;50\/10 &#8211; Kein Kindergeld f&uuml;r &#8211;sp&auml;ter rechtskr&auml;ftig verurteiltes&#8211; inhaftiertes und vom Studium beurlaubtes Kind &#8211; Aufhebung oder &Auml;nderung einer Kindergeldfestsetzung wegen &Auml;nderung der Verh&auml;ltnisse"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.1.2013, XI R 50\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Kein Kindergeld f&uuml;r &#8211;sp&auml;ter rechtskr&auml;ftig verurteiltes&#8211; inhaftiertes und vom Studium beurlaubtes Kind &#8211; Aufhebung oder &Auml;nderung einer Kindergeldfestsetzung wegen &Auml;nderung der Verh&auml;ltnisse<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die Durchf&uuml;hrung einer Berufsausbildung i.S. von &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a EStG setzt voraus, dass auf die Ausbildung gerichtete Ma&szlig;nahmen tats&auml;chlich durchgef&uuml;hrt werden.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Eine kindergeldsch&auml;dliche Unterbrechung der Berufsausbildung ist gegeben, wenn ein sp&auml;ter rechtskr&auml;ftig verurteiltes Kind sich in Haft befindet und sich w&auml;hrend dieser Zeit von seinem Studium hat beurlauben lassen. <\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Beteiligten streiten darum, ob die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) einen Anspruch auf Kindergeld f&uuml;r ihren am X.X.1982 geborenen Sohn S hat, der sich von seinem Studium der Rechtswissenschaften vor&uuml;bergehend hatte beurlauben lassen und sich w&auml;hrend dieser Zeit in Untersuchungshaft und anschlie&szlig;end in Haft befand. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Sohn der Kl&auml;gerin war seit dem Wintersemester 2002\/2003 zum Studium der Rechtswissenschaften an der Universit&auml;t Z immatrikuliert. Er war nach den Feststellungen des Finanzgerichts (FG) vom Wintersemester 2003\/2004 bis einschlie&szlig;lich Sommersemester 2005 beurlaubt. Seit dem Wintersemester 2005\/2006 war S nicht mehr beurlaubt und hat sein Studium fortgesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Er wurde am 12.&nbsp;August 2004 vom Landgericht (LG) Z wegen unerlaubten Handelns mit Bet&auml;ubungsmitteln in nicht geringer Menge zu einer Freiheitsstrafe von 3&nbsp;Jahren und 6 Monaten verurteilt. Ausweislich der Urteilsgr&uuml;nde war er in den Drogenhandel mit Haschisch eingebunden und hatte am 26.&nbsp;Juni 2003 Haschisch und Ecstasytabletten mit einem Marktwert von 100.000&nbsp;EUR von A nach Z bef&ouml;rdert. Der Sohn der Kl&auml;gerin war am selben Tag festgenommen worden, befand sich zun&auml;chst in Untersuchungshaft und ab dem 26.&nbsp;Januar 2005 in Strafhaft. Ab August 2005 war er im sog. &quot;offenen Vollzug&quot;. Das LG U setzte mit Beschluss vom 17.&nbsp;Januar 2006 den Rest der Strafe vorzeitig zur Bew&auml;hrung aus. Mit Beschluss vom 5.&nbsp;Februar 2009 wurde die ausgesetzte Reststrafe erlassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beklagte und Revisionsbeklagte (Familienkasse) hob die Kindergeldfestsetzung mit Bescheid vom 19.&nbsp;April 2007 f&uuml;r den Zeitraum Juli 2003 bis September 2005 nach &sect;&nbsp;70 Abs.&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) auf und forderte &uuml;berzahltes Kindergeld in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR von der Kl&auml;gerin zur&uuml;ck. Das au&szlig;ergerichtliche Rechtsbehelfsverfahren blieb ohne Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG wies die hiergegen erhobene Klage ab. Sein Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2011, 152 ver&ouml;ffentlicht. Das FG f&uuml;hrte im Wesentlichen aus, dass f&uuml;r den streitbefangenen Zeitraum eine Unterbrechung der Berufsausbildung vorliege, was zum Wegfall der Voraussetzungen des Kindergeldanspruchs gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;63 Abs.