{"id":41420,"date":"2013-05-24T09:21:59","date_gmt":"2013-05-24T07:21:59","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=41420"},"modified":"2013-05-24T09:21:59","modified_gmt":"2013-05-24T07:21:59","slug":"iii-b-134-12-wissenspruefung-bei-einem-autodidakten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-134-12-wissenspruefung-bei-einem-autodidakten\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;134\/12 &#8211; Wissenspr&uuml;fung bei einem Autodidakten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 7.3.2013, III B 134\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Wissenspr&uuml;fung bei einem Autodidakten<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger war in den Streitjahren 1993 bis 1999 selbst&auml;ndig t&auml;tig. Er beriet Unternehmen in Fragen der Logistik, der Transportorganisation, der F&uuml;hrung und Organisation sowie bei Neuplanungen. Gegenstand der T&auml;tigkeit war die Optimierung von logistischen Ablauforganisationen und Fuhrparks sowie die Projektierung von Betriebseinrichtungen, wie z.B. Logistikzentren, Niederlassungen, Zentrallagern, Palettenhochregallagern, Stahlhallen mit Krananlagen und S&auml;gezentren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzamt erlie&szlig; f&uuml;r die Streitjahre Gewerbesteuermessbescheide. Dagegen wandte sich der Kl&auml;ger mit der Begr&uuml;ndung, dass er eine freiberufliche T&auml;tigkeit ausge&uuml;bt habe. Er habe als Autodidakt in Tiefe und Breite &uuml;ber die Kenntnisse eines Diplom-Wirtschaftsingenieurs mit Schwerpunkt Logistik verf&uuml;gt und eine entsprechende berufliche T&auml;tigkeit entfaltet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage blieben erfolglos. Das sachverst&auml;ndig beratene Finanzgericht (FG) ging in seinem Urteil zwar davon aus, dass sich die vom Kl&auml;ger ausge&uuml;bte T&auml;tigkeit auf einen Hauptbereich einer vergleichbaren Ingenieurt&auml;tigkeit erstreckt habe. Es sei jedoch nicht nachgewiesen, dass er der Breite und Tiefe nach &uuml;ber ein dem Ingenieur vergleichbares Wissen verf&uuml;gt habe. Im Hinblick auf den einschl&auml;gigen Vergleichsstudiengang &quot;Wirtschaftsingenieurwesen, Schwerpunkt Logistik&quot; best&uuml;nden in den F&auml;chern Mathematik, Datenverarbeitung und Quantitative Methoden Wissensdefizite. Die vom Kl&auml;ger beantragte Wissenspr&uuml;fung lehnte das FG mit der Begr&uuml;ndung ab, dass der Kl&auml;ger im Hinblick auf die vom Sachverst&auml;ndigen in zahlreichen F&auml;chern festgestellten Wissensdefizite keinen Vortrag zum Wissenserwerb &#8211;beispielsweise in den genannten F&auml;chern&#8211; oder zur Wissensanwendung gehalten habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger unter anderem eine Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO). Das FG habe seinen Antrag auf Durchf&uuml;hrung einer Wissenspr&uuml;fung nicht ablehnen d&uuml;rfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist zul&auml;ssig und begr&uuml;ndet; sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des finanzgerichtlichen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache zur erneuten Verhandlung und Entscheidung (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;6 FGO). Die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO liegen vor. Das FG h&auml;tte dem Antrag des Kl&auml;gers auf Durchf&uuml;hrung einer Wissenspr&uuml;fung entsprechen m&uuml;ssen. Die Nichterhebung dieses beantragten Beweises verletzt den Untersuchungsgrundsatz des &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Verfahrensr&uuml;ge des Kl&auml;gers ist in zul&auml;ssiger Form erhoben worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Beschwerdebegr&uuml;ndung wurden die Voraussetzungen f&uuml;r einen Verfahrensmangel, n&auml;mlich die Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 FGO, in der von &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO geforderten Form dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Wird mit der R&uuml;ge mangelnder Sachaufkl&auml;rung (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 FGO) geltend gemacht, das FG habe zu Unrecht Beweisantr&auml;ge &uuml;bergangen, so sind nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) Angaben zu den ermittlungsbed&uuml;rftigen Tatsachen, den angebotenen Beweismitteln und zum Ergebnis der Beweisaufnahme erforderlich. Hat das FG &#8211;wie im Streitfall&#8211; selbst im Urteil begr&uuml;ndet, weshalb es von der Erhebung beantragter Beweise abgesehen hat, gen&uuml;gt bereits die schlichte R&uuml;ge der Nichtbefolgung des Beweisantritts den Anforderungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO (vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 14.