{"id":41386,"date":"2013-05-22T10:36:41","date_gmt":"2013-05-22T08:36:41","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=41386"},"modified":"2013-05-22T10:36:41","modified_gmt":"2013-05-22T08:36:41","slug":"i-r-1-12-mindestdauer-des-gewinnabfuehrungsvertrages-zur-begruendung-einer-koerperschaftsteuerlichen-organschaft-auslegung-eines-gewinnabfuehrungsvertrags-richtigstellung-einer-offensichtlichen-unrich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-1-12-mindestdauer-des-gewinnabfuehrungsvertrages-zur-begruendung-einer-koerperschaftsteuerlichen-organschaft-auslegung-eines-gewinnabfuehrungsvertrags-richtigstellung-einer-offensichtlichen-unrich\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;1\/12 &#8211; Mindestdauer des Gewinnabf&uuml;hrungsvertrages zur Begr&uuml;ndung einer k&ouml;rperschaftsteuerlichen Organschaft &#8211; Auslegung eines Gewinnabf&uuml;hrungsvertrags &#8211; Richtigstellung einer offensichtlichen Unrichtigkeit des Urkundeninhalts"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 23.1.2013, I R 1\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Mindestdauer des Gewinnabf&uuml;hrungsvertrages zur Begr&uuml;ndung einer k&ouml;rperschaftsteuerlichen Organschaft &#8211; Auslegung eines Gewinnabf&uuml;hrungsvertrags &#8211; Richtigstellung einer offensichtlichen Unrichtigkeit des Urkundeninhalts<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist zwischen den Beteiligten die Anerkennung einer k&ouml;rperschaftsteuerlichen Organschaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), eine GmbH, ist aufgrund Verschmelzung Rechtsnachfolgerin der A-GmbH, die ihrerseits Rechtsnachfolgerin der urspr&uuml;nglich unter B-GmbH firmierenden C-GmbH war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die B-GmbH und ihre Muttergesellschaft, die D-GmbH, hatten am 7.&nbsp;Januar 1999 einen &quot;Organschafts- und Gewinnabf&uuml;hrungsvertrag&quot; (OGV) abgeschlossen, mit dem sich die B-GmbH verpflichtete, erstmals f&uuml;r das Gesch&auml;ftsjahr 1999 den ganzen nach den ma&szlig;geblichen handelsrechtlichen Bestimmungen ermittelten Gewinn an die D-GmbH abzuf&uuml;hren (&sect;&nbsp;3 Ziffer&nbsp;1 OGV). Der Gewinn- und Verlust&uuml;bertrag sollte nach Ma&szlig;gabe des von der B-GmbH aufzustellenden Jahresabschlusses erfolgen (&sect;&nbsp;3 Ziffer&nbsp;5 OGV). Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3 Ziffer&nbsp;6 OGV sollte das Ergebnis mit Wertstellung zum Stichtag des Jahresabschlusses abgerechnet werden; die sich aus der Abrechnung ergebende Zahlungsverpflichtung sollte mit Feststellung des Jahresabschlusses f&auml;llig werden. Der Vertrag begann nach &sect;&nbsp;4 Ziffer&nbsp;1 OGV r&uuml;ckwirkend mit dem 1.&nbsp;Januar 1999 und sollte unk&uuml;ndbar bis zum 30.&nbsp;Dezember 2003 laufen. Erstmalig zu diesem Zeitpunkt war eine K&uuml;ndigungsm&ouml;glichkeit mit einer K&uuml;ndigungsfrist von einem Jahr vorgesehen. Vorzeitig und ohne Einhaltung einer Frist konnte der Vertrag bei Vorliegen eines wichtigen Grundes, etwa der Ver&auml;u&szlig;erung der durch die D-GmbH an der B-GmbH gehaltenen Anteile, gek&uuml;ndigt werden (&sect;&nbsp;4 Ziffer&nbsp;2 OGV).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der Beurkundung der Zustimmung der Gesellschafterversammlung am 23.