&nbsp;1 Satz 1 Nr.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz 1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a EStG f&uuml;hre. Denn auf die Ausbildung gerichtete Ma&szlig;nahmen h&auml;tten trotz der Immatrikulation wegen der Beurlaubung w&auml;hrend der Haft nicht stattgefunden. Der vorliegende Sachverhalt sei auch nicht mit dem Fall vergleichbar, &uuml;ber den der Bundesfinanzhof (BFH) in seiner Entscheidung vom 20.&nbsp;Juli 2006 III&nbsp;R&nbsp;69\/04 (BFH\/NV 2006, 2067) befunden habe, in dem das in Untersuchungshaft befindliche Kind sp&auml;ter von jedem strafrechtlichen Tatvorwurf freigesprochen worden sei. Demgegen&uuml;ber sei das Kind im Streitfall f&uuml;r die vors&auml;tzliche Begehung einer schwerwiegenden Straftat verurteilt worden; somit sei nicht erst die Anordnung der Untersuchungshaft oder die Vollziehung der Strafhaft urs&auml;chlich f&uuml;r die Unterbrechung der Ausbildung gewesen. Die vom FG vertretene Sichtweise werde im &Uuml;brigen auch von anderen Finanzgerichten geteilt (FG des Landes Sachsen-Anhalt, Urteil vom 12.&nbsp;Februar 2008&nbsp;&nbsp;4&nbsp;K&nbsp;435\/06, EFG 2008, 1393; FG N&uuml;rnberg, Urteil vom 20.&nbsp;Januar 2006 V&nbsp;114\/2005, nicht ver&ouml;ffentlicht &#8211;n.v.&#8211;, juris).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der hiergegen eingelegten &#8211;vom FG zugelassenen&#8211; Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung materiellen Rechts. Nach ihrer Auffassung ist der Streitfall entgegen der Ansicht des FG durchaus vergleichbar mit dem Sachverhalt, &uuml;ber den der BFH in seinem Urteil in BFH\/NV 2006, 2067 befunden hat. Denn ihr Sohn habe mit der Begehung der Straftat keineswegs willentlich seine Ausbildung unterbrochen. Das FG habe insoweit eine &quot;falsche und ihm nicht zukommende Gesinnungsbewertung&quot; vorgenommen. Im &Uuml;brigen sei ihr Sohn erstmals straff&auml;llig geworden und habe sich auch in der Haft weiter fortgebildet. Nicht einmal in einem Strafurteil werde festgestellt, ob der Angeklagte die Tat mit dem Vorsatz begangen h&auml;tte, seine Ausbildung zu unterbrechen. Dies d&uuml;rfe auch niemand schlicht unterstellen. Vielmehr sei der bei der Tatbegehung mehr als &quot;blau&auml;ugige&quot; und &quot;naive&quot; Sohn der Kl&auml;gerin als Heranwachsender vom Kopf einer Drogenbande als neuer Kurier rekrutiert und &quot;verheizt&quot; worden, was den Telefonauswertungen der Akten der Mitt&auml;ter zu entnehmen sei. Selbst bei einem Jurastudenten im zweiten Semester sei nicht ohne weiteres anzunehmen, die Folgen seiner Tat h&auml;tten sich ihm in diesem Ausma&szlig; aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen, zumal es gro&szlig;e Unterschiede zwischen strafrechtlichen Bet&auml;ubungsmittelverfahren und anderen Strafverfahren gebe. Eine moralische Abw&auml;gung komme weder der Familienkasse noch dem FG zu, zumal die anwendbaren Rechtsnormen keine subjektiven Elemente aufwiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, das FG-Urteil sowie den Bescheid &uuml;ber die Aufhebung der Kindergeldfestsetzung vom 19.&nbsp;April 2007 und die hierzu ergangene Einspruchsentscheidung aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie h&auml;lt die Entscheidung des FG f&uuml;r zutreffend. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl&auml;gerin ist unbegr&uuml;ndet. Sie war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat zu Recht entschieden, dass die Kl&auml;gerin in der Zeit von Juli 2003 bis September 2005 f&uuml;r ihren Sohn S keinen Anspruch auf Kindergeld hat, so dass die Familienkasse berechtigt war, die entsprechende Kindergeldfestsetzung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;70 Abs.&nbsp;2 EStG aufzuheben und das insoweit ausgezahlte Kindergeld nach &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO) wieder zur&uuml;ckzufordern. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;63 Abs.&nbsp;1 Satz 1 Nr.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a EStG wird ein Kind, das das 18., aber noch nicht das 27.&nbsp;Lebensjahr vollendet hat, bei Vorliegen der weiteren Voraussetzungen beim Kindergeldberechtigten ber&uuml;cksichtigt, wenn es f&uuml;r einen Beruf ausgebildet wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Wortlaut des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz 1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a EStG (&quot;ausgebildet wird&quot;) stellt nach der Rechtsprechung des BFH nicht auf das formale Weiterbestehen eines Ausbildungsverh&auml;ltnisses ab, sondern darauf, dass auf die Ausbildung gerichtete Ma&szlig;nahmen tats&auml;chlich durchgef&uuml;hrt werden (vgl. BFH-Urteile vom 15.&nbsp;Juli 2003 VIII&nbsp;R&nbsp;47\/02, BFHE 203, 106, BStBl II 2003, 848, unter II.1.a; in BFH\/NV 2006, 2067, unter II.1.a; vom 24.&nbsp;September 2009 III&nbsp;R&nbsp;79\/06, BFH\/NV 2010, 614, unter II.1.a&nbsp;aa). Dabei kommt es nicht entscheidend darauf an, ob das Ausbildungsverh&auml;ltnis vorl&auml;ufig beendet ist oder ob es zwar bestehen bleibt, aber infolge Beurlaubung die Rechte und Pflichten ruhen (BFH-Urteil in BFHE 203, 106, BStBl II 2003, 848, unter II.1.). Denn es tritt grunds&auml;tzlich eine Unterbrechung der Ausbildung ein, sobald es an Ma&szlig;nahmen fehlt, die geeignet sind, dem Erwerb von Kenntnissen, F&auml;higkeiten und Erfahrungen im Hinblick auf die Aus&uuml;bung des angestrebten Berufs zu dienen (vgl. BFH-Urteile vom 14.&nbsp;Mai 2002 VIII&nbsp;R&nbsp;61\/01, BFHE 199, 210, BStBl II 2002, 807, unter II.2.a; in BFH\/NV 2006, 2067, unter II.1.a, und in BFH\/NV 2010, 614, unter II.1.a&nbsp;aa).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall hat das FG zutreffend angenommen, dass die Berufsausbildung des Kindes S durch die Untersuchungshaft mit anschlie&szlig;ender Strafhaft f&uuml;r den streitbefangenen Zeitraum unterbrochen war. Denn der Sohn der Kl&auml;gerin hat w&auml;hrend dieser Zeit sein begonnenes Studium der Rechtswissenschaften, von dem er sich hatte beurlauben lassen, nicht fortgesetzt. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Dem steht nicht entgegen, dass eine Unterbrechung der Ausbildung infolge Erkrankung oder Mutterschaft f&uuml;r den Anspruch auf Kindergeld als unsch&auml;dlich angesehen wird (vgl. Abschn. 63.3.2.8 Abs.&nbsp;1 und 3 der Dienstanweisung zur Durchf&uuml;hrung des Familienleistungsausgleichs nach dem X.&nbsp;Abschnitt des Einkommensteuergesetzes &#8211;DA-FamEStG&#8211;; ebenso BFH-Urteil in BFH\/NV 2006, 2067, unter II.1.c; FG des Landes Sachsen-Anhalt, Urteil in EFG 2008, 1393; FG Baden-W&uuml;rttemberg, Urteil vom 30.&nbsp;M&auml;rz 2011&nbsp;&nbsp;2&nbsp;K&nbsp;5243\/09, EFG 2011, 1262; FG M&uuml;nster, Urteil vom 8.