&nbsp;August 2000 VII&nbsp;B&nbsp;87\/00, BFH\/NV 2001, 147; vom 30.&nbsp;Dezember 2002 XI&nbsp;B&nbsp;58\/02, BFH\/NV 2003, 787; vom 19.&nbsp;Januar 2007 IV&nbsp;B&nbsp;51\/05, BFH\/NV 2007, 1089). Da es sich bei der Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes um einen verzichtbaren Mangel handelt, muss grunds&auml;tzlich &#8211;auch im Fall der oben genannten Begr&uuml;ndungserleichterung&#8211; vorgetragen werden, dass die Nichterhebung der angebotenen Beweise in der n&auml;chsten m&uuml;ndlichen Verhandlung ger&uuml;gt wurden oder weshalb die R&uuml;ge nicht m&ouml;glich gewesen sei. Dies gilt grunds&auml;tzlich. Etwas anderes gilt jedoch dann, wenn sich dies aus dem Urteil oder Sitzungsprotokoll ergibt (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse in BFH\/NV 2003, 787, und in BFH\/NV 2007, 1089). <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall folgt unmittelbar aus dem Sitzungsprotokoll, dass der Kl&auml;ger sich nicht r&uuml;gelos auf die m&uuml;ndliche Verhandlung eingelassen hat. Dieser hat n&auml;mlich, nachdem die Sachantr&auml;ge gestellt waren, der Sachverst&auml;ndige sein Gutachten m&uuml;ndlich erl&auml;utert hatte und eine Sitzungsunterbrechung erfolgt war, seinen fr&uuml;heren schrifts&auml;tzlich gestellten Antrag auf Einholung eines zweiten Gutachtens zur&uuml;ckgenommen und ausdr&uuml;cklich den Antrag auf Durchf&uuml;hrung einer Wissenspr&uuml;fung gestellt. Zudem gab der Kl&auml;ger an, die vom Sachverst&auml;ndigen angesprochenen Wissensl&uuml;cken teilweise durch weitere Arbeiten widerlegen zu k&ouml;nnen. Da die Wissenspr&uuml;fung ausweislich eines Schreibens des Berichterstatters des FG zudem vor dem Termin als erforderlich (&quot;Sollte die Klage weiter verfolgt werden, d&uuml;rfte der Kl&auml;ger um eine umfassende Wissenspr&uuml;fung nicht umhin kommen.&quot;) erachtet worden war, kann das im Protokoll wiedergegebene Verhalten des Kl&auml;gers keinesfalls als R&uuml;geverzicht, sondern nur als ein &quot;Bestehen auf Beweiserhebung&quot; gedeutet werden. Damit er&uuml;brigte sich der Vortrag in der Beschwerdeschrift, dass eine r&uuml;gelose Einlassung nicht stattgefunden habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die R&uuml;ge ist auch begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das Vorliegen eines (ingenieur-)&auml;hnlichen Berufs erfordert nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH, dass der &auml;hnliche Beruf mit einem bestimmten Katalogberuf sowohl in der Ausbildung als auch in der beruflichen T&auml;tigkeit vergleichbar ist (z.B. BFH-Urteil vom 16.&nbsp;Dezember 2008 VIII&nbsp;R&nbsp;27\/07, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 2009, 898, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Setzt der Katalogberuf (vgl. BFH-Urteile vom 28.&nbsp;August 2003 IV&nbsp;R&nbsp;21\/02, BFHE 203, 152, BStBl II 2003, 919; vom 6.&nbsp;September 2006 XI&nbsp;R&nbsp;3\/06, BFHE 215, 124, BStBl II 2007, 118, zum Beruf des Wirtschaftsingenieurs) &#8211;wie im Streitfall&#8211; eine qualifizierte Ausbildung voraus, wird auch f&uuml;r den &auml;hnlichen Beruf eine vergleichbare Ausbildung verlangt. Dabei kann die vergleichbare Ausbildung nicht nur in einem f&ouml;rmlichen Ausbildungsgang, wie z.B. in einem Studium, stattfinden. Vielmehr kann ein Steuerpflichtiger, der eine Berufsausbildung, wie sie in den Ingenieurgesetzen der L&auml;nder vorgeschrieben ist, nicht besitzt, auch nachweisen, dass er &#8211;als Autodidakt&#8211; vergleichbare Kenntnisse im Wege der privaten Fortbildung, des Selbststudiums oder im Zusammenhang mit eigener Arbeit erworben hat (BFH-Urteil in HFR 2009, 898).