&nbsp;Februar 1999 verlas der Notar N den Vertrag, der als Anlage zur Urkunde genommen wurde. Die Eintragung in das Handelsregister erfolgte im&nbsp;M&auml;rz 1999.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In Folge der Beanstandung der Vertragslaufzeit anl&auml;sslich einer Au&szlig;enpr&uuml;fung bei der A-GmbH berichtigte N am 7.&nbsp;Dezember 2004 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;44a Abs.&nbsp;2 des Beurkundungsgesetzes (BeurkG) die Vertragsurkunde und stellte fest, dass auf Seite&nbsp;2 in &sect;&nbsp;4 Ziffer&nbsp;1&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Zeile das Datum mit dem 30.&nbsp;Dezember 2003 angegeben worden sei. Richtig m&uuml;sse das Datum 31.&nbsp;Dezember 2003 lauten. Die Berichtigung wurde beim Registergericht eingereicht. Eine Eintragung in das Handelsregister erfolgte nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei seiner Befragung als Auskunftsperson gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;93 der Abgabenordnung gab N an, er habe die Anlage zur Urkunde wahrscheinlich von der D-GmbH erhalten. Sicher sei, dass sie nicht in seinem Notariat geschrieben worden sei. Sie sei aber nicht erst zum Termin am 23.&nbsp;Februar 1999 mitgebracht worden. Die &Auml;nderung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;44a Abs.&nbsp;2 BeurkG sei nach einem Anruf bzw. einer Vorsprache der D-GmbH erfolgt, in dem ihm mitgeteilt worden sei, dass aufgrund eines Tippfehlers in &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 OGV ein falsches Datum genannt sei; gemeint gewesen sei der 31.&nbsp;Dezember 2003 und nicht der 30.&nbsp;Dezember 2003. N erkl&auml;rte, nach diesem Anruf gepr&uuml;ft zu haben, ob eine Berichtigung m&ouml;glich sei. Da er eine Beurkundung so vorzunehmen habe, wie es von den Beteiligten gewollt sei und er zu der &Uuml;berzeugung gelangt sei, dass die Beteiligten die Beurkundung des 31.&nbsp;Dezember 2003 als K&uuml;ndigungszeitpunkt gewollt h&auml;tten, sei f&uuml;r ihn die Berichtigung zul&auml;ssig gewesen. Ein Grund f&uuml;r die gew&uuml;nschte &Auml;nderung des Datums sei ihm jedoch nicht genannt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erlie&szlig; daraufhin gegen&uuml;ber der A-GmbH f&uuml;r 2000 einen ge&auml;nderten Bescheid &uuml;ber K&ouml;rperschaftsteuer, in dem das Einkommen der B-GmbH dieser selbst und nicht der D-GmbH als Organtr&auml;gerin zugerechnet wurde, weil der Organschafts- und Gewinnabf&uuml;hrungsvertrag keine Mindestlaufzeit von f&uuml;nf Jahren vorsehe und der Besteuerung daher nicht zugrunde gelegt werden k&ouml;nne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die nach Zur&uuml;ckweisung des Einspruchs erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) Baden-W&uuml;rttemberg mit Urteil vom 12.&nbsp;Dezember 2011&nbsp;&nbsp;6&nbsp;K&nbsp;3103\/09, das in Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 656 abgedruckt ist, ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer vom FG zugelassenen Revision beantragt die Kl&auml;gerin, das FG-Urteil und den ge&auml;nderten Bescheid &uuml;ber K&ouml;rperschaftsteuer 2000 vom 11.&nbsp;Dezember 2006 in der Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 1.