{"id":41382,"date":"2013-05-22T10:37:02","date_gmt":"2013-05-22T08:37:02","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=41382"},"modified":"2013-05-22T10:37:02","modified_gmt":"2013-05-22T08:37:02","slug":"i-r-70-11-verlustabzug-nach-verschmelzung-von-genossenschaften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-70-11-verlustabzug-nach-verschmelzung-von-genossenschaften\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;70\/11 &#8211; Verlustabzug nach Verschmelzung von Genossenschaften"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.1.2013, I R 70\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Verlustabzug nach Verschmelzung von Genossenschaften<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob ein zum 31.&nbsp;Dezember 1998 festgestellter verbleibender Verlustabzug bzw. vortragsf&auml;higer Gewerbeverlust nach einer Verschmelzung (Situation einer Verschmelzung auf die Verlustgesellschaft) im Streitjahr 1999 zu Recht von einer Verlustfeststellung bzw. der Ermittlung des Gewerbeertrags ausgeschlossen wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin), eine eingetragene Genossenschaft, die Bankgesch&auml;fte betreibt, war unter ihrer fr&uuml;heren Firma (A e.G.) &uuml;bernehmende Gesellschaft im Rahmen einer Verschmelzung (mit Wirkung zum 1.&nbsp;Januar des Streitjahres). &Uuml;bertragende Gesellschaft war ebenfalls eine eingetragene Genossenschaft, die B&nbsp;e.G.; sp&auml;ter erhielt die Kl&auml;gerin die Firma dieser Gesellschaft. Nach der Satzung der Kl&auml;gerin hat jedes Mitglied der Genossenschaft bei der Wahl der Vertreterversammlung &#8211;die die Rechte der Mitglieder in den Angelegenheiten der Genossenschaft aus&uuml;bt&#8211; eine Stimme (&sect;&nbsp;26d Abs.&nbsp;2 der Satzung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zum 31.&nbsp;Dezember 1998 hatte die Kl&auml;gerin &#8230; Mitglieder, die &#8230; Gesch&auml;ftsanteile (zu je 100&nbsp;DM) hielten; das Eigenkapital betrug &#8230;&nbsp;DM, die Bilanzsumme &#8230;&nbsp;DM (Zahlen der B&nbsp;e.G.: &#8230;&nbsp;Mitglieder (weniger als die A e.G.), &#8230; Gesch&auml;ftsanteile [zu je 100&nbsp;DM] (mehr als die A e.G.), Eigenkapital &#8230;&nbsp;DM (mehr als die A e.G.), Bilanzsumme &#8230; DM (mehr als die A e.G.). Bei der Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags zur K&ouml;rperschaftsteuer zum 31.&nbsp;Dezember 1999 lie&szlig; der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) einen Verlust in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;DM (festgestellt zum 31.&nbsp;Dezember 1998) unber&uuml;cksichtigt, ebenso bei der Festsetzung des Gewerbesteuermessbetrags 1999 und bei der Feststellung des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlusts auf den 31.&nbsp;Dezember 1999 einen Gewerbeverlust in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;DM (festgestellt auf den 31.&nbsp;Dezember 1998). Das FA begr&uuml;ndete dies damit, dass die Kl&auml;gerin im Zuge der Verschmelzung ihre wirtschaftliche Identit&auml;t verloren habe, so dass die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes 1999 (KStG 1999) &#8211;hinsichtlich des Gewerbeverlusts i.V.m. &sect;&nbsp;10a Satz&nbsp;4 des Gewerbesteuergesetzes 1999 (GewStG 1999)&#8211; erf&uuml;llt seien. Das Finanzgericht &#8211;FG&#8211; (S&auml;chsisches FG, Urteil vom 22.&nbsp;September 2011&nbsp;&nbsp;1&nbsp;K&nbsp;934\/07, abgedruckt in Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 1495) gab der dagegen erhobenen Klage statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA r&uuml;gt mit der Revision die Verletzung materiellen Rechts und beantragt, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). F&uuml;r die Entscheidung der Frage, ob der zum 31.