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Macht der Kl&auml;ger geltend, er habe im streitigen Zeitraum &uuml;ber die f&uuml;r die Annahme einer freiberuflichen T&auml;tigkeit erforderlichen Kenntnisse verf&uuml;gt, muss er Tatsachen dazu vortragen, wie er die Kenntnisse erworben und inwieweit er sie in der Praxis eingesetzt hat. Unter bestimmten Umst&auml;nden kann bereits aus der Art der T&auml;tigkeit auf das Vorhandensein der entsprechenden Kenntnisse geschlossen werden. Stehen diese Tatsachen nicht bereits zur &Uuml;berzeugung des Gerichts fest, muss das FG aufgrund seiner Sachaufkl&auml;rungspflicht (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 FGO) den vom Kl&auml;ger gestellten Antr&auml;gen zur Erhebung von Beweisen grunds&auml;tzlich entsprechen, die geeignet erscheinen, den erforderlichen Nachweis der Kenntnisse zu erbringen (BFH-Urteil in HFR 2009, 898).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Dazu kann auch die Vornahme einer Wissenspr&uuml;fung geh&ouml;ren, wenn sich aus den vorgetragenen Tatsachen zum Erwerb und Einsatz der Kenntnisse bereits erkennen l&auml;sst, dass der Kl&auml;ger &uuml;ber hinreichende Kenntnisse verf&uuml;gen k&ouml;nnte und ein Nachweis anhand praktischer Arbeiten nicht zu f&uuml;hren ist (BFH-Urteile vom 26.&nbsp;Juni 2002 IV&nbsp;R&nbsp;56\/00, BFHE 199, 367, BStBl II 2002, 768; vom 18.&nbsp;April 2007 XI&nbsp;R&nbsp;34\/06, BFH\/NV 2007, 1495, und in HFR 2009, 898). Erf&uuml;llt ein auf die Durchf&uuml;hrung einer Wissenspr&uuml;fung gestellter Antrag des Steuerpflichtigen diese Voraussetzungen, dann muss das FG ihm nachgehen und kann ihn nur ablehnen, wenn es auf das Beweismittel f&uuml;r die Entscheidung nicht ankommt, das Gericht die Richtigkeit der durch das Beweismittel zu beweisenden Tatsachen zu Gunsten der betreffenden Partei unterstellt oder das Beweismittel nicht erreichbar ist (BFH-Urteil in HFR 2009, 898, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall lagen die Voraussetzungen f&uuml;r eine Wissenspr&uuml;fung vor. Das FG durfte daher nicht von der Beweiserhebung absehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Kl&auml;ger hat hinreichend Tatsachen zum Erwerb und zum Einsatz von Kenntnissen vorgetragen, die erkennen lassen, dass er &uuml;ber ein ingenieur&auml;hnliches Wissen in Tiefe und Breite verf&uuml;gen <span style=\"text-decoration:underline\">k&ouml;nnte<\/span>.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das ergibt sich unmittelbar aus dem Sachverst&auml;ndigengutachten und dem Erg&auml;nzungsgutachten. Der vom FG beauftragte Sachverst&auml;ndige hat auf der Grundlage des ihm vom Kl&auml;ger zur Verf&uuml;gung gestellten Materials (Bescheinigungen &uuml;ber besuchte Fortbildungsveranstaltungen, Liste der im Selbststudium durchgearbeiteten Fachliteratur, Nachweis der absolvierten Technikerausbildung, zahlreiche Arbeitsproben) best&auml;tigt, dass in allen 21 Ausbildungsmodulen des Vergleichsstudiengangs grunds&auml;tzliche, in den meisten Einzelmodulen sogar ausreichende Kenntnisse vorhanden sind. Er hat nach Auswertung des ihm vorgelegten Materials sodann die abschlie&szlig;ende Feststellung getroffen, dass damit aber der Kenntnisstand eines Absolventen des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen (Logistik) nicht nachgewiesen worden sei. Genau eine solche Situation hatte der BFH vor Augen, als er es den Autodidakten rechtlich erm&ouml;glicht hat, im Wege einer Examinierung durch einen Sachverst&auml;ndigen (Wissenspr&uuml;fung) den Vollbeweis eines ausreichenden Kenntnisstandes doch noch zu f&uuml;hren, wenn die Beweisf&uuml;hrung auf der Basis vorgelegter Arbeitsproben u.&auml;. nicht m&ouml;glich ist (vgl. BFH-Urteil in BFHE 199, 367, BStBl II 2002, 768).