&nbsp;Juli 2009 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Entscheidung ergeht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126a der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Der Senat h&auml;lt einstimmig die Revision f&uuml;r unbegr&uuml;ndet und eine m&uuml;ndliche Verhandlung nicht f&uuml;r erforderlich. Die Beteiligten sind davon unterrichtet worden und hatten Gelegenheit zur Stellungnahme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu Recht ist das FG davon ausgegangen, dass zwischen der D-GmbH und der B-GmbH keine wirksame Organschaft gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;14, 17 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes 1999 (KStG 1999) bestanden hat. Das FG-Urteil ist auch nicht wegen der Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Dem zwischen der B-GmbH und der D-GmbH am 7.&nbsp;Januar 1999 geschlossenen Organschafts- und Gewinnabf&uuml;hrungsvertrag ist die steuerliche Anerkennung mit der Folge zu versagen, dass der Gewinn nicht der D-GmbH als Organtr&auml;gerin, sondern der B-GmbH zuzurechnen ist. Entgegen &sect;&nbsp;14 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 KStG 1999 ist der Vertrag nicht auf mindestens f&uuml;nf Jahre abgeschlossen worden. Zutreffend hat das FG den Vertrag dahingehend ausgelegt, dass er erstmals zum 30.&nbsp;Dezember 2003 &#8211;und damit vor Ablauf des F&uuml;nfjahreszeitraums am 31.&nbsp;Dezember 2003&#8211; gek&uuml;ndigt werden konnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) &sect;&nbsp;4 Ziffer&nbsp;1 OGV ist seinem Wortlaut entsprechend dahingehend auszulegen, dass eine K&uuml;ndigung des Vertrags erstmals zum 30.&nbsp;Dezember 2003 unter Einhaltung einer K&uuml;ndigungsfrist von einem Jahr erfolgen durfte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Korporationsrechtliche Bestimmungen &#8211;zu denen &sect;&nbsp;4 Ziffer&nbsp;1 OGV geh&ouml;rt&#8211; sind nach objektiven Gesichtspunkten einheitlich aus sich heraus auszulegen. Dem Wortlaut sowie Sinn und Zweck der Regelung kommen dabei ebenso ma&szlig;gebende Bedeutung zu wie dem systematischen Bezug der Klausel zu anderen Satzungsvorschriften. Umst&auml;nde, f&uuml;r die sich keine ausreichenden Anhaltspunkte in der Satzung finden, k&ouml;nnen zur Auslegung grunds&auml;tzlich nicht herangezogen werden (Senatsurteil vom 28.&nbsp;November 2007 I&nbsp;R&nbsp;94\/06, BFHE 220, 51, m.w.N.; Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 27.&nbsp;Juli 2009 IV&nbsp;B&nbsp;73\/08, BFH\/NV 2009, 1840). Au&szlig;erhalb der Satzung liegende Sachzusammenh&auml;nge sind bei der K&uuml;ndigungsklausel eines Beherrschungs- und Gewinnabf&uuml;hrungsvertrags auch dann nicht einzubeziehen, wenn deren Kenntnis bei den Mitgliedern und Organen allgemein vorausgesetzt werden kann (BFH-Urteil vom 3.&nbsp;September 2009 IV&nbsp;R&nbsp;38\/07, BFHE 226, 283, BStBl II 2010, 60). Insbesondere gilt dies f&uuml;r nicht allgemein erkennbare Umst&auml;nde au&szlig;erhalb der zum Handelsregister eingereichten Unterlagen, wie beispielsweise der Entstehungsgeschichte sowie Vorstellungen und &Auml;u&szlig;erungen der am Vertragsschluss beteiligten Personen (Senatsurteil in BFHE 220, 51; Senatsbeschluss vom 2.