{"id":41413,"date":"2013-05-24T09:22:00","date_gmt":"2013-05-24T07:22:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=41413"},"modified":"2013-05-24T09:22:00","modified_gmt":"2013-05-24T07:22:00","slug":"viii-b-85-12-keine-werbungskosten-bei-aufwendungen-zur-sicherung-der-rueckzahlung-eines-darlehens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-85-12-keine-werbungskosten-bei-aufwendungen-zur-sicherung-der-rueckzahlung-eines-darlehens\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;B&nbsp;85\/12 &#8211; Keine Werbungskosten bei Aufwendungen zur Sicherung der R&uuml;ckzahlung eines Darlehens"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 12.3.2013, VIII B 85\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Werbungskosten bei Aufwendungen zur Sicherung der R&uuml;ckzahlung eines Darlehens<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) und der Beigeladene und Beschwerdef&uuml;hrer (Beigeladener) waren zu jeweils 25&nbsp;% als Kommanditisten an einer GmbH &#038;&nbsp;Co. KG (KG) beteiligt, die im Jahr 2001 nach ihrer Liquidation vollbeendet wurde. Bei der KG handelte es sich um eine verm&ouml;gensverwaltende, nicht gewerblich gepr&auml;gte Kommanditgesellschaft, die Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen und sonstige Eink&uuml;nfte erzielte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Jahr 1999 gew&auml;hrte die KG zwei in den USA ans&auml;ssigen Unternehmen verzinsliche Darlehen in H&ouml;he von insgesamt &#8230; US-Dollar. Nachdem die Schuldner in Liquidit&auml;tsschwierigkeiten und mit den Zinszahlungen in R&uuml;ckstand geraten waren, erhielt die KG nach Verhandlungen mit der an den Schuldnern beteiligten X AG (AG) den vollen Darlehensbetrag zur&uuml;ck und die noch r&uuml;ckst&auml;ndigen Zinsen in H&ouml;he von &#8230; DM ausgezahlt. Die Zinsen leitete die KG unmittelbar an die AG weiter. Sie erzielte aus der Darlehenshingabe insgesamt einen Total&uuml;berschuss.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Gewinnermittlung machte die KG die an die AG weitergeleiteten Zinsen bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen als Werbungskosten geltend. Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) lehnte eine Ber&uuml;cksichtigung der an die AG gezahlten Provision als Werbungskosten ab, da diese nicht mit der Erzielung von Einnahmen aus Kapitalverm&ouml;gen, sondern mit der R&uuml;ckzahlung des Darlehens in Zusammenhang gestanden habe. Das Finanzgericht (FG) gab in seinem Urteil vom 22.&nbsp;Mai 2012 der Klage insoweit statt, als die Zahlung an die AG auf die Realisierung der Zinsen entfallen sei (rund 7&nbsp;% der Gesamtsumme des weitergeleiteten Betrags). Im &Uuml;brigen wies es die Klage ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA erlie&szlig; am 23.&nbsp;Juli 2012 einen ge&auml;nderten Feststellungsbescheid f&uuml;r das Streitjahr 2000, in dem es die Zahlung der KG an die AG nach Ma&szlig;gabe des FG-Urteils teilweise als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen ber&uuml;cksichtigte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die zul&auml;ssige Nichtzulassungsbeschwerde ist unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gegenstand des Beschwerdeverfahrens ist der ge&auml;nderte Feststellungsbescheid f&uuml;r das Streitjahr vom 23.&nbsp;Juli 2012. Das angefochtene FG-Urteil ist nicht wegen Ergehens dieses &Auml;nderungsbescheids aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden aufzuheben. Der ge&auml;nderte Bescheid vom 23.&nbsp;Juli 2012 ist entsprechend &sect;&nbsp;68 i.V.m. &sect;&nbsp;127 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zum Gegenstand des Verfahrens geworden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar ist die Vorentscheidung grunds&auml;tzlich entsprechend &sect;&nbsp;127 FGO aufzuheben und die Sache an das FG zur&uuml;ckzuverweisen, wenn w&auml;hrend des Verfahrens &uuml;ber eine zul&auml;ssige, aber unbegr&uuml;ndete Nichtzulassungsbeschwerde ein &Auml;nderungsbescheid ergangen ist. Die Vorentscheidung ist jedoch nicht aufzuheben, wenn der &Auml;nderungsbescheid keine gegen&uuml;ber den bisherigen Belastungen verb&ouml;sernde Entscheidung enth&auml;lt oder diese Entscheidung nicht streitig ist (Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 15.&nbsp;Oktober 2008 X&nbsp;B&nbsp;60\/07, BFH\/NV 2009, 205, m.w.N.). So liegt es im Streitfall, da die festgesetzte Steuer durch den ge&auml;nderten Bescheid herabgesetzt worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet, da die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nrn.