{"id":41381,"date":"2013-05-22T10:34:33","date_gmt":"2013-05-22T08:34:33","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=41381"},"modified":"2013-05-22T10:34:33","modified_gmt":"2013-05-22T08:34:33","slug":"vii-b-135-12-aussetzung-des-verfahrens-wegen-strafverfahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-135-12-aussetzung-des-verfahrens-wegen-strafverfahren\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;135\/12 &#8211; Aussetzung des Verfahrens wegen Strafverfahren"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 23.1.2013, VII B 135\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Aussetzung des Verfahrens wegen Strafverfahren<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) f&uuml;hrt vor dem Finanzgericht (FG) einen Rechtsstreit gegen den Beklagten und Beschwerdegegner (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) wegen eines von diesem gegen sie erlassenen Abrechnungsbescheids.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;gerin ist vom FG durch Verf&uuml;gung der Vorsitzenden aufgegeben worden, sich bis zum 13.&nbsp;Juli 2012 dar&uuml;ber zu erkl&auml;ren, ob sie einem Ruhen dieses Verfahrens zustimme. Die Kl&auml;gerin hat jedoch mit Schriftsatz vom 29.&nbsp;Juni 2012 dem FG mitgeteilt, dass sie kein Ruhen des Verfahrens m&ouml;chte, sondern umfassende Einsicht in die Akten &#8211;auch in die dem Amtsgericht (AG) vorliegenden&#8211; und eine Verl&auml;ngerung der Stellungnahmefrist bis 15.&nbsp;September 2012 begehre.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Beschluss vom 4.&nbsp;Juli 2012 hat das FG durch den bestellten Einzelrichter das Verfahren gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;74 der Finanzgerichtsordnung (FGO) ausgesetzt. Es sei zu erwarten, dass in dem beim AG gegen den Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Komplement&auml;rin der Kl&auml;gerin anh&auml;ngigen Strafverfahren f&uuml;r das finanzgerichtliche Verfahren relevante Erkenntnisse gewonnen werden. Zudem werde der ordnungsgem&auml;&szlig;e Fortgang des finanzgerichtlichen Verfahrens dadurch erschwert, dass die Verwaltungsakten auch f&uuml;r das Strafverfahren ben&ouml;tigt w&uuml;rden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen diesen Beschluss hat die Kl&auml;gerin Beschwerde erhoben. Nachdem das FG das Verfahren jedoch bereits mit Beschluss vom 17.&nbsp;Juli 2012 wieder aufgenommen hatte, weil eine Nachfrage ergeben habe, dass in naher Zukunft mit relevanten Tatsachenfeststellungen im Strafverfahren nicht zu rechnen sei und die Akten dort derzeit nicht ben&ouml;tigt w&uuml;rden, hat die Kl&auml;gerin um eine Kostenentscheidung gebeten, die zu Lasten des FA ergehen m&uuml;sse, weil ihr das rechtliche Geh&ouml;r abgeschnitten worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Der von der Kl&auml;gerin mit Schriftsatz vom 29.&nbsp;August 2012 gestellte Antrag auf Kostenentscheidung ist dahin zu verstehen, dass die Kl&auml;gerin ihr Rechtsmittel gegen die Aussetzungsentscheidung des FG f&uuml;r erledigt erkl&auml;ren m&ouml;chte, nachdem das FG den Rechtsstreit wieder aufgenommen hat. Da das FA dieser Erkl&auml;rung nicht widersprochen hat, ist in entsprechender Anwendung des &sect;&nbsp;138 Abs.&nbsp;3 FGO davon auszugehen, dass die von der Kl&auml;gerin erhobene Beschwerde einvernehmlich f&uuml;r erledigt angesehen wird. Dementsprechend ist in entsprechender Anwendung des &sect;&nbsp;138 Abs.