&nbsp;November 2010 I&nbsp;B&nbsp;71\/10, BFH\/NV 2011, 849). Der aus &sect;&nbsp;133 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs abzuleitende und grunds&auml;tzlich auch auf formbed&uuml;rftige Vertr&auml;ge anzuwendende Grundsatz &quot;falsa demonstratio non nocet&quot;, nach dem ohne R&uuml;cksicht auf einen abweichenden Wortlaut das von den Vertragschlie&szlig;enden tats&auml;chlich Gemeinte als Inhalt des Vertrags gilt, kann im Bereich der objektivierten Auslegung korporationsrechtlicher Vereinbarungen nicht uneingeschr&auml;nkt angewendet werden. Findet sich n&auml;mlich im Vertrag und in den allgemein zug&auml;nglichen Unterlagen kein eindeutiger Beleg f&uuml;r den dem Wortlaut entgegenstehenden subjektiven Willen der Vertragsparteien, ist kein Raum f&uuml;r dessen Ber&uuml;cksichtigung (so bereits Senatsurteil in BFHE 220, 51).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>An diesen strengen Auslegungskriterien ist trotz der in der Literatur ge&auml;u&szlig;erten Kritik (Nodoushani, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2009, 620, 622; Puls, Der Konzern 2008, 555, 558&nbsp;f.; aus zivilrechtlicher Sicht kritisch Grunewald, Zeitschrift f&uuml;r Unternehmens- und Gesellschaftsrecht 2009, 647, 650&nbsp;ff.) festzuhalten. Sie folgen aus der Notwendigkeit, den Finanzbeh&ouml;rden eine sichere Pr&uuml;fungs- und Beurteilungsgrundlage zu erm&ouml;glichen, weil durch die Organschaft ausnahmsweise ein Steuersubjekt an die Stelle eines anderen Subjekts tritt (Gosch, BFH\/PR 2008, 350, 351). Ausgeschlossen werden muss, dass den Vertragsparteien &#8211;je nach wirtschaftlicher und steuerlicher Situation&#8211; ein &quot;faktisches Wahlrecht&quot; einger&auml;umt wird, sich auf den konkreten Vertragstext oder auf ein Redaktionsversehen zu berufen (K&ouml;ster, Deutsche Steuer-Zeitung 2012, 177).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben scheidet eine Auslegung, nach der der Organschafts- und Gewinnabf&uuml;hrungsvertrag erstmals zum 31.&nbsp;Dezember 2003 gek&uuml;ndigt werden konnte, aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Der Wortlaut des &sect;&nbsp;4 Ziffer&nbsp;1 OGV ist eindeutig und benennt als fr&uuml;hestm&ouml;glichen K&uuml;ndigungszeitpunkt den 30.&nbsp;Dezember 2003. Die ausdr&uuml;ckliche Datumsangabe ist einem Verst&auml;ndnis dahin, dass nicht dieser, sondern ein anderer Tag, etwa der 31.&nbsp;Dezember 2003, bezeichnet werden sollte, nicht zug&auml;nglich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Der Systematik des &sect;&nbsp;4 Ziffer&nbsp;1 OGV und dessen Einordnung in den Gesamtzusammenhang des Vertrags l&auml;sst sich nicht eindeutig entnehmen, dass es sich bei der Datumsangabe &quot;30.&nbsp;Dezember 2003&quot; um ein Redaktionsversehen gehandelt hat und die Vertragsparteien tats&auml;chlich den 31.&nbsp;Dezember 2003 als fr&uuml;hestm&ouml;glichen K&uuml;ndigungszeitpunkt vereinbart haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;gerin ist zwar darin beizupflichten, dass der 30.&nbsp;Dezember 2003 nicht der letzte Tag des Jahres war. Ebenso ist es zutreffend, dass die Vertragsparteien in &sect;&nbsp;4 Ziffer&nbsp;1 OGV ein r&uuml;ckwirkendes Inkrafttreten zum 1.