&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit der Sachverst&auml;ndige in wesentlichen Mathematikfeldern (Differenzial- und Integralgleichungen, Vektor- und Matrizenrechnung) aufgrund der &uuml;berlassenen Unterlagen &quot;unzureichende Kenntnisse sicher feststellen konnte&quot;, stand auch diese Einsch&auml;tzung der Wissenspr&uuml;fung nicht entgegen. Denn der Sachverst&auml;ndige konnte &quot;in letzter Instanz nicht beurteilen, ob ein Bestehen der Pr&uuml;fung im Modul Mathematik m&ouml;glich ist, ohne zumindest &uuml;ber ausreichende Kenntnisse in den wichtigen Basis-F&auml;chern Differenzial- und Integralgleichungen, Vektor- und Matrizenrechnung zu verf&uuml;gen&quot;. Die Darlegungen des Sachverst&auml;ndigen zum Wissensstand in anderen Mathematikfeldern &quot;waren bewusst so gehalten, dass dem Kl&auml;ger die M&ouml;glichkeit einer Wissenspr&uuml;fung offen gehalten werden sollte.&quot; (Zitate aus S.&nbsp;6 und 7 des Erg&auml;nzungsgutachtens). Damit war der Beweis unzureichenden Kenntnisstandes im Fach Mathematik, in dem der Pr&uuml;fungserfolg im Vergleichsstudiengang ausweislich des Gutachtens unabdingbar ist, gerade noch nicht erbracht. Ob die Wissenspr&uuml;fung dann ausgeschlossen ist, wenn der Sachverst&auml;ndige aufgrund der ihm vorliegenden Unterlagen unzureichendes Wissen bereits sicher feststellen zu k&ouml;nnen glaubt, erscheint angesichts des Verbots der vorweggenommenen Beweisw&uuml;rdigung zweifelhaft. Diese Frage muss im vorliegenden Verfahren jedoch nicht beantwortet werden, weil eine solche Situation gerade nicht gegeben war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hinsichtlich der vom Sachverst&auml;ndigen festgestellten Wissensl&uuml;cken im Modul Datenverarbeitung gilt nichts anderes. Auch hier wollte der Sachverst&auml;ndige dem Kl&auml;ger die M&ouml;glichkeit einer Wissenspr&uuml;fung ausdr&uuml;cklich offenhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Weil die Anforderungen zur Durchf&uuml;hrung einer Wissenspr&uuml;fung nicht &uuml;berspannt werden d&uuml;rfen (BFH-Urteil in HFR 2009, 898), ist der Steuerpflichtige grunds&auml;tzlich nicht gehalten, zu jedem der vielen Einzelf&auml;cher mit ihren jeweiligen Unterdisziplinen, die in einem Vergleichstudiengang belegt werden m&uuml;ssen, Arbeitsproben, eine Liste der im Selbststudium durchgearbeiteten Fachliteratur oder Bescheinigungen &uuml;ber besuchte Fortbildungslehrg&auml;nge vorzulegen, um seiner Darlegungspflicht (<span style=\"text-decoration:underline\">M&ouml;glichkeit<\/span> des Vorhandenseins von Wissen) zu gen&uuml;gen und zur Examinierung zugelassen zu werden. Im Streitfall musste demnach kein spezieller Vortrag erfolgen, wie der Kl&auml;ger gerade zu Kenntnissen im Bereich der Matrizenrechnung gekommen sein k&ouml;nnte. Nur unsubstantiiertes Pauschalvorbringen zum Erwerb und zum Vorhandensein von Wissen versperrt den Zugang zur Wissenspr&uuml;fung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Da der Nachweis ausreichender Kenntnisse anderweitig nicht gef&uuml;hrt werden konnte und ein ausdr&uuml;cklicher Antrag auf Durchf&uuml;hrung einer Wissenspr&uuml;fung vorlag, durfte dieselbe nicht unterbleiben. Die unterbliebene Beweiserhebung war auch entscheidungserheblich, denn es ist nicht auszuschlie&szlig;en, dass das FG nach der Examinierung des Kl&auml;gers zu einem anderen Ergebnis gekommen w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der Senat macht von der M&ouml;glichkeit Gebrauch, nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;6 FGO zu verfahren und bereits auf die Nichtzulassungsbeschwerde hin die Vorentscheidung aufzuheben sowie die Sache an das FG zur&uuml;ckzuverweisen. Bei der Beauftragung eines Sachverst&auml;ndigen zum Zwecke der Examinierung des Kl&auml;gers wird das FG zu beachten haben, dass der Sachverst&auml;ndige die erforderliche Sachkunde f&uuml;r die Wissenspr&uuml;fung besitzt. Diese kann sich etwa daraus ergeben, dass er Mitglied eines Gremiums zur Abschlusspr&uuml;fung von Kandidaten im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen (Logistik) ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 7.3.2013, III B 134\/12 Wissenspr&uuml;fung bei einem Autodidakten Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger war in den Streitjahren 1993 bis 1999 selbst&auml;ndig t&auml;tig. Er beriet Unternehmen in Fragen der Logistik, der Transportorganisation, der F&uuml;hrung und Organisation sowie bei Neuplanungen. 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