&nbsp;Juni 2011&nbsp;&nbsp;10&nbsp;K&nbsp;3649\/09&nbsp;Kg, EFG 2012, 339). Denn im Streitfall ist keiner dieser Ausnahmef&auml;lle gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Auch die von der Kl&auml;gerin zitierte Rechtsprechung des BFH, wonach ein in Untersuchungshaft genommenes Kind ausnahmsweise weiterhin als in Ausbildung befindlich zu behandeln ist, wenn es die begonnene Ausbildung in der Haft nicht fortsetzt (BFH-Urteil in BFH\/NV 2006, 2067; entgegen Abschn. 63.3.2.7 Abs.&nbsp;9 DA-FamEStG), ist im Streitfall nicht einschl&auml;gig. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Denn der BFH hatte in seinem in BFH\/NV 2006, 2067 zu entscheidenden Fall ma&szlig;geblich darauf abgestellt, dass das seinerzeit in Polen inhaftierte Kind die Unterbrechung seiner Ausbildung nicht zu vertreten hatte, weil es letztlich vom Tatvorwurf freigesprochen worden war (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 2006, 2067, unter II.1.c). <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Demgegen&uuml;ber hat das Kind S im Streitfall mit seiner Beteiligung am Drogenhandel eine Straftat begangen, f&uuml;r die es rechtskr&auml;ftig zu einer mehrj&auml;hrigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Ein derartiger Sachverhalt ist unabh&auml;ngig von der subjektiven Sicht des Kindes von vornherein nicht vergleichbar mit dem Fall, &uuml;ber den der BFH in BFH\/NV 2006, 2067 befunden hat (im Ergebnis ebenso FG des Landes Sachsen-Anhalt, Urteil in EFG 2008, 1393; FG Baden-W&uuml;rttemberg, Urteil in EFG 2011, 1262; FG M&uuml;nster, Urteil in EFG 2012, 339; D&uuml;rr, BFH-PR 2006, 485, 486). <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Wertung steht im Ergebnis im Einklang mit der Rechtsprechung des BFH, wonach f&uuml;r behinderte Kinder, die sich in Strafhaft befinden, gleichfalls kein Anspruch auf Kindergeld nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG besteht (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 25.&nbsp;Februar 2009 III&nbsp;B&nbsp;47\/08, BFH\/NV 2009, 929, und vom 8.&nbsp;November 2012 VI&nbsp;B&nbsp;86\/12, n.v., juris). <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG hat auch zutreffend das Vorliegen der Voraussetzungen von &sect;&nbsp;70 Abs.&nbsp;2 EStG bejaht. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dieser Vorschrift ist bei einer &Auml;nderung der f&uuml;r den Anspruch auf Kindergeld erheblichen Verh&auml;ltnisse die Kindergeldfestsetzung mit Wirkung vom Zeitpunkt der &Auml;nderung der Verh&auml;ltnisse aufzuheben oder zu &auml;ndern. Die Familienkasse hat insoweit keinen Ermessensspielraum (vgl. z.B. BFH-Entscheidungen vom 18.&nbsp;Dezember 1998 VI&nbsp;B&nbsp;215\/98, BFHE 187, 559, BStBl II 1999, 231; vom 25.&nbsp;Juli 2001 VI&nbsp;R&nbsp;18\/99, BFHE 196, 260, BStBl II 2002, 81). <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall liegt die &Auml;nderung der Verh&auml;ltnisse in der Unterbrechung der Ausbildung durch die Beurlaubung vom Studium und den Haftantritt des Sohnes der Kl&auml;gerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das FG hat &uuml;berdies zu Recht angenommen, dass die Voraussetzungen von &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 AO vorliegen. Die Familienkasse war danach berechtigt, das f&uuml;r den streitbefangenen Zeitraum ausbezahlte Kindergeld zur&uuml;ckzufordern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.1.2013, XI R 50\/10 Kein Kindergeld f&uuml;r &#8211;sp&auml;ter rechtskr&auml;ftig verurteiltes&#8211; inhaftiertes und vom Studium beurlaubtes Kind &#8211; Aufhebung oder &Auml;nderung einer Kindergeldfestsetzung wegen &Auml;nderung der Verh&auml;ltnisse Leits&auml;tze 1. 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