&nbsp;Januar 1999 vereinbart und hierdurch einen Gleichklang mit dem Beginn des Wirtschaftsjahres hergestellt haben. Gleichwohl bieten diese Umst&auml;nde bei der gebotenen objektiven Betrachtung keine hinreichende Grundlage, um davon auszugehen, dass als fr&uuml;hestm&ouml;glicher K&uuml;ndigungszeitpunkt nur der 31.&nbsp;Dezember 2003 gemeint sein konnte. Gesellschaftsrechtlich sind die Vertragsparteien in der Wahl des fr&uuml;hestm&ouml;glichen K&uuml;ndigungszeitpunkts frei (vgl. Erle\/Heurung in Erle\/Sauter, K&ouml;rperschaftsteuergesetz, 3.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;14 Rz&nbsp;186; Scholz\/Emmerich, GmbHG, 11.&nbsp;Aufl., Anhang &sect;&nbsp;13 Rz&nbsp;191). Die von der Kl&auml;gerin angef&uuml;hrten Umst&auml;nde lassen nur unter gedanklicher Einbeziehung des Regelungsgehalts des &sect;&nbsp;14 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 KStG 1999, der eine Mindestlaufzeit von f&uuml;nf Jahren f&uuml;r eine wirksame steuerrechtliche Organschaft voraussetzt, einen Schluss auf den 31.&nbsp;Dezember 2003 als dem tats&auml;chlich gewollten Datum zu. &sect;&nbsp;14 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 KStG 1999 darf jedoch als ein &#8211;f&uuml;r sich betrachtet&#8211; au&szlig;erhalb des Vertrags liegendes Moment in die objektive Auslegung nicht einbezogen werden (vgl. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2009, 1840).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch dass gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3 Ziffer&nbsp;1 OGV erstmals der ganze Gewinn des Jahres 1999 an die D-GmbH abzuf&uuml;hren ist und &sect;&nbsp;3 Ziffer&nbsp;6 OGV im systematischen Zusammenhang hierzu f&uuml;r die Abrechnung des Ergebnisses auf den &quot;Stichtag des Jahresabschlusses&quot; abstellt, l&auml;sst entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin keinen hinreichend sicheren Schluss auf eine mindestens f&uuml;nfj&auml;hrige Vertragslaufzeit zu. &sect;&nbsp;3 Ziffer&nbsp;1 OGV gilt nach seinem Wortlaut zun&auml;chst einmal nur f&uuml;r das Jahr 1999. Seinem Wortlaut l&auml;sst sich zwar entnehmen, dass auch in den Folgejahren die Abf&uuml;hrung des ganzen Gewinns erfolgen sollte (&quot;erstmals&quot;); dies l&auml;sst allerdings nicht den zwingenden Schluss zu, dass dies auch noch im Jahre 2003 der Fall sein sollte, zumal der Gewinn nur vorbehaltlich einer K&uuml;ndigung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 OGV abzuf&uuml;hren war. Wie zudem &sect;&nbsp;4 Ziffer&nbsp;2 OGV zeigt, war dem Vertrag eine unterj&auml;hrige K&uuml;ndigungsm&ouml;glichkeit nicht fremd.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass es sich bei der Datumsangabe um ein blo&szlig;es Redaktionsversehen gehandelt hat, wird schlie&szlig;lich nicht dadurch hinreichend deutlich, dass der Vertrag mit &quot;Organschafts- und Gewinnabf&uuml;hrungsvertrag&quot; und nicht etwa &#8211;wie sonst h&auml;ufig&#8211; mit &quot;Beherrschungs- und Gewinnabf&uuml;hrungsvertrag&quot; &uuml;berschrieben ist und hierdurch ein Bezug zu den steuerrechtlichen Regeln der Organschaft hergestellt worden ist. Es reicht nicht aus, in dem Vertrag, etwa in der Pr&auml;ambel, darauf hinzuweisen, dass die Gr&uuml;ndung einer Organschaft gewollt