{"id":41418,"date":"2013-05-24T09:09:59","date_gmt":"2013-05-24T07:09:59","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=41418"},"modified":"2013-05-24T09:09:59","modified_gmt":"2013-05-24T07:09:59","slug":"x-b-165-12-umfang-der-im-steuerstrafverfahren-uebergebenen-vollmachtsurkunde-anforderungen-an-die-darlegung-eines-verfahrensmangels-bei-behaupteter-verletzung-von-par-96-abs-1-satz-1-halbs-1-fgo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-165-12-umfang-der-im-steuerstrafverfahren-uebergebenen-vollmachtsurkunde-anforderungen-an-die-darlegung-eines-verfahrensmangels-bei-behaupteter-verletzung-von-par-96-abs-1-satz-1-halbs-1-fgo\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;165\/12 &#8211; Umfang der im Steuerstrafverfahren &uuml;bergebenen Vollmachtsurkunde &#8211; Anforderungen an die Darlegung eines Verfahrensmangels bei behaupteter Verletzung von &sect; 96 Abs. 1 Satz 1 Halbs. 1 FGO"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 6.3.2013, X B 165\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Umfang der im Steuerstrafverfahren &uuml;bergebenen Vollmachtsurkunde &#8211; Anforderungen an die Darlegung eines Verfahrensmangels bei behaupteter Verletzung von &sect; 96 Abs. 1 Satz 1 Halbs. 1 FGO<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Dem Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) wurde mit Schreiben vom 6.&nbsp;Februar 2007 die Einleitung eines Steuerstrafverfahrens bekanntgegeben. Dieses betraf u.a. die Streitjahre 2001 bis 2004. Mit diesem Schreiben wurde er zur Vernehmung beim Finanzamt X &#8211;&nbsp;Steuerfahndungsstelle&nbsp;&#8211; geladen. Hierzu kam er in Begleitung des Prozessbevollm&auml;chtigten, der eine Vollmachtsurkunde &uuml;berreichte. Diese war nicht auf eine bestimmte Sache beschr&auml;nkt und enthielt u.a. die Vollmacht zur au&szlig;ergerichtlichen Vertretung aller Art. Auch erstreckte sie sich auf die Entgegennahme und Bewirkung von Zustellungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den Steuerfahndungsbericht &uuml;bersandte die Steuerfahndungsstelle dem Beklagten und Beschwerdegegner (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) mit der Empfehlung, die zu erlassenden Steuerbescheide sowohl dem Prozessbevollm&auml;chtigten wie auch dem Kl&auml;ger unter dessen Adresse bekannt zu geben. Das FA gab diese Bescheide mit Postzustellungsurkunde vom 5.&nbsp;August 2008 dem Prozessbevollm&auml;chtigten gegen&uuml;ber bekannt und schickte sie auch an die Adresse des Kl&auml;gers in A.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Prozessbevollm&auml;chtigte sandte die Bescheide mit Schriftsatz vom 15.&nbsp;August 2008 an das FA zur&uuml;ck. Er wies darauf hin, dass er den Kl&auml;ger ausschlie&szlig;lich im Steuerstrafverfahren vertreten habe. Eine Zustellungsvollmacht f&uuml;r Steuerbescheide besitze er nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger legte am 16.&nbsp;April 2010 Einspruch ein, der durch Entscheidung des FA vom 21.&nbsp;M&auml;rz 2011 als unzul&auml;ssig zur&uuml;ckgewiesen wurde. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die hiergegen erhobene Klage mit Urteil vom 5.&nbsp;Juli 2012 ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Beschwerde begehrt der Kl&auml;ger die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Sache und zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung. Daneben macht er Verfahrensm&auml;ngel geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Beschwerde zur&uuml;ckzuweisen. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde des Kl&auml;gers hat keinen Erfolg. Es ist dem Kl&auml;ger nicht gelungen, die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) wie auch die Erforderlichkeit einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Fortbildung des Rechts (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;1 FGO) entsprechend den Anforderungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO darzulegen. Ein Verfahrensmangel ist nicht erkennbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Dies gilt f&uuml;r die Gr&uuml;nde, mit denen der Kl&auml;ger die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung geltend macht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Macht ein Beschwerdef&uuml;hrer die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO geltend, so hat er zun&auml;chst eine bestimmte f&uuml;r die Entscheidung des Streitfalls erhebliche abstrakte Rechtsfrage herauszustellen. Daf&uuml;r ist erforderlich, dass er die entscheidungserhebliche Rechtsfrage hinreichend konkretisiert; nicht ausreichend ist eine Fragestellung, deren Beantwortung von den Umst&auml;nden des Einzelfalls abh&auml;ngt (Lange in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;116 FGO Rz&nbsp;171). Des Weiteren muss in der Beschwerdebegr&uuml;ndung schl&uuml;ssig und substantiiert unter Auseinandersetzung mit den zur aufgeworfenen Rechtsfrage in Rechtsprechung und Schrifttum vertretenen Auffassungen dargetan werden, weshalb die f&uuml;r bedeutsam gehaltene Rechtsfrage im Allgemeininteresse kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und im Streitfall kl&auml;rbar ist. Dazu muss dargelegt werden, in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchem Grunde die Beantwortung der Frage zweifelhaft und streitig ist (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. Senatsbeschluss vom 22.&nbsp;M&auml;rz 2011 X&nbsp;B&nbsp;151\/10, BFH\/NV 2011, 1165; Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;116 Rz&nbsp;32, 35, m.w.N.). Insbesondere muss sich der Beschwerdef&uuml;hrer auch mit der bereits vorhandenen Rechtsprechung auseinandersetzen und substantiiert darlegen, weshalb nach seiner Ansicht diese Rechtsprechung keine Kl&auml;rung herbeigef&uuml;hrt habe (vgl. nur BFH-Beschluss vom 17.&nbsp;M&auml;rz 2010 X&nbsp;B&nbsp;10\/10, BFH\/NV 2012, 953, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein solches Vorbringen ist im vorliegenden Fall nicht gegeben. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Kl&auml;ger formuliert zwar als abstrakte Rechtsfrage, ob eine im Steuerstrafverfahren &uuml;bergebene Vollmacht auch eine Zustellungsbevollm&auml;chtigung in einem Besteuerungsverfahren entfaltet, schr&auml;nkt diese aber insoweit wieder ein, als er auf die konkreten Umst&auml;nde im vorliegenden Fall abstellt. Hierdurch l&auml;sst er erkennen, dass ihm nur an einer Entscheidung des konkreten Einzelfalls gelegen ist. Der Kl&auml;ger unterstreicht dies in seinem Schriftsatz vom 11.&nbsp;Dezember 2012 auf Seite 2, wenn er darauf abstellt, dass die vorliegende Rechtsprechung nicht sage, wie konkret in diesem Fall die Auslegung zu erfolgen habe. Dass der Kl&auml;ger lediglich eine Entscheidung seines Einzelfalls vor Augen hat, wird auch dadurch deutlich, dass es ihm nicht gelingt, darzulegen, warum die von ihm formulierte Rechtsfrage im Allgemeininteresse kl&auml;rungsbed&uuml;rftig ist. Es reicht insoweit nicht aus, allein auf eine seiner Ansicht nach nicht vorliegende h&ouml;chstrichterliche Stellungnahme und die Vielzahl der steuerstrafrechtlichen Verfahren zu verweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Eine Auseinandersetzung mit der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung zur Auslegung einer Vollmacht nach &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO) hat der Kl&auml;ger nicht vorgenommen. So hat der Senat bereits in seinem Beschluss vom 4.&nbsp;August 1999 X&nbsp;B&nbsp;209\/98 (BFH\/NV 2000, 163) entschieden, dass eine Vollmacht nach &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AO zu allen das Verwaltungsverfahren betreffenden Verwaltungshandlungen bevollm&auml;chtigt, sofern sich aus ihrem Inhalt nicht etwas anderes ergibt. Der Inhalt dieser verfahrensrechtlichen Willenserkl&auml;rung ist dabei durch Auslegung unter Beachtung des Empf&auml;ngerhorizonts zu ermitteln. Dies gilt auch in einer im Steuerstrafverfahren &uuml;bergebenen und &#8211;wie im vorliegenden Fall&#8211; inhaltlich nicht beschr&auml;nkten Vollmacht. Die Finanzbeh&ouml;rden k&ouml;nnen in einem solchen Fall davon ausgehen, dass diese Vollmacht uneingeschr&auml;nkt f&uuml;r das gesamte Verfahren, also f&uuml;r Steuerstraf- und Steuerfestsetzungsverfahren, gelten soll. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die Auslegung von Willenserkl&auml;rungen obliegt dem FG als Tatsacheninstanz und ist im Rahmen der dem Revisionsgericht obliegenden Rechtskontrolle darauf zu &uuml;berpr&uuml;fen, ob das FG die gesetzlichen Auslegungsregeln (&sect;&sect;&nbsp;133, 157 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs) beachtet und nicht gegen Denkgesetze und Erfahrungss&auml;tze versto&szlig;en hat. Ein Versto&szlig; gegen diese Grunds&auml;tze ist im vorliegenden Fall nicht erkennbar. Anders als etwa im vom FG Hamburg im Urteil vom 24.&nbsp;September 2003 IV&nbsp;279\/00 (Entscheidungen der Finanzgerichte 2004, 155) entschiedenen Fall enthielt die vom Prozessbevollm&auml;chtigten &uuml;bergebene Vollmachtsurkunde weder das Aktenzeichen des Strafverfahrens noch einen ausdr&uuml;cklichen Bezug zum Strafverfahren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im &Uuml;brigen h&auml;tte die Beschwerde aber auch in der Sache keine Aussicht auf Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit der Kl&auml;ger auf den Begriff der &quot;Doppelfunktionalit&auml;t&quot; der Steuerfahndung abstellt und aus der Entscheidung des BFH vom 16.&nbsp;Dezember 1997 VII&nbsp;B&nbsp;45\/97 (BFHE 184, 266, BStBl II 1998, 231) eine strikte Trennung von Strafverfahren und Besteuerungsverfahren herleitet, verkennt er, dass der BFH es in dieser Entscheidung grunds&auml;tzlich nicht beanstandet hat, dass die Steuerfahndung anl&auml;sslich eines konkreten Einzelfalls oder bei Abwicklung eines Steuerfalls sowohl straf- als auch steuerverfahrensrechtliche Ermittlungen durchf&uuml;hren darf. Unter Hinweis auf &sect;&nbsp;208 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO ist nach Ansicht des BFH insoweit kein Alternativ- oder Ausschlie&szlig;lichkeitsverh&auml;ltnis gegeben. Auf den vorliegenden Fall angewandt, bedeutet dies, dass gerade nicht von einer Beschr&auml;nkung einer Vollmacht auf das Steuerstrafverfahren ausgegangen werden kann, wenn diese der Steuerfahndungsstelle im Rahmen einer Vernehmung &uuml;berreicht wird. Die Beschr&auml;nkung muss sich &#8211;wie bereits dargelegt&#8211; aus der Urkunde selbst ergeben. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Aus denselben Gr&uuml;nden kommt die Zulassung der Revision zur Fortbildung des Rechts nicht in Frage (vgl. Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect;&nbsp;116 Rz&nbsp;38).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Entscheidung beruht auf keinem Verfahrensmangel gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Soweit der Kl&auml;ger geltend macht, das FG h&auml;tte eine Beweisaufnahme zur Frage der wirksamen Zustellung der Bescheide an den Kl&auml;ger pers&ouml;nlich durchf&uuml;hren m&uuml;ssen, macht er einen Verfahrensmangel nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO geltend (Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht aus &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO). Dieser kann im vorliegenden Beschwerdeverfahren aber nicht zur Zulassung der Revision f&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein Verfahrensmangel kann nicht mehr mit Erfolg geltend gemacht werden, wenn er eine Verfahrensvorschrift betrifft, auf deren Beachtung die Prozessbeteiligten verzichten k&ouml;nnen oder verzichtet haben (&sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;295 Abs.&nbsp;1 der Zivilprozessordnung). Dazu geh&ouml;rt auch das &Uuml;bergehen eines Beweisantrages, soweit dieser gestellt worden ist. Bei solchen Verfahrensm&auml;ngeln geht das R&uuml;gerecht nicht nur durch eine ausdr&uuml;ckliche oder konkludente Verzichtserkl&auml;rung gegen&uuml;ber dem FG verloren, sondern auch durch das blo&szlig;e Unterlassen einer rechtzeitigen R&uuml;ge; ein Verzichtswille ist daf&uuml;r nicht erforderlich (Senatsbeschluss vom 23.