&nbsp;Dezember 1998 festgestellte verbleibende Verlustabzug bzw. vortragsf&auml;hige Gewerbeverlust im Streitjahr gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 KStG 1999 vom FA zu Recht vom Verlustabzug ausgeschlossen wurde, bedarf es weiterer Feststellungen zur &Auml;nderung des sog. sachlichen Substrats der Kl&auml;gerin infolge der Verschmelzung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 KStG 1999 setzt der Verlustabzug nach &sect;&nbsp;10d des Einkommensteuergesetzes 1997 i.V.m. &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 KStG 1999 bei einer K&ouml;rperschaft voraus, dass diese nicht nur rechtlich, sondern auch wirtschaftlich mit der K&ouml;rperschaft identisch ist, die den Verlust erlitten hat. F&uuml;r die Gewerbesteuer gilt dies gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10a Satz&nbsp;4 GewStG 1999 entsprechend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 KStG 1999 definiert die sog. wirtschaftliche Identit&auml;t einer K&ouml;rperschaft nicht. Allerdings bestimmt Satz&nbsp;2 beispielhaft (&quot;insbesondere&quot;), wann eine wirtschaftliche Identit&auml;t nicht mehr gegeben ist (sog. Regelbeispiel bzw. Hauptanwendungsfall &#8211; s. Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen &#8211;BMF&#8211; vom 16.&nbsp;April 1999, BStBl I 1999, 455, Tz.&nbsp;01). Danach fehlt einer Kapitalgesellschaft die wirtschaftliche Identit&auml;t, wenn &#8211;erstens&#8211; bezogen auf das gezeichnete Kapital mehr als die H&auml;lfte der Gesch&auml;ftsanteile &uuml;bertragen werden (&Auml;nderung des sog. personalen Substrats der wirtschaftlichen Identit&auml;t), &#8211;zweitens&#8211; &uuml;berwiegend neues Betriebsverm&ouml;gen zugef&uuml;hrt (&Auml;nderung des sog. sachlichen Substrats der wirtschaftlichen Identit&auml;t) und &#8211;drittens&#8211; der Gesch&auml;ftsbetrieb mit diesem neuen Betriebsverm&ouml;gen fortgef&uuml;hrt oder wieder aufgenommen wird (s.a. z.B. Senatsbeschluss vom 17.&nbsp;Mai 2010 I&nbsp;R&nbsp;57\/09, BFH\/NV 2010, 1859). Dieses Regelbeispiel setzt zugleich mittelbar einen Ma&szlig;stab f&uuml;r die unter Satz&nbsp;1 der Vorschrift zu fassenden Sachverhalte. Jene m&uuml;ssen Voraussetzungen erf&uuml;llen, die mit den in Satz&nbsp;2 genannten wirtschaftlich vergleichbar sind, indem sie den Wertungen des Regelbeispiels entsprechen (st&auml;ndige Senatsrechtsprechung, zuletzt Senatsbeschluss vom 20.&nbsp;Juni 2011 I&nbsp;B&nbsp;108\/10, BFH\/NV 2011, 1924, m.w.N.). Eine &Auml;nderung des Regelbeispiels ber&uuml;hrt daher mittelbar auch den Begriffsinhalt des &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 KStG 1999.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Kl&auml;gerin kann im Zuge der Verschmelzung ihre wirtschaftliche Identit&auml;t verloren haben, da es jedenfalls zu einer &Auml;nderung ihres sog. personalen Substrats gekommen ist. Die nach den Vorgaben des gesetzlichen Tatbestandes (&sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 KStG 1999) au&szlig;erdem erforderliche Bedingung einer &Auml;nderung des sog. sachlichen Substrats kann nur auf der Grundlage weiterer Feststellungen gepr&uuml;ft werden, welche im zweiten Rechtszug vom FG nachzuholen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Verlust der wirtschaftlichen Identit&auml;t der Kl&auml;gerin kann nicht auf &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 KStG 1999 beruhen. Das sog. Regelbeispiel bezieht sich ausdr&uuml;cklich auf eine &quot;Kapitalgesellschaft&quot;, was mit Blick auf &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 KStG 1999 eine Anwendung auf die Kl&auml;gerin als Genossenschaft (s. dazu &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 KStG 1999) ausschlie&szlig;t. Dies ist nicht im Streit und bedarf keiner weiteren Er&ouml;rterungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Entgegen der Ansicht der Kl&auml;gerin ist indes auch im Rahmen der Einkommensermittlung einer Genossenschaft ein R&uuml;ckgriff auf &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 KStG 1999 m&ouml;glich (s. allgemein BMF-Schreiben in BStBl I 1999, 455, Tz.