war (in diesem Sinne aber Puls, Der Konzern 2008, 555, 559). Die Erkennbarkeit der allgemeinen Absicht, eine steuerrechtliche Organschaft gr&uuml;nden zu wollen, kann nicht daf&uuml;r dienstbar gemacht werden, einzelne Vertragsvorschriften gegen deren klaren und unmissverst&auml;ndlichen Wortlaut so auszulegen, dass sie jeweils mit den steuerrechtlich f&uuml;r eine Organschaft geforderten Mindestvoraussetzungen &uuml;bereinstimmen. Denn eine solche Handhabung w&uuml;rde in Umkehrung des allgemeinen Prinzips, wonach die steuerliche Bewertung sich nach dem Inhalt des zivilrechtlich Vereinbarten richtet, dazu f&uuml;hren, dass bei der Pr&uuml;fung von Unternehmensvertr&auml;gen die zivilrechtliche Auslegung den steuerlichen Vorgaben zu folgen h&auml;tte (so bereits Senatsurteil in BFHE 220, 51).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Durch die auf &sect;&nbsp;44a Abs.&nbsp;2 BeurkG gest&uuml;tzte Berichtigung ist nicht (r&uuml;ckwirkend) eine f&uuml;r das Streitjahr steuerlich wirksame Organschaft begr&uuml;ndet worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es bedarf insoweit keiner Er&ouml;rterung, ob eine Berichtigung ex tunc &uuml;berhaupt auf &sect;&nbsp;44a Abs.&nbsp;2 BeurkG gest&uuml;tzt werden kann (in diesem Sinne D&ouml;tsch in D&ouml;tsch\/Pung\/M&ouml;hlenbrock, Die K&ouml;rperschaftsteuer, &sect;&nbsp;14 Rz&nbsp;165a; Nodoushani, DStR 2009, 620, 622&nbsp;f.; Schneider, Steuerberater-Jahrbuch 2010\/2011, 327, 346; Walter, GmbH-Rundschau 2012, 670, 673&nbsp;f.; dagegen Frotscher in Frotscher\/Maas, KStG\/GewStG\/UmwStG, &sect;&nbsp;14 Rz&nbsp;330; Leitzen, Der GmbH-Steuerberater 2009, 278, 281). Denn jedenfalls sind im Streitfall die Tatbestandsvoraussetzungen des &sect;&nbsp;44a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 BeurkG nicht erf&uuml;llt. Nach dieser Bestimmung kann der Notar offensichtliche Unrichtigkeiten nach Abschluss der Niederschrift durch einen von ihm zu unterschreibenden Nachtragsvermerk richtigstellen. Die Datumsangabe &quot;30.&nbsp;Dezember 2003&quot; im Streitfall stellt jedoch keine offensichtliche Unrichtigkeit im Sinne dieser Bestimmung dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Begriff der offensichtlichen Unrichtigkeit erfasst nicht nur offensichtliche Schreibfehler, sondern auch andere Auslassungen und Unvollst&auml;ndigkeiten, wenn sie versehentlich erfolgt sind und sich aus dem Gesamtzusammenhang der Beurkundung ergeben, wobei diese Umst&auml;nde grunds&auml;tzlich auch au&szlig;erhalb der Urkunde liegen k&ouml;nnen (Limmer in Eylmann\/Vaasen, Bundesnotarordnung, Beurkundungsgesetz, 3.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;44a BeurkG Rz&nbsp;14; s. auch Beschluss des Kammergerichts Berlin vom 1.&nbsp;April 2003&nbsp;&nbsp;1&nbsp;W&nbsp;260\/02, Zeitschrift f&uuml;r die Notarpraxis 2004, 77). In erster Linie werden formell fehlerhafte Beurkundungen erfasst (Beschluss des Oberlandesgerichts &#8211;OLG&#8211; M&uuml;nchen vom 27.&nbsp;Juni 2012&nbsp;&nbsp;34&nbsp;Wx&nbsp;184\/12, Deutsche Notar-Zeitschrift &#8211;DNotZ&#8211; 2012, 828), bei denen der Notar die Willenserkl&auml;rungen der Vertragsparteien versehentlich falsch beurkundet hat (vgl. Beschluss des Landesarbeitsgerichts Hamm vom 28.