&nbsp;Februar 2012 X&nbsp;B&nbsp;91\/11, BFH\/NV 2012, 1150, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ausweislich der FG-Akte ist von dem durch einen Rechtsanwalt vertretenen Kl&auml;ger ein solcher Beweisantrag nicht gestellt worden, auch nicht in der m&uuml;ndlichen Verhandlung, obwohl das FG in seinem vorhergehenden Gerichtsbescheid ausdr&uuml;cklich dahinstehen lie&szlig;, ob das FA die angefochtenen Bescheide rechtswirksam ebenfalls an den Kl&auml;ger unter dessen Adresse in A bekanntgegeben hatte. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Soweit der Kl&auml;ger der Ansicht ist, dass die Frage der wirksamen Zustellung an den Kl&auml;ger f&uuml;r den Ausgang des Rechtsstreits relevant sei, k&ouml;nnte sein Vorbringen so zu verstehen sein, dass hiermit die Nichtbeachtung des &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;1 FGO geltend gemacht wird, wonach das Gericht nach seiner freien aus dem Gesamtergebnis des Verfahrens gewonnenen &Uuml;berzeugung entscheidet. Diese Vorschrift verpflichtet das FG, den Inhalt der ihm vorliegenden Akten vollst&auml;ndig und einwandfrei zu ber&uuml;cksichtigen (BFH-Beschluss vom 14.&nbsp;November 2001 II&nbsp;B&nbsp;29\/00, BFH\/NV 2002, 512). Die R&uuml;ge eines derartigen Verfahrensmangels setzt die Darlegung voraus, dass das FG seiner Entscheidung einen Sachverhalt zugrunde gelegt habe, der dem schriftlichen oder protokollierten Vorbringen des Beteiligten nicht entspreche oder eine aus den Akten klar feststehende Tatsache unber&uuml;cksichtigt gelassen habe (BFH-Beschluss vom 9.&nbsp;Juli 2012 III&nbsp;B&nbsp;66\/11, BFH\/NV 2012, 1631). Diese Voraussetzungen sind in der Beschwerdebegr&uuml;ndung nicht dargelegt und auch nicht erkennbar. Letztlich wendet sich der Kl&auml;ger mit seinem Vorbringen allein gegen die aus seiner Sicht fehlerhafte rechtliche Beurteilung des FA, auch bei l&auml;ngerer und bekannter Abwesenheit an die inl&auml;ndische bisherige Wohnanschrift zustellen zu k&ouml;nnen. Das FG hat aufgrund seiner Auslegung der bei der Vernehmung &uuml;berreichten Vollmachtsurkunde zu dieser Frage keine Stellung bezogen und folglich das Urteil auch nicht hierauf gest&uuml;tzt. Wenn der Kl&auml;ger die Richtigkeit dieser Auslegung durch das FG angreift, r&uuml;gt er damit einen materiellen Fehler. Dieser liegt zum einen nicht vor (vgl. unter II.1.a&nbsp;cc) und kann als solcher auch nicht zur Zulassung der Revision f&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 6.3.2013, X B 165\/12 Umfang der im Steuerstrafverfahren &uuml;bergebenen Vollmachtsurkunde &#8211; Anforderungen an die Darlegung eines Verfahrensmangels bei behaupteter Verletzung von &sect; 96 Abs. 1 Satz 1 Halbs. 1 FGO Tatbestand 1&nbsp; I. Dem Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) wurde mit Schreiben vom 6.&nbsp;Februar 2007 die Einleitung eines Steuerstrafverfahrens bekanntgegeben. Dieses betraf u.a. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-165-12-umfang-der-im-steuerstrafverfahren-uebergebenen-vollmachtsurkunde-anforderungen-an-die-darlegung-eines-verfahrensmangels-bei-behaupteter-verletzung-von-par-96-abs-1-satz-1-halbs-1-fgo\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;B&nbsp;165\/12 &#8211; Umfang der im Steuerstrafverfahren &uuml;bergebenen Vollmachtsurkunde &#8211; Anforderungen an die Darlegung eines Verfahrensmangels bei behaupteter Verletzung von &sect; 96 Abs. 1 Satz 1 Halbs. 1 FGO<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-41418","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/41418","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=41418"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/41418\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=41418"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=41418"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=41418"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}