&nbsp;24, dort Satz&nbsp;1 [&quot;andere K&ouml;rperschaften&quot;]; ausdr&uuml;cklich zu Genossenschaften z.B. M&uuml;ller-Gatermann, Deutsches Steuerrecht 1991, 597, 601&nbsp;f.; D&ouml;tsch in D&ouml;tsch\/Pung\/M&ouml;hlenbrock, Kommentar zum KStG und EStG, &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 KStG Rz&nbsp;131; Bl&uuml;mich\/Rengers, &sect;&nbsp;8 KStG Rz&nbsp;906; Gosch\/Roser, KStG, 2.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;1460; B.&nbsp;Lang in Ernst &#038;&nbsp;Young, KStG, &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;1295; a.A. Drescher, Betrieb und Wirtschaft &#8211;BuW&#8211; 1999, 46, 49; Oeser, BuW 1999, 167, 168).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar hindert die von der Kl&auml;gerin hervorgehobene personalistische Struktur einer Genossenschaft, die sich aus der Eigenart des genossenschaftlichen F&ouml;rderzwecks (&sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;1 des Gesetzes betreffend die Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften &#8211;GenG&#8211;) erkl&auml;rt (z.B. Beuthien, GenG, 15.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;1 Rz&nbsp;3; Fandrich in P&ouml;hlmann\/Fandrich\/Bloehs, GenG, 4.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;1 Rz&nbsp;3), die (rechtsgesch&auml;ftliche) &Uuml;bertragung des jeweiligen Mitgliedschaftsrechts (s.a. &sect;&nbsp;76 und &sect;&nbsp;77 GenG, jeweils im Umkehrschluss). Der wirtschaftliche Effekt einer &Uuml;bertragung von mehr als 50&nbsp;% der Anteile einer K&ouml;rperschaft kann aber auch unabh&auml;ngig von einer formellen Anteils&uuml;bertragung eintreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>So ist anerkannt, dass es bei einer Kapitalgesellschaft zu einem Gesellschafterwechsel durch Ver&auml;nderung des sog. personalen Substrats im Zuge einer Verschmelzung auf eine Verlustgesellschaft kommen kann, wenn nach der Verschmelzung die an der Verlustgesellschaft bisher nicht beteiligten Gesellschafter an dieser zu mehr als 50&nbsp;% beteiligt sind (s. nur Senatsurteil vom 27.&nbsp;August 2008 I&nbsp;R&nbsp;78\/01, BFHE 222, 528; Senatsbeschluss in BFH\/NV 2011, 1924; BMF-Schreiben in BStBl I 1999, 455, Tz.&nbsp;26; D&ouml;tsch in D&ouml;tsch\/Pung\/M&ouml;hlenbrock, a.a.O., &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 KStG Rz&nbsp;132; Bl&uuml;mich\/Rengers, &sect;&nbsp;8 KStG Rz&nbsp;949). Auch wenn strenggenommen keine &Uuml;bertragung bisheriger Anteile (&sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 KStG 1999) vorliegt, ist dieser Sachverhalt nach Ma&szlig;gabe der Grundregel in &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 KStG 1999 nicht anders zu behandeln als die eigentliche Anteils&uuml;bertragung (Senatsurteil in BFHE 222, 528).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Konstellation ist sachlich nicht nur auf Kapitalgesellschaften beschr&auml;nkt. Auch eine Verschmelzung unter Beteiligung von Genossenschaften kann zu einem qualifizierten &quot;Gesellschafterwechsel&quot; f&uuml;hren, der sich nach der Typisierungsstruktur der Regelung (&sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 KStG 1999) in einem durch die neuen Mitglieder (s. insoweit &sect;&nbsp;87 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Umwandlungsgesetzes) vermittelten neuen (evtl. abweichenden) Einfluss auf das Unternehmen manifestiert. Dem kann die Kl&auml;gerin nicht mit Erfolg entgegenhalten, dass es allein infolge des Neueintritts zahlreicher Mitglieder zum Ausschluss der Verlustnutzung kommen k&ouml;nne; diese Konstellation erscheint angesichts der weiteren Voraussetzungen f&uuml;r einen Verlust der wirtschaftlichen Identit&auml;t in &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 KStG 1999 (insbesondere der notwendigen Ver&auml;nderung des sog. sachlichen Substrats) als fernliegend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Im Streitfall liegt eine dem sog. Regelbeispiel wirtschaftlich vergleichbare Konstellation i.S. des &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 KStG 1999 insoweit vor, als eine entsprechend qualifizierte &Auml;nderung des sog. personalen Substrats der wirtschaftlichen