&nbsp;1 FGO nur noch &uuml;ber die Kosten des Beschwerdeverfahrens nach billigem Ermessen des beschlie&szlig;enden Senats unter Ber&uuml;cksichtigung des bisherigen Sach- und Streitstandes zu entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Entscheidung f&auml;llt zu Lasten der Kl&auml;gerin aus, denn sie h&auml;tte mit ihrer Beschwerde voraussichtlich keinen Erfolg gehabt. Der Anspruch der Kl&auml;gerin auf rechtliches Geh&ouml;r ist durch die angegriffene Aussetzungsentscheidung nicht verletzt worden. Der Kl&auml;gerin war zwar eine bei Ergehen dieser Entscheidung noch nicht abgelaufene Frist einger&auml;umt worden, dazu Stellung zu nehmen, ob das Verfahren ruhen k&ouml;nne. Abgesehen davon, dass sich aus ihrer Stellungnahme vom 29.&nbsp;Juni 2012 ergab, sie werde innerhalb dieser Frist zu der Frage einer Ruhensanordnung keine &#8211;weitere&#8211; Stellungnahme abgeben und meine, nicht abgeben zu k&ouml;nnen, sodass schon deshalb kein Anlass bestand, den Ablauf dieser Frist abzuwarten, bezog sich diese Fristsetzung auf eine Ruhensanordnung, welche nur einvernehmlich h&auml;tte ergehen k&ouml;nnen. Dass insoweit &#8211;jedenfalls noch&#8211; kein Einvernehmen hergestellt war und die Kl&auml;gerin die Absicht ge&auml;u&szlig;ert hatte, zu der Ruhensanregung noch &#8211;nach Akteneinsicht&#8211; sp&auml;ter weiter vortragen zu wollen, hinderte das FG indes nicht, von &sect;&nbsp;74 FGO Gebrauch zu machen und durch einseitige Entscheidung das Verfahren auszusetzen. Die Voraussetzungen f&uuml;r eine diesbez&uuml;gliche Entscheidung, die im &Uuml;brigen im Ermessen des FG stand, lagen vor. Ob das auch f&uuml;r die von vorgenannter Vorschrift sinngem&auml;&szlig; verlangte Vorgreiflichkeit des Strafverfahrens, das dem FG Anlass zur Aussetzung seines Verfahrens gegeben hat, gilt, kann zwar zweifelhaft erscheinen, muss aber von dem beschlie&szlig;enden Senat hier nicht entschieden werden. Im Schrifttum wird jedenfalls &uuml;berwiegend angenommen, ein finanzgerichtliches Verfahren k&ouml;nne nach &sect;&nbsp;74 FGO ausgesetzt werden, wenn ein Strafverfahren anh&auml;ngig ist, in dem es um Tatumst&auml;nde geht, die auch f&uuml;r die Beurteilung der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des in dem finanzgerichtlichen Verfahren angefochtenen Bescheids Bedeutung haben (vgl. die umfassenden Nachweise bei Th&uuml;rmer in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;74 FGO Rz&nbsp;51). Ebenso hat der Bundesfinanzhof im Beschluss vom 7.&nbsp;Juli 1995 III&nbsp;B&nbsp;8\/95 (BFH\/NV 1996, 150) unbeschadet dessen entschieden, dass das FG bei seiner Entscheidung an die tatrichterlichen Feststellungen im Strafverfahren nicht gebunden ist. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Weshalb trotz dieser Rechtslage der Aussetzungsbeschluss des FG unzul&auml;ssig und dementsprechend die Beschwerde gegen ihn begr&uuml;ndet gewesen sein soll, ist von der Beschwerde nicht dargelegt worden und auch sonst nicht ersichtlich. Das Vorbringen der Beschwerde liegt vielmehr neben der Sache, was im Hinblick auf die angebliche Verletzung des Anspruches auf rechtliches Geh&ouml;r bereits dargelegt worden ist, aber auch im Hinblick auf das weitere Beschwerdevorbringen gilt, wenn dort die angebliche Verweigerung von Akteneinsicht und die &Uuml;bertragung des Rechtsstreits auf den Einzelrichter angegriffen wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 23.1.2013, VII B 135\/12 Aussetzung des Verfahrens wegen Strafverfahren Tatbestand 1&nbsp; I. 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