&nbsp;Februar 2012&nbsp;&nbsp;18&nbsp;Sa&nbsp;1144\/09, Entscheidungen der Landesarbeitsgerichte &sect;&nbsp;278 ZPO 2002 Nr.&nbsp;4). Denn die notarielle Urkunde ist der Bericht &uuml;ber vor dem Notar abgegebene Erkl&auml;rungen und vom Notar wahrgenommene andere Vorg&auml;nge (Kanzleiter, DNotZ 1999, 293, 305). Eine Berichtigung kann daneben auch in den F&auml;llen der falsa demonstratio m&ouml;glich sein (Limmer in Eylmann\/Vaasen, a.a.O., &sect;&nbsp;44a BeurkG Rz&nbsp;14; Regler, Mitteilungen des Bayerischen Notarvereins, der Notarkasse und der Landesnotarkammer Bayern &#8211;MittBayNot&#8211; 2012, 504; Reithmann, DNotZ 1999, 27, 33; Staudinger\/Hertel (2012), Kommentar zum B&uuml;rgerlichen Gesetzbuch, Vorbem. zu &sect;&sect;&nbsp;127a, 128 (BeurkG) Rz&nbsp;637; vgl. auch den Beschluss des Landgerichts Regensburg vom 15.&nbsp;Juli 2008&nbsp;&nbsp;5&nbsp;T&nbsp;216\/08, Zeitschrift f&uuml;r die notarielle Beratungs- und Beurkundungspraxis 2008, 198). Nachtr&auml;gliche inhaltliche &Auml;nderungen und Erg&auml;nzungen der Erkl&auml;rungen der Beteiligten sind durch einen Nachtragsvermerk hingegen nicht m&ouml;glich (Schleswig-Holsteinisches OLG vom 16.&nbsp;Juni 2010&nbsp;&nbsp;2&nbsp;W&nbsp;86\/10, Der Deutsche Rechtspfleger 2010, 660; Regler, MittBayNot 2012, 504, 505; Winkler, Beurkundungsgesetz, 16.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;44a Rz&nbsp;23).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Von diesen Grunds&auml;tzen ausgehend stellt die Angabe des 30.&nbsp;Dezember 2003 als des fr&uuml;hestm&ouml;glichen K&uuml;ndigungszeitpunktes keine offensichtliche Unrichtigkeit dar. Denn die Urkunde ist nicht formell fehlerhaft. N hat allein die von den Parteien abgegebenen Willenserkl&auml;rungen beurkundet. Das Datum des &quot;30.&nbsp;Dezember 2003&quot; stellt auch keine falsa demonstratio dar, die als offensichtliche Unrichtigkeit berichtigungsf&auml;hig sein kann. Die Berichtigung der Urkunde durch N hat vielmehr zu einer inhaltlichen &Auml;nderung der Erkl&auml;rung der Vertragsparteien gef&uuml;hrt, die nicht auf &sect;&nbsp;44a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 BeurkG gest&uuml;tzt werden kann. Denn die objektive Auslegung des Organschafts- und Gewinnabf&uuml;hrungsvertrags hat ergeben, dass zwischen den Vertragsparteien eine Einigung &uuml;ber den 30.&nbsp;Dezember 2003 als den fr&uuml;hestm&ouml;glichen K&uuml;ndigungszeitpunkt zustande gekommen ist. Es besteht kein Anhalt daf&uuml;r, dass sich die Vertragsparteien bei Vertragsschluss konkret Gedanken &uuml;ber das Datum der fr&uuml;hestm&ouml;glichen K&uuml;ndigung gemacht haben und &uuml;bereinstimmend den 31.&nbsp;Dezember 2003 anstatt des beurkundeten Datums festlegen wollten. Der &uuml;bereinstimmende Wille, eine steuerlich wirksame Organschaft begr&uuml;nden zu wollen, reicht f&uuml;r die Annahme einer falsa demonstratio nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das angefochtene Urteil ist nicht wegen einer Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r (Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes, &sect;&nbsp;96 FGO) durch eine &quot;&Uuml;berraschungsentscheidung&quot; aufzuheben (vgl. hierzu Senatsbeschl&uuml;sse vom 7.