Identit&auml;t der Kl&auml;gerin im Zuge der Verschmelzung eingetreten ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Revision ist darin beizupflichten, dass es f&uuml;r die einer qualifizierten Anteils&uuml;bertragung wirtschaftlich vergleichbare Konstellation nicht auf die Zahl der im Zuge der Verschmelzung neu gebildeten Mitgliedschaftsrechte ankommt, sondern auf die Summe der den einzelnen Mitgliedern zustehenden Gesch&auml;ftsguthaben. Denn nur diese Gesch&auml;ftsguthaben stehen in ihrer wirtschaftlichen Bewertung dem in &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 KStG 1999 verwendeten Anteilsbegriff gleich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entscheidend ist, dass das Tatbestandsmerkmal der &Uuml;bertragung eines Anteils in &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 KStG 1999 in der Senatsrechtsprechung einer eher formalen Deutung unterliegt (s. insbesondere die Senatsurteile vom 20.&nbsp;August 2003 I&nbsp;R&nbsp;81\/02, BFHE 203, 424, BStBl II 2004, 614, und I&nbsp;R&nbsp;61\/01, BFHE 203, 135, BStBl II 2004, 616; Senatsbeschluss vom 22.&nbsp;August 2006 I&nbsp;R&nbsp;25\/06, BFHE 214, 424, BStBl II 2007, 793; Senatsurteil in BFHE 222, 528). Dies bezieht sich sowohl auf seinen Gegenstand &#8211;es geht um das Nennkapital unabh&auml;ngig von einem Stimmrechtsanteil&#8211; als auch auf seine Abgrenzung &#8211;es ist nur auf die unmittelbare Anteils&uuml;bertragung abzustellen&#8211; (s. insbesondere die Senatsurteile in BFHE 203, 424, BStBl II 2004, 614, und in BFHE 203, 135, BStBl II 2004, 616). Der Senat hat dieses Regelungsverst&auml;ndnis nach der Ma&szlig;gabe des oben beschriebenen Verh&auml;ltnisses von &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 KStG 1999 zu &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 KStG 1999 ausdr&uuml;cklich auch auf die sog. Generalklausel des &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 KStG 1999 bezogen (s. nochmals die Senatsurteile in BFHE 203, 424, BStBl II 2004, 614, und in BFHE 203, 135, BStBl II 2004, 616).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wenn es aber bei der Anteils&uuml;bertragung i.S. des &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 KStG 1999 nicht darauf ankommt, ob dem &Uuml;bertragungsgegenstand eine entsprechende Gestaltungsmacht (Stimmrecht) tats&auml;chlich zugewiesen ist, muss dies auch im Bereich der Generalklausel des &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 KStG 1999 ma&szlig;gebend sein. Insoweit ist der vom FG (und evtl. im BMF-Schreiben in BStBl I 1999, 455, Tz.&nbsp;24, dort Satz&nbsp;2) f&uuml;r tragend erachtete Umstand, dass nur die von der H&ouml;he des Gesch&auml;ftsguthabens unabh&auml;ngigen Mitgliedschaftsrechte (im Streitfall zugleich Stimmrechte in der Mitgliederversammlung; s.a. &sect;&nbsp;43 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 GenG und &sect;&nbsp;26d Abs.&nbsp;2 der Satzung) einen Einfluss in der Mitgliederversammlung und die M&ouml;glichkeit einer Beschlussfassung er&ouml;ffnen, nicht ma&szlig;gebend. Vielmehr ist dem Anteil der Kapitalgesellschaft (&sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 KStG 1999) bei der normspezifischen Ausdeutung des Begriffs der wirtschaftlichen Identit&auml;t einer Genossenschaft der Betrag der Gesch&auml;ftsguthaben der Mitglieder der Genossenschaft gleichzustellen (s.a. &sect;&nbsp;337 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Handelsgesetzbuchs zum Ausweis des &quot;Nennkapitals&quot; bei einer Genossenschaft). Dass es sich dabei um ein (&uuml;bertragbares, s. &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 GenG) Forderungsrecht des Mitglieds und dar&uuml;ber hinaus um eine variable Gr&ouml;&szlig;e handelt, die sich aus der tats&auml;chlichen Einzahlung auf den Gesch&auml;ftsanteil zuz&uuml;glich sp&auml;terer Gewinn- und Zinsgutschriften abz&uuml;glich Verlustanteil zusammensetzt (s. nur F&ouml;rschle in Beck Bil-Komm., 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;337 