&nbsp;1 und 2 FGO nicht erf&uuml;llt sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Frage, ob die von der KG an die AG weitergeleiteten Zinsen als Werbungskosten (&sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;1 und 2 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;) zu ber&uuml;cksichtigen sind, hat keine grunds&auml;tzliche Bedeutung. Es ist auch keine Entscheidung des BFH zur Fortbildung des Rechts erforderlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der Rechtsprechung des BFH ist der durch die Hingabe des Kapitals erworbene Darlehensr&uuml;ckerstattungsanspruch Gegenstand eines Anschaffungsvorgangs. Demgem&auml;&szlig; geh&ouml;ren weder die f&uuml;r den Erwerb eines solchen Wirtschaftsguts anfallenden Anschaffungskosten noch die Anschaffungsnebenkosten zu den Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen (Senatsurteil vom 20.&nbsp;Juni 2000 VIII&nbsp;R&nbsp;37\/99, BFH\/NV 2000, 1342, m.w.N.). Dabei setzt die Zurechnung von Aufwand als Nebenkosten zu den Anschaffungskosten von Kapitalverm&ouml;gen nach &sect;&nbsp;255 Abs.&nbsp;1 des Handelsgesetzbuchs grunds&auml;tzlich voraus, dass er einzelnen, bestimmten Kapitalanlagen zugeordnet werden kann. Zu den Anschaffungskosten geh&ouml;ren auch nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten auf den Verm&ouml;gensstamm, die aufgewendet werden, um die notleidende Kapitalanlage zu retten. Dies ist vorliegend der Fall. Nach der Zahlungseinstellung der Schuldner in den USA schaltete die KG die AG als Vermittler ein, um ihr Kapital und die noch ausstehenden Zinsen ohne streitige Auseinandersetzung und Zwangsvollstreckung in den USA zu erhalten. Im Gegenzug verpflichtete sie sich, die Zinsen bei Zahlung unverz&uuml;glich an die AG weiterzuleiten. Die f&uuml;r die Vermittlungst&auml;tigkeit der AG entstandenen Aufwendungen sind danach einer bestimmten Kapitalanlage &#8211;der Darlehensgew&auml;hrung&#8211; konkret zuordenbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Solche nachtr&auml;glichen Anschaffungskosten k&ouml;nnen im Bereich der &Uuml;berschusseink&uuml;nfte nur nach Ma&szlig;gabe der &#8211;vorliegend nicht in Betracht kommenden&#8211; Sonderregelungen der &sect;&sect;&nbsp;17, 23 EStG sowie des &sect;&nbsp;21 des Umwandlungssteuergesetzes f&uuml;r die Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer von Bedeutung sein. Im &Uuml;brigen ist der Werbungskostenabzug f&uuml;r Anschaffungs- und Anschaffungsnebenkosten solcher Wirtschaftsg&uuml;ter im Bereich der &Uuml;berschusseink&uuml;nfte ausgeschlossen (Senatsurteil vom 28.&nbsp;Oktober 2009 VIII&nbsp;R&nbsp;22\/07, BFHE 228, 28, BStBl II 2010, 469, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Folglich ist auch die Frage, ob hinsichtlich der Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht nicht allein auf die vollbeendete KG, sondern auch auf deren Gesellschafter abgestellt werden m&uuml;sste, nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig, da es sich bei den geltend gemachten Aufwendungen nicht um Werbungskosten, sondern um nicht abziehbare nachtr&auml;gliche Anschaffungsnebenkosten handelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Es liegt auch keine Divergenz zu der Rechtsprechung des BFH vor, nach der Aufwendungen auf Kapitalanlagen uneingeschr&auml;nkt zum Werbungskostenabzug bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen zuzulassen sind, wenn bei der jeweiligen Kapitalanlage die Absicht zur Erzielung steuerfreier Verm&ouml;gensvorteile nicht im Vordergrund steht, d.h. nur miturs&auml;chlich f&uuml;r die Anschaffung der ertragbringenden Kapitalanlage ist (z.B. BFH-Urteil vom 24.&nbsp;November 2009 VIII&nbsp;R&nbsp;11\/07, BFH\/NV 2010, 1417, m.w.N.). Denn dies gilt nur, wenn der Aufwand ohne Bezug zu der Kapitalanlage seiner Art nach die allgemeine verm&ouml;gensverwaltende T&auml;tigkeit abgelten soll (BFH-Urteil in BFHE 228, 28, BStBl II 2010, 469). Dies ist vorliegend &#8211;wie bereits ausgef&uuml;hrt&#8211; nicht der Fall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Das von den Kl&auml;gern und dem Beigeladenen zitierte Urteil des BFH vom 28.&nbsp;August 1952 IV&nbsp;448\/51&nbsp;U (BFHE 56, 690, BStBl III 1952, 265) ist weder zu einem vergleichbaren Sachverhalt noch zu einer gleichen Rechtsfrage ergangen. In dem dortigen Rechtsstreit ging es um die Frage, ob Aufwendungen eines GmbH-Gesellschafters, die ihm durch die Beratung der GmbH entstanden sind, als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen zu ber&uuml;cksichtigen sind. Der BFH hat dies aufgrund der Unterbrechung der unmittelbaren Beziehung zwischen den Aufwendungen und den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen durch die Zwischenschaltung der juristischen Person verneint. Eine Divergenz des FG-Urteils zur Rechtsprechung des BFH ist danach nicht gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 12.3.2013, VIII B 85\/12 Keine Werbungskosten bei Aufwendungen zur Sicherung der R&uuml;ckzahlung eines Darlehens Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) und der Beigeladene und Beschwerdef&uuml;hrer (Beigeladener) waren zu jeweils 25&nbsp;% als Kommanditisten an einer GmbH &#038;&nbsp;Co. KG (KG) beteiligt, die im Jahr 2001 nach ihrer Liquidation vollbeendet wurde. 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