&nbsp;Dezember 2005 I&nbsp;B&nbsp;90\/05, BFH\/NV 2006, 601; vom 25.&nbsp;Juli 2011 I&nbsp;B&nbsp;8\/11, BFH\/NV 2011, 1867; BFH-Beschluss vom 11.&nbsp;Mai 2012 V&nbsp;B&nbsp;106\/11, BFH\/NV 2012, 1339). Die Kl&auml;gerin hat insoweit geltend gemacht, das FG habe vor Ergehen des Urteils nicht darauf hingewiesen, dass nach seiner Rechtsauffassung das steuerliche R&uuml;ckwirkungsverbot einer Berichtigung der notariellen Urkunde entgegenstehen k&ouml;nne und dadurch seine richterliche Hinweispflicht verletzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es kann offenbleiben, ob die Verfahrensr&uuml;ge sachlich begr&uuml;ndet ist. Sie kann jedenfalls keinen Erfolg haben, weil aus den oben genannten Gr&uuml;nden die Frage der ex-tunc-Wirkung einer Berichtigung mangels Vorliegens der Berichtigungsvoraussetzungen f&uuml;r die Entscheidung des Streitfalls nicht von Bedeutung ist. Die Vermutung des &sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;3 FGO, nach der ein Urteil stets auf der Verletzung von Bundesrecht beruhend anzusehen ist, wenn u.a. einem Beteiligten das rechtliche Geh&ouml;r versagt war, gilt nicht, wenn der ger&uuml;gte Versto&szlig; &#8211;wie hier der Fall&#8211; nur einzelne Feststellungen bzw. rechtliche Gesichtspunkte betrifft, auf die es aus der Sicht des Revisionsgerichts unter keinem rechtlichen Gesichtspunkt ankommt (Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;119 Rz&nbsp;11, m.w.N.; vgl. Senatsbeschluss vom 15.&nbsp;September 2004 I&nbsp;B&nbsp;18\/04, juris, und Senatsurteil vom 9.&nbsp;April 2008 I&nbsp;R&nbsp;43\/07, BFH\/NV 2008, 1848).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 23.1.2013, I R 1\/12 Mindestdauer des Gewinnabf&uuml;hrungsvertrages zur Begr&uuml;ndung einer k&ouml;rperschaftsteuerlichen Organschaft &#8211; Auslegung eines Gewinnabf&uuml;hrungsvertrags &#8211; Richtigstellung einer offensichtlichen Unrichtigkeit des Urkundeninhalts Tatbestand 1&nbsp; I. Streitig ist zwischen den Beteiligten die Anerkennung einer k&ouml;rperschaftsteuerlichen Organschaft. 2&nbsp; Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), eine GmbH, ist aufgrund Verschmelzung Rechtsnachfolgerin der A-GmbH, die ihrerseits &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-1-12-mindestdauer-des-gewinnabfuehrungsvertrages-zur-begruendung-einer-koerperschaftsteuerlichen-organschaft-auslegung-eines-gewinnabfuehrungsvertrags-richtigstellung-einer-offensichtlichen-unrich\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;1\/12 &#8211; Mindestdauer des Gewinnabf&uuml;hrungsvertrages zur Begr&uuml;ndung einer k&ouml;rperschaftsteuerlichen Organschaft &#8211; Auslegung eines Gewinnabf&uuml;hrungsvertrags &#8211; Richtigstellung einer offensichtlichen Unrichtigkeit des Urkundeninhalts<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-41386","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/41386","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=41386"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/41386\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=41386"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=41386"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=41386"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}