{"id":41375,"date":"2013-05-22T10:32:09","date_gmt":"2013-05-22T08:32:09","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=41375"},"modified":"2013-05-22T10:32:09","modified_gmt":"2013-05-22T08:32:09","slug":"v-r-47-11-sachentscheidung-trotz-fehlender-sachentscheidungsvoraussetzungen-anhaengigkeit-des-einspruchsverfahrens-bei-teilabhilfebescheid-notwendigkeit-einer-untaetigkeitsruege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-47-11-sachentscheidung-trotz-fehlender-sachentscheidungsvoraussetzungen-anhaengigkeit-des-einspruchsverfahrens-bei-teilabhilfebescheid-notwendigkeit-einer-untaetigkeitsruege\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;47\/11 &#8211; Sachentscheidung trotz fehlender Sachentscheidungsvoraussetzungen &#8211; Anh&auml;ngigkeit des Einspruchsverfahrens bei Teilabhilfebescheid &#8211; Notwendigkeit einer Unt&auml;tigkeitsr&uuml;ge"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.1.2013, V R 47\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Sachentscheidung trotz fehlender Sachentscheidungsvoraussetzungen &#8211; Anh&auml;ngigkeit des Einspruchsverfahrens bei Teilabhilfebescheid &#8211; Notwendigkeit einer Unt&auml;tigkeitsr&uuml;ge<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger), ein Landkreis, beantragte mit Schreiben vom 12.&nbsp;Oktober 2009 beim Beklagten und Revisionsbeklagten (Familienkasse) die Abzweigung von Kindergeld aus dem Kindergeldanspruch der Beigeladenen. Die Beigeladene ist Mutter einer Tochter, die als Schwerbehinderte einen Behinderungsgrad von 100&nbsp;v.H. aufweist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse lehnte den Antrag auf Abzweigung ab. Der hiergegen eingelegte Einspruch hatte insoweit Erfolg, als die Familienkasse f&uuml;r die Monate November und Dezember 2009 eine monatliche Abzweigung von 82&nbsp;EUR und f&uuml;r den Zeitraum ab Januar 2010 eine Abzweigung von 92&nbsp;EUR an den Kl&auml;ger durch &quot;Abhilfebescheid&quot; vom 20.&nbsp;Januar 2011 anordnete und dabei darauf hinwies, dass dem Einspruch damit in vollem Umfang entsprochen werde. Eine weiter gehende Einspruchsentscheidung erfolgte nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Klage zum Finanzgericht (FG) machte der Kl&auml;ger einen weitergehenden Anspruch auf Abzweigung geltend. Das FG sah die Klage mit den in &quot;Entscheidungen der Finanzgerichte&quot; 2012, 1360 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden als zul&auml;ssig, aber unbegr&uuml;ndet an. Zur Zul&auml;ssigkeit der Klage f&uuml;hrte das FG an, dass der Kl&auml;ger im Verwaltungsverfahren die Abzweigung des Kindergeldes beantragt habe, ohne diesen Antrag betragsm&auml;&szlig;ig zu beschr&auml;nken. Auch im Einspruchsverfahren sei keine Einschr&auml;nkung des Begehrens erfolgt. Dies bedeute, dass der Antrag des Kl&auml;gers auf die vollst&auml;ndige Abzweigung des Kindergeldes gerichtet gewesen sei. Die Familienkasse habe zwar den Abzweigungsantrag demgegen&uuml;ber nur auf den Teilbetrag des Kindergeldes bezogen, der nach ihrer Einsch&auml;tzung unter Ber&uuml;cksichtigung der Unterhaltsaufwendungen der Beigeladenen &auml;u&szlig;erstenfalls abgezweigt werden k&ouml;nnte. Hierauf deute der Hinweis in dem Abhilfebescheid vom 20.&nbsp;Januar 2011 hin, dass dem Einspruch in vollem Umfang entsprochen worden sei. Dies &auml;ndere aber nichts daran, dass der Abzweigungsantrag des Kl&auml;gers insoweit abgelehnt worden sei, als die im gerichtlichen Verfahren noch streitigen Betr&auml;ge von monatlich 58&nbsp;EUR und ab Januar 2010 von monatlich 68&nbsp;EUR nicht an ihn abgezweigt wurden. Diese Auslegung des &sect;&nbsp;44 der Finanzgerichtsordnung (FGO) werde durch die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) best&auml;tigt. Danach sei das au&szlig;ergerichtliche Rechtsbehelfsverfahren auch dann i.S. des &sect;&nbsp;44 Abs.&nbsp;1 FGO erfolglos geblieben, wenn die Einspruchsentscheidung der Sache nach unvollst&auml;ndig sei, wie sich aus dem BFH-Urteil vom 27.&nbsp;September 2001 X&nbsp;R&nbsp;134\/98 (BFHE 196, 400, BStBl II 2002, 176) ergebe. Diese Unvollst&auml;ndigkeit liege vor, wenn das Einspruchsbegehren teilweise &uuml;bergangen werde, wie sich aus dem BFH-Urteil vom 10.