HGB Rz&nbsp;3; Klose, Finanz-Rundschau 2013, 21), f&uuml;hrt zu keinem anderen Ergebnis. Denn das Gesch&auml;ftsguthaben ist zugleich (wenn auch satzungsdispositiv) Ma&szlig;stab der Gewinn- und Verlustverteilung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GenG (s. z.B. P&ouml;hlmann in P&ouml;hlmann\/Fandrich\/Bloehs, a.a.O., &sect;&nbsp;19 Rz&nbsp;5). Die Revision hat zutreffend darauf hingewiesen, dass die neuen Mitglieder der Kl&auml;gerin auf der Grundlage ihres im Zeitpunkt der Verschmelzung h&ouml;heren Bestandes der Gesch&auml;ftsguthaben im Vergleich zu den bisherigen Mitgliedern in einem entsprechend bedeutsameren Ma&szlig; an einer Gewinnverteilung (d.h. auch dem wirtschaftlichen Nutzen einer uneingeschr&auml;nkten Verlustverrechnung) profitieren werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Da im Streitfall nach den Feststellungen des FG die Summe der im Zuge der Verschmelzung hinzugekommenen Gesch&auml;ftsguthaben im ma&szlig;gebenden Zeitpunkt der Verschmelzung (1.&nbsp;Januar 1999) h&ouml;her war als die Summe der vorhandenen Gesch&auml;ftsguthaben, liegt eine dem Regelbeispiel in &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 KStG 1999 (hier: Wechsel von &uuml;ber 50&nbsp;% der Anteile) vergleichbare Situation einer &Auml;nderung des personalen Substrats der wirtschaftlichen Identit&auml;t der Kl&auml;gerin vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die Sache ist nicht entscheidungsreif. Denn soweit es um eine &Auml;nderung des sog. sachlichen Substrats der wirtschaftlichen Identit&auml;t der Kl&auml;gerin in einer parallelen Wertung zu &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 KStG 1999 geht, hat das FG im angefochtenen Urteil &#8211;auf der Grundlage seiner Rechtsauffassung zu Recht&#8211; keine weiter gehenden Feststellungen getroffen. Dies ist im zweiten Rechtszug nachzuholen. Dabei weist der Senat mit Blick auf das Vorbringen der Kl&auml;gerin &#8211;ohne Bindungswirkung f&uuml;r das FG&#8211; darauf hin, dass sich aus der Senatsrechtsprechung nicht folgern l&auml;sst, Umlaufverm&ouml;gen sei als Betriebsverm&ouml;genszuf&uuml;hrung nur im Zusammenhang mit einem sog. Branchenwechsel tatbestandsrelevant. Dem Senatsurteil vom 1.&nbsp;Juli 2009 I&nbsp;R&nbsp;101\/08 (BFH\/NV 2009, 1838) l&auml;sst sich vielmehr entnehmen, dass es auf die Differenzierung zwischen Anlageverm&ouml;gen und Umlaufverm&ouml;gen nicht ankommt. Allerdings ist die Vergleichswertberechnung nach dem Senatsurteil vom 12.&nbsp;Oktober 2010 I&nbsp;R&nbsp;64\/09 (BFHE 231, 522) auf der Grundlage der Teilwerte der Wirtschaftsg&uuml;ter vorzunehmen; damit sind auch etwaige (im Verschmelzungszeitpunkt nicht bilanzierte) Firmenwerte der an der Verschmelzung beteiligten Genossenschaften einzubeziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.1.2013, I R 70\/11 Verlustabzug nach Verschmelzung von Genossenschaften Tatbestand 1&nbsp; I. Streitig ist, ob ein zum 31.&nbsp;Dezember 1998 festgestellter verbleibender Verlustabzug bzw. vortragsf&auml;higer Gewerbeverlust nach einer Verschmelzung (Situation einer Verschmelzung auf die Verlustgesellschaft) im Streitjahr 1999 zu Recht von einer Verlustfeststellung bzw. der Ermittlung des Gewerbeertrags ausgeschlossen wurde. 2&nbsp; Die Kl&auml;gerin &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-70-11-verlustabzug-nach-verschmelzung-von-genossenschaften\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;70\/11 &#8211; Verlustabzug nach Verschmelzung von Genossenschaften<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-41382","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/41382","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=41382"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/41382\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=41382"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=41382"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=41382"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}