&nbsp;Mai 2007 III&nbsp;R&nbsp;67\/06 (BFH\/NV 2007, 2063) ergebe. So liege der Fall hier, da die Familienkasse das weiterreichende Abzweigungsverlangen des Kl&auml;gers unbeabsichtigt &uuml;bergangen habe. Dem Kl&auml;ger stehe aber der weitergehend geltend gemachte Anspruch auf Abzweigung nicht zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich der Kl&auml;ger mit der Revision, die er auf die Verletzung materiellen Rechts st&uuml;tzt. Das Urteil stehe nicht im Einklang mit &sect;&nbsp;74 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 des Einkommensteuergesetzes (EStG). Sein Anspruch auf Abzweigung werde willk&uuml;rlich reduziert. Die Voraussetzungen f&uuml;r eine teleologische Reduktion l&auml;gen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/><\/br>das Urteil des FG aufzuheben und die Zur&uuml;ckverweisung des Rechtstreits an das FG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse beantragt,<br \/><\/br>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beigeladene hat keinen Antrag gestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Auf die Revision des Kl&auml;gers war das Urteil des FG aufzuheben und die Sache an das FG zur&uuml;ckzuverweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 FGO). Das FG hat zu Unrecht in der Sache entschieden, obwohl mangels abgeschlossenen Vorverfahrens (&sect;&nbsp;44 FGO) die Klage unzul&auml;ssig war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Ist gegen einen Steuerbescheid &#8211;hier den Bescheid &uuml;ber die Abzweigung von Kindergeld, f&uuml;r den als Entscheidung &uuml;ber eine Steuerverg&uuml;tung dieselben Vorschriften gelten (vgl. BFH-Urteil vom 25.&nbsp;Juli 2001 VI&nbsp;R&nbsp;18\/99, BFHE 196, 260, BStBl II 2002, 81)&#8211; ein au&szlig;ergerichtlicher Rechtsbehelf gegeben, so ist eine Klage gegen den Bescheid vorbehaltlich der &sect;&sect;&nbsp;45 und 46 FGO nur zul&auml;ssig, wenn das Vorverfahren &uuml;ber den au&szlig;ergerichtlichen Rechtsbehelf erfolglos geblieben ist (&sect;&nbsp;44 Abs.&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ein au&szlig;ergerichtliches Vorverfahren muss zwar nicht zwangsl&auml;ufig mit einer Einspruchsentscheidung beendet werden. Eine Erledigung des Einspruchsverfahrens tritt jedoch nur dann ein, wenn die Beh&ouml;rde dem Antrag des Einspruchsf&uuml;hrers u.a. durch &Auml;nderung des Bescheids (&sect;&nbsp;172 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211;) in vollem Umfang entspricht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob dies der Fall ist, ergibt ein Vergleich zwischen dem Antrag im Einspruchsverfahren und der Regelung im Abhilfebescheid. Dabei ist der Antrag des Einspruchsf&uuml;hrers im Zeitpunkt der Bekanntgabe des Abhilfebescheids ma&szlig;gebend (z.B. BFH-Beschluss vom 30.&nbsp;Oktober 2003 VI&nbsp;B&nbsp;83\/03, BFH\/NV 2004, 356).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen wird auch durch eine unvollst&auml;ndige Rechtsbehelfsentscheidung das au&szlig;ergerichtliche Vorverfahren in der nach dem Gesetz erforderlichen Weise f&ouml;rmlich abgeschlossen (BFH-Urteile in BFH\/NV 2007, 2063; in BFHE 196, 400, BStBl II 2002, 176, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Liegt nur ein Teilabhilfebescheid vor, der dem Antrag des Einspruchsf&uuml;hrers nicht in vollem Umfang entspricht, bleibt das Einspruchsverfahren &#8211;entgegen der Auffassung des FG im Streitfall&#8211; weiter anh&auml;ngig (z.B. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2004, 356, m.w.N.). Der Teilabhilfebescheid wird nach &sect;&nbsp;365 Abs.&nbsp;3 AO automatisch Gegenstand des Einspruchsverfahrens. Hierdurch soll verhindert werden, dass der Einspruchsf&uuml;hrer ohne Einlegung eines neuen Rechtsbehelfs aus dem Rechtsbehelfsverfahrens gedr&auml;ngt wird. Eines weiteren Einspruchs gegen den Teilabhilfebescheid bedarf es nicht. Bei einer Teilabhilfe ist jedoch &uuml;ber den nicht erledigten Teil des Einspruchs noch durch eine f&ouml;rmliche Einspruchsentscheidung zu entscheiden (z.B. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2004, 356, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Grunds&auml;tzen ist die Klage im Streitfall nach &sect;&nbsp;44 Abs.&nbsp;1 FGO nicht zul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Familienkasse hat im Streitfall &#8211;wie sich aus der dem Bescheid vom 20.&nbsp;Januar 2011 und dessen Rechtsbehelfsbelehrung ergibt&#8211; keine Einspruchsentscheidung, sondern lediglich einen Abhilfebescheid erlassen, der &#8211;wie das FG insoweit zu Recht entschieden hat&#8211; dem Begehren des Kl&auml;gers nicht in vollem Umfang entspricht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Eine abweichende Beurteilung folgt nicht aus &sect;&nbsp;46 FGO. Nach dieser Vorschrift ist zwar eine Klage ohne vorherigen Ab-schluss des Vorverfahrens zul&auml;ssig, wenn &uuml;ber einen au&szlig;ergerichtlichen Rechtsbehelf ohne Mitteilung eines zureichenden Grundes nicht innerhalb einer angemessenen Frist sachlich entschieden worden ist. Jedoch kann eine vor Abschluss des Vorverfahrens erhobene Klage nur dann nach &sect;&nbsp;46 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO zul&auml;ssig sein, wenn sp&auml;testens bis zum Schluss der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG die Unt&auml;tigkeit der Finanzbeh&ouml;rde ger&uuml;gt wird (BFH-Urteile vom 17.&nbsp;Mai 1985 III&nbsp;R&nbsp;213\/82, BFHE 143, 509, BStBl II 1985, 521; vom 24.&nbsp;April 2007 I&nbsp;R&nbsp;33\/06, BFH\/NV 2007, 2236, unter II.5.). Dass im Streitfall eine solche R&uuml;ge erhoben worden ist, hat weder das FG festgestellt noch hat der Kl&auml;ger Entsprechendes vorgetragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Dem steht auch nicht das vom FG f&uuml;r seine Auffassung angef&uuml;hrte BFH-Urteil in BFHE 196, 400, BStBl II 2002, 176 entgegen, da dieses auf der Besonderheit beruht, dass die Beh&ouml;rde in diesem Fall w&auml;hrend eines &uuml;ber zwei Jahre dauernden Beschwerdeverfahrens von der &quot;M&ouml;glichkeit der Selbstkontrolle&quot; keinen Gebrauch gemacht hat, so dass die Annahme, es fehle an einem f&ouml;rmlichen Abschluss des Verfahrens dazu gef&uuml;hrt h&auml;tte, dass Rechtsschutz nur unter erschwerten Voraussetzungen in Anspruch genommen werden k&ouml;nnte. Damit ist der Streitfall nicht vergleichbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegenteiliges ergibt sich nicht aus dem vom FG f&uuml;r seine Auffassung angef&uuml;hrten BFH-Urteil in BFH\/NV 2007, 2063. Dieses betrifft nur die Fallgestaltung, dass eine Einspruchsentscheidung vorliegt, diese aber einen Streitpunkt &uuml;bergeht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das FG ist von anderen Grunds&auml;tzen ausgegangen. Es h&auml;tte &uuml;ber die Klage nicht in der Sache entscheiden d&uuml;rfen, sondern h&auml;tte vielmehr zun&auml;chst der Familienkasse Gelegenheit geben m&uuml;ssen, &uuml;ber den Einspruch zu entscheiden. Vers&auml;umt das FG dies und erl&auml;sst es stattdessen eine Sachentscheidung, so ist sein Urteil wegen Verletzung des &sect;&nbsp;44 Abs.&nbsp;1 FGO aufzuheben (BFH-Urteile in BFH\/NV 2007, 2236, m.w.N.; vom 21.&nbsp;Juli 1987 IX&nbsp;R&nbsp;80\/83, BFH\/NV 1988, 213). Das angefochtene Urteil war daher aufzuheben. Die Sache ist an das FG zur&uuml;ckzuverweisen, damit dieses auf die Erf&uuml;llung der Voraussetzungen f&uuml;r eine Sachentscheidung hinwirken kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1 FGO. &Uuml;ber die Kosten der Beigeladenen, die keinen Antrag gestellt hat, war nicht zu entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.1.2013, V R 47\/11 Sachentscheidung trotz fehlender Sachentscheidungsvoraussetzungen &#8211; Anh&auml;ngigkeit des Einspruchsverfahrens bei Teilabhilfebescheid &#8211; Notwendigkeit einer Unt&auml;tigkeitsr&uuml;ge Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger), ein Landkreis, beantragte mit Schreiben vom 12.&nbsp;Oktober 2009 beim Beklagten und Revisionsbeklagten (Familienkasse) die Abzweigung von Kindergeld aus dem Kindergeldanspruch der Beigeladenen. 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